DE1170423B - Verfahren und Anordnung zur Regelung der Dampftemperaturen in einem Zwangdurchlauf-dampferzeuger mit zwei im Rauchgaszug angeordneten Zwischenueberhitzern - Google Patents
Verfahren und Anordnung zur Regelung der Dampftemperaturen in einem Zwangdurchlauf-dampferzeuger mit zwei im Rauchgaszug angeordneten ZwischenueberhitzernInfo
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Description
DEUTSCHES
PATENTAMT
AUSLEGESCHRIFT
Internat. Kl.: F 22 g
Deutsche Kl.: 13 d-11/06
Nummer: 1170 423
Aktenzeichen: S 585351 a /13 d
Anmeldetag: 7. Juni 1958
Auslegetag: 21. Mai 1964
Die Erfindung betrifft ein Verfahren und eine Anordnung zur Regelung der Dampftemperaturen in
einem Zwangdurchlaufdampferzeuger mit zwei im Rauchgaszug angeordneten Zwischenüberhitzern, von
denen mindestens einer einen an das Hochdruckarbeitsmittel angeschlossenen, mit einer Bypaßleitung
versehenen Wärmeübertrager aufweist, wobei die Verteilung des Hochdruckarbeitsmittels auf Wärmeübertrager
und Bypaßleitung durch ein Verteilventil verstellt und wobei außerdem der Schwerpunkt der
Wärmeübertragung im Dampferzeuger verlegt wird.
Es ist bekannt, bei zweifacher Zwischenüberhitzung
einen Dampferzeuger in zwei parallel angeordnete Teile aufzuteilen, von denen jeder einen Zwischenüberhitzer
aufweist. Durch Änderung der Belastung der beiden Teile des Dampferzeugers werden die
beiden Zwischenüberhitzer mit Rauchgas verschieden beaufschlagt. Diese bekannte Anordnung hat den
Nachteil, daß der Dampferzeuger durch diesen Aufbau verteuert wird und daß, um eine Regelmarge zu
haben, die beiden Teile des Dampferzeugers nie gleichzeitig voll ausgelastet werden können.
Es ist auch bei einem Dampferzeuger mit einem Zwischenüberhitzer bekannt, zwecks Temperaturregelung
den Überhitzer mit einem an.das Hochdruckarbeitsmittel angeschlossenen Wärmeübertrager
zu versehen, welcher eine Bypaßleitung aufweist. Die Verteilung des Hochdruckarbeitsmittels auf Wärmeübertrager
und Bypaßleitung wird dabei durch ein Verteilventil eingestellt. Im Zusammenhang damit ist
auch bekanntgeworden, bei zwei Zwischenüberhitzern . zur Temperaturregelung des zweiten
Zwischenüberhitzers einen an sich bekannten Schwenkbrenner vorzusehen. Diese Anordnung ist
zwar bedeutend einfacher als der zweiteilige Aufbau eines Dampferzeugers, hat jedoch den Nachteil, daß
die Stellung des Schwenkbrenners nicht nur die Temperatur des Dampfes in dem einen der Zwischenüberhitzer,
dessen Temperatur dadurch geändert werden soll, beeinflußt, sondern auch die Temperaturen
der beiden anderen Überhitzer. Es kann dabei vorkommen, daß die Erfordernisse der beiden
Zwischenüberhitzer gegenläufig sind. Daher kann z. B. eine Erhöhung der Temperatur des zweiten
Zwischenüberhitzers durch den Schwenkbrenner eine verstärkte Wassereinspritzung in den zur Wärmeübertragung
an den zwischenüberhitzten Dampf dienenden Hochdruckdampf notwendig machen, um die m unerwünschter Weise erhöhte Temperatur des
mit dem Wärmeübertrager versehenen Zwischenüberhitzers wieder zu senken. Abgesehen davon, daß
ζ. B. derartige Einspritzungen im Prinzip un-Verfahren
und Anordnung zur Regelung der
Dampftemperaturen in einem Zwangdurchlaufdampferzeuger mit zwei im Rauchgaszug
angeordneten Zwischenüberhitzern
Dampftemperaturen in einem Zwangdurchlaufdampferzeuger mit zwei im Rauchgaszug
angeordneten Zwischenüberhitzern
Anmelder:
Gebrüder Sulzer Aktiengesellschaft,
Winterthur (Schweiz)
Vertreter:
Dipl.-Ing. H. Marsch, Patentanwalt,
Schwelm (Westf.), Westfalendamm 10
Beanspruchte Priorität:
Schweiz vom 12. März 1958 (56 930)
erwünscht sind, entstehen dabei Komplikationen, durch welche die Regelung des Dampferzeugers erschwert
wird.
a5 Erfindungsgemäß wird dieser Nachteil der letzteren
Anordnung dadurch beseitigt, daß die Verlegung des Schwerpunktes der Wärmeübertragung in Abhängigkeit
von der Summe der Abweichungen der Ausgangstemperaturen beider Zwischenüberhitzer
vom Sollwert, die Verstellung des Verteilventils hingegen in Abhängigkeit von der Differenz dieser Abweichungen
erfolgt.
Dadurch erfolgt die Verstellung des Schwenkbrenners nicht allem in Abhängigkeit von den Erfordernissen
eines einzigen Zwischenüberhitzers, sondern mit Rücksicht auf beide Zwischenüberhitzer. Das
gewährleistet eine bessere Regelung, und außerdem gelangt eine minimale Menge oder überhaupt kein
Wasser zur Einspritzung in den Hochdruckdampf, was sich mit Rücksicht auf Versalzung der Überhitzer
und auch auf den thermischen Wirkungsgrad der Anlage günstig auswirkt.
Die Anordnung zur Ausübung des erfindungsgemäßen Verfahrens ist dadurch gekennzeichnet, daß
der Wärmeübertrager in an sich bekannter Weise aus zwei ineinander angeordneten Rohrsträngen besteht
und ebenfalls im Rauchgaszug angeordnet ist.
In der Zeichnung sind mehrere Ausführungsbeispiele der Erfindung schematisch dargestellt. Es
zeigt
Fig. 1 das Schema einer Dampferzeugeranlage mit einem mehrstufigen Turbogenerator,
409 590/161
3 4
F i g. 2 eine Anordnung der Überhitzer im Dampf- Wird ein Gebläse für die Luftzufuhr verwendet, so
erzeuger, wird der Servomotor 47 anstatt die Luftklappen bei-
Fig. 3 eine Anordnung der Zwischenüberhitzer spielsweise die Drehzahl des Gebläsemotors so ein-
mit gegenseitigem Wärmeaustausch und stellen, daß die gleiche Korrektur erreicht wird.
Fig. 4 eine Anordnung der Überhitzer mit 5 Durch Zunahme der Brennstoffmenge erhöht sich
Steuerung der Rauchgase. die im Feuerraum entwickelte Wärmeenergie. Die
In Fig. 1 wird Speisewasser aus dem Anfahr- Temperatur am Austritt des Regelstranges 10 des
gefäß 1 mit Hilfe der Speisewasserpumpe 2 über die Verdampfers 9 steigt, der Fühler 49 dieses Stranges
Speisewasserleitung 3 in den Ekonomiser 4 gefördert. wirkt auf das Korrekturorgan 50, das dem Ventil
Am Austritt desselben verzweigt sich die Speise- io 51 zum Regeln der Speisewassennenge in der Lei-
wasserleitung in die Kühlleitung 5, die durch den tung 3 über die Impulsleitung 52 den Befehl gibt:
zweiten Zwischenüberhitzer 6 hindurchgeführt ist, Mehr Wasser.
und in die Bypaßleitung 7. Beide Leitungen führen Da die zugeführte Wärmemenge trotz der Zunahme
zum Verteilventil 8, das mit dem Verdampfer 9 ver- der Wasser- und Dampfmenge die von letzterer auf-
bunden ist. 15 genommene Energie übersteigt, erhöht sich die Tem-
Das Speisewasser durchströmt den Verdampfer 9, peratur der Rauchgase. Je weiter vom Feuerraum
in welchem es größtenteils in Dampfform übergeht. entfernt, desto höher ist die relative Erhöhung, so
Im Wasserabscheider 11 wird die Wasserphase ab- daß bei den Zwischenüberhitzern 6, 15 gegenüber
getrennt, während der Dampf durch den primären dem Frischdampfüberhitzer 17, aber außerdem beim
Frischdampfüberhitzer 12 zum Frischdampf-Verteil- 20 zweiten Überhitzer 6 gegenüber dem ersten 15 sich
ventil 13 gelangt. An das Verteilventil 13 sind die relativ eine größere Erhöhung einstellt.
Heizleitung 14, die durch den ersten Zwischenüber- Die durch die höhere Rauchgastemperatur ver-
hitzer 15 hindurchgeführt ist, und die Bypaßleitung ursachte Erhöhung der Ausgangstemperatur am
16 angeschlossen. Diese beiden Leitungen münden Frischdampfüberhitzer 17 wird der Regelvorrichtung
in den sekundären Frischdampfüberhitzer 17, von 25 53 durch den Temperaturfühler 54 gemeldet. Infolge-
dem aus der Frischdampf über die Hochdruckleitung dessen verursacht die Vorrichtung 53 über die Im-
18 zur Hochdruckturbinenstufe 19 gelangt. pulsleitung 55 und den Steller 56 eine Verstellung
Die HD-Stufe 19 hat eine Zwischendruckentnahme des Schwenkbrenners 57 und somit der Feuerlage im
über das Absperrventil 21. Der auf Mitteldruck ent- Feuerraum 58 nach unten.
spannte Dampf strömt über die Leitung 22 zum 30 Damit verschiebt sich das Zentrum oder der
ersten Zwischenüberhitzer 15 und am Austritt des- Schwerpunkt der Wärmeübertragung an die gesamte,
selben über die Leitung 24 mit dem Temperatur- dieser Übertragung dienende Heizfläche, die im
fühler 25 und dem Mengenmeßgerät 26 zum Eintritt Feuer- bzw. Strahlungsraum 58 und in den Rauch-
der Mitteldruckturbinenstufe 27. Mittels des Absperr- gasführungen 59, 61 vorhanden ist. So werden z. B.
ventils 28 kann Mitteldruckdampf aus der Leitung 35 nach dem Senken des Brenners 57 die unteren Teile
22 einem nicht dargestellten Verbraucher zugeführt der gesamten Heizfläche des Verdampfers 9 stärker,
werden. Auch die Mitteldruckturbinenstufe 27 weist die oberen Teile schwächer als bei höherer Lage des
Zwischendampfentnahme auf, die mittels des Ab- Brenners 57 beheizt, so daß das Zentrum bzw. der
Sperrventils 29 geregelt wird. Schwerpunkt der Wärmeübertragung durch die ge-Der
aus der Mitteldruckstufe 27 austretende 40 nannte Heizfläche sich gegen den Eintritt des Ver-
Niederdruckdampf gelangt über die Leitung 31 zum dampfers 9 verschiebt. Das gilt analog für die Ge-
zweiten Zwischenüberhitzer 6, dessen Austritt die samtheizfläche von Verdampfer 9, Frischdampfüber-
Leitung 33 mit dem Temperaturfühler 34 und dem hitzer 12, 17, Zwischenüberhitzer 15, 6 und Ekono-
Mengenmeßgerät 35 mit der Niederdruckturbinen- miser 4, so daß die Überhitzer 12, 17 etwas weniger
stufe 36 verbindet. Der in der ND-Turbinenstufe 36 45 beheizt werden und die Ausgangstemperatur des
entspannte Dampf wird über die Leitung 37 zum Überhitzers 17 auf dem Sollwert gehalten werden
Kondensator 38 geführt. Die dreistufige Turbine kann.
treibt den Stromerzeuger 39. Zur Regelung der Last Es sind trotzdem die Ausgangstemperaturen der
bei konstanter Drehzahl ist der Regler 41 vor- Zwischenüberhitzer 15 und 6 noch zu hoch,
gesehen. 5o Auf die gemeinsame Meldung der Fühler 25, 34
Das Kondensat wird aus dem Kondensator 38 sendet der Regler einen Impuls über die Impulsmittels
der beiden Kondensatpumpen 42 und durch leitung 62 zum Steller 63, wodurch dieser den Frischdie
ihnen nachgeschalteten Vorwärmer 43 in das dampfzufluß zur Heizleitung 14 vermindert und zur
Anfahrgefäß 1 gefördert. Bypaßleitung 16 vergrößert. Die Heizung im ersten Die Wirkungsweise der Regelung soll an Hand 55 Zwischenüberhitzer 15 nimmt so viel ab, daß trotz
folgenden Beispiels dargestellt werden. höherer Rauchgastemperatur seine Ausgangstempe-Tritt
eine Erhöhung der Last auf, indem der ratur und damit die Temperatur des MD-Dampfes in
Generator 39 durch Einschalten weiterer Verbraucher der Leitung 24 den Sollwert erreicht und die MeI-stärker
belastet wird, so sinkt die Drehzahl des dung des Fühlers 25 an den Regler 53 aufhört.
Turbogenerators. Der Drehzahlregler 41 meldet 60 Infolge der auf den Sollwert gesunkenen MD-über
die Meldeleitung 44 dem Regler 45 für den Dampftemperatur in der Leitung 24 ist auch die ND-Brennstoff
die Drehzahländerung. Der Regler 45 ver- Dampftemperatur in der Leitung 31 normal. Die
ursacht nun über die Impulsleitung 46 ein weiteres Rauchgasbeheizung des zweiten Zwischenüber-Öffnen
des Brennstoffregelventils durch den Servo- hitzers 6 ist jedoch relativ höher, so daß dessen Ausmotor
47. Durch diesen Impuls wird rückwirkend 65 gangstemperatur noch über dem Sollwert steht. Daher
bzw. sekundär mittels des Servomotors 48 für die meldet der Fühler 34 dem Regler 53 noch stets eine
Luftklappen die Menge der Verbrennungsluft nach Temperaturerhöhung. Infolge der verbleibenden
Maßgabe der erhöhten Brennstoffmenge korrigiert. Differenz sendet der Regler 53 über die Impuls-
leitung 64 dem Steller 65 einen Impuls. Dieser verstellt das Verteilventil 8 so, daß mehr Speisewasser
durch die Kühlleitung 5 und weniger durch die Bypaßleitung 7 fließt und somit die Temperatur in
der Leitung 33 auf den Sollwert absinkt.
Infolge der größeren Wasser- und Dampfmenge ist der Lasterhöhung entsprochen und die Solldrehzahl
am Turbogenerator wie auch die Normalstellung des Drehzahlreglers 41 wieder erreicht.
Als zweites Beispiel könnte auf die Meldung von Fühler 54 der Regler 53 anstatt eines Senkens des
Brenners 57 eine Korrektur der Feuerintensität, d. h. von Brennstoff und Luftmenge bewirken. Die Korrektur
der Brennstoffmenge geht über die Impulsleitung 66, indem der Impuls des Reglers 45 an den
Steller 47 etwas korrigiert, d. h. verringert wird und von diesem aus, wie beschrieben, die Luftmenge eingestellt
wird. Es könnte aber auch vom Regler 53 über die Impulsleitung 67 mit Hilfe des Servomotors
48 die Luftmenge verringert und nun umgekehrt über die Impulsleitung 68 vom Servomotor 48 der
Servomotor 47 im Sinne einer Brennstoffverringerung korrigiert werden. Dabei könnte von einer Feuerverlagerung
abgesehen und die Heizung und die Kühlung in den Überhitzern 15 und 6 wie beschrieben
vorgenommen werden.
Ein drittes Beispiel wäre, daß die Korrektur der Feuerintensität wie im zweiten Beispiel durch den
Regler 53 erfolgt, jedoch auf die gemeinsame Meldung von den Fühlern 25 und 34 der Regler 53 eine
Feuerverlagerung und auf eine verbleibende Differenzmeldung der Fühler 25 und 34 eine Änderung
der Heizung mittels der Leitung 14 oder der Kühlung mittels der Leitung 5 bewirkt.
Der Zwischenüberhitzerdampf der Mitteldruckstufe und der der Niederdruckstufe können sowohl
mit Frischdampf als auch mit Zwischenüberhitzerdampf der Mitteldruckstufe geheizt werden. Ebenso
kann auch die Kühlung des Zwischenüberhitzerdampfes sowohl mit Speisewasser als auch mit
Zwischenüberhitzerdampf aus der Niederdruckstufe erfolgen.
Im Sinne einer Beschleunigung des Regelvorganges könnte vom Regler 71 auf Meldung des Fühlers
54 und vom Regler 72 auf Meldung des Fühlers 73 die Einspritzung von Wasser aus den Leitungen 74,
75 in die Überhitzer 17, 12 bei zu hoher Temperatur
erhöht werden.
Bei Dampfentnahme über die Ventile 21 oder 28 ändert sich die Dampfmenge bereits in dem ersten
Zwischenüberhitzer 15. Das Mengenmeßgerät 26 meldet dies dem Regler 53, der einen Impuls zur
Verringerung der Heizung der Leitung 14 sendet, bis am Fühler 25 die Temperatur auf den Sollwert gefallen
ist. Aber auch durch den zweiten Zwischenüberhitzer 6 strömt weniger Dampf. Auf die Meldung
des Mengenmeßgerätes 35 wird der Regler 53 die Kühlung mittels der Leitung 5 vermindern, bis
die Temperatur am Fühler 34 auf den Sollwert gestiegen ist. Bei Entnahme von Dampf über das Ventil
29 ist nur eine Regelung der Kühlung im Zwischeniiberhitzer 6 zu bewirken.
Die Zwischenüberhitzer 6 und 15 bestehen zum Teil aus zwei ineinandergesteckten Rohrsträngen. Der
innere Strang des Zwischenüberhitzers 15 dient zur Heizung, und daher ist die rauchgasseitige Heizfläche
des Zwischenüberhitzers 15 unterdimensioniert in bezug auf die normal durchströmende Dampf menge.
Dagegen ist die rauchgasseitige Heizfläche des Zwischenüberhitzers 6 überdimensioniert, weil dessen
innerer Rohrstrang zur Kühlung dient.
Wird die Regelung durch zusätzliche Beheizung des einen Zwischenüberhitzers vorgenommen, so
wird die Heizleitung vorteilhaft am Anfang des betreffenden Zwischenüberhitzers angeordnet, wo die
Temperaturdifferenz groß ist. Im Falle der Regelung durch Kühlung dagegen wird die Kühlleitung in der
ίο Nähe des Überhitzerendes vorgesehen, wobei sie, je nach den zu erwartenden Temperaturen der drei
Medien, Rauchgas, Zwischendampf und Kühhnittel und nach den geometrischen Verhältnissen (Rohrdurchmesser),
bis zum anderen Zwischenüberhitzerende geführt wird oder nicht, damit das Rohrmaterial
thermisch optimal belastet wird.
Die innere Kühlung hat scheinbar gegenüber der Erwärmung den Nachteil, eine größere Zwischenüberhitzer-Heizfläche
zu erfordern. Tatsächlich kann jedoch hochdruckseitig, beim Verdampfer 9 öder bei
den Frischdampfüberhitzern 12, 17 eine entsprechende Heizfläche eingespart werden. In Abhängigkeit von den Temperaturdifferenzen kann eine
Heizung oder aber eine Kühlung mit kürzeren inneren Rohrleitungen auskommen.
In F i g. 2 ist der erste Zwischenüberhitzer in zwei Teile 76 und 77 aufgeteilt, die miteinander verbunden
sind. Der Teil 77 ist an die Leitung 22 und der Teil 76 an die Leitung 24 aus F i g. 1 angeschlossen.
Der zweite Zwischenüberhitzer 78 mit Anschluß an die Leitungen 31 und 33 ist zwischen diesen
beiden Teilen in der Rauchgasführung 61 angeordnet. Der Pfeil 79 stellt die Richtung des Rauchgasstromes
dar. Dieses Ineinanderfügen der beiden Zwischenüberhitzer hat den Vorteil, daß bei einer
Verlagerung des Feuers bzw. des Zentrums der Wärmeübertragung eine Differenz in der relativen
Änderung der Rauchgastemperatur des einen Zwischenüberhitzers gegenüber den anderen im
wesentlichen dahinfällt, was die Regelung vereinfacht.
Es bestehen im ganzen fünfzehn verschiedene Kombinationsmöglichkeiten für die Anwendung von
Heizung und Kühlung bei zwei Zwischenüberhitzers, ob einzeln oder gemeinsam, in einem oder gleichzeitig
in beiden Zwischenüberhitzern. In besonderen Fällen kann die eine oder die andere einen speziellen
Vorteil haben. Werden beide Zwischenüberhitzer zur Kühlung oder Erhitzung eingerichtet, so kann unter
Umständen auf die Anwendung einer Feuerverlagerung oder Rauchgasumwälzung verzichtet werden.
Wird nun einer der Zwischenüberhitzer für innere Heizung oder Kühlung eingerichtet, so kann z. B. die
Regelung der Austrittstemperatur aus diesem Zwischenüberhitzer mit Hilfe der Kühl- oder Heizmitteleintrittstemperatur
oder Durchflußmenge geregelt und die Austrittstemperatur des anderen Zwischenüberhitzers
mit Hilfe einer oder mehrerer der bekannten Arten, wie Brennerschwenkung, Rauchgas-
umwälzung, Rauchgasbypaß, Ab- oder Zuschaltung und Regelung von Brennerreihen oder Wassereinspritzung,
gehalten werden.
Bei ungünstigeren Belastungsverhältnissen bzw. höheren Anforderungen an die Regelung kann zusätzlich
zur Regelung der Feuerlage und der Heizung eines Zwischenüberhitzers, erstere auf Grund der
Summe der Abweichungen der Ausgangstemperaturen beider Zwischenüberhitzer, letztere jedoch auf Grund
der Differenz, das Regelsystem so ergänzt werden, daß bei einer Zunahme der Heizleistung im Sinne
einer Störgrößenaufschaltung ein Impuls auf den Regler des Schwenkbrenners gegeben wird, der diesen
vom Zwischenüberhitzerteil wegschwenkt. Überdies kann diese Verstellung des Schwenkbrenners dem
Brennstoff- oder dem Speisewasserregler aufgeschaltet werden, so daß die Schwenkung eine Verminderung
der Brennstoff- oder eine Erhöhung der Speisewasserzufuhr bewirkt.
In den vorstehend beschriebenen Beispielen wurde die Heizung mit Frischdampf und die Kühlung mit
Speisewasser vorgenommen. Statt dessen zeigt F i g. 3 Heizung und Kühlung durch Austausch von Dampf
zweite Teil 114 im Kanal 105 liegt. Im Raum 108 ist der Ekonomiser 115 untergebracht, dessen Austritt
einerseits an den Heizstrang 116 im Ende des Zwischenüberhitzers 112, andererseits über den Bypaß
117 unmittelbar mit dem Verteilventil 118 verbunden ist, in welches die Austrittsleitung 119 vom
Strang 116 mündet.
Die Abschlußklappe 121 für den Bypaßkanal 107 und die Abschlußklappen 122 für den Kanal 106
ίο werden gemeinsam, aber in entgegengesetztem Sinne vom Stellmotor 123 betätigt. Wenn die Klappe 121
geöffnet wird, schließen die Klappen 122. Somit geht mehr Rauchgas durch den Bypaß 107 und weniger
durch den Kanal 106. Der Teil 113 des zweiten
aus einem Zwischenüberhitzer mit Dampf aus dem 15 Frischdampf Überhitzers bekommt mehr Wärme; der
anderen Zwischenüberhitzer. zweite Teil 114 im Kanal 105 und die Zwischen-
Im Kanal 61 strömt Rauchgas in der Richtung des überhitzer 111 und 112 hingegen weniger. Wenn
Pfeiles 81 zuerst durch den ersten Zwischenüberhitzer damit die Ausgangstemperaturen des Frischdampf-82.
Durch die Leitung 22 (Fig. 1) gelangt der MD- Überhitzers 114 und des Zwischenüberhitzers 111 geDampf
in den Wärmeaustauscher 83, der von außen ao halten werden können, so regelt das Ventil 118 das
nicht beheizt wird, und wird darin geheizt von ND- Maß der Kühlung durch den Strang 116 zum Korri-Dampf,
welcher nahe dem Ende des zweiten gieren der Temperatur des ND-Dampfes am Austritt
Zwischenüberhitzers 84 entnommen wird. Im ersten aus dem zweiten Zwischenüberhitzer 112.
Teil des Zwischenüberhitzers 82 ist der MD-Dampf Ist Zwischendampfentnahme vorgesehen, so kann
nur mit den Rauchgasen im Austausch, während der a5 die entnommene Dampfmenge statt der durch die
zweite Teil mit einem inneren Rohrstrang 85 ver- Zwischenüberhitzer strömenden Dampfmenge als
sehen ist, durch den ND-Dampf aus der Leitung 31 Störimpuls dem Regler für die Heizung oder Kühströmt
und eine Kühlung des MD-Dampfes ver- lung aufgeschaltet werden.
ursacht. De1n heutigen Stand der Technik gemäß sind die
Zwischen Zu- und Rückleitung 86, 87 ist der 30 Regler 45, 50, 53, 71, 72 als P-, I-, PI-, PD- oder
Zwischenüberhitzer 84 unterbrochen. Die Zuleitung PID-Regler oder als Kombination davon ausgebildet.
86 führt zum Verteilventil 88, an das die Leitung 89 ist Z- ß. Heizung des einen und Kühlung des ande-
zum Austauscher 83 und die Bypaßleitung 91 zur Γεη Zwischenüberhitzers vorgesehen, so kann die
Rückleitung 87 angeschlossen ist. Die Leitung 31 Regeleinrichtung 53 (Fig. 1) so ausgeführt sein,
führt zum Verteilventil 92, das durch die Zuleitung 35 daß zuerst das eine Mittel (z. B. die Heizung) voll
93 mit dem Strang 85 verbunden ist. Die Rückleitung ausgenutzt wird, bevor die Kühlung einsetzt. Es
94 schließt den Strang 85 und eine Bypaßleitung das können aber auch beide Mittel gleichzeitig zur AnVentil
92 an den Eintritt des Zwischenüberhitzers wendung kommen. Sind mehr als zwei Stellorgane
84 an. für die Heiz- und Kühlleitungen vorhanden, können
Die Schaltung nach Fig. 3 hat als wesentlichen 40 Heizung und Kühlung ebenfalls nacheinander anVorteil,
daß Übertemperaturen des einen Zwischen- gewendet werden. Sie sind aber auch kombinierbar,
Überhitzers und Untertemperaturen des anderen indem z. B. die Heizung des einen Zwischenüber-Zwischenüberhitzers
gegenüber den respektiven Soll- hitzers verstärkt und gleichzeitig die des anderen verwerten
rascher und mit kleineren Austauschflächen mindert wird, so lange, bis das Stellorgan seine Endgeregelt
werden können, denn die Heizung des MD- 45 lage erreicht hat und erst anschließend die Kühlung
Dampfes im Austauscher 83 ist gleichzeitig eine Küh- vermindert bzw. verstärkt wird.
Das Rohrsystem der Zwischenüberhitzer wird man im Kessel, soweit voraussehbar, derart anordnen,
daß bei einer Feuerverlagerung ' die an die beiden Zwischenüberhitzer-Rohrsysteme abgegebenen
Wärmemengen unter sich gleichbleiben oder aber sich — je nach der gewünschten Charakteristik — im
gewünschten Sinne verändern. Soll bei einer Feuerverlagerung die Wärmeverteilung sich nicht stark
der Rostfeuerung 101 (Fig. 4), so läßt sich eine 55 ändern, so können die Rohrsysteme des einen
Verlagerung des Zentrums des Wärmeüberganges Zwischenüberhitzers die des anderen durchdringen
mittels eines gesteuerten Rauchgas-Bypasses er- oder umgeben oder sonst ineinander verschachtelt
reichen. Im Feuerraum 102 (Fig. 4) über dem Rost sein, und schließlich können selbstverständlich auch
101 ist der Verdampfer 103, an den sich der teil- Teile des einen, des anderen oder beider Zwischenweise
noch im Strahlungsteil liegende erste Frisch- 60 überhitzer in den Bereich des Hochdruckdampfrohrdampfüberhitzer
104 anschließt. systems eingeschachtelt sein oder dieses durch-
Der Rauchgaskanal 105 teilt sich in den Kanal 106 dringen, oder Teile dieses Systems können in das
und den Bypaß 107, die beide in den Endraum 108 Rohrsystem der Zwischenüberhitzer eingeschachtelt
einmünden, von dem aus der Kanal 109 zum Kamin sein oder dieses durchdringen. Von den verschiedeführt.
Im Kanal 106 sind der erste Zwischenüber- 65 nen Anordnungsmöglichkeiten kommen besonders
hitzer 111 und der zweite Zwischenüberhitzer 112
untergebracht; im Bypaß 107 ist der erste Teil 113
des zweiten Frischdampfüberhitzers, während der
untergebracht; im Bypaß 107 ist der erste Teil 113
des zweiten Frischdampfüberhitzers, während der
lung des ND-Dampfes am Ende des Zwischenüberhitzers. Ebenso ist die Kühlung des MD-Dampfes am
Rohrstrang 85 eine Heizung des ND-Dampfes vor dem Eintritt des Zwischenüberhitzers 84.
Die Stellmotoren 96, 97 erhalten ihre Impulse
über die Impulsleitungen 98, 99 von einem nicht gezeichneten Regler, wie z. B. dem Regler 53 in Fi g. 1.
Ist eine Feuerverlagerung nicht möglich, wie bei
die folgenden in Betracht:
1. Der zweite Zwischenüberhitzer liegt im Rauchgasstrom zwischen dem Teil des ersten
1. Der zweite Zwischenüberhitzer liegt im Rauchgasstrom zwischen dem Teil des ersten
Zwischenüberhitzers mit dem inneren Rohrstrang und dem Ende des ersten Zwischenüberhitzers.
2. Der zweite Zwischenüberhitzer liegt im Rauchgasstrom vor der Endstrecke des ersten
Zwischenüberhitzers.
3. Eine Kombination von 1. und 2.
Sind beide Zwischenüberhitzer zur inneren Heizung bzw. Kühlung eingerichtet, so können die Heiz- bzw.
Kühlleitungen unter sich parallel oder in Serie ge- ίο
schaltet werden; sie können je nach den Temperaturverhältnissen nach oder zwischen den Speisewasservorwärmern
oder den Ekonomisern angeschlossen sein oder diese Apparate auch überbrücken. Durch
eine solche Überbrückung können gegebenenfalls die Eintrittstemperaturen des Verdampfers verkleinert
werden.
Heizleitungen wird man im Hochdruckteil vorzugsweise vor einem Endüberhitzer anschließen. Im
Falle der Hintereinanderschaltung zweier Heiz- ao leitungen kann zwischen den beiden Heizleitungen
eine Überhitzung zweckmäßig sein.
Claims (5)
1. Verfahren zur Regelung der Dampftempe- =>5
raturen in einem Zwangdurchlaufdampferzeuger mit zwei im Rauchgaszug angeordneten Zwischenüberhitzern,
von denen mindestens einer einen an das Hochdruckarbeitsmittel angeschlossenen, mit einer Bypaßleitung versehenen Wärmeübertrager
aufweist, wobei die Verteilung des Hochdruckarbeitsmittels auf Wärmeübertrager und Bypaßleitung durch ein Verteilventil verstellt
und wobei außerdem der Schwerpunkt der Wärmeübertragung im Dampferzeuger verlegt
wird, dadurch gekennzeichnet, daß die Verlegung des Schwerpunktes der Wärmeübertragung
in Abhängigkeit von der Summe der Abweichungen der Ausgangstemperaturen beider Zwischenüberhitzer (6, 15) vom Sollwert, die
Verstellung des Verteüventils (8, 13) hingegen in Abhängigkeit von der Differenz dieser Abweichungen
erfolgt.
2. Verfahren nach Anspruch 1 bei zwei mit Verteilventilen ausgestatteten Wärmeübertragern,
dadurch gekennzeichnet, daß die Verstellung der beiden Verteilventile (8, 13) durch den betreffenden
Regler gegenläufig erfolgt.
3. Anordnung zur Ausübung des Verfahrens nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß
der Wärmeübertrager in an sich bekannter Weise aus zwei ineinander angeordneten Rohrsträngen
(5, 6; 14, 15; 112, 116) besteht und ebenfalls im Rauchgaszug (61; 106) angeordnet ist.
4. Anordnung nach Anspruch 3, dadurch gekennzeichnet, daß der Wärmeübertrager in an
sich bekannter Weise vom überhitzten Dampf durchströmt ist.
5. Anordnung nach Anspruch 3, dadurch gekennzeichnet,
daß der Wärmeübertrager in an sich bekannter Weise in der Strömung des Arbeitsmittels vor dem Verdampfer (9) angeordnet
ist.
In Betracht gezogene Druckschriften:
Deutsche Auslegeschrift S 37776 Ia/13d
(bekanntgemacht am 19. 7. 1956);
(bekanntgemacht am 19. 7. 1956);
schweizerische Patentschriften Nr. 280 010,
968, 322433;
968, 322433;
französische Patentschrift Nr. 1110091;
britische Patentschrift Nr. 793 048;
USA.-Patentschrift Nr. 2 685 279.
Hierzu 1 Blatt Zeichnungen
409 590/161 5.64 © Bundesdruckerei Berlin
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