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Die
vorliegende Erfindung bezieht sich auf ein Verfahren gemäß dem Oberbegriff
von Anspruch 1.
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Wenn
bei Abwicklern aus dem Stand der Technik die Abwickler von neuen
Rollenschneidmaschinen gestartet werden oder das Wickeln von neuen
Papiersorten unter Verwendung von Rollenschneidmaschinen gestartet
wird, die bereits in Verwendung sind, wird der Aufbau der Rolle
durch die sogenannten Wickelparameter gesteuert, d.h. die Spaltbelastung,
die Spannung der Bahn vor dem Aufwickler und die Wickelkraft, die
bei bekannten Anwendungen auf der Grundlage von Erfahrung als eine
Funktion des Durchmessers der Rolle so eingestellt werden, dass
sie sogenannte Wickelrezepte sind. Die anfänglichen Abschätzungen
für die
Wickelrezepte rühren
im Allgemeinen von anderen Rollenschneidmaschinen her, mit denen
die gleiche oder eine ähnliche
Papiersorte gelaufen ist. Jedoch sind aufgrund der großen Variation
bei den Eigenschaften von Papiersorten mit dem gleichen Sortennamen, wenn
sie bei verschiedenen Papiermaschinen laufen, auf den jeweiligen
Fall spezifische Versuchsläufe stets
erforderlich, um das Wickelrezept zu bestimmen. Jede Papiersorte
und jeder Enddurchmesser einer Rolle ist üblicherweise mit dem eigenen
Wickelrezept versehen.
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Bei
aus dem Stand der Technik bekannten Anwendungen wird die Qualität der fertigen
Rollen, die von den Aufwicklern kommen, hauptsächlich auf der Grundlage einer
Sichtbeurteilung bestimmt. Bei den meisten Rollenschneidmaschinen
erfahren die Rollen auch gelegentliche Messungen; wobei am häufigsten
die Härte
der Rolle mittels eines manuell betätigten Rollenhärtesensors
gemessen wird.
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Es
ist außerdem
aus dem Stand der Technik bekannt, die Rollenschneidmaschinen mit
einer Berechnung und Anzeige über
die Oberflächendichte
zu versehen. Bei diesen bekannten Anwendungen ist der Wert der Oberflächendichte,
der einem beliebigen Walzendurchmesser entspricht, von der Oberfläche der
Rolle auf der Grundlage der Änderung
bei der Dicke des Papiers bestimmt worden.
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Es
sind aus dem Stand der Technik Anwendungen bekannt, bei denen es
die Aufgabe ist, die Spannungen innerhalb der Rolle mit der Hilfe
von Messungen abzuschätzen.
Die Patentanmeldung WO 99 50 719 „Verfahren und Anordnung zur
neuronalen Modellierung einer Papierwickelvorrichtung" offenbart ein Verfahren,
bei dem die Spannung der Bahn, wenn sie zu einer Rolle läuft, mittels
des Erlernens über
neuronale Netzwerke bestimmt wird. Dies ermöglicht die Berechnung mit der
Hilfe von Wickelmodellen von einer zweidimensionalen Spannungsverteilung
innerhalb der Rolle. Die Patentanmeldung
DE 19 821 318 „Verfahren zum Überwachen
der Wickelhärte
einer Wickelrolle" offenbart
ein Verfahren für
die Messung der Spannung der Bahn, wenn sie zu einer Rolle läuft, wobei
das Verfahren auf das Messen der Änderung der Bahnlänge auf
der Grundlage von gefärbten
Markierungen, die an der Bahn gedruckt sind, gegründet ist.
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Eine
große
Anzahl an Wickelfehlern, die während
des Wickelns erzeugt werden, laufen unbemerkt, wenn eine Sichtbeurteilung
oder optische Beurteilung oder eine Messung mit einem Härtesensor angewendet
wird (David R.
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Roisum: "How to Measure Roll
Quality", Teppi
Journal 71(10) 1988, David R. Roisum: "Reading a roll", Tappi Journal 81(4) 1998]. Selbst
wenn die zweidimensionale Spannungsverteilung der Rollen unter Verwendung
der Prozedur der Patentanmeldungen WO 99 50 719 und
DE 19 821 318 berechnet werden könnte, wäre es in
den meisten Fällen
nicht möglich, die
Erzeugung eines möglichen
oder tatsächlichen Wickelfehlers
zu vermeiden, da die vorstehend erwähnten Verfahren nicht die Ursachen
des Fehlers aufgrund der Belastungen berücksichtigen, die auf die Rolle
bei einer Rollenschneidmaschine (Wickeleinrichtung) der Papierfabrik
und bei der Verbraucher-Finishing-Vorrichtung der Papierfabrik gerichtet sind.
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Für den Papierhersteller
kommen die wichtigsten und kritischsten Rückmeldungen über die Qualität der Rollen
von den Verbrauchern, wie beispielsweise Druckereien beispielsweise
in einem Fall, bei dem Laufprobleme aufgetreten sind, wenn die Rollen
beispielsweise bei einer Druckmaschine gelaufen sind. In einem derartigen
Fall können
die Korrekturmaßnahmen
bei dem Papierherstellprozess oder bei den Wickelrezepten der Rollenschneidmaschine
lediglich nach einer Verzögerung
von einigen Tagen oder sogar Wochen ergriffen werden. Da die Häufigkeit
der Variationen bei den Eigenschaften von Papier (die Masse, die
Oberflächeneigenschaften) größer ist,
macht das Ergreifen von Korrekturmaßnahmen keinen Sinn.
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Aufgrund
der vorstehend erwähnten
Verzögerung
bei der Rückmeldung über die
Qualität
ist, wenn neue Rollenschneidmaschinen gestartet werden oder wenn
das Wickeln von neuen Papiersorten unter Verwendung von bereits
in Verwendung befindlichen Rollenschneidmaschinen gestartet wird,
die Suche nach Wickelrezepten häufig
langsam.
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Ein
spezielles Problem bei der Auswahl der Wickelparameter der Wickelrezepte
ist, dass die meisten Fehler nicht auf der Grundlage einer Sichtbeurteilung
bemerkt werden können
und nicht immer durch Messungen der Oberflächendichte oder dergleichen
entdeckt werden, und dass, wie dies vorstehend erläutert worden
ist, das Erhalten einer tatsächlichen
Rückmeldung über die
Qualität
lange dauert.
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Eine
Aufgabe der vorliegenden Erfindung ist es, ein Verfahren zu schaffen,
durch das die Wickelparameter so bestimmt werden können, dass
sichergestellt wird, dass die Rolle eine Handhabung sowohl bei der
Papierfabrik als auch an dem Verbraucherende aushält.
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Eine
andere Aufgabe der vorliegenden Erfindung ist es, ein Verfahren
zu schaffen, durch das die vorstehend beschriebenen Probleme beseitigt
oder zumindest minimal gestaltet werden.
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Eine
besondere Aufgabe der vorliegenden Erfindung ist es, ein Steuerverfahren
für ein
Steuern eines Aufwickelns zu schaffen, wobei dieses Verfahren auch
die Belastungen berücksichtigt,
die der Rolle bei dem Aufroller und bei dem Papierfabrikverbrauchermaschinenpark
auferlegt werden.
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Um
die vorstehend erwähnten
Aufgaben und jene, die aus dem weiteren Zusammenhang hervorgehen,
zu lösen,
ist das Verfahren gemäß der vorliegenden
Erfindung hauptsächlich
durch den kennzeichnenden Teil von Anspruch 1 gekennzeichnet.
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Ein
wesentlicher Vorteil der vorliegenden Erfindung ist es, dass sie
auf die Idee gegründet
ist, eine Walze vorzusehen, die ihre gesamte Lebensdauer durchläuft, ohne
beschädigt
zu werden, wohingegen Modelle und Systeme, die aus dem Stand der Technik
bekannt sind, anstreben, bei dem Aufwickler eine optimale Rolle
in Bezug auf das Wickeln vorzusehen.
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Bei
dem erfindungsgemäßen Verfahren
zum Steuern eines Aufwicklers, wobei bei diesem Verfahren ein Wickelrezept
vorbereitet wird, das Wickelparameter enthält, werden die Laufparameter
des Aufwicklers auf der Grundlage von Berechnungs- und/oder Versuchsmodellen
vor dem Lauf derart bestimmt, dass auf der Grundlage von den Modellen
die Rolle dem bei der Endverwendungsvorrichtung stattfindenden Aufrollen
widersteht, ohne beschädigt
zu werden. Gemäß einem
vorteilhaften zusätzlichen Merkmal
bei dem Verfahren gemäß der vorliegenden Erfindung
werden die Laufparameter des Wicklers derart bestimmt, dass auf
der Grundlage der Modelle die Rolle dem bei dem Aufwickler stattfindenden
Aufwickeln widersteht. Gemäß einem
weiteren vorteilhaften zusätzlichen
Merkmal bei dem Verfahren gemäß der vorliegenden
Erfindung wird das Wickelrezept der Rolle gebildet als eine Funktion
des Durchmessers oder des Radius oder des Grads an Dicke des angesammelten
Papiers an dem Wickelkern oder als eine Funktion der gewickelten
Bahnlänge oder
der Anzahl an Wicklungen der gewickelten Bahn.
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Gemäß einer
vorteilhaften Anwendung der vorliegenden Erfindung wird die Innenspannungsverteilung
der Rollen gemessen, werden die auf die Rolle während des Wickelns gerichteten
Kräfte
mittels eines Belastungsmodells berechnet und wird die Entspannung
der Innenspannungen der Rolle während des
Transports durch das Modell abgeschätzt, und die Kräfte, die
auf die Rolle bei den Verbraucher-Finishing-Vorrichtungen der Papierfabrik
gerichtet sind, werden mittels des Belastungsmodells berechnet.
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Gemäß einer
vorteilhaften Anwendung des Verfahrens der vorliegenden Erfindung:
- a) wird die Innenspannungsverteilung der Rolle, die
aufgewickelt, wird indirekt in drei oder zwei Dimensionen gemessen
- b) werden die Innenspannungen, die durch die Kräfte verursacht
werden, die auf die Rolle während
des Wickelns gerichtet werden, mit der Hilfe eines Rollenbelastungsmodells
berechnet [Kilwa Ärölä: "A Simulation Program
for Hyperelastic Rolling Contact Model), Master of Science Thesis, Helsinki
University of Technology 2001.]
- c) wird die Entspannung der Innenspannungen der fertigen Rolle
vor dem Behandeln der Rolle in der Verbraucher-Finishing-Vorrichtung der Papierfabrik,
beispielsweise eine Druckmaschine) abgeschätzt und
- d) werden die Spannungen und Versetzungen, die auf die Rolle
während
des Abwickelns gerichtet sind, mittels eines Belastungsmodels (RAM)
der Rolle und der Abwickelvorrichtung berechnet.
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Die
Information über
das Papiermaterial, die bei dem Verfahren gemäß der vorliegenden Erfindung
benötigt
wird, wird teilweise durch außerhalb der
Fertigungslinie und innerhalb der Fertigungslinie stattfindende
Messungen bei der Papierverarbeitungsanlage, die der Rollenschneidschiene
vorangeht, und teilweise durch Messungen bei der Rollenschneidmaschine
selbst (beispielsweise das radiale und der tangentiale Elastizitätsmodul)
erhalten.
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Bei
dem Verfahren gemäß der vorliegenden Erfindung
wird gemäß einer
vorteilhaften Anwendung das Wickelrezept derart angestrebt, dass
die Spannungsverteilung der Rolle die mit dem WOT-Model (WOT = Wound-On-Tension,
das heißt
die Aufwickelspannung oder die Spannung der obersten Lage an der
Bahnrolle, die mitunter auch als WIT = Wound-In-Tension bezeichnet ist) [M. Jorkama: "Contact Mechanical
Model for Winding Nip".
Dissertation, Helsinki University of Technology, 2001], dem Rollenaufbaumodell
und dem Rollenentspannungsmodell berechnet wird, ein fehlerfreies
Abwickeln an der Finishing-Vorrichtung gemäß dem RAMA-Modell (= Belastungsmodell der Endanwendungsvorrichtung)
vorsieht. Bei der Suche nach dem Wickelrezept müssen die physikalischen Eigenschaften
der Wickelvorrichtung und das Sicherstellen eines fehlerfreien Wickelns
und der Lauffähigkeit
an der Rollenschneidmaschine berücksichtigt
werden, die mit dem Belastungsmodell des Aufwicklers abgeschätzt werden.
Während
des Laufens der Rollenschneidmaschine wird das Rezept auf der Grundlage
einer WOT-Messung so zurückgeführt, dass
eine Spannungsverteilung gemäß dem vorherigen
Schritt bei der Rolle erzeugt wird.
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Bei
dem Rollenaufbaumessverfahren ist es möglich, eine WOT anzuwenden,
die durch die Änderung
bei der Bahnlänge
abgeschätzt
wird, die beispielsweise mittels Lasergeschwindigkeitssensoren gemessen
wird. Der Aufbau der Rolle wird in einem derartigen Fall unter Verwendung
des Hakiel-Modells [Z. Hakiel: "Nonlinear
Model for Qound Roll Stress". Tappi
Journal 79(5) 1987] oder eines äquivalenten Modells
[Zabaras N., Liu S., Koppuzha J. and Donaldson E. "A Hypoelastic Model
for Computing the Stresses in Center-Wound Rolls of Magnetic Tape" Journal of Applied
Machnics, Band 61 N2. 2, Seiten 290–295, 1994] berechnet. Es ist
außerdem
möglich, ein
Verfahren anzuwenden, das die Dichte der Rolle, die Papierdicke
und das Wickelmodel nutzt. [David R. Roisum: "The Measurement of Web Stresses During Roll
Winding". Disertation
WHRC at OSU 1990]
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Bei
den Aufbaumodellen des Rollenschneidmaschinenaufwicklers und der
Finishingvorrichtung werden Rutschvorgänge, die innerhalb der Rolle
bewirkt werden, und mögliche
andere Beschädigungsmechanismen
ebenfalls berechnet. Mit Hilfe der berechneten Rutschvorgänge wird
das Beschädigungspotenzial
der Rolle unter Verwendung von empirischen Daten und Rollenbeschädigungsmodellen
abgeschätzt
[N. Vaidyanathan and J.K Good: "The
Importance of Torque Capacity in Predicting Crepe Wrinkles and Starring
within Wound Rolls",
Proceedings of the 3rd IWEB conference,
OSU 1995; Lee, Ban-Eop: "Buckling
Analysis Starred Roll Defects in Center Wound Rolls" Dissertation WHRC
at OSU 1991].
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Beim
Abschätzen
der Entspannung der Spannungen der fertigen Rolle werden bekannte
Modelle des viscoelastischen Wickeln verwendet wie beispielsweise
die Referenz [W.R. Qualls and J.K. Good: "A Nonlinear Orthotropic Viscoelastic
Winding Model" Proceedings
of the 3rd IWEB conference, OSU 1995].
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Das
erfindungsgemäße Verfahren
macht das Wickeln "intelligent" das heißt die Rückmeldung
zwischen der Qualität
der Rolle und den Wickelparametern, die zuvor einige Tage oder Wochen
benötigt
hat, kann nun während
des Laufens der Rollenschneidmaschine ausgeführt werden. Reaktionen auf Änderungen
bei den Papiereigenschaften und bei den Produktionsbedingungen bei
der Papierfabrik finden automatisch und sofort statt.
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Mittels
des erfindungsgemäßen Verfahrens ist
es möglich,
schnell die optimalen Wickelrezepte zu bestimmen, wenn neue Rollenschneidmaschinen gestartet
werden oder wenn das Wickeln von neuen Papiersorten unter Verwendung
von bereits unter Verwendung befindlichen Rollenschneidmaschinen gestartet
wird.
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Das
Verfahren gemäß der vorliegenden
Erfindung ermöglicht
eine optimale individuelle Steuerung der Wickelstationen, was außerdem die
Variationen im Hinblick auf die Qualität zwischen den Rollen gleichen
Satzes verringert.
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Zusammenfassend
kann gesagt werden, dass bei dem Verfahren gemäß der vorliegenden Erfindung
das Steuern des Aufwickelns auf eine Vorhersage gegründet ist,
die mit der Hilfe eines Modells über
das Laufverhalten der Rolle bei der Endverwendung entworfen wird,
wobei bei der Vorhersage gemäß einer
vorteilhaften Anwendung einer Referenzkurve der WOT gegenüber dem
Durchmesser, die ein optimales Laufverhalten während der Endverwendung bei
der Finishingvorrichtung vorsieht, bestimmt wird durch eine Iteration
des Models vor dem Laufen. Gemäß vorteilhaften
Eigenschaften der Erfindung werden die Laufparameter des Aufwickelns
bei der Rollenschneidmaschine derart eingestellt, dass die gemessene
WOT-Kurve der WOT-Referenzkurve entspricht,
die durch eine Iteration des Modells erhalten wird. Die WOT-Referenzkurve
kann auch auf der Grundlage der Vorhersage über das Laufverhalten modifiziert
werden, die mittels des Wickelmodels vorgesehen wird. Wenn die Vorhersage über das
Laufverhalten gemacht wird, wird das Rollenspannungsendspannungsmodel
in vorteilhafter Weise verwendet, und die anfängliche Abschätzung der
Laufparameter wird in höchst
geeigneter Verwendung des Wickelspaltmodels berechnet.
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Nachstehend
ist die vorliegende Erfindung unter Bezugnahme auf die beigefügten Zeichnungen beschrieben,
wobei die vorliegende Erfindung jedoch keineswegs auf die Einzelheiten
von diesen eng begrenzt ist.
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1 zeigt
in schematischer Weise das Grundprinzip des erfindungsgemäßen Verfahrens.
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2 zeigt
in schematischer Weise anhand eines Beispiels eine Auswahlprozedur
für eine WOT-Kurve,
die bei dem erfindungsgemäßen Verfahren
angewendet wird.
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3 zeigt
in schematischer Weise ein Beispiel des Verfahrens gemäß der vorliegende
Erfindung zum Errichten eines Anfangswertes eines Wickelrezeptes.
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4 zeigt
in schematischer Weise einen Nebenprozess von 1 während des
Laufens einer Rollenschneidmaschine, wobei die Rollenschneidmaschine
eine WOT-Messung aufweist.
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1 zeigt
das Grundprinzip einer Anwendung des erfindungsgemäßen Verfahrens.
Die benötigten
Startdaten 11 umfassen Grundinformationen über das
zu wickelnde Papier wie beispielsweise die Dicke, der Reibungskoeffizient,
das Elastizitätsmodul,
die Dickenrichtung und die Maschinenrichtung, eine Information über die
viskoelastischen Eigenschaften des Papiers, die Luftdurchlässigkeit
und die Oberflächenrauhigkeit
und dergleichen, mechanische Daten über die Aufwickelvorrichtung
und auch mechanische Daten über
die Endanwendungsvorrichtung der Rolle oder über die Abwickelvorrichtung, bei
der das Abwickeln stattfinden wird. Bei dem Schritt I wird eine
geeignete WOT-Kurve gewählt,
siehe 12. Dieser Wahlprozess ist detailliert bei der Beschreibung
von 2 erläutert.
Um die Anwendung dieser WOT-Kurve WOTref (D)
(D = Rollendurchmesser) zu ermöglichen,
muss bei dem Aufwickler ein Verfahren für eine Berechnung oder Messung
auf der Grundlage einer Abschätzung
der WOT stattfinden. Bei dem anschließenden Schritt II wird ein
Wickelrezept Rref (D) gewählt, siehe 13,
das gemäß dem Wickelmodell
der Rollenschneidmaschine bei Schritt III eine WOT-Kurve 12 WOTref (D) gemäß Schritt I erzeugt. Danach
wird bei dem Schritt IV das Belastungsmodel der Wickelvorrichtung
verwendet, um weiter zu überprüfen, dass
die aufzuwickelnden Rollen den bei den Wickelprozess erzeugten Belastungen
widerstehen, siehe 19. Wenn das Wickelmodel anzeigt, dass
die Rollen den Belastung widerstehen, kann der Prozess fortgesetzt
werden, das heißt
ein Übergang
zu dem Schritt V wird ausgeführt,
wobei andererseits ein neues Rezept erzeugt wird, das heißt eine
Rückkehr
zu dem Schritt II Rref (D), wobei das neue
Rezept auf der Grundlage der Berechnung die gewählte WOT-Kurve WOTref (D)
vorsieht, siehe 12, und die Schritte III und IV erneut
durchlaufen werden. Wenn danach noch Bedarf an einem Fortsetzen der
Iteration besteht, kann ein neues Rezept beispielsweise mittels
eines sogenannten Sekanten-Verfahrens [Erwin Kreyszig: "Advanced Enginneering
Mathematics" 6.
Auflage, John Wiley & Sons, Inc.,
1988, Seite 956] erzeugt werden, was bedeutet, dass eine Gradientennäherung in
dem Wickelparameterraum von den Rezepten von zwei aufeinanderfolgenden
Iterationen ausgebildet wird, wobei die maximalen Spannungen der
Rolle beispielsweise die zu minimierende Objektfunktion sind. Ein
Grenzzustand für
die Minimierungsaufgabe ist, dass das Wickelrezept bei dem Schritt
I eine WOT-Kurve erzeugt, siehe 12, die auf der Grundlage
der Berechnung gewählt
wird. Aus Gründen
der Vereinfachung wird angenommen, dass ein Wickelrezept durch Iterationen in
der vorstehend beschriebenen Weise errichtet worden ist, das auf
der Grundlage einer Berechnung a) dem Wickelprozess widersteht und
b) die gewählte WOT-Kurve
liefert. Wenn ein derartiges Rezept nicht gefunden wird, wäre es erforderlich
zu dem Schritt I zurück
zukehren und eine neue WOT-Kurve WOTref (D)
zu errichten. Wie dies vorstehend aufgeführt ist, wird hierbei angenommen,
dass ein geeignetes Rezept gefunden worden ist, und der Betrieb
der Rollenschneidmaschine kann gestartet werden, siehe 16, das
heißt
ein Übergang
zu dem Schritt V kann ausgeführt
werden. Wenn keine WOT-Messung
bei dem Aufwickler oder der Rollenschneidmaschine ausgeführt worden
ist, läuft
die Rollenschneidmaschine bei dem Schritt V mit dem Rezept Rref, siehe 13, ohne Änderung
des Rezepts während
des Laufens. Wenn der Aufwickler oder die Rollenschneidmaschine
eine WOT-Messung
erfahren hat, verläuft
die Prozedur wie folgt: Während
des Laufs wird dieses Rezept Rref, das bei
dem vorherigen Schritt gewählt
worden ist, so korrigiert, dass die WOT-Kurve, siehe 12,
WOTref (D) gemäß dem Schritt I vorgesehen
wird. Die Korrektur des Rezeptes 13 wird beispielsweise
ausgeführt,
indem eine Primärwickelkraft,
eine Sekundärspaltbelastung
und schließlich
eine Spannung eingestellt werden. Die Erhöhung von jedem Wickelparameter erhöht die WOT.
Die Einstellung kann beispielsweise als eine einfache PID-Steuereinrichtung
ausgeführt werden
[K. Aström & T Hägglund: "PID Controllers: Theory,
Design, and Tuning".
2. Auflage, 1995, Seiten 59–119].
Wenn bei dem nächsten
Lauf die Papiersorte und die Startdaten im Wesentlichen die gleichen
bleiben, kann das verwirklichte Wickelrezept 17 gemäß dem Schritt
VI direkt als das Wickelrezept 13 von dem Schritt II des
nächsten
Laufes aufgegriffen werden. Das Grundprinzip ist vorstehend anhand
lediglich eines einfachen Beispiels dargestellt. Weitere Einstellungen
und Messungen können
diesem Grundrahmen hinzugefügt
werden. Beispielsweise ist es nach dem Schritt IV möglich, mittels
des verwirklichten Wickelrezeptes 17 das Wickelmodell der Rollenschneidmaschine
zu berechnen, um mögliche Wickelfehler
zu erfassen. Das Endergebnis wird vor dem nächsten Lauf überprüft. Wenn
die Berechnung zeigt, dass die Rollen der Belastung widerstehen, sind
keine weiteren Maßnahmen
erforderlich. Wenn jedoch die Berechnung eine höhere Wahrscheinlichkeit einer
Beschädigung
nahelegt, muss eine Iteration einer geeigneten WOT-Kurve 12 gestartet
werden oder müssen
zusätzliche
Begrenzungen für
die Wickelparameter eingestellt werden.
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2 beschreibt
detaillierter die Wahlprozedur der WOT-Kurve 12 anhand eines Beispiels.
Das Grundprinzip für
die Wahl der WOT-Kurve 12 ist, dass auf der Grundlage von
einem Argument die WOT-Kurve 12 ein beschädigungsfreies
Abwickeln bei der Endanwendungsvorrichtung der Rolle vorsieht. Das
verwendete Argument kann beispielsweise das Berechnungsmodell RAMA,
siehe Schritt IIc, wie bei diesem Beispiel oder ein statistisches
Modell oder Daten oder eine Kombination aus diesen sein. Die Prozedur
beginnt bei dem Schritt I mit der Wahl einer Anfangsabschätzung als
die WOT-Kurve WOT0(D), d.h. eine Initialisierung
einer Iteration wird ausgeführt,
siehe 22, WOTi = WOT0(D),
wobei D = Rollendurchmesser. Dies kann beispielsweise eine Konstante
sein, die unabhängig
von dem Durchmesser ist, wobei der Wert der Konstante 15–20 von
der Zugspannung der Bahn sein kann. Danach wird bei dem Schritt
II, siehe Schritt IIa, die Spannungsverteilung der Rolle direkt
nach dem Wickeln mit einem Wickelmodell wie beispielsweise das Hakiel-Modell oder
von Hertzen-Wickelmodell berechnet. Danach wird die Entspannung
der Spannungen, siehe Schritt IIb, abgeschätzt, indem dieses Ergebnis
als der Anfangswert bei der Zeitspanne vor dem Abwickeln der Rolle
bei der Endanwendungsvorrichtung verwendet wird. Bei dem nächsten Schritt
III werden die Spannungen, die von dem Entspannungsmodell bei dem vorherigen
Schritt II erhalten worden sind, als Anfangswerte verwendet, und
die Festigkeit oder das Laufverhalten 24 der Rolle während des
Abwickelns bei der Endanwendungsvorrichtung wird abgeschätzt. Die
Abschätzung
kann wie in dem Fall von diesem Beispiel auf das Berechnungsmodell
von dem Schritt IIc gegründet
sein. Statistische und empirische Ergebnisse und auch deren Kombinationen können ebenfalls
angewendet werden. Wenn auf der Grundlage der Abschätzung die
Rolle dem Prozess widersteht, ist dieser Wahlprozess der WOT-Kurve 26 vollendet,
siehe Schritt IV. Wenn auf der Grundlage der Abschätzung die
Rolle diesem nicht widersteht, muss eine Rückkehr zu dem Schritt I stattfinden
und ein neuer Kandidat für
eine WOT-Kurve WOT1(D) 22 muss
gewählt
werden. Erneut kann dies beispielsweise eine Konstante, die unabhängig von dem
Durchmesser ist, sein, wobei der Wert dieser Konstante beispielsweise
98% oder 102 von WOT1(D) ist. Wenn diese
neue WOT-Kurve den Schritt III passiert, ist der Wahlprozess der
WOT-Kurve vollendet, siehe Schritt IV. Wenn WOT1(D) 26 nicht den
Schritt III erfüllt,
muss die Iteration fortgesetzt werden, siehe 25. Ein neuer
Kandidat für
die WOT-Kurve kann aus den beiden vorherigen gebildet werden, indem
beispielsweise eine Variation des Sekantenverfahrens angewendet
wird [Erwin Kreyszig: "Advanced
Engineering Mathematics".
6. Auflage, John Wiley & Sons,
Inc., 1988, Seite 956]. Dies ermöglicht
beispielsweise ein Minimieren des Spannungsmaximums bei der RAMA-Berechnung,
siehe Schritt IIc, unter anderem in einem normalen Raum, der durch
kontinuierliche Funktionen ausgebildet wird. Hierbei wird bei dieser
Beschreibung der Prozedur angenommen, dass der Suchprozess für die WOT-Kurve
eine Kurve WOTref(D) 26, die den
Schritt III erfüllt,
nach den Schritten IIa, IIb und IIc erzeugt, obgleich es im Prinzip
geschehen kann, dass beispielsweise der Wert von WOT an einem Punkt
die Zugspannung der Bahn überschreiten
würde,
was bedeutet, dass eine geeignete Lösung nicht gefunden werden
würde.
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3 zeigt
ein Beispiel der Suche nach dem Anfangswert 13 des Wickelrezeptes.
Bei dem Schritt I wird eine Initialisierung der Iteration ausgeführt, siehe 32,
Rj = (N, F, T)j =
R0(D) = (N0, F0, T0) (D), wobei (N0, F0, T0)
(D) realisierbar sein muss, und wobei gilt: Rj =
Wickelrezept, N = Spaltbelastungen, F = Wickelkraft und T = Bahnspannung.
Die Aufgabe ist es, das Wickelrezept R(D) = N(D), F(D), T(D) 32 so
zu suchen, dass, wenn mit dem WOT-Modell des Aufwicklers (siehe
Jorkama-Dissertation oder empirisches Modell) berechnet wird, das
Wickelrezept die WOT-Kurve 12 liefert, die bei dem Schritt
I von 1 gewählt
wird. Vorstehend ist (sind) N(D) die Spaltbelastung (die Spaltbelastungen)
als eine Funktion des Durchmessers D, F(D) die Wickelkraft als eine
Funktion des Durchmessers und T(D) die Bahnspannung vor dem Aufwickler
als eine Funktion des Durchmessers. Das Wickelrezept, das als ein
Ergebnis dieses Nebenprozesses erzeugt wird, ist mit Rref(D) 36 bezeichnet.
Bei der Funktionsform ist es die Aufgabe, somit das Wickelrezept
derart zu finden, dass WOT-ref (D) = WOTmodel (Rref (D) ,
D) , der Fall ist, wobei die Funktion WOTmodel das
WOT-Modell repräsentiert.
Diese Prozedur ist ähnlich
derjenigen der anderen Iterationen auf der Grundlage des Sekantenverfahrens.
Zunächst
wird eine Anfangsabschätzung
Rj = R0 gewählt, siehe
Schritt I, und eine WOT-Kurve WOTi = WOT0 wird
berechnet, siehe Schritt II, mit einem WOT-Modell, siehe 33, WOTi = WOTmodel (Ri, (D) , D). Beispielsweise können die
folgenden Werte als die Anfangsabschätzungen verwendet werden: die
Spaltbelastung als eine Konstante, die unabhängig von dem Durchmesser ist,
solang wie möglich, die
Wickelkraft als eine Konstante, die unabhängig von dem Durchmesser ist,
beispielsweise 75% der Bahnspannung, und die Bahnspannung auch als eine
Konstante, die unabhängig
von dem Durchmesser ist, beispielsweise 15–20% der Zugspannung der Bahn.
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Wenn
bei der Überprüfung von
Schritt III WOT0 auf der Grundlage der gewählten Genauigkeitserfordernis
ausreichend nahe zu WOTref ist, kann ein Übergang
zu dem Schritt IV durchgeführt werden,
und R0 kann als das Wickelrezept Rref gewählt
werden, siehe 36. Wenn jedoch WOT0 nicht ausreichend
genau WOTref ist, wird die Iteration von dem
Schritt II fortgesetzt, indem ein neues Wickelrezept R1 gewählt wird,
siehe 35. Es kann beispielsweise derart gewählt werden,
dass die Laufspannung so gewählt
wird, dass sie 98% und 102 der Laufspannung von R0 ist.
Wenn dieses neue Rezept 35 den Schritt III passiert, ist
der Wahlprozess für
das Wickelrezept vollendet. Wenn R1 auch
nicht den Schritt III realisiert, muss die Iteration fortgesetzt
werden. Ein neuer Wickelrezeptkandidat kann aus den beiden vorherigen
Kandidaten gebildet werden, beispielsweise unter Verwendung einer
Variation des Sekantenverfahrens. In dieser Weise kann beispielsweise der
Abstand zwischen WOTi (Ri,
(D) , D) und WOTref (D) in einem normalen
Raum minimal gestaltet werden, der durch kontinuierliche Vektorwertfunktionen gebildet
ist. Eine beispielsweise aus der L2-Norm
gebildete Metrik kann als eine Abstandsfunktion verwendet werden.
Einschränkungen
aufgrund der Mechanik des Aufwicklers und aufgrund der Festigkeit des
Papiers müssen
als eine Restriktion bei der minimalen Gestaltung berücksichtigt
werden.
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4 zeigt
den Schritt V des Laufens der Rollenschneidmaschine 16 von 1 in
detaillierterer Weise in einem Fall, bei dem die Rollenschneidmaschine
eine WOT-Messung aufweist. Genauer gesagt wird das Rezept Rref verwendet, siehe 42, um die Rollenschneidmaschine
bei diesem Prozess laufen zu lassen. Jedoch wird während des
Laufs das Rezept so korrigiert, dass die gemessene WOT und WOTref
zusammen gebracht werden, siehe 45. Wenn die Rollenschneidmaschine
läuft,
werden der Durchmesser der Rolle, die aufgewickelt wird, und WOT
kontinuierlich gemessen, siehe 44. Die WOT-Messung kann
beispielsweise gemäß der Referenz
[Roisum, D., "The
Measurement of Web Stresses During Roll Winding", PhD Thesis, Web Handling Research
Center at Oklahoma State University, Mai 1990] ausgeführt werden.
Es wird bei bestimmten Intervallen (beispielsweise 5 Sekunden) überprüft, ob die
gemessene WOT, die mit WOTmeasurement bezeichnet
ist, die gleiche oder bei einer eingestellten Toleranz von der WOTref ist. Während des Laufs wird das Wickelrezept
Rref kontinuierlich so geändert, Siehe 46,
dass WOTmeasurement gleich oder bei einer
eingestellten Toleranz von der WOTref ist.
Diese Einstellung kann beispielsweise als die PID-Steuereinrichtung ausgeführt werden
[K. Åström & T Hägglund: "PID Controllers:
Theory, Design, and Tuning".
2. Auflage 1995, Seiten 59–119].
Die Korrektur des Rezeptes wird beispielsweise ausgeführt, indem
zuerst die Wickelkraft, als zweites die Spaltbelastung und schließlich die
Spannung eingestellt werden. Die Erhöhung von jedem Wickelparameter
erhöht
die WOT.
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Die
vorliegende Erfindung ist vorstehend unter Bezugnahme auf lediglich
eines ihrer vorteilhaften Ausführungsbeispiele
beschrieben, wobei die vorliegende Erfindung keineswegs auf die
Einzelheiten desselben eng begrenzt sein soll.
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Beispielsweise
ist die vorliegende Erfindung vorstehend unter Bezugnahme auf ein
Beispiel beschrieben, bei dem bei dem Verfahren das Wickelrezept
der Rolle als eine Funktion des Durchmessers ausgebildet wird. Es
ist ebenfalls möglich,
das Wickelrezept als eine Funktion von dem Radius oder von dem Grad
der Dicke des angesammelten Papiers an dem Wickelkern oder der gewundenen Bahnlänge oder
der Anzahl an Wicklungen (d.h. Lagen) der gewickelten Bahn zu formulieren.
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Zusammenfassung
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Es
ist ein Verfahren zum Steuern eines Aufwicklers offenbart, wobei
das Verfahren den Schritt eines Vorbereitens eines Wickelrezeptes
(13) einer Rolle aufweist, wobei das Wickelrezept Wickelparameter
aufweist. Das Verfahren hat den Schritt eines Bestimmens auf der
Grundlage von Berechnungs- und/oder Versuchsmodellen von Laufparametern
des Aufwicklers vor dem Lauf in einer derartigen Weise, das auf
der Grundlage der Modelle die Rolle einem Abwickeln widerstehen
wird, das bei einer Endanwendungsvorrichtung stattfindet, ohne beschädigt zu werden.
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