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DE1146740B - Verfahren zur Herstellung von Papier- und ungewebtem Tuch aus unloeslichen Polyvinylalkoholfasern - Google Patents

Verfahren zur Herstellung von Papier- und ungewebtem Tuch aus unloeslichen Polyvinylalkoholfasern

Info

Publication number
DE1146740B
DE1146740B DEK39991A DEK0039991A DE1146740B DE 1146740 B DE1146740 B DE 1146740B DE K39991 A DEK39991 A DE K39991A DE K0039991 A DEK0039991 A DE K0039991A DE 1146740 B DE1146740 B DE 1146740B
Authority
DE
Germany
Prior art keywords
fibers
polyvinyl alcohol
paper
water
strength
Prior art date
Legal status (The legal status is an assumption and is not a legal conclusion. Google has not performed a legal analysis and makes no representation as to the accuracy of the status listed.)
Pending
Application number
DEK39991A
Other languages
English (en)
Inventor
Hiroshi Iwasaki
Current Assignee (The listed assignees may be inaccurate. Google has not performed a legal analysis and makes no representation or warranty as to the accuracy of the list.)
Kurashiki Rayon Co Ltd
Original Assignee
Kurashiki Rayon Co Ltd
Priority date (The priority date is an assumption and is not a legal conclusion. Google has not performed a legal analysis and makes no representation as to the accuracy of the date listed.)
Filing date
Publication date
Application filed by Kurashiki Rayon Co Ltd filed Critical Kurashiki Rayon Co Ltd
Publication of DE1146740B publication Critical patent/DE1146740B/de
Pending legal-status Critical Current

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Classifications

    • DTEXTILES; PAPER
    • D21PAPER-MAKING; PRODUCTION OF CELLULOSE
    • D21HPULP COMPOSITIONS; PREPARATION THEREOF NOT COVERED BY SUBCLASSES D21C OR D21D; IMPREGNATING OR COATING OF PAPER; TREATMENT OF FINISHED PAPER NOT COVERED BY CLASS B31 OR SUBCLASS D21G; PAPER NOT OTHERWISE PROVIDED FOR
    • D21H13/00Pulp or paper, comprising synthetic cellulose or non-cellulose fibres or web-forming material
    • D21H13/10Organic non-cellulose fibres
    • D21H13/12Organic non-cellulose fibres from macromolecular compounds obtained by reactions only involving carbon-to-carbon unsaturated bonds
    • D21H13/16Polyalkenylalcohols; Polyalkenylethers; Polyalkenylesters
    • DTEXTILES; PAPER
    • D04BRAIDING; LACE-MAKING; KNITTING; TRIMMINGS; NON-WOVEN FABRICS
    • D04HMAKING TEXTILE FABRICS, e.g. FROM FIBRES OR FILAMENTARY MATERIAL; FABRICS MADE BY SUCH PROCESSES OR APPARATUS, e.g. FELTS, NON-WOVEN FABRICS; COTTON-WOOL; WADDING ; NON-WOVEN FABRICS FROM STAPLE FIBRES, FILAMENTS OR YARNS, BONDED WITH AT LEAST ONE WEB-LIKE MATERIAL DURING THEIR CONSOLIDATION
    • D04H1/00Non-woven fabrics formed wholly or mainly of staple fibres or like relatively short fibres
    • D04H1/40Non-woven fabrics formed wholly or mainly of staple fibres or like relatively short fibres from fleeces or layers composed of fibres without existing or potential cohesive properties
    • D04H1/54Non-woven fabrics formed wholly or mainly of staple fibres or like relatively short fibres from fleeces or layers composed of fibres without existing or potential cohesive properties by welding together the fibres, e.g. by partially melting or dissolving

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  • Chemical & Material Sciences (AREA)
  • Chemical Kinetics & Catalysis (AREA)
  • Engineering & Computer Science (AREA)
  • Textile Engineering (AREA)
  • Paper (AREA)
  • Nonwoven Fabrics (AREA)

Description

Die Erfindung betrifft ein Verfahren zur Herstellung von Papier- und ungewebtem Tuch aus unlöslichen Polyvinylalkoholfasern mit oder ohne Zusatz von sonstigen papiererzeugenden Fasern, wie Holzfasern, chemischen Fasern, synthetischen Fasern oder ahnliehen Fasern.
Aus der deutschen Auslegeschrift 1 034 477 ist ein Verfahren zur Herstellung von nicht gewebten oder nicht gewirkten Flächengebilden aus Fasern in der Weise bekannt, daß man eine Fasermasse, die ganz oder anteilig aus in Wasser bei erhöhter Temperatur ohne Änderung der Einzelfaserstruktur quellbaren Fasern auf Basis von Polyvinylalkohol besteht, zu Flächengebilden ausformt und diese in Gegenwart von Wasser so hoch erwärmt, daß ein Teil oder die überwiegende Menge der Fasern auf Polyvinylalkoholbasis quillt, ohne sich zu lösen, und die Gebilde trocknet. Die hier verwandten Polyesterfasern sind in Wasser von 700C völlig beständig und quellen in Wasser bei 75 bis 900C, ohne sich darin aufzulösen. Außerdem zeigen sie einen geringeren Hafteffekt; ferner kann der Hafteffekt bei ihnen nicht mit Hilfe einer gewöhnlichen Naßpapierherstellungsvorrichtung erzielt werden.
Es wurde nun gefunden, daß besonders günstige und technisch vorteilhafte Eigenschaften der erfindungsgemäßen Flächengebilde durch die Mitverwendung von in Wasser bei 45 bis 75° C löslichen Polyvinylalkoholfasern und Einhaltung bestimmter Mengenverhältnisse erhalten werden.
Dementsprechend betrifft die vorliegende Erfindung ein Verfahren zur Herstellung von Papier- und ungewebtem Tuch aus unlöslichen Polyvinylalkoholfasern mit oder ohne Zusatz von sonstigen papiererzeugenden Fasern, wie Holzfasern, chemischen Fasern, synthetischen Fasern oder ähnlichen Fasern, wobei die Fasern in Wasser dispergiert, nach einem Trockenoder Naßverfahren zu einem dünnen Faserblatt verformt und dieses anschließend erhitzt wird, mit dem Kennzeichen, daß wasserlösliche Polyvinylalkoholfasern beigemengt werden, deren Gewichtsverhältnis zu den wasserunlöslichen Polyvinylalkoholfasern zwischen 2: 8 und 8 : 2 liegt und die zusammen 1 bis 40% des Gesamtgewichtes aller verwendeten Fasern ausmachen.
Der hier verwendete Ausdruck »synthetische Fasern aus löslichem Polyvinylalkohol« soll die im folgenden beschriebenen Fasern bezeichnen.
Synthetische Fasern aus Polyvinylalkohol, die nach einem üblichen Verfahren hergestellt, nach dem Verspinnen gestreckt und einer gewissen Wärmebehandlung unterworfen worden sind, haben Wasserauflöse-Verfahren zur Herstellung
von Papier- und ungewebtem Tuch
aus unlöslichen Polyvinylalkoholfasern
Anmelder:
Kurashiki Rayon Company Limited,
Sakuzu, Kurashiki (Japan)
Vertreter: Dr.-Ing. H. Ruschke, Patentanwalt,
Berlin 33, Auguste-Viktoria-Str. 65
Beanspruchte Priorität:
Japan vom 27. Februar 1959 (Nr. 5933)
Hiroshi Iwasaki, Ryodo-Machi, Nishinomiya City
(Japan),
ist als Erfinder genannt worden
temperaturen von 80 bis 85° C, so daß das solche Fasern enthaltende Naßpapier schwierig in Wasser zu lösen ist, wenn es auf der Oberfläche eines Trockners getrocknet wird und deshalb die Haftfestigkeit zu papiererzeugenden Fasern gering ist. Die erfindungsgemäß zu verwendende wasserlösliche PoIyvinylalkoholfaser ist eine solche Faser, die aus Polyvinylalkohol mit weniger als 2 Molprozent restlicher Essigsäuregruppen, einem teilweise verseiften Polyvinylalkohol mit einem Verseifungsgrad von 80 bis 98 Molprozent, einem acetalisierten Polyvinylalkohol mit einem Acetalisierungsgrad von 1,0 bis 15 Molprozent, der durch Acetalisieren von Polyvinylalkohol mit Formaldehyd, Acetaldehyd oder einem ähnlichen Monoaldehyd hergestellt worden ist, besteht oder eine synthetische Faser aus wasserlöslichem Polyvinylalkohol mit einer Wasserauflösetemperatur von 45 bis 75 0C, die aus einem Gemisch der oben angegebenen Polyvinylalkohole zu einem Faden versponnen worden ist und deren Kristallisation stärker als die einer Faser verhindert worden ist, die aus einem gewöhnlichen Polyvinylalkohol gesponnen worden ist.
Die erfindungsgemäß zu verwendenden Fasern aus wasserunlöslichem Polyvinylalkohol sind Fasern mit folgenden Merkmalen:
Synthetische Fasern aus Polyvinylalkohol mit weniger als 0,2 Molprozent restlicher Essigsäure-
309 548/280
3 4
gruppen, die nach einem üblichen Verfahren hergestellt, Fasern ansteigt, wird durch Einverleiben synthetischer getrocknet und einer Wärmebehandlung unterworfen Fasern aus wasserlöslichem Polyvinylalkohol weiter worden sind, oder aus einem acetalisierten Polyvinyl- erhöht, während die Festigkeit von Papier der Gruppe B, alkohol, der mit Formaldehyd, Acetaldehyd oder dessen Festigkeit mit dem Ausmaß des Schiagens der einem ähnlichen Monoaldehyd acetalisiert worden ist 5 papiererzeugenden Fasern geringer wird, nicht nur und einen Acetalisierungsgrad von 20 bis 40 Mol- aufrechterhalten, sondern sogar noch erhöht werden prozent besitzt, oder der mit Glyoxal, Terephthalalde- kann, wenn die Fasern mit synthetischen Fasern aus hyd oder einem ähnlichen Dialdehyd acetalisiert unlöslichem Polyvinylalkohol vermischt werden, worden ist und einen Acetalisierungsgrad von 1 bis Erfindungsgemäß kann daher die Festigkeit von
10 % besitzt, die sich bei der Papierherstellung auf der io Papier und eines nichtgewebten Tuches oder Blattes Trockneroberfläche praktisch nicht auflösen, eine innerhalb eines weiten Bereichs in der gewünschten Wasserauflösetemperatur von 90 bis 1200C besitzen Weise leicht geregelt werden, indem das Mischungsund in Wasser praktisch unlöslich sind. verhältnis der oben angegebenen beiden Faserarten
Als Beispiele für papiererzeugende Faser in dieser aus Polyvinylalkohol verändert wird. Beschreibung seien die folgenden Fasern genannt: 15 Erfindungsgemäß kann also die Festigkeit des vermahlene Holzpulpe, Kraftpulpe, halbchemische Papiers durch Vermischen der beiden Faserarten des Pulpe, 'Sulfidpulpe, Sodapulpe, chemisch vermahlene Polyvinylalkohols mit üblichen papiererzeugenden Pulpe und ähnliche Holzfasern; Baumwolle, Manila- Fasern auf etwa das Doppelte gegenüber dem Fall hanf, Jute, »Mitsumata«, »Gampi«, »Kozo« und ahn- erhöht werden, in dem nur die eine Art einverleibt liehe Pflanzenfasern; synthetische Fasern, wie Poly- 20 wird, wobei auch der Griff, die Bedruckbarkeit und ester-, Polyacryl-, Polyamid- und Polypropylenfasern; andere Eigenschaften stark verbessert werden können chemische Fasern, wie Viskoseseide, Viskosestapel- und die Handhabung sehr einfach wird, da das Anfasern, Acetatfasern u. dgl.; und Mineralfasern, wie kleben am Trockner vermieden wird. Glasfasern, Asbestgarne u. dgl. Das Mischungsverhältnis der Polyvinylalkohol-
Aus Holzfasern hergestellte Papiere, die durch 25 fasern zu den papiererzeugenden Fasern kann verAbbau von Holz mit chemischen Mitteln zwecks gleichsweise gering sein und ist bei 1 bis 40% aus-Erzeugung getrennter Fasern, und zwar der natürlichen reichend.
Pulpe, hergestellt worden sind, sind steif und wenig Die Länge der erfindungsgemäß verwendeten Polyelastisch, verstricken sich nicht und haften nicht vinylalkoholfasern wird von der Länge der entaneinander, sind dick und sperrig und besitzen eine 30 sprechenden papiererzeugenden Fasern, dem Papiersehr geringe Festigkeit. herstellungsverfahren und der Art der verwendeten
Um die oben angegebenen Nachteile zu vermeiden, Vorrichtung bestimmt. Wenn die erfindungsgemäß werden die zur Papierherstellung verwendeten Holz- vorgeschlagenen Fasern mit vermahlener Holzpulpe, und Pflanzenfasern gewöhnlich geschlagen, um dem Kraftpulpe, halbchemischer Pulpe, Sulfidpulpe, Sodadaraus hergestellten Papier eine größere Festigkeit 35 pulpe, chemisch vermahlener (chemically ground) und andere zweckmäßige Eigenschaften zu verleihen. Pulpe oder einer ähnlichen Holzpulpe vermischt und Beim Schlagen der Fasern werden sie zerbrochen und durch eine Vorrichtung verarbeitet werden; ist eine in ihrer Länge verkürzt, sie werden jedoch durch Faserlänge von 1 bis 10 mm geeignet. Wenn die Wasseraufnahme gequellt und dadurch in den Fasern mit Baumwolle, Manilahanf, Jute, »Mitsumata« verschiedenen Eigenschaften, wie Verstrickbarkeit, 40 (Edgeworthia chrysantha lindley), »Kozo«, »Gampi« Weichheit, Formbarkeit, Oberflächenhaftfestigkeit u.a., oder ähnlichen Pflanzenfasern vermischt und durch verbessert. Die Beziehungen zwischen der Festigkeit eine Vorrichtung bearbeitet werden, kann die Faserdes Papiers, das aus der geschlagenen Pulpe hergestellt länge 4 bis 15 mm betragen, während bei der Herworden ist, und der Zeitdauer des Schiagens ist ge- stellung von Hand die Länge 4 bis 20 mm betragen wohnlich folgende: 45 kann. Wenn die Fasern mit synthetischen Fasern,
Ge λ . chemischen Fasern oder Mineralfasern vermischt und
„,,',., ι·* j j οι.! das Papier nach einem Naßverfahren hergestellt wird,
Solche bei denen bei fortdauerndem Schlagen kam die Faserlänge 4 bis 15 mm betragen, während die folgenden Eigenschaften und Merkmale ver- bei der Herstellung des Papiers nach einem Trockenstärkt werden: Dichtigkeit Bersten Festigkeit, 5o verfahren und bei einer Krempelmaschine die Faser-Zugfestigkeit, Biegefestigkeit, Dehnbarkeit, länge 10 bis 100 mm betragen kann, bcnlagtestigkeit. Der Durchmesser der synthetischen Faser aus
Gruppe B: Polyvinylalkohol wird vorwiegend von dem Durch-
Solche, bei denen bei fortdauerndem Schlagen messer der entsprechenden papiererzeugenden Fasern, die folgenden Eigenschaften verringert werden: 55 dem Griff des Papiers und des nichtgewebten Tuches Reißfestigkeit, Porosität. und der erforderlichen Festigkeit bestimmt, liegt
jedoch gewöhnlich zwischen 0,5 und 6 Denier.
Wenn also Papier aus einer natürlichen Pulpe Das Vermischen der erfindungsgemäß verwendeten
hergestellt wird, wird daher die Festigkeit durch das synthetischen Fasern mit den papiererzeugenden Schlagen verringert oder erhöht. 60 Fasern kann in einem üblichen Papierpulpeholländer
Erfindungsgemäß werden die oben angegebenen unter Zugeben von Wasser erfolgen, wobei vorzugs-Nachteile vermieden und wird ein verbessertes Papier weise beide Faserarten vor dem Vermischen getrennt vorgeschlagen, das aus synthetischen Fasern aus in Wasser dispergiert werden. Wenn die synthetischen wasserlöslichem und wasserunlöslichem Polyvinyl- Fasern aus unlöslichem Polyvinylalkohol verwendet alkohol besteht, die mit üblichen papiererzeugenden 65 werden, die erfindungsgemäß mit einem Dialdehyd Fasern kombiniert und vermischt worden sind. Die vernetzt worden sind, werden sie entweder mit den Festigkeit des Papiers der Gruppe A, dessen Festigkeit bereits geschlagenen papiererzeugenden Fasern vermit dem Ausmaß des Schiagens der papiererzeugenden mischt, oder beide Faserarten werden mittels eines
Papierpulpeholländers geschlagen. Nach gleichmäßigem Vermischen wird dieses Gemisch dann einer Papierherstellungsvorrichtung zugeleitet.
Zur Herstellung von Papieren aus dem Gemisch der erfindungsgemäß verwendeten Polyvinylalkoholfasern und papiererzeugenden Fasern nach dem Naßverfahren kann jede übliche Papierherstellungsmaschine ohne weitere Änderungen verwendet werden, z. B. eine Langnetz-, Kurznetz- Rundnetz- oder Flächenmaschine (im Original: long net, short net, round net, flat). Für ein Trockenverfahren wird eine gebräuchliche Krempelmaschine für Baumwolle, Wolle, Stapelfasern u. dgl. verwendet.
Das Naßverfahren, das aus dem Gemisch der erfindungsgemäß verwendeten Polyvinylalkoholfasern und der üblichen papiererzeugenden Fasern nach einem Trocken- oder Naßverfahren hergestellt wird, enthält 40 bis 75 % Feuchtigkeit und wird mit einer erhitzten Oberfläche oder einem Trockner, der durch trockene Luft, Heißluft, Wasserdampf oder heißes Wasser erhitzt wird, zwecks Trocknung in Berührung gebracht, wobei gleichzeitig ein Anteil der leicht löslichen Polyvinylalkoholfasern gelöst wird und dadurch der Zusammenhalt der papiererzeugenden Fasern weiter verstärkt wird, worauf schließlich die Polyvinylalkoholfasern einer weiteren Hitzebehandlung unterworfen werden. Dabei bleibt ein größerer Anteil der unlöslichen Polyvinylalkoholfasern ungelöst und verschlingt und verstrickt sich miteinander. Die Temperatur der Heißluft und der erhitzten Oberfläche kann zwischen 60 und 1500C liegen. Das Papier oder nichtgewebte Tuch wird nach dem Trocknen auf Raumtemperatur abkühlen gelassen, wobei das Papier oder nichtgewebte Tuch, das die erfindungsgemäß verwendeten synthetischen Fasern aus Polyvinylalkohol enthält, zäh und fest wird und der Einwirkung von Wasser widersteht.
Das erfindungsgemäß vorgeschlagene Verfahren kann zur Herstellung aller Arten von Papieren oder nichtgewebten Tuchen verwendet werden, so zur Herstellung von Zeitungspapieren, Druckpapieren, Schreib- und Zeichenpapieren, Packpapieren, Kopierpapieren, elektrischen Isolierpapieren, gelben, weißen und anders gefärbten Papieren, für Schmuckzwecke gefärbten Papieren, Wellpapieren, Dachpapieren, Druckpapieren verschiedener Arten, Toilettenpapieren, »Shoji«-Papieren, Pulpepapieren, bandverstärkten Papieren und ähnlichen Papierprodukten und auch zur Herstellung von Papierprodukten, die gemischte Fasern aus Polyestern, einem Polyacrylharz, Polyäthylen, Polyvinylchlorid, Polyamid, Polypropylen oder ähnliche synthetische Fasern, aber auch Viskoseseide, Viskosestapelfasern, Acetatfasern, Bembergseide und ähnliche Fasern, Glasfasern, Asbestfasern und ähnliche Mineralfasern, Baumwolle, WoIl-, Seide-, Hanffasern und ähnliche Fasern enthalten.
Beispiel I
Ungebleichte Kraftpulpen, die in einem Niagara-Holländer bis zu einem Sickergrad (leakage degree) von 500 ecm geschlagen worden waren, wurden mit 5 % löslichen Polyvinylalkoholfasern (1 Denier, Länge der Fäden 5 mm und Lösetemperatur in Wasser 73° C), die durch Verspinnen von teilweise verseiftem Polyvinylalkohol mit einem Polymerisationsgrad von 1700 und einem Verseifungsgrad von 95 Molprozent und Trocknen hergestellt worden waren, und 5% unlöslichen Polyvinylalkoholfasern (1 Denier, Länge der Faser 6 mm, Acetalisierungsgrad 35,5 Molprozent und Lösetemperatur in Wasser 12O0C), die durch Verspinnen von Polyvinylalkohol mit einem Polymerisationsgrad von 1700 und einem Verseifungsgrad von 99,9 Molprozent hergestellt, nach dem Verspinnen einer Trockenhitzebehandlung unterworfen und mit Formalin acetalisiert worden waren, vermischt, worauf aus diesem Fasergemisch, das insgesamt 10% Polyvinylalkoholfasern enthielt, mit einer üblichen Papierherstellungsmaschine ein Papier hergestellt wurde, das in einem Trockner (Wasserdampftemperatur 130° C) zwecks Erzeugung eines Kraftpapiers getrocknet wurde, das fest verbundene Polyvinylalkoholfasern enthielt.
Die Festigkeit des aus diesem Fasergemisch hergestellten Papiers wurde mit der von Kraftpapieren verglichen, denen nur lösliche Polyvinylalkoholfasern oder nur unlösliche Polyvinylalkoholfasern in einer Menge von je 10% einverleibt worden waren. Die erhaltenen Ergebnisse sind in der folgenden Tabelle angegeben:
Probe Mischungs
verhältnis
°/o
Gewicht/
Flächen
einheit
g/m2
Stärke
mm/100
Dichte Kraft
verhältnis
Berst
festigkeit
Dehn
barkeit
°/o
Relative
Reiß
festigkeit
Übliches Kraftpapier
Papier, mit löslichen Polyvi
nylalkoholfasern vermischt
Papier, mit unlöslichen Polyvi
nylalkoholfasern vermischt
Papier der vorliegenden Erfin
dung, mit unlöslichen und
löslichen Polyvinylalkohol
fasern vermischt
0
10
10
2 + 8
69,5
70,0
70,5
70,2
11,9
12,3
12,9
12,6
0,60
0,59
0,55
0,57
5,20
5,40
4,75
5,35
7,70
8,10
7,50
8,00
3,50
3,60
3,30
3,50
110
90
190
170
Wie aus den oben angegebenen Ergebnissen ersichtlich, ist die Festigkeit des erfindungsgemäß vorgeschlagenen Papiers, das lösliche und unlösliche Polyvinylalkoholfasern enthält, gegenüber einem solchen Papier wesentlich verbessert worden, das nur jeweils eine Faserart enthält, ohne daß das Kraftverhältnis (force ratio), die Berstfestigkeit oder die relative Reißfestigkeit verringert worden ist.
Beispiel II
97% vermahlener Holzpulpe wurden mit 2% löslichen Polyvinylalkoholfasern (0,7 Denier, Faden-
länge 4 mm, Lösetemperatur in Wasser 700C), die durch Verspinnen von Polyvinylalcohol mit einem Polymerisationsgrad von 1700, der mit Formalin bis zu einem Formalisierungsgrad von 10 Molprozent acetalisiert worden war, hergestellt und nach dem Verspinnen getrocknet worden waren, und mit 1% unlöslichen Polyvinylalkoholfasern (1 Denier, Fadenlänge 4 mm, Lösetemperatur in Wasser 97° C), die durch Verspinnen eines Polyvinylalkohols mit einem Polymerisationsgrad von 1700 und einem Verseifungsgrad von 99,9 Molprozent hergestellt und nach dem Verspinnen hitzebehandelt worden waren, vermischt, worauf aus dem erzeugten Fasergemisch auf einer üblichen Papierherstellungsmaschine ein Papier her-
gestellt wurde, das nach dem Trocknen mit einer Trockenvorrichtung (Wasserdampftemperatur 1200C) ein ausgezeichnetes Zeitungspapier ergab, das synthetische Fasern aus Polyvinylalkohol enthielt.
Die Festigkeit dieses gemischten Papiers wurde mit der eines gewöhnlichen Zeitungspapiers, das aus 80 % vermahlener Holzpulpe und 20% Sulfidpulpe hergestellt worden war, und mit der Festigkeit von zwei anderen Zeitungspapierarten verglichen, die durch Einverleiben von 3% löslichen Polyvinylalkoholfasern bzw. von 3% unlöslichen Polyvinylalkoholfasern hergestellt worden waren. Die erhaltenen Ergebnisse sind in der folgenden Tabelle angegeben:
Probe Mischungs
verhältnis
g
Gewicht/
Flächen
einheit
g/ma
Zug
festigkeit
kg (Kette)
Dehn
barkeit
»/„ (Kette)
Reiß
festigkeit
g
Glattheit
Sekunden
Öl-
absorptions-
grad
Sekunden
Übliches Zeitungspapier
Papier, mit löslichen Polyvinyl
alkoholfasern vermischt ...
Papier, mit unlöslichen Polyvi
nylalkoholfasern vermischt
Papier der vorliegenden Erfin
dung, mit löslichen und un
löslichen Polyvinylalkohol
fasern vermischt
0
3
3
2+1
51,1
49,0
51,3
50,5
2,00
2,35
1,80
2,25
0,6
1,5
1,2
1,4
22
19
26
25
40
55
41
45
25
36
20
25
Aus den oben angegebenen Ergebnissen ist ersichtlich, daß die Festigkeit des Papiers, in dem lösliche und unlösliche Polyvinylalkoholfasern miteinander vermischt worden sind, gegenüber solchen Papieren wesentlich verbessert worden ist, die jeweils nur lösliche oder unlösliche Polyvinylalkoholfasern enthalten, ohne daß die Zugfestigkeit, Reißfestigkeit, Glattheit oder die ölabsorbierenden Eigenschaften verringert worden sind.
Beispiel III
90 Teile Viskoseseidestapelfasern (3,0 Denier, Fadenlänge 44 mm) wurden mit 8 Teilen löslicher Polyvinylalkoholfasern (3,0 Denier, Formalisierungsgrad 10 Molprozent, Fadenlänge 50 mm, Lösetemperatur in Wasser 7O0C), die aus Polyvinylalkohol mit einem Polymerisationsgrad von 1700 und einem Verseifungsgrad von 99,9 Molprozent hergestellt, nach dem Verspinnen hitzebehandelt, mit Formalin unter Spannung behandelt und dann getrocknet worden waren, und mit 2 Teilen unlöslicher Polyvinylalkoholfasern (3 Denier, Formalisierungsgrad 35 Molprozent, Fadenlänge 50 mm, Lösetemperatur in Wasser oberhalb von 1200C), die nach dem oben angegebenen Verfahren hergestellt, hitzebehandelt und stark formalisiert worden waren, in einer Mischvorrichtung gründlich vermischt, worauf das Fasergemisch in zwei Sätzen auf eine Garnet-Maschine zwecks ununterbrochenem Überkreuzen oder Falten der in Fortbewegungsrichtung angeordneten Fäden gebracht und — nachdem das Papier zwischen Metallgaze eingespannt und in Wasser getaucht worden war — zusammengepreßt, in einer Trockenvorrichtung getrocknet und in heißer Luft (3 Minuten bei 1800C) hitzebehandelt wurde.
Die Festigkeit eines nichtgewebten Tuches aus Viskosestapelfasern, die mit Polyvinylalkoholfasern vermischt worden sind, die Festigkeit eines nichtgewebten Tuches aus Viskoseseidestapelfasern, die mittels einer üblichen synthetischen Kautschuklatexmasse miteinander verbunden sind, und die Festigkeiten von ungewebten Tüchern aus Viskosestapelfasern, die jeweils 10% lösliche Polyvinylalkoholfasern oder 10% unlösliche Polyvinylalkoholfasern enthalten, sind in der unten angegebenen Tabelle gegenübergestellt:
Probe
Übliche Stapelfasern
Gemisch mit löslichen
Polyvinylalkoholfasern
Gemisch mit
unlöslichen
Polyvinylalkoholfasern
Gemisch mit
löslichen und unlöslichen Polyvinylalkoholfasern
Gewicht, g/m2
Stärke, mm
Zugfestigkeit, kg/cm2
Kette
Schuß
Reißfestigkeit
109,9 0,209
16,5
70 ,0
0,56 105,2
0,193
20,3
12,5
0,49
108,7
0,199
19,3
11,3
0,70
107,0 0,195
20,1 12,3 0,68
Aus der oben angegebenen Beschreibung ist ersichtlich, daß das erfindungsgemäß hergestellte ungewebte Tuch oder Blatt, das lösliche und unlösliche PoIyvinylalkoholfasern enthält, wesentlich verbesserte physikalische Eigenschaften gegenüber einem Tuch oder Blatt aufweist, das jede Faserart allein enthält, und daß dabei eine wesentliche Verringerung der Zug- und Reißfestigkeit nicht eintritt.

Claims (1)

  1. PATENTANSPRUCH:
    Verfahren zur Herstellung von Papier- und ungewebtem Tuch aus unlöslichen Polyvinylalkpholfasern mit oder ohne Zusatz von sonstigen papiererzeugenden Fasern, wie Holzfasern, chemischen
    10
    Fasern, synthetischen Fasern oder ähnlichen Fasern, wobei die Fasern in Wasser dispergiert, nach einem Trocken- oder Naßverfahren zu einem dünnen Faserblatt verformt und dieses anschließend erhitzt wird, dadurch gekennzeichnet, daß wasserlösliche Polyvinylalkoholfasern beigemengt werden, deren Gewichtsverhältnis zu den wasserunlöslichen Polyvinylalkoholfasern zwischen 2: 8 und 8: 2 liegt und die zusammen 1 bis 40 % des Gesamtgewichtes aller verwendeten Fasern ausmachen.
    In Betracht gezogene Druckschriften:
    Deutsche Auslegeschrift Nr. 1 034 477.
DEK39991A 1959-02-27 1960-02-25 Verfahren zur Herstellung von Papier- und ungewebtem Tuch aus unloeslichen Polyvinylalkoholfasern Pending DE1146740B (de)

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