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Vorrichtung zum Abnehmen gefalteter Bogenlagen aus einem Stapel und
zum Ablegen der geöffneten Bogen auf einem Sattel Die Erfindung bezieht sich auf
eine Vorrichtung zum Abnehmen gefalzter Bogen aus einem Stapel mit Hilfe von planeten
artig eine eigene Drehung um eine zweite Achse voliführenden Saugwalzen und zum
Ablegen der geöffneten Bogen auf einem Sattel.
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Derartige Vorrichtungen finden beispielsweise bei der Herstellung
von Heften und Büchern Verwendung, wo gefaltete Bogen aus mehreren Stapeln in rascher
Folge einem Sattelförderer zugeführt und dabei ilbereinandergelegt werden.
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Bei einer bekanntgewordenen Vorrichtung der eingangs genannten Art
ist neben einer Trommel, in der die planeten artig bewegten Saugwalzen gelagert
sind, eine Wendewalze angeordnet, an der sich Greifer befinden, in welche die Faltkante
der von dem Stapel abgenommenen Bogen eingeführt wird, woraufhin die Wendewalze
den betreffenden Bogen von der sich weiter auf ihrer Planetenbahn bewegenden Saugwalze
abzieht und einem Satelförderer zuführt. Um das zu bewirken, muß die Wendewalze
zunächst in einer Richtung und dann im Gegensinn schwingen, bevor der Bogen zum
Herabfallen auf den Safteiförderer freigegeben werden kann. Die Wendewalze muß also
zwei Arbeitshübe ausführen. Dadurch wird die Betriebsgeschwindigkeit merklich beschränkt.
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Bei der vorstehend erläuterten Vorrichtung erfolgt das vor dem Absenken
des Bogens auf den Sattelförderer erforderliche Auffalten des Bogens dadurch, daß
der eine Schenkel des gefalteten Bogens durch Sog am Umfang der Wendewalze festgehalten
wird, während der andere Schenkel sich davon abspreizen kann. Da der eine Schenkel
also vollkommen frei flattern kann, besteht die Gefahr, daß der Bogen beim Absenken
auf den Sattelförderer zerknittert wird.
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Es können aber auch Beschädigungen des auf den Satteiförderer herabfallenden
Bogens erfolgen, wenn dessen Faltkante mit zu hoher Geschwindigkeit einseitig auf
den Sattelförderer auftrifft und dabei einreißt.
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Es ist nun auch schon eine dem gleichen Zweck dienende Vorrichtung
bekanntgeworden, bei der die Bogen mittels eines Abnehmers an ihrer Faltkante aus
einem Stapel herausgezogen und dann so weit um eine Kreisbahn herumgeführt werden,
bis ihre Faltkante etwas oberhalb der Achse der Kreisbahn an eine Ausrichtvorrichtung
anstößt, welche die Faltkante waagerecht ausrichtet. Wenn das geschehen ist, läßt
der Abnehmer den Bogen los und dreht sich in der gleichen Richtung wieder auf das
Austragsende des Stapels zu, während der Bogen von einer öffnungsvorrichtung an
den Blattenden entgegen der ursprünglichen Förderrichtung zurückgezogen und
nach
Öffnung einem Sattelförderer zugeführt wird.
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Die Öffnungsvorrichtung besteht aus einer ersten, unterhalb der obengenannten
Kreisbahn angeordneten Trommel, welche das anfängliche Zurückziehen des Bogens an
seinen Blattenden besorgt, und einer zweiten, gegenläufig angetriebenen Trommel,
die mit einem Finger zwischen die Blätter des bereits ein Stück zurückgezogenen
Bogens eingreift und ihn dadurch öffnet. Dabei ist der Sattelförderer in der Mitte
unterhalb der beiden Trommeln angeordnet, so daß der Bogen nach Lösung von den beiden
Trommeln rittlings auf ihn herabfällt.
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Auch bei dieser Vorrichtung kann nur eine beschränkte Arbeitsgeschwindigkeit
erreicht werden, da die Bogen nach ihrer Ausrichtung ihre Bewegung richtung vollkommen
umkehren und entgegen der Förderrichtung des Abnehmers zurückbewegt werden müssen.
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Der vorliegenden Erfindung liegt nun die Aufgabe zugrunde, eine Vorrichtung
der in Rede stehenden Art zu schaffen, bei der die einzelnen Teile der die
Bogen
von dem Stapel abnehmenden und an den Sattelförderer weiterleitenden Vorrichtung
mit hoher Geschwindigkeit in ein und demselben Drehsinn umlaufen, so daß keine Verzögerungen
durch Bewegungsumkehr auftreten können, und bei der auch die Bogen selbst in einer
Art Gleichstromförderung ohne Bewegungsumkehr voranbewegt werden. Dabei sollen die
Bogen einschließlich ihrer beiden Schenkel in allen Bewegungsphasen sicher gehalten
und geführt werden, und insbesondere soll das auch für die Faltkante der Bogen zutreffen,
so daß diese voll auf die zur Weiterförderung der Bogen bestimmten Teile auftrifft
und nicht einseitig einreißt.
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Um das zu erreichen, wird eine Vorrichtung zum Abnehmen gefalzte
Bogen aus einem Stapel mit Hilfe von planetenartig, eine eigene Drehung um eine
zweite Achse vollführenden Saugwalzen und zum Ablegen der geöffneten Bogen auf einem
Sattel ertindungsgemäß mit einer Reihe von Greifern ausgestattet, deren erster den
Bogen an dessen Faltkante von der Saugwalze abnimmt und die Kante an eine ortsfeste
Ausrichtschiene drückt, worauf der zweite, ortsfeste Greifer den Bogen übernimmt,
während der längere Schenkel des herabhängenden Bogens an seinem Ende von dem dritten,
umlaufenden Greifer .ergriffen wird und zwischen die herabhängenden ungleich langen
Schenkel des Bogens Finger des vierten, umlaufenden Greifers greifen und den Bogen
öffnen und den kürzeren Schenkel des Bogens ergreifen, der dann durch beide umlaufenden
Greifer aus dem zweiten Greifer herausgezogen und dann freigegeben wird, um auf
den Sattel herabzusinken.
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Die erfindungsgemäße Vorrichtung zeichnet sich gegenüber den bekannten
Vorrichtungen durch eine größere Leistungsfähigkeit und Betriebssicherheit aus.
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Ein Ausführungsbeispiel der Erfindung wird an Hand von Zeichnungen
beschrieben. In diesen zeigt Fig. 1 eine die Gesamtanordnung der verschiedenen Teile
wiedergebende Seitenansicht des für die Bogen vorgesehenen Förderwerke nebst Antrieb,
Fig. 2 einen Querschnitt des Planetenförderwerks nach der Schnittlinie 2-2 der Fig.
1, Fig. 3 den Schnitt nach der Linie 3-3 der Fig. 2 zur Darstellung des Förderwerks
im Aufriß und zur Veranschaulichung der Vorrichtung zum Betrieb der die Bogen erfassenden
saugwalzenartigen Greifer und des Steuenverks zum Steuern des Saugdruckes in jeder
Reihe von Saugnäpfen, Fig. 4 den Schnitt nach der Linie 4-4 der Fig. 2 zur Veranschaulichung
des Greiferwerks, das den Bogen erfaßt, nachdem er durch den Planetenförderer vom
Stapel abgenommen und ausgerichtet ist, Fig. 5 den Schnitt nach der Linie 5-5 der
Fig. 2 zur Veranschaulichung des Getriebes, das die die Bogen übertragenden Saugnäpfe
in einer Planetenbahn führt, Fig. 6 den in Richtung der Pfeile 6-6 der Fig. 1 betrachteten
Aufriß des die Bogen streckenden und haltenden Förderwerks, Fig. 7 den Schnitt nach
der Linie 7 der Fig. 6 durch dieses Förderwerk, Fig. 8 den Schnitt nach der Linie
8-8 der Fig. 6, Fig. 9 den in Richtung der Pfeile 9-9 der Fig. 1 betrachteten Aufriß
der Einrichtungen zum Aufspreizen der gefalteten Bogen mit dem Hilfssattel und der
zugehörigen Abnahmevorrichtung, Fig. 10 den Schnitt nach der Linie 10-10 der Fig.
9 zur Veranschaulichung einer weiteren Greifer-
einrichtung, die einen Bogen erfaßt
und ihn von dem anderen Bogen abspreizt, Fig. 11 den Schnitt nach der Linie 11-11
der Fig. 9 mit dem Antrieb für den Hilfssattel.
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Bei dem in den Zeichnungen gezeigten Ausführungsbeispiel der Erfindung
handelt es sich um eine Vorrichtung zum Sammeln von gefalzten Bogen, die von einem
Magazin einzeln abgenommen und rittlings auf einen mit Sätteln ausgerüsteten Förderer
gebracht werden. Dabei sind die Bogenlagen so gefaltet, daß der eine Schenkel über
den anderen vorsteht, um das Öffnen zu ermöglichen. Dieser Förderer empfängt Falzbogen
von mehreren Magazinen und vereinigt sie zu Gruppen, so daß sie zu vollständigen
Büchern oder Heften od. dgl. gebunden werden können. Die einzelnen, je mit einem
Magazin ausgerüsteten Förderwerke gleichen einander hinsichtlich ihrer Bauart, Anordnung
und Wirkungsweise. Aus diesem Grunde ist in den Zeichnungen nur eins dieser Förderwerke
veranschaulicht. Dieses wird nachstehend im einzelnen erläutert werden.
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Wenn in der Beschreibung von »vorn« oder »hinten« oder »oben« oder
»unten« die Rede ist, so sind diese Begriffe nur in bedingtem Sinne zu verstehen
und bedeuten keine Beschränkung hinsichtlich der Lage und Richtung und Anordnung
der verschieder nen Teile.
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Wie die Fig. 1 bis 5 zeigen, trägt ein Bett 10 zwei im Abstand voneinander
angeordnete lotrechte Rahmenplatten 11, an denen die verschiedenen Teile des Förderwerks
befestigt sind. Diese Platten tragen auch ein Magazin 12, in dem sich ein Stapel
von Bogen S befindet, die von Hand oder sonstwie eingelegt sind.
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Unter dem Magazin wandern in einer Planetenbahn umlaufende saugwallzenartige
Greifer 13 vorbei, die von zwei auf einer Welle 16 drehbar gelagerten Scheiben 14
und 15 getragen werden. Die Enden der Welle 16 sitzen in entsprechenden Lagern,
die an den Platten 11 angebracht sind, und die Scheiben 14 und 15 sind miteinander
durch Stangen 17 verbunden.
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An ihrem Umfang ist die Scheibe 15 verzahnt, damit sie in Umlauf um
die Welle 16 versetzt wird. Während die Greifer 13 durch die Scheiben 14 und 115
in Umlauf um die Welle 16 versetzt werden, werden sie auch unabhängig um die Welle
18 gedreht, und zwar dadurch, daß ein auf der Welle befestigtes Zahnrad 19 (Fig.
5) mit der Innenverzahnung eines ortsfesten Zahnrades 20 kämmt, das einen großen
Durchmesser aufweist.
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Die Greifer 13 für die Bogen (Fig. 2 und 4) haben Saugnäpfe 21, deren
Halter 22 auf der Welle 18 befestigt sind. Diese Saugnäpfe 21 sind in Achsrichtung
ausgerichtet zueinander angebracht, so daß sie sämtlich gleichzeitig auf den im
Magazin ganz unten befindlichen Bogen dicht an dessen Faltkante wirken.
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Ferner trägt die Welle 18 mit ihr zusammen umlaufende Tragscheiben
23, die zwischen den Saugnäpfen 21 angeordnet sind. Wenn die Saugnäpfe 21 den untersten
Bogen im Magazin 12 dicht an dessen Faltkante erfassen und diese Kante auf ihrer
Planetenbahn mitnehmen, stützen die Scheiben 23 den Bogen auf seiner Förderung in
dieser Planetenbahn ab. Ferner sind an der Welle 16 zwei Führungsscheiben 24 befestigt,
die mit ihr umlaufen und im Abstand voneinander befindliche Aussparungen 25 haben,
aber sich der Form der Scheiben 23 und der Planetenbahn der Saugnäpfe 21 anpassen,
um dadurch den Bogen derart auf der Planetenbahn zu
führen, daß
er nicht bis in die Mitte des Förderwerks herabfailen kann. Bei Annäherung an das
Austragsende des Magazins 12 wird jede Gruppe von Saugnäpfen 21 unter Saugdruck
gesetzt und saugt daher die gefaltete Kante des untersten Bogens an und nimmt diesen
bei Drehung im Uhrzeigersinn mit, wie es Fig. 1 zeigt. Infolge der Planetenbewegung
der Saugnäpfe wird dabei der Bogen von dem im Magazin befindlichen Stapel abgeschält
und um die Tragscheiben 23 herumgewickelt. Die Bogen sind sämtlich so aufgestapelt,
daß sie mit ihren Faltkanten am gleichen Ende des Magazins zu liegen kommen.
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In entsprechenden Lageröffnungen der Scheiben 14 und 15 sind mit
ihren Enden Wellen 27 gelagert, auf denen Rollen 26 sitzen. Diese Rollen werden
daher von den Scheiben 14 und 15 auf einer Planetenbahn bewegt. Gleichzeitig werden
sie unabhänbig davon um die Achsen ihrer Tragwellen 27 dadurch in Umlauf versetzt,
daß Ritzel 28 mit der Innenverzahnung des Zahnrades 20 kämmen. Die Rollen 26 befinden
sich zwischen den Gruppen von Saugnäpfen 21 und dienen dem Zweck, den in Magazin
befindlichen Stapel von unten her abzustützen.
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Die Ritzel 28 haben denselben Durchmesser wie die Rollen 26. Daher
ergibt sich kein Schlupf zwischen dem untersten Bogen des im Magazin befindlichen
Stapels und den unten über diesen Stapel hinweg laufenden Rollen. Insbesondere tritt
auch kein Schlupf auf, wenn der unterste Bogen unten von dem Stapel durch Abwickeln
entfernt wird.
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Vorrichtungen, die jeweils den untersten Bogen des Stapels freigeben,
sind an sich bekannt und bedürfen daher hier keiner näheren Erläuterung.
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Zum Ausstrecken eines jeden Bogens bei seiner Abnahme vom Saugnapfförderer
13 dient eine in den Fig. 6 bis 8 gezeigte Einrichtung. Zu diesem Zweck sitzen an
den Platten 11 dicht an der Planetenbahn der Saugnäpfe 13 zwei Greifer 75, welche
die Faltkante des von den Saugnäpfen 21 gehaltenen Bogens beiderseits der Faltkante
ergreifen. Da die beiden Greifer 75 hinsichtlich Bauart und Wirkungsweise einander
gleichen, genügt es, einen von ihnen zu beschreiben. Der Greifer 75 hat eine obere
Backe 7t und eine untere Backe 77, die beide bei 86 am unteren Ende eines Hebels
78 schwenkbar gelagert sind, dessen oberes Ende 78 drehbar auf einer exzentrischen
Nabe 79 gelagert ist. Diese Nabe ist durch einen Keil auf einer angetriebenen Welle
80 befestigt, die mit ihren Enden in den Rahmenplatten 11 drehbar gelagert ist und
über ein Zwischengetriebe von dem Zahnrad der Scheibe 15 angetrieben wird. Bei 83
ist schwenkbar mit dem Hebel 78 das gegabelte Ende 82 eines Hebels 81 verbunden,
der mit seinem anderen Ende auf einer festen Achse 84 schwenkbar gelagert ist. Diese
Achse sitzt mit ihren Enden in den Rahmenplatten 11. Parallel zum Hebel 78 verläuft
eine Stange 85, die mit ihrem oberen Ende in der Mitte des Hebels 81 an diesem drehbar
gelagert ist und mit ihrem unteren Ende am Schwanz der Backe 76 angreift.
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Wie Fig. 7 zeigt, führt der Umlauf der Welle 80 und der exzentrischen
Nabe 79 dazu, daß das Gelenk 86 und mithin die Greiferbacken 76 und 77 in einer
lotrechten Ebene eine elliptische Bahn beschreiben.
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Dabei ist die obere Greiferbacke 76 mit ihrer Mitte im Gelenkpunkt
86 schwenkbar gelagert und mit ihrem Schwanzende unten an der Stange 85 angelenkt.
Die Greiferbacke 77 ist ebenfalls mit ihrer Mitte im Gelenkpunkt 86 schwenkbar gelagert,
so
daß ihr Vorderteil gegenüber der Backe 76 eine Zangenbewegung ausführt. Diese
Zangenbewegung wird nun in der folgenden Weise gesteuert: Auf einer drehbaren Welle
93 ist ein Hebel 92 befestigt, der an einem Ende eine drehbar gelagerte Nockenrolle
91 trägt. Da die Welle 93 im Uhrzeigersinn zu schwingen sucht, wird diese Nockenrolle
91 in ständiger Anlage an einer Schubkurvenscheibe 90 gehalten, die auf der Welle
80 befestigt ist. Um die Welle 93 im Uhrzeigersinn zu drehen, greift am Schwanzende
des Hebels 92 eine Stange 94 mit einem Bund 95 an, die mit ihrem unteren Ende gleitend
in einer Bohrung eines Blockes 97 geführt ist und zwischen diesem und dem Bund 95
eine Schraubenfeder 98 trägt. Diese sucht die Stange 94 aufwärts zu drücken und
dadurch den Hebel 92 zu verschwenken, so daß sich die Welle 93 im Uhrzeigersinn
zu drehen sucht und die Nockenrolle 91 an die Schubkurvenscheibe 90 angedrückt hält.
Beim Umlauf dieser Schubkurvenscheibe schwingt daher die Welle 93. An dieser ist
nun ein Hebel 99 festgeklemmt, der einen hinteren aufwärts gerichteten Ansatz 100
hat. Dieser Ansatz hat eine Bohrung, in der eine Stange 107 gleitet, die drehbar
an dem einen Arm 104 eines Winkelhebels 102 angreift, der am Vorderteil 101 des
Hebels 99 gelagert ist und dessen anderer Arm 103 durch eine Kuppeistange 105 mit
dem Schwanzende der Greiferbacke 77 verbunden ist. Auf der Stange 107, die gegen
Herausgleiten aus dem Ansatz 100 durch Muttern 106 gesichert ist, sitzt eine Druckschraubenfeder
109, die sich an Stellmuttern 108 auf der Stange t07 abstützt. Verschraubt man diese
Muttern auf der Stange 107, so kann man dadurch die Kraft verstellen, mit der sich
die Greiferbacke 77 beim Schließen des Greifers auf die Backe 75 legt.
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Vor dem Greiferhebel 78 befindet sich eine Platte 110 mit einem abgebogenen
unteren Ende 111 und einem Ausschnitt 112 (Fig. 6), der so breit und tief bemessen
ist, daß die Greifer 75 beim Beschreiben ihrer in einer lotrechten Ebene verlaufenden
elliptischen Bahn frei hindurchgehen können. Wenn sich die Greifer 75 beim Beschreiben
dieser Bahn abwärts und vorwärts bewegen, nähern sie sich im geöffneten Zustand
der Faltkante eines Bogens und gelangen iii die Planetenbahn des Saugnapfförderers
13. Dabei tritt die Faltkante des Bogens in das geöffnete Maul der Greifer 75 ein,
worauf die Backe 77 in die Schließstellung schwingt und die Faltkante ergreifen.
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Gleichzeitig werden die Greifer 75 nach oben und hinten bewegt und
gehen dabei durch den Ausschnitt 112 der Führungsplatten 110 hindurch. Wenn nun
die Faltkante des Bogens mit der Platte 110 in Berührung kommt, dann verbleibt die
Faltkante in Berührung mit der Platte 110, während die Greifer weiterkreisen und
vom Bogen abgezogen werden. Der von den Greifern 75 auf die Faltkante des Bogens
ausgeübte Druck ist nämlich nicht so groß, daß der Bogen etwa beim Abziehen des
Greifers beschädigt würde. Die Greifkraft reicht vielmehr gerade dazu aus, den Bogen
bei Abnahme von dem Saugnapfförderer 13 festzuhalten und ihn in Anlage an den Führungsplatten
110 zu bringen.
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Zwischen den Greifern 75 befindet sich ein Halte greifer 120 (Fig.
6), der in derselben waagerechten Ebene wie die Führungsplatten 110 gelegen ist
und dem Zweck dient, die Faltkante des Bogens zu ergreifen, nachdem er zur Anlage
an den Führungen
110 gelangt ist, während die Greifer 75 von der
Faltkante abgezogen werden.
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Der Haltegreifer 120 besteht aus einer ortsfesten, federnd gelagerten
Backe 121 und aus einer beweglichen Backe 122. Der Greifer 120 sitzt auf einem Gestell
123, das auf den Wellen und Achsen 80, 84 und 124 ortsfest angebracht ist. Auf der
Welle 80 ist neben dem Gestell 123 eine Nockenscheibe 125 befestigt, auf der eine
Nockenrolle 126 läuft. Der diese Nockenrolle tragende Hebel 127 ist am Gestell 123
schwenkbar gelagert und durch eine Kuppelstange 128 mit dem Schwanzende der Klemmbacke
122 verbunden, die am Gestell 123 bei 129 schwenkbar gelagert ist und daher beim
Umlauf des Nockens 125 an die ortsfeste Backe 121 heran und dann von dieser wieder
fortschwingt. Der Kraftschluß zwischen der Nockenrolle 126 und dem Nocken 125 wird
durch eine Feder 132 bewirkt, die auf einer mit ihrem oberen Ende am Hebel 127 angelenkten
und mit ihrem unteren Ende in einer Bohrung des Gestells 123 geführten Stange sitzt
und sich einerseits am Gestell 123 und andererseits an einer Schulter 131 der Stange
130 abstützt. Die ortsfeste Klemmbacke 121 wird von dem einen Arm eines Winkelhebels
133 getragen, der am Gestell 123 bei 134 gelagert ist und an dessen anderem Arm
ein in einem Loch des Gestells 123 gleitend geführte Stange 135 gelenkig angreift.
Auf dieser Stange sitzt eine Schraubendruckfeder 136, die sich einerseits an einer
auf das Ende der Stange 135 aufgeschraub,ten Mutter und anderen seits am Gestell
abstützt und die Greiferbacke 121 daher abwärts im Gegenuhrzeigersinn mit Bezug
auf Fig. 12 zu drehen sucht. Begrenzt ist diese Drehung durch eine Anschlagschraube
137, die in den Winkelhebel eingeschraubt ist und sich an das Gestell 123 anlegt
und mit einer Gegenmutter 138 versehen ist.
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Den Greiferdruck zwischen den Backen 121 und 122 kann man daher auf
verschiedene Dicken der Bogen leicht einstellen.
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Wenn die Greifer 75 die Faltkante des von dem Saugnapfförderer 13
gehaltenen Bogens ergreifen und dem Saugnapfförderer diesen Bogen abnehmen und ihn
an die Ausrichtplatte 110 anlegen, dann wird dieser Bogen aus dem Förderer 13 herausgewälzt
während dieser seine Planetenbahn fortsetzt. Der Bogen verbleibt dann in einer Ebene,
die tangential zu den umlaufenden und kreisenden Rollen 26 verläuft. Bei dem veranschaulichten
Ausführungsbeispiel werden die Bogen dem Saugnapfförderer so zugeführt, daß nach
Übergabe des Bogens an die Greifer 120 der längere Schenkel des Bogens an der zu
den Rollen 26 tangentialen Ebene liegt. Auf den Wellen 27 sitzen Greifer 186, die
zusammen mit den Rollen 26 und den Scheiben 14 und 15 kreisen.
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Diese Greifer sind nun so ausgestaltet und werden so betrieben, daß
sie bei ihrer kreisenden Bewegung den von den Greifern 120 gehaltenen Bogen an seinem
längeren Schenkel ergreifen und ihn aus den Greifern 120 herausziehen und ihn abwärts
in Richtung auf einen Aufnehmer oder Sattel fördern. Die Greifer 186 sind gleich
ausgestaltet und haben die gleiche Wirkung. Es genügt daher, einen von ihnen zu
beschreiben. Auf zwei benachbarten Wellen 27 sitzt ein Halter 187 (Fig. 4), an dem
bei 188 ein Hebel 189 gelagert ist. Dieser trägt die eine Backe 191 des Greifers,
während dessen andere Backe von einem Finger 193 gebildet wird. Dieser Finger ist
auf einer Welle 192 befestigt, die im Halter 187 drehbar ge-
lagert ist und ein auf
ihr befestigtes Zahnrad 194 (Fig.3) trägt. Dieses Zahnrad kämmt mit einem Zahnsektor
195, der bei 196 schwenkbar gelagert ist und eine Nockenrolle 197 trägt. Diese wirkt
mit einer Schubkurve 198 zusammen, die in Fig. 1 zu ersehen ist und einen festen
Teil 199 und einen verstellbaren Teil 200 hat. Dadurch kann man die Schubkurvenfiäche
201 verlängern oder verkürzten.
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Auf diese Weise läßt sich der Punkt einstellen, an dem die Greifer
beim Durchlaufen ihrer Kreisbahn geöffnet werden. Dieser Punkt richtet sich nach
der Länge des von den Greifern 120 gehaltenen Bogens.
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Läuft die Nockenrolle 197 auf die Schubkurve 201 des Schubkurvenkörpers
198 auf, so verschwenkt sie den Zahnsektor 195, der mit dem Zahnrad 194 kämmt und
dadurch die Welle 192 im Gegenuhrzeigersinn mit Bezug auf Fig. 3 dreht. Dadurch
wird dann der Finger 193 an die Backe 191 angedrückt.
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Der Greiferdrnck zwischen der Backe 191 und dem Finger 193 wird durch
eine Stange 202 erzeugt und aufrechterhalten. Diese ist mit dem einen Ende bei 190
gelenkig mit einem Hebel 189 verbunden, und ihr anderes Ende geht durch ein Loch
des Halters 187 hindurch. Auf dem einen Ende der Stange ist eine Feder 203 gleitend
geführt, die sich an dem Halter 187 mit dem einen Ende abstützt und sich mit dem
anderen Ende an Muttern anlegt, die auf dem Ende der Stange angeschraubt sind. Die
Stange 202 wird daher durch die Feder 203 aufwärts gedrückt und verschwenkt den
Hebel 189 derart, daß dadurch der Greifer 191 an den Finger 193 angedrückt wird.
Im Halter 187 ist eine Anschlagschraube 204 eingeschraubt, die sich mit ihrem Ende
an die Oberseite der Teiles 190 des Hebels 189 legt.
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Der Druck zwischen der Fläche 191 und dem Finger 192 kann daher mit
Hilfe der Anschlagschraube 204 eingestellt werden. Wie Fig. 1 zeigt, geht der Finger
193 in die Schließstellung des Greifers dann über, wenn der Greifer bei seiner Kreisbahn
dicht am Ende des längeren Schenkels desjenigen Bogens anlangt, der von dem ortsfesten
Greifer 120 gehalten wird.
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Schließt sich dann der Greifer 193, 191, so ergreift er den Bogen.
Sobald die Nockenrolle das Ende der Schubkurvenfläche 201 erreicht, öffnet sich
der Greifer 193, 191 wieder und gibt den Bogen frei. Wie Fig. 4 zeigt, liegt die
Greiffiäche der Greifers 186 dicht unter einer Ebene, die zu den Oberseiten der
Rollen 26 tangential verläuft und diejenige Ebene darstellt, in der die Schenkel
des gefalteten Bogens durch den Greifer 120 gehalten werden. Wie ersichtlich, wird
die Kante des längeren Schenkels des von den Greifern gehaltenen Bogens von dem
anderen Schenkel ein wenig an der Angriffsstelle des Greifers abgehoben, so daß
ein Finger 170 zwischen den beiden Schenkein eingreifen kann, um bei deren Trennung
mitzuhelfen. Die beiden Schenkel werden daher aufgespreizt, so daß der Bogen dann
rittlings auf einen Sattel aufgebracht werden kann.
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Wie Fig. 1. zeigt, haben die Rahmenplatten 11 vorwärts gerichtete
Teile 165, die dem Zweck dienen, das Abnahme- und Sattelaggregat zu tragen. Eine
mit ihren Enden in den Ansätzen 165 gelagerte Welle 166 wird zeitlich abgestimmt
zum Umlauf der Scheiben 14 und 15 durch Ketten- und Riementriebe in Umlauf versetzt.
Auf dieser Welle 166 sind im Abstand voneinander Scheiben 167 und 168 befestigt.
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Auf dem Umfang dieser Scheiben befinden sich einstellbar zwei Greiferbacken
169, die ungefähr um
180'' versetzt an den Scheiben angeordnet sind.
Zu jeder Greiferbacke gehört ein beweglicher Finger 170, der in kürzeren Schenkeln
des Bogens in die Lage verschwenkt, in der er von der Greiferbacke 1169 ergriffen
werden kann. Jeder Finger 170 ist an einem Hebel 171 befestigt, der seinerseits
auf einer Welle 172 festsitzt. Diese Welle trägt ferner ein an ihr befestigtes Zahnrad
173, das mit einem Zahnsegment 174 kämmt.
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Die Welle 172 ist mit ihren Enden in den Scheiben 167 und 178 drehbar
gelagert. Dreht sie sich, dann verschwenkt sie die auf ihr sitzenden Finger 170,
die in der Nähe der zugeordneten Greiferbacke 169 auf dem Umfang jeder Scheibe angeordnet
sind. Das verzahnte Segment 174 sitzt auf einem Winkelhebel 175, der an seinem einen
Schenkel eine Nockenrolle trägt.
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An dem anderen Ende dieses Winkelhebels 175 greift gelenkig eine Stange
179 mit einem Bund 180 an, die mit ihrem unteren Ende gleitend in einem Halter 181
geführt ist. Auf der Stange 179 ist eine Schraubendruckfeder 182 geführt, die sich
seinerseits an dem Bund 180 und andererseits an dem Halter 181 abstützt und daher
den Winkelhebel 175 so zu verschwenken sucht, daß die Nockenrolle 176 im Kraftschluß
mit einer Nockenscheibe 177 gehalten wird.
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Diese steuert daher die Bewegung des Fingers 170.
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Gehen die Finger 170 von der Offenstellung in die Schließstellung
über, so kreisen sie zeitlich abgestimmt zur kreisenden Bewegung der Greifer 186
derart, daß das Ende eines jeden Fingers neben der Greiffläche des Greifers 186
vorbeigeht und daher in den Bereich gelangt, in welchem der längere Schenkel und
der kürzere Schenkel des Bogens in der oben beschriebenen Weise durch den Greifer
auseinandergespreizt sind. Wenn der Finger 170 in seiner Schließbewegung fortfährt,
so bewegt er sicll aufwärts zwischen die beiden Schenkel des Bogens und ergreift
diesen an seinem kürzeren Schenkel, wobei er diesen an die Greiferbacke 169 drückt.
Da die Greifer 186 und die Finger 170 ihre kreisende Bewegung fortsetzen, werden
die Schenkel des Bogens auseinandergespeizt. Die Einrichtung zum Öffnen der Greifer
186 und der Finger 170 sind zeitlich so aufeinander abgestimmt, daß sie die beiden
Schenkel des Bogens gleichzeitig loslassen. Der Bogen fällt dann frei herab in aufgespreizter
Lage und gelangt auf den Hilfssattel 185.
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Dieser Hilfssattel 185 befindet sich in einer solchen Lage, daß er
den herab sinkenden Zettel auffängt und ihn an der Faltkante derart unterstützt,
daß die Schenkel des Bogens beiderseits des Sattels herabhängen. Wie Fig. 15 zeigt,
besteht der Hilfssattel aus einer kurzen waagerechten Stange 210 von Dreieck: profil
und aus einem im Abstand davon angeordneten, ebenfalls waagerechten, V-förmig profilierten
Halter 211, die beide so gelegen sind, daß sie den herabsinkenden Bogen an beiden
Enden seiner Falte auffangen und unterstützen, so daß er nicht weiter herabsinken
kann. Wie Fig. 13 zeigt, läuft unter dem Hilfssattel 185 ein Förderer 212 hindurch,
der einen sattelförmigen Querschnitt hat. Dies ist der Fördercr, der die von den
einzelnen Magazinen aus zugeführten Bogen sammelt. Er trägt schräg nach außen und
oben ragende Finger 213 (Fig. 11), die die Bogen an seinem Ende ergreifen und mitnehmen
können. In einer lotrechten Ebene zwischen dem Hilfssattel 185 und dem Förderer
212 befindet sich ein Abnahmesattel 214. In Fig. 11 ist gezeigt, wie der aus dem
Hilfssattel 185 hängende Bogen mit seinen beiden
Schenkeln über den Förderer 212
greift, aber durch den V-förmig gestalteten Halter 211 so weit aufgespreizt ist,
daß sich die Schenkel außerhalb der Bewegungsbahn der Finger 213 des Förderers befinden.
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Kommt aber der Bogen von dem Hilfssattel 185 frei, so daß er auf den
Abnahmesattel 214 herabfällt, dann gelangt er in den Bereich der Finger 213 die
dann den Bogen an seiner Kante ergreifen und vom Sattel 214 abstreifen, so daß der
Bogen auf den Förderer 212 herabfällt. Freigegeben wird der auf dem Hilfssattel
185 befindliche Bogen dadurch, daß die beiden Teile 210 und 211 des Hilfsattels
herabgehen und dabei voneinander fortbewegt werden, wie es in Fig. 9 mit strichpunktierten
Linien angedeutet ist. Das Triebwerk für diese Bewegung der Teile 210 und 211 bedarf
hier keiner näheren Erläuterung.