DE1140931B - Verfahren zur Herstellung von bactericid, bacteriostatisch und fungicid wirksamen quaternaeren Ammoniumverbindungen - Google Patents
Verfahren zur Herstellung von bactericid, bacteriostatisch und fungicid wirksamen quaternaeren AmmoniumverbindungenInfo
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Description
Erfindungsgemäß wird ein Verfahren zur Herstellung von bactericid, bacteriostatisch und fungicid
besonders wirksamen quaternären Ammoniumverbindungen der Formel
X
C19H.,-N-CH.—Τ"
vorgeschlagen, worin C12H23 einen Dodecenylrest,
R' eine Alkylgruppe mit 6 bis 8 Kohlenstoffatomen, die Gruppen R einzelngenommen Alkylgruppen mit
nicht mehr als 2 Kohlenstoffatomen bedeuten oder zusammengenommen eine gesättigte aliphatische Kette
mit 4 bis 5 Kohlenstoffatomen darstellen, die gemeinsam mit dem Stickstoffatom einen fünf- bis sechsgliedrigen
heterocyclischen Ring bilden, der gegebenenfalls durch eine niedere Alkylgruppe, insbesondere
eine Methyl- oder Äthylgruppe, substituiert ist, und in der X ein Anion ist, dieses Verfahren ist dadurch
gekennzeichnet, daß man bei einer Temperatur von etwa 5O0C bis zur Rückflußtemperatur vorzugsweise
zwischen etwa 50 und 1500C, zweckmäßig in Gegenwart
eines inerten flüchtigen Lösungsmittels, entweder eine Verbindung der allgemeinen Formel
R'·
,— CH2NRR
mit einer Verbindung der allgemeinen Formel C12H23X
oder eine Verbindung der allgemeinen Formel C12H23
NRR mit einer Verbindung der allgemeinen Formel
R'—f
CH2X
in welchen Formeln C12H23, R, R' und X die vorstehende
Bedeutung haben, in an sich bekannter Weise umsetzt.
Der Rest X stellt bevorzugt Chlor, Brom oder Jod dar. Vor allem bedeutet X Chlor.
Selbstverständlich können auch andere Anionen, wie Sulfat, Methylsulfat, Phosphat, Acetat, Citrat,
Tartrat, die direkt oder durch Umwandlungsreaktion mit der Halogenform der vorliegenden Verbindungen
oder mit Hilfe eines Anionenaustauschharzes eingeführt werden können, in zufriedenstellender Weise verwendet
werden. Bevorzugt soll das Anion ein Gruppengewicht bis zu etwa 127 haben.
Die mit R bezeichneten Gruppen stellen einzeln Alkylgruppen mit nicht mehr als 2 Kohlenstoffatomen
dar, d. h. Methyl- oder Äthylgruppen, und können gleich oder verschieden sein. Die mit R bezeichneten
Verfahren zur Herstellung
von bactericid, bacteriostatisch
und fungicid wirksamen quaternären
Ammoniumverbindungen
Anmelder:
Rohm & Haas Company,
Philadelphia, Pa. (V. St. A.)
Philadelphia, Pa. (V. St. A.)
Vertreter: Dr.-Ing. H. Ruschke, Patentanwalt,
Berlin-Grunewald, Auguste-Viktoria-Str. 65
Berlin-Grunewald, Auguste-Viktoria-Str. 65
Beanspruchte Priorität:
V. St. v. Amerika vom 28. November 1955 (Nr. 549 515)
V. St. v. Amerika vom 28. November 1955 (Nr. 549 515)
Warren Dexter Niederhauser,
Huntsville, Ala. (V. St. A.),
ist als Erfinder genannt worden
Gruppen können zusammen mit dem Aminostickstoff eine Morpholin-, Thiamorpholin-, Pyrrolidinyl- oder
Piperidingruppe sein und einen niederen Alkylsubstituenten, also eine Methyl- oder Äthylgruppe, haben.
Der Rest R' stellt eine Alkylgruppe mit 6 bis 8 Kohlenstoffatomen dar, d. h. Hexyl, Heptyl oder
Octyl. Die mit R' bezeichneten Gruppen können gerade oder verzweigte Ketten mit jeder bekannten
Konfiguration sein. So kann z. B. die Octylgruppe eine n-Octyl-, Isooctyl-, tert.-Octyl-, 2,4-Dimethylhexyl-,
1,6-Dimethylhexyl-, 1,1,3,3-Tetramethylbutyl-,
3-Äthylhexyl-, 3-Propylpentyl-, 2-Methyl-4-äthylpentylgruppe
sein.
Die Dodecenylgruppe kann eine gerade oder verzweigte Kette in allen bekannten räumlichen Konfigurationen
sein, einschließlich der n-Dodecenyl-, Isododecenyl-,
l,10-Dimethyl-2-decenyl-, 2,7-Dimethyl-1-decenyl-,
l-Äthyl-2-methyl-5-nonenyl-, 4-Propyl-2-nonenyl-, 5-Butyl-2-octenyl-, l,2-Diäthyl-4-octenyl-,
l-Propyl-o-äthyl-S-heptenylgruppe. Die Doppelbindung
kann an jeder möglichen Stelle sein. Eine häufige handelsübliche Form einer Dodecenylverbindung,
die eine Verbindung dieser Erfindung ergibt, die für den vorliegenden Zweck besonders wirksam ist,
209 747/344
3 4
ist Tetramethyloctenyl, indemsichzweiMethylgruppen Umsetzung und damit verbunden praktisch quanti-
jeweils an den Kohlenstoffatomen 5 und 7 befinden tative Ergebnisse sicherzustellen, kann die Menge an
und in dem sich die Doppelbindung in 2-Stellung ionisierbarem Halogenid, die sich in dem Reaktions-
befindet. gemisch gebildet hat, bestimmt werden. Wenn die
Die vorliegenden quaternären Ammoniumverbin- 5 theoretische Menge an ionisierbarem Halogenid vor-
dungen können auf zwei gleichwertigen Wegen herge- handen ist, ist die Umsetzung vollständig. Nach
stellt werden. In dem einen Fall wird ein Alkylbenzyl- Abschluß der Umsetzung wird alles verwendete
dialkylamin mit einem Dodecenylhalogenid umgesetzt. Lösungsmittel bevorzugt durch Destillieren unter
Nach einem anderen Verfahren können die vor- vermindertem Druck entfernt. Das Produkt wird
liegenden Verbindungen durch Umsetzen eines Dode- io bevorzugt mit Hexan, Heptan gewaschen, um etwaiges
cenyldialkylamins mit einem Alkylbenzylhalogenid unumgesetztes Ausgangsmaterial zu entfernen, und
hergestellt werden. Diese oben oder später erwähnten dann durch Entfernen der flüchtigen Bestandteile,
Reaktionsteilnehmer, die zur Herstellung der quater- bevorzugt unter vermindertem Druck, oder auf einem
nären Ammoniumverbindungen dieser Erfindung ver- Wasserbad gewonnen. Gegebenenfalls kann das
wendet werden, sind bekannt oder werden nach 15 Produkt aus einem geeigneten Lösungsmittel, z. B.
bekannten Verfahren hergestellt. Äthylacetat, umkristallisiert werden.
Typische Reaktionsteilnehmer, die für den vor- Es ist möglich und häufig vorteilhaft, bei der Herliegenden
Zweck verwendet werden können, wenn ein stellung von einigen der vorliegenden Verbindungen
Alkylbenzyldialkylamin mit einemDodecenylhalogenid zunächst die Halogenform, z. B. das Chlorid, in einer
umgesetzt wird, sind Octylbenzyldimethylarnin, Octyl- 20 schon erwähnten Weise herzustellen und erst dann
benzyldiäthylamin, Hexylbenzyldimethylamin, Heptyl- eine andere erwünschte Form innerhalb der vorbenzylmethyläthylamin,
Hexylbenzylmorpholin, Hep- liegenden Begrenzung durch Umwandlungs- oder
tylbenzylpyrrolidin, Octylbenzylpiperidin, Octylbenzyl- Ionenaustauschverfahren herzustellen. Zum Beispiel
thiamorpholin, Dodecenylchlorid, Dodecenylbromid kann jede der vorliegenden Verbindungen in der
und Dodecenyljodid. Wenn ein Dodecenyldialkylamin 25 Halogenidform mit Hilfe von Silberoxyd in die
mit einem Alkylbenzylhalogenid umgesetzt wird, Hydroxydform umgewandelt werden, worauf diese in
können als typische Reaktionsteilnehmer Dodecenyl- irgendeine gewünschte Anionenform übergeführt
dimethylamin, Dodecenyldiäthylamin, Dodecenylme- werden kann, indem diese nach Wahl mit einer Säure,
thyläthylamin, Dodeeenylmorpholin, Dodecenylthia- wie Schwefel-Phosphor-, Essigsäure oder einer anderen
morpholin, Dodecenylpyrrolidin, Dodecenylpiperazin, 30 Säure, angesäuert wird, die in dem Bereich und im
Dodecenylpiperidin, Hexylbenzylchlorid, Heptylben- Vorhaben dieser Erfindung liegt. Nach einem anderen
zylchlorid, Octylbenzylchlorid, Octylbenzylbromid und Verfahren kann ein Anionenaustauschharz verwendet
Octylbenzyljodid verwendet werden. werden. Jede der vorliegenden Verbindungen in
Die Wahl des jeweiligen Weges der Herstellung der Halogenid- oder Hydroxydform kann mit einem
erfindungsgemäßen Verbindungen bleibt dem Fach- 35 Anionenaustauschharz in der gewünschten Anionen-
mann überlassen. Beide Verfahren werden unter im form in die gewünschte Anionenform übergeführt
wesentlichen gleichen Bedingungen durchgeführt. Die werden. Zum Beispiel kann ein unlösliches, ver-
Reaktionsteilnehmer verbinden sich auf praktisch netztes, aus Styrol-Divinylbenzol erhaltenes misch-
äquimolarer Grundlage unter Bildung praktisch polymeres, quaternäres Ammoniumsalz in seiner
quantitativer Ergebnisse. 40 Sulfat- oder Phosphatform oder in einer ähnlichen
Die vorliegende Umsetzung wird durchgeführt, Form dazu verwendet werden, die vorliegende Verindem
die Reaktionsteilnehmer bei einer Reaktions- bindung aus der Halogenid- oder Hydroxydform in
temperatur von etwa 50° C bis zur Rückflußtemperatur, eine gewünschte Form, wie die Sulfat- oder Phosphatgewöhnlich im Bereich von 50 bis 1500C, bevorzugt form oder eine ähnliche Form, überzuführen,
von etwa 60 bis 125 0C, zusammengebracht werden. 45 Die quaternären Ammoniumverbindungen dieser Es ist oft von Vorteil, die Rückflußtemperatur des Erfindung sind im allgemeinen weiße bis graue, Reaktionsgemisches zu verwenden, wenn Lösungs- wachsartige oder feste Substanzen, die besonders als mittel verwendet werden. Rückflußtemperaturen bis Bakterieide wirksam sind, besonders wenn diese gegen zu etwa 225° C und darüber sind brauchbar. Die Micrococcus pyogenes var. aureus und Salmonella Reaktionsteilnehmer können dem Reaktionsgemisch 50 typhosa angewendet werden, wie dies durch Phenolin äquivalenten Mengen zugeführt werden, oder ein koeffizient-Standardversuche bestimmt wurde. Die Reaktionsteilnehmer kann gegebenenfalls in geringem vorliegenden Verbindungen ergeben Werte im Bereich oder in großem Überschuß zugegen sein. Dabei wird von etwa 300 bis 650 und darüber gegen Salmonella vorzugsweise ein inertes flüchtiges Lösungsmittel ver- typhosa und von 715 bis 1100 und darüber gegen wendet. In dieser Hinsicht geeignet sind Wasser, 55 Micrococcus pyogenes var. aureus. Zum Beispiel Acetonitril, Nitromethan, Dimethylformamid, Toluol, ergibt N-Octylbenzyl - N - dodecenyl - N5N - dimethyl-Benzol, Xylol, Isopropanol, Butanol, Isopropyläther ammoniumchlorid Werte von 335 gegen Salmonella und Gemische davon. typhosa und von 715 gegen Micrococcus pyogenes var.
von etwa 60 bis 125 0C, zusammengebracht werden. 45 Die quaternären Ammoniumverbindungen dieser Es ist oft von Vorteil, die Rückflußtemperatur des Erfindung sind im allgemeinen weiße bis graue, Reaktionsgemisches zu verwenden, wenn Lösungs- wachsartige oder feste Substanzen, die besonders als mittel verwendet werden. Rückflußtemperaturen bis Bakterieide wirksam sind, besonders wenn diese gegen zu etwa 225° C und darüber sind brauchbar. Die Micrococcus pyogenes var. aureus und Salmonella Reaktionsteilnehmer können dem Reaktionsgemisch 50 typhosa angewendet werden, wie dies durch Phenolin äquivalenten Mengen zugeführt werden, oder ein koeffizient-Standardversuche bestimmt wurde. Die Reaktionsteilnehmer kann gegebenenfalls in geringem vorliegenden Verbindungen ergeben Werte im Bereich oder in großem Überschuß zugegen sein. Dabei wird von etwa 300 bis 650 und darüber gegen Salmonella vorzugsweise ein inertes flüchtiges Lösungsmittel ver- typhosa und von 715 bis 1100 und darüber gegen wendet. In dieser Hinsicht geeignet sind Wasser, 55 Micrococcus pyogenes var. aureus. Zum Beispiel Acetonitril, Nitromethan, Dimethylformamid, Toluol, ergibt N-Octylbenzyl - N - dodecenyl - N5N - dimethyl-Benzol, Xylol, Isopropanol, Butanol, Isopropyläther ammoniumchlorid Werte von 335 gegen Salmonella und Gemische davon. typhosa und von 715 gegen Micrococcus pyogenes var.
Reaktionszeiten von etwa 2 bis 24 Stunden werden aureus und entsprechend N-Hexylbenzyl-N-dode-
im allgemeinen, je nach vor allem der Reaktions- 60 cenyl-^N-dimethylammoniumchlorid Werte von 625
temperatur, dem Lösungsmittel und den jeweils ver- bzw. 1000. Ähnliche Ergebnisse werden mit anderen
wendeten Reaktionsteilnehmern, verwendet. Die Reak- Verbindungen dieser Erfindung erhalten. Die vor-
tionszeit ist nicht wichtig, sie beeinflußt jedoch die liegenden Verbindungen zeigen auch eine starke
Ausbeute. Es ist selbstverständlich, daß längere bactericide und bakteriostatische Aktivität unter
Reaktionszeiten bis zu einem gewissen Punkt im 65 anderem gegen S. fecalis, N. catarrhalis, B. suis und
allgemeinen höhere Ausbeuten ergeben, und natürlich C. welchii in einem weiten Verdünnungsbereich,
vereinigen sich manche Reaktionsteilnehmer schneller Die Verbindungen dieser Erfindung sind brauchbare
als andere. Um gegebenenfalls die Vollständigkeit der Fungicide in Verdünnungen bis herab zu 15,5 g je
3781 Wasser und darunter, insbesondere gegen Stemphylium sarcinaeforme und Monilinia fructicola.
Diese Verbindungen zeigen außerdem wertvolle oberflächenaktive und kationaktive Benetzungs- und
Emulgiereigenschaften.
In der USA.-Patentschrift 2650251 werden Verbindungen mit antiseptischen und germiciden Eigenschaften
vom Typ der [l-(p-Alkylphenyl)-alkyl]-dimethylcinnamylammoniumhalogenide
beschrieben, in denen die beiden Alkylreste etwa gleiche Kettenlänge aufweisen und die Summe der Kohlenstoffatome der
beiden Alkylreste elf bis fünfzehn betragen soll. Diese Verbindungen unterscheiden sich jedoch nicht nur in
chemischer Hinsicht von den Verfahrensprodukten gemäß vorliegender Erfindung, sondern sie sind auch
hinsichtlich ihrer Wirksamkeit gegenüber gewissen Micrococcus-Arten durch Phenolkoeffizienten charakterisiert,
die etwa um die Hälfte bis ein Drittel kleiner sind als diejenigen der erfindungsgemäßen Verbindungen.
Auch in der deutschen Patentschrift 681850 werden quaternäre Verbindungen offenbart, die bactericide
Eigenschaften besitzen sollen und durch Umsetzung von höhermolekulare Alkylreste enthaltenden tertiären
Aminen mit Benzylhalogeniden oder Alkenylhalogeniden erhalten werden. Es wurde jedoch festgestellt,
daß die nach dem vorliegenden Verfahren hergestellten Verbindungen gegenüber Salmonella typhosa und verschiedenen
Micrococcus-Arten Phenylkoeffizienten besitzen, die zwei- oder dreimal größer sind als diejenigen
der in der deutschen Patentschrift 681850 aufgeführten Verbindungen. An Hand von Vergleichsversuchen wurde weiterhin gefunden, daß sowohl die
Verbindungen der USA.-Patentschrift 2650251 als auch diejenigen der deutschen Patentschrift 681850
im Gegensatz zu den erfindungsgemäßen Verbindungen nur eine sehr kurzzeitige und relativ unbedeutende
Wirksamkeit in hartem Wasser besitzen. Diese Eigenschaft der erfindungsgemäßen Verbindungen ist von
großer Wichtigkeit, da im allgemeinen von quaternären Ammoniumsalzen sich ableitende Germicide im harten
Wasser nur sehr selten wirksam sind. Auch die USA.-Patentschrift 2 525 777 betrifft bactericide Verbindungen,
die aber im Gegensatz zu denjenigen der vorliegenden Erfindung bis-quaternäre Verbindungen, d. h. also
solche mit zwei quaternären Ammoniumgruppen im Molekül, sind, welche dementsprechend zwei aktive
Zentren je Molekül aufweisen. In hartem Wasser jedoch zeigte es sich, daß die erfindungsgemäßen
Verfahrensprodukte mehr als drei- bis siebenmal wirksamer sind als die bis-quaternären Verbindungen
gemäß der vorstehend genannten USA.-Patentschrift. Es wurden weiterhin Vergleichsversuche unter-
nommen, aus denen die Überlegenheit der erfindungsgemäßen Verbindungen gegenüber den ähnlichen aus
der Technik bekannten Verbindungen eindeutig hervorgeht, wie die nachstehende Tabelle zeigt:
Versuchsverbindung Phenolkoeffizient
gegenüber
Salmonella
gegenüber
Salmonella
thyphosa
Phenolkoeffizient
gegenüber
Micrococcus
pyogenes
var. aureus
gegenüber
Micrococcus
pyogenes
var. aureus
Härtehöchstwert von Wasser in Teilen
pro eine Million als Calciumcarbonat,
bei dem praktisch
eine 100°/0ige Abtötung
von Escherischia coli
erzielt wird
N-9-Octadecenyl-N,N-dimethyl-N-benzylammoniumchlorid
(beschrieben in der USA.-Patentschrift 2494941)
N-Methallyl -N5N- dimethyl - N - methyldodecylbenzylammoniumchlorid
(beschrieben in der britischen Patentschrift 659353)
N-Dodecenyl-^N-dimethyl-N-octylbenzylammoniumchlorid
(Verbindung gemäß vorliegendem Verfahren)
52
345
430
500
715
500 bis 550
<200
700 bis 750
Die Verbindungen dieser Erfindung sind auch als desinfizierende Reinigungsmittel wertvoll und können
in Fleischverarbeitungsanlagen, um Schneidplatten, Mahlvorrichtungen u. dgl. zu desinfizieren, in Fruchtverarbeitungsanlagen,
um z. B. Zitronen, Orangen und Grapefruits zu waschen und zu desinfizieren, und in
Molkereien verwendet werden, um die Molkereianlage und -gegenstände zu desinfizieren.
Ein geeignetes desinfizierendes Reinigungsmittel für die Verwendung in Fleichverarbeitungsanlagen enthält,
in Gewichtseinheiten, 5% einer Verbindung dieser Erfindung, 2,5 bis 5,0 % Octylphenoxypolyäthoxyäthanol,
20 bis 40% calcinierte Soda, 20 bis 4O°/o Natriummetasilicat und als Rest Natriumtripolyphosphat.
28 g dieser Zusammensetzung werden je 3,751 Wasser verwendet. Um Citrusfrüchte zu
desinfizieren, werden bevorzugt 1 Teil der vorliegenden Verbindung in 5000 Teilen Wasser verwendet. Für
die Verwendung in Molkereien können 10% einer so quaternären Ammoniumverbindung dieser Erfindung,
10 % Octylphenoxypolyäthoxyäthanol, 7 % Trinatriumphosphat und 73 % Wasser verwendet werden. 28 g
dieser Lösung werden auf rund 151 Wasser verwendet. Die vorliegenden Verbindungen ergeben in wäßriger
Lösung in Mengen von etwa 14 bis 28 g auf 45 kg eines trockenen Gewebes ein ausgezeichnetes Spülmittel
zum Schluß für Handtücher, wodurch Hautausschläge verhindert werden. Diese Verbindungen
sind ausgezeichnete vorbeugende Desinfiziermittel, wobei sie in Konzentrationen von etwa 0,1 bis 2,0%
in wäßrigen Reinigungslösungen verwendet werden können.
In den folgenden Beispielen wurden stets Gewichtsteile verwendet.
In ein Reaktionsgefäß werden 15,5 Teile Hexylbenzyldimethylamin,
17 Teile Dodecenylchlorid und
9 Teile Acetonitril gegeben. Das Reaktionsgemisch wird gerührt und 12 Stunden lang auf Rückflußtemperatur
erhitzt. Das Acetonitril wird durch Destillieren unter vermindertem Druck entfernt. Das
Produkt wird mit Hexan gewaschen. Das Hexan wird durch Destillieren unter vermindertem Druck entfernt,
wobei das Produkt zurückbleibt. Es enthält 8,7 % Chlor (theoretisch 9,1%), wird als N-Hexylbenzyl-N-dodecenyl
- N5N - dimetnylammoniumcMorid
identifiziert und hat die folgende Formel: Cl
Ci2H23 — N — CH2
- CoH1
Ein Gemisch aus 20,2 Teilen Dodecenylchlorid,
25,1 Teilen Octylbenzyldimethylamin und 18 Teilen Acetonitril wird am Rückfluß (82 bis 850C) 8 Stunden
lang erhitzt. Das Acetonitril wird durch Destillieren unter vermindertem Druck entfernt. Das Produkt
wird mit Hexan gewaschen und durch Abdestillieren der flüchtigen Bestandteile getrocknet. Das Produkt
enthält 8,0% Chlor (theoretisch 7,9 %) und entspricht
Lo der folgenden Formel:
Cl
■ CrHi
CH3 CH3
In gleicher Weise wird aus Dodecenylbromid und Heptylbenzyldiäthylamin die Verbindung mit der
folgenden Formel hergestellt:
Br
C TT N CR
C2H5 C2H5 2g
Ein Gemisch aus 26,1 Teilen Hexylbenzylmorpholin, 29,4 Teilen Dodecenyljodid und 40 Teilen Isopropanol
wird 16 Stunden auf Rückflußtemperatur erhitzt. Das Isopropanol wird abgezogen, wobei als Rückstand
das Produkt zurückbleibt, das einer Verbindung der folgenden Formel entspricht:
CH3 CH3
In gleicher Weise wird aus Octylbenzylmethyläthylamin und Dodecenylbromid die Verbindung der
folgenden Formel hergestellt:
Br
<l21J-23 -
N-CHo
CH3
C2H5
In ein Reaktionsgefäß werden 26,9 Teile Heptylbenzylbromid,
23,7 Teile Dodecenylpyrrolidin und 60 Teile Dimethylformamid gegeben. Das Reaktionsgemisch wird 12 Stunden lang auf 140 bis 146°C
gehalten. Das Dimethylformamid wird durch Destillieren unter vermindertem Druck entfernt, wobei das
Produkt mit der folgenden Formel zurückbleibt:
O H N-CH
)— C6H1
Durch Umsetzen von Hexylbenzyljodid und Dodecenylmorpholin in gleicher Weise wird das gleiche
Ergebnis erzielt.
In ein Reaktionsgefäß werden 23,9 Teile Octylbenzylchlorid,
26,5 Teile Dodecenylpiperidin und 50 Teile Nitromethan gegeben. Das Gemisch wird
Stunden lang auf 75 bis 850C erwärmt. Das Nitromethan wird durch Destillieren unter vermindertem
Druck entfernt. Das Produkt wird mit Heptan gewaschen und dann durch Abdestillieren der flüchtigen
Bestandteile getrocknet. Das Produkt entspricht der Formel:
Cl
35
40 Br
H N-CH2
^-C7H1
Durch Umsetzen von Dodecenylbromid und Heptylbenzylpyrrolidin in gleicher Weise wird das gleiche
Ergebnis erhalten.
Ein Gemisch aus 21,1 Teilen Hexylbenzylchlorid, 24 Teilen Dodecenylmethyläthylamin und 50 Teilen
Wasser wird 10 Stunden lang auf Rückflußtemperatur erhitzt. Das Wasser wird durch Verdampfen auf einem
Dampfbad entfernt. Das Produkt wird mit Hexan gewaschen und durch Abdestillieren unter vermindertem
Druck getrocknet. Das Produkt entspricht der folgenden Formel:
Cl
55
H N-CH2
Q2H2
>— C8H1
•N — CH„
C-clrli
Analog wird aus Dodecenylbromid und Hexylbenzylthiamorpholin
die Verbindung der folgenden Formel hergestellt:
CH3
C2H5
N-CH2
C12H23
CrH1 In gleicher Weise wird aus Octylbenzylbromid und
Dodecenyldiäthylamin die quaternäre Ammoniumverbindung N-Octylbenzyl-N-dodecenyl-N.N-diäthylammoniumbromid
hergestellt.
N-Hexylbenzyl - N - dodecenyl - N3N - dimethylammoniumphosphat
wird hergestellt, indem die ent-
sprechende Halogenidform der quaternären Ammoniumverbindung durch ein Bett eines Chlormethyl-
und Aminogruppen enthaltenden Anionenaustauschharzes aus Styrol-Divinylbenzol in Form der freien
Base geschickt wird, worauf dann mit Phosphorsäure titriert wird. Die gleiche Verbindung wird hergestellt,
indem zunächst das Anionenaustauschharz in die Phosphatform übergeführt und dann die Chloridform
der quaternären Ammoniumverbindung durch ein Bett des Anionenaustauschharzes in der Phosphatform
geschickt wird. N-Octylbenzyl-N-dodecenyl-NjN-diäthylammoniumsulfat
wird in ähnlicher Weise hergestellt.
Claims (3)
1. Verfahren zur Herstellung von bactericid, bacteriostatisch und fungicid besonders wirksamen
quaternären Ammoniumverbindungen der Formel
C12H23 — N — CH2 ■
/ \
R R
R R
R'
worin Cj2H23 einen Dodecenylrest, R' eine Alkylgruppe
mit 6 bis 8 Kohlenstoffatomen, die Gruppen R einzelngenommen Alkylgruppen mit nicht
mehr als 2 Kohlenstoffatomen bedeuten oder zusammengenommen eine gesättigte aliphatische
Kette mit 4 bis 5 Kohlenstoffatomen darstellen, die gemeinsam mit dem Stickstoffatom einen fünfbis
sechsgliedrigen heterocyclischen Ring, der gegebenenfalls durch eine niedere Alkylgruppe,
insbesondere eine Methyl- oder Äthylgruppe, substituiert ist, bilden, und in der X ein Anion ist,
dadurch gekennzeichnet, daß man bei einer Temperatur von etwa 500C bis zur Rückflußtemperatur,
vorzugsweise zwischen etwa 50 und 15O0C, entweder eine Verbindung der allgemeinen Formel
-CH2-NRR
mit einer Verbindung der allgemeinen Formel C12H23X oder eine Verbindung der allgemeinen
Formel C12H23NRR mit einer Verbindung der
allgemeinen Formel
R'-x
— CH2 — X
in welchen Formeln C12H23, R, R' und X die vorstehende
Bedeutung haben, in an sich bekannter Weise umsetzt.
2. Verfahren nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß man Verbindungen verwendet, in
denen das Anion X ein Atomgewicht bis zu 127 hat und bevorzugt ein Halogenatom mit einem
Atomgewicht von 35,5 bis 127 darstellt.
3. Verfahren nach Anspruch 1 oder 2, dadurch gekennzeichnet, daß man die Umsetzung bei einer
Temperatur von etwa 50° C bis zur Rückfiußtemperatur, vorzugsweise von 60 bis 125°C, in Gegenwart
eines inerten flüchtigen Lösungsmittels durchführt.
In Betracht gezogene Druckschriften:
Deutsche Patentschrift Nr. 681 850;
USA.-Patentschriften Nr. 2 525 777, 2 650 251.
Deutsche Patentschrift Nr. 681 850;
USA.-Patentschriften Nr. 2 525 777, 2 650 251.
© 209 747/344 12.62
Applications Claiming Priority (1)
| Application Number | Priority Date | Filing Date | Title |
|---|---|---|---|
| US1140931XA | 1955-11-28 | 1955-11-28 |
Publications (1)
| Publication Number | Publication Date |
|---|---|
| DE1140931B true DE1140931B (de) | 1962-12-13 |
Family
ID=22353333
Family Applications (1)
| Application Number | Title | Priority Date | Filing Date |
|---|---|---|---|
| DER20096A Pending DE1140931B (de) | 1955-11-28 | 1956-11-27 | Verfahren zur Herstellung von bactericid, bacteriostatisch und fungicid wirksamen quaternaeren Ammoniumverbindungen |
Country Status (1)
| Country | Link |
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| DE (1) | DE1140931B (de) |
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