-
Schnellhefter für gelochtes Schriftgut Die Erfindung bezieht sich
auf einen Schnellhefter für gelochtes Schriftgut mit mindestens einer Aufreihvorrichtung
aus zwei quer zum Heftrand des Schriftgutes umlegbaren und an einem Innenfalz angeordneten
sowie an einem anderen Innenfalz geführten, elastisch biegsamen Aufreihzungen nach
Zusatzpatent 1153 722, wobei die Innenfalze von den die Aufreihvorrichtung
tragenden und führenden Falzschenkeln eines im Querschnitt U-förmigen sowie als
Hefteinlage dienenden Falzstreifens gebildet sind, welcher an einem Falzschenkel
zum reibungsschlüssigen Führen der umgelegten, am anderen Falzschenkel angeordneten
Aufreihzungen einen mit Kanälen für die Aufreihzungen versehenen Klemmstreifen aufweist.
-
Bei diesem Schnellhefter mit den oben erläuterten Merkmalen ist die
außen am Rücken beschriftete Hefteinlage an einem den Briefordnern entsprechenden
flachen, die Umschlagdeckel verbindenden Rücken auswechselbar verriegelt, um in
einfachster Weise den abgeschlossenen Schriftgutstapel gleich beschriftet und ohne
den Umschlag des Schnellhefters bzw. Briefordners in die Altablage geben zu können.
Der Umschlag wird alsdann zur Vervollständigung des Schnellhefters mit einer neuen
Hefteinlage versehen und weiterverwendet, so daß eine Registratur aus derartigen
Schnellheftern außerordentlich wirtschaftlich ist. Die Beschriftungen werden stets
nur einmal, und zwar außen am Rücken des Falzstreifens bzw. der Hefteinlage angebracht
und sind durch ein Fenster des Schnellhefterrückens hindurch sichtbar.
-
Die Einzelteile der Aufreihvorrichtung sind jedoch immer noch verhältnismäßig
aufwendig. Insbesondere der zweischenklige Klemmstreifen mit den Kanälen für die
Aufreihzungen erfordert durch seine Profilierung und durch die Art seiner Befestigung
am zugeordneten Falzschenkel der Hefteinlage mittels einer in den Werkstoff des
Falzschenkels eingreifenden Abbiegung hohe Herstellungskosten, die noch dadurch
vergrößert werden, wenn die Befestigung des Klemmstreifens durch nur in der Fabrik
durchführbares Nieten erfolgt. Die am Befestigungsende auf einer Scheibe stehenden
und im Abstand der Werkstoffdicke des Innenfalzes von dieser Scheibe mit zwei diametral
gegenüberliegenden Flügeln versehenen Aufreihzungen können zwar durch Eindrehen
in jeweils eine schlüsselIochartige Durchbrechung des Innenfalzes vom Benutzer des
Schnellhefters selbst am Innenfalz bzw. Falzschenkel angebracht und bei etwaigem
Bruch schnell ausgewechselt werden. Infolge der hohen Qualität des Kunststoffes
ist jedoch ein Brechen der Aufreihzungen nur ganz selten beobachtet worden. Das
Anbringen der mit Flügeln versehenen Aufreihzungen erfordert jedoch insbesondere
bei großen Mengen von Schnellheftern einen nicht unbeachtlichen Zeitaufwand, der
auch vom Verbraucher als eine Verteuerung des Schnellhefters bzw. des Falzstreifens
empfunden wird, zumal beim Eindrehen der Aufreihzungen eine gewisse Sorgfalt beobachtet
werden muß.
-
Es besteht daher die Aufgabe der Erfindung darin, den Schnellhefter
mit den eingangs im ersten Absatz erläuterten Merkmalen des Zusatzpatents
1153 722 so weiterzubilden, daß sämtliche Verbindungsstellen der Aufreihvorrichtung
einheitlich beschaffen sind und ohne besonderen Werkstoffaufwand fabrikatorisch
schnell und einfach hergestellt werden können.
-
Gemäß der Erfindung wird diese Aufgabe dadurch gelöst, daß jede Verbindungsstelle
zwischen einer Aufreihvorrichtung des Schnellhefters und den die Aufreihvorrichtung
tragenden Schnellhefterteilen, z. B. den Falzschenkeln der Hefteinlage bzw. den
Innenfalzen, von einer den Werkstoff des jeweils zugeordneten Schnellhefterteiles
durchsetzenden Schweißstelle gebildet ist, welche auf der von dem jeweiligen Einzelteil
der Aufreihvorrichtung abliegenden Seite des zugeordneten Schnellhefterteiles tellerartig
gestaltet ist.
-
Im einzelnen kann hierbei die Ausbildung so durchgeführt werden, daß
jeder aus Kunststoff bestehender Einzelteil (Aufreihzungen, Klemmstreifen) der Aufreihvorrichtung
an seiner vorgesehenen Befestigungsstelle einen den zugeordneten Schnellhefterteil,
z. B. einen Falzschenkel der Hefteinlage bzw. Innenfalz, durchsetzenden Zapfen aufweist,
dessen freies überstehendes Ende durch Wärmeeinwirkung zu einem Teller geformt wird.
Hierbei ist
der Zapfen jeder Auf reihzunge an einer die Aufreihzunge
tragenden Scheibe vorgesehen, die mitsamt dem Zapfen koaxial zur Längsmittelachse
der Aufreihzunge angeordnet werden. Um eine wirtschaftliche Herstellung zu gewährleisten,
ist der die umgelegten Aufreihzungen reibungsschlüssig führende Klemmstreifen einschenklig
ausgebildet und auf der einen, am zugeordneten Schnellhefterteil, z. B. Falzschenkel
bzw. Innenfalz, anliegenden Seite mit Zapfen sowie mit den nach dieser Seite offenen
Kanälen zum reibungsschlüssigen Führen der umgelegten Zungenenden versehen. Bei
einer bevorzugten Ausführungsform weist der Klemmstreifen über seine gesamte Länge
eine stets gleichbleibende Dicke auf und ist in der Umlegerichtung der Aufreihzungen
nach der vom zugeordneten Schnellhefterteil, z. B. Falzschenkel bzw. Innenfalz,
abgekehrten Seite so kanalartig durchgedrückt bzw. durchgewölbt, daß die umgelegten
Aufreihzungen in den Kanälen reibungsschlüssig geführt werden.
-
Durch diese Ausbildung der vollständig aus Kunststoff bestehenden
Aufreihvorrichtung ist es nicht nur möglich, die unter sich einheitlichen Verbindungsstellen
schnell und wirtschaftlich herzustellen, sondern auch die Einzelteile der Aufreihvorrichtung
in einfacher Weise zuverlässig mit Schnellhefterteilen aus einem artfremden Werkstoff
zu verbinden, obwohl sie hohen Beanspruchungen ausgesetzt sind.
-
Es ist zwar nicht mehr neu, Kunststoffteile mit einem artfremden Werkstoff
zu verbinden. Hierbei werden z. B. zwei Kunststoffteile durch eine Durchbrechung
des zwischen den Kunststoffteilen liegenden artfremden Werkstoffes hindurch miteinander
verschweißt. Hat dagegen der artfremde Werkstoff eine poröse Oberfläche, so kann
diese zum Verschweißen mit einem Kunststoffteil zuvor mit einer Polyvinylchloridlösung
getränkt werden. Bei geringen Festigkeitsbeanspruchungen der Schweißstelle ist es
mitunter auch ausreichend, den artfremden Werkstoff vor dem Verschweißen mit einem
Kunststoffteil aufzurauhen. Auch in der Karteitecknik werden z. B. zum Befestigen
von Kunststoffreitern auf Karteikarten aus einem artfremden Werkstoff derartige
Verfahren angewendet. Alle diese bekannten und schon lange angewendeten Verfahren
zum Verbinden von Kunststoffteilen mit einem artfremden Werkstoff geben jedoch keinen
Hinweis, wie eine stark beanspruchte Verbindungsstelle, z. B. die einer Aufreihzunge,
beschaffen sein muß, um auch dann eine hohe Festigkeit zu gewährleisten, wenn der
zu verbindende Kunststoffteil nur an einer Seite eines flächigen artfremden Werkstoffes
angeschweißt werden kann.
-
In der Zeichnung ist ein Ausführungsbeispiel des Erfindungsgegenstandes
dargestellt. Es zeigt F i g. 1 eine schaubildliche Draufsicht auf einen im Rücken
eines Schnellhefters verriegelbaren und als Hefteinlage ausgebildeten Falzstreifen
mit einer Aufreihvorrichtung, F i g. 2 einen Querschnitt durch die Hefteinlage nach
der Linie II-Il in F i g. 1, F i g. 3 eine schaubildliche Ansicht eines Klemmstreifens
mit zwei zum Führen der umgelegten Aufreihzungen dienenden Kanälen, F i g. 4 je
eine schaubildliche Ansicht von zwei elastisch biegsamen Aufreihzungen mit jeweils
einem voneinander verschiedenen Befestigungsende.
-
In Übereinstimmung mit dem Zusatzpatent 1 153 722 wird jeder auch
als Ordner verwendbare Schnellhefter von zwei Umschlagdeckeln gebildet, die über
Falzgelenke durch einen verhältnismäßig steifen und breiten Rücken miteinander verbunden
sind. Auf der Innenseite dieses Rückens sind symmetrisch zu dessen Quermitte zwei
oder mehr pilzartige Vorsprünge 0, Nocken od. dgl. vorgesehen, die zum Verriegeln
einer Hefteinlage 1 dienen. Hierzu hat die Hefteinlage zwei schlüssellochartige
Durchbrechungen 2, deren Schlitzkanten in Richtung zur kreisförmigen Lochung leicht
divergieren, um die Hefteinlage am Schaft der pilzartigen Vorsprünge 0 festklemmen
zu können.
-
Die Hefteinlage 1 wird von einem im Querschnitt U-förmigen Falzstreifen
vorwiegend aus Hartpappe, Preßspan, Karton od. dgl. gebildet, der vorzugsweise eine
dem Schnellhefterrücken entsprechende Länge und zwei Falzschenkel 3 und 4 von vorbestimmter
Breite aufweist. Diese sind durch einen die Durchbrechungen 2 aufweisenden Rücken
5 miteinander verbunden, dessen Breite etwa der Breite des zugeordneten Schnellhefterrückens
entspricht. Die beiden, an dem Rücken 5 der Hefteinlage angelenkten Falzschenkel
tragen mindestens eine Aufreihvorrichtung, wie eine solche auch bei dem Schnellhefter
nach dem Zusatzpatent 1 153 722 vorgesehen ist.
-
Jede Aufreihvorrichtung besteht aus zwei elastisch biegsamen Aufreihzungen
6 bzw. 7 und aus einem Klemmstreifen 8 mit zwei die umgelegten Aufreihzungen im
Zusammenwirken mit dem Falzschenkel 3 reibungsschlüssig führenden Kanälen
9 und 10. Für die Aufreihzungen wird ein zähelastischer Kunststoff
mit einer gewissen Oberflächenhärte und für den Klemmstreifen ein etwas härterer
Kunststoff verwendet. Erfindungsgemäß ist jede Aufreihzunge 6 bzw. 7 auf einer Scheibe
il stehend angeordnet, die auf der gegenüberliegenden Stirnfläche einen Zapfen
12 aufweist. Dieser kann einen der Aufreihzunge entsprechenden Querschnitt
haben oder auch zylindrisch ausgebildet sein. Die Längsmittelachse der Aufreihzunge
6 bzw. 7 ist zugleich Längsmittelachse der zugeordneten Scheibe 11 und des
dazugehörigen Zapfens 12.
-
In dem einen Falzschenkel 4 des im Querschnitt U-förmigen Falzstreifens
1 ist für jede Auf reihzunge 6
bzw. 7 im gegenseitigen, dem Lochabstand
des aufzureihenden Schriftgutes entsprechenden Abstand eine der Querschnittsform
des Zapfens 12 entsprechende Durchbrechung vorgesehen, aus welcher der Zapfen
auf der gegenüberliegenden Seite mit einer solchen Länge herausragt, daß das herausragende
Ende unter Einwirkung von Wärme zu einem Teller 13 verschweißt bzw. verformt werden
kann. Dadurch ist es möglich, jede Aufreihzunge aus Kunststoff fest und zuverlässig
in dem gegenüber der Aufreihzunge artfremden Werkstoff des Schnellhefters zu verankern,
der im Bereich der Befestigungsstelle einer Aufreihzunge zwischen der Scheibe
11 dieser Aufreihzunge und dem durch Wärme- bzw. Hitzeeinwirkung, z. B. durch
Schweißen, gebildeten Teller 13 fest eingeschlossen ist. Selbstverständlich können
auf diese Weise auch die Aufreihzungen aus Kunststoff in den üblichen Schnellheftern
befestigt und bei fehlendem Innenfalz auch unmittelbar in den Rückendeckel des Schnellhefters
eingeschweißt werden.
-
Der zweite, zungenfreie Falzschenkel 3 dient zur Aufnahme des aus
Kunststoff bestehenden einschenkligen Klemmstreifens 8, der über seine ge-
Samte
Länge eine gleichbleibende Dicke und in der Umlegerichtung der Aufreihzungen 6 bzw.
7 für jede Aufreihzunge einen Kanal 9 bzw. 10 aufweist. Die auf der Unterseite offenen
Kanäle werden durch Herausdrücken bzw. Durchwölben des Klemmstreifens gebildet und
haben einen solchen lichten Querschnitt, daß bei aufliegenden Klemmstreifen jede
umgelegte Aufreihzunge praktisch spielfrei und nur unter Reibung verschoben werden
kann. Jede Einmündungsstelle 14 eines Kanals ist gegenüber der benachbarten Längsseite
des Klemmstreifens etwas zurückgesetzt, wobei die Seitenkanten nach außen divergieren
bzw. trichterförmig auseinanderlaufen können, um das Einstecken der zugeordneten
Aufreihzunge zu erleichtern. Auf der die offene Breitseite der Kanäle 9 und 10 aufweisenden
Unterseite des Klemmstreifens sind weiterhin einige vorzugsweise zylindrische Zapfen
12 angeordnet, die den Zapfen 12 der Aufreihzungen 6 bzw. 7 entsprechen. Mittels
dieser Zapfen wird der Klemmstreifen 8 an dem zungenfreien Falzschenkel 3 in gleicher
Weise wie die Aufreihzungen an dem Falzschenkel 4 befestigt. Da die hierbei durch
Wärmeeinwirkung gebildeten Teller 13 verhältnismäßig dünn und gewölbt ausgeführt
werden können, so eignet sich diese Befestigungsart auch für die Anbringung des
Klemmstreifens in Schnellheftern ohne Hefteinlage und Innenfalz, wobei dann der
Klemmstreifen unmittelbar vom Vorderdeckel aufgenommen wird.