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DE1157900B - Verfahren zur Herstellung eines aufgeschlossenen, diaetetischen Mehles - Google Patents

Verfahren zur Herstellung eines aufgeschlossenen, diaetetischen Mehles

Info

Publication number
DE1157900B
DE1157900B DEL38332A DEL0038332A DE1157900B DE 1157900 B DE1157900 B DE 1157900B DE L38332 A DEL38332 A DE L38332A DE L0038332 A DEL0038332 A DE L0038332A DE 1157900 B DE1157900 B DE 1157900B
Authority
DE
Germany
Prior art keywords
digestion
grain
grains
column
value
Prior art date
Legal status (The legal status is an assumption and is not a legal conclusion. Google has not performed a legal analysis and makes no representation as to the accuracy of the status listed.)
Pending
Application number
DEL38332A
Other languages
English (en)
Inventor
Dr Jean De Larebeyrette
Current Assignee (The listed assignees may be inaccurate. Google has not performed a legal analysis and makes no representation or warranty as to the accuracy of the list.)
JEAN PHILIPPE LEPETRE
Original Assignee
JEAN PHILIPPE LEPETRE
Priority date (The priority date is an assumption and is not a legal conclusion. Google has not performed a legal analysis and makes no representation as to the accuracy of the date listed.)
Filing date
Publication date
Application filed by JEAN PHILIPPE LEPETRE filed Critical JEAN PHILIPPE LEPETRE
Publication of DE1157900B publication Critical patent/DE1157900B/de
Pending legal-status Critical Current

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Classifications

    • CCHEMISTRY; METALLURGY
    • C08ORGANIC MACROMOLECULAR COMPOUNDS; THEIR PREPARATION OR CHEMICAL WORKING-UP; COMPOSITIONS BASED THEREON
    • C08BPOLYSACCHARIDES; DERIVATIVES THEREOF
    • C08B30/00Preparation of starch, degraded or non-chemically modified starch, amylose, or amylopectin
    • AHUMAN NECESSITIES
    • A23FOODS OR FOODSTUFFS; TREATMENT THEREOF, NOT COVERED BY OTHER CLASSES
    • A23LFOODS, FOODSTUFFS OR NON-ALCOHOLIC BEVERAGES, NOT OTHERWISE PROVIDED FOR; PREPARATION OR TREATMENT THEREOF
    • A23L7/00Cereal-derived products; Malt products; Preparation or treatment thereof
    • A23L7/10Cereal-derived products
    • A23L7/198Dry unshaped finely divided cereal products, not provided for in groups A23L7/117 - A23L7/196 and A23L29/00, e.g. meal, flour, powder, dried cereal creams or extracts

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  • Medicinal Chemistry (AREA)
  • Organic Chemistry (AREA)
  • Cereal-Derived Products (AREA)

Description

  • Verfahren zur Herstellung eines aufgeschlossenen, diätetischen Mehles Die Erfindung betrifft ein Verfahren zur Herstellung eines aufgeschlossenen diätetischen Mehles mit linearen Stärkemolekülketten.
  • Es sind verschiedene Verfahren zur Behandlung von Getreide bekannt, von denen jedoch keines die erfindungsgemäße Kombination der einzelnen Verfahrensmaßnahmen wiedergibt, die zur Gewinnung eines besonderen. aufgeschlossenen Mehles mit linearer Struktur der Stärkemoleküle führt.
  • So wird z. B. Korn bis zu 20 Minuten bei Raumtemperatur in wäßriger saurer Lösung von einen pll-Wert unter 7, vorzugsweise unter 1 zur Inaktivierung der Lipase behandelt. Ein anderes Verfahren zur Erhöhung des Nährwertes von Kleie erfolgt durch Aufschluß mit verdünnter Milchsäure. Nach einem weiteren Verfahren zur Behandlung von Weizen durch Tränken mit Phosphorsäure wird ein gut verarbeitbarer zäher Teig angestrebt. Auch ist eine Säurebehandlung von Getreide zur Aufbesserung der Farbe bereits durchgeführt worden. Ferner hat man einen Quellprozeß des Getreides unter Zufuhr von Sauerstoff ausgeführt, um nachteilige Folgen der intramolekularen Atmung zu vermeiden. Ein anderes bekanntes Verfahren befaßt sich mit dem Heißwalzen und anschließendem Abkühlen der schalenhaltigen Kornteile.
  • Es ist in Fachkreisen bekannt, daß die Mehle der bekannten Körnerfrüchte, wie sie nach den heute üblichen Verfahren gewonnen werden (bei denen der Prozentsatz des beim Sichten des Mahlgutes Ausgeschiedenen sehr hoch ist, um das Mehl für längere Zeit lagerfähig zu machen), für die Verbraucher des Mehles eine Reihe von schweren Nachteilen mit sich bringen, die auf physiologische und biochemische Unzulänglichkeiten dieser Mehle zurückzuführen sind.
  • Insbesondere bleibt bei allen Mehlen sämtlicher Getreidearten - ganz unabhängig von ihrer Herstellung und ihrem späteren Zubereiten - die 1-6-Bindung der Polysaccharide, die insbesondere beim Menschen weder durch Verdauungssäfte noch von der Darmfiora angegriffen wird, erhalten. Außerdem ergibt die schnelle Wirkung der industriell hergestellten Hefen - zumal bei einer in Bäckereibetrieben oft unzweckmäßig eingestellten Temperatur - meist keine genügende Einwirkungsdauer und nicht den zweckmäßigen pl-Wert; es werden auch nicht diejenigen Bedingungen erreicht, wie sie für die zum Aufschluß der Mehle oder ihre »Vorverdauung« notwendigen chemischen oder biochemischen Prozesse erforderlich sind.
  • Die bekannten, sehr stark gesichteten bzw. gesiebten Mehle haben eine zu hohe Basizität, um eine einwandfreie Wirkung der Verdauungsfermente und das geeignete Zusammenwirken der Vitamine zu ermöglichen. Die für die Verdauung oder Ausnutzung maßgebende Qualität eines Mehles hängt insbesondere von dem Gleichgewicht zwischen drei physikalischen Faktoren ab, welche durch den pH-Wert, den Widerstand und das Vermögen zur Auslösung von Oxydo-Reduktionsprozessen gegeben sind. Bei den üblichen Mehlen sind die beiden zuletzt genannten Größen stets viel zu niedrig.
  • Das Sieben oder Sichten des Mehles entfernt - je nach seinem Ausmaß - einen Anteil zwischen 30 und 80°/o der ursprünglich in dem Getreide enthaltenen Enzyme oder Fermente und Vitamine. Wenn der Keimling des Getreidekornes nicht abgetrennt wird, so sind Lipoide und Phospholipoide vorhanden, die ein schnelles Ranzigwerden des entsprechenden Mehles herbeiführen; im umgekehrten Falle (wie er bei den »klassischen« Mehlen vorliegt) fallen infolge der Abwesenheit der obengenannten Stoffe eine Reihe von Gliedern in der Kette der Verdauungsvorgänge aus, die für diese Prozesse notwendig sind.
  • Schließlich sind in den meisten üblichen Mehlen wegen des weitgetriebenen Sichtens oder Siebens das Gluten und die Proteine in ungenügenden Mengen vorhanden und wenig assimilierbar, da sie nicht in geeigneter Weise aufgeschlossen sind. Dieser Aufschluß der wesentlichen im Getreide enthaltenen Wirkstoffe bildet nun den Zweck oder die Aufgabe der vorliegenden Erfindung.
  • Die durch Verarbeitung der üblichen Mehle erhaltenen Produkte, beispielsweise Dauer- und insbeson- dere Weißbrot, enthalten weder die notwendige Menge noch die erforderlichen Arten von Enzymen (Fermenten) und Vitaminen in dem für die einwandfreie Assimilation durch höhere Lebewesen (Menschen oder Tiere) unbedingt notwendigen Verhältnis.
  • Hierdurch ist die große Häufigkeit von Störungen der Verdauung, der Herztätigkeit und des Nervensystems bedingt, die zu noch schwerwiegenderen Schäden der Gefäße des Herzens und des Gehirns führen können (s. die Berichte von Gounelle und Gofman, Pre cis de Chimie biologique, J. E. Courtois, 1959).
  • Die Störungen lassen sich biologisch identifizieren und kontrollieren (übermäßig hohe Blutviskosität; erhebliche Vermehrung der 2 a-Euglobuline, der neutralen und sauren Polysaccharide; Umwandlung der Kohlenhydrate in Lipoide [vgl. die Arbeit von Dr. Jean de Larebeyrette, die im Jahre 1957 unter dem Titel »Traite sur 1'Hemogliase« erschienen ist).
  • Die durch Fütterung mit üblichen Mehlen der normalen Getreidearten auftretenden Störungen bei Tieren machen das Fleisch für den Genuß und die Konservierung unbrauchbar.
  • Die Erfindung betrifft ein Verfahren zur Herstellung eines aufgeschlossenen, diätetischen Mehles, das sämtliche für die Ernährung wesentlichen Getreidestoffe enthält, einen guten Nährboden für Hefen liefert, beim Kochen oder Backen schnell »gar« wird und ein biologisches Gleichgewicht beim Menschen aufrechterhält, das geeignet ist, Stoffwechselkrankheiten zu vermeiden oder ihre Entwicklung zu verhindern.
  • Das neue Verfahren ist im wesentlichen dadurch gekennzeichnet, daß man nötigenfalls zuvor in an sich bekannter Weise gewaschene und gereinigte Getreidekörner in einer sauren wäßrigen Flüssigkeit mit einem Sauerstoffgehalt von 2 bis 6 cm/1, einem pll-Wert von 4,2 bis 6,8, einer Temperatur zwischen 15 und 650 C, einer elektrischen Leitfähigkeit zwischen 8,7¢10-3 und 5,5 10-3 S/cm und einem RH.,-Wert zwischen 250 und 450 während einer Zeit zwischen 1 und 10 Stunden einer autolytischen Aufschlußreaktion unterwirft, bei der der zunächst unter 5 liegende p-Wert nach seinem Ansteigen auf etwa 6,8 durch Zugabe einer Phosphorsäure auf etwa 5,6 eingestellt wird und die so aufgeschlossenen Körner in an sich bekannter Weise mittels Heißwalzen unter hohem Druck zu einem dünnen Film zerquetscht und gleichzeitig trocknet.
  • Die so nach diesem erfindungsgemäßen Verfahren gewonnenen Mehle haben nicht die obenerwähnten Nachteile der auf üblichem Wege hergestellten Mehle und weisen darüber hinaus eine Reihe zusätzlicher Vorteile oder günstiger Wirkungen auf.
  • Nach dem erfindungsgemäßen Verfahren können vor allem sehr wesentliche Änderungen im stereochemischen Aufbau der Ketten der Stärkemoleküle herbeigeführt werden, die ihre verzweigte Struktur verlieren und gerade Ketten bilden (es läßt sich insbesondere der Bruch der 1-6-Bindungen der Polysaccharide feststellen). Das neue Verfahren gestattet weiterhin, die fermentativen Aufschlußprozesse sehr weit zu treiben und plötzlich zu unterbrechen, die Lipode zu stabilisieren - was jedes unerwünschte Ranzigwerden der Mehle verhindert - und eine Umwandlung der Proteine im Sinne einer Autolyse herbeizuführen, ohne sie bis zur Bildung von Aminosäuren abzubauen.
  • Der Beginn der fermentativen Autolyse, die erfindungsgemäß in einer flüssigen Phase durchgeführt wird, welche Ferment-Vitamin-Wirkstoffe und Phosphorverbindungen enthält, ist von besonderer Bedeutung; vor allem deshalb, weil man dadurch 1. ein kräftiges, natürliches Einsetzen eines harmonischen Ablaufs der Autolysestufen erzielt, indem ein Fermentsubstrat entsprechend den Bedingungen von Michaelis vorhanden ist und sich der Vorgang unter bestimmten Bedingungen für die Temperatur, die Zeit, den pH-Wert, das Redoxpotential, den elektrischen Widerstand und die Sauerstoffwirkung abspielt, die gemeinsam ganz bestimmte kritische Bedingungen schaffen, welche jederzeit auf günstige Werte eingestellt werden müssen, um die höchste fermentative Wirkung zu erzielen; 2. die grundlegenden biologischen Bedingungen erhält, die - wie von allen Biologen anerkannt -für die Verdauung und Ausnutzung der Körnerfrüchte durch höhere tierische Wesen notwendig sind, d. h., es sind in dem Mengenanteil der Stärke genau angepaßten Verhältnismengen gleichzeitige bestimmte Wirkstoffe anwesend, insbesondere a) Vitamin-Gruppen BI, B2, B6 usw., b) für jedes Getreide spezifische Enzyme oder Fermente (a- und fl-Amylase, 5-Phosphatasen usw.), c) phosphorylierend wirkende Stoffe (z. B.
  • Orthophosphorsäure), die unbedingt notwendig sind, damit der Organismus seine eigenen Cofermente oder -enzyme aufbauen kann, die ihrerseits spezifisch und unentbehrlich sind, und deren natürlicher Verbrauch während der Assimilation durch eine äquivalente Zufuhr kompensiert werden muß, die durch die Anwendung des erfindungsgemäßen Verfahrens in geeigneter Weise möglich wird.
  • Die bekannten Mehle haben demgegenüber ein Defizit von im Mittel 30 bis 800/0 an Vitaminen, 50 bis 60 0in an Fermenten oder Enzymen und enthalten im allgemeinen nur 350 mg Phosphor anstatt 1450 mg je 100 g gesamter Körnermasse.
  • Diese üblichen Mehle - selbst wenn sie nachträglich mit den fehlenden Stoffen angereichert werden -wurden noch keiner Aufschließung unterworfen, die eine »Vorverdauung« darstellt und die zu ihrer Durchführung die obenerwähnte gleichzeitige Anwesenheit genügender Mengen von Ferment-Vitamin-Körpern und phosphorylierenden Substanzen während der sauren thermokatalytischen Behandlung nötig macht. Das Verfahren gemäß der Erfindung, das sich in einem katalytisch wirkenden Medium abspielt, nutzt das vollständige Getreidekorn mit seinem gesamten spezifischen und harmonischen Anteil an Vitaminen, Fermenten und Phosphorverbindungen aus. Es benutzt hierzu eine katalytische Flüssigkeit, die einerseits mit dem spezifischen konzentrierten Autolysat angereichert ist, das aus der gleichen Getreideart gewonnen wird, wie sie behandelt werden soll und andererseits eine verdünnte, den geeigneten Wert aufweisende Lösung von Orthophosphorsäure enthält, deren zweite Säurefunktion (PK2 = 6,82) als bekanntlich bester biologischer Puffer (im Bereich der anzuwendenden pH-Werte sowohl beim erfindungsgemäßen Verfahren als auch den natürlichen Prozessen des intermediären Stoffwechsels) in der Lage ist: a) Ohne sich zu zersetzen, die unbedingt notwendigen und natürlichen Schritte der Oxydoreduktion, der Spaltung und einer reversiblen As so ziation der Kohlenstoffradikale herbeizuführen, b) zur Bildung von Estern der Osen (Mono- und Disaccharide) zu führen, die an sämtlichen notweidigen Verdauungsreaktionen der Lipoide, der Kohlehydrate und Proteide teilnehmen (sowohl im Stadium des Aufschlusses als auch im Stadium der Assimilation durch den Menschen oder Tiere), und zwar im Bereich der für die bekannten Fermente der Körnerfrüchte und die Fermente oder Enzyme der Lebewesen, welche die obenerwähnten Stoffe anschließend assimilieren sollen, günstigsten Temperaturen und pll-Werte.
  • Die nach dem erfindungsgemäßen Verfahren gewonnenen Mehle enthalten also nicht nur die Fermente, Enzyme und Vitamine in einem harmonischen Gleichgewicht, sondern auch die Osen (in ihrer phosphorsauren Form) in den günstigsten bekannten Verhältnissen und Zuständen (Hexokinase, Fruktose-6-Phosphat), so daß der Mensch oder das zu ernährende Tier sein Glykogen einwandfrei aufbauen kann.
  • Dieses Verfahren schafft durch seine unterschiedlichen chemischen Stufen außerdem Bedingungen, die für eine Verbesserung der Mälzereitechnik von Bedeutung sind, und gestattet auf dem Wege über ein Konzentrat einer fermenthaltigen Flüssigkeit die Ausnutzung der Kleie oder sonstigen Rückstände der üblichen Mahlverfahren; auf diese Weise werden die Rückstände nutzbar gemacht.
  • Die gemäß der vorliegenden Erfindung herzustellenden Mehle können aus sämtlichen Körnerfrüchten hergestellt werden, beispielsweise aus Weizen, Gerste, Mais, Reis und Roggen, und nicht nur zur menschlichen Ernährung (Kindermehle, Dauerbrot, Bisquit, Brot usw.) verwendet, sondern auch mit Vorteil zur Verfütterung an Tiere benutzt werden. Die Mehle sind überdies »Vollmehle« in dem Sinne, daß sie sämtliche Bestandteile der Körnerfrüchte enthalten, denen ein Ernährungs- oder gesundheitsfördernder Wert zukommt; die Mehle behalten ihre Vitamine, sie sind stabil, lagerfähig und in bezug auf die verdauungsmäßige Ausnutzung den klassischen Mehlen um etwa 40°/o überlegen.
  • Unter Hinweis auf die Zeichnung wird nunmehr ein Beispiel für die Durchführung des neuen Verfahrens zusammen mit einer Vorrichtung für die Herstellung der neuartigen Mehle gemäß der Erfindung beschrieben. Dieses die Erfindung in keiner Weise einschränkende Beispiel soll im wesentlichen die einzelnen Verfahrensschritte näher erläutern; es zeigt Fig. 1 eine schematische Darstellung einer Vorrichtung zum Behandeln von Getreide gemäß dem Verfahren nach der vorliegenden Erfindung, Fig. la die Anwendung einer zusätzlichen Hilfsvorrichtung zur Herstellung des spezifischen konzentrierten Autolysats, das für den Aufschluß oder die Vorbereitung der Verdauung des Getreides dient, Fig. 2 das Röntgen-Beugungsspektrum von Stärkekörnern eines Mehles, das nach üblichem Verfahren aus Weizen gewonnen wurde, Fig. 3 ein entsprechendes Beugungsspektrum von Stärkekörnern eines Mehles aus dem gleichen Wei- zen, das nach dem erfindungsgemäßen Verfahren gewonnen wurde.
  • Die Fig. 1 zeigt zunächst links oben ein als Kolonne dargestelltes Gefäß 1, das zum Waschen, Entstauben und zur thermischen Vorbereitung der Körner dient.
  • Dann folgt eine beheizbare Kolonne 2, in der der fermentative Aufschluß bzw. die vorbereitende Verdauung erfolgt; mit 3 ist schließlich die Heiz- und Walzeneinrichtung bezeichnet.
  • Die Wirkungsweise der Einrichtung gemäß Fig. 1 läßt sich wie folgt erläutern: Das Gefäß 1 ist mit einem Zulauf 4 für das Einführen des Getreides versehen und enthält in seinem Innenraum ein Rührwerk, das aus der axialen Welle 5 und ihren seitlichen Schaufeln 6 besteht. Ober- und unterhalb des Rührwerkes sind ein oberes und ein unteres Sperrgitter 7, 8 vorgesehen, die beim Abtrennen der leichten und schweren Verunreinigungen des Getreides benutzt werden. Das Rührwerk wird durch den Motor 37 angetrieben. Wenn das untere Gitter 8 geschlossen ist, wird das zu behandelnde Getreide durch die Zuleitung 4 in das Gefäß 1 eingeleitet, nachdem es vorher entwest worden ist, falls Mehle hergestellt werden sollen, die später der menschlichen Ernährung dienen.
  • Anschließend gibt man über die Zuleitung 9 durch das noch geöffnete Gitter 7 Flüssigkeit hinzu, die im wesentlichen Wasser mit einer Temperatur in der Größenordnung zwischen 30 und 500 C ist: dieses Wasser kann leicht angesäuert sein. Der Zulauf gestattet weiterhin, die chemischen Bedingungen und die Belüftung einzustellen, insbesondere die Menge des Sauerstoffs in dem Rührbad. Um ein gutes Ergebnis zu erzielen, soll die Sauerstoffmenge in der Größenordnung von 2,6 cm3/l liegen, damit ein »Erstikken« der Getreidekörner (Aufhören der angestrebten Reaktionen wegen Mangels an Sauerstoff) vermieden wird. Nachdem das Getreide in dem Gefäß 1 während etwa einer Stunde gewaschen und geweicht worden ist, läßt man das Ganze während 5 bis 10 Minuten ruhen. Die leichten, schwimmfähigen Verunreinigungen sind durch das geöffnete Gitter 7 nach oben gestiegen. Daraufhin schließt man das obere Gitter 7 und saugt diese leichten Verunreinigungen über den oberen Zulauf 9 ab. Dann setzt man das Rührwerk erneut während einer gewissen Zeitdauer in Bewegung, wobei zunächst das untere Gitter 8 noch geschlossen ist; wenn man dann das untere Gitter öffnet, so können die schweren Verunreinigungen, die sich inzwischen auf diesem Gitter angesammelt haben, in den Bodenraum des Gefäßes 1 absinken, aus dem sie über den unteren Auslaß 10 abgeführt werden.
  • Nach dieser Reinigung des Getreides wird das untere Gitter 8 vollständig geöffnet und das gereinigte und geweichte Getreide über die Leitung 11 in die Kolonne 2 übergeleitet.
  • Die Bedingungen für die Behandlung des Getreides in dem Gefäß 1, wie sie bei dem Ausführungsbeispiel geschildert wurden, dürfen keinesfalls als irgendeine Einschränkung des erfindungsgemäßen Verfahrens angesehen werden. So kann insbesondere die Temperatur in dem Gefäß 1 innerhalb der Grenzen von 15 und 650 C verändert werden; der pl-Wert der Flüssigkeit kann zwischen 6,2 und 6,5 liegen, der Sauerstoffanteil in der Flüssigkeit zwischen 2,6 und 6 cm3/l und die Rührzeit kann insgesamt 1 bis 5 Stunden betragen. Es ist leicht zu erkennen, daß diese unterschiedlichen Arbeitsbedingungen gleichzeitig auch das zu behandelnde Getreide beeinflussen und daß sämtliche Änderungen einer der Bedingungen notwendigerweise eine von der ersten Änderung abhängige Änderung einer der anderen Bedingungen nach sich ziehen. Das günstigste Ergebnis dieses Verfahrensschrittes wird erzielt, wenn durch die Gesamt heit der Verfahrensbedingungen ein Milieu erreicht ist, in dem sich die Reaktion gleichmäßig nach den Gesetzen von Michaelis abspielt. Falls Mehle für tierische Ernährung bereitet werden sollen, kann man gegebenenfalls diese erste Stufe des Verfahrens, die sich in der Kolonne 1 abspielt, auslassen und sofort mit der folgenden Verfahrensstufe der Verdauungsaufbereitung beginnen.
  • Die Kolonne 2 ist ein Thermostatgefäß, das durch im Mantel 12 der Kolonnen umlaufendes Wasser oder strömenden Dampf auf eine bestimmte Temperatur gebracht bzw. auf einer solchen Temperatur gehalten werden kann. Sie enthältgenau wie das Gefäß 1-ein Rührwerk, das aus an einer senkrechten Welle 14 sitzenden Rührschaufelnl3 besteht und durch den Antriebsmotor 15 in Drehung versetzt wird.
  • An dem oberen Teil der Kolonne 2 sind zwei Leitungen 16 und 17 vorgesehen, durch welche einerseits Wasser mit dem gewünschten pg, Widerstands- und RE2-Wert, welcher katalytisch wirkt, und andererseits mehr oder weniger sauerstoffhaltige Luft eingeführt werden kann. Das katalytisch wirkende Wasser wird durch Zumischen eines getrennt hergestellten, für das zu behandelnde Getreide spezifischen konzentrierten Autolysats in geeigneter Menge in saurem Milieu erhalten. Diese Lösung enthält dann die natürlichen Faktoren des betreffenden Getreides, die beim Ablauf des Prozesses die Bildung von Dextrinen und Zuckern auslösen und gelatinolytische und proteolytische Eigenschaften haben. In der Kolonne 2 hält man den Sauerstoffgehalt dauernd im wesentlichen konstant auf einem Wert von etwa 2,6 cm3/l. Bei dem beschriebenen Beispiel ist das über die Leitung 16 eingeführte katalytisch wirkende Wasser auf einen pE-Wert von 4,6 gepuffert, sein elektrischer Widerstand ist 130 Q cm und sein Oxydredoxvermögen Ru2 ist 350; die Temperatur beträgt etwa 300 C. Die saure Einstellung erfolgt vorzugsweise durch Zugabe von Orthophosphorsäure. Zwei Meßsonden 18 und 19, die durch die Seitenwand der Kolonne 2 hindurchgeführt sind, gestatten die dauernde Kontrolle des Sauerstoffgehaltes einerseits und der drei Werte PEX, Widerstand und Rn2 des Wassers andererseits.
  • Unter diesen Bedingungen rührt man das Ganze während einer Zeit durch, die zwischen 1 und 4 Stunden liegen kann und überdies bei einem gegebenen Getreide von der Art der beabsichtigten Verwendung des Mehles bzw. seiner späteren Zubereitung abhängig ist. Die Zeitdauer, während der die Körner in der Kolonne 2 in dem katalytisch wirkenden Wasser durchgeführt werden, soll auf jeden Fall so lang sein, daß der verdauungsfördernde fermentative Aufschluß am isoelektrischen Punkt der Proteine des betreffenden Getreides beginnt.
  • Wie bereits in dem Gefäß 1, erfolgt auch in der Kolonne 2 die Einstellung der Milieubedingungen unter dauernder Berücksichtigung der Gesetze von Michaelis. Die Temperatur kann beispielsweise zwischen 20 und 600 C, die Behandlungsdauer zwischen 1 und 10 Stunden und die Sauerstoffmenge zwischen 2 und 6 cm3/1 liegen, der p-Wert der Lösung liegt zwischen 4,2 und 6,8, der Leitfähigkeits- wert des katalytisch wirkenden Wassers zwischen 115 und 180 Q cm und der RH2-Wert zwischen 250 und 450.
  • Die Endoreaktionen führen zu einer Erhöhung des pH-Wertes der Lösung, und am Schluß der Durchrührbehandlung führt man den Wert auf ungefähr 5,6 zurück, und zwar während einer unterschiedlichen Dauer von 1 bis 4 Stunden, bis sich plötzlich größere Mengen von a- und ß-Amylasen zeigen, was man durch Entnahme kleiner Flüssigkeitsproben feststellt.
  • Dieses Wiedereinstellen des pH-Wertes auf 5,6 wird gemäß der vorliegenden Erfindung durch Zugabe von Wasser durchgeführt, das Orthophosphorsäure oder auch Mono- bzw. Polyphosphorsäure enthält und gegebenenfalls auch organische Phosphorsäureester enthalten kann. Der pH-Wert von 5,6, wie er hier als Beispiel angegeben wird, ist nicht zwingend; wesentlich ist, daß man den p-Wert für eine genügend lange Zeit auf einen Wert absenkt, bei dem plötzlich größere Mengen von a- und S-Amylasen auftreten.
  • Am Schluß dieses Verfahrensschrittes wird das Korn aufplatzen, sein Aufschluß ist praktisch vollständig. Es wird dann durch die Leitung 20 abgezogen und einem Abtropfbehälter 21 zugeführt, in dem es über eine vibrierende Siebplatte 22 gleitet.
  • An unteren Teil der Kolonne 2 ist eine Abflußleitung 23 vorgesehen, die das Abziehen der Flüssigkeit aus der Kolonne 2 ermöglicht und über einen Dreiwegehahn 24 das Weiterleiten der jeweiligen Flüssigkeit in drei unterschiedliche Behälter 25, 26 und 27 erlaubt, wobei man die katalytisch wirkende Flüssigkeit jeweils nach ihren pn-Werten von 4,6 und 5,6 sowie dem pH-Wert am Schluß der Behandlung trennt.
  • Eine Abflußleitung 38 verbindet den Boden des Abtropfbehälters 21 mit dem Behälter 27, so daß diesem auch die Abtropfflüssigkeit zugeführt werden kann.
  • Nachdem die aufgeschlossenen Getreidekörner über die vibrierende Siebplatte 22 hinweggeglitten sind, kommen sie in einen Schüttbehälter 28, an dessen Auslauf geriffelte Verteilerzylinder 29 bekannter Ausführung angeordnet sind. Diese Zylinder verteilen die Körner und messen sie den Walzzylindern 30 zu, die auf eine geeignete Temperatur (beispielsweise auf 1500 C durch Beheizen mit Dampf) erhitzt sind und deren gegenseitiger Abstand auf ein Maß eingestellt ist, das je nach dem zu verarbeitenden Getreide und der Temperatur zwischen 1/,, und t/30 mm liegt.
  • In diesem Augenblick vollzieht sich der wichtigste Schritt der Behandlung der Getreidekörner, sie werden gleichzeitig und praktisch augenblicklich zerquetscht und getrocknet; diese praktisch vollständige Trocknung (es bleibt nur ein Feuchtigkeitsgehalt von etwa 40/0 zurück) bewirkt den augenblicklichen Stillstand der fermentativen Aufschlußvorgänge und führt zu einer Änderung der stereochemischen Struktur der Stärke. Die ursprünglich verzweigte oder aus Ringketten bestehende Struktur wandelt sich in eine lineare Kettenstruktur um. Das plötzliche Unterbrechen der fermentativen Aufschlußreaktionen in diesem Stadium der Behandlung übt praktisch keine zerstörende Wirkung auf die Enzyme, Fermente oder Vitamine aus, die infolgedessen später etwa beim Verbrauch des Mehles bzw. seinem Verzehr oder dann wieder ausgenutzt werden können, wenn sie für die industrialisierte Konditionierung des Mehles (Brot und Dauer-Brotbäckerei, Kuchenherstellung usw.) benötigt werden. Gerade die gleichzeitige Einwirkung der Temperatur, der Kompression und der Feuchtigkeitsverdampfung auf die bereits weitgehend für die Verdauung aufgeschlossenen Körner gestattet es, gemäß der Erfindung die stereochemische verzweigte Kettenstruktur der Stärke in die gerade Kettenstruktur zu verwandeln, was bisher kein anderes Zubereitungsverfahren, keine andere Behandlung oder kein Kochprozeß möglich machten.
  • Schließlich wird der feine Film, der aus den zwischen den Walzen zerquetschten und zusammen gepreßten Körnern gebildet wird, durch einzelne Abstreifer 31 von den Walzen abgestreift; die Teile dieses Filmes fallen in den Aufnahmebehälter 32, um anschließend durch den Trockenraum 33 geführt zu werden, der über die Leitung 34 mit trockener Heißluft gespeist wird. Das so erhaltene Produkt wird zu Schaufel- oder Hammermühlen geführt, die in der Zeichnung nicht dargestellt sind. In diesen wird der von den Walzen abgestreifte Film zu einem feinen Pulver zermahlen.
  • Bei einer Ausführungsform des erfindungsgemäßen Verfahrens, die eine in bezug auf den Wirkungsgrad oder die Ausbeute besonders vorteilhafte Variante darstellt, wird das spezifische konzentrierte Autolysat, das in der Aufschlußkolonne 2 benutzt wird, in einer besonderen Hilfseinrichtung hergestellt, und zwar einerseits aus der katalytisch wirkenden Flüssigkeit die aus der Kolonne 2 abgezogen wurde und andererseits aus Schalen und Siebungsrückständen des gleichen Getreides, wie sie bei dessen normalen Mahlvorgang anfallen.
  • Bei dieser Variante des erfindungsgemäßen Verfahrens, die unter Hinweis auf die Fig. 1 a beschrieben wird, benutzt man grundsätzlich die gleiche Anordnung, wie sie die Fig. 1 zeigt. Es ist ebenfalls ein Waschgefäß la vorhanden, das dem Gefäß 1 in Fig. 1 entspricht. Dieses Gefäß hat eine Zuleitung 4 a für die Körner, eine Wasserzuleitung 9 a und eine Abführleitung 10a für schwere Verunreinigungen. Über die Leitung 11 a können die gereinigten und gequollenen Körner in die Kolonne 2 a übergeführt werden, die ihrerseits eine Abführleitung 20a aufweist, die der Abführleitung 20 in Fig. 1 entspricht und über die die zu behandelnden Körner in die beheizte Walzvorrichtung geführt werden, die nicht dargestellt ist. Die Kolonne 2a hat ferner eine Ablaufleitung 23 a, über die die Behandlungsflüssigkeit abgezogen werden kann.
  • Ein Vierwegeventil 24a gestattet es, diese katalytische Flüssigkeit je nach ihrem jeweiligen pH-Wert in drei Aufnahmebehälter 2usa, 26 a und 27 a zu leiten. Die zusätzliche Hilfsvorrichtung für die Bereitung des konzentrischen, spezifischen Autolysats ist die Vorrichtung 2 b, die im wesentlichen aus einer Behandlungskolonne besteht, deren Aufbau dem der Kolonne 2 a entspricht. Diese Kolonne 2 b wird gespeist a) über das Dreiwegeventil 40 und die Leitung 41 mit den aus der Kolonne 2 a abgezogenen katalytisch wirkenden Flüssigkeiten, die über die Leitung 16 b in die Kolonne 2 b eingeführt werden; b) über die Leitung 17 b mit dem für die Durchführung der chemischen Aufschlußreaktionen in der Kolonne 2 b erforderlichen Sauerstoff; c) über die Leitung 39 mit den Abfällen des Sieb-oder Sichtprozesses eines normalen Mahlvorganges der jeweils gleichen Getreideart, und zwar den Keimlingen, den Hülsen und den Häutchen der Körner, die den größten Teil der Ferment-und Vitamingruppen der Körner enthalten.
  • In dieser Kolonne 2 b spielt sich die gleiche Reaktion ab wie in der Kolonne 2 a; man treibt aber diese Reaktion hier bis zum vollständigen Ausziehen der Fermente. Dann werden die Rückstände beseitigt, man führt sie nicht in den Kreislauf der Körner oder des Mehles ein, das nach dem erfindungsgemäßen Verfahren gewonnen wird.
  • Auf diese Weise erhält man ein an Fermenten, Vitaminen und Phosphorverbindungen reiches Konzentrat der gleichen spezifischen Art, wie es in der Kolonne 2a wirkt, und man führt dieses Konzentrat durch die Leitung 16a in die Kolonne 2a ein. Es dient dort als Startmaterial und zur Unterhaltung und Aktivierung der Reaktionen, die sich in der Kolonne 2 a abspielen. Die Abfälle, die bei der Bereitung des Konzentrats anfallen, werden durch die Ablaßleitung 42 aus der Kolonne 2 b abgezogen.
  • Die Anordnung gemäß der Fig. 1 a erweist sich als besonders vorteilhaft und nützlich bei der Mälzung beliebiger Getreidesorten, da sich bei ihrer Anwendung die sehr weit getriebene fermentative Aufschlußreaktion des Getreides in einem Zeitraum der Größenordnung von 18 bis 24 Stunden abspielt, während bei den bisher bekannten Mälzereiverfahren hierfür 8 bis 14 Tage gebraucht werden. Außerdem läuft das erfindungsgemäße Verfahren bei relativ niedriger Temperatur ab, es gestattet eine vollständige Gewinnung der a- und fl-Amylasen, der 5-Phosphatasen und der zusätzlichen, unentbehrlichen Fermentsysteme.
  • Insbesondere ersetzt die nachträgliche Erwärmung des Konzentrats aus der Kolonne 2b in sehr wirtschaftlicher Weise die Turmtrocknung des traditionellen Mälzungsverfahrens. Mit einer Anordnung gemäß der Fig. 1 a kann man also für jede Getreideart ein Konzentrat gewinnen, das man gegebenenfalls aus der Leitung 16a abziehen kann und das die für das betreffende Getreide spezifischen Fermentkomplexe einschließlich ihrer wesentlichen Aktivatorsubstanzen enthält.
  • Die Ausnutzung dieses Konzentrats gestattet vor allem eine günstigere Durchführung der Herstellungsverfahren von Bier, und die Fermentgruppen, die man auf diese Weise erhält, lassen sich leicht unter Stickstoffatmosphäre konservieren, da das Produkt nur seine spezifische Menge an gebundenem Wasser enthält.
  • Schließlich kann man durch Zugabe einer geringen Menge (0,5 bis 5°/o3 des auf diese Weise gewonnenen Konzentrats zu den auf bisher üblichem Wege hergestellten Mehlen - wenn man das Konzentrat vor dem Beginn der Hefegärung in den Teig hineingibt -in einem gewissen Umfang die großen ernährungsphysiologischen Nachteile vermeiden, die durch das Defizit wichtiger aktiver Substanzen in diesen üblichen Mehlen bedingt sind.
  • In allen denjenigen Teilen der Apparate in den Fig. 1 und 1 a, die mit dem zu behandelnden Getreide in unmittelbare Berührung kommen, sind die inneren Oberflächen mit einem keramischen oder Kunststoffmaterial überzogen, um zu vermeiden, daß aus den Aminosäuren Amine werden oder daß diese Säuren sich mit metallischen Ionen verbinden, zu den sie eine große Affinität haben.
  • Das soeben beschriebene Behandlungsverfahren ist als diskontinuierliches Verfahren geschildert, um es übersichtlicher darstellen zu können. In der Praxis benutzt man vorzugsweise eine Vorrichtung, bei der das Getreide während seiner Behandlung stetig durch die Kette der Apparate oder Vorrichtungen hindurchläuft.
  • Ein Vergleich der Fig. 2 und 3 ergibt klar die Änderung der stereochemischen Struktur der Stärke des behandelten Getreides durch das erfindungsgemäße Verfahren. Aus dem Beugungsspektrum 35 der Fig. 2 erkennt man klar die sechs verzweigten Ketten der Mehlstärke bei gewöilichen Mehlen, bei denen die 1-6-Bindungen der Polysaccharide eine der Hauptursachen für die obenerwähnten Stoffwechselstörungen sind.
  • Im Gegensatz dazu zeigt das Beugungsspektrum 36 der Fig. 3, wie es bei einem nach dem erfindungsgemäßen Verfahren behandelten Weizenmehl erhalten wurde, deutlich eine lineare, vollkommen von der Struktur gemäß Fig. 2 abweichende Struktur. Das Amylogramm dieses Mehles ergibt eine Steigerung der Amylaseaktivität um 30 °/a; sie beginnt bereits bei einer Temperatur von 450 C an Stelle von 500 C, was sich als besonders günstig erweist, wenn es sich um Nährmehl für Kinder und Futter für fleischliefernde Tiere handelt; der die Verdauung vorbereitende Aufschluß vor dem Kochen oder einer anderweitigen Zubereitung bei höheren Temperaturen ist um 700°/o gesteigert.
  • Als Beispiel werden schließlich in Form einer vergleichenden Zusammenstellung die Mengen der wertvollen Bestandteile eines üblichen, nach bisher bekannten Verfahren hergestellten Mehls (Spalte A) und eines gemäß der vorliegenden Erfindung gewonnenen Mehls (Spalte B) einander gegenübergestellt.
  • In beiden Fällen handelt es sich um den gleichen Weizen üblicher Art. In dieser Zusammenstellung sind die Gewichtsmengen jeweils in Milligramm je 100 g Mehl angegeben:
    Weizenmehl
    bisher gemäß Erfindung
    A B
    Gehalt an
    Thiamin (Vitamin B 1) .. 0,7 mg/100 g 3,5 mg/100 g
    Riboflavin ... . . .. 1 mg/100 g 1,25 mg/100 g
    Nikotinsäure .... 8 mg/100 g 45 mg/100 g
    Pantothensäure . . 4 mg/100 g 13 mg/100 g
    a) Enzyme
    Amylasenaktivität (saure Hydrolyse) .. 1 erhöht um 350 bis 5000/0
    Anteil gerader Ketten . . . 1°/o erhöht um 400 bis 500 01o
    Glucose Laevulose . . . Anteil verdoppelt
    b) Lipoide
    Glyceride ................... ......... um 15 0/o vermehrt
    ungesättigte Lipoide (nach Jod-Index) .. um 13 bis 20°/o vermehrt
    Geschwindigkeit des Ranzigwerdens .. 4- bis 10fach geringer
    Phospholipoide . . . 3 mg/100 g 4 bis 6 mg/100 g
    Aminsäuren schwefelhaltig ohne Amine .. 3,5 mg/100 g 18 bis 19,8 mg/100g

Claims (6)

  1. PATENTANSPRÜCHE: 1. Verfahren zur Herstellung eines aufgeschlossenen, diätetischen Mehles aus Getreidekörnern, dadurch gekennzeichnet, daß man nötigenfalls zuvor in an sich bekannter Weise gewaschene und gereinigte Getreidekörner in einer sauren wäßrigen Flüssigkeit mit einem Sauerstoffgehalt von 2 bis 6 cm3/l, einem p3L-Wert von 4,2 bis 6,8, einer Temperatur zwischen 15 und 650 C, einer elektrischen Leitfähigkeit zwischen 8,7 10-3 und 5,5. 10-3 S/cm und einem RE2-Wext zwischen 250 450 während einer Zeit zwischen 1 und 10 Stunden einer autolytischen Aufschlußreaktion unterwirft, bei der der zunächst unter 5 liegende Pir Wert nach seinem Ansteigen auf etwa 6,8 durch Zugabe einer Phosphorsäure auf etwa 5,6 eingestellt wird und die so aufgeschlossenen Körner in an sich bekannter Weise mittels Heißwalzen unter hohem Druck zu einem dünnen Film zerquetscht und gleichzeitig trocknet.
  2. 2. Verfahren nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß der autolytische Aufschluß unter Anwesenheit von Orthophosphorsäure erfolgt und die saure wäßrige Flüssigkeit innerhalb der angegebenen Grenzen derart eingestellt wird, daß die enzymatische Autolyse etwa im isoelektrischen Punkt der Proteine des zu behandelnden Getreides beginnt.
  3. 3. Verfahren nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß man bei dem Waschen und Reinigen der Getreidekörner diese gleichzeitig in einer sohwach sauren, vorzugsweise orthophosphorsäurehaltigen wäßrigen Flüssigkeit mit einem Sauerstoffgehalt von 2,6 bis 6 cm3/l bei Temperaturen zwischen 15 und 650 C und einem Pir Wert der Flüsigkeit zwischen 6,2 und 6,5 während einer Dauer von 1 bis 5 Stunden durchweicht.
  4. 4. Verfahren nach einem der Ansprüche 1 bis 3, dadurch gekennzeichnet, daß man während der Aufschlußperiode Teile der wäßrigen Flüssigkeit, in der sich die Aufschlußreaktion der Getreidekörner abspielt, getrennt abzieht und diese Flüssigkeiten zur Aktivierung einer später durchzuführenden enzymatischen Autolyse der gleichen Getreideart verwendet.
  5. 5. Verfahren nach einem der Ansprüche 1 bis 4, dadurch gekennzeichnet, daß man der für die Durchführung der Aufschlußreaktionen verwendeten Flüssigkeit ein Autolysat zugibt, das unter den gleichen Bedingungen, wie sie bei dem Aufschluß der Getreidekörner angewendet werden, gesondert aus einer Kleie der betreffenden Getreideart gewonnen und gegebenenfalls konzentriert wird.
  6. 6. Verfahren nach einem der Ansprüche 1 bis 5, dadurch gekennzeichnet, daß man die Be handlung beim plötzlichen Auftreten größerer Mengen von a- und -Amylasen in der Flüssig keit beendet In Betracht gezogene Druckschriften Deutsche Patentschriften Nr. 865 856, 929 828, 814 373; britische Patentschriften Nr. 645 124, 270 706, 22 434 aus dem Jahre 1909.
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