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Transistor-Radio-Empfänger Die Erfindung betrifft die Mehrfachregelung
von Transistorverstärkerstufen im Hochfrequenz- und Zwischenfrequenzteil.
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Um eine genügend starke Regelspannung zur automatischen Steuerung
der Verstärkung zu erhalten, ist es notwendig, zumindest eine Verstärkerstufe in
der Leitung der automatischen Verstärkungsregelung zu verwenden. Da Transistoren
relativ teure Bauelemente sind, erhöhen sich hierdurch die Kosten des Empfängers.
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Es ist bereits bekannt, eine Transistorstufe zur Verstärkung sowohl
der Empfangsspannung als auch der Regelspannung zu verwenden. Diese Maßnahme wird
bei einem bekannten überlagerungsempfänger mit einer HF-Transistorverstärkerstufe
und einer Mehrzahl von ZF-Transistorverstärkerstufen, der eine automatische Verstärkungsregelung
aufweist, in der Weise durchgeführt, daß eine erste Verstärkungsregelspannung, die
sich mit der Empfangssignalstärke verändert, von dem Ausgangskreis einer Diode,
die mit dem verstärkten ZF-Signal gespeist wird, abgenommen und der ersten ZF-Verstärkerstufe
zugeführt wird und daß eine zweite Verstärkungsregelspannung vom Ausgang dieser
ZF-Verstärkerstufe entnommen und der HF-Verstärkerstufe zugeführt wird.
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Von diesem Stand der Technik wird bei der Erfindung ausgegangen. Gemäß
der Erfindung wird die zweite Verstärkungsregelspannung außerdem der Basis des Transistors
einer folgenden ZF-Verstärkerstufe zugeführt und vom Ausgang dieses Transistors
eine dritte Verstärkungsregelspannung abgeleitet, die dem Emitter des Transistors
der HF-Verstärkerstufe zugeführt wird, während der Basis dieses Transistors die
zweite Verstärkungsregelspannung zugeführt wird.
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Die Erfindung ist in einer Ausführungsform im folgenden mit Bezug
auf die Zeichnung im einzelnen beschrieben.
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Dieses Schaltbild zeigt den HF- und ZF-Verstärkerteil eines Transistor-Empfängers
und läßt das Regelsystem gemäß der Erfindung erkennen.
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Die Schaltung beginnt mit einer HF-Verstärkerstufe mit dem Transistor
2. Nach der Mischstufe 8
folgen zwei ZF-Verstärkerstufen mit den Transistoren
4 und 6. Die Mischstufe 8 ist in Blockform dargestellt und verbindet den Ausgang
der HF-Verstärkerstufe 2 mit dem Eingang der ZF-Verstärkerstufe 4. Die Signale
werden von der Antenne des Empfängers der Primärwicklung 10 eines Transformators
zugeführt, mit der die Sekundärwicklung 12 gekoppelt ist, deren einer Anschluß
direkt zur Basiselektrode 14 des HF-Transistors 2 und deren anderer
Anschluß über den Kondensator 16 zur Masse führt. Die Kollektorelektrode
18 des Transistors 2 ist über ein Filterkoppelsystem, bestehend aus der Spule
20 und zwei Kondensatoren 22 und 24,
mit dem Eingang der Mischstufe
8 verbunden, wo das Signal mit einer dort erzeugten Frequenz gemischt wird.
Der Ausgang der Mischstufe liefert das ZF-Signal. Die Primärwicklung 26 eines
Transformators liegt im Ausgang der Mischstufe. Von der Sekundärwicklung 28 führt
ein Anschluß direkt zur Basis 30 des ZF-Transistors 4 und der andere
Anschluß zur Leitung 32. Diese Leitung führt zur Verbindung zweier Widerstände
34 und 36, die zusammen mit den Widerständen 50 und 104 einen Spannungsteiler
zwischen Speiseleitung 38 und Erde bilden. Zwischen der Leitung
32 und Erde liegt ein Kondensator 40.
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Die Emitterelektrode 42 des HF-Transistors 2 ist mit dem einen Anschluß
eines Koppelwiderstandes 44 und über Kondensator 46 mit Erde verbunden. Der Widerstand
44 ist über die Leitung 48 mit Verbindungspunkt der Widerstände 34 und
50 verbunden. Die Emitterelektrode 52 des ZF-Transistors 4 ist über den Vorspannungswiderstand
54 geerdet, zu
dem ein Kondensator 56 parallel liegt. Der Emitter
52 ist ferner über die Leitung 58 mit dem einen Ende eines Widerstandes 60 verbunden,
dessen anderer Anschluß direkt zur Leitung 38 (Pluspol der Speiseleitung) führt.
Diese führt die geeignete Vorspannung für den ZF-Transistor heran. Die Kollektorelektrode
62 des ZF-Transistors 4 ist mit der Anzapfung 64 der Primärseite 66 eines Koppeltransformators
verbunden. Der weiter entfernte Anschluß der Primärseite 66 führt über einen Begrenzungswiderstand
68 zur Speiseleitung 38. Zur Abstimmung dieses Teiles auf die Zwischenfrequenz des
Empfängers liegt ein Kondensator 70 parallel zur Primärwicklung 66.
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Eine mit der Primärwicklung 66 induktiv gekoppelte Sekundärwicklung
72 ist mit einem Anschluß direkt mit der Basiselektrode 74 des ZF-Transistors 6
verbunden, während der andere Anschluß zu dem Verbindungspunkt der Widerstände 76
und 78 führt, die zusammen mit dem Widerstand 68 in Reihe zwischen Speiseleitung
38 und Erde liegen. Zum Widerstand 78 liegt ein Kondensator 80 parallel. Ein weiterer
Spannungsteiler aus den Widerständen 82 und 84 liegt zwischen der
Leitung 38 und Erde. Der Punkt zwischen diesen zwei Widerständen ist direkt mit
der Emitterelektrode 86 des Transistors 6 verbunden und erzeugt so die richtige
Vorspannung für diese Elektrode. Der Widerstand 84 ist durch einen Kondensator
88 überbrückt.
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Die Kollektorelektrode 90 des ZF-Transistors 6
ist mit
einer Anzapfung 92 der Primärspule 94 verbunden, die die Ankopplung zu dem restlichen
Empfängerteil bewirkt. Der obere Anschluß der Spule 94 führt direkt zur Leitung
48, also zu einem Punkt zwischen den Widerständen 50 und 34. Ein Abstimmkondensator
96 liegt parallel zur Wicklung 94,
um diese auf die Zwischenfrequenz
abzustimmen. Die Sekundärwicklung 98 ist induktiv mit der Primärwicklung
94 gekoppelt. Ein Anschluß ist direkt mit der Diode 100 und der andere Anschluß
über die Leitung 102 mit Erde verbunden. Der rechte Anschluß der Diode 100
liegt an einem Punkt zwischen den Widerständen 36 und 104. Der andere
Anschluß des Widerstandes 104 ist geerdet. Ein verstellbarer Schleifer
106 auf dem Widerstand 104
dient zur Einstellung der Lautstärke des
Empfängers, und dieses ist der Punkt, an dem die NF-Signale für die Speisung des
NF-Verstärkers abgenommen werden. So werden HF-Signale, die an der Eingangsspule
10 erscheinen, verstärkt und gleichgerichtet und erscheinen als NF-Signale
an der Leitung 108.
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Wie bereits erwähnt, ist es bei Verstärkern mit Transistoren bekannt,
in die Leitung der automatischen Verstärkungsregelung keine besondere Verstärkerstufe
einzubauen, sondern eine bereits vorhandene Transistorstufe zweifach in der Verstärkung
auszunutzen, und zwar für die Signalspannung und die Regelspannung. Bei der dargestellten
Schaltung wird die von der Diode 100 aus den ZF-Schwingungen erzeugte Regelspannung
der ersten ZF-Stufe mit dem Transistor 4 zugeführt. Die von diesem Transistor abgeleitete
zweite Regelspannung wird sowohl dem Transistor 6 in der zweiten ZF-Stufe als auch
der Basis des Transistors 2 der HF-Vorstufe zugeführt, während eine von dem Transistor
6 abgeleitete dritte Regelspannung dem Emitter des Transistors 2 in der HF-Stufe
zugeführt wird. Steigt das Eingangssignal an der Primärwicklung 10 an, so
sinkt die am Punkt A zwischen den Widerständen 34 und 36 erscheinende Spannung infolge
der Gleichrichtung dieses Signals ab. Der Punkt A ist über die Leitung 32 mit der
Basis 30 des Transistors 4 verbunden, wodurch sich an diesem Punkt eine niedrigere
Spannung einstellt, was den Strom durch den Transistor 4 absinken läßt und
somit die Verstärkung dieser Stufe verringert. Dieses Absinken des Stromes im Transistor
4 läßt die Spannung am Punkt B ansteigen. Dieser Punkt ist über Widerstand
76 und Sekundärwicklung 72 mit der Basis 74 des ZF-Transistors 6 verbunden. Die
Spannung an dieser Basis wird ansteigen mit dem Ergebnis, daß der Strom durch den
Transistor 6 anwächst. Dieses verursacht einen Abfall in der Spannung am Punkt C,
der über die Leitung 48 und den Widerstand 44 mit der Emitterelektrode 42 des HF-Transistors
2 verbunden ist und der daher eine geringere Spannung zugeführt wird. Gleichzeitig
wird die ansteigende Spannung am Punkt B über den Begrenzungswiderstand
110
der Basiselektrode 14 des Transistors 2 zugeführt. So werden
gleichzeitig Spannungen von den ZF-Transistoren 4 und 6 der Emitter- und Basiselektrode
des HF-Transistors 2 zugeführt, um die erwünschte Verstärkungsregelung zu bewirken.
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Der Emitter 52 des ZF-Transistors 4 wird mit Hilfe eines Spanungsteilers,
der aus den Widerständen 60 und 54 besteht und der zwischen der Leitung
38 und Erde liegt, auf einer relativ konstanten Spannung gehalten. Durch Anwendung
dieser Schaltung gestatten kleine Spannungsänderungen am Punkt A eine Regelung in
viel größerem Umfang. Zur Vorspannungserzeugung für die Emitterelektrode 86 wird
in ähnlicher Weise ein Spannungsteiler aus den Widerständen 82 und
84 verwendet.
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Es ist erwünscht, bei dem HF-Verstärker die automatische Verstärkungsregelung
zeitlich etwas später als bei den ZF-Verstärkern vorzunehmen. Bisher wurde eine
Verzögerung durch Einschalten einer Diode in die Regelleitung vor dem HF-Verstärker
erreicht. In der dargestellten Schaltung erscheint die Regelspannung zunächst an
den ZF-Verstärkerstufen und wird dann erst dem HF-Verstärker zugeführt, wodurch
ohne Verwendung weiterer Teile die erwünschte Verzögerung erzeugt wird.
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Mit dieser Schaltung ist eine wirksame und teilweise verzögerte automatische
Verstärkungsregelung in einem Transistorverstärker ohne Zusatz einer besonderen
Verstärkerstufe und ohne die Anwendung einer Verzögerungsdiode in der Regelleitung
möglich.