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Schaltungsanordnung für Fernmelde-, insbesondere Fernsprechanlagen
mit je ein Prüf- und ein Belegungsrelais enthaltenden, über Verbindungsadern eines
Auswahlorgans verlaufenden Stromkreisen In Fernmelde-, insbesondere Fernsprechanlagen
entstehen durch die Stromversorgung der Vermittlungsstelle recht beträchtliche Betriebskosten.
Die Höhe des jeweiligen Strombedarfs einer solchen Vermittlungsstelle bestimmt nämlich
die Größe der Batteriereserve und wirkt sich somit sowohl auf die Kosten als auch
auf den Raumbedarf einer solchen Anlage entscheidend aus.
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Untersucht man die während eines Verbindungsaufbaues und während der
Dauer einer Verbindung wirksamen Stromkreise einer Vermittlungsstelle hinsichtlich
ihres jeweiligen Stromverbrauches, so ergibt sich, daß an diesem Stromverbrauch
die impulsweise betätigten Einstell- und übertragungsstromkreise nur unwesentlich
beteiligt sind, während die Halteströme, welche während der ganzen Verbindungsdauer
innerhalb einer Vermittlungsstelle fließen müssen, den Stromverbrauch einer Anlage
sehr wesentlich bestimmen. Vor allem sind es die Belegungs- und Prüfrelais in den
einzelnen Verbindungsstufen, die für die ganze Dauer einer Verbindung gehalten werden
müssen und deshalb den Stromverbrauch der Anlage in starkem Maße bestimmen. Um den
durch diese Relais bedingten Stromverbrauch herabzusetzen, werden derartige Stromkreise
meist hochohmig ausgeführt. Aber auch auf diese Weise kann der Stromverbrauch, der
durch Dauerschaltvorgänge innerhalb einer Vermittlungsstelle entsteht, nicht wesentlich
herabgesetzt werden.
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Es ist nun bereits bekannt, Relais, die während einer bestimmten Zeit
in ihrem Betätigungszustand gehalten werden müssen, als Haftrelais auszubilden,
die lediglich durch einen Schaltimpuls eingeschaltet werden und sich dann infolge
des Remanenzzustandes so lange halten, bis die Aberregung dieser Relais durch Gegenerregung
erfolgt. Das Anwendungsgebiet derartiger Haftrelais war bisher vor allen Dingen
die sogenannte Vorfeldtechnik, d. h. unbediente Vermittlungsstellen, die über Anschlußleitungen
mit einem eine Stromversorgung besitzenden öffentlichen Amt verbunden sind, und
die infolge der fehlenden Wartung selbst keine eigene Stromversorgung besitzen.
Bei diesen Anlagen werden die Relais durch vorübergehende, aus dem angeschlossenen
öffentlichen Amt oder auch durch den an eine solche Vermittlungsstelle angeschlossenen
Teilnehmer gegebene kurzzeitige Signale in ihren jeweiligen Schaltzustand gebracht,
in dem sie bis zum Ende des Gespräches bzw. bis zu ihrer durch eine Gegenerregung
bewirkten Unwirksammachung gehalten werden.
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Die Erfindung ist nun bestrebt, den hinsichtlich des Stromverbrauches
durch derartige Haftrelais erzielbaren Vorteil in bezug auf den Stromverbrauch auch
in Vermittlungsstellen anzuwenden, die an sich eine Stromversorgung besitzen, in
denen aber durch die Prüf- und Belegungsrelais bisher die Schaffung einer recht
beträchtlichen Batteriereserve notwendig war, weil durch diese für die ganze Dauer
der Verbindung in den verschiedenen Verbindungsstufen erregten Relais ein sehr großer
Stromverbrauch eintrat.
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Infolgedessen betrifft die Erfindung eine Schaltungsanordnung für
Fernmelde-, insbesondere Fernsprechanlagen mit je ein Prüf- und ein Belegungsrelais
enthaltenden, über Verbindungsadern eines Auswahlorgans verlaufenden Stromkreisen,
bei der zur Stromersparnis sowohl das Prüfrelais als auch das Belegungsrelais dieser
einzelnen Stromkreise als Haftrelais ausgebildet sind, die nach ihrer bei Einstellung
des Auswahlorgans auf eine freie Verbindungseinrichtung zustande kommenden Erregung
ihren Erregerstromkreis wieder unterbrechen und vorbereitend so umschalten, daß
bei Auslösung einer der über den erwähnten Stromkreis miteinander gekoppelten Verbindungseinrichtungen
sowohl das Prüf- als auch das Belegungsrelais in einem wiederum über das Auswahlorgan
verlaufenden Stromkreis durch gemeinsame Gegenerregung abgeworfen werden. Die Anordnung
kann dabei so getroffen werden, daß der Erregerstromkreis für die je eine einzige
Wicklung besitzenden Prüf- und Belegungsrelais über eine Ader des Auswahlorgans
verläuft und beim Ansprechen dieser Relais eine vorbereitende Umschaltung der Relais
in einen über eine andere Ader des Auswahlorgans
verlaufenden und
bei Auslösung einer der Verbindungseinrichtungen ein die betreffenden Relais gegenerregendes
Potential führenden Stromkreis erfolgt. Man kann aber auch zur Einsparung einer
zweiten Ader, über die der Auslösebefehl durchgegeben wird, die Anordnung so treffen,
daß die Belegung, Prüfung und Auslösung über ein und dieselbe Ader des Auswahlorgans
durchgeführt wird.
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In der Zeichnung sind zwei Ausführungsbeispiele der Erfindung dargestellt.
Es zeigt Fig. 1 eine Anordnung, bei der die Einschaltung und Abschaltung der Prüf-
und Belegungsrelais über getrennte Hilfsadern eines Auswahlorgans durchgeführt wird,
während in Fig. 2 zur Durchgabe der einzelnen Schaltbefehle nur eine einzige Ader
Verwendung findet.
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In den Figuren ist lediglich derjenige Teil einer Verbindungsstufe
einer Wählervermittlungseinrichtung dargestellt, der für das Verständnis der Erfindung
erforderlich ist. So sind alle der Sprachübertragung dienenden Adern und Stromkreise
weggelassen und die Darstellung allein auf die Aufzeichnung des Prüf-und Belegungsstromkreises
beschränkt.
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In. Fig. 1 werden über Schaltarme eines Auswahlorgans W, das eine
Verbindungseinrichtung VE 1 mit einer freien Verbindungseinrichtung VE 2
verbindet, neben den nicht dargestellten Sprechadern die beiden Hilfsadern c und
d durchgeschaltet. Die Prüfung des Frei- oder Besetztzustandes der Einrichtung VE2
erfolgt mit Hilfe des Prüfrelais P, während der Belegungszustand der Verbindungseinrichtung
VE 2
durch das Relais 2 C festgehalten wird. Sowohl das Relais P der Verbindungseinrichtung
VE 1 als auch das Relais 2 C der Verbindungseinrichtung VE 2 sind als Haftrelais
ausgebildet. In der Verbindungseinrichtung VE1 ist ferner ein nicht dargestelltes
Belegungsrelais 1C vorhanden, das ebenfalls als Haftrelais ausgebildet ist. Dieses
betätigt in seinem umgeschalteten Zustand die Kontakte 1 c 1, 1 c 2 und 1 c 3. In
der Verbindungseinrichtung VE 2 befindet sich ferner ein weiterer Verbindungswähler,
der einen Kopfkontakt k bei seiner Einstellung betätigt.
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Im Ruhezustand liegt in der Verbindungseinrichtung VE 1 das Prüfrelais
P über den Kontakt 1 c 2 sowie die Wicklung I des übertragers ü an Erde, während
es andererseits über die Ruheseite des Kontaktes 1 c 1 mit dem d-Arm des Wählers
W verbunden ist. Wird nun die Verbindungsstufe VE1 durch eine vorgeordnete Verbindungsstufe
belegt, so spricht in bekannter, nicht dargestellter Weise das nicht dargestellte
Belegungsrelais 1 C an und legt seine Kontakte 1 c 1, 1c2 und 1c3 um. Damit wird
das Prüfrelais P an den c-Arm des Wählers W geschaltet. Während der impulsweisen
Fortschaltung des Wählers W wird bei jedem Wählerschritt in bekannter Weise über
den Kontakt a eines nicht dargestellten Impulsrelais A bzw. über den Ankerkontakt
d des Fortschaltemagneten des Wählers W vorübergehend Erdpotential über das
Relais P an den c-Arm des Wählers W angelegt. Auf jedem Schritt, den der Wähler
W ausführt, wird somit die jeweils erreichte Verbindungseinrichtung VE 2 hinsichtlich
ihres Belegungszustandes untersucht. Ist die betreffende Verbindungseinrichtung
VE 2, auf die sich der Wähler W
nach der Durchführung eines oder mehrerer
Schritte eingestellt hat, belegungsfähig, so ist der Kopfkontakt k im Ruhezustand,
und es fließt ein Prüfstrom, der die beiden Haftrelais P in der Verbindungseinrichtung
VE IL und 2 C in der Verbindungseinrichtung VE 2 zum Ansprechen bringt: Erde,
a bzw. d, 1 c 2, P, 1 c 1, c-Arm des Wählers W, k, 2c2, 2C, 2c1
Wi2, -.
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In. diesem Stromkreis sprechen die Relais P und 2C an, um die den
Prüf- und Belegungsrelais von Verbindungseinrichtungen zugewiesenen bekannten Schaltfunktionen
durchzuführen. Das Schließen des Kontaktes p in Fig. 1 ist vorerst noch ohne Wirkung,
ebenso wie die Anschaltung des Relais 2C in der Verbindungseinrichtung
VE 2 über die Kontakte 2 c Z und 2c1 an Erde bzw. an die d-Kontaktbank des
Wählers W.
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Trotz der Auftrennung des Belegungsstromkreises durch Umlegen der
Kontakte 2c2 und 2c1 halten sich die Relais 2 C und P, da sie als Haftrelais ausgebildet
sind, weiter, und zwar so lange, bis ein Auslösestromstoß gebildet wird. Die Bildung
dieses Auslösestromstoßes erfolgt am Ende der Verbindung, d. h. dann, wenn die Verbindungseinrichtung
VE 1
durch eine vorgeordnete Verbindungseinrichtung freigegeben wird. In diesem
Fall fällt das nicht dargestellte Relais 1 C ab und legt seine Kontakte 1 e 1; 1c2
und 1c3 um. Über die beiden erstgenannten Kontakte wird das Relais P einerseits
an den d-Arm des Wählers W und andererseits an die Wicklung 1 des übertragers ü
angeschlossen. Durch Schließen des Kontaktes 1 c 3 erfolgt die Bildung eines Induktivstromstoßes,
der von der Wicklung II auf die Wicklung I des Übertragers Ü gegeben wird. Dieser
Induktivstromstoß hat eine vorübergehende Gegenerregung sowohl des Relais P als
auch des Relais 2 C zur Folge, da diese nunmehr im entgegengesetzten Wicklungssinne
vom Auslösestromstoß durchflossen werden. Die Relais P und 2C fallen infolgedessen
ab und lösen die ihnen zugeordneten Verbindungseinrichtungen VE1 bzw. VE2 endgültig
aus. Sind der Verbindungseinrichtung VE 2 weitere Verbindungseinrichtungen über
weitere Wählerstufen W nachgeordnet, so löst der Abfall des Relais 2 C in der durch
den Abfall des Relais 1C geschilderten Weise auch die nachfolgenden Verbindungseinrichtungen
aus.
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Durch Parallelschalten eines Widerstandes Wi 1
und eines Kondensators
Co zur Wicklung 1I des Übertragers ü kann der durch Schließen des Kontaktes 1 c
3 erzeugte Induktivstromstoß so geformt werden; daß er mit Sicherheit die Aberregung
der Relais P und 2 C bewirkt.
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Die in Fig. 1 dargestellte Anordnung ergibt eine ideale Sperrung der
Verbindungseinrichtung VE 1 nach ihrer Belegung ohne jegliche Fehlstromgefahr, da
nach erfolgter Umschaltung des Relais 2C dieses nun nicht mehr im Belegungsstromkreis
liegt und infolgedessen von einem anderen Wählorgan W gar nicht mehr angesteuert
werden kann.
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In Fig. 2 erfolgt die Belegung und Auslösung über ein und denselben
Verbindungsast. Die Belegung der Verbindungseinrichtung VE 1 erfolgt wiederum durch
Erregung eines nicht dargestellten Belegungsrelais 1 C. Dadurch wird der Kontakt
1 c umgeschaltet, und bei jedem Wählerschritt wird entweder über den Kontakt a oder
den Ankerkontakt d vorübergehend Erdpotential in bekannter Weise an den c-Arm des
Wählers geschaltet. Ist die Verbindungseinrichtung VE2, auf die sich der Wähler
W gerade eingestellt hat, frei, d. h. ist der Kopfkontakt k 2 geöffnet und
der Kontakt k1 geschlossen, so sprechen die Relais P
und
2C, die wiederum als Haftrelais ausgebildet sind, in Reihe an. Das Relais
P schaltet seinen Kontakt p um, wodurch der Kondensator Co 1 aufgeladen wird. Das
Belegungsrelais 2C der Verbindungseinrichtung VE 2 öffnet seinen Kontakt
2 c 1, was vorerst noch ohne Wirkung bleibt, während durch das Schließen des Kontaktes
k 2 die Sperrung der Verbindungseinrichtung VE 2 gegen eine anderweitige Belegung
bewirkt wird. Diese Sperrung ist vollkommen, weil das Belegungsrelais 2C nunmehr
an Gegenpotential liegt.
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Wird die Verbindung wiederum durch Aberregung des nicht dargestellten
Relais 1 C in der Verbindungseinrichtung VE 1 ausgelöst, so legt der Kontakt 1 c
den aufgeladenen Kondensator Co 1 in den über die c-Ader verlaufenden Stromkreis.
Der Kondensator Co l entlädt sich sowohl über das Relais P als auch über
das Belegungsrelais 2C der Verbindungseinrichtung VE2. Da dieser Entladestromstoß
dem Erregungsstromstoß entgegengerichtet ist, fallen sowohl das Relais P als auch
das Relais 2 C ab und lösen damit die ihnen zugeordneten Verbindungseinrichtungen
VE1 und VE2 auf. Es ist wiederum durch entsprechende Dimensionierung des Kondensators
Co l und des Widerstandes Wi 1 möglich, den Auslösestromstoß, d. h. den Entladestromstoß
des Kondensators Co 1 so zu formen, daß je nach den herrschenden Stromkreisbedingungen
ein sicheres Abwerfen der Relais P und 2 C bewirkt wird.
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In der Verbindungseinrichtung VE2 ist durch Strichelung noch angedeutet,
daß die Gegenerregung des Relais 2C, das dessen Abwurf bewirkt, auch gegebenenfalls
über eine Glimmlampe Gl erfolgen kann. Eine solche Glimmlampe wird immer dann eingeschaltet
werden, wenn über den betreffenden Stromkreis noch andere Schaltvorgänge durchzuführen
sind, insbesondere wenn zur Prüfung und Belegung nicht eine zusätzliche Hilfsader,
sondern eine der für den Sprechverkehr vorgesehenen Adern benutzt wird.