DE1176375B - Vorrichtung zur schmelzelektrolytischen Raffination von Reaktormetallen, insbesondere von Uran und Plutonium - Google Patents
Vorrichtung zur schmelzelektrolytischen Raffination von Reaktormetallen, insbesondere von Uran und PlutoniumInfo
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Description
DEUTSCHES
PATENTAMT
AUSLEGESCHRIFT
Internat. Kl.: C 22 d
Deutsche Kl.: 40 c-3/14
Nummer: 1176 375
Aktenzeichen: E 23520 VI a / 40 c
Anmeldetag: 13. September 1962
Auslegetag: 20. August 1964
Die Erfindung bezieht sich allgemein auf die schmelzelektrolytische Raffination von Reaktormetallen,
insbesondere von Uran und Plutonium, aus der Salzschmelze dieser Metalle. Außer den genannten
Metallen lassen sich auch Thorium und reine Konstruktionsmetalle, wie Zirkonium, Niob und
Beryllium, in der erfindungsgemäßen Vorrichtung elektrolytisch raffinieren. Der schmelzflüssige Elektrolyt
besteht aus den Halogensalzen dieser Metalle.
Eine spezielle Art der Metallraffination besteht darin, das Metall aus einer festen Elektrode zu gewinnen,
die elektrisch als Anode geschaltet ist und aus dem verunreinigten Metall besteht. Die Niederschlagselektrode
ist dann die Kathode, die entweder aus dem reinen Metall besteht oder mindestens damit
überzogen ist. Das Salzbad wirkt als normaler Elektrolyt. Da zwischen den Elektroden elektrisch
keine natürliche Potentialdifferenz besteht, muß die Elektrolyse durch eine äußere Spannungsquelle in
Gang gebracht werden. Das reine Metall wandert zur Kathode, die Verunreinigungen gehen in die Salzschmelze.
Die Erfindung ist speziell auf eine vorteilhafte Aus- und Weiterbildung der vorbeschriebenen Art
von elektrolytischer Raffination gerichtet.
Die Raffination mit reiner und unreiner Elektrode hat besonders günstige Anwendungen für Uran oder
Plutonium. Sie kann nämlich entweder zur Erzeugung reinen Urans aus dem halogenisierten unreinen
Karbid oder Oxyd oder zur Aufbereitung bestrahlter Brennstoffelemente mit den Spaltprodukten als Verunreinigungen
benutzt werden.
Die Schmelzflußelektrolyse stellt eine Reihe betrieblicher Probleme. Auf der chemisch-technologischen
Seite sind es vornehmlich der Schutz der Salzschmelze gegen Oxydation und Feuchtigkeitsaufnahme, der Schutz des Elektrolysegefäßes gegen
Korrosionsangriff der Schmelze und die Dendritenbildung an der Kathode bei der Anlagerung des abgeschiedenen
Metalls. Auf der baulichen Seite sind es die Beheizung des Elektrolyts und die apparative Zugänglichkeit
Es sind eine ganze Reihe von Einzelmaßnahmen zur Lösung dieser Probleme bekanntgeworden. Ständiges
Bespülen des Schmelzbades mit inertem Schutzgas soll die Oxydation der Schmelze verhindern.
Elektrolysegefäße aus Graphit unterliegen nicht der Korrosion durch die Salzschmelze. Mit flüssiger
Kathode umgeht man die Dendritenbildung. Aufheizung des Bades durch Induktion erspart separaten
Heizofen usw. Diese Maßnahmen haben sich zum Teil gut bewährt.
Vorrichtung zur schmelzelektrolytischen
Raffination von Reaktormetallen, insbesondere
von Uran und Plutonium
Raffination von Reaktormetallen, insbesondere
von Uran und Plutonium
Anmelder:
Europäische AtofBgemeinschaft (Euratom),
Brüssel
Vertreter:
Dipl.-Ing. R. Müller-Börner,
Berlin 33, Podbielskiallee 68,
und Dipl.-Ing. H.-H. Wey, München 22,
Patentanwälte
Als Erfinder benannt:
Joseph Gerard Wurm, Varese (Italien)
Man hat dabei insbesondere auch schon zwecks Vermeidung der Korrosion des außen von einer
Induktionsheizwicklung umgebenen Badbehälters einen porösen Innenbehälter vorgesehen, der aus
einem gegenüber der Badflüssigkeit, d. h. der die Metalle enthaltenden Salzschmelze, unangreifbaren
Werkstoff bestand und gegenüber dem Außenbehälter durch eine ebenfalls korrosionsfeste Zwischenlage
aus wärmeisolierendem Werkstoff abgeschirmt war, wobei drei unterschiedliche Zonen in der letzteren
gebildet werden sollten, deren eine das korrodierende Material in jeder Form enthielt. Dabei war aber die
Energieübertragung von der Induktionswicklung auf den eigentlichen Badinhalt des innersten Behälters
durch die zwischenliegenden Schichten beeinträchtigt oder eine Erstarrung in diesen nur mit übermäßigem
Energieverlust möglich.
Ziel der Erfindung ist es, die an sich bekannten Maßnahmen — mindestens wirkungsmäßig — nach
Möglichkeit zusammen in einer Raffinationsvorrichtung nutzbar zu machen.
Eine derartige Raffinationsvorrichtung ist erfindungsgemäß dadurch gekennzeichnet, daß das Elektrolysegefäß
— aus elektrisch leitendem Metall aufgebaut — konzentrisch im Reaktionsraum angeordnet
und zur Beheizung transformatorisch mit einer um den Reaktionsraum mit inerter Gasatmosphäre
geführten Hochfrequenz-Induktionswicklung verbunden ist, wozu das Gefäß als doppelwandiger, innengekühlter,
an sich bekannter Feldkonzentrator wirkungsmäßig entsprechend der Sekundärwicklung
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eines Transformators mit Radialschlitz und zentraler Bohrung ausgebildet ist, und daß in die Bohrung
ein über dem Elektrolytgefäßboden vorkragender Schmelztiegel aus feuerfestem Material eingesetzt ist,
der am Boden eine Schicht des Schmelzguts als Kathode und einen darin einmündenden Kathodenanschluß
aufweist, daß weiter in der Badzone peripher zum Schmelztiegel die Anode und der Anodenanschluß
angeordnet und der Reaktionsraum, vorzugsweise aus durchsichtigem Material wie Quarz
bestehend, an Hochvakuumpumpen angeschlossen ist. Durch die Kombination dieser Merkmale gelingt es,
optimale Betriebsbedingungen herzustellen. So wurde im Versuch Uran bei 1200 bis 1250" C erschmolzen,
was mit üblichen Elektrolysezellen und Außenheizung nahezu unmöglich ist.
Die Verwendung des Feldkonzentrators selbst, also der in besonderer Weise ausgebildeten Hochfrequenzinduktionsschleife,
als Elektrolysegefäß ermöglicht manschette 18 a, 19 einen Zwischenbehälter für diverse
Zwecke (Herausführung der Kühlleitungen, des Kathodenanschlusses, Anschluß von Meßleitungen
und Kontrollgeräten, Anschluß der Pumpen, Einbau einer Kühlfalle) und 20 den Diffusionspumpenteil.
Wie F i g. 1 deutlich zeigt, ist das Elektrolysegefäß
10 konzentrisch im Reaktionsraum 15 angeordnet und zur Beheizung transformatormäßig mit der HF-Induktionswicklung
11 verbunden. Einzelheiten seien
ίο nun an Hand der F i g. 2 und 3 erläutert.
Das Elektrolysegefäß 10 ist als doppelwandiger, innengekühlter Feldkonzentrator aus Kupfer mit Radialschlitz
10 α und zentraler Bohrung 10 b ausgebildet. Feldkonzentratoren sind wirkungsmäßig die Sekundärwicklung
eines Transformators (entsprechend der HF-Induktionsschleife) und haben bei Induktionsofenanlagen
die Aufgabe, das elektromagnetische Feld der Induktionsspule möglichst ungeschwächt und örtlich
konzentriert in die Achszone zu bringen. Im vor-
iiberhaupt erst die konzentrierte Einkopplung der 20 liegenden Fall wird Wert darauf gelegt, daß das Feld
elektrischen Schmelzenergie in die Schmelztiegelzone, also die Kathode. Die Innenkühlung des Konzentrators
gibt die Möglichkeit, die mit der Salzschmelze in Berührung stehenden Wände des Gefäßes
derart zu temperieren, daß sich eine Salzkruste ausbildet.
Der Fortfall des üblichen Ofens mit seinen porösen Keramikteilen bringt weiter den großen betrieblichen
Vorteil mit sich, daß die Anlage zu Beginn des Betriebes vollständig evakuiert werden kann, wodurch
jeglicher Sauerstoffangriff auf die Schmelze und das Schmelzgut verhindert wird. Die anschließende Beschichtung
des Reaktionsraumes mit inertem Schutzgas sichert dann den Schutz während des Betriebes.
Durch die Salzkruste wird ein idealer Korrosionsschutz für das Gefäß erzielt; und zwar ohne daß das
die Übertragung der Heizenergie in das Bad stört. Der Schmelztiegel aus feuerfestem Material (z. B.
Berylliumoxyd oder keramische Verbindstoffe mit BeO) gestattet die Verflüssigung der Kathode und ist
so zugleich Schmelz- und Sammelbecken für das abgeschiedene Reaktormetall. Damit ist das Dendritenproblem
beseitigt. Das Überkragen des Schmelztiegels bewirkt zusammen mit der peripheren Anordnung
der Anoden einen mechanischen Trenneffekt bezüglich der Verunreinigungen.
Die Zeichnung veranschaulicht schematisch ein Ausführungsbeispiel der Raffinationsvorrichtung, es
zeigt
F i g. 1 die Vorrichtung im Längsschnitt,
F i g. 2 den Elektrolyseteil, insbesondere den Feldkonzentrator der Vorrichtung im Längschnitt, vergrößert
herausgezeichnet,
Fig. 3 einen Waagerechtschnitt durch den Feldkonzentrator
nach F i g. 2 und
F i g. 4 den Elektrolyseteil gemäß F i g. 2, geschnitten in perspektivischer Ansicht.
In F i g. 1 bedeutet 10 das Elektrolysegefäß — zugleich der Feldkonzentrator —, 11 die HF-Indukan
der Peripherie der Bohrung 10 b konzentriert wird. Die hierzu nötige Stromführung im Konzentrator
wird durch den Radialschlitz 10 α erreicht, der im übrigen, damit das Gefäß dicht wird, mit korrosionsfester
und hitzebeständiger Isoliermasse 10 g auszementiert ist (F i g. 4). Den Verlauf des Stromes im
Konzentrator zeigt die gestrichelte Linie in Fig. 3.
Die Innenwand 10 c des Feldkonzentrators verläuft trichterförmig schräg. Sie ist mit der Salzkruste 10 d
bedeckt; Bezugszeichen 10 / bezeichnet das Salzbad selbst. Die Außenwand 10 e des Konzentrators ist
zylinderförmig und deckt die Induktionswicklung 11 genau ab. Der Konzentrationseffekt am Schmelztiegel
wird der Höhe nach dadurch erreicht, daß sich die Innenbohrung 10 b des Konzentrators nur über
das mögliche Niveau an Kathodenmaterial 13 b im Schmelztiegel 13 erstreckt.
Eine Besonderheit der Gesamtanordnung besteht noch darin, daß Schmelztiegel und Feldkonzentrator
am Boden bündig und eben abschließen. Der Zweck dieser Maßnahme besteht darin, nach unten keine
Feldstreuung, also Energieabstrahlung, zuzulassen. Es ist dann auch zweckmäßig, durch den nach unten
abgeschirmten Raum des Quarzrohres die Kühlmittelzu- und ableitung 12 a, 12 b sowie den Kathodenanschluß
14 an den Konzentrator und den Schmelztiegel zu verlegen. Das Kühlsystem des Feldkonzentrators
ist im übrigen auf die elektrischen Verhältnisse im Konzentrator abgestimmt, d. h., auch im
Kühlsystem wird ein ringförmiger Kurzschluß der Sekundärströme vermieden. Wie Fig. 3 zeigt, endet
der Krümmer 12 c des Kühlmitteleintrittrohres offen vor der Scheidewand 12 d des Konzentrators. Der
Pfeil / deutet die Strömungsumkehr des Kühlwassers an. Die Kühlung bewirkt außer der Salzkrustenbildung,
daß Feldkonzentrator und Reaktionsraum nur handwarm werden, was arbeitstechnisch von Vorteil
ist.
Wie erwähnt, ist in die Bohrung 10 b des Feldkon-
tionswicklung (Anschluß beispielsweise an 1,5 MHz- 60 zentrators der Schmelztiegel 13 eingesetzt. Er besteht
Generator von 5 kW Leistung), 12 das Kühlsystem
(Wasser) des Gefäßes bzw. des Konzentrators, 13 den
Schmelztiegel, der das Kathodenmaterial 13 b enthält, 14 die zugehörige Anschlußelektrode, 15 den
(Wasser) des Gefäßes bzw. des Konzentrators, 13 den
Schmelztiegel, der das Kathodenmaterial 13 b enthält, 14 die zugehörige Anschlußelektrode, 15 den
aus Berylliumoxyd und sitzt auf dem Trag- und Dichtungsflansch 21 aus keramischem Material auf.
Der Flansch ist mit Hilfe der Klemmen 22 am Feldkonzentrator befestigt. Mit seiner oberen Partie 13 a
Reaktionsraum, ein Quarzrohr, 16 das Anodensystem 65 kragt der Schmelztiegel über den Boden des Konzenmit
verstellbarer Haltestange 16 a, 17 eine Vakuum- trators vor und schafft so ein ringförmiges Sammelverschlußkappe
mit Dichtung am oberen Ende des becken an der Außenseite. In der Zone senkrecht Quarzrohres, 18 ein Anschlußflansch mit Dichtungs- über diesem Becken sind die Anoden 16 angeordnet.
Die radiale Versetzung der Anoden gegen die Kathode bewirkt so, daß die bei der Elektrolyse aus der
Anode ausgeschiedenen schweren unlöslichen Verunreinigungen (z. B. etwaige Edelmetalle) sich in dem
erwähnten Sammelbecken (Schlammbecken) absetzen.
Die Anoden bestehen aus dem verunreinigten, die Kathode aus dem gleichen, aber reinen Schmelzgut.
Zu Beginn des Elektrolysebetriebes liegt die Kathode als feste Bodenschicht 13 b im Schmelztiegel 13 vor.
Wie F i g. 2 zeigt, mündet in die Kathode die Anschlußelektrode
14 ein, die einen Kopf 14 α aus Wolfram besitzt und hohl ist. Sie wird wassergekühlt
und enthält demgemäß das Kühlmittelzuleitungsrohr 14 b. Die Elektrode dient mit den Kühlrohren 12 a,
12 b zugleich als Traggestänge des elektrolytischen Teiles und kann axial verstellt werden. Die Anschlußelektrode
14 kann auch separat aus dem Schmelztiegel 13 herausgezogen werden, womit eine Ausgießöffnung
zum Ablassen des gewonnenen reinen ao Metalls geschaffen wird.
Die Betriebsweise der Anlage ist folgende: Zum Anfahren wird der Reaktionsraum zunächst evakuiert.
Dann wird das Kühlsystem eingeschaltet. Das Elektrolysegefäß 10 c ist zunächst noch leer, nur
der Schmelztiegel 13 enthält eine Anfangscharge an reinem Schmelzgut 13 b in fester Form. In der Praxis
wird man als Charge eine Scheibe aus dem betreffenden Metall in den Tiegel einlegen. Darauf wird die Induktionsheizung
eingeschaltet und das Schmelzgut bis zum Schmelzpunkt der noch einzufüllenden Salzcharge
aufgeheizt. Ist dieser Schmelzpunkt erreicht, wird durch ein besonderes, in der Zeichnung nicht dargestelltes
Einfüllrohr die in geeigneter Weise vorbehandelte Salzcharge von oben in das Elektrolysegefäß
(aus dem Feldkonzentrator) eingegeben. Durch die von der noch festen Kathode abgegebene Wärme
wird das Salz allmählich unter entsprechender Volumenkontraktion geschmolzen. Zur Auffüllung des
verfügbaren Badvolumens wird noch ständig Salz nachgespeist, wobei gleichzeitig die Kathodentemperatur
bis zum Schmelzpunkt des Schmelzgutes gesteigert wird. Die induktive Beheizung einerseits und
der Kühldurchsatz andererseits sind bei dem geschilderten Anfahrvorgang und während der Elektrolyse
stets derart aufeinander abgestimmt, daß das Bad stets genügend flüssig ist und zugleich die erforderliche
Salzkruste an der Badwandung entsteht und erhalten bleibt.
Im vorliegenden Falle, d. h. bei einer Kathode aus Uranmetall und einem schmelzflüssigen Elektrolyten
aus Natriumchlorid, Kaliumchlorid und Urantrichlorid, liegt die Schmelztemperatur der Kathode bei etwa
1250° C und die des Elektrolyten bei etwa 750° C. Der Verflüssigungsvorgang und die Salzkrustenbildung
können durch das Quarzrohr leicht beobachtet werden.
Ist die Verflüssigung eingetreten, wird das elektrolytische System, d. h. der Gleichstromkreis, eingeschaltet
und der Raffinationsprozeß beginnt. Das bei der Auflösung der Anode etwa entstehende Gas,
bei bestrahlten Brennelementen das Spaltproduktgas, wird kontinuierlich abgepumpt. Es ist nicht ausgeschlossen,
daß während der Elektrolysevorgänge Alkalien, Erdalkalien und seltene Erden zum Teil
in die Kathode übertreten. Da jedoch die Kathodentemperatur in jedem Falle weit über dem Siedepunkt
der genannten Metalle liegt, werden die eingetretenen Spuren wieder ausgedampft und gehen in die Salzschmelze
zurück. Auf diese Weise wird das gewonnene Reaktormetall selbsttätig sehr rein gehalten.
Claims (7)
1. Vorrichtung zur schmelzelektrolytischen Raffination von Reaktormetallen, insbesondere
von Uran und Plutonium, wobei der Elektrolyt aus den zu Krustenbildungen führenden Halogensalzen
der Metalle, die Kathode aus dem reinen flüssigen Reaktormetall und die Anode aus dem
unreinen festen Metall bestehen, und wobei das Ganze von einem gasdichten Reaktionsraum umgeben
ist, dadurch gekennzeichnet, daß das Elektrolysegefäß (10) — aus elektrisch leitendem
Metall aufgebaut — konzentrisch im Reaktionsraum (15) angeordnet und zur Beheizung
transformatorisch mit einer um den Reaktionsraum (15) geführten Hochfrequenz-Induktionswicklung
(11) verbunden ist, wozu das Gefäß (10) als doppelwandiger, innengekühlter (12 a,
12 b), an sich bekannter Feldkonzentrator mit Radialschlitz (10 a) und zentraler Bohrung (10 b)
ausgebildet ist und daß in die Bohrung (10 b) ein über den Elektrolytgefäßboden vorkragender
Schmelztiegel (13) aus feuerfestem Werkstoff eingesetzt ist, der am Boden eine Schicht (13 ft)
reinen Schmelzgutes als Kathode und einen darin einmündenden Kathodenanschluß (14) aufweist,
daß weiter in der Badzone peripher zum Schmelztiegel (13) die Anode (16) und der
Anodenanschluß (16 α) angeordnet sind, und der vorzugsweise aus einem Quarzrohr bestehende
Reaktionsraum (15) an Hochvakuumpumpen angeschlossen ist.
2. Vorrichtung nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß die Innenwand (10 c) des FeIdkonzentrators
(10) zum Schmelztiegelkragen (13 a) hin trichterförmig schräg verläuft und in den
Radialschlitz (10 a) des Feldkonzentrators (10) feuerfestes Material (10 g) einzementiert ist
(Fig. 4).
3. Vorrichtung nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß Schmelztiegel (13) und Feldkonzentrator
(10) am Boden bündig und eben abschließen und daß durch den so begrenzten Raum unter den Böden die Kühlmittelzu- und
-ableitung (12 α, 12 b) sowie der Kathodenanschluß (14) an den Konzentrator (10) und den Schmelztiegel
(13) verlegt sind.
4. Vorrichtung nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß die Anoden in einen Kranz
starrer Stäbe (16) unterteilt sind, die von einem gemeinsamen Halter (16 α) aus längsverstellbar in
das Salzbad (10/) eintauchen.
5. Vorrichtung nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß der Reaktionsraum (15) als
zylindrisch senkrecht stehendes Quarzrohr ausgebildet ist, das oben eine Vakuumverschlußkappe
(17) für den Durchtritt des Anodenanschlusses (16 d) aufweist und unten über einen als Schleuse
wirkenden Anschlußflansch (18) mit Dichtungsmanschette (18 α) an einen quer zum Reaktionsraum (15) liegenden Zwischenbehälter (19) angeflanscht
ist, an dem auch die Vakuumpumpen (20) angeschlossen sind.
6. Vorrichtung nach Anspruch 5, dadurch gekennzeichnet, daß Feldkonzentrator (10) und
Schmelztiegel (13), zusammen oder letzterer getrennt davon, bis in den Zwischenzylinder (19)
zurückfahrbar sind.
7. Verfahren zum Betrieb der Vorrichtung nach Anspruch 1, gekennzeichnet durch einen
solchen Kühlmitteldurchfluß durch den Feldkonzentrator (10), daß sich an den von der Salzschmelze
(10 d) bedeckten Teilen (10 c) des Konzentrators (10) eine Kruste ausbildet.
In Betracht gezogene Druckschriften:
Britische Patentschrift Nr. 805 767.
Britische Patentschrift Nr. 805 767.
Hierzu 2 Blatt Zeichnungen
409 657/348 8.64 © Bundesdruckelei Berlin
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