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Verfahren zur Erzeugung von waschbeständigen Glanzeffekten auf cellulosehaltigen
Flächengebilden Es ist bekannt, auf Textilgut aus nativen und/oder regenerierten
Cellulosefasern Glanzeffekte permanent zu fixieren, indem man das Gewebe mit Kunstharzen
oder deren Vorprodukten imprägniert oder bedruckt, einer mechanischen Formgebung
unter Wärmeeinwirkung unterwirft, das Kunstharz auskondensiert und fertigstellt.
Je nach der Art der mechanischen Formgebung (Kalandrieren mit oder ohne Friktion,
Cirebehandlung, Behandlung am Riffelkalander, Prägen u. dgl.) entstehen die verschiedensten
permanenten Glanzeffekte. Dieser Permanentfinish ist aber an bestimmte schwerere
Gewebearten, gebunden, da bei diesem Ausrüstverfahren die Kunstharzeinlagerung eine
bedeutende Schwächung des Gewebes hervorruft. Aus diesen Grunde kommen, obige Verfahren
für feine Gewebe (z. B. -'vIousseline) kaum in Betracht, da deren Festigkeit über
ein zuträgliches Maß hinaus herabgesetzt wird.
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Das erfindungsgemäße Verfahren gestattet nun, waschbeständige uni
oder auch gemusterte Glanzeffekte, wie sie im obigen Abschnitt aufgezählt worden
sind, auch auf feinsten Geweben aus nativer und/oder regenerierter Cellulose in
hervorragender Weise zu erzielen, ohne daß dabei Kunstharze oder auch irgendein
anderes Appreturmittel permanent auf dem Textilgut fixiert zu werden brauchen. Dadurch
bietet das erfindungsgemäße Verfahren den Vorteil, daß es keinen oder einen nur
unbedeutenden Fertigkeitsverlust zur Folge hat, was die Verwendung feinster, schwächerer
Gewebe möglich macht. Die verschiedenartigsten waschbeständigen Glanzeffekte «-erden
erfindungsgemäß dadurch erreicht, daß das native und/oder regenerierte Celulose
enthaltende Textilgut vorerst pergamentiert und nach Entfernung des Pergamentiermittels
in einen Zustand versetzt wird, in welchem das Textilgut einen ganz bestimmten Feuchtigkeitsgehalt
von mindestens 12°/o bis höchstens 120°/o des Trockengewichtes aufweist, worauf
dann die zur Erzielung des Glanzes notwendige mechanische Formgebung unter Preßdruck
und Wärmeeinwirkung, gegebenenfalls unter Friktion, erfolgt.
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Für das erfindungsgemäße Verfahren eignen sich Gewebe und Gewirke,
die native und/oder regenerierte Cellulose enthalten. Als günstige Gewebe seien
genannt: Mousseline, Voile, Marquisette, Toile u. dgl. aus Baumwolle, Zellwolle
oder Kunstseide, des weiteren auch dichtere Gewebe aus gleichem Fasermaterial, wie
Calico, Percale, Cretonne. Interessante Effekte lassen sich auch auf Mischgeweben
und Mischgespinsten der genannten Fasern unter sich und auch von solchen mit anderen
Fasern (Acetatseide, vollsynthetische Fasern, wie Polyamide, Polyacrylnitril, Polyester,
Polyvinyle) erzielen, wobei die Pergamentierung so gestaltet werden kann, daß von
ihr nur die eine Komponente, z. B. Regeneratcellulose, erfaßt wird. Bei den Mischgeweben
mit cellulosefremdem Fasermaterial ist darauf zu achten, daß dieses durch die verfahrensgemäße
Pergamentierung nicht in einer Weise angegriffen wird, die die Festigkeit des Gewebes
in beträchtlicher Weise herabmindert. Dabei kann das mitverwendete Fasermaterial
ebenfalls durch mechanische Formgebung unter Wärmeeinwirkung thermoplastisch verformt
werden oder nicht, was eine weitere Variation der durch das erfindungsgemäße Verfahren
erreichbaren Effekte ergibt.
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Die erfindungsgemäß vorgeschriebene Pergamentierung der Gewebe aus
nativer Cellulose erfolgt mittels der dafür bekannten Agenzien. So wird die erforderliche
Pergamentierung beispielsweise erreicht, indem ein Gewebe aus nativer Cellulose
der Einwirkung von Schwefelsäure über 50° Be bei einer Temperatur von höchstens
35° C während mindestens 1 Sekunde ausgesetzt wird. Der Behandlung mit Schwefelsäure
kann vorteilhaft eine Behandlung mit Lauge von Mercerisierstärke folgen. Als weitere
Pergamentiermittel seien genannt: Phosphorsäure, Salzsäure, Salpetersäure, ferner
pergamentierend wirkende Salzlösungen, wie z. B. Zinkchlorid, Cuoxam, Kaliumsulfocyanid.
Für Gewebe aus regenerierter Cellulose gelten die gleichen Pergamentiermittel,
wobei
sie aber schon in niedrigerer Konzentration den Pergamentiereffekt hervorrufen,
z. B. Schwefelsäure von mindestens 40° Be oder Natronlauge von mindesten 7° Be.
Um den Effekt zu verbessern, können auch mehrere gleichartige oder verschiedene
Pergamentierbehandlungen aufeinanderfolgen. Die Bedingungen können dabei so gewählt
werden, daß in Mischgeweben aus nativer und regenerierter Cellulose nur die letztere
pergamentiert wird. Ausdrücklich sei erwähnt, daß außer den aufgeführten Pergamentierbehandlungen
auch alle weiteren Verfahren, die die Cellulose in gleicher Weise verändern, erfindungsgemäß
angewandt werden können. Dabei können diese pergamentierend wirkenden Mittel auch
musterförmig aufgedruckt werden, oder es kann durch Aufdruck einer geeigneten Druckmasse
gegen die Pergamentierbehandlung musterförmig reserviert werden. Wird das Textilgut
musterförmig pergamentiert, so tritt der erfindungsgemäße Glanzeffekt nur an den
pergamentierten Stellen ein. Nach der Pergamentierbehandlung wird das Gewebe gut
gespült, d. h. vom Pergamentiermittel befreit.
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Die erfindungsgemäß zur Formgebung erforderliche Feuchtigkeit wird
vorzugsweise auf folgende zwei Arten erreicht: 1. Nach dem Auswaschen des Pergarnentiermittels
wird das Textilgut getrocknet und durch erneute Benetzung, beispielsweise mittels
Foulardieren, Pflatschen, Dämpfen, Bestäuben, Einsprengen oder Bedrucken des zu
veredelnden Flächengebildes mit Flüssigkeiten oder Flüssigkeiten enthaltenden Mitteln,
z. B. Lösungen, Verdickungen aller Art, auf die gewünschte Feuchtigkeit gebracht.
Als Befeuchtungsmittel gelangen sowohl Wasser als auch organische Lösungsmittel,
oder andere, eine gewisse Quellung der Faser verursachende Flüssigkeiten, insbesondere
auch Säuren und Alkalien, zur Anwendung. Diesen Feuchtigkeitsmitteln können beliebige
handelsübliche Netzmittel, wie z. B. Alkylarylsulfonate, zugesetzt werden. Durch
Aufbringen, d. h. z. B. durch Foulardieren oder durch Bedrucken von hygroskopischen
Substanzen, insbesondere Glycerin und dessen Verbindungen, auf das Textilgut, kann
ebenfalls eine für das Verfahren anwendbare Befeuchtung erzielt werden. Die Befeuchtung
erstreckt sich entweder über das ganze Flächengebilde, oder sie erfolgt nur musterförmig
partiell, was durch Bedrucken, insbesondere mit Lösungen, Verdickungen oder hygroskopischen
Substanzen erreicht werden kann. Druckt man eine gegen die Benetzung reservierende
bzw. die Benetzung abschwächende Druckmasse, vorzugsweise wasserabstoßende Substanzen,
wie z. B. Paraffinemulsionen, Octadecy 1-oxymethy lpyridiniumchlorid, auf, so erhält
man, nach Befeuchtung der ganzen Textilfläche nach einer der obengenannten Methoden,
ebenfalls eine partielle Befeuchtung in Musterform. Die betreffende Reserve kann
dabei auswaschbar oder nicht auswaschbar sein. Wird nun das so partiell befeuchtete,
vorgängig pergamentierte Textilgut einer mechanischen Formgebung, z. B. einer Kalanderbehandlung
unter Druck und Wärmeeinwirkung, gegebenenfalls mit Friktion, unterworfen, so ergeben
sich an den ursprünglich befeuchteten Stellen nach dem Auswaschen und Trocknen musterförmige,
gegen normale Wäsche resistente Glanzeffekte, während der durch die Formgebung entstandene
Glanz an den gegen die Befeuchtung reservierten oder auf andere Weise =befeuchteten
Stellen durch das nachfolgende Auswaschen wieder verlorengeht.
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2. Nach dem Auswaschen des Pergamentiermittels wird das Spülwasser
nur zum Teil, insbesondere durch Absaugen, Abquetschen, teilweises Eintrocknenlassen,
entfernt, so daß die erfindungsgemäß erforderliche Feuchtigkeit des Textilgutes
ohne vollständige Trocknung und nachträgliche Wiederbefeuchtung erreicht wird.
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Die mechanische Verformung erfolgt durch Rufpressen von Formkörpern,
insbesondere durch Kalandrieren mit oder ohne Friktion mittels glatter oder gravierter
Walzen, insbesondere unter Verwendung von Zwei- und Mehrwalzenkalandern, Schreiner-
und Prägekalandern oder Muldenpressen.
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Unter mechanischer Verformung oder mechanischer Formgebung von textilen
Flächengebilden sind diejenigen mechanischen Einwirkungen zu verstehen, durch welche
die Textur des Textilgutes in irgendeiner Weise gegenüber der ursprünglichen Form
desselben verändert wird. Solche Formgebungen umfassen alle derartigen Effekte,
wie Glanzfinish, durch Pressung, durch rollenden Druck, mit oder ohne Anwendung
von Friktion, ferner Glanzfinish durch Einprägen von feinen lichtbrechenden Haschuren
und durch Prägungen mittels erhabener reliefartiger oder mit vertieften Musterungen
versehener Formkörper. Dabei beschränkt sich das erfindungsgemäße Verfahren nicht
auf die oben aufgezählten Ausführungsformen, sondern gilt in gleicher Weise auch
für alle weiteren mechanischen Verformungen unter gleichzeitiger Wärmeeinwirkung,
sofern dazu ein erfindungsgemäß vorbehandeltes Gewebe aus nativer oder regenerierter
Cellulose verwendet wird. Die bei der mechanischen Verformung notwendige Minimal-Formkörpertemperatur
beträgt 115° C.
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Durch die mechanische Formgebung, wie sie in ihren verschiedenen Ausführungsformen
oben beschrieben wurde, wird das erfindungsgemäß vorbehandelte Textilgut an den
entsprechenden Stellen gegenüber der ursprünglichen Form dergestalt verändert, daß
jene einen vom normalen Glanz abweichenden erhöhten Glanz aufweisen, der je nach
Art der Formgebung seine bestimmte Eigenart aufweist.
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Neben den schon angedeuteten Variationsmöglichkeiten ist es aber auch
möglich, das erfindungsgemäße Verfahren mit an sich bekannten Ausrüstungsverfahren
zu kombinieren. So ergibt sich z. B. die Kombination mit Farbdruck, Metallpulver-
und Pigmentdruck, Faser- und Faserstaubdruck, Reservedruck gegen das Pergamentieren,
wobei die nicht pergamentierten Gewebeteile nachträglich einer Schrumpfbehandlung
unterworfen werden können. Im letzteren Falle kann die Schrumpfbehandlung entweder
schon nach der Pergamentierung oder aber auch erst nach der mechanischen Formgebung
vorgenommen werden. Diese Ausrüstungen zeigen neben den schon bekannten Effekten
in den pergamentierten Flächenteilen zusätzlich die erfindungsgemäß bedingten Glanzeffekte.
Andererseits ist es möglich, das erfindungsgemäße Verfahren auf vorgefärbtem Textilgut
durchzuführen oder auch dasselbe nachträglich in der gewünschten Farbe einzufärben.
Im letzteren Falle erhält man zusätzlich zum Glanzeffekt auch einen Ton-in-Ton-Effekt,
da die der mechanischen Formgebung unterworfenen Gewebepartien auch eine veränderte
Farbstoffaffinität aufweisen. Das Färben, der Farbstoff-, Pigment-, Metallpulver-,
Flock-Druck und/oder der Reservedruck mit nachfolgender Quellmittel-Behandlung kann
in beliebiger Reihenfolge den
einzelnen erfindungsgemäßen Teiloperationen
vor-, zwischen- oder nachgeschaltet werden.
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Nach dem erfindungsgemäßen Verfahren lassen sich auch Moire-Effekte
herstellen, indem man, wie an sich bekannt, zwei Lagen von Geweben der mechanischen
Verformung, insbesondere Kalandrierung, unterwirft. Es können dabei beide Gewebelagen
erfindungsgemäß pergamentiert sein, wobei mindestens das eine der beiden Gewebe
den erfindungsgemäß bestimmten Feuchtigkeitsgehalt aufzuweisen hat, bevor es der
heißen Formgebung unterworfen wird. Es können aber auch beide Gewebe im feuchten
Zustande sein. Verfahrensgemäß wird dabei der gewünschte waschbeständige Glanzeffekt
nur auf dem feuchten Gewebe erreicht, während das zweite trockene Gewebe die Moire-Musterung
nach einer Feuchtigkeitsquellung wieder verliert. Durch Variation des als Unterlage
dienenden Flächengebildes, das nicht pergamentiert zu sein braucht, können verschiedenartig
gemusterte Moirebilder erzielt werden. Als Unterlage kommen beispielsweise in Betracht:
Organdy. Mousseline, Percale, Cambric, Satin, Popeline.
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Beispiel 1 Ein gebleichter Zellwoll-Mousseline wird 10 Sekunden mit
Phosphorsäure von 40° Be bei 10° C behandelt, gespült, 5 Sekunden in K O H von 30°
Be bei -5'C getaucht, gesäuert, gut gespült und auf dem Spannrahmen getrocknet.
Das durch Besprengen mit Wasser auf einen. Feuchtigkeitsgehalt von 60% konditionierte
Gewebe wird bei 130"C kalandriert, ausgewaschen und unter Spannung getrocknet. Dabei
wird ein hochglänzender Zellwolltransparent erhalten, dessen Glanz seidenglanzähnlich
ist und sich in hervorragender Weise vom gewöhnlichen Transparentglanz unterscheidet.
Zur Erhöhung des Glanzeffektes kann die Befeuchtung und darauffolgende Kalandrierung
wiederholt werden.
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Beispiel 2 Ein gebleichter Baumwoll-Mousseline wird musterförmig mit
einer säurebeständigen Reserve bedruckt, z. B. Gummiverdickung 1 : 1 (Gummiarabikum),
einer pergamentierenden Säurebehandlung (Schwefelsäure 53° Be bei 0° C während 6
Sekunden) unterworfen, gut gespült und auf dem Changierrahmen getrocknet. Das durch
Dämpfen wieder benetzte Gewebe (Feuchtigkeit 351/o) wird am Schreinerkalander bei
140° C kalandriert, 2 Minuten einer Laugenbehand1ung (Na O H 30° Be) unterworfen,
gesäuert, gespült und unter Spannung getrocknet. Es entsteht dabei ein musterförmig
transpariertes Gewebe mit waschbeständigen Glanzmustern neben opaken, nicht transparentierten
Gewebepartien. Für das obige Verfahren kann auch ein gefärbtes oder bedrucktes Gewebe
verwendet werden, oder dasselbe kann nachträglich eingefärbt werden.
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Beispiel 3 Ein gebleichter Baumwoll-lfousseline wird folgender Pergamentierbehandlung
unterworfen: Schwefelsäure 53° Be während 10 Sekunden bei 10° C. Darauf wird gespült,
nachmercerisiert, gesäuert und gründlich ausgewaschen. Das durch kräftiges Abquetschen
am Foulard auf eine Feuchtigkeit von 50% des Trockengewichtes gebrachte Gewebe wird
in Doppellage über einem trockenen Transparentgewebe durch einen Kalander mit gegenseitig
schräg gestellten Walzen bei 200° C geschickt. Das Gewebe kann nun in diesem Zustande
überfärbt und wie üblich fertiggestellt «-erden. Man erhält prächtige, seidenglanzähnliche
Moire-Effekte. Nachträglich kann z. B. noch musterförmig mit Faserstaub beflockt
werden.
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Beispiel 4 Ein Mischgewebe mit Baumwolle im Schuß und Viskosekunstseide
in der Kette wird einer die Kunstseide pergamentierenden Behandlung, z. B. mit Schwefelsäure
48° Be während 6 Sekunden, unterworfen, gespült, unter Spannung getrocknet und gegebenenfalls
gefärbt oder bedruckt. Nach vorgängigem Befeuchten am Foulard auf 800/a Feuchtigkeitsgehalt
wird das Gewebe durch einen Mehrwalzen-Kalander bei 140° C geschickt, ausgewaschen
und auf dem Changierrahmen unter Spannung getrocknet. Da der Preßdruck nur auf der
pergamentierten Viskosekunstseide einen permanenten Glanzeffekt erzeugt hat, ist
auf dem verwendeten Mischgewebe neben der einseitigen Versteifung ein eigenartiger
Glanz-Matt-Effekt entstanden.
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Beispiel 5 Ein gebleichter, mercerisierter Baumwoll-1lousseline wird
mustermäßig mit einer pergamentierend wirkenden Druckmasse (z. B. Zinkchloridlösung
mit darin gelöster Cellulose) bedruckt, bei 100°C getrocknet, die Druckpaste ausgewaschen
und das Gewebe auf dem Spannrahmen getrocknet. Nach erneutem Befeuchten (Wassergehalt
= 45 %) wird am Kalander bei 200°C kalandriert, ausgewaschen und unter Spannung
getrocknet. In Form eines Streifendessins wird nun eine gegen Laugeneinwirkung reservierende
Druckpaste (z. B. Dextrinreserve) aufgedruckt, mit Natronlauge von 30° Be bei
15'C
3 Minuten behandelt, gut gespült und mit geringer Spannung getrocknet.
Dadurch entsteht ein mit hochglänzenden pergamentierten Stellen versehener Crepe-Effekt.
Der Glanz im nicht pergamentierten Gewebeteil ging dabei durch das Auswaschen nach
der mechanischen Verformung wieder verloren.
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Beispiel 6 Ein gebleichter Baumwoll-Mousseline wird musterförmig mit
einer gegen Transpariersäure reservierenden Druckpaste (wie im Beispiel 2) bedruckt,
hierauf mit Schwefelsäure von 52,5° Be bei 4'C 8 Sekunden tranparentiert, dann zuerst
mit verdünnter Schwefelsäure und weiter mit Wasser ausgewaschen und danach einer
üblichen Mercerisierbehandlung unterworfen. Nach gründlichem Auswaschen bzw. Absäuern
und Spülen erfolgt die Trocknung und Wiederbefeuchtung durch Besprengen mit Wasser
unter Zusatz von 2 g/1 eines Netzmittels, z. B. Fettalkoholsulfonat, bis zu einem
Feuchtigkeitsgehalt von 40% des trockenen Gewebegewichtes. Bei 170° C Walzentemperatur
wird nun mit Friktion zweimal kalandriert und das Gewebe hierauf 3 Minuten einer
Schrumpfbehandlung mit Natronlauge von 30° Be unterworfen. Nach dem Spülen, Absäuern
und gründlichen Auswaschen wird das Gewebe im Hängetrockner getrocknet, wodurch
die nicht transparentierten Stellen schrumpfen, während die verformten transparentierten
Partien crepeartig geworfen werden. Es entsteht ein feines Crepegewebe mit glänzenden
transparentierten Partien neben matten, nicht transparentierten geschrumpften Stellen.
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Beispiel 7 Ein gebleichter, mercerisierter Baumwoll-Mousseline wird
einer Pergamentierbehandlung (Schwefelsäure
53° Be, 10 Sekunden
bei 5° C) unterworfen, zur Verbesserung des Tranparenteffektes nachträglich nochmals
in an sich bekannter Weise mit Natronlauge von 30° Be mercerisiert, gut gespült
und unter Spannung getrocknet. Das trockene Gewebe wird auf 30% Feuchtigkeitsgehalt
eingesprengt und auf dem Gaufrierkalander bei 170° C gaufriert, überfärbt und auf
dem Changierrahmen getrocknet. Es heben sich die durch die Gaufrage gepreßten Stellen
durch ihren eigenartigen Glanz in hervorragender Weise vom Fond ab.
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Das vorliegende Verfahren beschränkt sich nicht auf die genannten
beispielsweisenAusführungsformen, sondern kann beliebig variiert werden, sowohl
in der Art der als Ausgangsmaterialien verwendeten textilen Flächengebilde, in der
Art der Pergamentierbehandlung, in der Art der Trocknung, in der Art der Benetzung,
in der Art der mechanischen Verformung, als auch in der Art der Kombination mit
bekannten Veredlungsprozessen, wie Färben, Drucken, partielle Schrumpfung.