DE1160645B - Mehrzellenofen zur Schmelzflusselektrolyse und Verfahren zur Herstellung von Aluminium in einem solchen Ofen - Google Patents
Mehrzellenofen zur Schmelzflusselektrolyse und Verfahren zur Herstellung von Aluminium in einem solchen OfenInfo
- Publication number
- DE1160645B DE1160645B DEM30696A DEM0030696A DE1160645B DE 1160645 B DE1160645 B DE 1160645B DE M30696 A DEM30696 A DE M30696A DE M0030696 A DEM0030696 A DE M0030696A DE 1160645 B DE1160645 B DE 1160645B
- Authority
- DE
- Germany
- Prior art keywords
- cells
- bath
- cell
- furnace
- aluminum
- Prior art date
- Legal status (The legal status is an assumption and is not a legal conclusion. Google has not performed a legal analysis and makes no representation as to the accuracy of the status listed.)
- Pending
Links
Classifications
-
- C—CHEMISTRY; METALLURGY
- C25—ELECTROLYTIC OR ELECTROPHORETIC PROCESSES; APPARATUS THEREFOR
- C25C—PROCESSES FOR THE ELECTROLYTIC PRODUCTION, RECOVERY OR REFINING OF METALS; APPARATUS THEREFOR
- C25C3/00—Electrolytic production, recovery or refining of metals by electrolysis of melts
- C25C3/06—Electrolytic production, recovery or refining of metals by electrolysis of melts of aluminium
-
- C—CHEMISTRY; METALLURGY
- C25—ELECTROLYTIC OR ELECTROPHORETIC PROCESSES; APPARATUS THEREFOR
- C25C—PROCESSES FOR THE ELECTROLYTIC PRODUCTION, RECOVERY OR REFINING OF METALS; APPARATUS THEREFOR
- C25C3/00—Electrolytic production, recovery or refining of metals by electrolysis of melts
- C25C3/06—Electrolytic production, recovery or refining of metals by electrolysis of melts of aluminium
- C25C3/08—Cell construction, e.g. bottoms, walls, cathodes
Landscapes
- Chemical & Material Sciences (AREA)
- Engineering & Computer Science (AREA)
- Chemical Kinetics & Catalysis (AREA)
- Electrochemistry (AREA)
- Materials Engineering (AREA)
- Metallurgy (AREA)
- Organic Chemistry (AREA)
- Electrolytic Production Of Metals (AREA)
Description
BUNDESREPUBLIK DEUTSCHLAND Internat. Kl.: C22d
DEUTSCHES
PATENTAMT
AUSLEGESCHRIFT
Deutsche KL: 40 c-3/12
Nummer: 1 160 645
Aktenzeichen: M 30696 VI a / 40 c
Anmeldetag: 4. Juni 1956
Auslegetag: 2. Januar 1964
Die Erfindung bezieht sich auf einen mehrzelligen Ofen für die Schmelzflußelektrolyse von Metallverbindungen,
deren Dichie größer ist als die Dichte des Elektrolyten, insbesondere für die Herstellung
von Aluminium aus Aluminiumoxyd sowie auf ein Verfahren zur Herstellung von Aluminium unter Benutzung
eines solchen Ofens.
Die Erfindung ermöglicht eine Verminderung der Arbeit, der Anlagekosten und der laufenden Kosten,
insbesondere des Energieverbrauchs der Einheit sowie auch der Unannehmlichkeiten des Betriebes und
eine Erhöhung des Durchsatzes.
Die Erfindung gestattet ferner die Behandlung von weniger reinen und billigeren Tonerdesorten als der
gebräuchlichen Bayer-Tonerde und ermöglicht die Erzeugung eines Aluminiums höherer Reinheit.
Die Erfindung schafft ferner die Möglichkeit, von dem Betrieb mit einer Anzahl Zellen in offener Serie
auf den Betrieb in geschlossenem, mehrzelligem Kreislauf überzugehen und umgekehrt. Sie bringt
ferner die Möglichkeit, einen Hauptumlauf von Zelle zu Zelle zu erzeugen, welcher sich mit den inneren
Umläufen der einzelnen Zellen in Übereinstimmung befindet, welche ebenfalls geschlossene Kreisläufe
(sekundärer Umlauf) darstellen, ohne daß Gegenströmungen entstehen oder die anodischen Gasblasen
über längere Wegstücke mitgerissen werden, wie es geschieht, wenn eine Anzahl von Öfen der gebräuchlichen
Art mit horizontalen Elektrodenoberflächen zusammengeschlossen werden zur Erzeugung
eines (Haupt-) Umlaufes des geschmolzenen Salzbades durch dieselben.
Weiter sollen durch die Erfindung Temperaturänderungen in den einzelnen Zellen auf ein Minimum
beschränkt oder ganz unterdrückt und auch die Wärmedispersion eingeschränkt werden, und zwar in
einem wesentlich stärkerem Maß, als dies mit den bekannten Öfen möglich ist, insbesondere dann,
wenn mit normal geschlossenen Öfen und selbständiger Beschickung (d. h. unabhängig vom normalen
Betrieb der einzelnen Elektrolysezellen) von Tonerde und in gewissen Fällen auch Entnahme des erzeugten
Metalls gearbeitet wird, so daß bei der Beschickung und eventuell auch beim Abstich der öfen nicht geöffnet
werden muß und ohne Krustenbildung und Anodeneffekte betrieben werden kann.
Diese Vorteile sowie auch weitere werden auf Grund der Erfindung erreicht. Gegenstand derselben
ist ein Verfahren zur Herstellung von Aluminium durch Elektrolyse von Tonerde, welche in einem Bad
von geschmolzenen Salzen gelöst ist, in einem mehrzelligen Ofen, dessen einzelne Elektrolysezellen ge-
Mehrzellenofen zur Schmelzflußelektrolyse und
Verfahren zur Herstellung von Aluminium in
einem solchen Ofen
Verfahren zur Herstellung von Aluminium in
einem solchen Ofen
Anmelder:
Montecatini Soc.Gen.per l'Industria Mineraria
e Chimica,
Giuseppe de Varda, Mailand (Italien)
Vertreter:
Dipl.-Ing. Dipl.-Chem. Dr. phil. Dr. techn.
J. Reitstötter, Patentanwalt, München 15,
Haydnstr. 5
J. Reitstötter, Patentanwalt, München 15,
Haydnstr. 5
Als Erfinder benannt:
Giuseppe de Varda, Mailand (Italien)
Beanspruchte Priorität:
Italien vom 8. Juni 1955 (Nr. 536 690)
neigte, stationäre, anodisch sich verzehrende, bipolare Zwischenelektroden aus Kohle (einschließlich Graphit)
besitzen, wobei wesentlich ist, daß das Bad in Umlauf versetzt wird durch Niveau-Unterschiede im
Ofen während der Elektrolyse, daß ein elektrolytischer Strom durch die in Serien angeordneten
Zellen geschickt wird — vorzugsweise in Gegenrichtung zum Umlaufsinn des Bades — und daß das Beschicken
mit Tonerde an einem oder mehreren Punkten des Kreislaufes erfolgt, während die Entnahme
des Aluminiums aus jeder einzelnen Zelle erfolgt.
In der Beschreibung wird der Ausdruck »Ofen« gebraucht für eine bauliche Einheit, wie sie durch die
mit feuerfesten Steinen ausgekleidete Blechumhüllung nach außen abgegrenzt ist.
Als »Zelle« wird eine nicht notwendigerweise bauliche Einheit verstanden, die durch eine Anode, eine
Kathode und einen den Zwischenraum zwischen den Elektroden füllenden Elektrolyten und eine Metallsammelkammer
gegeben ist.
Unter »Gruppen« von Zellen werden Anordnungen verstanden, die einerseits jeweils mehrere Einzelzellen
umfassen und deren mehrere andererseits in einem einzigen Ofen enthalten sind.
Zur Durchführung dieses Verfahrens dient ein Ofen mit Elektrolysezellen, welche gebildet werden
durch stationäre, vorzugsweise geneigte Elektroden
309 777/319
mit Anoden, deren sich verbrauchende Oberflächen erneuert werden können, wobei die Zellen in Gruppen
angeordnet sind mit bipolaren Zwischenelektroden und mit Endelektroden, von denen mindestens
zwei mit stromführenden Metallnippeln versehen sind, und mit abgeteilten Kammern, mit je einer
unter jeder Elektrolyseöffnung zum Sammeln des metallischen Aluminiums. Der Ofen ist erfindungsgemäß
so gestaltet, daß die genannten Zellen mit einzeln abnehmbaren, wärmeisolierenden Decken versehen
und untereinander verbunden sind durch Leitungen in solcher Höhe, daß der Durchgang der Badflüssigkeit
von einer Zelle zur anderen gewährleistet ist, und daß mindestens zwei Gruppen von Zellen
miteinander in Serie verbunden sind durch Zwischenverbindungen und Zirkulationsvorrichtungen für die
Schmelze zwischen den Zwischenelektrodenöffnungen und durch Umwälz- und Hebevorrichtungen zur Erzielung
eines Flüssigkeitskreislaufs sowie auch elektrisch durch die entsprechenden Endnippel zur Erzielung
eines elektrischen Kreislaufs, wobei die genannten Zellen in Form einer geschlossenen »Perlenschnur«
angeordnet sind, mit zwei verlängerten Ästen an einander gegenüberliegenden Seiten einer
Längswand. Diese Wand aus schwer schmelzbarem und elektrisch isolierendem Material kann beliebig
geformt sein, z. B. gerade, gebogen oder S-förmig.
Unter der Bezeichnung »Perlenschnur« und »zusammengelegte geschlossene Perlenschnur«, wie sie
hier für eine Anordnung von elektrolytischen Zellen verwendet wird, sind mindestens zwei Gruppen von
Zellen zu verstehen (eventuell unter Einschluß von Speisungsstellen und Endkammern), welche untereinander,
wie beschrieben, verbunden sind, im wesentlichen in kettenförmiger Anordnung wie bei den Perlen
einer Halskette und in welchen die Mittel zur Erzielung eines elektrischen Stromflusses und eines
Umlaufs der Schmelze einen doppelten Strang bilden. Mit »zusammengelegt« wird die Anordnung von zwei
Ästen oder Gruppen, die sich vom »Verschluß« bis zur »Bucht« erstrecken, in Gegenüberstellung auf
gegenüberliegenden Seiten der eine gemeinsame Seitenwand der Zellen in den beiden Ästen bildende
Längswand bezeichnet. Am »Bucht«-Ende der zwei Gruppen weisen die verbundenen Zellen, wie auch je
zwei aneinandergrenzende Zellen in den Gruppen, eine einheitliche Niveaudifferenz auf, und am anderen
Ende der »Perlenschnur«, welche dem »Verschluß« entspricht, sind die Hebemittel angeordnet zum
Heben der Badflüssigkeit über die gesamte Niveaudifferenz der Zell-»Perlenschnur« zur Erzielung des
Umlaufs der Badflüssigkeit durch die »Perlenschnur« unter dem Einfluß der Schwerkraft.
Es können im gleichen Ofen, d. h. innerhalb einer Wanne aus mit isolierendem und hitzebeständigem
Material ausgekleideten Metallblech zwei oder mehr Zell-»Perlenschnüre« untergebracht sein, welche vorzugsweise
zueinander elektrisch parallel geschaltet und so angeordnet sind, daß die »Verschlüsse« einander
benachbart und durch eine Querwand aus gleichem Material und mit gleicher Funktion wie bei den
Längszwischenwänden getrennt sind.
In einem Ofen mit geschlossenem Kreislauf, wie er beschrieben wurde, können die Zellen abgedeckt
sein mit einer Abdeckung aus abnehmbaren Platten aus wärmeisolierendem, hitzebeständigem, vorzugsweise
porösem und leichtem Material, welches die Elektrolysegase durchtreten läßt und/oder erforderlichenfalls
mit Löchern versehen ist zur Erleichterung des Durchtritts solcher Gase. Der Ofen kann
ferner einen abnehmbaren äußeren Deckel aus hitzebeständigem und wärmeisolierendem Material besitzen.
Das Abdecken der Platten und des äußeren Deckels über oder in der Nähe einer Zelle, in welcher die
Anodenoberfläche erneuert werden muß, führt zu einem Wärmeverlust und zu lokaler Erhöhung der
ίο Viskosität oder zur Erstarrung des flüssigen Bades,
wobei die Zirkulation zu und von der Zelle während der Emeuerungsarbeit gestoppt wird. Durch das
nachherige Wiedereinsetzen der Platten und des äußeren Deckels erfolgt ein Wiederanstieg der Temperatur.
wobei das Bad wieder verflüssigt oder seine Viskosität erniedrigt wird und so die Badflüssigkeit
durch die Erneuerung der Anoden in der Zelle automatisch wieder zu zirkulieren beginnt.
Es können ferner Mittel vorhanden sein zur individuellen Regulierung oder Unterbrechung des Flüssigkeitsstromes
in den Leitungen zwischen benachbarten Zellen, die in massiven Blöcken über den
Elektroden gelagert sind, wobei diese Mittel vorzugsweise aus Stöpseln bestehen, welche in Löcher dieser
Blöcke gesteckt werden können zur Unterbrechung der Leitungen, wobei die Stöpsel in verschiedenen
Höhen fixiert werden können, was von oben her erfolgen kann, vorzugsweise von einer Stelle über den
abnehmbaren Platten aus.
Der Flüssigkeitsumlauf durch Niveauunterschiede bedingt eine erste Zelle mit höchstem Niveau und
eine letzte Zelle mit niedrigstem Niveau. Zwischen diesen sieht die Erfindung Mittel vor zum Heben des
Bades, welche vorzugsweise in Verbindung mit einem Paar geschlossener Endkammern im Ofeninnern angeordnet
sind und in welchen das Bad vom Minimalniveau der letzten Zelle auf das maximale Niveau der
ersten Zelle gehoben wird, vorzugsweise am »Verschluß«-Ende der bzw. jeder Zell-»Perlenschnur«.
Ein wichtiges Merkmal des erfindungsgemäßen Ofens besteht darin, daß die Endkammern und die
Kanäle, welche die Äste der »Perlenschnur« zur Aufrechterhaltung einer Badzirkulation verbinden, nur in
Innenwänden des Elektrolyseofens angeordnet sind und daß auch die Entnahmetaschen, von denen jede
mit einer der Sammelkammern in Verbindung steht, in gleicher Weise angeordnet sind, nämlich in der
Längswand zwischen den beiden Ästen der gestreckten Zellen-»Perlenschnur~.
Gemäß der Erfindung ist es auch vorteilhaft, einen beständigen elektrischen Kontakt zwischen der Kathode
und dem Metall der zugehörigen unteren Kammer für das Metall aufrechtzuerhalten. Hierfür wird
zweckmäßigerweise die Kohlenkathode mit einem oder mehreren Kohlestreifen versehen, welche bis auf
den Boden der betreffenden unteren Kammer reichen, so daß eine feste elektrische Verbindung zwischen
Kathodenoberfläche und dem Aluminium, welches entlang dieser Oberfläche abgeflossen ist und sich am
Boden der unteren Kammer angesammelt hat. gewährleistet ist.
Die im Verlauf der Elektrolyse verbrauchte Tonerde wird zweckmäßigerweise an einer oder mehreren
Beschickungsstellen des inneren Kreislaufes ergänzt, vorzugsweise außerhalb der Zellen oder Elektrolyseöffnungen.
An diesen Beschickungsstellen wird die Tonerde beispielsweise mittels einer Zumessungsvorrichtung
von oben kontinuierlich auf die darunter be-
findliche Oberfläche des Bades aufgebracht, welches dadurch kontinuierlich erneuert wird, wobei sich das
Bad zweckmäßigerweise in Zirkulation befindet und mit Hilfe einer heißen und gut isolierten Kammer bei
einer höheren als der »kritischen Temperatur« gehalten wird. Unter der Bezeichnung »kritische Temperatur«
soll die Temperatur verstanden werden, bei welcher ein bestimmtes Bad von geschmolzenen Salzen
so viskos wird, daß der Umlauf im erfindungsgemäßen Ofen geklemmt wird. Natürlich liegt diese
»kritische Temperatur« immer höher als die Erstarrungstemperatur des betreffenden Bades.
Es ist bekannt, daß es nicht möglich ist, in den gebräuchlichen Öfen eine Erstarrung der Badoberfläche
zu vermeiden (Krustenbildung an der Badoberfläche), weshalb bei den gebräuchlichen öfen
das Durchstoßen dieser Kruste für die Einführung von Tonerde in die Bäder unerläßlich ist.
Das in den einzelnen Zellen erzeugte Aluminium wird den Entnahmetaschen entnommen, welche in
der Ofenwand in der Mitte zwischen den beiden Ästen des Kreislaufes angeordnet sein können, wenn
diese Wand eine erhöhte und praktisch gleichmäßige Temperatur angenommen hat. Es war bisher nicht
bekannt, die Entnahmetaschen in heißen Innenwänden anzuordnen, welche keinen oder beinahe
keinen Temperaturgradienten und stabile gleichmäßige Temperaturen aufweisen, die höher sind als
die kritischen Temperaturen von Bad und Metall. Andererseits ist der Gedanke nicht neu, Entnahmetaschen
für das Aluminium vorzusehen, welche auf dem Prinzip der kommunizierenden Gefäße beruhen
und in äußeren Wänden von üblichen öfen für die Aluminiumelektrolyse mit horizontalen Badschichten
angeordnet sind. Es war indessen nie möglich, derartige Taschen praktisch auszuführen, welche bei
den üblichen Öfen nur in die äußeren Ofenwände eingebaut werden konnten und dabei durch den vorhandenen
mehr oder weniger steilen Temperaturgradienten nachteilig beeinflußt wurden, entsprechend
der Wärmeleitfähigkeit des für die Herstellung der genannten äußeren Wände verwendeten Materials
und der betreffenden Dicken. Auch bei besserer Isolierung haben die konstruktiven Erfordernisse bei den
bisher gebräuchlichen Öfen in der Praxis nie einen Betrieb derartig äußerer Entnahmetaschen mit relativer
Stetigkeit und Ruhe erlaubt; vielmehr neigten diese stets zu Verstopfungen, z. B. durch lokale Erstarrung
des Bades oder des Metalls. Diese Nachteile vermehrten sich in den gebräuchlichen öfen mit horizontalen
Badschichten infolge der unvermeidlichen funktionellen Unregelmäßigkeiten des Kathodenbodens.
Schließlich wurden bei gebräuchlichen öfen für die Elektrolyse von Aluminium aus einleuchtenden
Gründen keine inneren Trennwände aus inertem hitzebeständigem Material vorgeschlagen.
Die Erfindung bringt nicht nur einen beträchtlichen technischen Fortschritt gegenüber den gegenwärtig
angewendeten Verfahren und Ofentypen (mit horizontal gegenüberliegendenElektrodenoberflächen),
sondern auch gegenüber den bekannten Vorschlägen zum Verbinden einer gewissen Anzahl von Elektrölyseöfen
für Schmelzelektrolyse zu Flüssigkeitsserien, in einer Weise, daß das Bad in geschlossenem Kreislauf
durch eine bestimmte Anzahl von öfen mit herkömmlichen Konstruktionsmerkmalen geführt wird.
Hiernach soll ein tonerdereiches Bad einem ersten Ofen einer Serie zugeführt und das den letzten Ofen
der Serie verlassende Bad mit niedrigem Al2O3-Gehalt
auf seinen ursprünglichen Gehalt vor der Wiedereinführung in den ersten Ofen der Serie gebracht
werden. Zu diesem Zweck soll die in billigem Bauxiterz enthaltene Tonerde löslich gemacht, und es sollen
durch geeignete nachfolgende Behandlung die Verunreinigungen und Schlacken aus dem so mit Al2O8
angereicherten Bad entfernt werden. Eine großtechnische Verwirklichung dieses Vorschlages würde indessen
das Inkaufnehmen von Nachteilen und die Überwindung von praktisch unüberwindlichen Hindernissen
nötig machen und hauptsächlich auf der Notwendigkeit beruhen, das chemisch sehr aktive
fluorhaltige Bad an jedem Punkt des Kreislaufes und damit auch in den Verbindungsabschnitten außerhalb
der Öfen auf Temperaturen im Bereich von 950 bis 1000° C zu halten. Andernfalls ist die Zirkulation
durch zu hohe Viskosität behindert, und ein Erstarren des Bades (850 bis 900° C) kann dies völlig
lahmlegen. Es dürfte genügen, die folgenden schwierigen Punkte zu erwähnen: Die Länge des Kreislaufes,
den das Bad durchlaufen muß, muß sehr hoch sein (jeder einzelne Ofen ist mehrere Meter
lang, die hitzeübertragenden Oberflächen werden sehr groß und das Flüssigkeitsniveau, welches nötig ist,
um im Bad einer Zirkulation vom ersten bis zum letzten Ofen der Serie aufrechtzuerhalten; die Arbeiten
zum Inbetriebsetzen und Drosseln des Flüssigkeitslaufes wie auch diejenigen zum Einstellen der zu
überführenden Badmenge sind äußerst schwierig; die vielen äußeren Wegstücke, die beim Intriebnehmen
über die sogenannte kritische Temperatur gebracht und während der Elektrolyse und während Betriebsunterbrechungen
bei dieser Temperatur gehalten werden müssen; der Umstand, daß die innere (sekundäre)
Zirkulation in den einzelnen herkömmlichen öfen durch die einheitlich gerichtete (Haupt-) Strömung
von einem Ofen zum andern in irrationaler Weise geändert wird, wie auch derjenige, daß das Einstellen
des Elektrodenabstandes zwischen der Kohlenanode und der Metallkathode und das Entnehmen von Metall
aus den einzelnen öfen des Kreislaufes zu heiklen Arbeiten werden, auch im Hinblick auf die Erfordernisse
des durch die einzelenen Öfen des Kreislaufes fließenden Bades (z. B. die Konstanz der Temperatur
und der Durchflußmenge) und die hohen Durchflußvolumina und -mengen des Bades im Kreislauf
in bezug auf die Aluminium-Tagesproduktion pro Einheit.
Es ist auch bereits ein Hauptumlauf des Bades teilweise im Innern des Ofens (vom Typ mit bipolaren
Elektroden) beschrieben, wobei indessen die Zirkulation nicht im Ofen geschlossen ist und außerdem
das Elektrolysebad aus Aluminiumchlorid besteht, welches die Anoden im Verlaufe der Elektrolyse nicht
verbraucht (wie beim Arbeiten mit Alumindumoxyd), sondern an ihnen Chlor entwickelt, weshalb der Ofen
hermetisch geschlossen gehalten werden muß, er ist für eine Betriebstemperatur von 700° C eingerichtet
und kann für die Elektrolyse von Aluminiumoxyd in fluoridhaltigen Schmelzbädern mit sich verbrauchenden
Kohleanoden nicht verwendet werden.
Eine Ausführungsform eines Ofens, seine Wirkungsweise und das damit ausgeführte Verfahren
gemäß der Erfindung wird in. der Zeichnung schematisch
dargestellt.
F i g. 1 zeigt die Aufsicht eines »Zwillings«-Ofens
gemäß der Erfindung, welcher zwei »Perlenschnüre«
von Zellen umfaßt, wobei jede »Perlenschnur« aus zwei Gruppen von in Serie geschalteten Elektrolysezellen
besteht (die Zellen sind in der oberen Reihe unbedeckt, in der unteren Reihe rechts vollständig
bedeckt und in der unteren Reihe links ohne äußeren Deckel, jedoch mit einer Abdeckung aus dazwischenliegenden
Platten dargestellt);
F i g. 2 a zeigt einen Längsschnitt des unteren, rechtsseitigen Astes der »Perlenschnur« bzw. der betreffenden
Zellgruppen des Ofens von Fig. 1, wobei sich der Schnitt auf der Linie C-C der F i g. 4, 5, 6
und 7 befindet;
Fig. 2b zeigt einen Längsschnitt der oberen, rechtsseitigen Zellgruppen von F i g. 1 (jedoch mit
einer Abdeckung versehen), wobei sich der Schnitt auf der Linie C-C der Fig. 4, 5, 6 und 7 befindet;
Fig. 3 zeigt einen Teil von Fig. 2a in größerem
Maßstab;
F i g. 4 zeigt einen Querschnitt bei der Linie E-E der Fig. 2a und 2b;
Fig. 5 zeigt einen Querschnitt bei der LinieF-F
der Fig. 2a und 2b;
F i g. 6 zeigt einen Querschnitt bei der Linie A-A der Fig. 2a und 2b;
F i g. 7 zeigt einen Querschnitt bei der Linie D-D der Fig. 2a und 2b.
Der Ofen in der Form einer zusammengelegten »Perlenschnur« mit einander angenäherten Ästen gemäß
der Erfindung kann, wie aus der Darstellung hervorgeht, in verschiedener Form angeordnet sein,
z. B. in Form eines Rechtecks, in U-Form oder in S-Form. Eine besonders geeignete Form, falls ein
rechteckiger, langer und schmaler Raum zur Verfugung steht, ist diejenige von zwei »Perlenschnüren«
von Elektrolysezellen von rechteckiger Form, wobei die Kopfenden einander gegenüberliegen, mit unabhängigen
Badkreisläufen, elektrisch parallel, die jedoch in einem einzigen rechteckigen »Zwillings«-
Ofen untergebracht sind. Diese Ausführungsform ist in der F i g. 1 dargestellt, in welcher einfach gezogene
Pfeile 1 schematisch den Weg des elektrischen Stromes angeben, während doppelt gezogene Pfeile 2
schematisch die Fließrichtung (Hauptzirkulation) des Elektrolysebades bezeichnen. Ein Metallmantel 3 enthält
ein Zellgehäuse 4 aus Schichten von hitzebeständigen, elektrisch isolierenden und wärmeisolierenden
Stoffen, vier »Äste« 5', 5" und 6', 6" aus Gruppen von Zellen, welche paarweise zwei unabhängige
»Perlenschnüre« von jedoch in einem einzigen »Zwillings«-Ofen
untergebrachten Zellen bilden.
Die beiden Längsäste jeder »Perlenschnur« besitzen gemeinsame Längszwischenwände 7 und 8, und
die beiden »Perlenschnüre« besitzen eine gemeinsame Querwand 9. Über den Zellen ist eine Isolierung
angebracht durch verschiedene abnehmbare isolierende Schichten, z. B. durch einen äußeren Dekkel
10 und darunterliegende Platten 11. Jeder Längsast des Ofens wird gebildet durch eine bestimmte
Zahl von Elementarzellen (Fig. 2a, 2b und 3). Dazwischen
können Zwischenkammern oder Beschikkungsstelen 12 durch Einführung von Tonerde mit
Beschickungsvorrichtungen 13 eingeschoben sein.
Die Zellen besitzen Endelektroden 14 (Anoden) und 15 (Kathoden), welche mit metallischen Nippeln
(z. B. aus Eisen) 16 versehen sind, welche den elektrischen Strom leiten und mit bipolaren Zwischenelektroden
17, anodischen Ergänzungsschichten 18, zwischen den Elektroden befindlichen Öffnungen oder
Elektrolysekammern 19 (eigentlichen Zellen) für das Bad 20 sowie unteren Kammern 21 zum Sammeln
des metallischen Aluminiums 22, deren jede mit einem Stichloch 23 versehen ist. Die Zellen, Elektroden
und Stichkammern sind eingeschlossen von einer Scheidewand 24 aus einem Material, welches der
Einwirkung durch das Bad und durch das Metall widersteht und das undurchlässig und elektrisch isolierend
ist und die Badtemperatur aushält. Es ist ein ίο besonderes und wichtiges Merkmal der Zellen des erfindungsgemäßen
Ofens, daß die Kohleelektroden in ihrer ganzen Breite überdeckt sind von massiven
Blöcken 25 aus einem derartigen inerten, isolierenden, widerstandsfähigen und undurchlässigen Material,
welche Kopfstücke darstellen, in welchen sich Verbindungsleitungen 26 von Zelle zu Zelle befinden,
durch welche das Flüssigkeitsbad 20 zirkuliert, und welche nur einen kleinen Nebenweg für den elektrischen
Strom darstellen. Die Leitungen befinden sich auf einem niedrigen Niveau als demjenigen der Gas
sammelkammern 27, welche oben in den Zellen angebracht sind. Die Blöcke 25 tragen die entfernbaren
Platten 11, welche zweckmäßig aus porösem Material bestehen, so daß sie das Entweichen der Elektrolysegase
erlauben und für deren Entfernung in den Platten Löcher angebracht sein können (in der Zeichnung
nicht dargestellt). Die Gase werden durch die Abzüge 28 abgelassen. In den Blöcken 25 befinden
sich vertikale Öffnungen 29 mit einstellbaren Stöpsein 30 zur Drosselung des Durchflusses durch die
Leitungen 26. Die Stöpsel sind in den Fig. 2a, 2b und 3 in gehobener Stellung dargestellt. Die Stichlöcher
23 sind verbunden mit einer gleichen Anzahl von Taschen 31 (Fig. 4) in der Zwischenwand 7
und 8. Es sind auch äußere Abzapföffnungen 47 mit Stöpseln 48 (Fig. 4) vorgesehen. Die Kohleelektroden
der einzelnen Zellen sind im gleichen Grade geneigt, jedoch vorzugsweise in umgekehrtem Sinn in
den beiden Ästen von ein und derselben »Perlenschnur« von Zellen, wie in den F i g. 2 a und 2 b dargestellt.
Einer der beiden Köpfe jeder Zellkette besteht im wesentlichen aus zwei gut isolierten und geschlossenen
Kammern, wobei sich der Boden der Kammer 32 auf einem höheren Niveau befindet als der Boden der
anderen Kammer 33 (Fig. 6). Die zwei Kammern sind miteinander durch eine Leitung 34 verbunden;
diese beiden Endkammern sind ihrerseits verbunden mit der benachbarten ersten Zelle 35 bzw. der benachbarten
letzten Zelle 36 der Elektrolysezellen der zwei Äste der »Perlenschnur«. Das andere Ende kann
in gleicher Weise eingerichtet sein, oder es kann auf die beiden Endkammern verzichtet werden, wenn die
Niveaus der beiden an diesem Ende befindlichen Elektrolysezellen sich auf gleicher oder beinahe
gleicher Höhe befinden, in welchem Falle die Endzellen direkt miteinander verbunden werden
können, z. B. durch die in F i g. 7 dargestellte Leitung 37.
Um die Zeichnung nicht unnötig zu komplizieren, wurden darin die beständigen elektrischen Kontakte
(z. B. die Kohlestreifen) nicht dargestellt, welche zwischen der Graphitkathode und dem in der unter jeder
Zelle angeordneten Sammelkammer befindlichen Metall angeordnet sind.
Als Werkstoffe können Materialien dienen, die bei herkömmlichen Öfen bereits verwendet werden, sowohl
für den metallischen Außenmantel oder das
ίο
Gehäuse als auch für die wärmebeständigen und wärmeisolierenden Schichten des Zellgehäuses (z. B.
Porosit, gepulverte Tonerde, hitzebeständige Platten) oder Scheidewände und auch für den äußeren Dekkel,
während die innerste Schicht, die sich mit dem geschmolzenen Elektrolytbad und mit dem erzeugten
flüssigen Metall in direktem Kontakt befindet, aus einem in bezug auf das Bad und das Metall inertem
und wenig porösem Material besteht, vorzugsweise
aus einem vorher bei sehr hohen Temperaturen ge- ίο durch die Leitungen 26.
zeigt wird, wobei aber, anders als in der Zeichnung dargestellt, die beiden Elektroden voneinander elektrisch
isoliert sind.
Der elektrische Strom verläuft im Sinne des Badkreislaufes vorzugsweise in einer Richtung, die derjenigen
der Badzirkulation entgegengesetzt ist. Er verläuft durch die bipolaren Kohleelektroden und
dadurch von einer Zelle zur anderen. Nur ein sehr geringer Stromanteil verläuft mit dem Badstrom
schmolzenen oder gesinterten Feststoff, z. B. Korund, Aluminiumnitrid oder vorher elektrisch geschmolzenem
Magnesiumoxyd. Das für die massiven Blöcke 25 verwendete Material soll ein schlechter elektrischer
Leiter, jedoch wie Kohle, ein guter Wärmeleiter sein. Mit Erfolg werden für diesen Zweck elektrisch
geschmolzenes Magnesiumoxyd (MgO) oder Korund (Al2O3) verwendet. Die Platten 11, welche
die Abdeckung der Zellen bilden, können z. B. aus magnesia- und/oder asbesthaltigem Material bestehen,
d. h. also aus einem Material, das eine gute Wärmeisolierung ergibt, Temperaturen von 1000° C erträgt
und vorzugsweise porös oder faserig und leicht ist. Diese Platten sind so bemessen, daß sie die Gas-Im
erfindungsgemäßen Ofen zirkuliert das Bad immer im Innern des Ofens durch sämtliche Zellen,
bis es zur Ausgangszelle zurückkehrt, von der aus es wiederum im Sinne des ganzen Kreislaufes verläuft.
Der Badfluß von einer Zelle zur nächsten kann erfolgen mit Hilfe von Kanälen, die in den inneren
Seitenwänden des Ofens angeordnet sind. Vorzugsweise erfolgt er aber durch die zwischen den einzelnen
Zellen befindlichen Trennwände, d. h. durch die Kanäle 26, die durch die oberen Teile der Zwischenwände
führen, die durch die Blöcke 25 aus geeignetem Material (Fig. 3) gebildet werden.
Die Geschwindigkeit der sekundären Zirkulation, d. h. der Zirkulation des Bades in jeder Zelle, sollte
schicht über dem Bad bei solchen Temperaturen hai- 25 so niedrig wie möglich sein, damit die Abscheidung
ten, daß die Möglichkeit einer Erstarrung der Badoberfläche nicht besteht. Die Anoden bestehen aus
elektrolytisch angreifbarem kohlenhaltigem Material, das an sich bekannt ist, die Kathoden bestehen aus
von Aluminium nicht behindert wird. Andererseits sollte die Geschwindigkeit des Hauptumlaufs des
Bades genügend groß sein, daß die nötige Speisung mit Aluminiumoxyd auch bei der von der betreffen-
Graphit. Die metallischen Nippel bestehen aus Eisen 30 den Beschickungsstelle am weitesten entfernten Zelle
oder Stahl, was an sich bekannt ist. noch gewährleistet ist, widrigenfalls man zur getrenn-
Der erfindungsgemäße Ofen arbeitet wie folgt: Der für die Elektrolyse erforderliche Strom verläuft im
Sinne des Kreislaufes wie folgt: Endanode—Bad—bipolare
Elektrode—Bad und weiter bipolare Elektrode—Bad—Endkathode.
Er kann durch metallische Leiter in eine beliebige Kohlenelektrode des Ofens eingeführt werden, die nur als Endanode wirkt,
und kann den Ofen von der unmittelbar vorangehenden Kohlenelektrode aus verlassen, die
ten Beschickung jeder einzelnen Zelle übergehen muß.
Die sekundäre Badzirkulation innerhalb jeder einzelnen Zelle soll vorzugsweise entlang der Kathode
abwärts und entlang der Anode aufwärts verlaufen.
Die Probleme, die im Zusammenhang mit der Schaffung einer Zirkulation des Bades in öfen von
geschlossenem »Perlenschiiur«-Typ auftreten, sind im
ausschließ- 40 wesentlichen bedingt durch die Notwendigkeit, das lieh als Endkathode dient und natürlich von der End- Bad in jedem Teil des Kreislaufes auf einer Tempeanode
isoliert ist. ratur zu halten, die 'höher ist als die kritische Tempe-"~Sowohl
die Zuleitung als auch die Ableitung des ratur, bei der das Bad zu erstarren beginnt, und die
Stromes erfolgt mit Hilfe der in den Endkohlenelek- gleich ist oder in der Nähe liegt der optimalen Betroden
angeordneten metallischen Nippeln, die vor- 45 triebstemperaturen, die denjenigen entsprechen könzugsweise
von der aktiven Elektrodenoberfläche glei- nen, bei welchen Elektrolysezellen gegenwärtig betrieben
werden. Bei dieser Temperatur ist das Bad
chen Abstand haben. Dies wird erreicht durch Anordnung der Endnippel in z. B. zu den genannten
Oberflächen normal liegenden Ebenen, wie in einem Beispiel auf der rechten Seite der Fig. 2a und 2b
gezeigt ist, oder durch Anordnung der Nippel parallel zur genannten Oberfläche, wie auf der linken Seite
der Fig. 2a und 2b in Fig. 3 gezeigt wird.
Die geeignetste Art, den Ofen an die Speisestäbe anzuschließen, besteht darin, die beiden Elektroden
zu wählen, von denen die eine eine Anode und die andere eine Kathode ist, welche sich am Kopfende
der Zellenkette befinden, und diese mit geeigneten metallischen Leitern zu verbinden, wobei der elektrische
Stromkreis wie in Fig. 1 angegeben verläuft.
Eine andere geeignete Art des Anschlusses besteht darin, die Zellenkette zu öffnen, vorzugsweise in halber
Distanz zwischen den Enden des Ofens, indem eine bipolare Kohlenelektrode (Zwischenwand) in
einen anodischen Teil 14' und einen kathodischen Teil 15' unterteilt und jeder Teil mit Nippeln versehen
wird, wie in der Mitte der Fi g. 2 a und 2 b geziemlich
leichtflüssig, die zu beschaffende Strömungsmenge ist überraschend bescheiden, und daher verlangt
die Aufrechterhaltung einer Zirkulation die Überwindung von praktisch vernachlässigbaren
Druckverlusten. Weiterhin ist es günstig, die Möglichkeit des Ausweichens des Stromes durch das Bad
zwischen den beiden Endzellen, die sich unter der vollen Ofenspannung befinden, so weit wie möglich
einzuschränken und am besten auszuschließen.
Der Oberteil der Trennwände zwischen zwei benachbarten
Zellen wird zweckdienlich mit einem Material überzogen, das nicht oxydierbar ist und
vom Bad nicht angegriffen werden kann. Gemäß der Erfindung soll die Anwendung dieses Materials nicht
nur auf einen Überzug beschränkt sein, sondern es soll der obere Teil der Wände, der teilweise in das
Bad eintaucht und für die Elektrolyse inaktiv ist, zweckdienlich aus einem massiven Block des Materials
bestehen, der auf der darunterliegenden bipolaren Kohlenwand rufet und zweckmäßig an den Seitenwäriden
des Ofens, wie bereits ausgeführt wurde,
309 777/319
fixiert ist, oder aus einem Kohlenblock, der mit derartigem
Material vollständig überzogen ist.
Im oberen inaktiven Teil der so gebildeten Wand sind die Leitungen 26 angeordnet, die einen im wesentlichen
parallelen stromlinienartigen Durchfluß des Bades gewährleisten. Durch diese Leitungen
fließt das Bad in der benötigten Menge, wenn zwischen den Bädern der benachbarten Zellen ein sehr
geringer Niveauunterschied besteht. Es ist auch mög-Jich, jedem der beiden Äste des perlenschnurartigen
Ofens eine geringe Neigung im Sinne der Strömungsrichtung des Bades zu geben. Die aus den Leitungen
austretende Badflüssigkeit tritt in Übereinstimmung mit den Kathodenoberflächen in die einzelnen Zellen
ein. Nur ein Teil des Badstromes fällt entlang der Kathode ab, während an der gegenüberliegenden Anodenoberfläche
sich ein aufsteigender Strom bildet, begünstigt durch die Entwicklung von Gasen und
durch die Temperatur. Dieser aufsteigende Strom vereinigt sich mit dem Hauptstrom, der in die Ausgangskanäle
eintritt.
In F i g. 7 ist zu beachten, daß die in den Wänden (horizontalen Blöcken) offenen Kanäle am Kopf der
Endelektroden der beiden Spitzenzellen am freien Ende des Ofens miteinander verbunden sind durch
einen Kanal 37, der durch die Längswand hindurchführt, die die beiden Äste des Ofens des »Perlenschnur«-Typs
trennt. Am entgegengesetzten Ende der »Perlenschnur« ist die Hebevorrichtung 32 und 33
eingeschaltet, die in F i g. 6 dargestellt ist.
Die Badzirkulation durch die oben beschriebenen Kanäle verlangt, daß die Temperatur in denselben
sich in bezug auf diejenige des Bades in der anodischen Zone nur wenig vermindert, mindestens so
lange, wie die Hauptzirkulation aufrechterhalten bleiben soll. Es ist ferner nötig, daß das Badniveau in
den verschiedenen Zellen sich frei einstellen kann mit einer Niveaudifferenz, wie sie nötig ist, um die gewünschte
Strömung zu gewährleisten, unabhängig von den geringen Veränderungen des mittleren Niveaus,
die während des Betriebs des Ofens eintreten können. Dies kann erfolgen durch Schließen des Oberteils 36
der Zeil-Lücken mittels der Platten aus isolierendem Material und die auf dem Oberteil der Querwände
zwischen je zwei Zellen ruhen und vorzugsweise solche Abmessungen aufweisen, daß die freie Badoberfläche
bei einer höheren Temperatur gehalten wird als der Erstarrungstemperatur des Bades, so daß
auf diese Weise die Möglichkeit der Krustenbildung vermieden wird. Wie festgesetzt, erfolgt der Gasaustritt
aus den einzelnen Zellen durch Poren der Platten und, wenn nötig, durch geeignet dimensionierte
Löcher. Die Platten müssen nur abgehoben werden, wenn eine Ausbesserung der Anoden erfolgen soll.
Sie können mit Aluminiumoxyd bedeckt oder teilweise gefüllt sein. Am anderen Ende des Ofens vom
»Perlenschnure-Typ als demjenigen, in dem die obenerwähnte Querleitung angebracht ist, sind Mittel dargestellt
zur Schaffung des nötigen Flüssigkeitsniveaus zur Überwindung der geringen Druckverluste infolge
der Badzirkulation im gesamten Kreislauf. Auch an dieser Stelle kann zweckmäßigerweise die Beschikkung
des Aluminiumoxyds erfolgen. Durch Erweiterung der Seitenwände des Ofens vom »Perlenschnure-Typ
ist es möglich, beispielsweise an dessen Kopf zwei benachbarte Endkammern zu erhalten, die so
breit sind wie die Zellen, mit vertikalen oder geneigten Wänden, und so tief wie es nötig ist, um den
intermittierenden Betrieb der Badverschiebung zu ermöglichen oder um darin die Hebevorrichtung unterzubringen.
Die Wände dieser Endkammern können höher sein als die der Zellen.
Die Wärmeisolierung sollte so sein, daß die Temperatur der in den genannten Endkammern enthaltenen
Badflüssigkeit über dem oben definierten »kritischen» Punkt gehalten werden kann. Dies wird dadurch
erleichtert, daß die in den Endzellen entwikkelte Wärme größer ist wegen der Ohmschen Verluste
am Eisen-Kohle-Kontakt. Die Isolierung wird merklich besser, wenn zwei »Perlenschnüre« von
Zellen, d. h. zwei »Zwillings«-Öfen in einem einzigen
symmetrischen Aggregat angeordnet werden, derart, daß die entsprechenden Endkammern einander gegenüberliegen,
bei welcher Anordnung es auch zweckmäßig ist, die Beschickungsstelle für das Aluminiumoxyd an den beiden Kopfenden anzuordnen
anstatt auf halber Länge der Zellaggregate, wie ao es in den Fig. 1, 2a und 2b gezeigt wird. Es kann
auch eine kleine zusätzliche Heizquelle für diese Kammern und Beschickungsstellen vorgesehen
werden.
Mindestens an einer Stelle des Kreislaufes, vorzugsweise an einem Ende des Ofens vom »Perlenschnure-Typ,
ist es notwendig, das Bad zu heben, wahlweise durch handbetriebene Vorrichtungen, jedoch
vorzugsweise durch pneumatische Mittel, dergestalt, daß das Bad ein genügendes Flüssigkeitsniveau
erhält, so daß es in die Zelle des Ofens eintreten kann, in welcher das Bad sich auf dem höchsten
Niveau befindet. Die Rückkehr des Bades in die erste Zelle des einen Astes des Ofens als der letzten
Zelle des anderen Astes, wobei diese Zellen aneinandergrenzen, erfolgt vorzugsweise durch intermittierenden
Durchfluß und Kontakt zur Verhinderung eines unerwünschten Stromdurchganges, wenn zwischen
diesen beiden Zellen der Spannungsabfall maximal ist, d. h. wenn dieser dem totalen Spannungsabfall
des Ofens entspricht. Vorteilhafterweise verwendet man Hebesysteme, die die Kontinuität des
Bades unterbrechen. Der Durchgang des Bades durch die Kammern kann beispielsweise wie in F i g. 6 dargestellt
erfolgen.
Jede der Endkammern wird mit den anliegenden Zellen in Verbindung gebracht mittels der längsverlaufenden
Leitungen 39 und 40. Das Bad befindet sich in der der Endanode benachbarten Endkammer
33 bei einem wenig niedrigeren Niveau als demjenigen der benachbarten Zelle, während die Badflüssigkeit
in der anderen Endkammer 32 bei einem (z. B. um einige Dezimeter) höheren Niveau gehalten werden
muß mittels erzwungener Überführung der nötigen Badmenge. Eine zweckmäßige Art des Hebens
der Badflüssigkeit aus der einen Kammer in die andere ist die folgende: Die Kammer 33 mit niedrigerem
Niveau ist mit der benachbarten Zelle verbunden durch einen oder mehrere Kanäle 39, die mit einem
rudimentären Rückschlagventil (z. B. einem Kugelrückschlagventil 41 [F i g. 3] aus nicht angreifbarem
Htzebeständigem Material mit geringerer Dichte als derjenigen des Bades, wobei die Kugel beispielsweise
aus mit elektrisch geschmolzenem Magnesium- oder Aluminiumoxyd überzogener Kohle besteht) versehen
ist, welches dazu dient, nur den Ausfluß des Bades aus der letzten Zelle in die Endkammer mit niedrigem
Niveau zu gestatten und den Rückfluß zu verhindern. Der Oberteil jeder Kammer ist geschlossen
und wärmeisoliert durch einen genau passenden Deckel 10. Weiterhin sind die Endkammerpaare miteinander
verbunden durch mindestens einen Kanal 34. Der vom Bad nicht eingenommene Teil der Endkammer
33 mit dem niedrigeren Niveau wird mittels einer Leitung 44 abwechselnd in Verbindung gesetzt
mit einem (in der Zeichnung nicht dargestellten) Behälter, der ein inertes Gas (z. B. Elektrolysegas) enthält,
das bei einem genügenden Druck gehalten wird zur Überwindung des Druckabfalls zwischen den beiden
Endkammern, wobei der Druckabfall sich auf wenige zehntel einer Atmosphäre belauft, und einem
Ausfluß. Durch Regulierung der Stärke und Häufigkeit der Druckwechsel und der Dauer der Perioden
mit Überdruck und atmosphärischem Druck in Kammer 33 wird eine intermittierende Überführung der
gewünschten Badmenge aus der Kammer 33 in die Kammer 32 bewirkt, selbst wenn die Dichtung des als
Rückflußventil wirkenden Kugelventils 41 unvollkommen ist. Die Kammer 32 ist mit einer Öffnung
45 versehen.
Am anderen freien Ende des Ofens vom »Perlenschnur«-Typ
(Fig. 7) erfolgt der Übergang des Bades aus einer Endzelle zur anderen mittels mindestens
eines genügend langen Kanals 37, der die Trennwand 42 durchstößt, welche die beiden Äste des Ofens
trennt. Querschnitt und Länge des Kanals oder der Kanäle 37 sind so bemessen, daß die Menge des
durchtretenden elektrischen Stromes nur wenige Prozent, z. B. 2 bis 3%, des Stromes ausmacht, welcher
durch den Ofen und zwischen den genannten Endzellen fließt. Ähnliche Begrenzungen gelten für die
Leitungen 26 zwischen je zwei benachbarten Zellen im gleichen Ast des Ofens.
Die Speisung mit dem nötigen Aluminiumoxyd kann kontinuierlich oder intermittierend erfolgen
durch eine oder mehrere im Kreislauf eingeschaltete Kammern oder Behälter oder Öffnungen in einer
Weise, daß der Badfluß dadurch nicht behindert wird. Die Beschickungsstellen können sich beispielsweise
an den Enden des Ofens vom »Perlenschnur«- Typ oder in Zwischenstellungen befinden (12 und 13
in Fig. 2a und 2b). Anodeneffekte werden dabei vermieden oder in der Zahl stark eingeschränkt.
Deshalb muß die Kruste des Bades nicht mehr so häufig wie bei den herkömmlichen öfen gebrochen
werden.
Von der mit der Einführungsvorrichtung 13 versehenen Beschickungsstelle 12 aus gelangt das Aluminiumoxyd
in den Hauptbadkreislauf, der (Fig. 2a und 2 b) unter einer Scheidewand 38 hindurch in eine
benachbarte Kammer und anschließend in die der Beschickungsstelle am nächsten liegende Elektrolysezelle
geleitet wird.
Der Abstich des im Verlauf der Elektrolyse erzeugten Metalles erfolgt im Ofen vom »Perlenschnur«-Typ
vorzugsweise durch vertikale Taschen 31, von denen je eine pro Zelle des im Innern hitzebeständigen
Mauerwerkes zwischen den beiden Ästen des Ofens untergebracht ist, wie in Fig. 4 gezeigt
wird. Jede Zelle ist in ihrem unteren Teil mit einem Stichloch 23 versehen, das nach einem kurzen horizontalen
Teilstück mit einer vertikalen Tasche 31 in Verbindung steht, die sich bis zum oberen Rand der
genannten Zelle erstreckt. Das flüssige Aluminium füllt diesen seitlichen Verbindungsgang und steigt in
der Tasche 31 bis auf ein Niveau, das um wenige Zentimeter niedriger ist als das Niveau des flüssigen
Bades in der Zelle, welches ein niedrigeres spezifisches Gewicht besitzt als das Metall. Diese Entnahmetaschen,
die in der inneren Längswand des Ofens vom »Perlenschnur«Typ angeordnet sind, befinden
sich auf genügend hoher Temperatur, so daß nicht nur eine Erstarrung des Metalls ausgeschlossen
ist, sondern auch ein Erstarren von Badflüssigkeit, die anwesend sein könnte. Die Taschen 31 sind oben
geschlossen durch schmale Deckel 46 von großer ίο Dicke zur Gewährleistung einer guten Wärmeisolierung.
Die Entnahme des Metalls erfolgt in an sich bekannter Weise mittels eines periodisch von oben in
das Metall eingetauchten Saugrohres. Es ist auch die Möglichkeit einer seitlichen Entnahme vorgesehen,
z. B. für das vollständige Entleeren des Ofens durch die Abzapfstellen 47 mit den hitzebeständigen Stöpseln
48, wie in F i g. 4 dargestellt. Die Wiederherstellung der Anoden wird vorzugsweise
unmittelbar nach dem Abstich der betreffenden Zelle und vorzugsweise nach vorherigem Unterbrechen
des elektrischen Stromes durchgeführt. Es sind bereits Verfahren beschrieben, die es ermöglichen,
eine Ergänzung der Kohleanoden (die unter der Einwirkung der Elektrolyse verbraucht wurden)
vorzunehmen. So z. B. durch Absenken des Badniveaus in der Zelle, bis die gesamte Oberfläche der
verbrauchten Anode frei ist; danach werden auf deren Oberfläche eine Platte oder Streifen aus Anodenmaterial
aufgebracht, das mit einer Bindeschicht bestrichen ist. Nach einem anderen Vorschlag werden
beim Arbeiten mit voller Zelle ein neues Stück oder neue Stücke anodischer Kohle gegen die alte
Anode angelehnt.
Ein besonderes Merkmal der Erfindung besteht nun darin, daß das Verfahren zur Metallentnahme
und Ergänzung der Anode in den einzelnen Zellen zu geeigneten Zeiten im Verlaufe des Ofenbetriebs
ausgeführt werden kann gemäß Anzeige durch Kontrollorgane (Instrumente zum Messen der Niveaus,
der Stromdichte und der Spannungen, Thermoelemente usw.), die der Einfachheit halber und weil
sie nicht zur Erfindung gehören, in der Zeichnung nicht dargestellt sind. Wenn in einer Zelle, wie in
Fig. 3 dargestellt, die ergänzbare Dicke 18 der anodischen Schicht mindestens zum größeren Teil
verbraucht ist, wird vorzugsweise der Strom abgestellt, der äußere Deckel 10 wird entfernt, um die
darunterliegenden abnehmbaren Platten 11 der betreffenden Zelle freizulegen. Die dadurch herbeigeführte
Abkühlung genügt für sich allein zur Erstarrung des Bades in den benachbarten Kanälen 26,
wodurch der Badstrom unterbrochen wird. Andererseits, und falls vertikale Öffnungen 29 mit Stöpseln
30 vorgesehen sind, kann diese Unterbrechung der Zirkulation auch bewirkt oder unterstützt werden
durch Absenken dieser Stöpsel 30 zur Drosselung des Durchflusses. Hiernach wird der Deckel 46 (F i g. 4)
der mit der betreffenden Zelle in Verbindung stehenden Entnahmetaschen 31 entfernt und das erzeugte
Metall und ein gewisser Überschuß abgesaugt, d. h. so viel Metall wie nötig ist, um das Badniveau in der
Zelle unter das Niveau des Materialabsatzes 24' zu senken, auf welchem die Anode und insbesondere
der Anodenergänzungsteil 18 ruhen. Hierauf wird der neue Anodenergänzungsteil eingeführt und auf der
verbrauchten Anodenoberfläche angebracht. Dieser Anodenergänzungsteil kann entweder aus einer
15 16
kompakten Kohlenplatte bestehen oder aus einer schrieben, ohne Unbequemlichkeiten vorgenommen
Anzahl von Elementen zusammengesetzt sein und werden kann. In diesem Beispiel ist die untere
wird zweckmäßig mit einem Bindemittel aufgetragen, Kammer um ein Drittel größer als das vom Bad in
damit er auf der Oberfläche der die Basis bildenden der Elektrolysezelle oder -lücke maximal erreichte
Anodenkohle haftet, wobei das Bindemittel Kohlen- 5 Volumen. Jede Elektrolyselücke (oder -element oder
Wasserstoffe mit hohem Schmelzpunkt enthalten -zelle) hat ein horizontales Quermaß von 86 cm und
kann. Ein Teil des abgesaugten flüssigen Metalls wird eine Tiefe (vertikal gemessen) der aktiven Oberfläche
nun durch die Entnahmetasche wieder eingeführt, von etwa 60 cm mit einer Projektion auf die vertikale
nämlich so viel wie nötig ist, um das Badniveau in Ebene der aktiven anodischen und kathodischen Oberder
Zelle, deren Anode erneuert wurde, auf die Höhe io flächen von 4800 cm2. Diese Projektion .y ist natürlich
zwischen dem Niveau der Bäder in den beiden be- kleiner als die effektiven Oberflächen 5 (s = S-cosα),
nachbarten Zellen zu bringen. Dann wird die poröse wobei α der Neigungswinkel der Elektrodenoberflächen
Platte 11 wieder eingesetzt und der Strom ein- gegenüber der Vertikalen ist. Beim Betrieb des Ofens
geschaltet. Hierauf wird der Deckel 10 nach oder vor mit 2500 A ist die Stromdichte an den Elektroden
dem Heben der Stöpsel 30 ebenfalls wieder eingesetzt. 15 (bezogen auf die Projektion der gewöhnlichen verti-AIs
Beispiel sei nachfolgend eine der vielen mög- kalen Ebene) etwa 0,5 A/cm2. Für den Stromdurchlichen
Ausführungsformen der Erfindung beschrieben. gang sind je zwei benachbarte Zellen in Serie ge-Beim
Ofen gemäß vorliegendem Beispiel handelt schaltet. Dieser Ofen von etwa 25OkW, der mit
es sich um einen Einzelofen vom »Perlenschnure-Typ Spannungen um 100 V arbeitet, ergibt einen Tages-(d.
h., es ist nicht ein »Zwillings«-Typ, wie er in 20 ausstoß von etwa einer halben Tonne Aluminium.
F i g. 1 dargestellt ist). Er setzt sich zusammen aus Durch Erhöhung der Ausmaße und/oder der Anzahl
insgesamt achtundzwanzig Elementarzellen, die der Elemente (elementaren Zellen) und/oder der Zahl
unterteilt sind in zwei Äste, einen Ast mit zwölf der »Perlenschnüre« von Zellen mit einem Zwillings-(Ast
α) und einen anderen Ast mit sechzehn (Ast b) ofen kann z. B. bis zu einer Tonne und mehr Alumi-Zellen.
Die zwei Äste der »zusammengelegten Perlen- 25 nium pro Tag produziert werden. Die Badzirkulation
schnur« werden voneinander abgetrennt durch eine benötigt gewöhnlich eine Strömung von vorzugsweise
einzige Längswand zwischen denselben. Die beiden zwischen 30 und 150 cm3/Sek. Im vorliegenden Bei-Endkammern
zum Heben des Bades sind eingeschal- spiel wird eine Strömungsgeschwindigkeit von 50 bis
tet zwischen der sechsten und siebenten Zelle (links 100 cnvVSek. eingehalten. Das Bad zirkuliert entbeginnend)
des Astes a. Die Endanode der sechsten 30 gegengesetzt zur Richtung des elektrischen Stromes.
Zelle und die Endkathode der siebenten Zelle des Die beiden Beschickungsstellen zur Einführung von
Astesa sind an den elektrischen Stromzuführungs- Tonerde führen zusammen 11 bis 13g Aluminiumleitungen
angeschlossen. Zur Einführung des Alumi- oxyd je Sekunde in den Kreislauf ein, entsprechend
niumoxyds sind zwei Beschickungsstellen vorgesehen, der Strömungsgeschwindigkeit des Bades und in Abje
eine für jeden Ast. Diejenige des Astes α ist zwi- 35 hängigkeit von anderen Betriebsfaktoren. Der Metallschen
der neunten und zehnten Zelle eingeschaltet, abstich erfolgt gewöhnlich alle 4 Tage für jede Zelle,
diejenige des anderen Astes b der »Perlenschnur« in In diesem Beispiel werden somit täglich sieben Zellen
fünf Zellen Entfernung von den entgegengesetzten angezapft. Jede Zelle ergibt dabei 65 bis 70 kg Metall.
Enden des Ofens. Die Neigung der Elektrodenebenen Das Abstechen erfolgt vorzugsweise durch Abzur
Vertikalen beträgt +30° für die Zellen des 40 saugen des Metalls aus Entnahmetaschen, die sich in
Astesa und —30° für die Zellen des anderen Astes. der heißen Zwischenwand des Ofens befinden. Der
Die geringere Ausdehnung jeder Zellenöffnung, d. h. den Oberteil der betreffenden Tasche verschließende
der Abstand zwischen zwei Kohlenblockelektroden Stöpsel wird herausgezogen, und das Abzapfrohr wird
(welcher üblicherweise kleiner ist als 15 cm, Vorzugs- zur Entnahme des Metalls durch Saugen vorüberweise
zwischen 4 und 12 cm), beträgt im vorliegenden 45 gehend von oben eingeführt.
Fall zwischen 4 und 8 cm. Die Dicke der dazwischen- Im erfindungsgemäßen Verfahren und deshalb insliegenden
Kreuztrennwand (die üblicherweise kleiner besondere auch im Falle des vorliegenden Beispiels
ist als 30 cm) variiert im vorliegenden Beispiel perio- werden für das Kryolithbad die üblichen Temperadisch
zwischen 22 und 26 cm, und die Länge der türen und Zusammensetzungen gewählt. Es ist mög-Kanäle
in den massiven Blöcken, welche die Kopf- 50 lieh, z. B. mit einem Aluminiumoxydgehalt des Bades
stücke der bipolaren Elektroden bilden (üblicherweise von 5 % in der von der Beschickungsstelle am weitelänger
als 15 cm) sind im vorliegenden Beispiel etwa sten entfernten Zelle und mit einem Gehalt in der
18 cm lang, so daß der elektrische Nebenstrom ge- Größe von HVo in der Beschickungsstelle am nächringer
ist als 2 0Zd. Die massiven Blöcke und inneren sten gelegenen Zelle zu arbeiten.
Wände der Zellen, Kammern und Taschen, die mit 55 Im vorliegenden Beispiel beträgt die Strömungsdem
Bad und dem Metall in Berührung stehen, sind geschwindigkeit in den Leitungen 10 bis 20 mm/Sek.
mit elektrisch geschmolzenem Al2O3 ausgekleidet. und die des Hauptstromes in den Zellen 1 bis
Der permanente Teil der bipolaren Zwischenelek- 2 mm/Sek.
troden besteht aus Graphit. Die Ergänzungsanode be- Zum Einbringen des Aluminiumoxyds ist es nicht
steht aus Elektrodenkohle. Ihre ursprüngliche Dicke 60 nötig, die Deckel von den einzelnen Zellen zu entbeträgt
4 cm. Das Badvolumen in jeder der Zeil- fernen. Diese Maßnahme wird nur nötig bei der Eröffnungen
erreicht periodisch einen Maximalwert von gänzung der Anode in den einzelnen Fällen. Im
etwa 501, ohne Einbeziehung des Volumens des vorliegenden Beispiel erfolgt die Anodenergänzung in
trichterförmigen Teils. Das Volumen der darunter der beschriebenen Art und Weise jeweils nach dem
befindlichen Metallsammeikammer sollte größer sein 65 Abstich, d. h. jeweils nach einer Periode von 4 Tagen
als der vorgenannte Wert, damit die Arbeit der pe- oder einem mehrfachen davon,
riodischen Ergänzung der verbrauchten Anode im Indessen ist es auch möglich, folgendermaßen vorZusammenhang
mit dem Abstich, wie früher be- zugehen: Die Deckel 10 werden geöffnet, und zwar
nicht nur derjenige der zu ergänzenden Zelle, sondern, wenn nötig, auch diejenigen der beiden benachbarten
Zellen; die wärmeisolierenden Platten 11 werden entfernt, die oberen Kanäle 26 zwischen den benachbarten
Zellen mittels der Stöpsel 30 geschlossen und der elektrische Strom abgestellt. Die Entnahme durch
Absaugen des Metalls aus der betreffenden Entnahmetasche, die das Bad auf das Niveau der Schwelle 24'
abgesunken ist, auf der die zu ergänzende Anode ruht, wobei die Schwelle unbedeckt bleibt. Die Platte
oder die Streifen der Ergänzungskohle (welche vorher auf den Kontaktoberflächen mit einem Bindemittel
überzogen worden sind) wird bzw. werden auf die alte Anode aufgebracht, und das zuviel aus der Tasche
entnommene Metall (d. h. der Überschuß über den effektiven Zellausstoß) wird in die Tasche zurückgegossen,
so daß das Bad wiederum aus der unteren Metallsammelkammer in der Zelle ansteigt und diese
auffüllt. Dann wird der Strom wieder eingeschaltet, und die Zelle ist erneuert.
Nach einer gewissen Zeit ist die Betriebstemperatur auch in den Verbindungskanälen automatisch wieder
erreicht, so daß die Stöpsel 30, welche gesenkt worden waren, durch das erstarrte Bad nicht mehr blockiert
werden und leicht gehoben und in gehobener Stellung fixiert werden können. Es ist wünschenswert, daß der
Querschnitt und die mittlere Länge der Verbindungskanäle 26 zwischen zwei benachbarten Zellen so bemessen sind, daß die nötige Durchflußmenge (d. h.
50 bis 100 cm3/Sek.) gewährleistet ist, ohne daß ein beträchtlicher Niveauunterschied oder eine zu große
Durchflußgeschwindigkeit nötig wären. Es ist zweckmäßig, die Durchflußgeschwindigkeit des Hauptkreislaufs
in den Kanälen unter 50 mm/Sek. zu halten. In den sekundären Kreisläufen zwischen Anode und
Kathode einer Einzelzelle ist es schwierig, die entsprechenden Geschwindigkeiten zu messen, welche
wahrscheinlich ganz oder teilweise von den Geschwindigkeiten des Hauptkreislaufs unabhängig sind. Die
Überhöhung der Badflüssigkeit, welche nötig ist, um die Zirkulation durch die ganze Zellserie zu gewährleisten,
ist nicht hoch, da die fluorhaltigen Bäder ziemlich dünnflüssig sind. Die Größenordnung dieser
Flüssigkeitsüberfiöhung übertrifft nicht einige Dezimeter
des intermittierenden Hebens des Bades aus der sechsten Zelle (der Zelle mit dem niedrigsten
Niveau) in die siebenten Zelle (der Zelle mit dem höchsten Niveau) des Astes a.
Der Verlauf des elektrischen Stroms erfolgt in umgekehrtem Sinn zur Hauptzirkulation des Bades. Das
letztere bewegt sich von der Kathodenoberfläche weg und auf die Anodenoberfläche der folgenden bipolaren
Elektrode zu. Die im Ofen vom »Perlenschnur«-Typ
vorhandenen geringen Niveauunterschiede erlauben eine leichtere Umstellung vom Betrieb des Ofens als zwei getrennte mehrzellige
Öfen, in denen alle Stöpsel 30 in den Verbindungskanälen 26 gesenkt sind und die Hebevorrichtung
stillsteht, zum Betrieb des Ofens als geschlossene Zellkette und umgekehrt. In der Tat können, wenn
die normale Betriebstemperatur erreicht ist, die Stöpsel leicht gehoben und die Hebevorrichtung in
Betrieb gesetzt werden, worauf die Hauptzirkulation des Bades durch alle einzelnen Zellen des Ofens einsetzt.
Der Materialverbrauch der Einheit (Kohle und Fluorverbindungen) sowie auch der nötige Arbeitsaufwand
sind niedriger oder auf alle Fälle nicht höher als bei industriellen Öfen mit horizontalen Schichten
und verstellbaren Elektrodenabständen, wie sie bisher in Gebrauch waren. Der Energieverbrauch der Einheit
ist um 30 bis 50% niedriger. Auch die Gestehungskosten (Konstruktion und Installation) sind bei
gleicher Produktivität erheblich niedriger.
Der erfindungsgemäße Ofen weist erhebliche Vorteile auf, so z. B. eine bessere Möglichkeit zur wirksamen
Isolierung des Oberteils und der Innenflächen des Ofens und damit die Verminderung desjenigen
Teils der elektrischen Energie, welche in Ohmsche Wärme umgewandelt werden muß, höhere Ausstoßkapazität, geringerer Arbeitsaufwand, vereinfachte
Anodenerneuerung, Möglichkeit des Abstichs ohne Badentnahme und ohne Berührung mit dem Bad, verbesserter
Wärmeausgleich des Bades zwischen den einzelnen Zellen, geringere Neigung zur Krustenbildung,
Möglichkeit der Verwendung von weniger reinen Aluminiumoxyden und zur Herstellung hochreinen
Metalls durch Auswahl oder Klassifizierung b> folge Zirkulation des Bades durch Serien von Zellen
mit Einzelabstich gemäß der Erfindung.
Der erfindungsgemäße Ofen kann auch verwendet werden für andere Elektrolyseverfahren aus geschmolzenen
Salzen, und sein Anwendungsgebiet ist nicht begrenzt auf die Herstellung von metallischem
Aluminium aus seinem Oxyd. In diesen Fällen können die verwendete Aluminiumverbindung (Al2O3), die
Elektrolysebäder (Fluoride) und das Produkt (metallisches Aluminium) variiert werden.
Claims (18)
1. Mehrzelliger Ofen für die Schmelzflußelektrolyse von Metallverbindungen, deren Dichte
größer ist als die Dichte des Elektrolyten, insbesondere für die Herstellung von Aluminium aus
Aluminiumoxyd, das im Bad geschmolzener Salze gelöst ist, wobei der Ofen mit bipolaren Zwischenelektroden
versehene Zellen umfaßt, die stationär sind und geneigte, anodisch sich verbrauchende
Flächen haben, die erneuert werden können, sowie mit Endelektroden, die mit stromführenden
Mitteln versehen sind, sowie mit getrennten Sammelkammern unter denElektrolysespalten zum
Sammeln des Metalls aus jeder einzelnen Zelle, dadurch gekennzeichnet, daß die Zellen
(19) mit einzeln abnehmbaren Abdeckungen (11)
]. -versehen und untereinander verbunden sind durch
Kanäle (26) auf einem solchen Niveau, daß ein Durchgang des schmelzflüssigen Elektrolyten (20)
von einer Zelle (19) zur anderen möglich ist und daß mindestens zwei Gruppen von Zellen (5', 5",
6', 6") miteinander in geschlossenem Kreislauf (2) verbunden und elektrisch in Serie geschaltet
sind sowohl durch Kanäle (26) für die Zirkulation des schmelzflüssigen Elektrolyten zwischen
den Zellen und durch Zirkulier- und Hebevorrichtungen (32, 33) als auch elektrisch durch die entsprechenden
Endelektroden (14, 15), die mit stromführenden Metallnippeln (16) verbunden sind, wobei die Reihe von Zellen in Form einer
geschlossenen, zusammengelegten »Perlenschnur« angeordnet ist, deren beide Äste auf jeder seiner
Seite einer langgestreckten Wand (7, 8) aus hitzebeständigem und elektrisch isolierendem Material
angeordnet sind.
2. Ofen nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß die Kathoden aus Graphit und die
Anoden aus Elektrodenkohle bestehen.
309 777/31»
3. Ofen nach Anspruch 1 oder 2, dadurch gekennzeichnet, daß mindestens zwei »Perlenschnüre«
von Zellen in einem Gehäuse (4) aus ■wärmeisolierendem, elektrisch isolierendem und
hitzebeständigem Material untergebracht sind.. wobei die »Perlenschnüre« (5', 5", 6', 6") untereinander
vorzugsweise elektrisch parallel geschaltet sind und wobei das Verschlußende der einen
demjenigen der anderen benachbart angeordnet und durch eine Querwand (9) aus hitzebeständigem
und elektrisch isolierendem Material getrennt ist.
4. Ofen nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, daß der mit
einer Abdeckung (11) aus abnehmbaren Platten aus hitzebeständigem und wärmeisolierendem
Material sowie mit einem abnehmbaren äußeren Deckel (10) über der Abdeckung (11) versehen ist.
5. Ofen nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, daß die Verbindung
zwischen den Zellen des Ofens, für die Zirkulation des Bades von einer Zelle zur anderen,
aus über den Elektroden verlaufenden Kanälen (26) besteht, welche in massive Blöcke, die
den oberen Teil der Elektroden bilden, angeord- as
net sind und wobei die Blöcke aus elektrisch isolierendem und wenig wärmeisolierendem Material,
z. B. aus elektrisch geschmolzenem Aluminiumoxyd, bestehen — oder mit solchem Material
gedeckt sind —, das undurchlässig und widerstandsfähig gegen den Angriff durch das schmelzflüssige
Bad ist.
6. Ofen nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, daß die bipolaren
Elektroden (17) und die massiven Blöcke (25) quer verlaufende Scheidewände zwischen
den Zellen bilden, zusammen mit Scheidewänden (24) aus hitzebeständigem, festem Material mit
spezifischem elektrischem Widerstand und geringer Porosität und welcher gegen den Angriff des
schmelzflüssigen Elektrolyten und des flüssigen Metalls widerstandsfähig ist, wobei die Scheidewände
die einzelnen Kammern (21) zum Sammeln von Metall voneinander trennen, indem diese sich
von dem unteren Ende der bipolaren Elektroden nach unten strecken.
7. Ofen nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, daß zum
Schließen oder Drosseln der Kanäle (26) für die Zirkulation des Bades zwischen benachbarten
Zellen, Mittel angeordnet sind, die vorzugsweise aus Stöpseln (30) bestehen, die in Löchern (29) in
den massiven Blöcken (25) so gleitbar sind, daß sie quer zu den Kanälen (26) stehen, und die auf
verschiedenen Höhen befestigt und von oben bewegt werden können,
8. Ofen nach einem der vorhergehenden Ansprüche mit mindestens einer Station (12) für die
kontinuierliche Zuführung von Ausgangsmaterial, insbesondere von Aluminiumoxyd, wobei die
Station eine Meß- und/oder Regulierungsanordnung für das Ausgangsmaterial umfaßt, dadurch
gekennzeichnet, daß diese Station in der »Perlenschnur« von Zellen eingeschaltet ist und mit einer
im Ofen angeordneten geschlossenen Kammer verbunden ist, welche die Verbindung der
Badflüssigkeit in zwei benachbarten Zellen ermöglicht.
9. Ofen nach einem der vorhergehenden Ansprüche, umfassend an sich bekannte Anordnungen
zum Heben des schmelzflüssigen Bades, so daß das Bad von einem niedrigeren zu einem
höheren Niveau zirkuliert, gekennzeichnet durch zwei Kammern (32, 33) bei dem Ende des Stromkreislaufes
in der »Perlenschnur«, oder in jeder der »Perlenschnüre« von Zellen, wobei der Boden
der einen Kammer (32) höher liegt als der Boden der anderen Kammer (33) und wobei beide
Kammern zwischen zwei benachbarten Zellen in der «Perlenschnur» eingeschaltet sind, wobei die
zwei Kammern miteinander und mit den betreffenden benachbarten Zellen in Verbindung
stehen, und die genannten an sich bekannten Anordnungen zum Heben des schmelzflüssigen Bades
mit einer der Kammern (32,33) so verbunden sind, daß das flüssige Bad von einer niedrigen zu einer
höheren Zelle gehoben werden kann durch Verdrängung aus der niedrigeren Kammer (33) zu
der höheren Kammer (32).
10. Ofen nach Anspruch 9, dadurch gekennzeichnet, daß die niedrigere Kammer (33) in zwei
Abteile aufgeteilt ist durch eine vertikale Scheidewand (43), die von der Abdeckung der Kammer
ausgeht und in der Nähe ihres Bodens endet, wobei das größere Abteil mit der benachbarten Zelle
in Verbindung steht und im oberen Teil mit einer Öffnung (44) versehen ist für die Zufuhr von Gas
und wobei diese öffnung mit äußeren Mitteln zur Einleitung inerter Gase verbunden ist, vorzugsweise
in regelmäßigen Zeitabständen zur Erzeugung eines zeitweise mäßigen Überdruckes in dem
betreffenden Teil der Kammer, während das kleinere Abteil in seinem oberen Teil mit der
Kammer (32) mit höherem Boden in Verbindung steht.
11. Ofen nach Anspruch 9 oder 10, dadurch gekennzeichnet, daß die Verbindung zwischen der
Kammer (33) mit dem niedrigeren Boden und der benachbarten Zelle durch einen oder mehrere
Kanäle (39) durchgeführt wird, wobei die Kanäle (39) mit einem einfachen Kugelrückschlagventil
(41) versehen sind, dessen Kugel aus hitzebeständigem Material besteht, das von dem Elektrolyten
nicht angegriffen wird und ein niedrigeres spezifisches Gewicht als der Elektrolyt hat.
12. Ofen nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, daß Taschen
(31) in einer Anzahl entsprechend der Anzahl der Zellen, in der inneren Längswand (7, 8) zwischen
den Ästen der »Perlenschnur« von Zellen angebracht sind, wobei diese Taschen (31) in ihrem
Unterteil in Verbindung stehen mit einer der einzelnen Sammelkammern (21) für das in den
Zellen erzeugte flüssige Metall, insbesondere Aluminium, sowie mit einem Deckel (46) geschlossen
sind, der die Wärmeisolation sichert und abnehmbar ist, so daß das Metall durch Absaugen
aus den Taschen entfernt werden kann.
13. Verfahren zur Herstellung von Aluminium durch Elektrolyse von Aluminiumoxyd, das in
einem Bad geschmolzener Salze gelöst ist, in Öfen nach einem der vorhergehenden Ansprüche,
dadurch gekennzeichnet, daß das hergestellte Aluminium periodisch ohne Kontakt mit dem
Elektrolyten aus den einzelnen Entnahmetaschen abgesaugt wird, wobei das Aluminium in den
Taschen auf einer Temperatur gehalten wird, die höher ist als die »kritische Temperatur« des Aluminiums
oder vorzugsweise höher als die Temperatur in dem verwendeten Kryolithbad.
14. Verfahren nach Anspruch 13, dadurch gekennzeichnet, daß man vor der Erneuerung der
Anode in einer Zelle das Bad in dem Bereich um die betreffende Zelle abdeckt, so daß man durch
Kühlung die Zirkulation des Elektrolyten zu und aus der betreffenden Zelle drosselt oder verhindert,
sowie den elektrischen Strom für die Elektrolyse unterbricht und dadurch, daß man nach
der Erneuerung der Anode in der Zelle dem elektrischen Strom wieder zuführt und den abgedeckten
Bereich um die Zelle wieder abdeckt, so daß die Temperatur ansteigt, wobei die Hauptzirkulation
des Bades durch die betreffende Zelle wieder ermöglicht wird.
15. Verfahren nach Anspruch 12, gekennzeichnet durch die Stufe, daß man nach Unterbrechung
des elektrischen Stromes aus der betreffenden Zelle eine solche Menge Aluminium entfernt, die
im Überschuß ist zu der zur Zeit erzeugten Menge und die so groß ist, daß das Badniveau in der
Zelle gesenkt wird, bis die Elektrolysespalte zwischen den Elektroden vollständig leer ist, wobei
das Aluminium aus der mit der betreffenden Zelle verbundenen Tasche abgesaugt wird, sowie
durch die Stufe, daß man danach das überschüssige Aluminium in die betreffende Entnahmetasche
zurückführt, so daß das Badniveau in der Zelle ansteigt, bis der Raum zwischen den Elektroden
wieder gefüllt ist vor erneuter Zuführuing von elektrischem Strom.
16. Verfahren nach Ansprach 14 oder 15, dadurch gekennzeichnet, daß die Kanäle, die die
Zelle, in welcher die Erneuerung der Anode stattfindet, mit den benachbarten Zelle© verbinden, so
lange gedrosselt werden, bis die Anode erneuert ist.
17. Verfahren nach einem der Ansprüche 13 bis 15, dadurch gekennzeichnet, daß man das
schmelzflüssige Bad im geschlossenen Kreislauf in der »Perlenschnur« von Zellen zirkulieren läßt
in der Richtung, die der sonst üblichen Richtung (AnodeKBad-Kathode) des elektrischen Stromes
entgegengesetzt ist.
18. Verfahren nach einem der Ansprüche 13 bis 17, dadurch gekennzeichnet, daß man das
Inbetriebsetzen bzw. das Unterbrechen der Hauptzirkulation des Elektrolyten im geschlossenen
Kreislauf in der »Perlenschnur« von Zellen so ausführt, daß man vom Betrieb von nicht miteinander
in Verbindung stehenden Zellen zum Betrieb von miteinander in Verbindung stehenden
Zellen ausgeht bzw. umgekehrt.
Hierzu 2 Blatt Zeichnungen
309 7T7ß19 12.63 © Bundesdruckerei Berlin
Applications Claiming Priority (1)
| Application Number | Priority Date | Filing Date | Title |
|---|---|---|---|
| IT846305X | 1956-07-12 |
Publications (1)
| Publication Number | Publication Date |
|---|---|
| DE1160645B true DE1160645B (de) | 1964-01-02 |
Family
ID=11325330
Family Applications (1)
| Application Number | Title | Priority Date | Filing Date |
|---|---|---|---|
| DEM30696A Pending DE1160645B (de) | 1956-07-12 | 1956-06-04 | Mehrzellenofen zur Schmelzflusselektrolyse und Verfahren zur Herstellung von Aluminium in einem solchen Ofen |
Country Status (2)
| Country | Link |
|---|---|
| DE (1) | DE1160645B (de) |
| GB (1) | GB846305A (de) |
Cited By (1)
| Publication number | Priority date | Publication date | Assignee | Title |
|---|---|---|---|---|
| DE1758149B1 (de) * | 1968-04-10 | 1974-01-03 | Vaw Ver Aluminium Werke Ag | Vorrichtung zur verbesserung des waermehaushalts von aluminium-elektrolysezellen neuzeitlicher bauart mit vorgebrannten, kontinuierlichen anoden |
Families Citing this family (2)
| Publication number | Priority date | Publication date | Assignee | Title |
|---|---|---|---|---|
| CN102485962B (zh) * | 2010-12-01 | 2014-06-25 | 沈阳铝镁设计研究院有限公司 | 吸粗镁用真空抬包 |
| CN103668327B (zh) * | 2013-10-31 | 2016-08-17 | 贵州顺安机电设备有限公司 | 吸铝管带开闭装置的出铝抬包 |
-
1956
- 1956-06-04 DE DEM30696A patent/DE1160645B/de active Pending
-
1957
- 1957-07-10 GB GB21856/57A patent/GB846305A/en not_active Expired
Cited By (1)
| Publication number | Priority date | Publication date | Assignee | Title |
|---|---|---|---|---|
| DE1758149B1 (de) * | 1968-04-10 | 1974-01-03 | Vaw Ver Aluminium Werke Ag | Vorrichtung zur verbesserung des waermehaushalts von aluminium-elektrolysezellen neuzeitlicher bauart mit vorgebrannten, kontinuierlichen anoden |
Also Published As
| Publication number | Publication date |
|---|---|
| GB846305A (en) | 1960-08-31 |
Similar Documents
| Publication | Publication Date | Title |
|---|---|---|
| DE69532052T2 (de) | Mit versenkten Nuten drainierte horizontale Kathodenoberfläche für die Aluminium Elektrogewinnung | |
| DE2838965C2 (de) | Benetzbare Kathode für einen Schmelzflußelektrolyseofen | |
| DE3687072T2 (de) | Aluminiumoxid-elektrolyse bei niedriger temperatur. | |
| DE2817685C2 (de) | Elektrolytische Zelle zur Erzeugung von Metall in einer Salzschmelze | |
| DE2818971C2 (de) | Vorrichtung und Verfahren zur elektrochemischen Gewinnung von Alkalimetall aus einem elektrisch dissoziierbaren Salz desselben und dessen Verwendung | |
| DE60013886T2 (de) | Bei niedriger temperatur betriebene elektrolysezelle zur herstellung von aluminium | |
| CH643885A5 (de) | Elektrodenanordnung einer schmelzflusselektrolysezelle zur herstellung von aluminium. | |
| DE2460629C3 (de) | Verfahren und Vorrichtung zur kontinuierlichen Messung eines Badparameters bei der Schmelzflußelektrolyse | |
| DE3033710A1 (de) | Vorrichtung zum regulieren des waermeflusses einer aluminiumschmelzflusselektrolysezelle und verfahren zum betrieb dieser zelle | |
| DE1160645B (de) | Mehrzellenofen zur Schmelzflusselektrolyse und Verfahren zur Herstellung von Aluminium in einem solchen Ofen | |
| DE2731908C2 (de) | Verfahren und Vorrichtung zum Herstellen von Aluminium | |
| DE1483338B2 (de) | Verfahren und vorrichtung zum elektrolytischen herstellen von aluminium oder dessen legierungen | |
| DE60019782T2 (de) | Aluminium elektrogewinnungszelle mit drainierter kathode und verbesserter elektrolytumwälzung | |
| AT208090B (de) | Zelle für die Schmelzflußelektrolyse von Verbindungen solcher Metalle, deren Dichte größer ist als die Dichte des Elektrolysebades, insbesondere von Al2O3 | |
| DE1204836B (de) | Ofen zur Herstellung von Aluminium durch Schmelzflusselektrolyse | |
| DE489869C (de) | Vorrichtung zur elektrolytischen Raffinierung des Aluminiums | |
| DE1092216B (de) | Stromfuehrungselemente und deren Verwendung in elektrolytischen Zellen zur Gewinnung oder Raffination von Aluminium | |
| DE1174516B (de) | Ofen und Verfahren zur Herstellung von Aluminium durch Schmelzflusselektrolyse | |
| DE1558726C3 (de) | ||
| US2952592A (en) | Multicell closed circuit furnace and fused salt electrolysis process for aluminium production from aluminium oxide | |
| DE3012694A1 (de) | Einrichtung und verfahren zum galvanischen abscheiden von aluminium mittels elektrolyse | |
| DE3135083C1 (de) | Elektrolysewanne zur Herstellung von Aluminium mittels Schmelzflusselektrolyse und Verfahren zum Einsetzen der Eisenbarren | |
| DE898817C (de) | Ofen fuer direkte Schmelzflusselektrolyse von Aluminium | |
| DE1192410B (de) | Elektrolysezelle zur Herstellung von Blei-Alkalimetall-Legierungen | |
| AT204796B (de) | Ofen zur Schmelzflußelektrolyse und Verfahren zur Herstellung von Metallen, insbesondere Aluminium durch Schmelzflußelektrolyse. |