DE1153671B - Mit Gas oder OEl indirekt betreibbarer Tunnelofen, insbesondere zum Brennen von empfindlichem keramischem Gut - Google Patents
Mit Gas oder OEl indirekt betreibbarer Tunnelofen, insbesondere zum Brennen von empfindlichem keramischem GutInfo
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Description
- Mit Gas oder Öl indirekt betreibbarer Tunnelofen, insbesondere zum Brennen von empfindlichem keramischem Gut Muffeltunnelöfen zur indirekten Beheizung von Gut werden vorzugsweise beim Brennen von gegen die Einwirkungen der Ofenatmosphäre empfindlichem keramischem Gut angewendet.
- Muffeltunnelöfen haben gewöhnlich gegen das Ofenkanalinnere abgeschlossene, im Bereich der Brennzone längs der Seitenwandungen des Ofenkanals angeordnete Muffeln, in die die Brenner einmünden und die in der Regel in der Nähe des Einfahrtsendes des Ofens an den Fuchs angeschlossen sind, so daß die Brenngase durch die Muffelkammern entgegen der Fahrtrichtung des Brenngutes strömen und durch den Fuchs abgesaugt werden.
- Die Erhitzung des Brenngutes erfolgt also über die derart erhitzten Muffelwandungen durch Strahlung und Konvektion - im wesentlichen durch Strahlung -. Diese Anordnung der Muffeln erfüllt zwar ihren Zweck der schonenden Behandlung des Brenngutes, da dieses mit den Brenngasen nicht unmittelbar in Kontakt gelangt, ermöglicht aber die erforderliche gleichmäßige Temperaturverteilung über den ganzen Querschnitt des Ofenkanals nur bis zu einer verhältnismäßig geringen. Breite desselben, die kaum über 1 m hinausgehen kann.
- Es ist fern--r bekannt, bei mit Gas indirekt betreibbaren Tunnelöfen auf den Brennwagen unterhalb des Brennwagenplateaus als Muffeln wirkende Hohlräume zu bilden, wobei sich die Hohlräume der aufeinanderfolgenden Brennwagen zu einem durchgehenden, an den Schornstein angeschlossenen Längskanal ergänzen.
- Auch bei in dieser Weise ausgebildeten Tunnelöfen bzw. Brennwagen ist jedoch eine einwandfreie gleichmäßige Beheizung des Brenngutes über die ganze Breite des Ofenkanals, insbesondere dann, wenn diese über größenordnungsmäßig 1 m hinausgeht, nicht möglich.
- Deshalb können mit Tunnelöfen dieser bekannten Bauweisen nur beschränkte mengenmäßige Leistungen erzielt werden, während andererseits das Bestreben der Fachwelt darauf hinausgeht, die Breite und damit den nutzbaren Querschnitt von Tunnelöfen mit dem Ziel der Leistungssteigerung soweit wie möglich zu vergrößern.
- Durch die Erfindung wird die Möglichkeit geschaffen, das Prinzip der indirekten Beheizung unabhängig von der Breite des Ofenkanals anzuwenden, d. h. im Falle einer solchen Beheizung auch bei Tunnelöfen von wesentlich größerer, bis zu mehreren Metern gehender Breite eine einwandfreie gleichmäßige Wärmeverteilung zu erzielen.
- Das wird bei dem indirekt mit Gas oder Öl betreibbaren Tunnelöfen, vorzugsweise großer Breitenabmessungen, deren Brennwagen unterhalb des das zu brennende Gut tragenden Plateaus in an sich bekannter Weise beheizbare Hohlräume aufweisen, wobei alle Hohlräume der aufeinanderfolgenden Brennwagen einen in der Längsrichtung des Ofenkanals durchgehenden Raum bildet, gemäß der Erfindung dadurch erreicht, daß in diesen Raum Brennstoffdüsen einmünden, welche in demselben eine Verbrennung und damit Beheizung der Brennwagendecke bewirken und derart die Beheizung des von dieser getragenen Gutes ausschließlich mittelbar durch die vorzugsweise aus dünnen, gut wärmeleitenden Platten bestehende Wagendecke erfolgt.
- Im Falb der Verwendung von Öl als Brennstoff sind hierbei die Brennstoffdüsen so ausgelegt, daß sie das Öl praktisch unzerstäubt in den Raum unterhalb der Wagendecke einspritzen, so daß dessen Verbrennung auf dem Wege von der Brennermündung bis zu dem Auftreffpunkt der Ölstrahlen allmählich erfolgt.
- Einzelheiten und weitere Merkmale der Erfindung ergeben sich aus der folgenden Beschreibung zweier in den Zeichnungen dargestellter bevorzugter Ausführungsbeispiele für die Ausbildung und Betriebsweise der in ihrer Gesamtheit den durchgehenden Kanal bildenden Muffeln auf den Brennwagen.
- Fig. 1 und 2 veranschaulichen im Quer- und im Längsschnitt durch den Ofenkanal eine erste Ausführungsform der Brennwagen bzw. der auf ihnen angeordneten Muffeln; Fig. 3 und 4 zeigen eine zweite Ausführungsform. In den Figuren ist mit a das Mauerwerk des Ofenkanals bezeichnet, der eine im Verhältnis zu seiner Höhe große Breite besitzt und durch welchen die Brennwagen b verfahren werden.
- Gemäß Fig. 1 und 2 sind unterhalb des Brenngutbesatzes c auf den Brennwagen die Muffelräume gebildet, deren obere Begrenzung durch eine dünne, aus gut wärmeleitendem Werkstoff von ausreichender Tragfähigkeit bestehende Platte d gebildet wird, die den Besatz trägt, und die bei der -in den Fig. 1 und 2 dargestellten einfachsten Ausführungsform der Erfindung auf fiußartigen, in geeigneter Weise verteilten Distanzzwischenstücken e aufruht, die ihrerseits von der Grundplatte f des Brennwagens getragen werden. Sowohl die den Besatz tragende Platte d als auch die Grundplatte f schließen, wie aus den Zeichnungen ersichtlich ist, möglichst dicht - unter Belassung nur des für das Verfahren der Brennwagen erforderlichen Spiels - gegen die Seitenwandungen den Ofenkanals ab. Es ist derart auf dem Brennwagen ein beiderseits abgeschlossener Hohlraum gebildet, welcher sich sowohl über die gesamte Breite als auch die Länge jedes Brennwagens erstreckt, wobei, wie Fig. 2 erkennen läßt, die Hohlräume aufeinanderfolgender Brennwagen miteinander zu einem sich über die ganze Länge des Brennwagenzuges und damit des Ofenkanals erstreckenden Raum verbunden sind, der an eine den erforderlichen Zug erzeugende Vorrichtung, z. B. ein am Ofeneinfahrtsende angeordnetes Saugzuggebläse, angeschlossen ist. Die stirnseitigen Stoßstellen der Platten c und der Grundplatte f der Brennwagen sind z. B. in Art von Nut und Feder oder unter Benutzung der sonst bei Tunnelöfen zur Abdichtung des Plateaus aufeinanderfolgender Brennwagen gegeneinander benutzten Mittel abgedichtet, was wegen der geringen Geschwindigkeit, mit der die Brennwagen - absatzweise oder kontinuierlich - durch den Ofenkanal verfahren werden, keinerlei Schwierigkeiten macht.
- Wie ersichtlich, sind die Brenner g in den Seitenwandungen des Ofenkanals a, und zwar so angeordnet, daß die Verbrennung innerhalb der Hohlräume erfolgt und die Brenngase durch den in diesen herrschenden Zug in Richtung zum Ofeneinfahrtsende strömen, wo sie durch seitliche Öffnungen in bekannter Weise in die Rauchkanäle abgeführt werden.
- Die Fig. 3 und 4 zeigen eine gegenüber den Fig. 1 und 2 verbesserte Ausführungsform der auf den Brennwagen gebildeten Muffelräume. Bei dieser Ausführungsform sind auf der Grundplatte f der Brennwagen in der Querrichtung des Ofenkanals Stege h angeordnet, die sich bis etwas oberhalb des Niveaus der Brennerdüse g' erstrecken und nach oben offene trogartige Räume begrenzen. Erst in dem Bereich oberhalb der Oberkante dieser Querstege, auf denen durch Füße i die den Besatz tragende dünne Platte d aus gut wärmeleitendem Werkstoff abgestützt ist, ist der eigentliche - im Prinzip wie gemäß Fig. 1 und 2 ausgebildete - Muffelraum gebildet. In den trogförmigen quergerichteten Hohräumen vollzieht sich die Verbrennung mit vor der unmittelbaren Einwirkung des Zuges geschützter Flamme, worauf nach dem Hauptverbrennungsvorgang die Verbrennungsgase in der Längsrichtung des Ofens nach dem Einfahrtsende hin abgezogen werden.
- Aus den Fig. 3 und 4 ist ferner eine besondere, der Abdichtung des Muffelraumes gegen den Ofenkanal dienende Ausbildung des Ofenkanalquerschnitts und damit der Brennwagen ersichtlich.
- Der Ofenkanalquerschnitt weist hier im Niveau der Oberkante der Platte d einen Absatz k auf, durch den er um ein gewisses Maß erweitert wird und durch den zwischen der sich unterhalb des Absatzes auf die ganze Breite der Erweiterung erstreckenden Platte d und den Seitenbegrenzungen des Ofenkanals eine Art Labyrinthdichtung gebildet wird, durch welche der Brennraum in noch zuverlässigerer Weise gegen den Muffelraum abgeschlossen wird, als das bei der Ausführungsform gemäß Fig. 1 und 2 der Fall ist.
- Wenn gemäß einer besonders vorteilhaften Ausführungsform der Erfindung der Betrieb des neuen Tunnehnuffelofens durch solche Ölbrenner erfolgt, bei welchen das Öl nicht unmittelbar an der Brennerdüse zerstäubt, sondern in einem mehr oder weniger geschlossenen Strahl auf größere Entfernung in den Hohlraum eingespritzt und auf diesem Wege allmählich verbrannt wird, ergibt sich ein besonders gleichmäßiger Verlauf der Verbrennung innerhalb der trogartigen Querräume 1, weil bei diesen Brennern im Gegensatz zu den erstgenannten keine plötzliche Verbrennung des zerstäubten Öles und keine dadurch bedingte Drucksteigerung im unmittelbaren Bereich der Düse auftritt. Eine derartige Drucksteigerung würde bei der Muffelbeheizung gemäß der Erfindung zu der Gefahr führen, daß die Brenngase durch den nicht zu vermeidenden Spalt zwischen Ofenmauerwerk und Muffelbegrenzungen in das Ofenkanalinnere gepreßt werden.
- Besonders zweckmäßig erweist sich die Beheizung der Muffeln gemäß der Erfindung mittels der bekannten und auch für die Beheizung von Tunnelöfen an sich bereits vorgeschlagenen Impulsbrenner.
Claims (5)
- PATENTANSPRÜCHE: 1. Mit Gas oder Öl betreibbarer Tunnelofen, insbesondere großer Ofenbreite, zum indirekten Beheizen empfindlichen keramischen Gutes, dessen Brennwagen unterhalb der Wagendecke beheizbare Hohlräume aufweisen, wobei alle Hohlräume der aufeinanderfolgenden Brennwagen einen in der Längsrichtung durchgehenden Raum bilden, dadurch gekennzeichnet, daß Brennstoffdüsen in diesen Raum einmünden, um darin eine Verbrennung und damit Beheizung der Wagendecke (d) zu bewirken, und daß die Beheizung des Gutes ausschließlich mittelbar durch die auf diese Weise erhitzte Wagendecke (d) erfolgt.
- 2. Tunnelofen nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß die Wagendecke (d) aus dünnen, gut wärmeleitenden Platten besteht.
- 3. Tunnelofen nach Anspruch 1 oder 2, dadurch gekennzeichnet, daß im Raum unterhalb der Wagendecke (d) über die ganze Wagenbreite verlaufende Querstege (h) vorgesehen sind, die von der unteren Begrenzung des Raumes bis wenigstens auf die Höhe der Brennstoffdüsen hochgeführt sind, jedoch Schlitze zum Durchtritt von Heizgasen zwischen den Querstegen und der Wagendecke frei lassen.
- 4. Tunnelofen nach einem der Ansprüche 1 bis 3, dadurch gekennzeichnet, daß der Ofenkanal knapp oberhalb der Wagendecke verengt ist, und zwar derart, daß die Seitenränder der Wagendecke mit geringem Abstand die seitliche Ofenkanalbegrenzung untergreifen.
- 5. Mit Öl betreibbarer Tunnelofen nach einem der Ansprüche 1 bis 4, dadurch gekennzeichnet, daß die Brennstoffdüsen so ausgelegt sind, daß sie das Öl praktisch unzerstäubt in den Raum unterhalb der Wagendecke einspritzen, so daß dessen Verbrennung auf dem Wege von der Brennermündung bis zu dem Auftreffpunkt der Ölstrahlen allmählich erfolgt. In Betracht gezogene Druckschriften: Deutsche Patentschriften Nr. 204843, 284810; französische Patentschrift Nr. 652616.
Priority Applications (2)
| Application Number | Priority Date | Filing Date | Title |
|---|---|---|---|
| DEA33089A DE1153671B (de) | 1959-10-22 | 1959-10-22 | Mit Gas oder OEl indirekt betreibbarer Tunnelofen, insbesondere zum Brennen von empfindlichem keramischem Gut |
| GB33206/60A GB956788A (en) | 1959-10-22 | 1960-09-27 | Indirectly heated tunnel kilns |
Applications Claiming Priority (1)
| Application Number | Priority Date | Filing Date | Title |
|---|---|---|---|
| DEA33089A DE1153671B (de) | 1959-10-22 | 1959-10-22 | Mit Gas oder OEl indirekt betreibbarer Tunnelofen, insbesondere zum Brennen von empfindlichem keramischem Gut |
Publications (1)
| Publication Number | Publication Date |
|---|---|
| DE1153671B true DE1153671B (de) | 1963-08-29 |
Family
ID=6928015
Family Applications (1)
| Application Number | Title | Priority Date | Filing Date |
|---|---|---|---|
| DEA33089A Pending DE1153671B (de) | 1959-10-22 | 1959-10-22 | Mit Gas oder OEl indirekt betreibbarer Tunnelofen, insbesondere zum Brennen von empfindlichem keramischem Gut |
Country Status (2)
| Country | Link |
|---|---|
| DE (1) | DE1153671B (de) |
| GB (1) | GB956788A (de) |
Citations (3)
| Publication number | Priority date | Publication date | Assignee | Title |
|---|---|---|---|---|
| DE284810C (de) * | ||||
| DE204843C (de) * | ||||
| FR652616A (fr) * | 1928-03-21 | 1929-03-11 | Perfectionnements aux fours tunnels |
-
1959
- 1959-10-22 DE DEA33089A patent/DE1153671B/de active Pending
-
1960
- 1960-09-27 GB GB33206/60A patent/GB956788A/en not_active Expired
Patent Citations (3)
| Publication number | Priority date | Publication date | Assignee | Title |
|---|---|---|---|---|
| DE284810C (de) * | ||||
| DE204843C (de) * | ||||
| FR652616A (fr) * | 1928-03-21 | 1929-03-11 | Perfectionnements aux fours tunnels |
Also Published As
| Publication number | Publication date |
|---|---|
| GB956788A (en) | 1964-04-29 |
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