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Spiegelabdeckvorrichtung für ein Spiegelteleskop Der Reflektor oder
Spiegel von Spiegelteleskopen wird üblicherweise abgedeckt, wenn das Teleskop nicht
benutzt wird. Eine insbesondere für Teleskope mit Spiegeln größeren Durchmessers
besonders geeignete Methode besteht darin, die Abdeckung mit sektorförmigen Abdeckgliedem
vorzunehmen, die einzeln um den äußeren Umfang des Spiegels, zweckmäßig in einem
Rahmen oder Gehäuse, gelenkig angebracht sind und die, je nach der gewünschten
öffnungsweite, auf den Spiegel zu oder von ihm weg bewegt werden können. In geschlossener
Lage nehmen die Abdeckglieder eine gemeinsame Ebene ein und bedecken den Spiegel,
während sie in voll geöffneter Stellung in verschiedenen Ebenen stehen und den Spiegel
ganz oder im wesentlichen ganz freigeben.
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Wenn die Abdeckglieder von der Schließ- in die öffnungsstellung gebrachtwerden,
so drehen sie sich um die am äußeren Umfang des Spiegels gelenkig angeordnete Kante,
und dies hat zur Folge, daß zwischen nebeneinanderliegenden Kanten der Abdeckglieder
Zwischenräume entstehen. Da bei einigen Verwendungsarten solcher Teleskope es wünschenswert
ist, eine veränderbare Spiegelöffnung zu haben, d. h. die dem Licht ausgesetzte
Fläche des Spiegels zur Anpassung an verschiedenartige Bedingungen variieren zu
können, würden die in Zwischenstellungen zwischen der vollständigen Abdeckung und
der vollständigen Öffnung vorhandenen Spalte zwischen den Abdeckgliedern sehr hinderlich
sein.
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Es ist Gegenstand der vorliegenden Erfindung, die bekannte Abdeckungsvorrichtung
mit sektorförmigen Abdeckgliedern derart abzuändern, daß bei einer Bewegung der
Abdeckglieder die zwischen ihnen gebildeten Zwischenräume ständig bedeckt sind,
so daß die Vorrichtung als eine kombinierte Spiegelabdeckungs- und veränderliche
Blendenvorrichtung dienen kann.
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Es sind vor allem in der Fototechnik sogenannte Irisblenden bekannt,
bei denen bei der Einstellung auf verschiedene Lichtdurchtrittsöffnungen die Lamellen
sich so weit übergreifen, daß zwischen ihnen keine Zwischenräume entstehen. Bei
abgewandelten Ausführungen sind durch die Bewegung der Hauptlamellen gesteuerte
Hilfslamellen vorgesehen, die die Öffnungen bedecken, die ohne ihr Vorhandensein
entstehen würden. Derartige Blenden, deren lamellenförmige Abdeckglieder nur in
einer Ebene parallel zur abzudeckenden Fläche liegen und bewegt werden können, sind
aber für Spiegelteleskope größeren Durchmessers nicht zu gebrauchen, weil sie in
der Stellung »ganz offen« den an sich schon sehr großen Vorrichtungsdurchmesser
noch um einen erheblichen Prozentsatz vergrößern würden. Eine andere bekannte Art
der Abdeckung bedient sich eines rund gebogenen Kammes aus Federblech mit nach innen
gebogenen Spitzen. Das öffnen und Schließen der Blende geschieht in diesem Fall
mit einem Glaskegel, der die Kammspitzen mehr oder weniger weit auseinanderdrückt.
Auch eine solche Anordnung ist natürlich für die Abdeckung von Spiegelteleskopen
nicht verwendbar.
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Die Erfindung geht von dem Gedanken aus, die bei der Bewegung der
Abdeckglieder entstehenden, je nach der öffnungsstellung verschieden großen
und in verschiedenen Winkeln zur Spiegelfläche Regenden Zwischenräume durch zusätzliche
Zwischenglieder abzudecken, die auf der einen Seite mit den jeweils zugehörigen
Abdeckgliedem verbunden sind und infolge ihrer Flexibilität Spalte jeder Größe zudecken.
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Demnach betrifft die Erfindung eine Spiegelabdeckvorrichtung für ein
Spiegelteleskop mit sektorförmigen, einzeln mit ihrer tangentialen Kante an der
Peripherie des Spiegels gelenkig angeordneten Abdeckgliedern, die aus einer Schließstellung,
in der sie eine gemeinsame Ebene einnehmen, durch Herausschwenken aus dieser gemeinsamen
Ebene in eine Öffnungsstellung gebracht werden können. Diese Vorrichtung zeichnet
sich dadurch aus, daß an der
radialen Kante eines jeden Abdeckgliedes
ein sektorförmiges flexibles Zwischenglied, dessen bogenförmige Kante gegen das
Spiegelinnere weist, befestigt ist, so daß die bei jeder Öffnung zwischen den Abdeckgliedern
0 entstehenden Spalte abgedeckt sind.
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Vorzuasweise sind die Abdeckglieder mit Führungen versehen, in denen
die Zwischenglieder gleiten.
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Eine Ausführungsform der vorliegenden Erfindung ist nachstehend beispielsweise
und unter Bezugnahme auf die schematische Zeichnung beschrieben. Es stellen dar
Fig. 1 und 2 zwei Stellungen der Abdeckglieder einer bekannten Abdeckvorrichtung,
von welcher die Erfindung ausgeht, F i g. 3 und 4 die Vorrichtung nach der
Erfindung mit einer der Darstellung in F i g. 1 und 2 entsprechenden Stellung
der Abdeckglieder.
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Bei der bekannten und den Stand der Technik darstellenden Ausführungsform
nach den F i g. 1 und 2 ist der Umriß eines Teleskopspiegels durch den Kreis
1 dargestellt. Eine Reihe von sektorförmigen Abdeckgliedem 2 bedecken den
Spiegel. Die Abdeckglieder 2 sind in der gezeigten Stellung der maximalen Abdeckung
keine vollständigen Sektoren, da eine kleine Mittelöffnung bleibt. In diesem Fall
entspricht diese öffnung einer Öffnung im Spiegel selbst, durch welche Licht eintreten
kann, wenn das Teleskop in Betrieb ist. Die Erfindung ist jedoch nicht auf eine
derartige Anordnung beschränkt, und die Abdeckglieder können innerhalb geeigneter
Grenzen vollständig sektorförmig sein, um, falls gewünscht, den Spiegel völlig zu
bedecken.
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Die Abdeckglieder 2 sind am Umfang des Spiegels, z. B. in einem Rahmen
oder Gehäuse, gelenkig angeordnet und können jedes synchron durch Mittel bewegt
werden, die nicht gezeigt sind und z. B. aus mechanisch betätigten Stäben bestehen
können, die von einer gemeinsamen Welle angetrieben werden und aus einer Anzahl
von einzelnen Wellen, die durch Universalgelenke verbunden sind, bestehen.
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Aus F i g. 2 ist ersichtlich, daß die Abdeckglieder, vom Spiegel
weg bewegt, diesen mehr und mehr freigeben und in ihrer Endstellung fast rechtwinklig
zum Spiegel stehen. Dadurch, daß die Abdeckglieder vom Spiegel weg bewegt werden,
wird eine zunehmend größere Fläche des Spiegels freigegeben, und es entstehen dabei
Spalte oder Zwischenräume 4, die es unter anderem verhindern, daß die Anordnung
auch als veränderliche Blende verwendet werden kann.
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Den Abdeckgliedern 2 sind flexible sektorförinige Zwischenglieder
5 hinzugefügt, die die Zwischenräume 4 abdecken, wenn die Abdeckglieder bewegt
werden, und die jeweils mit einer Kante 5 b an einer radialen Kante
eines Abdeckgliedes befestigt sind. Ihre bogenförmigen Kanten 5
a weisen dabei gegen das Spiegelinnere.
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Wenn die Abdeckglieder in die Schließ- oder Öffnungsrichtung bewegt
werden, gleiten die flexiblen Zwischenglieder 5 über die Oberfläche der Glieder
2 und bedecken ständig die sonst zwischen letzteren entstehenden Zwischenräume 4.
Dabei können die Glieder 5 in nicht dargestellten Führungen an den Abdeckgliedern
2 gleiten, welche dazu dienen, die Zwischenglieder 5 mit den Abdeckgliedern
2 in Berührung zu halten, wenn letztere bewegt werden.
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Der Ausdruck «sektorförmig» ist auch bezüglich der Zwischenglieder
nur als allgemeiner Gestaltungshinweis aufzufassen. Diese Zwischenglieder müssen
nicht geometrisch genaue Sektoren einer Kreisfläche sein.
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Der besondere Vorteil der Erfindung wird darin gesehen, daß bei Bewegung
der Abdeckglieder die zwischen ihnen entstehenden Zwischenräume jederzeit bedeckt
werden, wodurch die Anordnung als kombinierte Abdeck- und variable Blendenvorrichtung
dienen kann.