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Schaltantrieb für die Farbkastenwalze einer Druckmaschine Die Erfindung
bezieht sich auf eine Vorrichtung zum Schalten und zur stufenlosen Veränderung des
Drehwinkels von Farbkastenwalzen in Farbwerken von Druckmaschinen während des Laufes
der Maschine mittels eines als Koppelgetriebe ausgebildeten Verstelltriebes, wobei
der Takt der Antriebskurbel zum Takt der getriebenen Schwinge bei der Verstellung
des Koppelgetriebes zwecks Veränderung des Drehwinkels keine Veränderung erfährt.
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Es ist ein Koppelgetriebe bekannt, das zum Zwecke einer stufenlosen
Veränderung des axialen Verreibweges von Reibzylindem in Farbwerken von Druckmaschinen
angewendet wird. Bei diesem Getriebe bewegen sich die treibende und die getriebene
Koppel gemeinsam an einer Schwinge mit ortsveränderlichem Schwingpunkt. Dieses Koppelgetriebe
ist jedoch zum Antrieb einer Duktorwalze nicht geeignet, da bei einer Hubänderung
der getriebenen Koppel der Takt dieser Koppel zum Takt der Antriebskurbel eine Zeitpunktverschiebung
erfährt. Außerdem läßt die Lagenzuordnung der Antriebskurbel zum Getriebemechanismus
bezüglich exakter Bewegungsübertragungen keinen großen Spielraum zu. Von der Antriebskurbelwelle
wird in verschiedenen Farbwerken gleichzeitig die pendelnde Bewegung einer Farbheberwalze
erzeugt. Um die durch das verstellbare Koppelgetriebe erzeugte Drehbewegung der
Farbkastenwalze, die in einem veränderbaren Drehwinkel in Erscheinung tritt, bei
der Farbaufnahme und -übergabe durch die Heberwalze voll auszunutzen, ist es erforderlich,
daß der Zeitpunkt des Beginnes der Drehbewegung der Farbkastenwalze mit dem Zeitpunkt
der Berührung der Duktorwalze mit der Heberwalze zusammenfällt und die Berührungsdauer
mit der Dauer der Drehbewegung gleich ist.
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Bei dem obengenannten Koppelgetriebe, das zum Zwecke der Erzeugung
axialer Hin- und Herbewegungen von Reibzylindem in Farbwerken angewendet wird, tritt
bei der Veränderung des Hubes eine Veränderung des Zeitpunktes und der Dauer der
Abtriebsbewegung gegenüber der Bewegung der Antriebswelle ein. Aus diesem Grunde
ist eine Anwendung dieses Koppelgetriebes zum Schaltantrieb der Farbkastenwalze
nicht geeignet.
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Zur Erzeugung der absatzweisen veränderlichen Schaltbewegung der Farbkastenwalze
werden bisher Sperrad-, Reibklingen- oder Freilaufschaltgetriebe ..ng wendet, die
von einer Antriebswelle nüttels Kurbel-, Exzenter-, Kurven- oder Umlaufgetriebe
bewegt werden. Die Veränderung des Drehwinkels der Farbkastenwalze erfolgt entweder
durch Verstellen des Kurbelradius oder durch Veränderung der Hebellänge eines kulissenförmigen
Schwingannes. Eine andere Ausführung verwendet ebenfalls eine schwingende Kulisse,
deren Schwenkpunkt verschiebbar angeordnet ist, wodurch eine veränderliche Abtriebsbewegung
erzielt wird.
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Es ist auch ein Umlaufgetriebe bekannt, bei dem ein Kardankreispaar
eine Abtriebsbewegung erzeugt, deren wirksame Größe durch Verdrehen eines sonst
feststehenden Sonnenrades verändert wird.
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Allen diesen Schaltmechanismen haftet der Nachteil an, daß der maximale
Drehwinkel der Duktorwalze aus Gründen eines günstigen übertragungswinkels nicht
größer als 72' sein kann. Zur Erreichung einer maximalen Farbgebung bei verhältnismäßig
kleinem Durchmesser der Farbkastenwalze ist es erwünscht, den Drehwinkel dieser
Walze bis 90'
stufenlos veränderlich einzurichten. Ein weiterer Nachteil ist
die kostspielige Herstellung und vor allem bei den Kulissentrieben die hohe Verschleißanfälligkeit
gerade der wesentlichen Getriebeglieder. Außerdem ist es wünschenswert, die Schaltvorrichtung
auf kleinem Raum und weitgehendst unabhängig von einer maschinenmäßig bedingten
Lage der Antriebskurbel unterzubringen.
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Die Erfindung bringt eine Lösung der Aufgabe, eine Vorrichtung für
den Schaltantrieb einer Farbkastenwalw zu schaffen, bei welcher der Drehwinkel dieser
Walze von 0 bis 90' stufenlos mittels eines Griffes oder Handrädchens
verändert werden kann, wobei der Drehwinkel des Griffes bzw. des Handrädchens nicht
größer als 300' ist, die den Kostenaufwand in niedrigen Grenzen hält und
sich durch hohe Betriebssicherheit auszeichnet und die Ausdehnung der Vorrichtung
eine optimale Raumausnutzung gewährleistet.
Der Erfindung gemäß
wird dies dadurch erreicht, daß eine Koppel zwei Schwingen gelenkig miteinander
verbindet, wobei der Schwingpunkt der mit der Antriebskoppel gelenkig verbundenen
Schwinge ortsfest und der Schwingpunkt der mit der getriebenen Koppel gelenkig verbundenen
Schwinge ortsveränderlich zum Gestell angeordnet ist und die getriebene Koppel an
einem zur Farbkastenwalze in bekannter Weise koaxial gelagerten Hebel gelenkig angreift,
und wobei die Gelenkpunkte der getriebenen Koppel in den Endlagen, welche den maximalen
Drehwinkel der Farbkastenwalze begrenzen, auf einer gemeinsamen Geraden liegen.
Hierbei können die wesentlichen Getriebeglieder aus einfach herzustellenden Drehgelenken
und Hebelstangen bestehen. Ferner kann hierbei die Antriebskurbelwelle innerhalb
eines weiten Lagenbereiches an beliebiger Stelle gelagert werden.
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In der Zeichnung ist der Erfindungsgegenstand in schematischer Darstellung
in verschiedenen Bewegungsphasen und mit verschieden innerhalb eines durch die zulässigen
übertragungswinkel bedingten Lagenbereiches angeordneter Antriebskurbel dargestellt.
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Fig. 1 zeigt den Erlmdungsgegenstand in Vorderansicht schematisch
in der Stellun& in welcher der Schalthebel der Farbkastenwalze seinen größten
Ausschlag ausführt. Die Antriebskurbel liegt hier auf einem Begrenzungspunkt eines
zulässigen Lagenbereiches.
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Fig. 2 zeigt den gleichen Erfindungsgegenstand in einer Stellung,
in welcher der Schalthebel keinen Ausschlag ausführt.
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Die Antriebskurbel liegt hier im gleichen Punkte des Lagenbereiches
wie nach Fig. 1. In Fig. 3 ist der Erfindungsgegenstand in der gleichen
Stellung wie in Fig. 1 dargestellt, mit dem Unterschied, daß die Antriebskurbel
auf dem oberen Grenzpunkt des Lagenbereiches liegt.
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Fig. 4 zeigt eine Darstellung des Erfindungsgegenstandes in einer
Stellung, in welcher der Schalthebel einen mittleren Ausschlag von etwa 45' ausführt.
Die Antriebskurbel liegt hierbei auf einem innerhalb des Lagenbereiches beliebig
gewählten Punkt.
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Fig. 5 zeigt eine Seitenansicht des Erfindungsgegenstandes,
teilweise im Schnitt gezeichnet.
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Von einer Kurbelwelle 1 aus wird mittels der Kurbel und des
Kurbelzapfens l' und einer Koppel 2 die Schwinge 3 um ihren ortsfesten
Schwingpunkt 4 über das Gelenk 5 bewegt, an dem eine Koppel 6
angreift
und ihrerseits die Schwinge 7 um ihren Schwingpunkt 8 über das Gelenk
9 bewegt, an welchem die getriebene Koppel 10 mit dem Gelenkpunkt
11 angreift, und ihrerseits mit dem Gelenkpunkt 12 über das Gelenk
13 den Hebel 14 bewegt, welcher koaxial zur Farbkastenwalze angeordnet und
beispielsweise mit einem Freilauf versehen ist. Er bewegt damit die Farbkastenwalze
15 intermittierend in einer bestimmten Drehrichtung. Der ortsveränderliche
Schwingpunkt 8 ist an einem um den ortsfesten Drehpunkt 16 schwenkbaren
Lenker 17, der vorzugs- i weise als Zahnsegment ausgebildet ist, angeordnet.
Zum Zwecke einer Hubänderung der Abtriebskoppel 10 und damit einer Änderung
des Drehwinkels a der Farbkastenwalze 15 wird der Ort des Schwingpunktes
8 durch Schwenken des Lenkers 17 um den Punkt 16 verändert.
Das Schwenken des Lenkers 17
erfolgt durch Drehen eines Zahnritzels 21, welches
auf einer Stellwelle 18 angeordnet und mit dieser fest verbunden ist und
im Zahneingriff mit dem Lenker bzw. Zahnsegment 17 steht. Die Stellwelle
18 kann durch eine Bremsvorrichtung so gebremst werden, daß sich der Schwingpunkt
8 durch die in der Schwinge7 auftretende Schubkraft nicht verändern kann.
Auf der Stellwelle 18 kann nach außen ein Handgriff oder Handrad zum Verdrehen
derselben angeordnet werden, wobei die Übersetzung von Zahnritzel 21 zum Zahnsegment
17 so gewählt ist, daß bei einer Verstellung des Schaltwinkels a der Farbkastenwalze
15 von 0 auf 90' oder von 90 auf 00
der Drehwinkel
der Stellwelle 18 nicht größer als 3000 ist.