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Abkantpresse oder Schere mit auf mehrarmige Hebel wirkendem Hubzylinder
Es sind bereits Abkantpressen oder Scheren bekannt, deren Hubzylinder auf mehrarmige
Hebel wirkt, die mit dem Pressenbalken in Verbindung stehen. Die bekannten Pressen
dieser Art haben jedoch den Nachteil, daß das Gestänge, welches den Pressenbalken
mit dem Pressenständer verbindet, beim Arbeitshub auf Druck, d. h. auf Knickung,
beansprucht wird. Diesem Nachteil wird gemäß der Erfindung dadurch abgeholfen, daß
der auf die im Pressenständer schwenkbar gelagerten mehrarmigen Hebel wirkende Hubzylinder
in Unterfluranordnung vorgesehen ist und die mehrarmigen Hebel mit dem Pressenbalken
über Zugstangen verbunden sind. Durch diese Anordnung wird ermöglicht, daß die Stangen
und Hebel beim Arbeitshub auf Zug beansprucht werden, was gegenüber der bisherigen
Beanspruchung auf Knickung Vorteile bietet.
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Andere Vorteile der Erfindung sind aus der Beschreibung von drei Ausführungsformen
der erfindungsgemäßen Abkantpresse oder Schere ersichtlich. Es zeigt F i g. 1 die
schematische Teilansicht des hydraulisch betätigten Zuggestänges, F i g. 2 einen
teilweisen schematischen Querschnitt nach Linie II-1I der F i g. 1, F i g. 3 einen
Querschnitt nach Linie I11-III der Fig.1. F i g. 4 die teilweise schematische Seitenansicht
einer zweiten Ausführungsform des erfindungsgemäßen hydraulischen Zuggestänges,
das an einer anderen Ausführungsform einer Biegepresse verwendet wird, F i g. 5
die schematische Seitenteilansicht einer dritten Ausführungsform für den Antrieb
einer Blechschere, F i g. 6 einen teilweisen schematischen Querschnitt nach Linie
IV-IV der F i g. 5, F i g. 7 einen Querschnitt nach Linie VII-VII der F i g. 5 und
F i g. 8 einen Querschnitt nach Linie VIII-VIII der F i g. 5.
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In den verschiedenen Figuren sind die gleichen Bezugszeichen für jeweils
die gleichen Elemente verwendet.
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Die Abkantpresse gemäß den Figuren 1 bis 3 besteht aus dem feststehenden
Pressenständ'er 36 und dem Pressenbalken 37. Die Erfindung liegt darin, daß dem
Pressenbalken 37 eine senkrechte Aufwärts- und Abwärtsbewegung mit Hilfe eines einzigen
Hydraulikzylinders 19 mitgeteilt werden kann und die übertragung der Bewegung auf
den Pressenbalken 37 von den zwei Punkten 30 und 35 ausgehend erfolgt. Da diese
beiden Punkte mechanisch an einen einzigen Kolbenschaft 20 gebunden sind, kann keine
Querneigung des Pressenbalkens entstehen, der im übrigen in den Führungen 38 und
39 so geführt ist, daß er nur eine geradlinige Hubbewegung zum Pressenständer ausführt.
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Der Hubzylinder 17 ist an dem Pressenständer 36, der als Rahmen angesehen
werden kann, um einen festen Punkt 21 schwenkbar angeordnet. Der Kolbenschaft 20
ist bei 22 drehbar an dem mehrarmigen Hebel 23 angelenkt, der um eine feste Achse
24 drehbar ist. Ein zweiter mehrarmiger Hebel 25, der mit dem Hebel 23 durch
eine Stange 29 verbunden ist, ist um eine feste Achse 26 drehbar. Der Abstand der
Achsen 24 und 26 entspricht dem Abstand der Anlenkpunkte 27, 28 der Stange 29 bzw.
deren Länge und gleichzeitig dem Abstand der Angriffspunkte 30, 35 für die den Pressenbalken
37 bewegenden Zugstangen 31, 32. Während des Pressenhubes führen somit der Hebel
25 und der Hebel 23 die gleichen Schwenkbewegungen in bezug auf den Pressenständer
36 aus.
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Die Schwenkbewegung der Hebel 23, 25 wird durch die Zugstangen 31
und 32 auf den Pressenbalken übertragen, die in den Angriffspunkten 33 und 34 an
diesem angelenkt sind.
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Die in F i g. 4 gezeigte Vorrichtung ist eine Variante der in F i
g. 1 dargestellten Vorrichtung, die gleichfalls
für eine Biegepresse
vorgesehen ist. Die Punkte 1 und 11 der F i g. 4 entsprechen den Punkten 35 und
30 der F i g. 1.
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Die Vorrichtung gemäß F i g. 4 besteht aus einem Hubzylinder 17 und
einem in dem Hubzylinder gleitenden Kolben mit dem Kolbenschaft 18. Der Hubzylinder
17 ist am Pressenständer 36 schwenkbar angelenkt. Der Pressenständer 36 und der
Pressenbalken 37 sind in F i g. 4 nicht näher dargestellt. Die Hebel 12 und 13 sind
um die im Pressenständer festgelegten Drehachsen 2 und 9, der Hebel 16 um die Drehachse
5 schwenkbar.
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Die Bewegung des Kolbenschaftes 18 wird auf die mehrarmigen Hebel
12 und 13 vermittels des Hebels 16 und der Verbindungsstangen 14 und 15 übertragen.
Diese sind einesteils gelenkig bei 4 und 6 mit dem Hebel 16 und anderenteils gelenkig
mit den mehrarmigen Hebeln 12 und 13 bei 3 und 10 verbunden.
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Wenn der Schaft des Kolbens 18 aus dem Zylinder 17 tritt, d. h. sich
gemäß F i g. 4 nach rechts bewegt, so bewegt sich der Punkt 8, der dem Hebel 16
und dem Kolbenschaft 18 gemeinsam ist, in einem Kreisbogen mit 5 als Zentrum. Konzentrische
Kreisbögen werden durch die Punkte 4 und 6 beschrieben, in denen die Verbindungsstangen
14 und 15 angreifen, so daß die Anlenkpunkte 3 und 10 der Verbindungsstangen 14
und 15 an den mehrarmigen Hebeln 12 und 13 und auch die Anlenkpunkte 1, 11 der Zugstangen
eine Drehung im entgegengesetzten Sinne auf gleich großen Kreisbögen ausführen,
und zwar um die Achsen 2 und 9. Die Punkte 1 und 11 sind ebenso wie die Punkte 35
und 30 durch die Zugstangen 31, 32 mit den Punkten 33 und 34 des Pressenbalkens
37 verbunden.
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Die Größe der an den Punkten 8 und 22 angreifenden Kraft des Hubzylinders,
die zur Auslösung der Bewegung des Pressenbalkens 37 erforderlich ist, hängt außer
von der notwendigen Preßkraft von dem Verhältnis der verschiedenen Hebel zueinander
ab.
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Die Vorrichtung gemäß den F i g. 5 und 8 bezieht sich auf eine Blechschere.
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Die Blechschere besitzt in bekannter Weise zwei Pressenbalken 37 und
40. In einem der beiden Pressenbalken ist das obere Schermesser eingespannt, während
der andere Pressenbalken als Niederhalter dient. Der Pressenbalken 37 ebenso wie
der Pressenbalken 40 führen eine geradlinige Hubbewegung aus. Der Pressenbalken
40 wird z. B. direkt in Führungen 41, 42 des Pressenständers 36 geführt, während
der Pressenbalken 37 nicht direkt am Pressenständer 36, sondern in Führungen 43,
44 des Pressenbalkens 40 geführt wird.
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Die Hubbewegung des Pressenbalkens 37 wird z. B. durch den Hubzylinder
19 mittels des in F i g. 1 dargestellten Mechanismus hervorgerufen, während die
Hubbewegung des Pressenbalkens 40, ausgehend vom Hubzylinder 17, durch den in F
i g. 4 dargestellten Mechanismus erfolgt.