-
Verfahren zum Behandeln von Metallschmelzen, insbesondere Stahlschmelzen
Gegenstand der Erfindung ist ein Verfahren zum Behandeln von Metall-, insbesondere
Stahlschmelzen zwecks Entgasung, Desoxydation, Ausbildung von feinst und gleichmäßig
verteilte Kristallisationskeime bildenden Einschlüssen sowie zwecks Einbringung
von Legierungselementen in gleichmäßiger Verteilung in einer feuerfest ausgekleideten
vertikal angeordneten Durchfiußreaktionskammer.
-
Zum Stand der Technik gehören vorerst sämtliche Chargenverfahren oder
Pfannenverfahren zum Einführen der Behandlungsmittel in die Schmelze z. B.: A. Das
Einwerf-Verfahren, wobei die Behandlungsmittel von oben her, gegebenenfalls vor
dem Einfüllen der Schmelze, in eine Pfanne eingeworfen werden.
-
B. Das Einschieben oder Einpressen der Behandlungsmittel durch eine
öffnung (Bohrung, Düse) in der Seitenwand oder im Boden.
-
C. Das Eintauchen der Behandlungsstoffe in einem umhüllenden Schutzrohr,
welches in der Schmelze abschmilzt.
-
D. Die Lanzenverfahren, bei denen die Behandlungsmittel mittels eines
nicht abschmelzenden Rohres unter der Schmelzenoberfläche oder unter der Schlacke
eingeführt werden.
-
Bei diesen Chargenverfahren können immer nur begrenzte Mengen der
Schmelze behandelt werden; bei der vorliegenden Erfindung handelt es sich um ein
Durchflußverfahren.
-
Bei den vorgenannten Chargenverfahren fehlt ferner die gegen Zutritt
der Außenatmosphäre gesicherte und mit einer kontrollierten Atmosphäre, bzw. mit
chemisch hochaktiven Dämpfen von Reaktionsstoffen erfüllte Reaktionskammer. Ferner
fehlt die Möglichkeit der Zerteilung eines Schmelzstrahles mit Hilfe eines Strahles
flüssiger, verdampfender Reaktionsstoffe in kontinuierlichem Fließvorgang. Es fehlen
die großen inneren Reaktionsflächen, die bei Stoffen in feinstzerteiltem Zustand
gebildet werden.
-
Bei allen diesen Chargenverfahren entstehen Gefahren und Belästigungen
für das Bedienungspersonal. Je nach Temperatur der Schmelze und Dampfdruck der Behandlungsmittel
entstehen gefährliche Explosionen, wie z. B. beim Einführen von Magnesium in eine
Stahlschmelze. Die der Schmelze entzogene Aufheiz-, Schmelz- und Verdampfungswärme
bildet vorübergehend eine halbharte Schale um den Magnesiumkern, die bei ansteigendem
Dampfdruck explodiert.
-
Bei der Behandlung in Pfannen muß ferner mit lokalen inhomogenen Reaktionen
gerechnet werden. Dies wirkt sich besonders ungünstig aus, falls gemäß der Erfindung
feinst und gleichmäßig verteilte erstarrungskeimbildende Einschlüsse entstehen sollen.
Es liegt in der Natur einer chemischen Ausscheidungsreaktion, daß die Ausbildung,
Gestalt und Zusammensetzung der Ausscheidungen weitgehend von den Konzentrationsverhältnissen
abhängig sind. An der Stelle, wo der Reaktionsstoff in die Pfanne eingeführt wird,
findet eine starke lokale Konzentrationserhöhung statt, während es an entfernten
Stellen zu keiner oder nur geringer Primärreaktion kommen kann.
-
Bei dem »Einschiebeverfahren« nach B besteht ferner die Gefahr der
Pfropfenbildung, d. h. des Einfrierend von Schmelze in der Zuleitung, wodurch diese
verstopft wird.
-
Zum Stand der Technik gehören ferner D-urchflußverfahren, wobei die
Schmelze mittels eines Strahles von Inertgas zerstäubt wird.
-
Bekanntgeworden ist ferner eine Einrichtung zum Behandeln von Schmelzen,
vorab zum Entschwefeln und Entphosphoren mit Hilfe eines Strahles von Wasserstoff
oder anderen reduzierenden Gasen in einer Kammer. Dabei wird Wasserstoffgas aus
Düsen schräg von oben auf das im unteren Teil der Behandlungskammer sich aufstauende
Schmelzbad geblasen. Die Desoxydation der Schmelze mit Wasserstoff verursacht eine
starke Aufgasung derselben mit teils schädlichen Folgen. Der Rühreffekt beim Einblasen
ist nicht zu vergleichen mit der zerteilenden Wirkung,
wie sie ein
explosionsartig verdampfender Stoff im Gießstrahl bewirkt.
-
Zum Stand der Technik gehören ferner Frischverfahren in Kataraktkolonnen.
Deren Zweck ist jedoch das Einführen von Sauerstoff in die Schmelze, während dieser
gemäß Erfindung ferngehalten werden soll. Kataraktkolonnen haben den Nachteil, daß
sehr oft die Schmelze in ihnen einfriert. Sie lassen sich also weder mit Zweck noch
Art des erfindungsgemäßen Verfahrens vergleichen.
-
Bekannt sind ferner die sogenannten Rinnenverfahren, wobei eine Metallschmelze
in einer zumeist offenen Rinne, beispielsweise mit Luftsauerstoff, Ferromangan,
Spiegeleisen usw., behandelt wird. Es ist ferner schon vorgeschlagen worden, zwecks
besserer Durchmischung Siebböden, Kaskadenfall oder eine Wirbeldüse in den »Metallbach«
einzubauen. Auch diese Art der Zugabe und Zuteilung kann nicht die gleiche Wirkung
haben wie die Behandlung in der Dampfphase und im Strahl. Bei den Rinnenverfahren
fehlt die Möglichkeit verdampfende Reaktionsstoffe so zuzusetzen, daß eine Zerteilung
der Schmelze auf kleine Tropfen erfolgt. Sie ermöglichen somit keine einwandfreie
Reaktion zwischen Schmelze und Dampfphase.
-
Bekannt sind ferner Stranggießverfahren, kombiniert mit der Umwandlung
von flüssigem Roheisen in Stahl durch Behandlung mit oxydierenden und reduzierenden
Mitteln, die mit Hilfe von Injektionsdüsen oder eines Stranges in die flüssige Schmelze
eingebracht werden, wobei die Schmelze den Reaktionsraum völlig ausfüllt. Diese
Einführungsmethode ist mit dem »Einschieben« in Pfannen zu vergleichen und besitzt
auch dessen Nachteile, wie Explosionsgefahr, Verstopfungsgefahr, d. h. Pfropfenbildung.
Es kann sich auch kein mit Dämpfen erfüllter Reaktionsraum ausbilden.
-
Bekannt ist ferner ein Verfahren zum Mischen von Metallschmelzen mit
anderen, vorab mit spezifisch leichteren Metallschmelzen. Bei diesem Verfahren wird
der innere Strahl zwecks Bildung einer Schutzhülle von beispielsweise Leichtmetall
mit Hilfe einer Ringdüse mit einem konzentrischen parallelen Strahl der schwereren
Schmelze eingehüllt. Eine Mischung findet erst im sich aufstauenden Bad am Boden
des Schmelzbadbehälters statt. Ein feines Zerteilen und Zerspritzen kann deshalb
nicht erfolgen und ist auch nicht gewünscht. Auch ist es kaum möglich, mit diesem
Verfahren Gasreaktionen durchzuführen.
-
Bekannt ist ferner ein Verfahren zum Entschwefeln von flüssigem Eisen
durch Einführen flüssiger Alkalien oder Alkaliverbindungen mit Hilfe einer Pulverspritzpistole.
Ebenfalls bekannt geworden ist das Einbringen von Halogeniden in Metallschmelzen
ohne nähere Angaben über das Verfahren. Der Zusatz solcher Halogenide erfolgt jedoch
nicht unter Abschluß der Luftatmosphäre. Die in eine Pfanne eingeworfenen Halogenide
verdampfen meist schlagartig. Die dabei entstehenden Dämpfe belästigen das Bedienungspersonal
im Schmelzraum und gehen der Reaktion verloren. Die Einwirkung auf die Schmelze
ist sehr unvollkommen.
-
Diese Nachteile sollen durch das Verfahren gemäß Erfindung behoben
werden. Sein Bereich umfaßt Verfahren zum Behandeln von Metall-, insbesondere Stahlschmelzen,
zwecks Bedienung, Desoxydation, Ausbildung feinst und gleichmäßig verteilter Kristallisationskeime
bildender Einschlüsse sowie zwecks Einbringung von Legierungselementen in gleichmäßiger
Verteilung. Dies geschieht in mindestens einer feuerfest ausgekleideten vertikal
angeordneten Durchflußreaktionskammer und ist dadurch gekennzeichnet, daß die Metallschmelze,
welche die unter schwachem überdruck eines Schutzgases stehende Reaktionskammer
strahlförmig durchfließt, mittels mindestens eines annähernd senkrecht zu ihrer
Bewegungsrichtung gerichteten Strahlen von mindestens teilweise bei der Temperatur
der Metallschmelze verdampfenden Reaktionsmitteln, die aus flüssigen oder geschmolzenen
Metallsalzen, wie Boriden oder Halogeniden, bestehen, welche mit der Metallschmelze
oder mit zusätzlich eingeführten reduzierenden Metallen, z. B. Alkali- oder Erdkalimetallen
oder Aluminium, Legierungselemente oder gasbindende oder gleichmäßig und feinstverteilte
Kristallisationskeime bildende Reaktionsprodukte ergeben, die zu feinen Metalltropfen
zerteilt wird.
-
Das erste Merkmal betrifft die gegen die Außenatmosphäre abgeschlossene,
unter schwachem Oberdruck stehende Reaktionskammer, in der in einer kontrollierten,
gegen Luftzutritt geschützten Atmosphäre eine Dampfatmosphäre aus den Reaktionsstoffen,
die bei der Zerteilung der Schmelze benötigt werden, aufgebaut wird.
-
Das zweite Merkmal betrifft die Art der Zuführung und Zerteilung im
kontinuierlichen Fließvorgang in Form eines Strahles der Schmelze einerseits und
eines annähernd senkrecht darauf gerichteten Strahles flüssiger Reaktionsmittel
andererseits. Dadurch wird die Schmelze in kleine Teile, zumeist in kleinste Tropfen
zerrissen.
-
Unter diesen Bedingungen entstehen in der Reaktionskammer feinst und
gleichmäßig verteilte Stoffe durch Reaktionen der Dämpfe und der zerteilten Schmelze,
sei es durch Reaktionen der Dämpfe der Zusatzstoffe (z. B. Metallsalze, Halogenide)
mit der Schmelze direkt oder mit zusätzlich eingebrachten reduzierenden Metallen
(z. B. Aluminium, Alkalien, Erdalkalien), wobei die auf beide Arten - aus der Dampfphase
oder durch die explosionsartige Zerteilung in (einst zerteilter Form - entstehenden
Reaktionsprodukte über eine große Oberfläche mit der Schmelze in Wechselwirkung
treten, bzw. von dieser aufgenommen werden.
-
Die besondere Art der Zerteilung auf eine große Oberfläche, gekoppelt
an die Reduktion der Reaktionsstoffe, führt zu einer besonders gleichmäßigen und
feinverteilten Einführungsform der entstehenden Reaktionsprodukte in die Schmelze.
Eine nur annähernd ähnliche Möglichkeit ist durch keines der bekannten Verfahren
geboten. Die weitgehende Anpassungsfähigkeit, die eine solche Reaktion zwischen
Dämpfen und großer Metalloberfläche bei der Ausbildung feinstverteilter und absolut
gleichmäßig in die Schmelze einzubringender Reaktionsprodukte ermöglicht, ist durch
keines der Pfannen-, Lanzen-, Herd- oder Rinnenverfahren möglich. Bei keinem der
bekannten Verfahren sind die Möglichkeiten, die unter einer solchen kontinuierlich
verlaufenden Großoberflächen-Reaktion entstehen, erkannt und angestrebt worden.
Jedes dieser Verfahren kann höchstens annähernd eine Teillösung des Verfahrens gemäß
Erfindung erfüllen, wobei praktisch bei jedem Verfahren irgendein integrierender
Schritt fehlt, z. B. die von Luftzutritt geschützte Atmosphäre, die hochkonzentrierte
Dampfatmosphäre und die Feinstzerteilung.
Bei dieser Reaktion kann
z. B. flüssiges Titanchlorid mit einer Stahlschmelze so reagieren, daß das Titan
infolge des großen überschusses an Eisen als Legierungselement in die Schmelze geht,
wobei Eisenchlorid entsteht. Die Reaktion verläuft besser, wenn der Schmelze erfindungsgemäß
starke Desoxydationsmittel, wie z. B. Aluminium oder Metalle der Alkali- und Erdalkaligruppe
zugesetzt werden. Hierbei wird das Chlor durch solche Reduktionsmittel quantitativ
gebunden, und das frei werdende Legierungselement gelangt direkt in die Schmelze.
-
Erfindungsgemäß ist es daher zweckmäßig, in den Reaktionsraum, in
den die zu behandelnde Schmelze einläuft oder welchen sie durchfließt, gleichzeitig
mit den Halogeniden starke Desoxydationsmittel einzuführen, die imstande sind, die
eingebrachten Halogenide direkt zu Metallen zu reduzieren. Auf diese Weise können
z. B. Halogenide von Titan, Niob, Zirkon, Tantal, Wolfram und Vanadin direkt mit
Magnesium _ zu den metallischen Elementen reduziert werden.
-
Die Vorteile, die das vorgeschlagene Verfahren bietet, sind nicht
nur die Möglichkeit, Legierungselemente auf diese Weise aus Halogeniden direkt zu
reduzieren und die so entstandenen Metalle im statu nascendi direkt in die Schmelze
einzubringen, sondern man kann die so entstandenen Legierungselemente ganz oder
teilweise in Kristallisationskeime bildende, feinstverteilte Verbindungen umwandeln.
So kann man beispielsweise zugleich mit Titantetrachlorid Tetrachlorkohlenstoff
und/oder Stickstoff in den von der Schmelze durchflossenen Reaktionsraum einbringen.
-
Bei dem angeführten Beispiel gelangen in die Schmelze außer metallischem
Titan feinstverteilte gleichmäßige Keime von Titankarbid, die von einer Reaktion
zwischen Titantetrachlorid und Tetrachlorkohlenstoff stammen, und Keime von Titannitrid,
die von einer Reaktion zwischen TiC14 und N2 stammen.
-
Auch andere Legierungselemente, insbesondere Niob, Tantal, Vanadin,
Wolfram, Metalle der seltenen Erden können direkt, teilweise oder zum größten Teil
im Reaktionsraum nach oben angeführtem Beispiel unter Kontrolle in Kristallisationskeime
umgewandelt werden. Mit keinem der bekannten Verfahren ist es annähernd möglich,
einen Reaktionsraum auszubilden, welcher die beispielsweise angeführten Reaktionen
in kontinuierlich kontrollierter Weise durchzuführen gestattet.
-
In F i g. 1 ist eine beispielsweise Vorrichtung, die zur Durchführung
des Verfahrens verwendet werden kann, dargestellt.
-
Die in einem oberen Gefäß 25 befindliche Schmelze 44 gelangt bei angehobenem
Stopfen 27 durch die Öffnung 63 in den Reaktionsraum 4. In diesem sind die Zuleitungen
57 zum Einbringen von flüssigen Reaktionsstoffen und 3 zum Einführen eines Stranges
1 vergesehen. Ferner ist eine Zuleitung 48 mit Austrittsöffnung 50 zum Einbringen
von Stickstoff und andern Reaktionsgasen oder inerten Gasen vorgesehen, die aus
der Stahlflasche 47 über den Hahn 49 eingeleitet werden.
-
Meist ist es von Vorteil, in Fällen, wo kein Stickstoff eingeleitet
wird, wenigstens inerte Gase wie z. B. Argon in den Raum 4 einzuleiten, damit die
Schmelze beim Einfließen in diesem Raum eine Schutzgasatmosphäre vorfindet. Die
flüssigen Chloride, welche sich im Gefäß 37 befinden, können durch die Leitung 57
mit entsprechendem Druck dadurch gegen die Schmelze 45 gespritzt werden, .daß man
im Raum 59 des Gefäßes 37 mittels eines Gases aus der Druckflasche 39 über ein Regulierventil
40 einen erhöhten Druck erzeugt.
-
Alternativ können Cloride 43 auch mit Hilfe eines Druckgases aus dem
Gefäß 29 eingeführt werden. Dort steigen die flüssigen, oder geschmolzenen Chloride
über das Rohr 31 hoch und werden bei 32 mit entsprechender Geschwindigkeit gegen
den Strahl 430 der einfließenden Schmelze gespritzt. Die Ventile 40 und 35
können als selbsttätige, elektromagnetische oder pneumatischer Ventile ausgebildet
sein. Mit Hilfe von elektrischen Widerstandsheizungen 33, 34 und 38 können solche
Halogenide, die bei gewöhnlicher Temperatur fest sind, z. B. Niob-Pentachlorid,
geschmolzen werden. 1 oder 55 ist je ein Strang von Magnesium oder einem anderen
Reduktionsmittel, der über Rollen 2 oder 56 vorwärts bewegt wird.
-
Es ist erfindungsgemäß auch möglich, die Halogenide in Form eines
Stranges einzuführen, der z. B. aus einem mit Niob-Pentachlorid gefüllten Aluminiumrohr
besteht. Dies ist z. B. dadurch möglich, daß man ein Aluminiumrohr auf etwa 200°
C erwärmt, auf der einen Seite eine Vakuumpumpe schaltet und das freie Ende in geschmolzene
Halogenide taucht.
-
Sobald das Rohr mit Halogeniden erfüllt ist, läßt man diese erstarren
und erhält so ein mit Halogeniden erfülltes, zur Durchführung des erfindungsgemäßen
Verfahrens geeignetes Aluminiumrohr.
-
Die über der Aussparung 62 oder über dem Raum 18 entstehende Atmosphäre
wird über den Raum 22 oder 19 und über Rückschlagventile 24 und
20 an die Außenatmosphäre abgeblasen. Es ist dabei von Vorteil, die Behälter
19 und 22 mit Filterstoffen 21, 23 zu füllen, um schädliche und unangenehme Abgase
zu vernichten. Üblicherweise wird man diese Gase in Rohrleitungen über das Dach
der Gießerei führen oder in einen Absorptionsturm einleiten.
-
Die behandelte Schmelze 46 sammelt sich in der mit einer Ausmauerung
12 versehenen Pfanne 13.
-
In der Figur bedeuten weiter: 4 erster Reaktionsraum, 9 zweiter
Reaktionsraum zur Durchführung des Verfahrens nach Patentanspruch und Unteranspruch
4, 5, 6 und 7. Iri beiden Reaktionsräumen ist es möglich, über Zuleitungen 50, 57,
3, 51,.32 und 54 gleichzeitig oder hintereinander feste, flüssige oder gasförmige
Reaktionsstoffe einzuführen. -,!1: .
-
In der Figur bedeuten außerdem: 5 Raum zur Aufnahme der Schmelze 6
mit dem Abfluß 7, der durch die Wandungen 8 gebildet wird, 10 Abfluß des Raumes
9, der durch die Wandungen 11 entsteht; 14 Deckel, welcher die Pfanne 13 gegen die
Außenatmosphäre abschließt; 15 Ausmauerung des Deckels; 16 Handgriff zur Betätigung
des Stopfens 17; 26 Wandung; 28 Handgriff zur Betätigung des Stopfens 27; 30 und
41 Einfülldeckel der Gefäße 29 und 37; 51 und 52 Zuleitungen für inerte Gase oder
Stickstoff in den Reaktionsraum 9 mit Absperrorgan 53; 58 austretender Strahl der
Halogenide, der mit hoher Kinetik gegen den flüssigen Strahl der Schmelze 45 spritzt
und dabei diese zerteilt; 61 Ausmauerung des Reaktionsraumes 4, in welchen die zu
behandelnde Schmelze über die Öffnung 63 einfließt.
-
Dieses Verfahren eignet sich auch zum direkten Einbringen von Legierungselementen
in Metallschmelzen, die in dem Reaktionsraum auch aus
anderen Stoffen
als Halogeniden reduziert werden. So ist es möglich, z. B. aus Borax durch gleichzeitige
Einwirkung von Magnesium oder andern Alkalimetallen direkt Bor in die Schmelze zu
bringen.
-
F i g. 2 zeigt eine andere beispielsweise Vorrichtung zur Durchführung
des Verfahrens. Sie unterscheidet sich von der F i g. 1 vor allem dadurch, daß bei
ihr granulierte und pulverförmige Stoffe in den Reaktionsraum 9 eingebracht werden
können.
-
Aus dem Vorratsbehälter 44 gelangen die pulverföhnigen oder granulierten
Stoffe über die Förderschnecke 39 in das Einführungsrohr 36, wobei sie mit einem
Strahl von Fördergasen, z. B. Argon oder Stickstoff, die aus der Stahlflasche 38
entnommen und in den Raum 9 gefördert werden. Die Fördergase, die auch Reaktionsgase
sein können, werden über das Ventil 37 und die Düse 35 in das Rohr 36 eingeleitet.
-
Es entspricht ferner dem Grundgedanken des Verfahrens, wenn solche
Stoffe mit Hilfe einer derartigen Einblasevorrichtung auch in den Raum 4 eingeführt
werden.
-
In der F i g. 2 sind 1 ein Behälter mit dem Verschluß 2, für flüssige
Metallsalze, 3 die Metallschmelze, 4 ein erster Reaktionsraum, in den die Schmelze
41 bei angehobenem Stopfen 27 eintritt, 42 der durch die Behandlung zerteilte Strahl
der Schmelze, 5 ein Sammeltrichter, 8 das Mauerwerk, 6 die Schmelze und 7 der Austritt
der Schmelze in den unteren Reaktionsraum 9. 40 ist der durch die Behandlung zerteilte
Strahl im zweiten Reaktionsraum. 10 ist die durch die Ausmauerung 11 gebildete
Abflußöffnung. 12 ist die Ausmauerung der Pfanne 13, die durch den mit der
Ausmauerung 15 versehenen Deckel 14 verschlossen ist. 16 ist ein Handgriff
zur Betätigung des Stopfens 17. 18 ist der Gasraum über der Schmelze, der aus Chloriddämpfen
und/oder Metalldämpfen und/oder inerten Gasen besteht. Der Überdruck aus dem Raum
18 entweicht über dem Filter 19 mit dem Rückschlagventil 20 über die Filtermasse
21 ins Freie. Desgleichen kann der Überdruck aus den Reaktionsräumen
4 und 5 über Filter 22, Filtermasse 23 und das Rückschlagventil
24 ins Freie entweichen. 25 ist die Ausmauerung des Beckens 26. 27
ist ein durch den Handgriff 28 betätigter Stopfen. 290 ist ein Absperrorgan gegen
die Zuleitung von Druckgasen zur Förderung der geschmolzenen Stoffe -3. 30 ist eine
elektrische Heizung zum Schmelzen der Stoffe im Behälter 1. 32 ist eine Einblasdüse
für die flüssigen Stoffe aus dem Behälter 3 über die Düse 31 gegen den Strahl der
Schmelze 42. 33 ist ein Druckgasbehälter, 34 ein Absperrorgan und 43 die in der
Pfanne 13 gesammelte behandelte Schmelze.
-
Das erfindungsgemäße Verfahren ermöglicht durch die Zerteilung des
Schmelzenstrahles auf eine große Oberfläche und die dadurch erzielten innigen Reaktionen
mit der Dampfphase von Reaktionsstoffen unter Luftabschluß, die Entgasung, Desoxydation
usw. an größeren Stahlmengen von mehreren Tonnen in Durchlaufzeiten von wenigen
Minuten durchzuführen. Auf diese Weise ist es möglich, in der Schutzatmosphäre z.
B. durch reaktive, - d. h. an der Luft zersetzliche bzw. mit der Luft reagierende
Stoffe -, Legierungselemente in gleichmäßig und feinstverteilter Form in die Schmelze
einzubringen. Keines der bisherigen bekannten Verfahren wird mit einer Reaktionsatmosphäre
durchgeführt, in der Reaktionsdämpfe, Schmelzenteilchen und Reaktionsstoffe wie
in einem Emulgator miteinander innig vermischt werden. Mit dem erfindungsgemäßen
Verfahren gelingt es, gesteuerte, kontinuierliche und kontrollierbare Reaktionen
der verdampfenden und möglicherweise explodierenden Reaktionsstoffe mit der Schmelze
oder mit zusätzlich eingebrachten metallischen Reduktionsmitteln durchzuführen,
deren Reaktionsprodukte in der Schutzgasatmosphäre mit der Schmelze in Wechselwirkung
treten und so in gleichmäßig und feinstverteilter Form in die Schmelze eingebracht
werden können.