-
Wasch- und Schleudermaschine Die Erfindung betrifft eine Wasch- und
Schleudermaschine, in deren um eine vertikale Achse rotierende geschlossene Außentrommel
koaxial eine mitrotierende Siebtrommel zur Aufnahme des Waschgutes eingesetzt ist,
wobei der zwischen den Trommeln liegende Raum als Flüssigkeitsführungskanal dient.
Die Maschine nach der Erfindung soll sich zum Waschen und Zentrifugieren von Wäsche
eignen, ohne daß zwischen diesen Arbeitsvorgängen die Wäsche aus der Maschine genommen
zu werden braucht. Die Erfindung zielt auch darauf ab, ein besonders schonendes
Waschen der Wäsche zu ermöglichen, wobei diese keinerlei mechanischer Beanspruchung
durch bewegte, insbesondere rotierende Teile ausgesetzt ist. Hierfür ist es schon
bekannt (vgl. österr. Patentschrift 192 882), die Richtung der mittels einer Pumpe
erzeugten Strömung der Waschflüssigkeit im Waschbehälter durch eine Umsteuereinrichtung
periodisch zu ändern. Diesem Zweck dient ein drehbarer, von der Waschflüssigkeit
selbst betätigter Steuerkörper, der die Flüssigkeit nacheinander an verschiedenen
Stellen dem Waschbehälter zuführt.
-
Es wurde aber erkannt, daß die periodisch wechselnde Zufuhr der Waschflüssigkeit
an einzelnen bestimmten Stellen nicht immer ausreicht, um den gewünschten Wascheffekt
zu erzielen, und daß es günstiger ist, die Waschflotte durch die gesamte Siebwandung
alternierend zu- bzw. abzuführen. Dies wird erfindungsgemäß im wesentlichen dadurch
erreicht, daß bei der an sich bekannten Erzeugung der Flüssigkeitsströmung durch
mit dem Trommelboden verbundene Schaufeln zur periodischen Änderung der Strömungsrichtung
zusätzlich besondere Leitkanäle außen am geschlossenen Trommelmantel angebracht
sind und eine selbsttätige Ventil- oder Schiebersteuerung unter dem Trommelboden
innerhalb der rotierenden Trommelteile vorgesehen ist.
-
Die Waschflüssigkeit durchsetzt also in kurzen Zeitabständen das Waschgut
in beiden Richtungen, wobei die Schmutzteilchen beim dauernden Durchtreten der Waschflüssigkeit
durch das Waschgut aufgelockert, gelöst und abgeführt werden, ein Vorgang, der das
Waschgut mechanisch nicht beansprucht und daher schont. Die Waschmaschine dient
auch als Zentrifuge, wozu nach dem Spülen, das genauso wie das Waschen, jedoch unter
Zu- und Abfuhr von Frischwasser ausgeführt wird, das Wasser abgelassen und die weitere
Zufuhr von Frischwasser unterbunden wird.
-
An sich könnte für die Förderung der Waschflüssigkeit in die rotierende
.Siebtrommel eine besondere Pumpe angeordnet werden. Einer der besonderen Vorzüge
der Maschine nach der Erfindung besteht aber in der Maßnahme, die rotierenden Trommeln
als Teile einer Pumpe auszubilden, die im Zusammenwirken mit der Ventil- oder Schiebersteuerung
die Förderung der Waschflüssigkeit entlang bestimmter Strömungswege bewirkt.
-
Der Steuermechanismus für die Waschflüssigkeit kann verschieden ausgebildet
sein. Beispielsweise besteht er aus mindestens einem hinsichtlich der vertikalen
Trommelachse inneren und einem äußeren, abwechselnd geöffneten und geschlossenen
Tellerventil, wovon das innere Ventil den Zufluß der Waschflüssigkeit zur Siebtrommel
infolge der Wirkung der Pumpvorrichtung und das äußere Ventil den Abfluß der Waschflüssigkeit
aus der rotierenden Trommel infolge der Fliehkraft nach außen ermöglicht. Es kann
aber auch, wie an sich bekannt, eine Schiebersteuerung vorgesehen sein.
-
Für den Antrieb der rotierenden Trommel und der Siebtrommel ist eine
unterhalb der Trommel liegende, vertikale Hohlwelle vorgesehen, die von einer Steuerwelle
für den Antrieb der nockengesteuerten Ventile oder für den Antrieb der Schieber
durchsetzt ist, wobei die Drehzahl der Steuerwelle gegebenenfalls geringer als die
der Hohlwelle ist.
-
Die rotierende Trommel ist zweckmäßig von einem äußeren stillstehenden
Doppelmantel umsehlossen, der oben und unten durch Strömungswege mit dem Inneren
der rotierenden Trommel in Verbindung steht. Hierdurch ist der Kreislauf der Wasch-
oder Spülflüssigkeit sichergestellt.
-
Ein Ausführungsbeispiel der Erfindung wird nachstehend an Hand der
Zeichnung näher erläutert, die
einen Vertikalschnitt durch ein Ausführungsbeispiel
zeigt.
-
Die Wasch- und Schleudermaschine besitzt ein Gestell 1, auf dem ein
feststehender, zylindriszher Doppelmantel 2 angeordnet ist. Dieser besteht aus den
Wänden 2a, 2b und ist mit einem Wasserzulauf 3 und einem Wasserablauf
4 versehen. Im Doppelmantel 2 ist eine rotierende Siebtrommel 5 eingesetzt,
die von einer mit gleicher Geschwindigkeit rotierenden Trommel 6 umschlossen ist.
Zwischen dem Boden 7 der Siebtrommel und dem sich nach unten konisch verjüngenden
Boden 8 der rotierenden Trommel 6 ist ein Raum 9 gebildet, der durch
eine Öffnung 10 mit dem Inneren 11 des äußeren Doppelmantels in Verbindung
steht. Die im Doppelmantel befindliche Flüssigkeit kann daher jederzeit in den Raum
9 gelangen. Der Boden 8 der rotierenden Trommel 6 ist mit einer Anzahl radial
sich erstreckender Schaufeln 12 versehen, die mit diesem Teil der Trommel
6 ein Pumpen- oder Lüfterrad bilden.
-
In der Mitte des Innenraums der Maschine ist ein Hohlkörper 13 angeordnet,
der eine günstige Verteilung der Wäsche beim Einlegen in die Maschine ermöglicht.
Er dient auch dafür, daß die Wäsche in der Nähe der Siebwand zu liegen kommt. Unterhalb
des Hohlkörpers 13 ist eine Nockenscheibe 14 gelagert, die von einer
vertikalen Steuerwelle 15 angetrieben ist. Letztere durchsetzt eine Hohlwelle
16, die zum Antrieb der rotierenden Trommel 6 mit der Siebtrommel 5 dient.
Beide Wellen sind von einer Hülse 17 umschlossen. Ein Lager 18 mit Stopfbüchse
trägt die rotierenden Teile.
-
Unterhalb des Siebbodens sind mindestens zwei Doppelventile 19, 20
vorgesehen, die durch horizontale Ventilstangen 21, 22 mit der Steuerfläche der
Nockenscheibe 14 im Inneren des Hohlkörpers 13 in Verbindung stehen.
Die beiden inneren Ventile 19
geben in geöffneter Stellung einen Strömungsweg
vom Raum 9 zwischen den beiden Böden 7 und 8 zu dem Raum 24 zwischen der
Siebtrommel und der rotierenden Trommel frei. Die im Raum 9 befindliche Waschflüssigkeit
dringt, sobald die Trommel 6 zu rotieren beginnt, durch die perforierte Wand
der Siebtrommel 5 in deren Inneres und durchsetzt damit die hier befindliche Wäsche.
Werden nun die Ventile 19 geschlossen und die Ventile 20 geöffnet, so strömt
die Waschflüssigkeit infolge der Wirkung der Zentrifugalkräfte aus dem Siebtrommelinneren
durch die Ventile 20 durch die Wand der Trommel 6 nach außen und gelangt über einen
am Trommelmantel angeordneten vertikalen Kanal 23 nach oben in einen ringförmigen
Hohlkörper 26 und von diesem über einen Spalt 27 in das Innere des Doppelmantels
2. Die in diesem befindliche, bis zur Marke 28 eingefüllte Waschflüssigkeit
war bereits beim Öffnen der Ventile 19 in den Innenraum 9 nachgeströmt.
-
Anschließend werden wieder die Ventile 20 geschlossen und die Ventile
19 geöffnet, so daß die umlaufende Waschflüssigkeit dauernd die Wäsche durchsetzt.
Da die Ventile mit Absicht rasch zum öffnen und Schließen gebracht werden, wird
ein stoßartiges Durchdringen der Wäsche durch die Waschflüssigkeit herbeigeführt.
Etwa sich bildender Schaum kann durch eine ringförmige Öffnung 29 in den Doppelmantel
2 zurückgelangen.
-
Die Ventile werden beispielsweise siebenmal pro Minute betätigt, wozu
es bei Anordnung einer Nokkenscheibe mit nur einer Nocke erforderlich ist, daß sich
die Scheibe um sieben Umdrehungen pro Minute langsamer dreht als die Trommel
6. Zu diesem Zweck ist der nicht dargestellte Antriebsmotor mit zwei Keilriemenscheiben
versehen, die die Antriebswelle 16
und die Steuerwelle 15 antreiben
und so bemessen sind, daß der gewünschte Drehzahlunterschied erreicht wird.
-
Statt der beschriebenen und dargestellten Ventilsteuerung kann eine
Schiebersteuerung vorgesehen sein. In diesem Fall ist die Steuerwelle 15 statt mit
einer Nockenscheibe 14 mit einer Schnecke oder einem Schraubenrad versehen,
das über verschiedene Zwischenräder und je eine Welle zwei Schieber steuert, die
als Dreiwegehähne eine Verbindung zwischen dem Raum 9 und dem Raum
24 zwischen Sieb 5 und Trommel 6 oder zwischen dem Raum
24
und dem Inneren des Doppelmantels 2 herstellen. Auch hier sind die
Drehzahlen so gewählt, daß beispielsweise siebenmal in der Minute ein Wechsel der
Richtung der Waschflüssigkeit eintritt.
-
Die Waschlauge wird nach dem Waschvorgang durch Frischwasser ersetzt,
das dauernd zu- und abläuft. Hierdurch erfolgt ein gründliches und rasches Spülen
der Wäsche. Wird der Wasserzulauf geschlossen, so wirkt die Maschine bei geöffnetem
Ablaßhahn 4 als Schleudermaschine, ohne daß komplizierte Steuermechanismen erforderlich
sind. Die Maschine ist daher wenig störungsaufäfig und auch infolge ihres verhältnismäßig
einfachen Aufbaues billig herzustellen. Die Maschine ist in bekannter Weise mit
Heizeinrichtungen für die Waschlauge ausgerüstet und eignet sich auch zum Färben
von Textilien.