DE1148462B - Verstaerkungseinlage fuer Kautschukreifen - Google Patents
Verstaerkungseinlage fuer KautschukreifenInfo
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Classifications
-
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Description
DEUTSCHES
PATENTAMT
KL.63e
INTERNAT. KL. B 62 g
Z7786n/63e
BEKANNTMACHUNG
QER ANMELDUNO
ÜN0 AUSGABE DER
AUSLEGESCHRIFT: 9. MAI 1963
Für die Herstellung von Verstärkungseinlagen in Kautschukreifen sind bisher hauptsächlich Fäden und
Garne aus Baumwolle, Kunstseide und Polyamidseide oder feine Stahldrähte verwendet worden. Ferner
wird auch Stahldraht insbesondere für die Verstärkung der auf der Felge aufliegenden Reifenwülste
eingesetzt. In den letzten Jahren hat vor allem die Bedeutung von Reifencord mit Fäden aus linearen
aliphatischen Polyamiden auf der Basis von Hexamethylendiamin und Adipinsäure oder von Caprolaktam
zugenommen. Gegenüber Reifencord aus Cellulosefasern hat Reifencord aus Polyamidfasern
vor allem den Vorteil größerer Reißfestigkeit bei guter Elastizität, wodurch es möglich wurde, das Gewicht
der Verstärkungseinlage beträchtlich zu verringern und leichtere Reifen zu erhalten.
Demgegenüber müssen aber auch Nachteile in Kauf genommen werden. So wird bei Cordgeweben
mit Fäden aus linearen aliphatischen Polyamiden auf der Basis von Hexamethylendiamin und Adipinsäure
oder von Caprolaktam häufig der geringe Elastizitätsmodul im Bereich kleiner Dehnungen beanstandet.
Auch die mangelnde Chemikalienbeständigkeit im sauren Medium führt mitunter zu Schwierigkeiten bei
der gummifreundlichen Ausrüstung. Stahldraht hingegen hat den Nachteil, gegen Korrosion anfällig zu
sein, wodurch leicht die im Reifen notwendige Draht-Gummi-Haftung verlorengeht.
Es wurde nun gefunden, daß sich Verstärkungseinlagen für Kautschukreifen mit ausgezeichneten
Eigenschaften erfindungsgemäß aus verstreckten Fäden, Garnen oder Drähten aus linearem Polypropylen
oder einem Mischpolymerisat aus mindestens 80Vo Propylen und bis zu 20% eines anderen
einfachen oder substituierten Olefins herstellen lassen.
Diese gute Eignung ist insofern überraschend, als Polypropylen einen niedrigeren Erweichungspunkt als
Cellulose und lineare aliphatische Polyamide auf der Basis von Hexamethylendiamin und Adipinsäure
oder von Caprolaktam hat und die Differenz zwischen den für das Vulkanisieren üblichen Temperaturen
(bis zu 140° C) und dem Erweichungspunkt von Polypropylen (etwa 170° C) als nicht ausreichend
angesehen wurde. Bei linearen aliphatischen Polyamiden auf der Basis von Hexamethylendiamin und
Adipinsäure oder von Caprolaktam ist diese Temperaturdifferenz etwa doppelt so groß wie bei Polypropylen.
Es hat sich aber gezeigt, daß der niedrige Erweichungspunkt des Polypropylens nicht ins Gewicht
fällt, weil sich die Verstärkungseinlagen gemäß der Verstärkungseinlage für Kautsehukreifen
Anmelder:
Hans Joachim Zimmer Verfahrenstechnik, Frankfurt/M., Borsigalleel-7
Hans Joachim Zimmer, Kronberg (Taunus), ist als Erfinder genannt worden
Erfindung im Reifen weniger erwärmen als Einlagen aus den bisher verwendeten Fasertypen.
Die erfindungsgemäßen Verstärkungseinlagen zeichnen sich durch große Reißfestigkeit aus. Sie besitzen
bereits bei kleinen Dehnungen einen hohen Elastizitätsmodul und sind gegen die meisten Säuren, Laugen
und Lösungsmittel weitgehend beständig.
Ein weiterer Vorteil der erfindungsgemäßen Verstärkungseinlagen ist ihr großer Ermüdungswiderstand
gegenüber Biegebeanspruchungen, wie sie im Reifen auftreten. Hierin sind sie nicht nur den im Aufbau
vergleichbaren Einlagen aus Cellulosefäden, sondern auch solchen aus Nylon überlegen. Ähnlich wie
Nylonkarkassen schrumpfen auch solche aus Polypropylen mit steigender Temperatur des Reifens. Das
spezifische Gewicht von Polypropylen ist etwa 20% geringer als das von linearen aliphatischen PoIyamiden
auf der Basis von Hexamethylendiamin und Adipinsäure oder von Caprolaktam. Da die spezifische
Reißfestigkeit jedoch nicht tiefer liegt, ist man in der Lage, um 20% leichtere Verstärkungseinlagen
mit gleicher Festigkeit einzusetzen. Die erfindungsgemäßen Verstärkungseinlagen nehmen praktisch
kein Wasser auf. Eine Längenänderung bei Naßbehandlungen oder bei Feuchtigkeitsschwankungen
der umgebenden Atmosphäre ist daher nicht zu befürchten.
Zweckmäßig wird man bei der Herstellung von kalt- oder heißverstreckter Polypropylenseide ausgehen.
Möglich ist aber auch die Verwendung von hochverstreckten Stapelfasergarnen oder dünnen
Drähten. Es hat sich bewährt, den gezwirnten PoIypropylen-Cordfaden
vor der Weiterverarbeitung heiß nachzuverstrecken, wodurch die Reißdehnung verringert
und der Elastizitätsmodul erhöht wird.
309 579/93
Auch als zusätzliche Verstärkungseinlage in den Reifenwülsten ist an Stelle von Stahldraht hochverstreckter
Draht aus Polypropylen gut geeignet, der in üblicher Weise in dem Wulst in Richtung des Reifenumfanges
eingebettet wird. Der Wulstdraht kann den Wulstumfang auch mehrmals umlaufen.
Um auch eine Schädigung der Polypropylenverstärkung des Reifens durch unter Umständen auftretende
höhere Temperaturen auszuschalten, ist es zweckmäßig, dem Polypropylen vor der Verarbeitung
einen an sich bekannten Hitzestabilisator zuzusetzen. Es ist darüber hinaus besser, die Verstärkungseinlagen
aus bereits thermofixierten Fäden, Garnen oder Drähten herzustellen, d. h. solchen, die einer kurzzeitigen
Heißluft- oder Dampfbehandlung bei Temperaturen von etwa 100 bis 130° C mit anschließender
Abkühlung auf Zimmertemperatur unterworfen wurden. Bei der Vulkanisation oder im Reifen zu befürchtende
Schrumpfeffekte werden damit sicher vermieden. Die Thermofixierung kann bereits im Poly- ao
propylenfaden, Garn oder Draht, im gezwirnten Cordfaden oder erst im Cordgewebe sowie auch
mehrmals in verschiedenen Stufen des Herstellungsprozesses erfolgen. Die Verstärkungseinlagen können
aus Polypropylen allein bestehen oder auch noch andere Fasern, Fäden oder Drähte enthalten.
Heißverstreckte und thermofixierte Polypropylenseide mit 125 Kapillaren, einem Gesamttiter von
750 den, 72 kg/mm2 Reißfestigkeit und 13°/» Reißdehnung
erhält einen Z-Drall von 400 U/min. Anschließend wird sie mit einem gleichen Faden S-förmig
auf 420 U/min verzwirnt. Der so erhaltene Cordfaden wird in der üblichen Weise zu einem
schußlosen Cordgewebe weiterverarbeitet.
Hochverstreckter Polypropylendraht von 0,5 mm Durchmesser, einer Reißfestigkeit von 68 kg/mm2
und 12% Reißdehnung wird gummifreundnch ausgerüstet und mit zehnfacher Umschlingung des Umfangs
in den Reifenwulst einvulkanisiert. Die Haftung des Reifens auf der Felge war auch nach langer
Laufzeit ausgezeichnet. Ein Reifenwechsel war einfacher durchzuführen als bei Reifen mit Stahldrahteinlage.
Claims (3)
1. Verstärkungseinlagen für Kautschukreifen, dadurch gekennzeichnet, daß sie ganz oder teilweise
aus verstreckten Fäden, Garnen oder Drähten aus linearem Polypropylen oder einem Mischpolymerisat
aus mindestens 80% Propylen und bis zu 20% eines anderen einfachen oder substituierten
Olefins bestehen.
2. Verstärkungseinlagen nach Anspruch 1, gekennzeichnet durch einen Zusatz an sich bekannter
Hitzestabilisatoren zum Polypropylen.
3. Verstärkungseinlagen nach den Ansprüchen 1 und 2, gekennzeichnet durch die Verwendung
von thermofixierten Polypropylenfäden.
© 309 579/93 4.
Priority Applications (3)
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| DE1148462B true DE1148462B (de) | 1963-05-09 |
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1960
- 1960-01-30 DE DEZ7786A patent/DE1148462B/de active Pending
- 1960-09-02 GB GB3041060A patent/GB891115A/en not_active Expired
Also Published As
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