-
Kohlenhobel Es ist ein Kohlenhobel mit höhenverstellbarer Sohlenmeißelausrüstung
bekannt, bei welcher die Sohlenmeißel fest, aber lösbar am Hobelkörper angeordnet
sind. Bei dieser bekannten Vorrichtung ist es jedoch erforderlich, vorher die üblichen
Klemmmittel für die Meißel zu lösen. Hierbei wird von einer Werkzeugforin ausgegangen,
die eine besondere Herstellungsweise bedingt und verhältnismäßig kostspielig ist.
Zur Ermittlung der geeignetsten Stellung der Schneiden, die nur durch Versuche während
des Betriebes an Ort und Stelle möglich ist und von zahlreichen, nicht klar zu erfassenden
Faktoren abhängt, müssen bei jeder Verstellung des Meißels entweder eine Mutter
oder eine Klemmschraube gelöst und anschließend der Meißel nach Lockern seines Sitzes
in die neue Lage gebracht werden. Diese Verstellung des Meißels ist nicht nur mühsam
und zeitraubend, sondern sie macht auch insofern Schwierigkeiten, als bei den schlechten
Sichtverhältnissen unter Tage die besondere Lage der exzentrisch angeordneten Schneiden
nicht ohne weiteres feststellbar ist. Diese Verdrehung des Meißels ermöglicht dabei
nur eine Verstellung in einer Ebene. Soll der Meißel außerdem in einer hierzu senkrechten
Ebene verstellt werden, so sind hierzu drei Arbeitsgänge erforderlich, nämlich das
Lösen des Meißels, das Lösen und Entfernen einer Büchse und das Einsetzen einer
anderen Büchse sowie das Wiedereinsetzen des Meißels. Durch die Wahl einer anderen
Büchse ist dabei eine unterschiedliche Schnittiefe des Meißels erzielbar. Eine räumliche
Verstellung der Schneiden ist daher nur mit einem mit mehreren, unterschiedlichen
und exzentrisch angeordneten Schneiden versehenen Meißel oder aber nur durch Auswechseln
verschiedener Meißel und gegebenenfalls seiner Halterung möglich. Berücksichtigt
man ferner, daß bei harter oder angebrannter Kohle vielfach ein Sohlenmeißel nicht
ausreicht, sondern mehrere in an sich bekannter Weise zweckmäßig gestaffelte Meißel
notwendig sind, so erhöht sich entsprechend der Zeit-und Arbeitsaufwand für die
Verstellung mehrerer solcher Meißel.
-
Die Erfindung sieht zur Vermeidung dieser Nachteile vor, daß mehrere
in Reihe hintereinander angeordnete Sohlenmeißel in einem gemeinsamen Meißelträger
eingesetzt sind, der dem Hobelkörper in Arbeitsrichtung vorgeschaltet und um eine
im Hobelschlitten etwa parallel zum Kohlenstoß gerichtete Achse über eine Stützschraube
und deren im Hobelkörperzug fest, aber drehbar gelagerte Schraubenmutter verschwenkbar
ist. Hierdurch wird erreicht, daß zur räumlichen Verstellung, sämtlicher
Sohlenmeißel nur die leicht zugängliche Stützschraube oder Spindel gedreht zu werden
braucht.
-
Es ist zwar ein Hobel bekanntgeworden, dessen Sohlenmesser reihenförinig
hintereinander in einem gemeinsamen Messerträger eingesetzt sind, der den eigentlichen
Hobehneißeln in Arbeitsrichtung vorgeschaltet ist. Eine Verstellbarkeit des Meißelträgers
oder der Meißel selbst innerhalb des Meißelträgers ist hierbei nicht vorgesehen.
Auf Grund der zur Erfindung unterschiedlichen Aufgabenstellung hat diese jahrzehntealte
Vorrichtung die Technik im Sinne der Erfindung nicht anzuregen vermocht.
-
Ferner ist eine Kohlenabbaumaschine bekannt, bei der ein keilförmiger
Kopf um eine senkrechte, etwa parallel zum Kohlenstoß gerichtete Achse über eine
Stützschraube und deren im Maschinenkörper zugfest, aber drehbar gelagerte Schraubenmutter
verschwenkbar ist. Der Kopf tritt in einen von der Schrämkette dieser Maschine geschaffenen
Einschnitt ein, um die Kohle vom Flöz abzuspalten. Durch die Verschwenkbarkeit des
keilförinigen Kopfes soll die Schrämrichtung der Maschine besser beeinflußt werden
können. Die andersartige Aufgabe und Betriebsweise dieser bekannten Maschine gegenüber
denjenigen eines Kohlenhobels bedingt, daß eine übertragung dieser bekannten Maßnahme
auf einen Kohlenhobel technisch sinnlos wäre. Je nach den Eigenschaften der hereinzugewinnenden
Kohle muß die günstigste Höhenlage des zunächst von den Sohlenmeißeln im Kohlenstoß
herzustellenden Schlitzes vielfach unterschiedlich sein. Sie kann jeweils nur empirisch
ermittelt werden, wobei eine unterschiedliche Höhenlage der in Arbeitsrichtung hintereinander
angeordneten und gestaffelten Meißel zweckmäßig sein kann. Diese Anordnung ist daher
durch die bekannte Maschine nicht nahegelegt worden. Bei der erfindungsgemäßen Vorrichtung
kann beim Einsatz eines Hobels zunächst mühelos ermittelt werden, in welcher Höhe
zweckmäßig der Stoß vorgeschlitzt wird,
damit einerseits die Kohle
mit Sicherheit sauber vom Liegenden abgetrennt wird, andererseits aber auch die
Lösearbeit der eigentlichen Hobelwerkzeuge so verringert wird, daß die aufzuwendende
Zugkraf' einen optimalen Wert annimmt.
-
In der Zeichnung ist ein Ausführungsbeispiel der Erfindung dargestellt.
Es zeigt F i g. 1 eine Hälfte eines Hobelschlittens in Draufsieht, wobei
der eigentliche, die Lösewerkzeuge tragende Hobelkörper fehlt, F i g. 2 einen
Querschnitt zu F i g. 1.
-
Ein Hobelschlitten 10, der mit einem Schwert 11
einen
im Streb verlegten Förderer auf voller Breite untergreift, weist an seiner dem Förderer
zugekehrten Längsseite einen Führungskanal 12 auf, mit dem eine am Förderer angebrachte
Führung umfaßt wird. Der eigentliche Hobelkörper, der in der Zeichnung nicht dargestellt
ist, ist um einen Zapfen 13 kippbar angeordnet, der auf einer schrägliegenden
Fläche 14 des Hobelschlittens 10 aufragt. Ein zweiter Zapfen 15 greift
in eine Nut des Hobelkörpers ein und begrenzt dessen Kippbewegung zur einen oder
anderen Seite hin.
-
Vor dem Hobelkörper, der auf mehr oder minder großer Höhe die Kohle
aus dem Stoß löst und das gelöste Haufwerk zugleich zur Seite hin in den Förderer
schafft, sind an dem Hobelschlitten 10 drei Sohlenmeißel 16 angebracht,
die an einem Meißelträger 17 befestigt sind, der mit seiner Achse
18 im Hobelschlitten 10 gelagert ist. Der Meißelträger 17
kann
also um die etwa parallel zum Kohlenstoß liegende Achse 18 geschwenkt werden,
wie die strichpunktierten Linien in F i g. 2 verdeutlichen. Die drei Sohlenmeißel
sind bei der skizzierten Ausführung in verschiedenen Ebenen stufenförmig gegeneinander
versetzt. Sie könnten natürlich auch in einer Ebene liegen, so daß ein durch den
ersten Sohlenmeißel 16
im Stoß erzeugter Schram durch den nächsten und übernächsten
Meißel nicht erweitert, sondern nur vertieft wird.
-
Die Verdrehung des Meißelträgers 17 kann durch die Verstellung
einer Stützschraube 19 erfolgen, die bei 20 gelenkig an dem Meißelträger
17 angreift, die im übrigen die Bohrung 21 des Hobelschlittens
10
durchgreift und deren wirksame Länge durch Verdrehen einer Schraubenmutter
22 verändert werden kann, die in einem Schlitz 23 des Hobelkörpers
10
liegt. Die Schraubenmutter 22 ist zur einen Seite durch Kugelgelenkschalen
24 und zur anderen Seite hin über einen Federring 25 abgestützt. Der Schlitz
23 ist hinreichend weit bemessen, um mit Hilfe eines Schraubenschlüssels
die Schraubenmutter 22 bequem erfassen und drehen zu können.
-
Die Verstellbarkeit der Sohlenmeißel ist zweckmäßig so groß,
daß einerseits ein Anritzen des Liegenden durch einen oder sämtliche Sohlenmeißel
16
bewirkt werden kann. andererseits aber auch die Meißel 16 so hoch
eingestellt werden können, daß sie unter Belassung eines mehr oder minder dicken
Kohlenpackens in entsprechendem Abstand vom Liegenden einen Schram in die Kohle
einschneiden. Ob die eine oder andere Einstellung am günstigsten ist, muß
jeweils empirisch ermittelt werden. Es spielt dabei nicht nur die Härte der Kohle,
sondern auch die Spaltfähigkeit, die Einlagerung von Bergemitteln, die Ausbildung
des Liegenden und insbesondere die Tatsache eine Rolle, ob die Kohle fest am Liegenden
haftet oder ob sie sich verhältnismäßig leicht ablöst.