[go: up one dir, main page]

DE1038002B - Verfahren zur Erzeugung von waschbestaendigen Glanzeffekten auf cellulosehaltigen Flaechengebilden - Google Patents

Verfahren zur Erzeugung von waschbestaendigen Glanzeffekten auf cellulosehaltigen Flaechengebilden

Info

Publication number
DE1038002B
DE1038002B DEA18035A DEA0018035A DE1038002B DE 1038002 B DE1038002 B DE 1038002B DE A18035 A DEA18035 A DE A18035A DE A0018035 A DEA0018035 A DE A0018035A DE 1038002 B DE1038002 B DE 1038002B
Authority
DE
Germany
Prior art keywords
parchment
treatment
fabric
textile
cellulose
Prior art date
Legal status (The legal status is an assumption and is not a legal conclusion. Google has not performed a legal analysis and makes no representation as to the accuracy of the status listed.)
Pending
Application number
DEA18035A
Other languages
English (en)
Inventor
Hermann Georg Mueller
Dr Werner Krucker
Current Assignee (The listed assignees may be inaccurate. Google has not performed a legal analysis and makes no representation or warranty as to the accuracy of the list.)
Cilander AG
Original Assignee
Cilander AG
Priority date (The priority date is an assumption and is not a legal conclusion. Google has not performed a legal analysis and makes no representation as to the accuracy of the date listed.)
Filing date
Publication date
Application filed by Cilander AG filed Critical Cilander AG
Priority to DEA18035A priority Critical patent/DE1038002B/de
Publication of DE1038002B publication Critical patent/DE1038002B/de
Pending legal-status Critical Current

Links

Classifications

    • DTEXTILES; PAPER
    • D06TREATMENT OF TEXTILES OR THE LIKE; LAUNDERING; FLEXIBLE MATERIALS NOT OTHERWISE PROVIDED FOR
    • D06QDECORATING TEXTILES
    • D06Q1/00Decorating textiles
    • D06Q1/02Producing patterns by locally destroying or modifying the fibres of a web by chemical actions, e.g. making translucent

Landscapes

  • Chemical & Material Sciences (AREA)
  • Chemical Kinetics & Catalysis (AREA)
  • General Chemical & Material Sciences (AREA)
  • Engineering & Computer Science (AREA)
  • Textile Engineering (AREA)
  • Treatment Of Fiber Materials (AREA)

Description

  • Verfahren zur Erzeugung von waschbeständigen Glanzeffekten auf cellulosehaltigen Flächengebilden Es ist bekannt, auf Textilgut aus nativen und/oder regenerierten Cellulosefasern Glanzeffekte permanent zu fixieren, indem man das Gewebe mit Kunstharzen oder deren Vorprodukten imprägniert oder bedruckt, einer mechanischen Formgebung unter Wärmeeinwirkung unterwirft, das Kunstharz auskondensiert und fertigstellt. Je nach der Art der mechanischen Formgebung (Kalandrieren mit oder ohne Friktion, Cirebehandlung, Behandlung am Riffelkalander, Prägen u. dgl.) entstehen die verschiedensten permanenten Glanzeffekte. Dieser Permanentfinish ist aber an bestimmte schwerere Gewebearten, gebunden, da bei diesem Ausrüstverfahren die Kunstharzeinlagerung eine bedeutende Schwächung des Gewebes hervorruft. Aus diesen Grunde kommen, obige Verfahren für feine Gewebe (z. B. -'vIousseline) kaum in Betracht, da deren Festigkeit über ein zuträgliches Maß hinaus herabgesetzt wird.
  • Das erfindungsgemäße Verfahren gestattet nun, waschbeständige uni oder auch gemusterte Glanzeffekte, wie sie im obigen Abschnitt aufgezählt worden sind, auch auf feinsten Geweben aus nativer und/oder regenerierter Cellulose in hervorragender Weise zu erzielen, ohne daß dabei Kunstharze oder auch irgendein anderes Appreturmittel permanent auf dem Textilgut fixiert zu werden brauchen. Dadurch bietet das erfindungsgemäße Verfahren den Vorteil, daß es keinen oder einen nur unbedeutenden Fertigkeitsverlust zur Folge hat, was die Verwendung feinster, schwächerer Gewebe möglich macht. Die verschiedenartigsten waschbeständigen Glanzeffekte «-erden erfindungsgemäß dadurch erreicht, daß das native und/oder regenerierte Celulose enthaltende Textilgut vorerst pergamentiert und nach Entfernung des Pergamentiermittels in einen Zustand versetzt wird, in welchem das Textilgut einen ganz bestimmten Feuchtigkeitsgehalt von mindestens 12°/o bis höchstens 120°/o des Trockengewichtes aufweist, worauf dann die zur Erzielung des Glanzes notwendige mechanische Formgebung unter Preßdruck und Wärmeeinwirkung, gegebenenfalls unter Friktion, erfolgt.
  • Für das erfindungsgemäße Verfahren eignen sich Gewebe und Gewirke, die native und/oder regenerierte Cellulose enthalten. Als günstige Gewebe seien genannt: Mousseline, Voile, Marquisette, Toile u. dgl. aus Baumwolle, Zellwolle oder Kunstseide, des weiteren auch dichtere Gewebe aus gleichem Fasermaterial, wie Calico, Percale, Cretonne. Interessante Effekte lassen sich auch auf Mischgeweben und Mischgespinsten der genannten Fasern unter sich und auch von solchen mit anderen Fasern (Acetatseide, vollsynthetische Fasern, wie Polyamide, Polyacrylnitril, Polyester, Polyvinyle) erzielen, wobei die Pergamentierung so gestaltet werden kann, daß von ihr nur die eine Komponente, z. B. Regeneratcellulose, erfaßt wird. Bei den Mischgeweben mit cellulosefremdem Fasermaterial ist darauf zu achten, daß dieses durch die verfahrensgemäße Pergamentierung nicht in einer Weise angegriffen wird, die die Festigkeit des Gewebes in beträchtlicher Weise herabmindert. Dabei kann das mitverwendete Fasermaterial ebenfalls durch mechanische Formgebung unter Wärmeeinwirkung thermoplastisch verformt werden oder nicht, was eine weitere Variation der durch das erfindungsgemäße Verfahren erreichbaren Effekte ergibt.
  • Die erfindungsgemäß vorgeschriebene Pergamentierung der Gewebe aus nativer Cellulose erfolgt mittels der dafür bekannten Agenzien. So wird die erforderliche Pergamentierung beispielsweise erreicht, indem ein Gewebe aus nativer Cellulose der Einwirkung von Schwefelsäure über 50° Be bei einer Temperatur von höchstens 35° C während mindestens 1 Sekunde ausgesetzt wird. Der Behandlung mit Schwefelsäure kann vorteilhaft eine Behandlung mit Lauge von Mercerisierstärke folgen. Als weitere Pergamentiermittel seien genannt: Phosphorsäure, Salzsäure, Salpetersäure, ferner pergamentierend wirkende Salzlösungen, wie z. B. Zinkchlorid, Cuoxam, Kaliumsulfocyanid. Für Gewebe aus regenerierter Cellulose gelten die gleichen Pergamentiermittel, wobei sie aber schon in niedrigerer Konzentration den Pergamentiereffekt hervorrufen, z. B. Schwefelsäure von mindestens 40° Be oder Natronlauge von mindesten 7° Be. Um den Effekt zu verbessern, können auch mehrere gleichartige oder verschiedene Pergamentierbehandlungen aufeinanderfolgen. Die Bedingungen können dabei so gewählt werden, daß in Mischgeweben aus nativer und regenerierter Cellulose nur die letztere pergamentiert wird. Ausdrücklich sei erwähnt, daß außer den aufgeführten Pergamentierbehandlungen auch alle weiteren Verfahren, die die Cellulose in gleicher Weise verändern, erfindungsgemäß angewandt werden können. Dabei können diese pergamentierend wirkenden Mittel auch musterförmig aufgedruckt werden, oder es kann durch Aufdruck einer geeigneten Druckmasse gegen die Pergamentierbehandlung musterförmig reserviert werden. Wird das Textilgut musterförmig pergamentiert, so tritt der erfindungsgemäße Glanzeffekt nur an den pergamentierten Stellen ein. Nach der Pergamentierbehandlung wird das Gewebe gut gespült, d. h. vom Pergamentiermittel befreit.
  • Die erfindungsgemäß zur Formgebung erforderliche Feuchtigkeit wird vorzugsweise auf folgende zwei Arten erreicht: 1. Nach dem Auswaschen des Pergarnentiermittels wird das Textilgut getrocknet und durch erneute Benetzung, beispielsweise mittels Foulardieren, Pflatschen, Dämpfen, Bestäuben, Einsprengen oder Bedrucken des zu veredelnden Flächengebildes mit Flüssigkeiten oder Flüssigkeiten enthaltenden Mitteln, z. B. Lösungen, Verdickungen aller Art, auf die gewünschte Feuchtigkeit gebracht. Als Befeuchtungsmittel gelangen sowohl Wasser als auch organische Lösungsmittel, oder andere, eine gewisse Quellung der Faser verursachende Flüssigkeiten, insbesondere auch Säuren und Alkalien, zur Anwendung. Diesen Feuchtigkeitsmitteln können beliebige handelsübliche Netzmittel, wie z. B. Alkylarylsulfonate, zugesetzt werden. Durch Aufbringen, d. h. z. B. durch Foulardieren oder durch Bedrucken von hygroskopischen Substanzen, insbesondere Glycerin und dessen Verbindungen, auf das Textilgut, kann ebenfalls eine für das Verfahren anwendbare Befeuchtung erzielt werden. Die Befeuchtung erstreckt sich entweder über das ganze Flächengebilde, oder sie erfolgt nur musterförmig partiell, was durch Bedrucken, insbesondere mit Lösungen, Verdickungen oder hygroskopischen Substanzen erreicht werden kann. Druckt man eine gegen die Benetzung reservierende bzw. die Benetzung abschwächende Druckmasse, vorzugsweise wasserabstoßende Substanzen, wie z. B. Paraffinemulsionen, Octadecy 1-oxymethy lpyridiniumchlorid, auf, so erhält man, nach Befeuchtung der ganzen Textilfläche nach einer der obengenannten Methoden, ebenfalls eine partielle Befeuchtung in Musterform. Die betreffende Reserve kann dabei auswaschbar oder nicht auswaschbar sein. Wird nun das so partiell befeuchtete, vorgängig pergamentierte Textilgut einer mechanischen Formgebung, z. B. einer Kalanderbehandlung unter Druck und Wärmeeinwirkung, gegebenenfalls mit Friktion, unterworfen, so ergeben sich an den ursprünglich befeuchteten Stellen nach dem Auswaschen und Trocknen musterförmige, gegen normale Wäsche resistente Glanzeffekte, während der durch die Formgebung entstandene Glanz an den gegen die Befeuchtung reservierten oder auf andere Weise =befeuchteten Stellen durch das nachfolgende Auswaschen wieder verlorengeht.
  • 2. Nach dem Auswaschen des Pergamentiermittels wird das Spülwasser nur zum Teil, insbesondere durch Absaugen, Abquetschen, teilweises Eintrocknenlassen, entfernt, so daß die erfindungsgemäß erforderliche Feuchtigkeit des Textilgutes ohne vollständige Trocknung und nachträgliche Wiederbefeuchtung erreicht wird.
  • Die mechanische Verformung erfolgt durch Rufpressen von Formkörpern, insbesondere durch Kalandrieren mit oder ohne Friktion mittels glatter oder gravierter Walzen, insbesondere unter Verwendung von Zwei- und Mehrwalzenkalandern, Schreiner- und Prägekalandern oder Muldenpressen.
  • Unter mechanischer Verformung oder mechanischer Formgebung von textilen Flächengebilden sind diejenigen mechanischen Einwirkungen zu verstehen, durch welche die Textur des Textilgutes in irgendeiner Weise gegenüber der ursprünglichen Form desselben verändert wird. Solche Formgebungen umfassen alle derartigen Effekte, wie Glanzfinish, durch Pressung, durch rollenden Druck, mit oder ohne Anwendung von Friktion, ferner Glanzfinish durch Einprägen von feinen lichtbrechenden Haschuren und durch Prägungen mittels erhabener reliefartiger oder mit vertieften Musterungen versehener Formkörper. Dabei beschränkt sich das erfindungsgemäße Verfahren nicht auf die oben aufgezählten Ausführungsformen, sondern gilt in gleicher Weise auch für alle weiteren mechanischen Verformungen unter gleichzeitiger Wärmeeinwirkung, sofern dazu ein erfindungsgemäß vorbehandeltes Gewebe aus nativer oder regenerierter Cellulose verwendet wird. Die bei der mechanischen Verformung notwendige Minimal-Formkörpertemperatur beträgt 115° C.
  • Durch die mechanische Formgebung, wie sie in ihren verschiedenen Ausführungsformen oben beschrieben wurde, wird das erfindungsgemäß vorbehandelte Textilgut an den entsprechenden Stellen gegenüber der ursprünglichen Form dergestalt verändert, daß jene einen vom normalen Glanz abweichenden erhöhten Glanz aufweisen, der je nach Art der Formgebung seine bestimmte Eigenart aufweist.
  • Neben den schon angedeuteten Variationsmöglichkeiten ist es aber auch möglich, das erfindungsgemäße Verfahren mit an sich bekannten Ausrüstungsverfahren zu kombinieren. So ergibt sich z. B. die Kombination mit Farbdruck, Metallpulver- und Pigmentdruck, Faser- und Faserstaubdruck, Reservedruck gegen das Pergamentieren, wobei die nicht pergamentierten Gewebeteile nachträglich einer Schrumpfbehandlung unterworfen werden können. Im letzteren Falle kann die Schrumpfbehandlung entweder schon nach der Pergamentierung oder aber auch erst nach der mechanischen Formgebung vorgenommen werden. Diese Ausrüstungen zeigen neben den schon bekannten Effekten in den pergamentierten Flächenteilen zusätzlich die erfindungsgemäß bedingten Glanzeffekte. Andererseits ist es möglich, das erfindungsgemäße Verfahren auf vorgefärbtem Textilgut durchzuführen oder auch dasselbe nachträglich in der gewünschten Farbe einzufärben. Im letzteren Falle erhält man zusätzlich zum Glanzeffekt auch einen Ton-in-Ton-Effekt, da die der mechanischen Formgebung unterworfenen Gewebepartien auch eine veränderte Farbstoffaffinität aufweisen. Das Färben, der Farbstoff-, Pigment-, Metallpulver-, Flock-Druck und/oder der Reservedruck mit nachfolgender Quellmittel-Behandlung kann in beliebiger Reihenfolge den einzelnen erfindungsgemäßen Teiloperationen vor-, zwischen- oder nachgeschaltet werden.
  • Nach dem erfindungsgemäßen Verfahren lassen sich auch Moire-Effekte herstellen, indem man, wie an sich bekannt, zwei Lagen von Geweben der mechanischen Verformung, insbesondere Kalandrierung, unterwirft. Es können dabei beide Gewebelagen erfindungsgemäß pergamentiert sein, wobei mindestens das eine der beiden Gewebe den erfindungsgemäß bestimmten Feuchtigkeitsgehalt aufzuweisen hat, bevor es der heißen Formgebung unterworfen wird. Es können aber auch beide Gewebe im feuchten Zustande sein. Verfahrensgemäß wird dabei der gewünschte waschbeständige Glanzeffekt nur auf dem feuchten Gewebe erreicht, während das zweite trockene Gewebe die Moire-Musterung nach einer Feuchtigkeitsquellung wieder verliert. Durch Variation des als Unterlage dienenden Flächengebildes, das nicht pergamentiert zu sein braucht, können verschiedenartig gemusterte Moirebilder erzielt werden. Als Unterlage kommen beispielsweise in Betracht: Organdy. Mousseline, Percale, Cambric, Satin, Popeline.
  • Beispiel 1 Ein gebleichter Zellwoll-Mousseline wird 10 Sekunden mit Phosphorsäure von 40° Be bei 10° C behandelt, gespült, 5 Sekunden in K O H von 30° Be bei -5'C getaucht, gesäuert, gut gespült und auf dem Spannrahmen getrocknet. Das durch Besprengen mit Wasser auf einen. Feuchtigkeitsgehalt von 60% konditionierte Gewebe wird bei 130"C kalandriert, ausgewaschen und unter Spannung getrocknet. Dabei wird ein hochglänzender Zellwolltransparent erhalten, dessen Glanz seidenglanzähnlich ist und sich in hervorragender Weise vom gewöhnlichen Transparentglanz unterscheidet. Zur Erhöhung des Glanzeffektes kann die Befeuchtung und darauffolgende Kalandrierung wiederholt werden.
  • Beispiel 2 Ein gebleichter Baumwoll-Mousseline wird musterförmig mit einer säurebeständigen Reserve bedruckt, z. B. Gummiverdickung 1 : 1 (Gummiarabikum), einer pergamentierenden Säurebehandlung (Schwefelsäure 53° Be bei 0° C während 6 Sekunden) unterworfen, gut gespült und auf dem Changierrahmen getrocknet. Das durch Dämpfen wieder benetzte Gewebe (Feuchtigkeit 351/o) wird am Schreinerkalander bei 140° C kalandriert, 2 Minuten einer Laugenbehand1ung (Na O H 30° Be) unterworfen, gesäuert, gespült und unter Spannung getrocknet. Es entsteht dabei ein musterförmig transpariertes Gewebe mit waschbeständigen Glanzmustern neben opaken, nicht transparentierten Gewebepartien. Für das obige Verfahren kann auch ein gefärbtes oder bedrucktes Gewebe verwendet werden, oder dasselbe kann nachträglich eingefärbt werden.
  • Beispiel 3 Ein gebleichter Baumwoll-lfousseline wird folgender Pergamentierbehandlung unterworfen: Schwefelsäure 53° Be während 10 Sekunden bei 10° C. Darauf wird gespült, nachmercerisiert, gesäuert und gründlich ausgewaschen. Das durch kräftiges Abquetschen am Foulard auf eine Feuchtigkeit von 50% des Trockengewichtes gebrachte Gewebe wird in Doppellage über einem trockenen Transparentgewebe durch einen Kalander mit gegenseitig schräg gestellten Walzen bei 200° C geschickt. Das Gewebe kann nun in diesem Zustande überfärbt und wie üblich fertiggestellt «-erden. Man erhält prächtige, seidenglanzähnliche Moire-Effekte. Nachträglich kann z. B. noch musterförmig mit Faserstaub beflockt werden.
  • Beispiel 4 Ein Mischgewebe mit Baumwolle im Schuß und Viskosekunstseide in der Kette wird einer die Kunstseide pergamentierenden Behandlung, z. B. mit Schwefelsäure 48° Be während 6 Sekunden, unterworfen, gespült, unter Spannung getrocknet und gegebenenfalls gefärbt oder bedruckt. Nach vorgängigem Befeuchten am Foulard auf 800/a Feuchtigkeitsgehalt wird das Gewebe durch einen Mehrwalzen-Kalander bei 140° C geschickt, ausgewaschen und auf dem Changierrahmen unter Spannung getrocknet. Da der Preßdruck nur auf der pergamentierten Viskosekunstseide einen permanenten Glanzeffekt erzeugt hat, ist auf dem verwendeten Mischgewebe neben der einseitigen Versteifung ein eigenartiger Glanz-Matt-Effekt entstanden.
  • Beispiel 5 Ein gebleichter, mercerisierter Baumwoll-1lousseline wird mustermäßig mit einer pergamentierend wirkenden Druckmasse (z. B. Zinkchloridlösung mit darin gelöster Cellulose) bedruckt, bei 100°C getrocknet, die Druckpaste ausgewaschen und das Gewebe auf dem Spannrahmen getrocknet. Nach erneutem Befeuchten (Wassergehalt = 45 %) wird am Kalander bei 200°C kalandriert, ausgewaschen und unter Spannung getrocknet. In Form eines Streifendessins wird nun eine gegen Laugeneinwirkung reservierende Druckpaste (z. B. Dextrinreserve) aufgedruckt, mit Natronlauge von 30° Be bei 15'C 3 Minuten behandelt, gut gespült und mit geringer Spannung getrocknet. Dadurch entsteht ein mit hochglänzenden pergamentierten Stellen versehener Crepe-Effekt. Der Glanz im nicht pergamentierten Gewebeteil ging dabei durch das Auswaschen nach der mechanischen Verformung wieder verloren.
  • Beispiel 6 Ein gebleichter Baumwoll-Mousseline wird musterförmig mit einer gegen Transpariersäure reservierenden Druckpaste (wie im Beispiel 2) bedruckt, hierauf mit Schwefelsäure von 52,5° Be bei 4'C 8 Sekunden tranparentiert, dann zuerst mit verdünnter Schwefelsäure und weiter mit Wasser ausgewaschen und danach einer üblichen Mercerisierbehandlung unterworfen. Nach gründlichem Auswaschen bzw. Absäuern und Spülen erfolgt die Trocknung und Wiederbefeuchtung durch Besprengen mit Wasser unter Zusatz von 2 g/1 eines Netzmittels, z. B. Fettalkoholsulfonat, bis zu einem Feuchtigkeitsgehalt von 40% des trockenen Gewebegewichtes. Bei 170° C Walzentemperatur wird nun mit Friktion zweimal kalandriert und das Gewebe hierauf 3 Minuten einer Schrumpfbehandlung mit Natronlauge von 30° Be unterworfen. Nach dem Spülen, Absäuern und gründlichen Auswaschen wird das Gewebe im Hängetrockner getrocknet, wodurch die nicht transparentierten Stellen schrumpfen, während die verformten transparentierten Partien crepeartig geworfen werden. Es entsteht ein feines Crepegewebe mit glänzenden transparentierten Partien neben matten, nicht transparentierten geschrumpften Stellen.
  • Beispiel 7 Ein gebleichter, mercerisierter Baumwoll-Mousseline wird einer Pergamentierbehandlung (Schwefelsäure 53° Be, 10 Sekunden bei 5° C) unterworfen, zur Verbesserung des Tranparenteffektes nachträglich nochmals in an sich bekannter Weise mit Natronlauge von 30° Be mercerisiert, gut gespült und unter Spannung getrocknet. Das trockene Gewebe wird auf 30% Feuchtigkeitsgehalt eingesprengt und auf dem Gaufrierkalander bei 170° C gaufriert, überfärbt und auf dem Changierrahmen getrocknet. Es heben sich die durch die Gaufrage gepreßten Stellen durch ihren eigenartigen Glanz in hervorragender Weise vom Fond ab.
  • Das vorliegende Verfahren beschränkt sich nicht auf die genannten beispielsweisenAusführungsformen, sondern kann beliebig variiert werden, sowohl in der Art der als Ausgangsmaterialien verwendeten textilen Flächengebilde, in der Art der Pergamentierbehandlung, in der Art der Trocknung, in der Art der Benetzung, in der Art der mechanischen Verformung, als auch in der Art der Kombination mit bekannten Veredlungsprozessen, wie Färben, Drucken, partielle Schrumpfung.

Claims (5)

  1. PATENTANSPRÜCHE: 1. Verfahren zur Erzeugung von waschbeständigen Glanzeffekten auf cellulosehaltigen Flächengebilden, dadurch gekennzeichnet, daß man das Textilgut zuerst in bekannter Weise mindestens einer Pergamentierbehandlung unterwirft, das Pergamentiermittel entfernt, dann das textile Flächengebilde mindestens teilweise in einen Zustand versetzt, in welchem es eine Feuchtigkeit von 12 bis 120% des Trockengewichtes besitzt, und anschließend es unter Pressung und Wärmeeinwirkung mechanisch verformt.
  2. 2. Verfahren nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß die Pergamentierbehandlung musterförmig partiell durch Aufdruck von pergamentierend wirkenden Mitteln auf das zu veredelnde Flächengebilde erfolgt.
  3. 3. Verfahren nach Anspruch 1 und 2, dadurch gekennzeichnet, daß die Pergamentierbehandlung musterförmig partiell durch Aufdruck einer gegen die Pergamentierung reservierend wirkenden Druckfarbe und nachträgliche Pergamentierung erfolgt.
  4. 4. Verfahren nach Anspruch 1 bis 3, dadurch gekennzeichnet, daß bei der mechanischen Verformung das feuchte pergamentierte Flächengebilde, zusammen mit einer textilen Unterlage. mindestens einer Kalanderbehandlung mit od°r ohne Friktion unterworfen wird, wobei das als Unterlage dienende textile Flächengebilde von gleicher oder von anders gearteter Struktur und Beschaffenheit wie das zu veredelnde Textilgut sein kann.
  5. 5 Ausbildung des Verfahrens nach Anspruch 1 bis 4, dadurch gekennzeichnet, daß das verfahrensgemäß behandelte Textilgut in an sich bekannter Weise noch einer partiellen Quellmittelbehandlung, insbesondere einer Schrumpfbehandlung, unterworfen wird. In Betracht gezogene Druckschriften: Deutsche Patentschriften Nr. 226 521, 749 049; französische Patentschrift Nr. 903 596; E. Sedlaczek, Die Merzerisierverfahren (1928). S. 65; F. We i s s, Spezial- und Hochveredlungs-Verfahren der Textilien aus Cellulose (1951), S. 198; M. Peter, Textilveredlung, S. 100-101.
DEA18035A 1953-05-19 1953-05-19 Verfahren zur Erzeugung von waschbestaendigen Glanzeffekten auf cellulosehaltigen Flaechengebilden Pending DE1038002B (de)

Priority Applications (1)

Application Number Priority Date Filing Date Title
DEA18035A DE1038002B (de) 1953-05-19 1953-05-19 Verfahren zur Erzeugung von waschbestaendigen Glanzeffekten auf cellulosehaltigen Flaechengebilden

Applications Claiming Priority (1)

Application Number Priority Date Filing Date Title
DEA18035A DE1038002B (de) 1953-05-19 1953-05-19 Verfahren zur Erzeugung von waschbestaendigen Glanzeffekten auf cellulosehaltigen Flaechengebilden

Publications (1)

Publication Number Publication Date
DE1038002B true DE1038002B (de) 1958-09-04

Family

ID=6924050

Family Applications (1)

Application Number Title Priority Date Filing Date
DEA18035A Pending DE1038002B (de) 1953-05-19 1953-05-19 Verfahren zur Erzeugung von waschbestaendigen Glanzeffekten auf cellulosehaltigen Flaechengebilden

Country Status (1)

Country Link
DE (1) DE1038002B (de)

Citations (3)

* Cited by examiner, † Cited by third party
Publication number Priority date Publication date Assignee Title
DE226521C (de) *
DE749049C (de) * 1937-07-27 1944-11-15 Chem Fab Theod Rotta Verfahren zur Herstellung von waschbestaendigen Appretureffekten auf Textilstoffen aus Cellulosehydratfasern
FR903596A (fr) * 1943-04-22 1945-10-09 Cilander Ag Obtention d'effets de transparence sur tissus en fibranne ou en contenant

Patent Citations (3)

* Cited by examiner, † Cited by third party
Publication number Priority date Publication date Assignee Title
DE226521C (de) *
DE749049C (de) * 1937-07-27 1944-11-15 Chem Fab Theod Rotta Verfahren zur Herstellung von waschbestaendigen Appretureffekten auf Textilstoffen aus Cellulosehydratfasern
FR903596A (fr) * 1943-04-22 1945-10-09 Cilander Ag Obtention d'effets de transparence sur tissus en fibranne ou en contenant

Similar Documents

Publication Publication Date Title
DE69625710T2 (de) Verfahren zur herstellung von geweben und gewirken aus garngefarbten rohseide
DE1140170B (de) Verfahren zur Herstellung nicht gaufrierter, Polyesterfasern enthaltender Gewebe mit verbesserten Eigenschaften
DE69112492T2 (de) Verfahren zum Schrumpfen von Denim-Geweben.
DE878788C (de) Verfahren zum Ausruesten von aus Cellulose oder regenerierter Cellulose bestehenden Geweben
DE476595C (de) Verfahren zum Veredeln vegetabilischer Textilfaserstoffe
DE641040C (de) Verfahren zur Herstellung geformter Muster auf Textilstoffen
DE692689C (de) Verfahren zur Herstellung von kreppartigen Effekten auf Flaechengebilden aus pflanzlichen Faserstoffen
DE1024915B (de) Verfahren zum Verzieren von Textilgeweben
DE2904194A1 (de) Verfahren zur erzeugung von cloque- bzw. ondulationsmusterungen auf textilen flaechengebilden
DE939683C (de) Verfahren zur Herstellung von haltbaren, mechanisch erzeugten Appretureffekten auf Cellulosematerial bzw. Seide
DE701449C (de) Verfahren zum Veredeln vegetabilischer Textilfaserstoffe
DE69717828T2 (de) Behandlung von lyocell-geweben
DE1038002B (de) Verfahren zur Erzeugung von waschbestaendigen Glanzeffekten auf cellulosehaltigen Flaechengebilden
DE852536C (de) Verfahren zum Veredeln von Textilien
DE1710975C2 (de) Verfahren zur Verbesserung von Eigenschaften eines Gewebes
DE875187C (de) Verfahren zum Veredeln von Cellulose- oder Cellulosehydrattextilgut
DE948596C (de) Verfahren zur Herstellung gemusterter Webereieffekte, kombiniert mit permanenten mechanischen Effekten
AT164007B (de) Verfahren zur Veredelung von cellulosehaltigen Textilien
AT146476B (de) Verfahren zur Herstellung geformter Muster auf Textilstoffen.
DE2359166C3 (de) Verfahren und Vorrichtung zum kontinuierlichen Auftragen einer Behandlungsflotte auf ein saugfähiges Textilgut
DE2438024A1 (de) Verfahren und vorrichtung zur behandlung von geweben
CH465538A (de) Verfahren zur Erzeugung von leinenartigen und ähnlichen opaken Versteifungseffekten auf cellulosehaltiges Fasermaterial enthaltenden Textilbahnen
DE516877C (de) Verfahren zur Veredlung von pflanzlichen Faserstoffen
DE967043C (de) Verfahren zur Herstellung von geformt gemusterten textilen Flaechengebilden
DE969011C (de) Verfahren zum Knitterfestausruesten von cellulosehaltigem Textilgut