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Spritzkopf zum kontinuierlichen Strangpressen von Hohlprofilen aus
thermoplastischen Kunststoffen Rohre oder auch andere Hohlprofile aus Kunststoff
zum Leitungsbau verschiedenster Art sind seit geraumer Zeit bekannt. In erster Linie
sind es die thermoplastischen Kunststoffe, die für eine Rohrfabrikation herangezogen
werden. Die Herstellung solcher aus thermoplastischen Kunststoffen bestehender Rohre
oder Halbprofile gestaltet sich unter Benutzung von Schneckenpressen verhältismäßig
einfach. Es wird hierbei ein gut plastifizierter und homogenisierter Kunststoff
mit hohem Druck durch eine dem gewünschten Profil entsprechende Ringdüse kontinuierlich
ausgepreßt. Derartige Ringdüsen bestehen aus einem hohlen Düsenmantel und einem
dem jeweiligen lichten Maß des Profils entsprechenden Kern bzw. Lochdorn. Dieser
Lochdorn ist mit mindestens einem, vorzugsweise jedoch mit mehreren meist symmetrisch
zur Querschnittsachse angeordneten Rippen oder Stegen versehen, die die Verbindung
mit dem Düsenmantel zur Halterung des Lochdornes herstellen. Der Düsenquerschnitt
und somit der Durchmesser des Lochdornes und der innere Durchmesser des Düsenmantels
sind dabei so bemessen, daß die durchfließende Kunststoffmasse einen dem jeweiligen
Profil entsprechenden Hohlkörper bildet.
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Durch die den Lochdorn haltenden Rippen oder Stege wird der Materialfluß
zwangläufig geteilt, und es muß dafür gesorgt werden, beispielsweise durch im Längsschnitt
gesehene wellenartige Verengungen und Erweiterungen des Düsenquerschnittes, daß
das Material hinter den Stegen wieder zusammenfließt und miteinander verschweißt.
Eine gewisse Fließnahtbildung ist aber unvermeidlich und beruht darauf, daß die
einzelnen Fasern bzw. Molekülketten des Materials sich bei dem Vorbeigleiten an
den Rippen oder Stegen gleichmäßig in Längsrichtung orientieren, so daß selbst nach
der später stattfindenden Verschweißung die sonst im Material übliche Vernetzung
oder Verästelung der Fasern bzw. Molekülketten unterbrochen ist. Die sa entstehenden
Spannungsschichten, auch Strukturen oder Texturen genannt, sind um so stärker, je-ungünstiger
die Viskositätsmerkmale und je länger die Molekülketten, d. h. je höher der K-Wert
des zu verarbeitenden Kunststoffes ist. Bei Kunststoffen mit besonders langen Molekülketten
können die Texturen bzw. Fließnahtbildungen so stark werden, daß regelrechte Einkerbungen
an dem Fertigstück zurückbleiben. Diese Erscheinungen (Texturen) bilden sowohl bei
der Formgebung bzw. der Konstruktion der Düse als auch bei den fertigen Formkörpern
ein ernstes Problem. Die Festigkeit der gebrauchsfertigen Formkörper wird durch
diese Texturen erheblich herabgesetzt. Bei Rohren oder anderen Hohlprofilen wirkt
sich diese Festigkeitsverminderung insbesondere auf die Berstdruckfestigkeit sehr
unangenehm aus, da das Rohr an den Stellen, wo die das Rohr bildende Kunststoffmasse
beim Fördern durch den Spritzkopf die Tragnppen oder Tragstege der Ringdüse umflossen
hat, Streifen mit verminderter Festigkeit aufweist. Stranggepreßte Kunststoffrohre
neigen daher dazu, bei gewissem Innendruck an diesen Stellen in Längsrichtung aufzuplatzen.
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Um die eben geschilderten, durch Texturen hervorgerufenen Nachteile
erträglicher zu gestalten, ist es bereits bekannt, die Kunststoffmasse mit einer
erheblich über ihrem Erweichungspunkt liegenden Temperatur der Düse zuzuführen,
wodurch hinter den den Lochdorn haltenden Rippen oder Stegen eine bessere Verschweißung
des Materials herbeigeführt werden soll.
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Des weiteren ist aus denselben Gründen bereits vorgeschlagen worden,
die Rippen oder Stege, mit denen der Lochdorn in seiner Stellung fixiert ist, durch
eine auf den Bereich der Rippen oder Stege örtlich begrenzte Wärmezufuhr zusätzlich
aufzuheizen, um zumindest in der Stegpartie die Plastifizierungstemperatur zu erhalten
und eine bevorzugte Abkühlung der Kunststoffmasse beim Umfließen der Tragrippen
oder Stege zu vermeiden. Eine solche zusätzliche Aufheizung kann sowohl durch eine
um den Düsenmantel herumliegende Ringheizung als auch durch im Inneren der Rippen
oder Stege angeordnete elektrische Heizelemente erfolgen.
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Derartige Maßnahmen können zwar das Verschweißen des Materials hinter
den Rippen oder Stegen unter Umständen begünstigen, aber die eigentliche Ursache
der Texturen bzw. Fließnahtbildungen,
nämlich die Materialorientierung
durch Reibungskräfte an den Rippen- oder Stegwänden, wird vollkommen unberücksichtigt
gelassen. Hinzu kommt, daß die Wärmekontrolle an den einzelnen Punkten, beispielsweise
den Rippen oder Stegen, technisch außerordentlich schwierig ist, so daß zu der Material-Orientierung
sehr leicht noch thermische Schädigungen der Kunststoffmasse hinzukommen können.
Diese Maßnahmen erbrachten also keinen befriedigenden Erfolg.
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Zur Beseitigung von Texturen bzw. Fließnähten bei stranggepreßten
Rohren ist ein Rohrspritzkopf bekannt, bei dem im Bereich zwischen den den Dorn
haltenden Stegen und dem Austrittsspalt der Düse in der Oberfläche des Dornes ein
Außengewinde und in die Innenfläche des Düsenmantels ein gegengängiges Innengewinde
eingeschnitten ist. Durch diese Gewindezüge wird beim Durchgang der Preßmasse durch
den Spritzkopf die Innenhaut des Schlauches beispielsweise nach rechts und die Außenhaut
nach links abgelenkt. Da aber die Förderung der Preßmasse auf Grund des von dem
Extruder aufgebauten Preßdruckes erfolgt, also durch rückwärtig angreifende Schubkräfte,
wird die Preßmasse bei ihrem Durchfluß durch den Spritzkopf immer den Weg des geringsten
Widerstandes wählen. Das heißt, daß all die im Querschnitt des Materialflusses gelegenen
Schichten, die nicht unmittelbar von den Gewindezügen erfaßt werden, in gerader
Richtung weiterströmen, wobei in diesen relativ dicken Schichten auch keine Beseitigung
der Fließnähte erfolgt.
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Die Fließnähte werden durch die Ablenkung der äußeren dünnen Grenzschichten
lediglich verwischt.
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Es sind ferner Verfahren sowie entsprechende Vorrichtungen bekannt,
die durch Erschütterungen des Massestranges beispielsweise durch Beschallung oder
mechanisch erzeugte Schwingungen die Beseitigung von Texturen bewirken. Derartige
Verfahren oder Vorrichtungen eignen sich aber nur bei der Verarbeitung von thixotrop
veranlagten Massen, wie beispielsweise keramische Massen, insbesondere Ton od. dgl.
deren Molekularaufbau sich aber grundlegend von dem der Kunststoffe unterscheidet.
Kunststoffe, insbesondere die zum Strangpressen geeignete Thermoplaste mit langen
Molekülketten, sind dagegen gegen Thixotropie unempfindlich. Außerdem kann durch
die auf einen Kunststoffstrang einwirkenden Erschütterungen, z. B. Ultraschall,
ein unkontrollierbarer Wärmeeffekt auftreten, der wiederum zu thermischen Schädigungen
des Kunststoffes führen kann.
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Schließlich sind zur Beseitigung von Texturen, insbesondere bei der
Verarbeitung von keramischen Massen noch gitter- oder siebartige Organe bekannt,
die unmittelbar vor den Düsenlippen innerhalb der Düse angeordnet sind und die gegebenenfalls
auch quer zur Vorschubrichtung des Massestranges in Schwingungen versetzt werden
können. Bei derartigen schwingenden Organen wird in der Masse ebenfalls ein thixotroper
Effekt hervorgerufen, und es treten bei der Verarbeitung von thermoplastischen Kunststoffen
die gleichen Nachteile auf wie bei den direkten thixotropen Verfahren. Feststehende
Gitter oder Siebe sind für die Kunststoffverarbeitung aber nur dann geeignet, wenn
der durch feststehende Gitter od. dgl. entstehende Druckaufbau in Kauf genommen
werden kann oder sogar erwünscht ist.
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Aufgabe der Erfindung ist es, die bei stranggepreßten Kunststofferzeugnissen
auftretenden Tex-
turen, die durch im Spritzkopf vorhandene, zur Halterung eines
Kernes oder Lochdornes dienender Rippen oder Stege hervorgerufen werden, so zu zerstören,
daß das Fertigprodukt aus einem innigen und gleichmäßigen Gefüge besteht.
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Die Erfindung bezieht sich somit auf einen Spritzkopf zum kontinuierlichen
Strangpressen von Hohlprofilen aus thermoplastischen Kunststoffen, bei dem der in
der Düse angeordnete Dorn von den zum Austrittsquerschnitt führenden Werkstoffzuführungskanal
durchsetzenden Stegen gehalten ist und bei dem im Bereich zwischen den den Dorn
haltenden Stegen und dem Austrittsquerschnitt der Düse bauliche Vorkehrungen zur
Beseitigung der durch die Dornhaltestege erzeugten Fließnähte getroffen sind.
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Der erfindungsgemäße Spritzkopf zeichnet sich gegenüber bekannten
Spritzköpfen dadurch aus, daß auf der zum Austrittsquerschnitt der Düse hin gelegenen
Seite der Dornhaltesteg und diesen unmittelbar benachbart in den Werkstoffzuführungskanal
hineinragende Rührwerkzeuge angeordnet sind und daß für die Rührwerkzeuge ein eigener
Antrieb vorgesehen ist.
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Durch diese Ausgestaltung des Spritzkopfes wird erreicht, daß die
durch Reibungskräfte an den Stegwänden molekular längsorientierten Materialschichten
(Texturen, Fließnähte) eine Durchmischung und damit nahezu vollkommene Homogenisierung
erfahren, wobei eine Vernetzung oder Verästelung der Molekülketten auch quer zur
Längsrichtung des Stranges herbeigeführt wird.
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Vorteilhaft sind die Rührwerkzeuge axial auf Wellen aufgesetzt, die
in radial zum Werkstoffzuführungskanal ausgerichteten Bohrungen des Düsenmantels
drehbar gelagert und von außen über Ritzel und Zahnkranz antreibbar sind.
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Um ein Durchdringen der in der Düse unter hohem Druck stehenden Kunststoffmasse
durch die Radialbohrungen des Düsenmantels zu verhindern, ist es zweckmäßig, daß
die Wellen an ihren die Rührwerkzeuge tragenden Enden konische Erweiterungen aufweisen
und mit diesen in entsprechend ausgebildeten Ausmündungen der radialen Bohrungen
des Düsenmantels eingepaßt sind.
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Vorteilhaft ist ferner, wenn in den Radialbohrungen des Düsenmantels
oder in den die Rührwerkzeuge tragenden Wellen Längs- oder Spiralnuten vorgesehen
werden, durch die in die Lagerungen eingedrungenes und geschädigtes Material nach
außen abbefördert werden kann. Durch diese Maßnahme ist die Gewähr gegeben, daß
sich vorzugsweise beim Anfahren der Maschine eventuell in die Lagerungen eindrückendes
Material nicht festsetzen und verbrennen kann.
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Bei einer anderen Ausführungsform der erfindungsgemäßen Vorrichtung
sind die Rührwerkzeuge an einem in einer Ringnut des Düsenmantels dreh- oder schwenkbar
gelagerten Ring befestigt. Vorteilhaft sind mehrere Rührwerkzeuge tragende Ringe
hintereinander vorgesehen, die gleich oder gegenläufig antreibbar sind. Auch bei
dieser Ausführungsform sind zweckmäßig nach außen führende Durchlaßöffnungen vorgesehen,
durch die zwischen die Dichtflächen des Ringes oder der Ringe eingedrungenes plastisches
Material abgeführt werden kann.
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Zu dieser Ausführungsform ist zum Stand der Technik jedoch noch ein
Spritzkopf zur Herstellung von Schlauchfolien zu erwähnen, wonach es bereits
bekannt
ist, einen konzentrisch zum Dorn angeordneten Ring in einer Ringnut des Düsenmantels
drehbar zu lagern. Bei der Drehung des Ringes, dessen innerer Umfang mit dem Werkstoff
in Berührung kommt, werden tangential gerichtete Kräfte auf die den Spritzkopf durchströmende
Preßmasse ausgeübt, wodurch das Wiedervereinigen des zuvor geteilten Stranges gefördert
und gleichzeitig eine Verbesserung der Homogenität infolge adiabatischer Erwärmung
herbeigeführt wird. Diese Wirkungen treten aber nur bei sehr dünnen Düsenquerschnitten
(Folienherstellung) auf. Die Anwendung von in den Werkstoffzuführungskanal hineinragenden
Rührwerkzeugen ist auch in diesem Zusammenhang bei großen Düsenquerschnitten nicht
bekannt.
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Eine weitere mögliche Ausführungsform des erfindungsgemäßen Spritzkopfes
besteht darin, daß Rührwerkzeuge als Verlängerungen der Dornhaltestege ausgebildet
sind.
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Weitere Einzelheiten des erfindungsgemäßen Spritzkopfes seien an
Hand der Zeichnungen erläutert. Es zeigt F i g. 1 einen Querschnitt durch ein auf
einer normalen Ringdüse hergestelltes Kunststoffrohr, F i g. 2 ein Schaubild in
polarer Darstellung, das die Festigkeit eines wie in Fig. 1 dargestellten Kunststoffrohres
innerhalb der einzelnen Kreisabschnitte veranschaulicht, F i g. 3 einen Querschnitt
durch einen Ringspritzkopf mit den nach der Erfindung ausgebildeten Rührwerkzeugen,
F i g. 4, 5, 6 und 7 verschieden ausgestaltete Rührwerkzeugköpfe, Fig. 8 einen Ausschnitt
aus einer längsgeschnittenen Ringdüse, bei der die erfindungsgemäßen Rührwerkzeuge
auf einem in einer Ringnut des Düsenmantels gelagerten Ring befestigt sind, Fig.
9, 10 und 11 im Schnitt von oben gesehen drei verschieden ausgebildete den Lochdorn
tragende Stege mit an ihren Enden angeordneten Rührwerkzeugen.
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Fig. 1 zeigt einen Querschnitt durch ein stranggepreßtes Kunststoffrohr,
das mittels einer normalen Ringdüse hergestellt worden ist. Das Rohr weist an den
Stellen, wo die Kunststoffmasse beim Durchgang durch die Spritzdüse die Tragrippen
umflossen hat, innere und äußere Einkerbungen a und b auf. Es ist verständlich,
daß die Rohrwandung durch diese Einkerbungen a und b eine empfindliche Festigkeitsverminderung
erfährt. Bei der Verarbeitung von Kunststoffen mit guten Viskositätsmerkmalen brauchen
diese Einkerbungen jedoch nicht aufzutreten, so daß die Rohrwandung an diesen Stellen
die gleiche Dicke hat wie an dem übrigen Umfang. Bei einem Reiß-oder Dehnungsversuch
lassen sich aber auch dann längsverlaufende Zonen mit verminderter Festigkeit erkennen.
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Diese festigkeitsverminderten Zonen verdeutlicht das in polarer Darstellung
gezeichnete Schaubild der F i g. 2. Der Strahlenstern entspricht der Gradeinstellung
von 0 bis 3600, während die dünnen schwarzen Kreise Maßlinien sind, die den Festigkeitswert,
beispielsweise kg/cm2, anzeigen. Am Verlauf der Kurve sieht man deutlich, daß an
den Stellen, an denen die Kunststoffmasse beim Durchgang durch den Spritzkopf die
Tragarme oder Tragrippen umflossen hat, nämlich bei 00, 1200 und 2400, sehr große
Festigkeitsverminderungen auftreten. Diese Festigkeitsver-
minderungen lassen sich
vermeiden, wenn die Kunststoffmasse, nachdem sie die Tragrippen oder Tragstege für
den Lochdorn umflossen hat, nochmals durchgemischt und homogenisiert wird.
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In F i g. 3 ist eine entsprechend ausgebildete Ringdüse dargestellt.
Diese Düse, die in ihrem Grundaufbau den bekannten Ringdüsen entspricht, wird an
den Spritzkopf 1 angeflanscht und besteht aus einem hohlen Düsenmantel 2 und einem
inwendigen Lochdorn 3, der mittels der Stege oder Rippen 4 zentrisch gehalten wird.
Am Düsenmund ist ferner in bekannter Weise ein Zentrierring 5 vorgesehen, der mittels
der Schrauben 6 genau zum Lochdorn 3 eingestellt werden kann und durch eine auf
den Düsenmantel 2 aufgeschraubte Oberwurfmutter 7 gehalten wird.
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Zur Beseitigung der durch die Stege 4 hervorgerufenen Texturen sind
unmittelbar hinter den Stegen in die Fließbahn der Preßmasse hineinragende Rührwerkzeuge
8 vorgesehen. Diese Rührwerkzeuge 8, die sehr verschiedenartig ausgestaltet sein
können, sind nach einem bevorzugten Ausführungsbeispiel jeweils auf das eine Ende
von Wellen 9 axial aufgesetzt, die in radial zum Werkstoffzufuhrungskanal ausgerichteten
Bohrungen des Düsenmantels 2 drehbar gelagert sind. Auf das freie, aus dem Düsenmantel
2 nach außen herausragende Ende der Wellen 9 sind Ritzel 10 aufgekeilt, und über
einen auf dem Düsenmantel gelagerten und diesen als Achse benutzenden verzahnten
Ring 11, der mit allen Ritzeln 10 im Eingriff steht, können die Wellen 9 und damit
die Rührwerkzeuge 8 in Drehung versetzt werden. Der Antrieb des verzahnten Ringes
11 kann über beliebige mechanische Mittel erfolgen. Die Wellen 9 weisen an ihren
die Rührwerkzeuge 8 tragenden und in die Düse hineinragenden Enden konische Erweiterungen
13 auf, die nach Art eines Ventilsitzes in entsprechend ausgebildete Ausmündungen
der Radialbohrungen des Düsenmantels 2 eingepaßt sind. Durch diesen Ventilsitz,
der durch den herrschenden Innendruck dicht gehalten wird, wird ein Eindringen der
zu verarbeitenden Kunststoffmasse in die Radialbohrungen weitestgehend vermieden.
Da sich aber ein Eindringen bzw. Durchdringen von Kunststoffteilchen, insbesondere
beim Anfahren der Maschine, kaum hundertprozentig verhindern läßt, sind, um ein
Festsetzen oder auch Verbrennen von Kunststoffteilchen zu vermeiden, in den Radialbohrungen
des Düsenmantels 2 oder in den die Rührköpfe tragenden Wellen 9 Längs- oder Spiralnutenl2
vorgesehen, durch die eventuell eingedrungenes und geschädigtes Material nach außen
abbefördert wird.
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Die Rührwerkzeuge können praktisch jede beliebige Form erhalten.
Je nach dem zu verarbeitenden Kunststoff bzw. je nach der Viskosität des zu verarbeitenden
Kunststoffes kann die Fließnaht gewalkt, geknetet oder regelrecht nochmals durchgemischt
werden. Eines der einfachsten Werkzeuge ist das sowohl in F i g. 3 als auch in F
i g. 4 gezeigte, das aus zwei glatten zylindrischen Stiften 8 besteht.
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Durch die Drehung des Werkzeuges entsteht ein regelrechter Rühreffekt
gegenüber der auf die Achse des Werkzeuges zulaufenden Orientierungsebene des Kunststoffstranges.
Infolge der Bewegungen erleiden die einzelnen Molekülketten eine schnell aufeinanderfolgende
Lageveränderung, so daß eine innige Vermischung und somit eine nahezu vollkommene
Homogenität der Kunststoffmasse erreicht wird.
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Ein hakenförmiges Mischwerkzeug ist in der Fig. 5 a und 5b gezeigt.
Dieses Werkzeug besitzt eine größere Stabilität als das in F i g. 4 gezeigte und
eignet sich daher besonders zur Verarbeitung von sehr zähen und weniger viskosen
Kunststoffmassen.
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Das gleiche gilt für das etwa löffelförmige Werkzeug nach F i g. 6
a und 6 b. Die Kanten dieses Werkzeuges können je nach Bedarf Stauradien tragen
oder messerartig angeschliffen werden.
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In den F i g. 7 a und 7b ist ein mehr zur Walkung oder Knetung der
Kunststoffmasse geeignetes Werkzeug wiedergegeben. Dieses Werkzeug weist eine auf
einer schrägverlaufenden Fläche wellenartig liegende Erhebung auf, durch die die
Kunststoffmasse bei der Drehung des Werkzeuges gewalkt oder geknetet wird.
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Außer diesen in den F i g. 4 bis 7 aufgezeigten Werkzeugen ist auch
jede beliebige andere Werkzeugform anwendbar, die ein Rühren, Walken, Kneten oder
Mischen der Kunststoffmasse herbeiführt.
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Ein zweites Ausführungsbeispiel ist in der Zeichnung Fig. 8 dargestellt.
In diesem Ausführungsbeispiel sind die Rührwerkzeuge 15, die wiederum die Form von
Stiften, Löffeln, Flügeln oder Haken haben können, an einem Ring 16 befestigt, der
in einer in den Düsenmantel eingelassenen Ringnut gelagert ist und der über beliebige
mechanische Mittel von außen her gedreht bzw. hin- und herbewegt werden kann.
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Die Anordnung der Werkzeuge 15 auf dem Ring 16 sowie die Einstellung
des Ringes 16 ist so getroffen, daß die Rührköpfe jeweils genau hinter einem Steg
4 zu liegen kommen. Wird nun der Ring 16 während des Arbeitsprozesses hin- und herbewegt,
so nehmen an dieser Hin- und Herbewegung auch die in die Fließbahn der Kinststoffmasse
hineinragenden Werkzeuge 15 teil, wobei durch das ständige Hin- und Hergeben eine
Zerstörung der durch die Stege 4 hervorgerufenen Texturen erfolgt. Vorteilhaft können
auch zwei oder mehrere Rührwerkzeuge tragende Ringe 16 hintereinanderliegend vorgesehen
werden, die dann zweckmäßig gegenläufig bzw. im Gegentakt hin- und herbewegt werden.
Ein Nachteil dieses Ausführungsbeispiels ist die verhältnismäßig schlechte Abdichtmöglichkeit
des Ringes bzw. der Ringe 16.
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Es empfiehlt sich auch hier nach außen führende Durchlaßbohrungen
vorzusehen, durch die in die Ringlagerung eingedrungenes und eventuell geschädigtes
Material nach außen abgeführt werden kann.
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Ein drittes Ausführungsbeispiel ist in den Fig. 9, 10 und 11 dargestellt.
Diese Figuren zeigen jeweils einen den Lochdorn oder Kern haltenden Steg 4 in einem
längsverlaufenden Schnitt von oben gesehen.
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Die Stege selbst sind in bekannter Weise um ein glattes und möglichst
reibungsloses Vorbeifließen der Kunststoffmasse zu gewährleisten, etwa fischkörperförmig
ausgebildet. In F i g. 9 ist unmittelbar hinter dem Steg 4 ein flossenförmiger Flügel
17 vorgesehen, der auf der Achse 18 drehbar gelagert ist und mittels eines nicht
dargestellten Antriebes hin- und hergeschwenkt werden kann. Dieser flossenförmige
Flügel 17, der praktisch eine Verlängerung des Steges 4 darstellt, lenkt je nach
seiner Stellung den Materialfluß bzw. die sich bildende Fließnaht nach rechts oder
links ab. Bei einem Ausschwenken des Flügels von etwa 350 werden in der Strömung
des Materialflusses Strömungswirbel hervorgerufen, die ein Abreißen der Fließnaht
und eine regelrechte Vermischung der längsorientierten Molekülketten bewirken. Die
bei dem Vorbeigleiten an den Steg-
wänden des Steges 4 längsorientierten Molekülketten
werden durch die Pendelbewegung des flossenförmigen Flügels 17 ständig wellenförmig
hin- und hergelenkt, wobei jeweils an den äußersten Punkten der Wellenlinien ein
Abreißen und Vermischen der Texturen durch Wirbelbildung erfolgt.
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Bei dem Ausführungsbeispiel nach F i g. 10 ist der Steg 4 an seinem
Ende nach innen abgerundet ausgebildet, und hinter dem Steg ist auf einer Achse
19 ein ellipsenförmiger Drehkörper 20 angeordnet, dessen größter Durchmesser etwas
breiter ist als der Steg selbst. Die Anordnung des ellipsenförmigen Drehkörpers
20 ist so getroffen, daß bei einer Drehung des Körpers die Spitzen der Ellipse genau
an der nach innen eingebuchteten Rückwand des Steges 4 vorbeistreichen. Hierdurch
wird intermittierend ein Teil jener orientierten Masse, welche dem Drehsinn des
Ellipsenkörpers entgegenläuft, zwischen Rückwand und Ellipsenkörper 20 eingeschlossen
und im Rhythmus der Drehung in die orientierte Fläche auf der gegenüberliegenden
Seite hineingepumpt, jedoch so, daß hinter dem Steg, also hinter der nach innen
eingebuchteten Rückwand des Steges 4 keine toten Ecken entstehen, in denen sich
Material festsetzen kann. Die rückwärtige Fläche ist sozusagen selbstreinigend ausgebildet.
Bei der Drehung des elliptischen Drehkörpers 20 entsteht zusätzlich eine gewisse
Wirbelbildung in dem Materialfluß, wodurch die Masse ebenfalls gemischt und homogenisiert
wird.
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Das Ausführungsbeispiel nach F i g. 11 zeigt einen auf der Achse
21 rotierenden zylindrischen Drehkörper 22, der unmittelbar hinter dem Steg 4 vorgesehen
ist, wobei sich der Drehkörper 22 in die nach innen eingebogene Rückwand des Steges
4 einpaßt. Der Drehkörper 22 ist wiederum in seinem Durchmesser größer, als der
Steg 4 breit ist. Das Material trifft daher mit ziemlichem Druck auf den Drehkörper
22 auf und wird durch die Rotation des Drehkörpers in Drehrichtung mitgenommen.
Hierdurch entsteht im Materialfluß eine Wirbelbildung, wodurch die molekular längsorientierten
Grenzschichten des Materials eine Vermischung erfahren.
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Die Drehkörper 20 und 22 können gegebenenfalls durch Ätzen leicht
aufgerauht werden.