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Verschnürungsband für technische und medizinische Zwecke in Gestalt
eines mit doppelseitiger Längsverzahnung versehenen Flachbandes aus biegsamem Werkstoff
Die Erfindung betrifft ein Verschnürungsband für technische und medizinische Zwecke
in Gestalt eines mit doppelseitiger Längsverzahnung versehenen Flachbandes aus einem
biegsamen Werkstoff, z. B. aus Kunststoff oder dünnem Metallblech oder einem durch
Imprägnierung mit Kunststoff verstärkten Pnpier- oder Textilstreifen. Zum straffen
Umlegen des Flachbandes um einen Gegenstand, z. B. um den eingekrausten Oberrand
eines Beutels oder Sackes, ist das Durchsteckende in einen Längsschlitz des Bandes
einzuführen und bis zum Einrasten eines Zahnpaares der Längsverzahnung hinter das
Halteende straff anzuziehen. Bei den bekannten Verschnürungsbändern der vorgenannten
Ausführung ist entweder nur ein kurzer Längsschlitz oder eine Mehrzahl kurzer und
voneinander getrennter Längsschlitze von so geringer Breite vorhanden, daß man das
Durchsteckende des Flachbandes nur unter Verdrehung um 90° in einen solchen Schlitz
einführen kann. Um ein Zahnpaar der am Flachband vorgesehenen doppelseitigen Längsverzahnung
zum Einrasten hinter das Halteende zu bringen, muß man das Durchsteckende nach der
Einführung in den Längsschlitz wieder um 90C zurückdrehen. Dazu muß der Längsschlitz
aufgeweitet werden, so daß seine Kanten das Durchzugende entsprechend stark festklemmen.
Insbesondere wenn das Verschnürungsband nach dem Umlegen um den Gegenstand längere
Zeit in straff angezogenem Zustand bleibt, kann sich sein Durchsteckende in dem
betreffenden Längsschlitz leicht festklemmen.
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Wie die praktische Erfahrung gezeigt hat, läßt sich in solchen Fällen
das Verschnürungsband nicht mehr lösen, und man muß sein Durchsteckende an der Wurzel
des das Halteende hintergreifenden Zahnpaares abschneiden.
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Trotz dieser empfindlichen Mängel der als Flachband ausgebildeten
bekannten Verschnürungsbänder und trotz ihrer ungleich höheren Herstellungskosten
haben solche Bänder die früher allein übliche Verschnürung von Beuteln und Säcken
mit Hilfe glatter Schnüre oder Drähte, deren Enden gegebenenfalls zu einer Durchzugschlaufe
verknotet wurden, in vielen Fällen verdrängt. Denn bei den vorgefertigten Verschnürungsbändern
gestaltet sich das Umlegen um den Gegenstand einfacher als das von glatten Schnüren
oder Drähten, und vor allem ist die Befestigung nach dem Straffziehen sicherer.
Während bei einem Verschnürungsband mit Längsverzahnung die Befestigung des Bandes
selbsttätig durch Einrasten dieser Verzahnung hinter das Halteende erfolgt, muß
man die aus glatten Schnüren oder Drähten bestehenden Durchzugschlaufen nach dem
Straffziehen erst ver-
knoten, wobei erfahrungsgemäß die bereits umgelegte Schlaufe
sich gewöhnlich wieder etwas lockert.
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Die Erfindung bezweckt, die Vorzüge der bekannten als Flachband ausgebildeten
Verschnürungsbänder, also die bequeme Handhabung des Bandes beim Umlegen um einen
Gegenstand, voll auszunutzen sowie noch zu verbessern und andererseits die vorerwähnten
Schwierigkeiten, die beim Abnehmen der bekannten Flachbänder nicht selten auftreten,
mit Sicherheit zu vermeiden.
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Erfindungsgemäß besteht das mit doppelseitiger Längsverzahnung versehene
Flachband in der bei Durchzugschlaufen aus glatten Schnüren oder Drähten bekannten
Weise aus zwei durch einen durchgehenden Längsschlitz getrennten und nur an ihren
Enden miteinander vereinigten streifenartigen Teilen. Es weist ferner ein ungezähntes
Durchzugende auf, in das der Längsschlitz hineinreicht. Gegebenenfalls kann der
Längs schlitz außerhalb des Durchzugendes an beiden Längskanten mit einer Verzahnung
versehen sein.
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Wenn das Verschnürungsband zum Umlegen um einen Gegenstand mit sehr
glatter Oberfläche bestimmt ist, kann es sich empfehlen, an der am Gegenstand anliegenden
Fläche des Verschnürungsbandes eine an sich bekannte Riffelung oder eine sonstige
Aufrauhung vorzusehen.
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Da das Verschnürungsband nach der Erfindung im Gegensatz zu den vergleichbaren
Flachbändern aus zwei nur an ihren Enden zusammenhängenden und dementsprechend fast
auf die ganze Bandlänge getrennten streifenartigen Teilen besteht, lassen sich diese
beiden Streifen beim Umlegen des Flachbandes um einen Gegenstand an der Einführungsstelle
mit ganz geringfügigem Druck so weit auseinanderschieben, daß man das Durchsteckende
ohne Verdrehung um 900 in den Längsschlitz einführen kann. Da ferner der Längs schlitz
des erfindungsgemäßen Flachbandes bis in das Durchzugende hineinreicht und dieses
Ende keine Verzahnung aufweist, ist es in besonders hohem
Maße querelastisch.
Es hat in etwa die Gestalt einer einfachen Durchzugschlaufe aus glatten Schnüren,
so daß sich ebenso wie bei einer solchen Schlaufe seine beiden Teilstreifen beim
Einführen dieses Endes in den Längsschlitz ohne weiteres hintereinanderlegen können
und der Längsschlitz an der Einführungsstelle des Durchsteckendes praktisch kaum
aufgeweitet zu werden braucht. Sobald man mit der einen Hand das Durchzugende straff
zu ziehen beginnt, während die andere Hand das Halteende des zunächst lose umgelegten
Flachbandes festhält, rastet ein Paar der an den äußeren Längskanten des Bandes
oder der an den Längskanten des Längsschlitzes vorgesehenen Zähne hinter das Halteende
ein und verhindert ein Herausschlüpfen bzw. Zurückschnellen aus dem Längsschlitz.
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Zum Lösen des um einen Gegenstand gelegten und straff gezogenen Verschnürungsbandes
nach der Erfindung benutzt man das Durchsteckende als Halteende und zieht das Band
am eigentlichen Halteende noch eine Kleinigkeit straffer an. Dadurch wird die Reibung
und Klemmwirkung der Bandverzahnung am Halteende aufgehoben, und das Durchsteckende
gleitet, wenn man es losläßt, um ein Zahnpaar oder einige wenige Zahnpaare unter
der Einwirkung der im Bande vorhandenen Zugspannung von selbst im Halteende zurück.
Das Flachband nach der Erfindung liegt dann lose um den betreffenden Gegenstand
und kann bequem ganz abgenommen sowie beliebig oft wieder benutzt werden.
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Im Vergleich zu den als Flachband ausgebildeten bekannten Verschnürungsbändern
läßt sich das Verschnürungsband nach der Erfindung wesentlich einfacher mit nicht
unerheblicher Werkstofferspamis herstellen. Dazu kommen noch die vorstehend erläuterten
Vorzüge einer besonders einfachen Handhabung und der Möglichkeit zu einer beliebig
wiederholbaren Weiterverwendung. Da das Verschnürungsband nach der Erfindung im
vorteilhaften Gegensatz zu den für medizinische Zwecke bisher bekannten, mit Öse
und Schnalle oder mit Öse und Knebel ausgerüsteten Verschnürungsbändern weder auf
seiner Ober- noch auf seiner Unterfläche eine Wulst oder scharfe Kante bzw. Spitze
aufweist, eignet es sich hervorragend zur Verwendung als Kompressionsband.
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In der Zeichnung sind zwei Ausführungsbeispiele der Erfindung veranschaulicht,
wobei sich die F i g. 1, 2 und 5 auf das erste sowie Fig. 3, 4 und 6 auf das zweite
Beispiel beziehen. Es zeigen F i g. 1 und 2 ein als Flachband ausgebildetes Verschnürungsband
in Draufsicht bzw. Seitenansicht, F i g. 3 und 4 ein ähnliches Verschnürungsband
mit abgeänderter Längsverzahnung in gleicher Darstellungsweise, F i g. 5 und 6 das
betreffende Verschnürungsband in perspektivischer Darstellung nach Umlegen um eine
Beutelkrause.
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Bei beiden Ausführungsbeispielen weist das aus einem biegsamen Kunststoff
in einer Spritzgußform, Gesenkpresse oder Stanzmaschine hergestellte Flachband 1
ein ungezähntes Durchsteckende 2 und ein Halteende 3 auf sowie einen Längsschlitz
4, der bis an das Halteende 3 und in das Durchsteckende 2 hineinreicht. Das durch
den Längsschlitz 4 in zwei streifenartige, nur an den Enden 2 und 3 zusammenhängende
Teile getrennte Flachband 1 ist in seinem Mittelteil mit einer Verzahnung 5 versehen.
Bei dem einen Aus-
führungsbeispiel tragen nur die äußeren Längskanten 6 des Flachbandes
1 eine solche Verzahnung, beim anderen Ausführungsbeispiel außerdem auch die Längskanten
6' des Längsschlitzes 4 eine ähnliche Verzahnung 5'.
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Im Halteende 3 des Flachbandes 1 sind eine oder einige Aussparungen
7 vorgesehen, die zur Aufnahme einer Tragschnur, eines Tragknebels od. dgl. dienen
können. Wenn man das Flachband 1 in der aus F i g. 5 und 6 ersichtlichen Weise um
eine Beutelkrause 8 zunächst lose umgelegt hat, kann man es anschließend durch Anziehen
des Durchsteckendes 2 mit der einen Hand und Festhalten des Halteendes 3 mit der
anderen Hand bis zum völligen Zusammendrücken der Beutelkrause 8 straffziehen. Dabei
steht sowohl bei der Verzahnung 5 wie auch bei der Verzahnung 5' von den einzelnen
Zahnpaaren jeweils der eine Zahn nach oben und der andere Zahn nach unter vor, so
daß immer ein Zahapaar hinter das Bendende 3 einrastet und dadurch mit Sicherheit
ein unbeabsichtigtes Lockerwerden des Verschnürungsbandes 1 verhindert.
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F i g. 5 und 6 lassen ferner erkennen, daß man zum Lösen einesVerschnürungsbandes
1 nur dessen eigentliches Halteende 3, gegebenenfalls unter anfänglichem Festhalten
des Bandendes 2, noch eine Kleinigkeit straff zu ziehen braucht. Dann gleitet wegen
der erheblichen im Bande 1 herrschenden Zugspannung das nunmehr losgelassene Durchsteckende
2 von selbst um wenigstens einZahnpaar imLängsschlitz 4 zurück.
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Nunmehr liegt das Band 1 wiederum lose um die Beutelkrause 8 und kann
mit einem Handgriff abgenommen werden.