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Verfahren und Vorrichtung zum Bilden eines Tabakfüllstromes Die Erfindung
betrifft zunächst ein Verfahren zum Bilden eines Tabakfüllstromes für Zigaretten
od. dgl., bei dem der zum Zigarettenstrang zu verformende Tabakstrom egalisiert
wird und er während des Förderns mittels ihn quer zu seiner Förderrichtung durchdringender
Saugluft gehalten wird. Das Egalisieren des Tabakstromes erfolgt bekanntlich zum
Zweck des Herstellens von Zigaretten möglichst gleichbleibenden Gewichts, indem
die Tabakmengen im Tabakstrom laufend geprüft werden und je nach gemessener Menge
die Höhenlage der Egalisierebene verändert wird, so daß mehr oder weniger Tabak
von der Oberfläche des Tabakstromes abgenommen wird.
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Bei auftretenden Ungleichmäßigkeiten im Tabakstrom, etwa durch unterschiedliche
Menge oder Kondition, ändert sich nun aber der Luft-Durchströmwiderstand des Tabakstromes.
Dadurch wird der Tabak durch die Saugluft mehr oder weniger zusammengedrückt, wodurch
sich seine Dichte verändert. Es ist somit schwierig, mittels Dosierung nach Volumen
ein gleichbleibendes Gewicht der Zigaretten zu erreichen.
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Aus diesem Grunde muß der Unterdruck der Saugluft fortlaufend geprüft
werden, und nach der Erfindung ist vorgesehen, daß der Unterdruck der Saugluft in
beim pneumatischen Fördern bekannter Weise derart gesteuert wird, daß er konstant
bleibt.
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Dieses Steuern ist mit dem Steuern der Luft in pneumatischen Förderrohren
nicht vergleichbar. Denn bei dem pneumatischen Fördern in Rohrleitungen dient die
Luft als Träger- und Fördermittel für das Fördergut. Demgegenüber dient beim Bilden
eines Tabakfüllstromes in einer Zigarettenstrangmaschine die Saugluft lediglich
zum Festhaften des frei auf der Fördervorrichtung liegenden Tabakstromes.
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Daß die Saugluft hierbei zwei verschiedenartigen Zwecken dient, ergibt
sich aus ihren völlig unterschiedlichen Wirkungen auf den Tabak. Denn wenn sich
in pneumatischen Rohrförderleitungen die Saugluft beispielsweise verstärkt, wird
die Fördergeschwindigkeit des Tabaks erhöht. Verstärkt sich jedoch die Saugluft
beim Bilden eines Tabakfüllstromes, so wird hierdurch die Dichte des Füllstromes
vergrößert.
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Hinzu kommt, daß der durch Saugluft festgehaltene Tabakstrom durch
Egalisieren zur Herstellung von Zigaretten möglichst gleichbleibenden Gewichtes
auf ein gleichbleibendes Volumen gebracht wird, was jedoch wiederum eine gleichbleibende
Dichte im Tabakstrom erfordert. Eine gleichbleibendeDichte im Tabakstrom ist jedoch
nur dann vorhanden, wenn die Saugluft einen konstanten Unterdruck hat.
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Eine Vorrichtung zum Ausüben des Verfahrens nach der Erfindung besteht
in bekannter Weise aus einem Saugförderer, etwa einer Saugförderscheibe für den
Tabakstrom, einer an deren Umfang angeordneten Egalisiervorrichtung und einer Nebenluftklappe
in der Saugleitung des Saugförderers und zeichnet sich dadurch aus, daß die Nebenluftklappe
mittels einer bekannten an die Saugleitung des Saugförderers angeschlossenen Unterdruckmeßvorrichtung
steuerbar ist.
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Derartige Unterdruckmeßvorrichtungen sind zum Konstanthalten des.
Unterdruckes in pneumatischen Förderleitungen insoweit bekannt, als sie dazu dienen,
eine stets gleichmäßige Belastung der Ventilatoren sicherzustellen. Man unterscheidet
dabei schnell und langsam reagierende sogenannte Konstanthalter. Beide können bei
der Vorrichtung zum Ausüben des Verfahrens gemäß der Erfindung verwendet werden.
Bei Verwendung eines langsam reagierenden : Konl stanthalters würden die Langzeitänderungen'
erfaßt werden. Diese treten etwa in Form von 1. zu großer, oder zu geringer Tabakzufuhr,
2. zu feuchten öder zu tröckerien Tabaks und 3. bei Veränderung der Schnittbreite
des Tabaks auf. Die Merkmale zu 1. und 2. ändern sich vergleichsweise langsam, das
Merkmal zu 3. kommt nur für Wechsel der Tabaksorte in Frage.
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Bei Verwendung des schnell reagierenden Kon.-stanthalters ist eine
erhebliche Beschleunigung des Einstellens des Unterdrucks der Saugluft auf einen
konstant zu haltenden vorgegebenen Wert möglich. Zur vollen Ausnutzung dieser Schnellregelung
ist es jedoch günstiger, den Unterdruck nicht in der Saugluftleitung zu messen,
sondern in einem Abzweig der Saugleitung, dessen Saugluft nur im Bereich der Egalisiervorrichtung
wirksam ist.
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Es hat sich in der Praxis gezeigt, daß durch Konstanthalten des Unterdrucks
die Gruppengewichte der Zigaretten in bedeutend engeren Grenzen liegen.
In
der Zeichnung ist ein Ausführungsbeispiel der Erfindung schematisch dargestellt.
Es zeigt: F i g. 1 eine Ansicht eines Teiles einer Strangzigarettenmaschine, zum
Teil im Schnitt und F i g. 2 eine Seitenansicht der Saugleitung aus Richtung des
Pfeiles A in F i g. 1, zum Teil im Schnitt.
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Eine mit 1 bezeichnete übliche Saugförderscheibe ist an ihrem Umfang
mit einer Saugnut 2 versehen. Der unter dem Siebboden 3 angeordnete Teil der Saugförderscheibe
1 ist durch Zwischenwände 4 in eine Vielzahl von Kammern 5 unterteilt. Die Zwischenwände
4 gleiten während des Drehens der Saugförderscheibe 1 an einem Steuerring 6 einer
mit dem Maschinengestell fest verbundenen Saugkammer 8 entlang. An die Saugkammer
8 ist eine Saugleitung 9 angeschlossen, die mit dem Ansaugstutzen eines nicht gezeichneten
Ventilators verbunden ist.
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Unter der Saugförderscheibe 1 ist ein Tabakförderband 19 angeordnet,
dessen Abgabeende den unteren Teil der Saugförderscheibe 1 teilweise umschlingt.
Im oberen Bereich der Saugförderscheibe 1 ist eine bekannte Egalisiervorrichtung
10 angeordnet. Nahe dem oberen Scheitelpunkt der Saugförderscheibe 1 greift ein
Nutschaber 20 in die Saugnut 2 der Saugförderscheibe 1 ein. Der Nutschaber 20 endet
dicht angrenzend an einer Papierumlenkrolle 21 für das Zigarettenpapier 22, das
von einem Formatband 23 über Umlenkrolle 24 durch das Strangformwerk gezogen wird.
Zur Unterstützung der Übergabe des Tabaks von der Saugförderscheibe 1 an das Zigarettenpapier
22 ist ein Stahlbandfinger 25 oberhalb von Saugförderscheibe 1, Nutschaber
20, Papierumlenkrolle 21 und Umlenkrolle 24 angeordnet.
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In die Saugleitung 9 (s. F i g. 2) ist ein Stutzen 11 eingesetzt,
dessen Öffnung durch eine Nebenluftklappe 12 verschließbar ist. An die Nebenluftklappe
12 ist ein Verstellhebel13 angelenkt, der durch eine Verstellvorrichtung 14 betätigt
wird. Ein Druckfühler 15 ist über einen Zwischenstutzen 16 an die Saugleitung 9
angeschlossen. Der Druckfühler 15 ist auf den konstant zu haltenden Druck einstellbar
und über Steuerleitungen 17 und 18 mit der Verstellvorrichtung
14
verbunden.
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Arbeitsweise: Der von dem Tabakförderband 1.9 der Saugnut 2 der Saugförderscheibe
1 zugeführte Tabakstrom wird durch den in der Saugkammer 8 wirkenden Unterdruck
mit einer dem Unterdruck entsprechenden Dichte festgehalten. Der im Bereich der
Saugkammer 8 in der Nut 2 der Saugförderscheibe 1 befindliche Tabakstrom hat hierbei
einen sich ändernden Widerstand, der wiederum einen Einfluß auf den Wert des Unterdrucks
in der Saugkammer 8 und somit in der Saugleitung 9 ausübt. Da die Dichte des Tabaks
möglichst konstant gehalten werden soll, wird nun gemäß der Erfindung der Unterdruck
in der Saugleitung 9 von dem Druckfühler 15 geprüft und entsprechend diesem Prüfwert
die Nebenluftklappe 12 gesteuert. Diese Steuerung erfolgt derart, daß bei Unterschreiten
oder Überschreiten des vorgegebenen Wertes des Unterdrucks ein Steuersignal über
Leitungen 17 oder 18 in die Verstellvorrichtung 14 eingespeist wird. Die Verstellvorrichtung
14 formt dann diese Steuerwerte in eine Bewegung des Verstellhebels 13 um und steuert
die Nebenluftklappe 12 somit über den Verstellhebel13 im Sinne des Rückregelns des
Unterdrucks auf seinen eingestellten konstant zu haltenden Wert. Die Zeit, die für
diesen Vorgang benötigt wird, ist durch die Konstruktion des Druckfühlers bedingt.
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Da sich - wie bereits gesagt - die bei dem vorliegenden Vorgang zu
berücksichtigenden Faktoren nur langsam ändern, reicht bei der Vorrichtung des gezeigten
Ausführungsbeispiels ein langsam regelnder Konstanthalter aus.
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Der unter der Egalisiervorrichtung 10 hindurchlaufende Tabak hat bei
dem konstant gehaltenen Unterdruck eine gleichbleibende Dichte, und der egalisierte
Tabakstrom hat seine Sollmenge.