-
Bogengreifer an bogenverarbeitenden Maschinen Die Erfindung bezieht
sich auf einen Bogengreifer an bogenverarbeitenden Maschinen, insbesondere in Druckmaschinen,
bestehend aus einem auf einer Greiferwelle befestigten mit einem Federfußpunkt und
einem Stützanschlag versehenen Haltestück und einem daran federnd befestigten auf
einer Greiferwelle drehbar gelagerten halbschalenförmig ausgearbeiteten Greifer.
-
Um eine einwandfreie passerhaltige Übergabe des Bogens beim Transport
des Bogens durch die Maschine zu erhalten, werden die verschiedensten Systeme von
Bogengreifern angewendet.
-
Bei den bekannten Bogengreifersystemen tritt oft das sogenannte »Schieben«
auf. Man versteht darunter eine geringe Verschiebung der Bogengreiferzunge zur Auflagefläche
des Bogengreifers. Das »Schieben« der Bogengreifer hat seine Ursache in einer funktionsunsicheren
Lagerung des Bogengreiferhebels.
-
Durch die schwingende Bewegung des Bogengreiferhebels entsteht eine
meist trockene Reibung zwischen Bogengreiferwelle und den Lagerholmen des Bogengreiferhebels.
Um ihre Wirkung abzuschwächen, ist ein relativ großes Spiel zwischen der Bogengreiferwelle
und den Lagerholmen erforderlich. Dieses Spiel ist die Ursache für das »Schieben«,
das aus den nicht beherrschten bzw. unkontrollierten Bewegungen des Bogengreiferhebels
während des Greifvorganges entsteht.
-
Um die Wirkung des »Schiebens« abzuschwächen, wurde bei verschiedenen
bekannten Bogengreifersystemen das Spiel dieser Lagerung möglichst gering gehalten
und die Gleitflächen des Bogengreiferhebels einerseits und die der Bogengreiferwelle
andererseits mit hochwertigen Lagerwerkstoffen belegt. Trotz dieser Maßnahme kann
nicht verhindert werden, daß auftretender Papierstaub, der durch die Bewegung des
Bogens aufgewirbelt wird, sowie Teilchen des zum Trocknen des bedruckten Bogens
angewendeten Bestäubungspuders in die Lagerung zwischen Bogengreiferhebel und -greiferwelle
gelangen und dort eine schmirgelnde Wirkung erzeugen, die das Spiel in dieser Lagerstelle
in relativ kurzer Zeit bis zur Funktionsuntauglichkeit vergrößert. Die Funktionsuntauglichkeit
bezieht sich hauptsächlich auf das »Schieben« des Bogengreifers, das durch das vergrößerte
Spiel ein schnelles Verschleißen der Greiferzunge zur Folge hat. Dieser Verschleiß
hat zur Folge, daß die abgenutzten Greiferhebel durch neue ersetzt werden müssen.
Um das Auswechseln rasch durchzuführen, sind Bogengreifer entwickelt worden, die
dies auf einfache Weise ermöglichen. Damit ist aber noch nicht die Ursache des »Schiebens«
erkannt und beseitigt.
-
Wie schon erwähnt, ensteht es durch das auftretende Lagerspiel. Das
»Schieben«, das durch dieses Lagerspiel infolge nicht beherrschter Bewegungen des
Bogengreiferhebels während des Greifvorganges entsteht, hat seine Ursache in den
Wechsel der Kraftrichtungskomponente an der Lagerung des Bogengreiferhebels, der
im Moment des Zugreifens entsteht.
-
Die bisher bekannten Greifer sind in diesem Moment entweder völlig
labil und »schwimmen«, oder sie führen eine Bewegung entweder in Richtung des Bogens
oder entgegengesetzt durch. Die Größe dieser Bewegung entspricht dem Lagerspiel
des Bogengreiferhebels.
-
Dieses »Schieben« ist bisher in der Druckpraxis nicht als schädlich
erkannt worden, da es sich für die Registerhaltigkeit beim Druckvorgang nicht unmittelbar
störend auswirkt, weil der Bogen im Moment des Zugreifens des einen Bogengreifersystems
von einem anderen Bogengxeifersystem noch festgehalten wird. Beim erstmaligen Erfassen
des Bogens in der Maschine hat das »Schieben« noch keinen schädlichen Einfluß auf
das Arbeitsergebnis.
-
Durch das »Radieren« der Bogengreiferzunge auf dem Bogen, was eine
Auswirkung des »Schiebens« darstellt, wird diese, auch wenn ihr Werkstoff sehr verschleißfest
ist, in kurzer Zeit blankgescheuert. Die blankgescheuerte Bogengreiferzunge hat
einen geringeren Reibungswiderstand und. ist daher für das Festhalten des Bogens
eine höhere Haltekraft erforderlich.
-
Es sind Bogengreifer in verschiedenen Ausführungen bekannt, bei denen
die Bogengreiferzunge oder die Greiferaufschlagfläche bzw. beide zur Erhöhung des
Reibungswiderstandes mit körnigen Belägen, mit Rillen oder durch Ätzung erzeugten
rasterartigen Oberfläche mit erhöhten Punkten, versehen ist.
Auch
diese Ausführungsarten sind, wenn der Bogengreiferhebel radiert, nur eine verhältnismäßig
kurze Zeit wirksam. Aus den geschilderten Mängeln ergibt sich die Aufgabe, die Lagerung
und Anordnung der Greiferteile und die Größe der auftretenden Kräfte so zu gestalten
bzw. die wirksame Richtung der Kräfte zu bestimmen, daß ein »Schieben« der Greiferzunge
nicht stattfinden kann.
-
Durch die Anordnung der Lagerung und der Greiferwelle ist ein Teil
dieser Aufgabenstellung erfüllt. Das schädliche Lagerspiel wird durch alle in eine
Richtung weisenden Waagerechtkomponenten ausgeschaltet.
-
Der andere Teil der Aufgabenstellung bezieht sich auf die Größe der
Kräfte. Die wirkenden Momente können sich unter Erfüllung der ersten Bedingung bei
entsprechender Hebelgestaltung so ergeben, daß zwar die Waagerechtkomponenten alle
in eine Richtung weisen, aber trotzdem eine schädliche Relativbewegung durch Pendeln
der Resultierenden beim Öffnen und Schließen des Greifers entsteht. Die Verwirklichung
des zweiten Teiles ist ohne den ersten Teil - alle Waagerechtkomponenten weisen
in eine Richtung - nicht möglich. Der wirksamere Effekt für die Praxis wird jedoch
erzielt, wenn eindeutig die resultierende Gegenkraft in ihrer Richtung bestimmt
ist. U.
-
Erfindungsgemäß wird dies durch einen in bekannter Weise auf der Greiferwelle
befestigten, mit einem Federfußpunkt und einem' Stützanschlag versehenen Haltestück
und einem halbschaJenförmig ausgearbeiteten Greifer, dessen eines Ende mit dem am
Haltestück befindlichen Federfußpunkt über eine Feder verbunden ist, während sich
das andere Ende bei geschlossenem Greifer.auf der Greiferauflage und bei offenem
Greifer auf dem Stützanschlag abstützt, dadurch erreicht, indem die Feder so angeordnet
und die Stützebene bzw. die Greiferauflagenfläche so geneigt ist, daß die waagerechten
Komponenten von Federkraft, Abstützkraft bzw. Auflagekraft bei geöffnetem und geschlossenem
Greifer in die gleiche Richtung weisen und dabei die Anlagefläche zwischen Greiferwelle
1 und Lagerholm 7 in der gleichen Lage bleibt.
-
Ein weiteres Merkmal der Erfindung ist die Anordnung der erwähnten
Teile des Bogengreifer, indem die Wirkungslinie der resultierenden Gegenkraft an
der Lagerstelle des Bogengreiferhebels so liegt, daß sie in jeder Bewegungsphase
die Richtung annähernd beibehält.
-
Eine weitere Ausführung der Erfindung ist ein Bogengreifer, dessen
Neigung der Fläche der Bogengreiferaufschlagzunge und die Neigung der Stützebene
am Haltestück gleich sind und die Wirkungslinie der Gegenkraft senkrecht liegt.
Dadurch nimmt die zur sicheren Lagebestimmung des Bogengreifers entscheidende resultierende
Komponente einen Maximalwert an, wobei die notwendige Federkraft relativ klein sein
kann.
-
Ein anderes Ausführungsbeispiel ist an einem Bogengreifer gegeben,
bei dem der Auflagepunkt des Bogengreiferhebels auf dem Haltestück, der mittlere
Auflagepunkt der Greiferzunge und der Angriffspunkt der Feder des Bogengreifers
auf einer Geraden liegen, die durch den Mittelpunkt der Lagerung des Bogengreiferhebels
verläuft. Dadurch faJlen die resultierenden Waagerechtkomponenten alle auf eine
Wirkungslinie, wodurch eine optimale statische Bestimmtheit des Bogengreifers gewährleistet
ist und die eingeleitete Federkraft relativ klein wird.
-
In den Zeichnungen sind Prinzipskizzen und ein Ausführungsbeispiel
schematisch dargestellt. Es zeigt F i g. 1 die Prinzipskizze eines Bogengreifers
in geschlossener Stellung und die dabei auftretenden Kraftwirkungen, F i g. 2 den
gleichen Greifer in geöffneter Stellung und die dabei auftretenden Kraftwirkungen,
F i g. 3 die Prinzipskizze eines Bogengreifers, bei dem die Angriffspunkte der Kräfte
alle auf einer Geraden liegen und die dabei auftretenden Kraftwirkungen, F i g.
4 ein Ausführungsbeispiel in Vorderansicht, F i g. 5 das Ausführungsb,-ispiel nach
F i g. 4 in Seitenansicht.
-
In den Zeichnungen ist mit 1 die Bogengreiferwelle bezeichnet, auf
der das Haltestück 2 befestigt ist, an dem der Bogengreiferhebel 3 durch die Bogengreiferfeder
4 zur Anlage an die Bogengreiferwelle gebracht wird. Die Anordnung der Stützebene
5 am Haltestück 2, der Bogengreiferzunge 6, der Lagerholme 7 des Bogengreiferhebels
3 und der Druckfeder 4 ist so gestaltet, daß die Wirkungslinie der resultierenden
Gegenkraft 8 an den Lagerholmen 7 in jeder Bewegungsphase des Bogengreiferhebels
3 unverändert bzw. nahezu unverändert schräg zur Mittellinie, die von Mitte Bogengreiferwelle
1 zur Mitte der Greiferzunge 6 verläuft, geneigt ist.
-
Die Wirkungslinie der resultierenden Gegenkraft 8 ist gemäß Schema
F i g. 1 und 2 so geneigt, daß an den Lagerholmen 7 des Greiferhebels 3 eine Waagerechtkomponente
9 einwirkt, die größer oder gleich der Waagerechtkomponente 10 an der Stützebene
5 des Haltestückes 2 ist und entgegen der Richtung zur Greiferzunge 6 gerichtet
ist. Die Waagerechtkomponente 9 ist ebenfalls größer oder gleich der Waagerechtkomponente
11, .die im geschlossenen Zustand des Bogengreiferhebels 3 an der Greiferzunge
6 wirkt und entgegen der Richtung zur Greiferzunge wirksam ist.
-
Dadurch ist erreicht, daß die Lagerholme 7 des Bogengreiferhebels
3 immer spielfrei mit der gleichen Berührungsstelle an der Greiferwelle
1 anliegen.
-
Um optimale Effekte der statischen Bestimmtheit des Bogengreiferhebels
3 zu gewährleisten, ist nach Ausführungsbeispiel gemäß der F i g. 3 die Fläche der
Greiferzunge 6 und die Fläche der Stützebene 5 parallel zueinander angeordnet, und
die Wirkungslinie 12 der Druckfeder 4 liegt senkrecht oder annähernd senkrecht dazu.
-
Um bei dieser Anordnung nach F i g. 3 die eingeleitete Federkraft
möglichst klein zu halten, ist die Lage der Greiferzunge 6, die Lage der Stützebene
5, der Angriffspunkt der Feder 4 so angeordnet, daß die Angriffspunkte aller wirksam
werdenden Kräfte auf einer Geraden 13 liegen, die durch den Mittelpunkt der Greiferwelle
1 verläuft und die Kraftrichtung 14
an der Greiferzunge und Kraftwirkung
15 an der Stützebene 5 sowie die Kraftrichtung 12 der Feder
4
möglichst die gleiche oder annähernd gleiche Richtung haben.
-
Zu dem im Ausführungsbeispiel dargestellten Bogengreifer gehören ferner
die an sich bekannten Befestigungsmittel, wie beispielsweise eine Schraube
16, die gleichzeitig das Haltestück 2 auf der Bogengreiferwelle 1
spannt und als Lager für die Druckfeder 4 dient. Mittels der Schraube 16, die mit
einer
Gegenmutter 17 gesichert ist, ist die Vorspannung der Feder
4 einstellbar.
-
Am Bogengreiferhebel3 ist in bekannter Weise eine einstellbare Anschlagschraube
19 angeordnet, die mit einer Gegenmutter 20 gesichert ist. Die Feder 4 wirkt mit
ihrer Kraft über ein an dem Bogengreiferhebel 3 einhängbares Lagerblech 18 auf den
Bogengreiferhebel3 ein und drückt die Anschlagschraube 19 gegen die Stützebene 5.
Beim Aufschlag der Greiferzunge 6 gegen den auf der Greiferaufschlagfläche liegenden
Bogen wird die Berührung der Anschlagschraube 19 mit der Stützebene 5 gelöst, wie
es in F i g. 1 dargestellt ist, und die Kraft 12 der Feder 4 wirkt als Anpreßdruck
14 auf die Greiferzunge 6.
-
Der Erfindungsgedanke beschränkt sich nicht auf das beschriebene Ausführungsbeispiel.
Der Bogengreifer kann auch mit anderen Mitteln so gestaltet werden, daß die resultierende
Gegenkraft 8 und die Waagerechtkomponenten 9, 10 und 11 in der gleichen
oder ähnlichen Weise wirksam sind, wie es in der Beschreibung dargelegt ist.