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DE1179971B - Verformen von Stahl in einer Zieh- oder Pressmatrize - Google Patents

Verformen von Stahl in einer Zieh- oder Pressmatrize

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Publication number
DE1179971B
DE1179971B DEL17649A DEL0017649A DE1179971B DE 1179971 B DE1179971 B DE 1179971B DE L17649 A DEL17649 A DE L17649A DE L0017649 A DEL0017649 A DE L0017649A DE 1179971 B DE1179971 B DE 1179971B
Authority
DE
Germany
Prior art keywords
steels
steel
temperature
edition
drawn
Prior art date
Legal status (The legal status is an assumption and is not a legal conclusion. Google has not performed a legal analysis and makes no representation as to the accuracy of the status listed.)
Pending
Application number
DEL17649A
Other languages
English (en)
Inventor
Elliot S Nachtman
Eldon B Moore
Current Assignee (The listed assignees may be inaccurate. Google has not performed a legal analysis and makes no representation or warranty as to the accuracy of the list.)
Lasalle Steel Co
Original Assignee
Lasalle Steel Co
Priority date (The priority date is an assumption and is not a legal conclusion. Google has not performed a legal analysis and makes no representation as to the accuracy of the date listed.)
Filing date
Publication date
Application filed by Lasalle Steel Co filed Critical Lasalle Steel Co
Priority to DEL17649A priority Critical patent/DE1179971B/de
Publication of DE1179971B publication Critical patent/DE1179971B/de
Pending legal-status Critical Current

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    • C22METALLURGY; FERROUS OR NON-FERROUS ALLOYS; TREATMENT OF ALLOYS OR NON-FERROUS METALS
    • C22CALLOYS
    • C22C38/00Ferrous alloys, e.g. steel alloys
    • C22C38/04Ferrous alloys, e.g. steel alloys containing manganese
    • CCHEMISTRY; METALLURGY
    • C21METALLURGY OF IRON
    • C21DMODIFYING THE PHYSICAL STRUCTURE OF FERROUS METALS; GENERAL DEVICES FOR HEAT TREATMENT OF FERROUS OR NON-FERROUS METALS OR ALLOYS; MAKING METAL MALLEABLE, e.g. BY DECARBURISATION OR TEMPERING
    • C21D7/00Modifying the physical properties of iron or steel by deformation
    • C21D7/02Modifying the physical properties of iron or steel by deformation by cold working
    • C21D7/10Modifying the physical properties of iron or steel by deformation by cold working of the whole cross-section, e.g. of concrete reinforcing bars
    • CCHEMISTRY; METALLURGY
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    • C22CALLOYS
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    • C22C38/02Ferrous alloys, e.g. steel alloys containing silicon
    • CCHEMISTRY; METALLURGY
    • C21METALLURGY OF IRON
    • C21DMODIFYING THE PHYSICAL STRUCTURE OF FERROUS METALS; GENERAL DEVICES FOR HEAT TREATMENT OF FERROUS OR NON-FERROUS METALS OR ALLOYS; MAKING METAL MALLEABLE, e.g. BY DECARBURISATION OR TEMPERING
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  • Chemical & Material Sciences (AREA)
  • Engineering & Computer Science (AREA)
  • Mechanical Engineering (AREA)
  • Materials Engineering (AREA)
  • Metallurgy (AREA)
  • Organic Chemistry (AREA)
  • Crystallography & Structural Chemistry (AREA)
  • Heat Treatment Of Steel (AREA)

Description

  • Verformen von Stahl in einer Zieh-oder Preßmatrize Die Erfindung betrifft ein Verfahren zum kontinuierlichen Verformen von heiß gewalzten Stählen durch Führen in Stangenform durch eine Zieh- oder Preßmatrize.
  • Es ist bekannt, Stähle kontinuierlich bei Temperaturen oberhalb von Raumtemperatur, aber unterhalb der unteren Umwandlungstemperatur zu verformen, doch hatte man bisher angenommen, daß beim plastischen Verformen bei erhöhten Temperaturen entweder die Zugfestigkeit oder die Verarbeitbarkeit des Materials abnimmt. In unerwarteter Weise wurde nun gefunden, daß beim vorliegenden Verfahren die sonst üblichen besonderen Verformungs- und Glühoperationen weggelassen werden können und das Verformen gegebenenfalls direkt anschließend an das Heißwalzen durchgeführt werden kann, wobei sich Stähle mit mechanischen Eigenschaften ergeben, die die Eigenschaften solcher Stähle übertreffen, die durch Kaltverarbeitung oder durch Kaltverarbeitung mit nachfolgender Entspannung oder nachfolgendem Spannungsausgleich hergestellt sind. Dieses Verfahren der plastischen Verformung bei erhöhten Temperaturen bringt dann besondere und unerwartete Vorteile mit sich, wenn dieses Verfahren auf Stähle angewandt wird, deren Zugfestigkeit durch das plastische Verformen bei erhöhten Temperaturen vergrößert wird. Die Verarbeitbarkeit der Stähle wird beim vorliegenden Verfahren vor allem dann verbessert, wenn das Verfahren auf Stähle mit geringem Kohlenstoffgehalt oder auf schwach legierte Kohlenstoff-Mangan-Stähle angewandt wird.
  • Die Erfindung besteht demzufolge in der Anwendung des Verfahrens zum kontinuierlichen Verformen von heiß gewalzten Stählen durch Führen in Stangenform durch eine Zieh- oder Preßmatrize bei gegenüber Raumtemperatur erhöhten Temperaturen, aber unterhalb der unteren Umwandlungstemperatur, auf Stähle, die a) Perlitgefüge in einer Grundmasse von freiem Ferrit aufweisen und die b) bei Verarbeitung bei erhöhter Temperatur im Gebiet zwischen 300 und 450°C Verformungsverfestigung ergeben sowie durch irgendeine Ausscheidungsart härten, wobei das Verformen in der Zieh- oder Preßmatrize zwischen 300 und 450°C vorgenommen wird.
  • Durch das vorliegende Verfahren werden Stähle mit Eigenschaften, wie sie bisher nur durch Anwendung anomal hoher Kaliberabnahmen und Entspannung, z. B. gemäß der USA.-Patentschrift 2 320 040 (Landi) erzielt wurden, in beträchtlich vereinfachter oder wirtschaftlicher Weise erhalten. Es ist gefunden worden, daß auf Grund der Temperatur und der Drücke, die durch die Ziehmatrize ausgeübt werden, eine solche Reaktion in dem Stahl entsteht, daß der Spannungsausgleich in Kombination mit der Entwicklung der beschriebenen Verbesserungen der physikalischen und mechanischen Eigenschaften auftritt.
  • Hinsichtlich der mechanischen Eigenschaften ist gefunden worden; ' daß es durch Ziehen bei erhöhten Temperaturen in dem definierten Bereich möglich ist, durch Anwendung normaler Kaliberabnahmen Festigkeitseigenschaften, Proportionalitätsgrenzen und eine Härte zu erzielen, die vergleichbar sind mit den entsprechenden von dem Landi-Patent erreichten, ohne eine nachfolgende Ofenbehandlung oder Spannungsausgleich zu erfordern. Bei anomal hohen Kaliberabnahmen, bei denen der Stahl auf einer erhöhte Temperatur erwärmt wird, werden erheblich verbesserte mechanische Eigenschaften erhalten. Dadurch wird es möglich, die teureren vergüteten Stähle oder Legierungsstähle durch leicht zugängliche nichtaustenitische Stähle zu ersetzen.
  • Diese unerwarteten und nicht vorauszusehenden Ergebnisse werden nur erzielt auf Grund a) der geeigneten Stahlzusammensetzung, b) der Temperatur der plastischen Verformung und c) des Grades der plastischen Verformung. Beispielsweise ist gefunden worden, daß beim Ziehen eines nichtaustenitischen Stahles, der innerhalb eines Temperaturbereichs von etwa 300 bis 450°C erwärmt wird, mit anomal hohen Kaliberabnahmen, äußerst hohe Zugfestigkeits- und Härtewerte erhalten werden können, falls die geeignete Temperatur für eine besondere Stahlzusammensetzung angewandt wird. Wenn ein Stahl auf eine Temperatur oberhalb des angegebenen Bereichs erwärmt wird, entsteht eine Verminderung der Zugfestigkeit und der Härte mit einer begleitenden Erhöhung der Dehnbarkeit.
  • Es wurde festgestellt, daß erfindungsgemäß durch geeignete Temperaturregelung neue und unerwartete Proportionalitäts- und Streckgrenzen in Stählen des nichtaustenitischen Typs entwickelt werden können, der eine Perlitstruktur in einer Grundmasse von freiem Ferrit hat. Dabei laufen Proportionalitäts- und Streckgrenze in vielen Beziehungen zueinander parallel. Es wurde gefunden, daß durch Erwärmung des Stahles auf eine Temperatur innerhalb des Bereiches von 300 bis 450°C überlegene Ergebnisse hinsichtlich der Proportionalitäts- und Streckgrenze erzielt werden und daß die Erwärmung des Stahles auf Temperaturen über oder unter dem definierten Bereich beim Ziehen die Fließ- oder Streckgrenze reduziert, aber gleichzeitig die Dehnbarkeit erhöht. Die Entwicklung solcher unerwarteter Eigenschaften der Fließ- und Proportionalitätsgrenze scheint von der Kaliberabnahme, der Temperatur, bei der die optimalen Eigenschaften erreicht werden, und von der Zusammensetzung des Stahles abhängig zu sein.
  • Die folgenden Beispiele dienen zur weiteren Erläuterung der Erfindung.
  • Beispiel 1 Stahlzusammensetzung 0,170/, Kohlenstoff; 0,750/, Mangan, 0,03 % Phosphor, 0,04% Schwefel, 0,080/, Siliziutri, 0,005 % Stickstoff.
  • Beispiel 2 Stahlzusammensetzung: 0,48"/, Kohlenstoff, 1,500/0 Mangan, 0,03 % Phosphor, 0,27% Schwefel, 0,30% Silizium, 0,05 % Stickstoff.
  • Verfahren Stahlstangen der obigen Zusammensetzungen, welche gemäß der üblichen Warmwalzpraxis erzeugt wurden, so daß sie eine normale Perlit- und Ferritstruktur haben, wurden durch eine Ziehmatrize vorgeschoben, um eine 19%ige Querschnittverminderung von 15,88-mm-Rundstangenmaterial zu erreichen. Eine Gruppe von Stangen wurde mit Schmiermittel auf der Oberfläche gezogen, aber ohne eine vorherige Erwärmung auf erhöhte Temperatur. Andere Stangen wurden durch dieselbe Matrize mit demselben Schmiermittel gezogen, aber für das Ziehen auf verschiedene erhöhte Temperaturen im Bereich bis zu ungefähr 566°C erwärmt. Zugfestigkeit, Härte, Proportionalitäts- und Fließgrenze wurden jeweils bestimmt. Die Werte sind in den folgenden Tabellen aufgeführt.
    Tabelle 1
    Zugfestigkeit verschiedener Stähle,
    die bei verschiedenen Temperaturen
    mit 19%iger Querschnittverminderung gezogen sind
    Temperatur des Zugfestigkeit (kg/mm2)
    gezogenen Stahles Stahl des Stahl des
    (°C) Beispiels 1 I Beispiels 2
    23,9 62,60 94,20
    127 62,60 94,90
    210 66,80 103,60
    293 67,50 105,00
    365 71,70 104,30
    460 60,50 94,20
    557 50,60 85,80
    Tabelle 2
    Brinellhärte von verschiedenen Stählen,
    die bei verschiedenen Temperaturen
    mit 19%iger Querschnittverminderung gezogen sind
    Temperatur des Brinellhärte
    gezogenen Stahles Stahl des I Stahl des
    (° C) Beispiels 1 Beispiels 2
    23,9 174 250
    127 183 255
    210 197 280
    293 205 311
    365 200 295
    460 191 277
    557 140 245
    Tabelle 3
    Proportionalitätsgrenzen für verschiedene Stähle,
    die bei verschiedenen Temperaturen
    mit 19%iger Querschnittverminderung gezogen sind
    Temperatur des Proportionalitätsgrenzen (kg/mm')
    gezogenen Stahles Stahl des Stahl des
    (° C) Beispiels 1 Beispiels 2
    23,9 45,00 43,60
    127 45,00 59,80
    210 51,30 70,30
    293 56,20 75,20
    365 62,60 84,40
    460 57,00 79,70
    557 52,00 70,30
    Aus dem Obigen erkennt man, daß für Stangen, die mit einer 19%igen Querschnittverminderung innerhalb des Temperaturbereiches von 300 bis 450°C gezogen sind, die Zugfestigkeitseigenschaften, die Härte und die Proportionalitätsgrenze bei beträchtlich höheren Werten liegen als solche, die bei Temperaturen unterhalb und oberhalb des beschriebenen Bereichs gezogen sind, und daß zwischen Temperaturen von 300 und 450°C eine ausgeprägte Verbesserung in solchen Eigenschaften von Stählen mit Zusammensetzungen gemäß den Beispielen 1 und 2 erzielt wird.
  • Die Verbesserung in anderen mechanischen und physikalischen Eigenschaften, verbunden mit den Verbesserungen, die in den mechanischen Eigenschaften in der hier beschriebenen und beanspruchten Weise gewährleistet werden, sind in der folgenden Tabelle veranschaulicht, in der die Eigenschaften bei der angegebenen Kaliberabnahme und der gewählten Temperatur aufgezählt und in Vergleich mit Materialeigenschaften nach kaltem Ziehen bei Raumtemperatur gesetzt sind.
    Tabelle 4
    Eigenschaften eines Stahles, der bei verschiedenen
    Temperaturen mit einer 19%igen Querschnitt-
    verminderung gezogen worden ist
    Eigenschaften Stahl des Beispiels 1
    23,9°C 1 365°C
    Zugfestigkeit (kg/mm2) . . . . . . . . 62,60 71,70
    Streck- oder Fließgrenze
    (kg/mmz) .................. 61,90 71,10
    Proportionalitätsgrenze
    (kg/mm',) .................. 45,00 62,60
    Querschnittverminderung (0/0) . . 45 57
    Dehnung bei 5,08 cm Meßlänge
    (0/0) ....................... 10 12
    Verwerfungswert.............. -f-0,29 -0,21
    Oberflächenrauheit (Mikrozoll) . 45 15
    Brinellhärte .. .... ......... ... 175 I 200
    Aus dem Obigen erkennt man, daß Stähle, die mit 19%iger Querschnittverminderung bei erhöhter Temperatur innerhalb des beschriebenen Bereichs gezogen sind, wesentlich verbesserte mechanische und physika= lische Eigenschaften und verminderte Verwertungswerte durch das vorliegende Verfahren annehmen. Beispiel 3 Stahl des Beispiels 2 als 15,88-mm-Rundmaterial wurde auf verschiedene Temperaturen im Bereich von Raumtemperatur von ungefähr 23,9°C bis zu ungefähr 427°C in einem gasbeheizten Ofen erwärmt und durch eine Ziehmatrize gezogen, um Querschnittverminderungen von 12, 19 und 36 % zu bewirken. Die Werte der Zugfestigkeit, Härte und Proportionalitätsgrenze, die in der folgenden Tabelle 5 angegeben sind, zeigen deutlich, daß Verbesserungen der Festigkeit, der Proportionalitätsgrenze und der Härte in jedem Falle auftreten, wenn der Stahl bei einer Temperatur innerhalb des definierten Bereichs gezogen wird.
    Tabelle 5
    Die Tabelle vergleicht die Eigenschaften von Stahl im Hinblick auf Kaliberabnahme und Temperatur
    Kaliberabnahme Ziehtemperatur
    23,9°C , i 127°C I . 266°.G . I 365°C I 460°C
    Zugfestigkeit (kg/mm2)
    12% ........................... 92,10 89,30 97,60 102,00 94,20
    190/0........................... 94,20 94,90 105,00 104,30 94,20
    360/ 0 . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 105,00 106,40 112,70 - 104,30
    Brinellhärte
    120/0 ........................... 236 246 271 282 236 '-
    190/0 ........................... 250 255 311 295 245
    36% ........................... 285 283 313 307 277
    Proportionalitätsgrenze (kg/mm2)
    12% ........................... 48,70 46,90 76,60 71,00 60,50
    19% ........................... 43,60 59,80 75,20 84,40 70,30
    36% ........................... 54,80 71,70 103,60 95,60 85,80
    Bei der praktischen Ausführung der Erfindung hat es sich als möglich herausgestellt, bisher unerreichte Kombinationen mechanischer und physikalischer Eigenschaften gekoppelt mit der Entwicklung verbesserter Zerspanbarkeit zu erzielen, deren Größe von der Zusammensetzung des Stahles und von dem Zustand abhängt, in dem sich dessen Bestandteile während des Ziehvorgangs befinden. Einige der nichtaustenitischen Stähle scheinen gegen die Ziehtemperatur hinsichtlich ihrer Zerspanbarkeitskennwerte im wesentlichen unempfindlich zu sein, während wesentliche Verbesserungen der Zerspanbarkeit Stähle einer anderen Zusammensetzung ergeben, wenn sie innerhalb eines gut definierten Temperaturbereichs gezogen werden, so daß die metallurgische Behandlung der Stähle verbessert und der Stahl leichter dem Verwendungszweck angepaßt werden kann.
  • Es ist schwierig, die Beziehung zwischen Zerspanbarkeit, Zusammensetzung des Stahles, Ziehtemperatur und Kaliberabnahme exakt zu definieren. Vom praktischen Standpunkt wurde festgestellt, daß bei einigen Sorten nichtaustenitischer Stähle, die zwischen 0,10 und 0,50% Kohlenstoff enthalten, die Zerspanbarkeit des Stahles durch Ziehen bei Temperaturen in dem Bereich von 300 bis 450°C erhöht wird. Bei solchen Stählen ergeben sich sehr wesentliche und ausgeprägte Verbesserungen bei der Zerspanbarkeit in nicht rückgeschwefelten, schwefelarmen Stählen mit einem Kohlenstoffgehalt zwischen 0,10 und 0,25 0/0, wenn sie bei Temperaturen zwischen 300 und 450°C gezogen werden.
  • Bei Untersuchungen ergab es sich auch, daß bei nichtaustenitischen Stählen, die freies Ferrit enthalten, das zum Härten geeignet ist, wie beispielsweise Verformungsverfestigung oder Ausscheidungshärtung, unerwartete Verbesserungen der physikalischen Eigenschaften durch Behandlung bei Temperaturen erzielt werden, die in der Lage sind, das freie Ferrit zu härten. In Stählen, die wenig oder kein freies Ferrit in ihrer Struktur haben, scheint die Zerspanbarkeit im wesentlichen von der Ziehtemperatur unbeeinflußt zu sein. Andererseits zeigen nichtaustenitische Stähle, die wesentliche Mengen von freiem Ferrit enthalten, der als Einfluß des Ziehvorgangs gehärtet wird, ausgeprägte Verbesserungen bei der Zerspanbarkeit durch geeignete Regelung der Ziehtemperatur, d. h. bei Temperaturen zwischen 300 und 450`C bei nichtaustenitischen Stählen, die einen Kohlenstoffgehalt haben, der bevorzugt zwischen 0,10 und 0,20°/0 liegt.
  • Durch Verarbeitung der nichtaustenitischen Stähle bei erhöhten Temperaturen innerhalb des Bereichs von 300 bis 450°C ist es nicht nur möglich, bisher unerreichbare Festigkeiten, Proportionalitätsgrenzen und andere Verbesserungen der mechanischen und physikalischen Eigenschaften zu erreichen, sondern durch geeignete Wahl der Temperatur hat es sich auch als möglich erwiesen, auch wesentliche Verbesserungen der Zerspanbarkeit zu gewährleisten. Die Verbesserungen der Festigkeits- und Proportionalitätsgrenze können unter Verlust von Dehnbarkeit erhalten oder nicht erhalten werden, wie sie durch die Verarbeitungstemperatur bestimmt ist. Durch Verarbeitung bei erhöhten Temperaturen in der beschriebenen Art ist es auch möglich, Restspannungen auf so niedrige Werte zu vermindern, wie sie bisher durch die üblichen Ziehverfahren des Stahles mit nachfolgendem Spannungsausgleich erzielbar waren. Auf diese Weise ist es durch das hier beschriebene metallurgische Verfahren in einem einzigen Schritt möglich, viele Vorteile zu erreichen, die bisher mehrere Schritte erforderten. Innerhalb des Temperaturbereichs zum Ziehen können, um diese unerwarteten Verbesserungen der Zerspanbarkeit zu erreichen, die angewandten Spannungsbedingungen zu vorherrschender Wirkung gebracht werden, wodurch Druckkräfte in dem Oberflächenteil des gezogenen Stahles auftreten.

Claims (5)

  1. Patentansprüche: 1. Anwendung des Verfahrens zum kontinuierlichen Verformen von heiß gewalzten Stählen durch Führen in Stangenform durch eine Zieh- oder Preßmatrize bei gegenüber Raumtemperatur erhöhten Temperaturen, aber unterhalb der unteren Umwandlungstemperatur, auf Stähle, die a) Perlitgefüge in einer Grundmasse von freiem Ferrit aufweisen und die b) bei Verarbeitung bei erhöhter Temperatur im Gebiet zwischen 300 und 450°C Verformungsverfestigung ergeben sowie durch irgendeine Ausscheidungsart härten, wobei das Verformen in der Zieh- oder Preßmatrize zwischen 300 und 450°C vorgenommen wird.
  2. 2. Anwendung nach Anspruch 1 auf Stähle mit einem geringen Kohlenstoffgehalt von etwa 0,1 bis 0,5 °/o.
  3. 3. Anwendung nach Anspruch 1 oder 2 auf schwach legierte Kohlenstoff-Mangan-Stähle mit einem Gehalt weiterer Legierungsbestandteile von zusammen weniger als etwa 1 °/o. In Betracht gezogene Druckschriften: Deutsche Patentschriften Nr. 359 610, 881673; deutsche Patentanmeldung p 28695 VIa/18c (D) (bekanntgemacht am 28.2. 1952); französische Patentschrift Nr. 767 081; USA.-Patentschrift Nr. 2 320 040; G. S a c h s , »Praktische Metallkunde«, Bd. II, 1934, S.205; P. G o e r n e s , »Einführung in die Metallographieu, 7. und B. Auflage, Halle 1948, S. 397; H. B o r c h e r s , »Metallkunde (11)<4, Goeschen-Band Nr. 433, 1952, S. 118; F. R a p a t z , »Die Edelstähle«,
  4. 4. Ausgabe, 1951, S. 100; »Werkstoff Handbuch Stahl und Eisen«, 2. Auflage (Nachdruck 1944), Blatt T 31 (S. 1 und 7); D. K. B u 11 e n s , »Steel and its Heat Treatmentr, Bd. 1, 1948,
  5. 5. Ausgabe, S. 234.
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Citations (4)

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Publication number Priority date Publication date Assignee Title
DE359610C (de) * 1922-09-23 Oberschlesische Eisen Ind Akt Widerstandsmaterial
FR767081A (fr) * 1933-12-29 1934-07-09 Bethlehem Steel Corp Perfectionnement au traitement de tôles et analogues
US2320040A (en) * 1940-04-11 1943-05-25 Lasalle Steel Co Steel product and method for the manufacture thereof
DE881673C (de) * 1940-05-09 1953-08-10 Westfaelische Union A G Fuer E Verfahren zum Verarbeiten von Blechen, Baendern u. dgl. durch Tiefziehen

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