DE10381C - Neuerungen an der unter P. R. 4484 patentirten selbstthätigen Bremse für Eisenbahnwagen - Google Patents
Neuerungen an der unter P. R. 4484 patentirten selbstthätigen Bremse für EisenbahnwagenInfo
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- B60—VEHICLES IN GENERAL
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Description
1878.
Klasse 20.
JACOB HEBERLEIN in MÜNCHEN. Neuerungen an der unter P. R. No. 4484 patentirten selbstthätigen Bremse für Eisenbahnwagen.
Patentirt im Deutschen Reiche vom 19. September 1878 ab.
Vorliegende Neuerungen beziehen sich auf Frictions-Schnellbremsen nach H e b e r 1 e i n' schem
Princip, bei dem das Anziehen der Bremsklötze durch Verkürzung einer Kette, Seil etc. infolge
Aufrollens derselben vermittelst durch die Umdrehung der Räder in Umdrehung versetzter,
aufserhalb der Gleichgewichtslage aufgehängter Frictionsrollen geschieht, welche beim Bremsen
freigelassen und sich gegen auf der Radaxe befestigte Scheiben legen und von diesen durch
Friction in Umdrehung versetzt werden.
Dadurch ist die Heberlein'sche Bremse geeignet, sowohl für beliebig zusammengesetzte
Züge, als auch als Rangirbremse verwendet zu werden.
Fig. ι zeigt die Art der Verbindung der einzelnen
Bremsapparate vermittelst der Signalleine G, welche durch eine Winde H gespannt
gehalten wird, und so die Frictionsrollen aufser Contact schwebend erhält: Man kann, indem
man der Leine Spiel giebt, allmälig einzelne Frictionsrollen in Thätigkeit setzen und dadurch
den Zug je nach Bedarf mehr oder weniger kräftig bremsen.
Die mit Sperrkegel versehene Winde H ist auf der Locomotive oder im Zugführercoupe
angebracht, die Signalleine G trägt an der Rolle F die Stange D, an welcher durch den
Winkelhebel A die Frictionsrolle hängt. Sobald die Rolle F mit ihrer Fassung bei der Nase E
mit Griff angelangt ist, kann sie nicht höher gehen und der Apparat ist sicher aufser Thätigkeit.
"
Die Stange D steht nicht direct mit dem Ende des Winkelhebels A in Verbindung, sondern
erst durch die diese umgebende Röhre C, welche durch den Griff B, der mit einem kleinen
Zapfen, durch eine Feder in ein Loch in der Röhre C hineingedrückt, in die passende Ausdrehung
K an der Stange D eindringt, verbunden werden, Fig. ia. Zieht man durch den
Griff B den kleinen Zapfen aus der Ausdrehung K der Stange D, so wird die durch
die Frictionsrolle belastete Röhre C hinabfallen und hierdurch der Frictionsapparat in Thätigkeit
gesetzt, die Bremsbacken seines Wagens bezw. auch die durch Verbinder mit diesem verbundenen
Nachbarwagen anziehen. Hierdurch hat also jeder Bremser die Möglichkeit, nur
den Apparat seines Wagens in Thätigkeit zu setzen, ja er kann sogar, die Röhre Cam Griff B
festhaltend, seine Frictionsrolle mehr oder weniger andrücken. Will dagegen der Bremser auch die
übrigen an der Leine G hängenden Frictionsrollen in Contact bringen, so bringt er zuerst
seinen Apparat durch den Griff B in Thätigkeit, dann dreht er durch den Griff E die Nase
herum, befreit so die Rolle F von ihrem Widerstände, dieselbe fliegt in die Höhe, und da sich
somit die Leine G um ein bedeutendes Stück verlängert, so kommen auch die übrigen Apparate
in Thätigkeit.
Ebenso kommen auch beim Auslösen der Sperrklinke auf der Winde H, wodurch die
Leine G abläuft, die sämmtlichen Apparate in Thätigkeit, und ein gleiches geschieht, sobald
beim Entgleisen oder sonstigem Unglücksfall die Leine G reifst.
Die in Fig. 2 bis 4 dargestellte Winde besteht aus dem eigentlichen Windenkörper W,
welcher lose auf der Axe A sitzt, und dem gleichzeitig als Sperrrad gestalteten Konus C,
welcher mit seiner konischen Seite in die Höhlung des Körpers W eindringt. An der
Stelle, wo die Axe A den Konus C durchsetzt, tragen beide passendes Gewinde, und wird der
Windenkörper W durch eine Feder S vermittelst der auf der Axe A befestigten Scheiben s s'.
gegen den Konus C gedrückt, dessen Bewegung an der anderen Seite durch den Arm g des
Gestelles G begrenzt wird. Eine Sperrklinke c mit Feder greift in die Sperrzähne des Konus C
ein. Dreht man vermittelst der Kurbel a die Axe A nach rechts, so schraubt sich A in
C hinein und zieht man hierdurch den Konus C in die Winde W, bis die Reibung so grofs geworden,
dafs sie den Widerstand der Leine, sowie alles, was daran hängt, überwindet; dann
wird durch weiteres Drehen die Leine gespannt. Dreht man dann links herum, so wird man, da
der Konus, durch die Sperrklinke c gehindert, sich nicht mit drehen kann, die Axe A ein
wenig aus dem Gestell G nach der Richtung der Kurbel ·. α zu herausziehen, damit die
Scheibe s1 von W freimachen und durch die
somit verringerte Reibung zwischen C und W-dem Seile gestatten, sich,abzuwickeln. Durch
geringe Bewegung an der Kurbel kann man
ein, zwei oder mehr Apparate in Thätigkeit setzen.
Fig. 5 und Sa zeigen in Seitenansicht und
Grundrifs einen Wagen mit Bremsanordnung, die sowohl als Rangirbremse, als auch in ganzen
Zügen benutzt werden kann, weil die Apparate sowohl von der Seite, als auch vom anderen
Wagen bezw. der Maschine aus, in und aufser Thätigkeit gesetzt werden können.
Fig. 6 zeigt den Theil im Detail, durch welchen die Bremse auch als Rangirbremse anwendbar
wird.
Die Frictionsrolle F ist in ihrem Rahmen, wie gewöhnlich, aufserhalb der Schwerpunktslage
vermittelst der Rolle / an dem unterhalb des Wagens entlang laufenden Seil 5 aufgehängt,
welches über die Rolle r am Ende der Stange R gehend, durch Hochhalten der letzteren
in Spannung und so die Frictionsrolle F aufser Contact gehalten wird. Das Anziehen
der Bremsbacken durch die Verkürzung der Kette k geschieht durch die am Ende des einarmigen
Hebels H hängende Rolle h, da mit diesem Hebel H alle zu den Bremsbacken
führenden Stangen s und deren Hebel verbunden sind. Die Enden des Seiles zweier
Wagen sind durch einfache Hakenkuppelungen verbunden, das letzte Ende im Zuge wird an
einer entsprechend angebrachten Oese an der Rückwand des Wagens festgehakt.
Man kann also durch Hochheben der Stange R und Hochhalten derselben vermittelst einer Winde
das Seil .S so spannen, dafs Frictionsrolle F
aufser Contact gehalten wird, oder, wenn man die Stange R herunter läfst, das Seil S so verlängern,
dafs die Frictionsrolle F in Contact und die Bremsen in Wirksamkeit gelangen.
Das Seil S läuft aufser über die Führungsrollen über die drei Rollen A, η und ο, von denen die
Rolle A an dem Pendel i hängt, der von dem Krummzapfen c' der Welle c durch Drehen
vermittelst der Kurbel a in pendelnde Bewegung gesetzt wird.
Die Kurbeln a, an jeder Seite des Wagens auf der Welle c angebracht, werden in ihrer
senkrechten Stellung festgehalten, indem der Bolzen / des Federkastens F mit seinem
äufseren kugelförmig abgerundeten Ende durch die ihn umgebende Spiralfeder s in die Höhlung
a' an der Kurbel α einschnappt; in dieser
Stellung nimmt der, Krummzapfen c' die in Fig. 5 dargestellte Stellung ein (das Seil S ist
gespannt und die Frictionsrolle F aufser Contact gehalten). Ein Schlag gegen eine der
beiden Kurbeln a, nach welcher Seite es auch sei, überwindet den Widerstand des Bolzenendes
/ in der Höhlung a', die Kurbel α fällt
herunter, mit ihr dreht sich die Welle c, das Pendel nimmt die senkrechte Lage ein, wodurch
das Seil £ nachgelassen und die Frictionsrolle in Contact gebracht wird.
Hebt man dagegen die Kurbel α wieder und läfst den Bolzen / einschnappen, so wird dadurch
das Seil .S wieder gespannt und die Bremse aufser Thätigkeit gesetzt.
Der in Fig. 6 bis 9 detaillirte Theil der Anordnung bildet eine völlige Rangirbremse,
während die in Fig. 5 dargestellte Anordnung mit der Stange R, Rolle r und f die im Zuge
anwendbare Bremse zeigt, so dafs das Ganze eine combinirte Schnell- und Rangirbremse darstellt.
Um die Bremse jedes Wagens sowohl als Rangirbremse, als auch im ganzen Zuge benutzen
zu können, ist die in Fig. 10 und 11 dargestellte Anordnung getroffen worden. Der
zweiarmige Hebel J ist um den Punkt / drehbar angebracht, der bei /' einen Haken trägt,
in den der am Ende des Seiles S befindliche Kuppelungshaken pafst. Befindet sich Hebel J
in der in Fig. 11 gezeichneten Lage, so ist Seil 5 gespannt und Frictionsrolle T aufser
Contact gehalten, und wird in derselben erhalten durch den Griff C, dessen Nase c das
untere Ende J" des Hebels J festhält. Solche Anordnungen hat jeder Wagen an jeder Stirnwand;
durch einen einfachen Schlag gegen den Griff C wird das Ende J" des Hebels / von
der Nase befreit, das Ende /' fällt herunter und die Frictionsrolle F kommt in Contact.
Steht ein Bremser auf dem Wagen, so kann er das Ende /", nachdem er es von der Nase c
befreit, ergreifen und durch entsprechendes Senken die Frictionsrolle F je nach Bedarf
spielen lassen.
Da Seil .S auch über Rolle R und r geht,
bedarf es nur der Senkung der Stange U mit der Rolle r, um die Frictionsrolle F in Thätigkeit
zu setzen, was von dem betreffenden Bremser geschehen kann.
In Fig. 15 besteht die Stange U hier aus
einer Röhre U und einer in dieselbe eindringenden Stange u. Die Röhre U ist belastet
durch das Gewicht g, welches auf dem die Röhre U durchsetzenden Keil k ruht. Letzterer
durchsetzt auch die Stange u bezw. bewegt sich in einem Schlitz u' in der Stange u.
Die Röhre U und das sie belastende Gewicht g mit ihr ruhen durch Platte α auf der Feder A
und belasten so die mit der Frictionsrolle F verbundenen Hebel F'.
Hebt man vermittelst des Griffes G die Röhre U, so wird, indem der Keil k im
Schlitz u' gleitet, wenn der Keil k die oberste
Grenze der Nuth u' erreicht hat, die Frictionsrolle F entlastet. Beim Senken der Stange U
wird die Frictionsrolle in Contact gebracht, und hat es so der Bremser durch den Griff G in
der Hand, die Frictionsrolle F mehr oder weniger zu belasten, also eine stärkere oder
schwächere Bremskraft auszuüben.
Im ganzen Zuge ist die Stange bezw. Röhre U durch die Rollen ί s' s'1 und den auslösbaren
Haken B mit der oberhalb der Wagen entlang laufenden Leine T verbunden, so dafs beim
Anziehen der Leine T die Röhre U hoch und dadurch die Frictionsrolle F aufser Contact ge-
halten wird. Eine Begrenzung der abwärtsgehenden Bewegung der Röhre U wird durch
den Vorstecker ν bewirkt, der, an einem Kettchen hängend, die Röhre U durchsetzt und
oberhalb der Schelle V festhält.
In Fig. 14 wird die Frictionsrolle F vermittelst
Winkelhebels F' an einer Röhre U mit in dieselbe eindringender Stange ti aufser Contact
gehalten, indem Röhre U und Stange ti an einer Rolle ί vermittelst der über die Wagen
laufenden Leine T hängen. Die Stange u mit der Rolle ^ ist mit der Röhre U durch den
Haken r gekuppelt, indem letzterer mit seinem unteren Ende in eine Nuth in Röhre U und
Stange u eindringt.
Will der Bremser bremsen, so reifst er den Haken r aus der Röhre U und Stange u heraus,
fafst die Röhre Ü beim Griff U' und hakt entweder, wenn er die übrigen Apparate nicht in
Thätigkeit setzen will, die Rolle s in den Ring S
ein, oder läfst die Rolle j· hoch gehen, setzt
dadurch die Apparate der anderen Wagen in Thätigkeit und senkt durch den Griff U' die
Stange u, so seine eigene Frictionsrolle F in Thätigkeit setzend und nach Bedarf mehr oder
weniger belastend; er kann dann auch wieder den Haken am Griff U' in den Ring S einhaken,
was auch geschieht, wenn dieser Apparat gar nicht mit der Leine T in Verbindung steht
und er seine Frictionsrolle aufser Contact erhalten will. Die auf- und abgehende Bewegung
der Röhre U ist durch das Gewicht g begrenzt, welches an der tiefsten Stelle gegen die Schelle ζ
anstöfst.
Fig. 13 zeigt den Haken an den Enden der unterhalb der Wagen entlang laufenden Seile .S.
Diese Haken bilden einen an einer Stelle aufgeschnittenen Ring, dessen beide so gebildete
Enden abgeschrägt sind, so dafs sie zwei dicht an einander stehende Schneiden bilden. Die
Befestigung des Seiles in solchem Haken geschieht vermittelst des Halses ζ desselben, der
von innen nach aufsen konisch verjüngt ist, indem man das Seil durch den Hals hindurchzieht
und dann, nachdem man einen Knoten am Ende geschürzt hat, diesen fest in den Hals
hineinzieht.
Claims (5)
1. Die lösbare Verbindung B der Stange D
mit der Röhre C zum Zweck des Bremsens des betreffenden Wagens, wie in Bezug auf
Fig. ι und ia beschrieben.
2. An der Winde zum Spannen der oberen Leine G die Anwendung des mit Gewinde
und Sperrzähnen versehenen Frictionskegels C, sowie der Feder S, wie in Bezug auf Fig. 2
bis 4 beschrieben.
3. Die Anwendung der gespannten Leine »S
unterhalb der Wagen zum Abheben der Frictionsrollen in Verbindung mit der Stange R
zum Bremsen des betreffenden Wagens, sowie in Verbindung mit dem Pendel i und seiner
Ausrüstung mit arretirbarer und durch einen Schlag lösbarer Kurbel α zum Bremsen beim
Rangiren, wie in Bezug auf Fig. 5 bis 9 beschrieben.
4. Die Befestigung der unteren Leine 5 an dem Hebel J des Schlufswagens, wobei der
Hebel J beim - Rangiren durch einen Schlag gelöst wird, wie in Bezug auf Fig. 10 bis 11
beschrieben.
5. Die Verbindung der Röhre U mit der Stange u, der Feder α und dem Keil k,
welche, an der oberen gespannten Leine T hängend, die Frictionsrolle aufser Contact
hält und deren Auslösung, wie in Bezug auf Fig. 15 beschrieben.
Hierzu 3 Blatt Zeichnungen.
Applications Claiming Priority (1)
| Application Number | Priority Date | Filing Date | Title |
|---|---|---|---|
| DE20598T |
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| Publication Number | Publication Date |
|---|---|
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Family Applications (2)
| Application Number | Title | Priority Date | Filing Date |
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| DENDAT10381D Active DE10381C (de) | Neuerungen an der unter P. R. 4484 patentirten selbstthätigen Bremse für Eisenbahnwagen | ||
| DENDAT20598D Active DE20598C (de) | Apparat zum Durchschneiden der Leine bei heberlein'schen kontinuirlichen Eisenbahnwagenbremsen |
Family Applications After (1)
| Application Number | Title | Priority Date | Filing Date |
|---|---|---|---|
| DENDAT20598D Active DE20598C (de) | Apparat zum Durchschneiden der Leine bei heberlein'schen kontinuirlichen Eisenbahnwagenbremsen |
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| DE (2) | DE20598C (de) |
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0
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- DE DENDAT20598D patent/DE20598C/de active Active
Also Published As
| Publication number | Publication date |
|---|---|
| DE20598C (de) |
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