-
Kappenschuh zum Vorpfänden von Grubenausbaukappen Die Erfindung bezieht
sich auf einen Kappenschuh zum Vorpfänden aneinandergelenkter Grubenausbaukappen
mit Stützflächen zum Aufhängen auf seitlich vorspringende Kappenteile, z. B. die
Gelenkzapfen, und einem Anwinkelkeil, der zwischen dem Boden des U-förmig profilierten
Schuhes und einer der beiden aneinandergelenkten Kappen eintreibbar ist.
-
Ein derartiger Kappenschuh wird nicht, wie die bekannten Treibkappenschuhe,
in Längsrichtung vorgetrieben, sondern bleibt beim Anwinkeln der vorgepfändeten
Kappe in Hängestellung, so daß die Stempel auch unmittelbar vor oder hinter dem
Kappenschuh unter die Kappe gesetzt werden können.
-
Es ist ein Kappenschuh bekannt, der ein Stützlager zum Aufhängen des
Schuhes auf den Kappengelenkbolzen besitzt und zum Anwinkeln der Vorpfändkappe mit
zwischen dem Schuhboden und der Kappe eintreibbaren Querkeilen versehen ist. Mit
Hilfe eines solchen Kappenschuhes lassen sich jedoch nur verhältnismäßig kleine
An- und Abwinkelbereiche für die vorgepfändete Kappe erzielen, die durch die Neigung
und die Länge des Querkeiles bedingt sind. Durch Vergrößerung der Keilhöhe und damit
durch Verlängerung des Anwinkelkeiles läßt sich keine Verbesserung des An- und Abwinkelbereiches
erzielen, da der Kappenschuh hierdurch zu hoch würde, so daß der dem Bergmann zur
Verfügung stehende freie Strebraum unzulässig verkleinert wird. Außerdem müßten
die Enden des Querkeiles seitlich viel zu weit aus dem Kappenschuh vorstehen.
-
Der Erfindung liegt nun die Aufgabe zugrunde, einen Kappenschuh zu
schaffen, der bei kleinsten Abmessungen, insbesondere kleiner Bauhöhe und Baulänge
und einfachstem Aufbau einen großen An-und Abwinkelbereich der vorgepfändeten Kappe
gewährleistet.
-
Zur Lösung der Aufgabe wird erfindungsgemäß vorgeschlagen, mehrere
in Kappenlängsrichtung hintereinanderliegende, an den Kappenschuhwangen mit unterschiedlicher
Höhe über den für die Auflage der Kappen vorgesehenen Stellen des Schuhbodens angeordnete
Stützflächenpaare vorzusehen.
-
Durch die Anordnung mehrerer in Kappenlängsrichtung hintereinander
befindlicher Stützflächenpaare läßt sich der Kappenschuh wahlweise mit dem einen
oder anderen Stützflächenpaar auf die seitlich vorspringenden Teile der Kappengelenkverbindung,
insbesondere dem Gelenkzapfen, aufhängen, wobei durch die unterschiedliche Höhenlage
der Stützflächenpaare die Möglichkeit gegeben ist, die vorgebaute Kappe bei entriegeltem
Anwinkelkeil entsprechend der jeweiligen Neigung des Hangenden in den verschiedensten
Winkelstellungen festzuhalten.
-
Bis zur endgültigen Anlage bzw. bis zum Anpressen der vorgepfändeten
Kappe an das Hangende ist deshalb unabhängig von der Neigung des Hangenden stets
nur noch ein geringfügiges Verschwenken der vorgebauten Kappe mit Hilfe des Anwinkelkeiles
erforderlich. Infolgedessen läßt sich die Keilbahn des Anwinkelkeiles verhältnismäßig
kurz ausbilden, wodurch der Keil und damit auch der Kappenschuh besonders in der
Höhe sehr klein gehalten werden kann.
-
Abgesehen davon, daß der Kappenschuh bei geringeren Abmessungen erheblich
leichter ist und vom Bergmann besser gehandhabt werden kann, wird dem Bergmann durch
die kleinere Bauhöhe eine größere Bewegungsfreiheit im Streb gegeben.
-
Bei dem gemäß der Erfindung ausgebildeten Kappenschuh läßt sich durch
die Unterteilung des Anwinkelbereiches in eine Grobeinstellung mit Hilfe der in
verschiedener Höhenlage angeordneten Stützflächenpaare und eine Feineinstellung
mit Hilfe des Anwinkelkeiles außerdem ein schnelles Anschlagen des Kappenschuhes
erzielen, weil nach dem Aufhängen des Schuhes auf das jeweils gewünschte Stützflächenpaar
stets nur ein oder wenige Hammerschläge zum Eintreiben des Anwinkelkeiles erforderlich
sind.
-
Will man mit Hilfe des Kappenschuhes einen besonders großen Anwinkelbereich
und eine schnelle Grobeinstellung erzielen, so ist es gemäß der Erfindung auch möglich,
die Stützflächen höhenverstellbar auszubilden.
-
In Weiterentwicklung der Erfindung wird vorgeschlagen, stufenartig
abgesetzte Stützleisten auf
der Innenseite der Kappenschuhwangen
vorzusehen, deren Stufen die in Kappenschuhlängsrichtung hintereinanderliegenden,
unterschiedlich hohen Stützflächen bilden. Durch die Anordnung-stufenartig abgesetzter
Stützleisten läßt sich der Kappenschuh allein durch Längsverschiebung auf der jeweils
gewünschten Stützstufe aufhängen, wobei auch ein schneller Übergang von der einen
zur anderen Stützstufe möglich ist.
-
Um ein selbsttätiges Verschieben des Kappenschuhes von der einen ;zur
anderen Stützstufe zu verhindern und einen sicheren Halt des Kappenschuhes in der
eingestellten Stützstellung zu gewährleisten, kann die gegen den Schuhboden geneigte
Unterseite der Stützleisten zur Bildung der einzelnen Abstützstufen vorteilhafterweise
mit kreisbogenförmigen Ausnehmungen versehen sein.
-
Wird .der Anwinkelkeil als die Wangen des U-förmigen Kappenschuhes
durchdringender und sich auf dem Schuhboden abstützender Querkeil ausgebildet, so
ergibt sich auch eine geringe Baulänge des Kappenschuhes, wobei die beiden Keilenden
infolge der kurzen Keilbahn des Anwinkelkeiles seitlich nur wenig aus dem Kappenschuh
hervorstehen.
-
Weitere Einzelheiten und Vorzüge der Erfindung werden an Hand eines
Ausführungsbeispieles näher erläutert, welches die Zeichnung veranschaulicht, und
zwar zeigt Fig.1 einen Kappenschuh mit mehreren unterschiedlich hohen Stützflächen
im Längsschnitt, Fig. 2 den Kappenschuh im Schnitt nach Linie II-II der Fig. 1 und
Fig.3 eine Kappengelenkverbindung mit aufgesetztem Kappenschuh im Längsschnitt.
-
Der Kappenschuh 1 dient zum Anwinkeln und Arretieren der in Fig. 3
dargestellten Grubenausbaukappe 2, die durch einen Zapfen 3 gelenkig mit der vorhergehenden,
stempelunterstützten Kappe 4 verbunden ist. Der Kappenschuh 1 ist als U-förmiges
Schmiede- oder Gußeisenstück ausgebildet, dessen Seitenwangen 5 am oberen Ende mit
nach innen vorspringenden Stützleisten 6 versehen sind. Diese Stützleisten 6 dienen
zum Aufhängen des Kappenschuhes auf den Gelenkzapfen 3. Der lichte Abstand zwischen
den beiden Stützleisten 6 ist etwas größer als die Kappenbreite, damit der Kappenschuh
von unten her auf die eingebaute Kappe 4 aufgeschoben werden kann. Um - ein Abstützen
der Leisten 6 auf dem Zapfen 3 zu ermöglichen, steht dieser nach beiden Seiten aus
dem Kappenprofil hervor. Der Kappenschuh ist noch mit Vorsprüngen 7 versehen, die
den Unterflansch der Doppel-T-Profilkappe 4 umgreifen und den Schuh gegen Herabfallen
sichern.
-
Der Kappenschuh stützt sich außer an dem Gelenkbolzen 3 noch auf der
Unterseite der beiden gelenkig miteinander verbundenen Kappen 2 und 4 mittels der
Widerlager 8 und 9 ab, die an den beiden Enden des Kappenschuhbodens 10 vorgesehen
sind. Während bei 8 das eine Ende des Schuhbodens 10 selbst als Widerlager dient,
wird das Widerlager 9 durch den Querkeil 11 zum Anwinkeln der vorgepfändeten Kappe
2 gebildet. Der Querkeil 11 durchdringt die Wangen 5 des U-förmigen Kappenschuhes
und stützt sich auf dem Schuhboden 10 ab.
-
Gemäß =der Erfindung sind die zum Aufhängen des Kappenschuhes auf
die seitlich vorspringenden Teile des Gelenkzapfens 3 dienenden beiden Stützleisten
6 der Seitenwangen 5 so ausgebildet, daß sie mehrere Stützflächenpaare mit- unterschiedlicher
Höhe über den Widerlagern 8 und 9 des Schuhbodens 10 bilden. Zu diesem Zweck sind
die auf der Innenseite der Kappenschuhwangen 5 angeordneten Stützleisten 6 stufenartig
abgesetzt, so daß sich mehrere in Kappenschuhlängsrichtung hintereinanderliegende
Abstützstufen 12, 13 und 14 ergeben.
-
Durch die Anordnung mehrerer Abstützstufen unterschiedlicher Höhe
läßt sich der Kappenschuh wahlweise je nach der Neigung des Hangenden auf dem einen
oder anderen Stützflächenpaar aufhängen, wodurch die vorgepfändete Kappe 2 bereits
bei zurückgeschlagenem Anwinkelkeil 11 weitgehend dem Verlauf des Hangenden angepaßt
werden kann. Um ein selbsttätiges Herausrutschen des Kappenschuhes aus der eingestellten
Stützstufe zu vermeiden, ist die gegen den Schuhboden 10 geneigte Unterseite
der beiden Stützleisten 6 zur Bildung der einzelnen Abstützstufen 12, 13, 14 mit
kreisbogenförmigen Ausnehmungen versehen.
-
Beim Vorpfänden einer neuen Kappe mit Hilfe des vorgeschlagenen Kappenschuhes
geht man wie folgt vor: Die neu vorzupfändende Kappe 2 wird mit ihrem Gelenkauge
auf den seitlich angeordneten Gelenkzapfen 3 der stempelunterstützten Kappe 4 geschoben
und dadurch gelenkig mit der vorhergehenden Kappe verbunden. Nun wird der mit Hilfe
der Vorsprünge 7 am Unterflansch der Kappe 4 hängende Kappenschuh 1 angehoben und
mit seinen Stützleisten 6 auf die seitlich hervorstehenden Enden des Gelenkzapfens
3 aufgeschoben. Der Kappenschuh stützt sich hierbei mit seinen unteren Widerlagern
8
und 9 an den beiden Kappenenden ab. Je nach der Neigung des Hangenden läßt
sich der Kappenschuh über die Abstützstufe 12, 13 oder 14 an den Gelenkzapfen 3
aufhängen.
-
In der Fig. 3 ist der Kappenschuh beispielsweise an der mittleren
Abstützstufe 13 aufgehängt, wodurch sich die vorgepfändete Kappe 2 mit ihrer Mittellinie
15 bei zurückgeschlagenem Querkeil 11 etwa in Fluchtlage mit der vorhergehenden
stempelunterstützten Kappe 4 befindet. Ist das Hangende schräg nach oben geneigt,
so kann die Abstützung des Kappenschuhes über die Abstützstufe 14 erfolgen.
In diesem Falle nimmt die Mittellinie der vorgepfändeten Kappe 2 bei zurückgeschobenem
Keil 11 die bei 16 eingezeichnete Stellung ein. Verläuft das Hangende nach unten
geneigt, so läßt sich die Abstützstufe 12 verwenden, wobei die Mittellinie der vorgepfändeten
Kappe der Linie 17 entspricht. Nach Aufschieben des Kappenschuhes 1 wird zum Anpressen
der vorgepfändeten Kappe 2 an das Hangende der Querkeil 11 eingeschlagen.
-
Zum Entstarren der Kappengelenkverbindung wird der Querkeil
11 zunächst gelöst. Alsdann kann der Kappenschuh durch Längsverschiebung
von dem in die kreisbogenförmige Ausnehmung der Abstützstufe 13 eingreifenden Gelenkzapfen
3 entfernt werden. Ist der Kappenschuh weit genug zurückgeschoben, so läßt sich
die Kappenverbindung lösen.