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Verfahren zur Herstellung von a,ß-ungesättigtenAldehyden und Ketonen
durch partielle Oxydation von Olefinen mit mindestens 3 C -Atomen im Molekül Die
Erfindung betrifft ein Verfahren zur Herstellung von a,f-ungesättigten Aldehyden
und Ketonen durch partielle Oxydation von Olefinen mit mindestens 3 Kohlenstoffatomen
im Molekül, insbesondere die Herstellung von Aerolein und Methacrolein aus Propylen
bzw. Isobutylen.
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In der Hauptpatentanmeldung ist ein Verfahren zur Herstellung von
a,fl-ungesättigten Aldehyden und Ketonen durch partielle Oxydation von Olefinen
mit mindestens 3 C-Atomen im Molekül in der Dampfphase mittels einer freien Sauerstoff
enthaltenden Gasmischung in Gegenwart von Wasserdampf bei erhöhter Temperatur und
unter dem Einfluß eines schwermetallhaltigen Oxydationskatalysators beschrieben.
wobei die Umsetzung nach dem Staubfließverfahren in der Weise durchgeführt wird,
daß man das Olefin einer vorher gebildeten Suspension des Katalysators in einem
freien Sauerstoff enthaltenden Gas zugibt und das erhaltene Gemisch durch eine von
außen gekühlte röhrenförmige Reaktionszone kleinerer Querschnittsfläche als die
Katalysatorabkühlzone leitet, die auf einer Temperatur zwischen 250 und 750° C gehalten
wird, wobei man den Katalysator während seines Durchgangs durch die Reaktionszone
in suspendierter Form hält, ein freien Sauerstoff enthaltendes Gas in die Reaktionszone
an mehreren Stellen entlang deren Länge einleitet, den Katalysator von der aus der
Reaktionszone austretenden dampfförmigen Mischung abtrennt und in eine Abkühlzone
führt, die in offener Verbindung mit der Reaktionszone steht, ein freien Sauerstoff
enthaltendes Gas durch den in der Abkühlzone befindlichen Katalysator leitet, wodurch
Katalysatorteilchen mitgerissen werden und sich die Suspension des Katalysators
bildet.
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Es hat sich nun gezeigt, daß man dieses Verfahren vorteilhaft dadurch
abwandeln kann, wenn man erfindungsgemäß in die Katalysatorabkühlzone außerdem noch
Wasser einführt.
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Bei einer bevorzugten Durchführungsforen der Erfindung werden die
Wände der Reaktionszone durch indirekten Wärmeaustausch gekühlt, und der hierbei
entwickelte Dampf wird zum Abstreifen des die Reaktionszone verlassenden Katalysators
verwendet.
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Die Dampferzeugung mit Hilfe eines heißen Katalysators ist bekannt,
ebenso das Kühlen einer Katalysatorschicht durch Einspritzen von Wasser unter gleichzeitiger
Erzeugung von Dampf. Ferner ist schon das Einführen von Olefinen bei der olefinischen
Oxydation mit Sauerstoff an mehreren Stellen des Reaktionsgefäßes bekannt. Beim
erfindungsgemäßen Verfahren wird jedoch das Wasser nicht in. die Reaktionszone eingeführt,
sondern zusammen mit einem sauerstoffhaltigen Gas durch ein in einem gesonderten
Behälter vorhandenes Wirbelbett geleitet.
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Man kann zwar als Sauerstoff enthaltendes Gas Luft verwenden, doch
liegt ein besonderer Vorzug des erfindungsgemäßen Verfahrens in der Möglichkeit,
Gase mit hohem Sauerstoffgehalt einzusetzen. Durch die Kühlung des Kataylsators
mit Wasser in einer vor der Reaktionszone liegenden Zone wird innerhalb des Systems
so viel Dampf erzeugt, daß der Katalysator durch die Reaktionszone in suspendiertem
Zustand geführt wird. Aus diesem Grunde benötigt man nicht die innerten Gasbestandteile
eines Sauerstoff in geringer Konzentration enthaltenden Gasgemisches, wie Luft.
Die Verwendung des im System entwickelten Dampfes zum Transport des Katalysators
durch das System verringert die Größe und infolgedessen die Kosten der zur Durchführung
der Reaktion und zur Isolierung der
Reaktionsprodukte notwendigen
Anlagen. Die Erzeugung von Dampf durch indirekten Wärmeaustausch mit dem Katalysator
im System erlaubt nicht nur den Fortfall der hierfür erforderlichen Dampferzeugung
außerhalb des Systems, sondern gestattet die Erzeugung der benötigten Dampfmenge
unter geringstem Aufwand an Anlagen.
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Die Reaktion wird vorzugsweise bei einem Druck von 3,5 bis
10,5 kg/cm2 durchgeführt. Die Erfindung wird an Hand eines Fließschemas einer
Anlage zur Herstellung von Acrolein erläutert.
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Ein sauerstoffhaltiges Gas, z. B. durch Fraktionieren von Luft erhaltener
Sauerstoff 95fl/oiger Reinheit, wird durch die mit Ventil versehene Leitung 10 in
eine Katalysator enthaltende Zone verhältnismäßig großer Querschnittsfläche, z.
B. eine Kammer 11, eingeleitet. Die Kammer 11 enthält ein Bett eines schwermetallhaltigen
Oxydationskatalysators, der die Oxydation von Propylen zu Aerolein beschleunigt,
Der Katalysator ist vorzugsweise eine sauerstoffhaltige Verbindung des Molybdäns,
z. B. Wismutmolybdat oder ein. Phosphormolybdat, gegebenenfalls in Kombination mit
einem Katalysatorträger, vorzugsweise auf Basis Kieselsäure oder Aluminiumoxyd.
Der Katalysator in der Kammer 11, der aus der Reaktionszone kommt, wie nachstehend
beschrieben ist, befindet sich auf erhöhter Temperatur.
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Im allgemeinen wird das Reaktionssystem vor Beginn der partiellen
Oxydation auf die Reaktionstemperatur gebracht. Die zur Einleitung der Reaktion
erforderlichen Bedingungen können durch Hindurchleiten von heißem Gas erhalten werden.
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Wäßrige, zumindest teilweise aus dem System durch die Leitungen 14
und 50 herrührende Ströme werden ebenfalls in die Kammer 11 eingeleitet. Beim Zusammentreffen
mit dem heißen Katalysator in der Kammer 11 wird das Wasser in Dampf umgewandelt.
Beim Durchgang durch das Katalysatorbett in der Kammer 11 halten die molekularen
Sauerstoff und Dampf enthaltenden Gasströme den Katalysator in Form eines verwirbelten
dichten Bettes und bilden einen aus der Kammer 11 in die Reaktionszone 15 austretenden
Gasstrom, der Dampf, molekularen Sauerstoff und mitgerissenen Katalysator enthält.
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Die Kammer 11 steht in offener Verbindung mit dem röhrenförmigen Reaktor
15 mit kleinerer Querschnittsfläche. Der röhrenförmige Reaktor ist mit Kühlmänteln
16, 17 und 18 versehen. Der Reaktor 15 mündet in eine Katalysatorabtrennzone, z.
B. einen Zyklon 23. Der Reaktor 15 ist von der Art, wie er in der Industrie manchmal
als senkrecht stehender Reaktor (riser reactor) bezeichnet wird.
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Der aus der Kammer 11 austretende, Dampf, Sauerstoff und mitgerissenen
Katalysator enthaltende Gasstrom wird nach aufwärts durch den Reaktor 15 geführt.
Der katalysatorhaltige Gasstrom, der in den Reaktor 15 aus der Kammer 11 eintritt,
wird mit einer normalerweise gasförmigen Olefinbeschickung vereinigt, die z. B.
Propylen enthält. Die Olefinbeschickung wird dem Einlaß des Reaktors 15 durch die
Leitung 21 zugeführt.
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Die Olefinbeschickung aus der Leitung 21 kann in den Reaktor 15 unter
Verwendung eines Strahlrohres, einer Düse, eines mit Löchern versehenen Ringes oder
ähnlicher Injektionseinrichtungen eingeleitet werden. Die vereinigten Gasströme,
die den mitgerissenen suspendierten Katalysator enthalten, werden im Gleichstrom
nach aufwärts durch den Reaktor 15 geleitet und treten in den Zyklon 23 ein, in
dem der Katalysator abgetrennt und durch die Leitung 25 in die Kammer 11 zurückgeführt
wird.
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Der Reaktor 15 wird auf einer Temperatur zwischen etwa 350 und etwa
550° C, vorzugsweise zwischen etwa 400 und etwa 500° C, gehalten. Die Drücke werden
im Reaktor 15 zwischen etwa Normaldruck und etwa 35 kg/cm2, vorzugsweise zwischen
3,5 und etwa 10,5 kg/cm2 gehalten.
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Dampf, Sauerstoff und Olefinbeschickung werden in das System mit derartiger
Geschwindigkeit eingeführt, daß eine Strömungsgeschwindigkeit herrscht, bei der
zumindest der größere Teil des in den Reaktor 15 mitgerissenen Katalysators diesen
in suspendiertem Zustand durchläuft. Die jeweils aufrechterhaltene Strömungsgeschwindigkeit
durch den Reaktor 15 hängt von den physikalischen Eigenschaften des verwendeten
Katalysators und der gewählten Kontaktzeit ab. Die Kontaktzeit kann in weiten Bereichen
schwanken. Beispielsweise genügt eine Kontaktzeit von zwischen etwa 0,05 und 30
Sekunden, insbesondere zwischen etwa 0,05 und etwa 20 Sekunden. Kürzere oder längere
Kontaktzeiten können jedoch verwendet werden. Vorzugsweise wird die Reaktion jedoch
bei kurzer Kontaktzeit, z. B. im Bereich zwischen etwa 0,05 und etwa 10 Sekunden,
durchgeführt.
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Die Oxydation von Propylen zu Acrolein enthaltenden Reaktionsprodukten
verläuft exotherm. Die gewünschte Reaktionstemperatur wird im Reaktor
15
durch gesteuerte Abfuhr der in der Reaktionszone frei werdenden Wärme und
durch Steuerung der Temperatur der in den Reaktor 15 eingeführten Katalysatoren
und Reaktionsteilnehmer aufrechterhalten. Dies wird vorwiegend dadurch erreicht,
daß man den heißen Katalysator in der Kammer 11 direkt mit Wasser in Berührung bringt.
Werden größere Wassermengen zur Einführung in die Kammer 11 benötigt, als durch
die Leitungen 14 und 50 zugeleitet werden können, so können diese zusätzlichen Wassermengen
durch die mit Ventil versehene Leitung 13 und gegebenenfalls auf andere, aus der
Zeichnung nicht ersichtliche Weise zugeführt werden. Mit Hilfe des Katalysators
als Träger wird Wärme aus dem Reaktor 15 in die Kammer 11 übergeführt. Hier wird
der Katalysator auf die gewünschte Temperatur abgekühlt, während gleichzeitig Wasser
verdampft. Der zur Aufrechterhaltung der Katalysatorströmung durch das System und
zum Suspendieren des Katalysators im Reaktor 15 sowie zur richtigen Steuerung der
Reaktortemperaturbedingungen notwendige Dampf wird auf diese Weise im System erhalten
als Folge des Verfahrens der Wärmeabfuhr nach der Erfindung. Im allgemeinen werden
beträchtliche Dampfmengen benötigt, und die Erzeugung dieses Dampfes hat bisher
erheblich die Arbeitskosten derartiger Verfahren belastet. Das Verfahren der Erfindung
gestattet nunmehr eine beträchtliche Erniedrigung der Arbeitskosten durch Ausnutzung
der im System bei der Reaktion frei werdenden Wärme auf die beschriebene Weise.
Eine zusätzliche Abfuhr der bei der Reaktion frei werdenden Wärme aus dem Reaktor
15 wird durch Hindurchleiten eines Kühlmittels, z. B. Dampfkondensat, aus dem Dampfkessel
25 durch eine oder mehrere der Kühlmäntel 16, 17 und 18 durch die mit Ventilen
versehenen Leitungen 26, 27 und 28 bewirkt.
Der in den Kühlmänteln
gebildete Dampf wird durch die Leitungen 30, 31 und 32 in den Dampfkessel 25 zurückgeführt.
Kühlwasser wird dem System durch die Leitung 33 zugeführt.
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Die Leitung 43 dient zur Einführung eines geeigneten Abschreckungsmittels,
z. B. Wasser, in den Zyklon 23. Der heiße, aus dem Zyklon 23 kommende Katalysator
wird mit Dampf abgestreift, der aus dem Dampfkessel 25 durch die mit Ventilen
versehenen Leitungen 12 und 35 austritt. Bei diesem Abstreifen des Katalysators
mit Dampf werden zumindest beträchtliche Mengen an anhaftendem restlichem organischem
Material entfernt und hierdurch nicht nur die Leistungsfähigkeit des Betriebs des
Reaktors verbessert, sondern auch die Lebensdauer des Katalysators verlängert.
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Gegebenenfalls kann man Dampf aus dem Dampfkessel 25 durch die Leitungen
35, 12 und 10 in die Kammer 11 einleiten zur Unterstützung der Aufrechterhaltung
der gewünschten Reaktionsbedingungen. Etwa notwendige weitere Dampfmengen können
in das System von außen durch in der Zeichnung nicht angegebene Einrichtungen zugeführt
werden. Dampf kann auch in den Reaktor 15 an einer oder mehreren Stellen entlang
seiner Länge z. B. durch die mit Ventilen versehenen Leitungen 39 und 40 und andere
in der Zeichnung nicht gezeigte Leitungen zugeführt werden.
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Ein beträchtlicher Vorteil, den das Verfahren mit sich bringt, bei
dem die bei der Reaktion frei werdende Wärme auf die beschriebene Weise ausgenutzt
wird, liegt darin, daß man das Verfahren bei einer verhältnismäßig hohen Sauerstoffkonzentration
durchführen kann, nicht nur am Einlaß des Reaktors 15, sondern auch in dessen größerem
Teil, ohne daß die bisher auftretenden Nachteile als Folge örtlicher Überhitzung
und hieraus herrührendem Abbau des Produktes auftreten. Vorzugsweise wird Sauerstoff
dem System in derartiger Menge zugeführt, daß das Molverhältnis von Sauerstoff zum
olefinischen Kohlenwasserstoff mindestens 0,5: 1 und vorzugsweise zwischen etwa
0,8: 1 und etwa 1,5: 1 beträgt. Im Verfahren der Erfindung wird Sauerstoffgas
zusätzlich zu dem durch die Leitung 10 eingeführten Sauerstoff an einer Mehrzahl
von Stellen entlang der Länge der Reaktionszone zugeführt. Der Sauerstoff wird aus
der Leitung 10 durch die Leitungen 37 und 38 zusätzlich in den Reaktor 15 an einer
Mehrzahl von Stellen eingeführt. Die Möglichkeit, auf diese Weise Sauerstoff an
einer Mehrzahl von Stellen entlang der Länge der Reaktionszone im Verfahren der
Erfindung ohne gleichzeitige Überhitzung zuzuführen, zusammen mit der verhältnismäßig
hohen Reaktionsgeschwindigkeit, gestattet die partielle Oxydation von Propylen zu
Aerolein in ungewöhnlich hoher Reaktionsgeschwindigkeit.
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Unter den vorstehend angegebenen Bedingungen setzt sich Propylen mit
molekularem Sauerstoff im Reaktor 15 unter Bildung von unter Aerolein enthaltenden
Reaktionsprodukten um. Es sind Katalysatorvorratseinrichtungen sowie Leitungen vorgesehen,
durch die der Katalysator zum System und aus dem System geführt werden kann.
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Die aus dem Reaktor austretenden, Wasserdampf, nicht umgesetztes Kohlenwasserstoffgas
einschließlich Propylen, Aerolein und etwas mitgerissenen Katalysator enthaltenden
Gase treten aus dem Zyklon 23 durch die mit einem indirekten Wärmeaustauscher 47
versehene Leitung 46 in eine geeignete Katalysatorabtrenneinrichtung für die Katalysatoraufschlämmung
ein, z. B. eine Kammer 48. Beim Durchgang durch den indirekten Wärmeaustauscher
47 werden die aus dem Reaktor kommenden heißen Gase abgekühlt, wobei mindestens
ein Teil des Wasserdampfes sich kondensiert. Die in der Kammer 48 sich abtrennende
wäßrige Katalysatoraufschlämmung wird durch die Leitung 50 in die Kammer 11 zurückgeleitet.
Wegen dieser teilweisen Kondensation der aus dem Reaktor ausströmenden Gase im Wärmeaustauscher
48 müssen Einrichtungen zur Verfügung stehen, um den mitgerissenen Katalysatorstaub
abzutrennen und ihn als Aufschlämmung in die Reaktionszone wieder zurückzuführen,
wobei gleichzeitig Wasser zur Kühlung in die Kammer 11 zurückgelangt.
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Die Aerolein und nicht umgesetzte Kohlenwasserstoffe einschließlich
Propylen enthaltenden Gase werden aus der Kammer 48 durch die mit einem indirekten
Wärmeaustauscher 52 versehene Leitung 51 in einen Phasenabscheider 53 geführt. Beim
Hindurchgang durch den Wärmeaustauscher 52 wird der Gasstrom so weit abgekühlt,
daß zumindest ein Teil der Reaktionsprodukte sich kondensiert. Die nicht umgesetzte,
Kohlenwasserstoff und Aerolein enthaltende Dampfphase wird aus dem Phasenabscheider
53 durch die Leitung 55 in eine Einrichtung zur Miedergewinnung von Produkt geführt,
die aus einem Absorber 56 besteht. In dem Absorber 56 wird die Beschickung mit einem
Absorptionsmedium zusammengebracht, das Aerolein selektiv absorbiert. Als Absorptionsmedium
dient z. B. Wasser, das in das System durch die mit einem Kühler 58 versehene Leitung
57 zugeführt wird. Die Waschlösung, die im wesentlichen aus Wasser und Aerolein
enthaltenden Reaktionsprodukten besteht, wird aus dem Absorber 56 durch die Leitung
64 in einen Abstreifer 65 geführt. Die im Phasenabscheider 53 abgetrennte flüssige
Phase wird durch die Leitung 63 ebenfalls in den Abstreifer 65 geführt. Im Abstreifer
65 wird eine Aerolein enthaltende Dampfphase von einer Wasser enthaltenden flüssigen
Phase abgetrennt. Die flüssige Phase wird aus dem Abstreifer 65 durch die Leitungen
68, 14 und 57 in den oberen Teil des Absorbers 56 geführt. Die Aerolein enthaltende
Dampfphase wird über Kopf aus dem Abstreifer 65 durch die Leitung 67 als Endprodukt
abgezogen. Ein Teil der aus dem Abstreifer 65 abgezogenen Flüssigkeit wird durch
die Leitungen 68 und 14 in den Katalysatorkühler 11 geführt. Eine mit Ventil versehene
Leitung 69 dient zur Zufuhr von Wasser von außen in das System.
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Zumindest ein Teil des überkopfproduktes aus dem Absorber 56, das
Kohlenwasserstoffe einschließlich Propylen enthält, wird durch die Leitung 60 in
die Propylenbeschickungsleitung 21 zurückgeführt. Ein Teil des durch die Leitung
60 insgesamt im Kreislauf geführten Gasstromes kann z. B. durch indirekten Wärmeaustausch
mit den durch die Leitung 46 aus dem Reaktor strömenden Gasen vorerhitzt werden.
Ein Teil des Überkopfproduktes aus dem Absorber 56 kann aus dem System durch die
mit Ventil versehene Leitung 61 abgezapft werden.
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Paraffinische Kohlenwasserstoffe, wie Propan, können der olefinischen
Kohlenwasserstoffbeschickung zugesetzt werden. Auf diese Weise ist das Verfahren
der Erfindung mit Vorteil auf die Umwandlung
des Propylens in industriell
anfallenden Propan-Propylen-Fraktionen zu Aerolein anwendbar.
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Außer Propylen können auch höhere Olefine als Propylen in die entsprechenden
a,ß-ungesättigten Aldehyde und Ketone umgewandelt werden. Beispielsweise kann Isobutylen
in Methacrolein übergeführt werden.
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In einer Variante des Verfahrens der Erfindung kann mindestens ein
Teil des den Reaktor 15 verlassenden Katalysators durch eine Regenerierzone geleitet
werden, bevor er in die Katalysatorkühlkammer 11 zurückgeführt wird. Die Katalysatorregenerierzone
kann aus einer Kammer bestehen, die mit üblichen Einrichtungen versehen ist, um
den Katalysator in verwirbeltem Zustand zu halten. In der I',egenerierzone kann
der Katalysator zur Entfernung von Kahlenstoffablagerungen mit Sauerstoff und/oder
Dampf behandelt werden.
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Die Erfindung wird durch das nachstehende Beispiel weiter erläutert.
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Beispiel Aerolein wird durch Oxydation von Propylen mit molekularem
Sauerstoff in Gegenwart eines Wismutmolybdatkatalysators in einem 24,4 m langen,
senkrecht stehenden Reaktor mit einem Innendurchmesser von 71,3 cm hergestellt;
der oberhalb eines Katalysatorkühlbehälters angeordnet ist, wie aus der Zeichnung
hervorgeht.
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Die Katalysatorkammer 11, in der sich ein Bett eines aus Wismutmolybdat
auf Kieselsäure als Träger bestehenden Katalysators befindet und der mit diesem
verbundene senkrecht stehende Reaktor 15 werden durch Hindurchleiten von heißen
Gichtgas auf eine Temperatur von etwa 420° C vorerwärmt. Hierauf wird Sauerstoff
950/ciger Reinheit in den unteren Teil der Kammer 11 eingeleitet und nach aufwärts
durch das Katalysatorbett geführt. Wasser, das zumindest teilweise aus dem System
herrührt, wird in die Kammer 11 eingeleitet und verdampft. Der Sauerstoff, Dampf
und mitgerissenen Katalysator enthaltende Gasstrom verläßt das Katalysatorbett in
der Kammer 11 und steigt nach aufwärts durch den senkrecht stehenden Reaktor 15,
der oberhalb der Katalysatorkammer 11 angeordnet ist. Propylen und im System im
Kreislauf geführtes, Propylen enthaltendes Gas wird in den unteren Teil des Reaktors
15 eingeleitet und nach aufwärts' durch den Reaktor im Gleichstrom mit dem Dampf,
Sauerstoff und dem mitgerissenen Katalysator geführt, der aus der Katalysatorkammer
11 austritt, und in den Zyklon 23 eingeleitet. Hier wird der Katalysator von den
gasförmigen Bestandteilen abgetrennt. In den Zyklon 23 wird Abschreckwasser eingeleitet,
um die Temperatur der aus dem Reaktor kommenden Produkte auf etwa 290° C zu vermindern.
Der im Zy-Idon 23 abgetrennte heiße Katalysator wird in die Katalysatorkammer 11
geleitet. Die aus dem Reaktor ausströmenden, vom Katalysator größtenteils befreiten
Produkte werden zur Kondensation des größten Teils des Dampfes in einem indirekten
Wärmeaustauscher abgekühlt und die hierbei sich bildende wäßrige, praktisch den
gesamten restlichen mitgerissenen Katalysator enthaltende Aufschlämmung in die Katalysatorkammer
11 zurückgeführt. Das nach dem Abtrennen des Katalysators und des größten Teils
des Wassers hinterbleibende, aus dem Reaktor kommende Behandlungsgut wird anschließend
auf das gewünschte Produkt aufgearbeitet.
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Das nach aufwärts in den senkrecht stehenden Reaktor 15 steigende
Reaktionsgemisch enthält etwa 7,5 Molprozent Sauerstoff, etwa 21,5 Molprozent Propylen
und etwa 38 Molprozent Dampf. Der Rest besteht im wesentlichen aus Stickstoff, Kohlenmonoxyd
und Kohlendioxyd. Der Reaktor 15 wird auf einer Temperatur von etwa 435° C gehalten.
Der Druck im Reaktor 15 und in der Katalysatorkammer 11 wird auf etwa 6,3 kg/cm=
eingestellt. Zusätzliche Mengen Sauerstoff werden in den Reaktor 15 an einer Mehrzahl
von Stellen entlang seiner Länge eingeleitet. Der auf diese Weise zusätzlich dem
Reaktor zugeführte Sauerstoff entspricht etwa 70 Molprozent der gesamten dem Reaktor
zugeführten Olefinbeschickung. Das Reaktionsgemisch wird durch den Reaktor 15 mit
einer Strömungsgeschwindigkeit von etwa 6 bis 8 m/Sek. geführt. Der Katalysator
kreist im System in einer Menge von etwa 40 bis 45 kg/Sek.
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Die Reaktionstemperatur wird durch Einleiten von Wasser in die Katalysatorkammer
11 sowie durch Kühlen der Reaktorwandungen mit Wasser aufrechterhalten. Der
bei der Kühlung der Reaktorwandungen mit Wasser erzeugte Dampf wird zum Teil zum
Abstreifen des Katalysators verwendet, der aus dem Zyklon 23 in die Kammer 11 tritt.
Ein weiterer Teil dieses Dampfes wird gegebenenfalls in den unteren Teil der Kammer
11 eingeleitet, um bei der Aufrechterhaltung der gewünschten Reaktionsbedingungen
mitzuwirken. Die Zufuhrgeschwindigkeit der Reaktionsteilnehmer und des Wassers in
das System wird derartig gesteuert, daß der Katalysator in der Kammer 11 in verwirbeltem
Zustand und bei seinem Durchgang durch den Reaktor 15 während der Oxydationsreaktion
suspendiert bleibt.
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In den Einrichtungen zur Gewinnung der Produkte werden die vom Katalysator
und vom größten Teil des Wassers befreiten, aus dem Reaktor kommenden Gase bzw.
Dämpfe mit Wasser gewaschen und Aerolein hierbei ausgewaschen. Aerolein wird aus
der wäßrigen Waschlösung abdestilliert. Das bei der Wäsche noch verbleibende Gas
wird dem Einlaß des Reaktors 15 wieder zugeführt. Man erhält Aerolein in einer Ausbeute
von etwa 71% bei einer Sauerstoffumwandlung von etwa 91% und einer Propylenumwandlung
von etwa 50%.