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Sicbmaschine mit einem oder mehreren nicht umlaufenden Rundsieben
Die Erfindung erstreckt sich auf eine Siebmaschine mit einem oder mehreren nicht
umlaufenden Rundsieben, die mittels eines gegenüber der Achse einer vertikalen Antriebswelle
geneigten Exzenterzapfens in eine aus der Horizontalen schwingende Taumelbewegung
versetzbar sind. Derartige Siebmaschinen besitzen in der Ausgestaltung mit einem
auf verschiedene Schiefstellungen einstellbaren Exzenterzapfen einen außerordentlich
großen Anwendungsbereich zum Sieben verschiedener Güter. Bei den Siebgütem mit guter
bis mittlerer Siebfähigkeit reicht die durch die Taumelbewegung allein erzielte
Selbstreinigung der Siebe aus, um ein Zusetzen der Siebflächen und damit ein Nachlassen
der Siebleistung auch im Dauerbetrieb zu verhindern. Wenn die Siebmaschine jedoch
züm Sieben von Materialien verwendet -,verden soll, die infolge der Form ihrer einzelnen
Bestandteile oder einer Neigung zum Zusammenballen zu einer Verstopfung der Siebe
führen, hat sich die zusätzliche Anwendung von besonderen, den Siebvorgang unterstützenden
Hilfseinrichtungen als notwendig erwiesen.
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Die Aufgabe der Erfindung besteht darin, einen möglichst einfachen
und betriebssicheren Antrieb für derartige zum Reinigen der Siebe bzw. der Siebraum-Innenflächen
dienenden Hilfseinrichtungen beliebiger Art zu schaffen. Diese Aufgabe ist erfindungsgemäß
im wesentlichen durch die Ausrüstung mit einem die Relativdrehung des Exzenterzapfens
gegenüber dem Siebboden in eine langsamere Drehbewegung umwandelnden Untersetzungsgetriebe,
dessen zum Exzenterzapfen gleichachsig angeordnete Abtriebswelle mit einem Träger
für beliebige, den Siebvorgang unterstützende und/oder zum Reinigen der Siebe bzw.
der Siebraum-Innenflächen dienende Hilfseinrichtungen wie Streich- oder Rollbürsten,
Ausblas- bzw. Absaugrohre für gasförmige oder flüssige Medien, elektrische Ladungsträger,
mechanische oder elektromagnetische Schwingangserzeuger od. dgl. drehfest verbindbar
ist, gelöst. Durch diese Ausgestaltung des Antriebes für die vorerwähnten Hilfseinrichtungen
aller Art kann die erforderliche Relativbewegung der Hilfseinrichtungen zu den Siebflächen
und den übrigen gegebenenfalls sauberzuhaltenden Maschinenteilen unter Einsparung
jedes zusätzlichen Antriebsmotors und komplizierter übertragungsteile erzeugt werden.
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Eine besonders vorteilhafte Ausführungsform der Erfindung besteht
darin, daß das Untersetzungs-"etriebe 0 als ein völlig gekapseltes zweistufiges
Stimradgetriebe ausgebildet ist, dessen Gehäuse mit der Siebschüssel und desen Eingangwelle
mit dem Ex-C zenterzapfen drehfest verbindbar sind. Diese Ausgestaltung des Untersetzungsgetriebes
schützt sowohl das Siebgut als auch sämtliche Elemente des Getriebes vor einer gegenseitigen
Berührung, trotzdem das Getriebe innerhalb des vom Siebgut durchflossenen Teiles
der Siehmaschine angeordnet ist. Ferner gestattet die Ausgestaltung des Untersetzungsgetriebes
als geschlossene Baueinheit einen einfachen nachträglichen Einbau des Antriebes
in bereits in Betrieb be-
findliche Siebmaschinen bzw. einen schnellen Austausch
für überholungs- und Ersatzzwecke.
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Es liegt ferner im Rahmen der Erfindung, daß die Abtriebswelle des
Untersetzungsgetriebes durch eines oder mehrere Rundsiebe hindurchragt und mit mehreren
übereinander angeordneten Trägem für den Siebvorgang unterstützende Hilfseinrichtungen
drehfest verbindbar ist. Durch diese Ausführungsform des Antriebes für die verschiedenen,
den Siebvorgang unterstützenden Hilfseinrichtungen läßt sich eine wirksame Reinigung
der Siebe und des Maschinen-Innenraumes auch bei mit mehreren übereinander angeordneten
Rundsieben ausgerüsteten Siebmaschinen erzielen.
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Weitere vorteilhafte Merkmale der Erfindung ergeben sich aus der Beschreibung
eines Ausführungsbeispieles an Hand der Zeichnung mit zwei Abbildungen. Von diesen
zeigen im einzelnen Fig. 1 eine Siebmaschine nach der Erfindung im Mittellängsschnitt,
F i g. 2 das zum Antrieb der Hilfseinrichtungen dienende Zwischengetriebe
in vergrößertem Maßstab ebenfalls im Längsschnitt.
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Die in der Zeichnung veranschaulichte Siebmaschine besteht im wesentlichen
aus den beiden Rundsieben 1 und 2, die zusammen mit einer Schüssel
3, den Distanzringen 4 und 5 sowie einer Abdeckhaube 6 auf
einem Exzenterzapfen 7 gelagert sind. Die Achse 8 des Exzenterzapfens
7 ist gegenüber der
Achse 9 der von einem Motor
10 über einen Keilriementrieb 11, 12, 13 in Drehung versetzbaren
Antriebswelle 14 um einen z. B. mit Hilfe eines Keiles 15 einstellbaren Schiefwinkel
geneigt, so daß der durch Federn 16 am Traglyestell 17 drehfest abgestützte
Siebaufbau bei umlaufender Antriebswelle 1.4 eine aus der Horizontalen schwingende
Taumelbewe-"ung macht. Das durch eine zentrale Einfüllöffnung in der Abdeckhaube
6 aufgegebene Siebgut wandert unter dem Einfluß der Taumelbewegung auf einzm
- vorzugsweise durch Führungen 18 bzw. 19 unterstützten
- spiralförmigen Weg zunächst über das obere Rundsieb 1. Hierbei fallen
feinere Bestandteile des Siebgutes durch das Rundsieb 1 hindurch und werden
durch einen trichterförmigen Zwischenboden 20 wiederum auf die Mitte des unteren
Rundsiebes aufgegeben, während der Cberlauf durch einen Auslaufstutzen 21 im Distanzring
5 abgezogen wird. Der überlauf des Rundsiebes 2 wird durch den Auslaufstutzen
22 im Distanzring 4 abgezogen, das durch das Rundsieb 2 hindurchtrete.ide Feingut
verläßt die Schüssel 3 durch den Auslaufstutzen 23.
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Um die Rundsiebe der beschriebenen Siebinaschinen auch beim Verarbeiten
von schwer siebbaren, d. h. zum Verstopfen neigenden Gütern funktionsfähig
zu erhalten, ist die Siebmaschine mit ein#-,i- den Gegenstand der vorliegenden Erfindung
bilcienden Reinigungsvorrichtung ausgerüstet. Diese besteht bei dem in F i
g. 1 dargestellten Ausführungsbeispiel aus Bürsten 24, 24', 25, 25',
die mit Hilfe federnder Arme 26, 26', 27, 27' gegen die Unterseiten der Rundsiebe
2 und 1 so angepreßt werden, daß sie beim Umlaufen um die Achse
8 die Sieböffnungen freilegen. Der Antrieb der Reinigungsvorrichtung erfolgt
über ein in F i g. 2 vergrößert dargestelltes zweistufiges Stimrad-Untersetzungsgetriebe
28, dessen Zahnradpaare 29, 30 und 31, 32 innerhalb eines zweiteiligen
geschlossenen Gehäuses 33. 34 angeordnet sind. Das Gehäuseunterteil
33 ist mit der Siebschiissel 3 durch Schrauben 35 drehfest
verbunden. Die mit dem Zahnrad 29 aus einem Stück bestehende Eingangswelle
36 des Untersetzungsgetriebes ist ihrerseits mit dem Exzenterzapfen
7 zu gemeinsamer Drehung gekuppelt. Auf der gleichachsig zur Eingangswelle
36 und zum Exzenterzapfen 7 angeordneten Abtriebswelle 37 des
Untersetzungsgetriebes 28 ist ein Träger 38 für die Gerätearine
26 und 27 angebracht. Mit Hilfe einer Abtriebswellen-Verlängerung
39, die durch eine öffnung 40 im unteren Rundsieb 2 hindurchragt, kann von
dem Untersetzungsgetriebe 28 auch die Reinigungsvorrichtung 24 bis
27' für das obere Rundsieb 1 mit angetrieben werden, wie in F i
g. 1 in unterbrochenen Strichen angedeutet ist. An Stelle der im Ausführungsbeispiel
dargestellten Reinigungs-Bürsten können im Rahmen der Erfindung auch beliebige andere,
den Siebvorgang unterstützende und/oder zum Reinigen der Siebe bzw. der Distanzring-Innenflächen
dienende an sich bekannte Hilfseinrichtungen wie z. B. Ausblas- bzw. Absaugleitungen
für gasförmige oder flüssige Medien, elektrische Ladungsträger, mechanische oder
elektromagnetische Schwingungserzcuger od. dgl. mit dem Untersetzungsgetriebe verbund.-n
werden.