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Einrichtung zur reproduzierbaren Steuerung elektrischer Stromkreise
für die Beleuchtung von Bühnen u. dgl. Zur Steuerung der Beleuchtung von Bühnen
u. dgl. finden vorwiegend Stellwarten Verwendung, die mit Magnetverstärkern oder
anderen Verstärkern die Einstellung der Helligkeit in den einzelnen Stromkreisen
gestatten. Um aufeinanderfolgende Helligkeitseinstellungen speichern zu können,
sind auch Speicherwarten entwickelt worden, in denen die Einstellungen mehrerer
aufeinanderfolgender Bilder voreingestellt und von Fall zu Fall auf die eigentliche
Stellwarte übertragen werden können. Der Speichervorgang ist hierbei jedoch auf
eine geringe Anzahl, in der Regel höchstens vier bis acht, aufeinanderfolgender
Einstellungen begrenzt. Soll eine größere Anzahl von aufeinanderfolgenden Einstellungen,
womöglich für eine ganze Vorstellung, gespeichert werden, ist es nötig, Programmträger
vorzusehen, die gleichzeitig auch eine beliebige Wiederholung der gespeicherten
Einstellungen gestatten. Es sind bereits verschiedene Vorschläge für die Ausgestaltung
derartiger Einrichtungen zur reproduzierenden Steuerung mittels Programmträger bekanntgeworden,
wofür Programmträger in Gestalt von Lochkarten, die mechanisch abgetastet werden,
oder Karten oder Bändern mit optischen Zeichen, die auf optischem Wege ausgewertet
werden, oder auch Magnetbänder vorgesehen werden. Die Programmträger für solche
Einrichtungen werden zweckmäßig an Hand einer Beleuchtungsprobe mit den Stellwerten
versehen. Der Erfindung liegt die Aufgabe zugrunde, das Fixieren der bei der Beleuchtungsprobe
festgelegten Beleuchtungseinstellungen auf den Programmträger durchzuführen und
möglichst zu beschleunigen.
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Es ist für diesen Zweck bereits bekannt, bei einer Steuereinrichtung
für Bühnenbeleuchtungsanlagen, die mit federbelasteten Isolierstiften zur Abtastung
von Programmträgern in Form von Lochkarten arbeitet, für die Herstellung der Lochkarten
eine Anordnung zu verwenden, bei der eine auf die von Hand eingestellten Geber aufgeschaltete
Abtasteinrichtung über eine Wähleinrichtung die an den Gebern eingestellten Werte
abtastet und über eine Nachlaufsteuerung einen magnetisch betätigten Locher beaufschlagt.
Hierbei handelt es sich um eine von der Abtasteinrichtung für die Steuerung der
Bühnenbeleuchtung völlig getrennte zusätzliche Anordnung. Die für die Steuerung
der Locher vorgesehene Nachlaufsteuerung hat mit der Nachlaufsteuerung für die Regelung
der Beleuchtung nichts zu tun. Eine solche Anordnung wird daher verhältnismäßig
aufwendig.
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Im Gegensatz dazu wird bei einer Einrichtung zur reproduzierbaren
Steuerung der elektrischen Strom kreise für die Beleuchtung von Bühnen u. dgl. durch
Programmträger, die von den den Programmträger über den Bereich der möglichen Kennzeichnung
überstreichenden Abtastorganen abgetastet werden, gemäß der Erfindung die für die
Abtastung der Programmträger dienende Einrichtung für jeden zu steuernden Stromkreis
mit einer Kennzeichnungsvorrichtung für den Programmträger starr gekuppelt, durch
die der Programmträger mit den Stellwerten versehen werden kann.
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Für die Übertragung der dem Programmträger entnommenen Werte auf die
Stellvorrichtungen der Stell warte kann eine an sich bekannte Nachlaufregeleinrichtung
Verwendung finden. Erfindungsgemäß wird diese gleiche Einrichtung in umgekehrter
Richtung zur Übertragung der an der Stellwarte bei der Beleuchtungsprobe eingestellten
Stellungen auf den Programmträger verwendet.
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Die Erfindung soll an Hand der Zeichnung näher erläutert werden, die
in Fig.1 ein Ausführungsbeispiel einer solchen Einrichtung unter Verwendung von
Lochkarten als Programmträger darstellt; Fig. 2 zeigt das Schaltschema dieser Einrichtung.
Die Einrichtung nach Fig.1 enthält für jeden zu steuernden Stromkreis ein Potentiometer
1 mit einer Kontaktbahn 2 an der oberen Kante. Die Potentiometer für die gleichzeitig
zu steuernden Stromkreise werden zu Gruppen nebeneinander zusammengefaßt, die senkrecht
zur Bildebene liegen. Über dem Poten tiometer 1 bewegt sich die Abtastvorrichtung,
die bei dem dargestellten Ausführungsbeispiel aus einer Kontaktbürste 3 besteht,
die schwenkbar an dem vorderen Ende eines Schiebers 4 befestigt ist und beispielsweise
durch
eine Feder 5 gegen die Kontaktbahn des Potentiometers 1 geschwenkt wird. Der Schieber
4 läuft in Rollen 6 und wird über einen Hebel 7 durch eine Schubstange 8 hin- -und
herbewegt. Der Schieber 4 kann beispielsweise einen U-förmigen Querschnitt aus Blech
aufweisen.
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Gemäß der Erfindung ist an der Schiene 4 weiterhin eine Vorrichtung
angebracht, durch die der Programmträger in Gestalt vön Käten öder Bändern den gewünschten
Einstellungen entsprechend gelocht werden kann. Diese Vorrichtung besteht aus einem
an der Schiene 4 befestigten Hebelarie 9, der an seinem freien Ende eine Führung
10 für einen Stempel 11 einer Locheinrichtung trägt. Dieser Stempel 11 wird
durch eine Feder 12 gegen einen nicht dargestellten. Anschlag nach oben gedrückt.
In der Schiene 4 unterhalb des Stempels 10 befindet sich ein Gegenstück 13, das
eine dem Stempel 11 entsprechende Ausnehmung 14 hat. Über dem Stempel 11 ist eine
Platte 15 angeordnet, die sich in der Breite über sämtliche nebeneinanderliegende
Abtastvorrichtungen aller Stromkreise und in der Länge über den gesamten Weg; den
der Stempel bei Bewegung der Schiene 4 bestreichen kann, erstreckt. Der Antrieb
für die Platte 15 zur Betätigung der Stempel 11 ist nicht dargestellt.
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Zur Steuerung der Bühnenbeleuchtung mit Hilfe der erfindungsgemäßen
Vorrichtung wird der Programmträger in Gestalt einer gelochten Karte 16 auf das
Potentiometer 1 aufgelegt. Bei Bewegung des Schiebers 4 gibt dann die Bürste 3 bei
Erreichen der gelochten Stelle der Karte Kontakt und bewirkt in an sich bekannter,
nachstehend noch zu erläuternden Weise mit Hilfe einer Nachlaufsteuerung die entsprechende
Einstellung der Stellwarte. Zur Herstellung der Programmträger wird die zu lochende
Karte 16 unter die Lochungseinrichtung 9 bis 15, wie rechts in der Zeichnung angedeutet,
gelegt. Die Schieber 4 für die einzelnen Stromkreise werden bei der Beleuchtungsprobe
entsprechend der jeweils gewünschten Helligkeitseinstellung verschoben und dann
durch Betätigung der Platte 15 der Programmträger für alle Stromkreise gemeinsam
gelocht.
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In Fig. 2 ist das Schaltschema für einen Stromkreis einer solchen
Einrichtung nach Fig.1 dargestellt. Mit 1 ist ein Potentiometer der Einrichtung
nach der Erfindung, das dem Potentiometer 1 gemäß Fig.1 entspricht, und seine Abtastvorrichtung
mit 3 bezeichnet. Parallel hierzu in bezug auf eine Gleichspannungsquelle 16 von
beispielsweise 10 Volt liegt das Potentiometer 17 der Stellwarte mit seiner Abtastvorrichtung
18. Das Relais 19 dient in bekannter Weise zum Vergleich des Potentials der Abnehmer
3 und 18. 20 ist ein Antriebsmotor zur Verstellung des Abnehmers 18 des Stellwartenpotentiometers
17. 21 und 22 sind Magnetkupplungen, über die der Ab-
nehmer 18 in der einen
oder anderen Richtung mit dem Antrieb 20 verbunden werden kann. 23 ist ein Antriebsmotor
für den Abnehmer 3 des Potentiometers 1, das über die Magnetkupplung 24 oder auch
direkt mit diesem Antriebsmotor verbunden werden -kann. 26 ist der gemeinsame Schalter
für die Antriebe 20 und 23 -mit zwei Betriebsstellungen für die Übertragung der
an der Stellwarte eingestellten Stellungen auf dem: Programmträger einerseits- und
für die Übertragung der vom Programmträger abgetasteten- Stellwerte - äuf die Stehwarte
andererseits. 2'3 ist- eine -weitere Stromquelle von beispielsweise 24 Volt, die
zum Betrieb der Anordnung dient und beispielsweise durch einen Schalter 28 eingeschaltet
werden kann. Zwischen der Stromquelle 27 und dem Abnehmer 3 des Potentiometers 1
liegt ein Relais 29; das ein weiteres Relais 30 steuert, mit dessen Kontakt 31 das
Relais 19 zwischen den Abnehmern der beiden Potentiometer eingeschaltet werden kann.
32 ist ein weiteres Relais, das ein gleichzeitiges Einschalten der Antriebe für
die Abnehmer 3 und 18 der Potentiometer 1 und 17 verhindert.
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Soll nun beispielsweise während der Beleuchtungsprobe mit Hilfe der
Einrichtung gemäß der Erfindung der Programmträger mit den zu speichernden Stellwerten
versehen werden,-- wird .dieser unter. die Lochungseinrichtung auf der rechten Seite
der Fig.1 eingelegt. Hierauf wird der Hauptschalter 26 in seine rechte Schaltstellung
gebracht und damit der Antrieb 23 für den Abnehmer 3 des Potentiometers 1 eingeschaltet.-
Gleichzeitig erhält das Relais 32 über den rechten Kontakthebel des Hauptschalters
26 Spannung und schließt seinen Kontakt. Die Steller der Stellwarte sind bereits
vorher auf die gewünschte Helligkeit der einzelnen Stromkreise eingestellt worden.
Die Abnehmer 18 der Potentiometer 17 erhalten somit eine bestimmte Stellung. Ist
auf diese Weise die Beleuchtung für ein Bild eingestellt und festgelegt, kann die
Einstellung der Stellglieder der einzelnen Stromkreise auf der Stellwarte über das
Speichergerät auf den Programmträger übertragen werden. Mit Hilfe des Drucktastenschalters
28 wird zu diesem Zweck die Stromquelle 27 eingeschaltet. Dadurch erhält das Relais
29 über den Kontakt 31 des Relais 30 und den Abnehmer 3 des Potentiometers 1 Spannung
und zieht an. Voraussetzung für das richtige Arbeiten ist, daß sich die Abnehmer,
3 sämtlicher Potentiometer 1 in der Ausgangsstellung auf der linken Seite der Potentiometer
befinden. Der Stromkreis der - Magnetkupplung 24 über den Um-Schaltkontakt 33 des
Relais 29 wird damit sofort unterbrochen, so daß der Abnehmer 3 des Potentiometers
1 nicht zum Anlaufen kommt. Gleichzeitig geht das Relais 29 über den Kontakt 34
des Umschalters 33 in Selbsthaltung und schaltet über seinen Kontakt 35 das Relais
30 ein, das mit seinem Um-Schaltkontakt 31 die Verbindung zwischen den Abnehmern
3 und 18 der Potentiometer 1 und 17 herstellt. Da der Abgriff 3, wie vorerwähnt,
zunächst auf der linken Seite steht, ist das Relais 19 nur stromlos, wenn der Abnehmer
18 des zugehörigen Potentiometers 17 der Stellwarte ebenfalls auf gleichem Potential,
d. h. also in seiner untersten Stellung, steht. Anderenfalls kommt das Relais 19
derart zum Anzug, daß ein Kontakt zwischen 36 und 37 hergestellt wird. Dadurch erhält
die Magnetkupplung 24 Spannung und stellt eine Verbindung zwischen dem Antriebsmotor
23 und dem Abnehmer 3 her, durch die dieser nach rechts in Bewegung gesetzt wird.
Diese Bewegung hält so lange an, bis der Abnehmer 3 die gleiche Stellung erreicht
wie der Abnehmer 18 auf dem Potentiometer 17, womit das Relais 19 stromlos wird
und sein Umschaltkontakt 36 wieder auf die Mittel Stellung zurückgeht.
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Es ist auf diese Weise möglich, eine Einstellung der Stellwarte ferngesteuert
auf alle Potentiometer l des Speichergerätes zu übertragen. Da damit gleichzeitig,
wie vorstehend geschildert, eine Lochungseinrichtung über den Schieber 4 entsprechend
Fig; 1. mitbewegt. wird,. kann nach Stillstand des, Speichergerätes
durch
Bewegung der Platte 15 in Fig.1 die Lochung einer Lochkarte erfolgen. Anschließend
werden die Potentiometerabgriffe 3 durch eine beliebige, nicht dargestellte Einrichtung
wieder in ihre Ausgangslage an der linken Seite der Potentiometer 1 zurückgeführt,
worauf die Festlegung der Stellwerte für die nächste Einstellung in gleicher Weise
erfolgen kann.
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Zur Steuerung der Bühnenbeleuchtung während der Vorstellung mittels
einer Einrichtung gemäß der Erfindung wird der Programmträger in Gestalt einer vorgelochten
Karte, wie in Fig. 1 links angedeutet, auf die Potentiometer 1 aufgelegt
und die Abnahmebürsten 3 in die Anfangsstellung gebracht. Der Hauptschalter 26 wird
in seine linke Stellung gebracht, wodurch sowohl der Antriebsmotor 20 der
Stellwarte wie auch der Motor 23 des Speichergerätes eingeschaltet werden. Das Relais
32 ist in dieser Stellung des Hauptschalters 26 stromlos, so daß die Verbindung
zwischen dem Kontakt 37 des Relais 19 und der Magnetkupplung 24 unterbrochen ist.
Wird nun mit Hilfe des Drucktasters 28 die Einrichtung an Spannung gelegt, fließt
ein Strom nur von dem Pluspol der Spannungsquelle 27 über Umschaltkontakt 33 des
Relais 29 und die Magnetkupplung 24 zurück zum Minuspol der Stromquelle 27. Das
Relais 29 ist in diesem Fall stromlos, da der Kontakt zwischen Abnehmer 3 und Potentiometer
11 durch den isolierenden Programmträger unterbrochen ist. über die Magnetkupplung
24 wird damit der Abnehmer 3 durch den Antrieb 23 in Bewegung gesetzt und gleitet
auf dem Programmträger in Pfeilrichtung so lange, bis durch das betreffende Loch
des Programmträgers eine galvanische Verbindung zwischen Abnehmer 3 und Potentiometer
1 hergestellt wird. In diesem Augenblick entsteht ein Stromlauf vom Pluspol der
Spannungsquelle 27 über Potentiometer 1, Abnehmer 3, Umschaltkontakt 31 des Relais
30, Relais 29 zurück zur Stromquelle 27. Das Relais 29 kommt damit zum Anzug und
betätigt seine Umschaltkontakte 33 und 35. Die Magnetkupplung 24 wird dadurch abgeschaltet,
so daß die Abnehmerbürste 3 stehenbleibt. Dagegen wird das Relais 30
über
den Umschaltkontakt 35 des Relais 29 erregt, sein Umschaltkontakt 31 stellt wieder
die Verbindung zwischen den Abnahmebürsten 3 und 18 über das Relais 19 her, das
somit wieder die Stellung der Abnehmer 3 auf dem Potentiometer 1 mit dem
Abnehmer 18 auf dem Potentiometer 17 vergleicht. Je nachdem, ob der Abnehmer 18
des Stellwartenpotentiometers 17 weiter nach positivem oder negativem Potential
gegenüber dem Abnehmer 3 des Potentiometers 1 steht, schaltet das Relais 19 eine
der Magnetkupplungen 21 und 22 ein, so daß der Stellwartenhebel und damit der Abnehmer
18 in eine der Stellung des Abnehmers 3 entsprechende Stellung gebracht wird. Ein
gleichzeitiges Ansprechen der Magnetkupplung 24 mit der Kupplung 22 ist durch das
abgefallene Relais 32 verhindert.
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Zum Übergang auf die nächste Einstellung wird die Lochkarte auf dem
Potentiometer 1 durch eine neue ersetzt bzw. das Lochband um eine entsprechende
Teilung weiterbewegt, worauf nach Rückführung der Abnehmer 3 in die Ursprungslage
sich die Übertragung der Speicherwerte des Programmträgers auf die Stellwartenpotentiometer
17 in geschilderter Weise wiederholt.