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Vorrichtung zum Führen eines Zigarettenstranges od. dgl. Die Erfindung
betrifft eine Vorrichtung zum Führen eines Zigarettenstranges od. dgl., durch die
ein fortlaufender Strang hindurchgeht, etwa für Prüfvorrichtungen.
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Ein Beispiel für eine solche Führung ist die in einer pneumatischen
Prüfvorrichtung für den Strangquerschnitt erforderliche Führung; in einer solchen
Prüfvorrichtung kann der Strangquerschnitt mittels Druckluft überwacht werden, deren
Druck in einer Kammer gemessen wird, die zwei Führungsöffnungen aufweist, durch
die der Strang läuft. Der freie Luftaustrittsquerschnitt zwischen Strang und Führungsöffnungen,
der mit dem Strangquerschnitt variiert, bestimmt dabei den Druck der Luft in der
Kammer; dieser kann gemessen werden, und seine Änderungen zeigen die Querschnittsänderungen
des Stranges an.
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Da auf Strangherstellungsmaschinen häufig Stränge verschiedener Größe,
d. h. verschiedenen Durchmessers oder verschiedenen Querschnittes hergestellt werden
müssen, müssen auch Führungen mit verschiedenen entsprechenden Größen zur Verfügung
stehen. Es ist möglich und war bislang üblich, in die Vorrichtung Teile mit einer
entsprechenden Öffnung einzusetzen und diese gegen Teile mit einer anderen Öffnung
auszuwechseln, wenn ein Strang eines anderen Querschnittes hergestellt werden soll.
Dies ist jedoch unbequem und unzweckmäßig, weil eine große Anzahl auswechselbarer
Teile vorhanden sein müßte, um allen Erfordernissen Rechnung zu tragen, und weil
dennoch keine stufenlose Anpassung an beliebige Stranggrößen möglich ist.
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Es is ferner bekannt (deutsche Patentschrift 670 346), Änderungen
des Strangquerschnittes zu messen, indem man den Strang durch eine Fühlvorrichtung
laufen läßt, die aus zwei Fühlern besteht, die sich unter einstellbarer Federspannung
an den Strang anlegen. Eine solche Vorrichtung ist jedoch als Strangführung nicht
brauchbar, da eine Strangführung im allgemeinen keinerlei Druck auf den Strang ausüben
soll.
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Nach der Erfindung ist daher die Vorrichtung zum Führen eines fortlaufenden
Zigaretten- oder ähnlichen Stranges mit mindestens einem einstellbaren Teil mit
einer Öffnung versehen, durch die der Strang hindurchgeht und die den Strang umschließt,
wobei der einstellbare Teil verformbar ist, um die Größe der Öffnung zu verändern,
etwa aus einem nachgiebigen, verformbaren Werkstoff besteht, und es ist eine Einrichtung
vorgesehen, durch die der einstellbare Teil verformt und dadurch die Größe seiner
Öffnung so verändert werden kann, daß sie der Größe des jeweils in der Maschine
hergestellten Stranges entspricht.
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Vorzugsweise kann der einstellbare Teil durch Änderung eines axial
zu seiner Öffnung auf ihn wirkenden Druckes unter gleichzeitiger Änderung der Größe
der Öffnung verformbar sein und die Einrichtung zum Ändern der Größe der Öffnung
kann dabei aus mindestens einem, z. B. durch Verdrehen in einem Gewinde, auf den
einstellbaren Teil zu oder von diesem weg bewegbaren Glied bestehen.
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Auf diese Weise kann die Vorrichtung als stufenlos einstellbare Führung
für beliebige, nur geringfügig voneinander abweichende Stranggrößen innerhalb eines
bestimmten Bereiches dienen. Sie ist einfach einstellbar, z. B. auch während die
Strangherstellungsmaschine läuft, wenn etwa während des Maschinenlaufes der Strangquerschnitt
durch Einstellung anderer Maschinenteile eingestellt oder geändert wird.
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Zwei Ausführungsbeispiele der Erfindung werden nun an Hand der Zeichnungen
im einzelnen beschrieben, von denen F i g. 1 einen Schnitt durch die erste Ausführungsform,
F i g. 2 einen entsprechenden Schnitt durch die zweite Ausführungsform und F i g.
3 einen Schnitt entlang der Linie III-111 in F i g. 2 zeigt.
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Die Führung besteht aus einem rohrförmigen Teil 22, der an dem Block
101 festgeklemmt ist und an
seinem einen Ende ein Außengewinde 23
und an seinem anderen Ende einen ringförmigen Flansch 24 hat. Innerhalb des Teiles
22 sind zwei ringscheibenförmige, einstellbare Teile 25, 26 angeordnet, die aus
Siliciumgummi solcher Beschaffenheit hergestellt sind, daß sie durch Druck leicht
verformt werden können und hinreichend elastisch sind, um bei Nachlassen des Druckes
wieder ihre ursprüngliche Form anzunehmen. Diese verformbaren, nachgiebigen Teile
liegen in einem rohrförmigen Abstandsstück 27; axial außen liegen an ihnen zwei
Scheiben 28, 29 an, deren erstere auch am Flansch 24 anliegt.
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Die durch die inneren Umfangsflächen 30 der einstellbaren Teile 25,
26 bestimmten Auslaßöffnungen sind von geringerem Querschnitt als die freien Querschnitte
des Abstandsstückes 27, der Scheiben 28, 29 und des Flansches 24.
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Das Abstandsstück 27 hat eine breite äußere Umfangsnut 31, die durch
mehrere Bohrungen 32 mit dem Innern des Abstandsstückes 27 verbunden ist. Die Nut
31 ist ausgerichtet mit einem Loch 108 in dem Teil 22, so daß der Innenraum
des Abstandsstückes 27 mit einer druckempfindlichen Kammer in Verbindung steht.
Der Luftaustrittsquerschnitt aus der Kammer wird dabei durch den freien Querschnitt
zwischen dem Strang R und der inneren Umfangsfläche 30 der einstellbaren Teile 25,
26 gebildet. Änderungen des Strangquerschnittes sind daher als Druckänderungen meßbar.
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Der Führungskanal hat ferner ein bewegliches, rohrförmiges Glied 33,
das passend an dem Teil 22 gleiten kann und dessen innere Bohrung 34 sich nach außen
hin konisch erweitert. Eine am breiteren Ende des Gliedes 33 befestigte, mit Innengewinde
versehene Hülse 35 ist auf das Außengewinde 23 des Teiles 22 aufgeschraubt. Zwischen
der Scheibe 29 und der inneren Stirnfläche 37 des Gliedes 33 liegt ein Drucklager
36, das axialen Druck über die Scheibe 29 bzw. das Abstandsstück 27 auf die verformbaren,
nachgiebigen Teile 25, 26 überträgt, ohne jedoch eine schädliche Drehbewegung zu
übertragen, wenn das Glied 33 mittels der Hülse 35 weiter auf das Teil 22 aufgeschraubt
wird.
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Der gegen die die Auslaßöffnung bildenden, einstellbaren Teile 25,
26 ausgeübte Druck kann durch Verdrehen des Gliedes 33 gegenüber dem Teil 22 so
geändert werden, daß der Querschnitt der öffnung 30 geändert wird. Wenn das Glied
33 weiter auf den Teil 22 aufgeschraubt wird, so werden die verformbaren, nachgiebigen
Teile 25, 26 axial zusammengedrückt; sie dehnen sich infolgedessen radial nach innen
aus und ihr Innenquerschnitt verkleinert sich; wenn der axiale Druck durch Drehen
des Gliedes 33 in entgegengesetzter Richtung verringert wird, so dehnen sich die
Teile 25, 26 wieder ; axial aus, wobei ihr Innenquerschnitt sich wieder erweitert.
Der Querschnitt der Luftauslaßöffnungen aus der druckempfindlichen Kammer kann also
mittels der Hülse 35 eingestellt werden. Die beschriebene Vorrichtung kann bei dem
Ausführungsbeispiel dazu dienen, den Querschnitt der Luftauslaßöffnungen entsprechend
dem Querschnitt des Lufteinlasses zu ändern, in erster Linie jedoch dazu, den Querschnitt
der Luftauslaßöffnungen entsprechend dem Querschnitt eines zu prüfenden Stranges
einzustellen, um den Luftaustrittsquerschnitt für verschiedene Standardquerschnitte
konstant zu halten. Zur Einstellung der Vorrichtung kann ein »Standardstrang« des
jeweiligen Querschnitts aus Metall hergestellt werden; vorzugsweise sollte er aber
aus einem solchen Material bestehen, das leicht genug ist, um in der ausströmenden
Luft zu »schwimmen«. Wird ein solcher Standardstrang in den Kanal eingeführt, so
kann das Glied 33 mittels der Hülse 35 eingestellt werden, bis der Druck innerhalb
der druckempfindlichen Kammer den Sollwert angenommen hat.
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Wenn dagegen nicht Zigaretten mit vorbestimmtem Querschnitt hergestellt
werden sollen, sondern wenn der Querschnitt eines Stranges durch Versuche bestimmt
werden soll, so kann die Vorrichtung gemäß der Erfindung, während die Zigarettenmaschine
läuft, durch Verdrehen des Gliedes 33 eingestellt werden. Dies kann zweckmäßig sein,
wenn man den Querschnitt der Zigaretten vergrößern oder verringern will, um ihre
Dichte oder ihr Aussehen zu ändern.
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Die verformbaren und nachgiebigen, einstellbaren Teile 25, 26 werden
bei der Ausbildung gemäß der Erfindung beide gleichmäßig zusammengedrückt. Dies
ist wichtig, weil der Abstand zwischen dem Strang und diesen Teilen bei derartigen
Führungen klein sein soll. Wird der eine der Teile stärker zusammengedrückt als
der andere, so tritt leichter eine Störung auf, wenn der Strang vorübergehend einen
zu großen Querschnitt hat.
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Die beschriebene Vorrichtung erlaubt eine einfache, stufenlose Einstellung
auf verschiedene Strangquerschnitte innerhalb eines Bereiches, wobei die einzelnen
Querschnitte nur wenig voneinander abweichen und in keiner Beziehung zu irgendeinem
besonderen Standardquerschnitt stehen.
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Die Strangführungseinheit gemäß F i g. 2 und 3 besteht aus einem Gehäuse
151, das mit Augen 152 versehen ist, mit denen es an der Maschine befestigt werden
kann, und das eine zylindrische Bohrung 153 aufweist, die an dem einen Ende bei
154 eine Aussparung hat. Durch das Gehäuse geht eine Leitung 155 hindurch, deren
eines Ende mit einem einen Lufteinlaß bildenden Loch 156 in Verbindung steht und
deren anderes Ende mit einem Loch 157 (F i g. 3) verbunden ist, das nach der Bohrung
153
führt. Eine kleine Aussparung 158 nimmt einen mit einer mittleren Bohrung
versehenen Verschlußring 159 auf, der mittels Schrauben 160 an dem
Gehäuse 151 befestigt ist (F i g. 3) und das offene Ende der Leitung 155 (F i g.
2) abschließt. Das Loch 156 geht durch eine Büchse 161 an dem Gehäuse hindurch und
ist mit Innengewinde versehen, das auf das eine Ende eines mit Gewinde versehenen
Rohres 162 aufschraubbar ist, durch das eine Verbindung mit weiteren Einheiten hergestellt
werden kann.
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In der Bohrung 153 des Gehäuses 151 sind zwei die Luftauslaßöffnungen
bildende, einstellbare Teile 163, 164 aus Siliciumgummi vorgesehen. Zwischen diesen
liegt ein rohrförmiges Abstandsstück 165. Der Teil 163 wird durch eine Druckscheibe
166 gegen das Abstandsstück gehalten, während Teil 164 zwischen dem Abstandsstück
und dem Abschlußring 159 liegt.
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Das Abstandsstück 165 hat eine äußere Umfangsnut 167, von der aus
sich mehrere Bohrungen 168
nach der Innenfläche des Abstandsstückes erstrecken.
Die Nut 167 liegt ausgerichtet mit dem Loch 157 (F i g. 3), so daß der Innenraum
des Abstandsstückes
und infolgedessen auch die Bohrung 153 über
das Loch 156, die Leitung 155, das Loch 157, die Nut 167 und die Bohrungen 168 mit
dem Lufteinlaßrohr 162 in Verbindung steht.
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Wie auch aus F i g. 2 ersichtlich, sind die freien inneren Querschnitte
der Teile 163,164 etwas kleiner als die freien inneren Querschnitte des Abstandsstückes
165 und des Verschlußringes 159. Die Bohrung der Druckscheibe 166 ist nach dem Teil
163 zu konisch verkleinert, so daß sie den durch die Führung hindurchgehenden Zigarettenstrang
leitet.
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Ein ringförmiges Glied 169 mit sich nach außen konisch erweiternder
Bohrung greift in die Bohrung 153 ein und hat einen mit Außengewinde versehenen
Flansch 171, der in eine mit Innengewinde versehene Aussparung 154 eingeschraubt
werden kann, so daß das Glied 169 an dem Gehäuse 151 gehalten wird und gegenüber
den einstellbaren Teilen 163,164 axial bewegbar ist.
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In eine äußere Umfangsnut des Gliedes 169 ist ein Gummidichtungsring
174 eingesetzt. Eine das Gehäuse 151 durchdringende Stellschraube 176 faßt mit einem
Ansatz 177 in eine achsparallele Nut 178 in der Umfangsfläche der Druckscheibe 166,
um eine Drehung der letzteren zu verhindern, ihr aber eine axiale Bewegung zu gestatten.
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Die in F i g. 2 und 3 gezeigte Vorrichtung entspricht derjenigen nach
F i g. 1 bezüglich der Anordnung der Führung für den Zigarettenstrang R. Die durch
das Rohr 162 eintretende Luft strömt durch die Bohrungen 168 des Abstandsstückes
165
und entweicht zwischen Außenfläche des Stranges R und Innenflächen der
einstellbaren Teile 163, 164. Gemäß der Darstellung in F i g. 2 stehen die
Teile 163, 164 nicht unter Druck, und ihr innerer freier Querschnitt ist daher nur
wenig kleiner als der des Abstandsstückes 165 und des Abschlußringes 159. Durch
Drehung des rohrförmigen Gliedes 169 derart, daß dieses axial in Richtung auf die
Teile 163, 164 bewegt wird, werden letztere axial zusammengepreßt, und ihr innerer
freier Querschnitt wird verringert. Durch entgegengesetzte Drehung des Gliedes 169
wird ihr innerer freier Querschnitt wieder vergrößert. Eine Drehung der Druckscheibe
166 wird durch den Vorsprung 177 verhindert, so daß eine Beschädigung der einstellbaren
Teile 163, 164 vermieden wird.
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Die soeben beschriebene Einheit kann mit Hilfe des Lufteinlaßrohres
162 an eine beliebige Vorrichtung angeschlossen werden, durch die in der Menge der
an dem Zigarettenstrang vorbeigehenden, . austretenden Luft auftretende Schwankungen
gemessen und gegebenenfalls zu einer Druckmeßvorrichtung geleitet werden können,
durch die diese Schwankungen angezeigt werden.