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DE1037655B - Verfahren zur Herstellung von Impfloesungen mit abgetoetetem infektioesem Hepatitisvirus - Google Patents

Verfahren zur Herstellung von Impfloesungen mit abgetoetetem infektioesem Hepatitisvirus

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Publication number
DE1037655B
DE1037655B DEP18449A DEP0018449A DE1037655B DE 1037655 B DE1037655 B DE 1037655B DE P18449 A DEP18449 A DE P18449A DE P0018449 A DEP0018449 A DE P0018449A DE 1037655 B DE1037655 B DE 1037655B
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DE
Germany
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cells
virus
hepatitis virus
infectious hepatitis
infectious
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Pending
Application number
DEP18449A
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English (en)
Inventor
I William Mclean Jun
Wilton Adair Rightsel
Current Assignee (The listed assignees may be inaccurate. Google has not performed a legal analysis and makes no representation or warranty as to the accuracy of the list.)
Davis & Co
Parke Davis and Co LLC
Original Assignee
Davis & Co
Parke Davis and Co LLC
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Publication date
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Pending legal-status Critical Current

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    • C12N2770/32011Picornaviridae
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Description

  • Verfahren zur Herstellung von Impflösungen mit abgetötetem infektiösem Hepatitisvirus Die Erfindung betrifft ein Verfahren zum Entwickeln von infektiösen Hepatitisviren auf eine abgetötete infektiöse Hepatitisvirus-Impflösung und auf ein Verfahren zur Herstellung der Impflösung.
  • Infektiöse Hepatitis ist eine bekannte Krankheit, Sie stellt besonders ein sehr akutes Problem bei Militärpersonen dar. Epidemien der Krankheit sind bei den militärischen Streitkräften in den letzten größeren Kriegen aufgetreten. Trotz der bekannten Natur der Krankheit ist wenig über ihre Ätiologie bekannt, außer daß es ein Virus ist und daß die Krankheit von einem Menschen auf den anderen übertragen wird. Wenn die Krankheit von einem Menschen auf den anderen durch Bluttransfusion übertragen wird, wird sie im allgemeinen Serumhepatitis an Steile von infektiöser Hepatitis genannt. Jedoch wird aus Gründen der Zweckmäßigkeit hier der Begriff infektiöse Hepatitis verwendet, der sowohl die sogenannte Serumhepatitis als auch die sogenannte infektiöse Hepatitis umfassen soll. Vielleicht ist der Grund, daß so wenig über diese ernsthafte Krankheit bekannt ist, der, daß die Untersuchungen an Menschen durchgeführt werden mußten, da der Virus nicht mit Erfolg auf Embryoeier übertragen oder an Laboratoriumstieren, wie Nagetieren, Affen, Schimpansen, Kanarienvögeln und Schweinen, entwickelt werden konnte. Es wurden auch Versuche angestellt, um den Virus in Gewebekulturen zu züchten, jedoch ohne Erfolg. Das Fehlen eines Verfahrens zur Entwicklung des Virus machte es unmöglich, eine Impflösung zu erzeugen, die gegen diese Krankheit zu immunisieren vermag.
  • Gemäß der Erfindung werden wäßrigeGewebekulturflüssigkeiten erzeugt, die eine höhe Konzentration an lebenden infektiösen Hepatitisvi ren aufweisen, indem man eine Gewebekultur bestimmter spezieller Zellen mit lebenden infektiösen Hepatitisviren beimpft, die beimpfte Kultur mehrere Tage bei einer Temperatur entwickelt, die für das Zellwachstum günstig ist, und dann die Flüssigkeit von den in der Kultur vorliegenden Feststoffen abtrennt. Die so erzeugten Kulturflüssigkeiten können als Impfflüssigkeiten für bestimmte diagnostische oder andere Versuche, wie sie weiter unten näher beschrieben werden, dienen oder als Ausgangsmaterial für die Herstellung von Impflösungen und bzw. oder immunen Seren.
  • Die bei den Gewebekulturmedien verwendeten Zellen können sein, der Detroit-6-Stamm von epithelähnlichen Zellen oder Embryonalzellen von nichtinfizierten Menschen (vgl. Berman und Mitarbeiter, Blood, Bd. 10, S. 896 bis 911 [19551) für die Beschreibung von Detroit-6-Stämmen von epithelähnlichen Zellen. Die embryonalen Zellen können diejenigen sein, die man erhält aus den verschiedenen Organen des Embryo, z. B. Testiceln, Ovarien, Lunge, Leber, Milz, Niere, Haut, Gedärme und ähnlichen, oder es kann der ganze Embryo verwendet werden.
  • Ein spezifisches Beispiel solcher verwendbarer embryonaler Zellen ist die Art von Spindelzellen aus menschlichen embryonalen Testiceln, bekannt als PD 39 T.
  • Die Beschreibung dieser Art von Spindelzellen ist die folgende: Verfahren der Isolierung und Entwicklung Die Testiceln, die aus 11Tage alten Kindern durch Autopsie erhalten sind, wurden in eine abgemessene Hanksche Salzlösung 2 bis 4 Stunden eingetaucht, in Stücke von etwa 1 bis 3 mm3 und Walzenröhrchen, hergestellt nach dem Plasmagerinnungsverfahren, geschnitten. Jedes Röhrchen enthielt etwa 8 bis 10 Explantate mit 2 cm3 Medium, zusammengesetzt aus 750/0 Hankscher Lösung, 2O0/o gesammelten menschlichen Serums und 5 Ola Kükenembryonalextrakt. Das Medium wurde zwei- bis dreimal in der Woche gewechselt, indem man die Hälfte des ursprünglichen Mediums, aus jedem Rohr herausnahm und durch ein gleiches Volumen frisches Medium ersetzte. Das aus den primären Explantaten herausgewachsene bestand vorwiegend aus Spindelzellen, die schnell 4 bis 8 Tage nach der Inkubation wanderten.
  • Übertragung von Gewebe Nach 13 Tagen wurden die Medien von den Kulturen abgetrennt, die Zellen mit 2 cm3 abgemessener Hankscher Salzlösung gewaschen, und es wurden etwa 2,5 cm3 einer 0,250/oigen Trypsinlösung in jedes Rohr bei einem p-Wert von 7,4 und 340 C gegeben.
  • Man ließ die Röhrchen 45 bis 60 Minuten bei 370 C rotieren und sammelte den Inhalt und kühlte in einem Eisbad ab. Die Suspension wurde auf 4 bis 80 C abgekiihlt und bei 1500 bis 1800 Umdrehungen je Minute 10 bis 12 Minuten zentrifugiert, und die überstehende Flüssigkeit wurde verworfen. Die restlichen Zellen wurden in einem gleichen Volumen Nährmedium (das gleiche, das oben benutzt wurde) erneut suspendiert und erneut zentrifugiert. Dieses Verfahren wurde dreimal wiederholt, und das dritte Mal wurde nur das halbe Volumen Nährmedium für die Resuspendierung verwendet. Die Suspension wurde auf einer Konzentration von 120000 Zellen je cm3 verdünnt. und diese Zellsuspension wurde zur Herstellung von stationären Kulturen verwendet. 1 cm3 Suspension wurde je in ein Rohr eingebracht, und nach zweitägiger Entwicklung bei 370 C wurde zu jedem Rohr 1 cm3 frisches Medium zugegeben. Nach 8 Tagen enthielten die Röhrchen eine einschichtige Lage von Spindelzellen und waren geeignet für die Verwendung bei der Durchführung der Erfindung.
  • Virusspektrum der Zellen Aus den stationären Röhrchen, hergestellt wie oben angegeben, wurden die Wachstumsmedia entfernt, und die Zellschicht wurde mit einem Gemisch Nr. 635, das 501o Pferdeserum enthielt, gewaschen. Nach drei Waschungen wurden 1,5 cm3 Medium (Medium Nr. 635, Healy und Mitarbeiter, Canad. J. Biochem.
  • & Phvsiol., Bd. 32, S. 327 bis 337, 1954, einschließlich 100/0 Pferdeserum) in jedes Rohr gegeben. Darauf wurden 0,5 cm3 einer Lösung, die je einen der zu untersuchenden Viren enthielt, in die verschiedenen Röhrchen gegeben, und die Röhrchen wurden bei 370 C entwickelt. Von Zeit zu Zeit wurden die Röhrchen untersucht. um zu bestimmen, ob die Zellen gegenüber den untersuchten Viren empfindlich waren. Es wurden folgende Ergebnisse erhalten:
    Zeit
    Virusarten, die einen cytopathogenen bis zum Erscheinen
    Effekt auf Zellen ausüben des Effektes
    in Tagen
    APC, Typ 4, RI-67 ............ 6
    APC, Typ 4, RN .............. 11
    APC, Typ 2, Ad-6 ............. 11
    APC, Typ 3, J. F 5
    Polio Typ 1, Mahoney ......... 2
    Polio Typ 2, MEF-1 ........... 2
    Polio Typ 3, Saukett .......... 2
    Influenza 1233 ................. 13
    Influenza PR8 .................. 5
    Tollwut CVS .................. 8
    Gelbes Fieber, 17 D ............ 6
    Üstliche Pferde-Encepholomyelitis 2
    Herpes HF ................... . 2
    Kuhpocken .................... 2
    Papageienkrankheit ............ 6
    Viren, die keinen cytopathogenen Effekt auf Zellen ausüben: Influenza WS, Epidemie-Typhus, APC, Typ 1. - Zellart: Die vorherrschende Zellart ist eine fibroplastähnliche Zelle.
  • Die Gewebekulturen der Spezialzellen wurden in üblicher Weise hergestellt. Die Zellart wird entwickelt in einem Hankschen BBS-Medium, dem gesammeltes Menschen- oder Pferdeserum oder ein Embryonalextrakt zugegeben wurde (vgl. Stulberg und Mitarbeiter, Proc. Soc. Exper. Biol. and Med., Bd. 89, S. 438 bis 441, 1955). Die Flüssigkeit wird von den 3 bis 6 Tage alten Kulturen abgetrennt; die Zellen werden in einem Nährmedium, z. B. Medium 199 mit Menschen- oder Pferdeserum, suspendiert. und die Suspensionen werden in neue Flaschen eingebracht.
  • Die Flaschen werden mit Korken verschlossen und etwa 4 Tage bei etwa 37° C entwickelt. Am Ende dieser Arbeitsweise bedeckt eine nahezu zusammenhängende Schicht von Zellen die Seiten der Kulturflaschen. Die Flüssigkeit wird dekantiert, und die Zellschicht wird mit steriler Hankscher Lösung mit Pferdeserum oder einer ähnlichen physiologischen Lösung gewaschen. Die Gewebekultur ist dann für die Beimpfung fertig. Vorzugsweise wird die Beimpfung vorgenommen, hevor man das unterstützende Konservierungsmedium den Zellen zusetzt.
  • Als Impfflüssigkeit kann man jede Flüssigkeit verwenden, die lebenden infektiösen Hepatitisvirus enthält; z. B. kann man Serum, Plasma oder Blut. die den Virus enthalten, in verdünnter oder unverdünnter Form oder als Gewebekulturflüssigkeit, die den Virus enthält, verwenden. Man kann auch einen flüssigen Extrakt aus dem Stuhl, aus der Milz, aus der Leber oder dem Knochenmark von Patienten mit infektiöser Hepatitis als Impfmedium verwenden.
  • Als wäßrige Stützmedien für die Zellen während der Entwicklung kann man beliebige, allgemein verwendete Medien benutzen. Das Medium 199 mit 5 bis 20 01o Pferde- oder Kälberserum ergab, wie gefunden wurde, ausgezeichnete Ergebnisse. Ebenfalls kann Hanksches BBS Medium mit nichtmenschlichem Serum und ein Embryonalextrakt verwendet werden.
  • Im allgemeinen ist es vorzuziehen, die Verwendung von Menschen serum bei den Medien zu vermeiden.
  • Nach der Beimpfung wird die beimpfte Kultur bei einer Temperatur, die für das Zellwachstum günstig ist, entwickelt. Allgemein gesprochen geschieht dies bei einer Temperatur zwischen 30 und 420 C, vorzugsweise zwischen 35 und 390 C. Die Entwicklungszeit ist nicht besonders kritisch; aber die Entwicklung sollte durchgeführt werden, bis die einschichtige Zellenlage zerreißt, und man sieht, daß sich eine Anzahl von kleinen, dunklen granulierten Zellen von unregelmäßiger Größe und Form zu Klumpen zusammenballen mit Chromatin in einer Randstellung. Im allgemeinen erfordert dies mehrere Tage, in den meisten Fällen wird die Entwicklung über eine Periode von 6 bis 14 Tagen durchgeführt.
  • Nach der Beendigung der Entwicklung wird die Flüssigkeit mit dem lebenden infektiösen Hepatitisvirus von dem festen Material der Kultur abgetrennt; dies kann durch Filtrieren durch ein Seitzfilter. ein Bakterienporzellanfilter oder ein Bakterienglasfrittenfilter oder durch Dekantieren oder durch Zentrifugieren geschehen. Die anfallende Gewebekulturfiüssigkeit enthält eine hohe Konzentration an lebendem infektiösem Hepatitisvirus. Diese Fluida mit dem lebenden Virus sind wertvoll für die Beimpfung anderer Gewebekulturen, für die Herstellung von Impflösungen.
  • Um eine Impflösung aus Gewebekulturflüssigkeiten mit lebendem infektiösem Hepatitisvirus herzustellen, behandelt man die Gewebekulturfiüssigkeit mit ultraviolettem Licht, Chemikalien oder beiden unter solchen Bedingungen, daß die Infektionswirkung des Virus vollständig zerstört wird aber die Antigenwirkwlg nicht über Gebühr beeinträchtigt wird. Als Chemikalien kann man Formaldehyd, fl-Propiolacton Chlor oder Phenol verwenden. Da der Virus und seine Antigenwirkung gegenüber Wärme sehr resistent sind, können erhöhte Temperaturen als gewünscht bei der Herstellung der Impflösungen angewendet werden.
  • Die optimale Temperatur hängt natürlich ab von dem speziellen Mittel, das angewendet wird, aber im allgemeinen können Temperaturen zwischen 20 und 800 C verwendet werden. Bei Verwendung von ß-Propiolacton als Abtötungsmittel allein oder in Kombination mit anderen Mitteln ist es vorzuziehen, eine Konzentration im Bereich von 0,001 bis 0,0025 g je cm3 Gewebekulturflüssigkeit anzuwenden. Wenn Formaldehyd als Abtötungsmittel verwendet wird, liegt die verwendete Konzentration im Bereich von 1:400 bis 1:4000, und das Gemisch wird etwa 1 Stunde bei erhöhter Temperatur entwickelt. Bei Verwendung von Phenol als Abtötungsmittel wird eine solche Menge angewendet, daß die Endkonzentration bei etwa 0,1 bis 0,50/0 liegt. Bevorzugt wird ultraviolettes Licht vor oder nach der Anwendung eines der chemischen Abtötungsmittel verwendet. Die Gewebekulturflüssigkeit wird vorzugsweise erwärmt und dann in Form eines dünnen Filmes dem ultravioletten Licht mit der Wellenlänge zwischen 2000 und 6000 Ångström-Einheiten kurze Zeit, d. h. 1 bis 2 Sekunden oder weniger. ausgesetzt. Besonders gute Ergebnisse kann man erhalten durch die Verwendung eines Zentrifugalfilmerzeugers, wie er in der USA.-Patentschrift 2 725 482 beschrieben ist, unter Anwendung einer Durchsatzgeschwindigkeit von 200 bis 600 cm3 je Stunde mit einer Ultraviolettleistung von 15 bis 22 Watt. Die anfallenden Impflösungen sind völlig frei von lebendem infektiösem Hepatitisvirus und imstande, bei Injektion in Kaninchen und Affen ein immunes Serum zu erzeugen. Die Impflösungen können auch für prophylaktische Zwecke verwendet werden.
  • Die Erfindung wird durch die folgenden Beispiele erläutert: Beispiel 1 Die Herstellung von Gewebekulturflüssigkeiten mit lebendem infektiösem Hepatitisvirus Eine Kultur aus Detroit-6-Stämmen von Zellen wird in einem Hankschen BBS-Medium mit Menschenserum und Embryonalextrakt, wie in Proc. Soc. Exper.
  • Biol. and Med., Bd. 89 (1955), S. 438 bis 441, angegeben, entwickelt. Die 2 oder 3 Tage alte Kultur wird dreimal mit Medium Nr. 199 (Morgan und Mitarbeiter, Proc. Soc. Exper. Biol. and Med., Bd. 73 (1950), S. 1 bis 8, mit 100/o Pferdeserum gewaschen.
  • Es wird aus dem Blut eines Patienten (mir1), der an infektiöser Hepatitis litt, ein Serum gewonnen und mit sterilem Medium Nr. 199 mit 100/o Pferdeserum auf das fünffache Volumen verdünnt. 0,5 cm3 des verdünnten Serums werden zu der Gewebekultur zugefügt, und die Zellschicht mit der Impflösung benetzt.
  • Es werden 1,5 cm3 Medium 199+10°/o Pferdeserum zugegeben, und die Kultur wird etwa 7 Tage bei 370 C entwickelt. Am Ende der Entwicklungszeit war die einschichtige Zellenlage eingerissen, und es hatte sich eine Reihe von kleinen, dunklen Granulatzellen in Klumpen mit Chromatin in Randlage angesammelt.
  • Diese Granulatzellen sind von irregulärer Größe und Form. Die Flüssigkeit wird von der Kultur abdekantiert und durch ein Seitzfilter oder ein ultrafeines Bakterienfilter aus einer Glasfritte filtriert. Das Filtrat enthält lebenden infektiösen Hepatitisvirus.
  • Beispiel 2 Die Herstellung von Impflösung Es wurde aus 100 Vdrratskulturen eine Suspension von Detroit-6-Zellen hergestellt, wachsend auf Glas in Flaschen, indem man sie mit wäßriger Lösung, die 0,020/0 Äthylendiaminotetraessigsäure enthielt, behandelte. Die anfallende Suspension wird zu 24 1 Nährmedium (Medium Nr. 199) mit 20°/o Menschenserum zugesetzt, um eine Suspension mit 60000 Zellen je cm3 zu ergeben. Nach gründlichem Durchmischen wird die Suspension mit Hilfe eines Eisbades auf 0 bis 5° C abgekühlt, und die Zellen wurden mit einem magnetischen Rührer in gleichmäßiger Suspension gehalten.
  • Die Suspension wurde in gleichen Teilen von 80 cm3 auf 300 sterile Flaschen verteilt. Die Flaschen wurden dicht verschlossen und 4 Tage bei 37,50 C entwickelt.
  • In dieser Zeit hatten sich die Zellen vervielfacht, wobei sie eine nahezu zusammenhängende Haut bildeten, die die Seite der Kulturflaschen bedeckte. Jede Flasche enthält etwa 15 Millionen Zellen. Die Zellenhäute wurden dreimal mit etwa 100 cm3 steriler Hankscher Lösung mit iOO/o Pferdeserum ausgewaschen, um etwaiges Menschenserum zu entfernen, das Antihepatitisantikörper enthalten könnte. Die Kulturen waren dann für die Impfung fertig.
  • 300 gewaschene Kulturen wurden durch Zugabe von 4 cm5 einer Gewebekulturflüssigkeit mit lebendem infektiösem Virus, hergestellt nach Beispiel 1, beimpft, und das Impfmittel wurde über die ganze Haut auf den Zellen ausgebreitet. Nach einer Entwicklung über 30 Minuten, um die Infektion in Gang zu bringen, wurden in jeden Behälter 36 cmS eines Stabilisiermediums (Medium Nr. 199+50/o Pferdeserum) gegeben. Die Flaschen wurden dann 6 Tage bei 37,50 C entwickelt, wobei am Ende der Zeit die Zellenhäute gerissen waren und einige Zellen zerkleinert waren.
  • Die Flüssigkeit wurde gesammelt und vereinigt. Die Gesamtausbeute beträgt etwa 11,7 1. Die Proben der vereinigten Ernte wurden auf i'hre Lebensfähigkeit untersucht, indem man eine Probe verdünnte und die Verdünnung bestimmte, die cytopathogene Veränderungen in frischen Kulturen von Detroit-6-Zellen hervorruft. Die Suspension dieses speziellen Musters war imstande, solche cytopathogenen Veränderungen bei einer Verdünnung von 10-4 oder 1 :10000 hervorzurufen. Die Wirksamkeit der Flüssigkeit wurde auch hinsichtlich ihrer Fähigkeit untersucht, das Komplement bei Meerschweinchen zu fixieren. Diese spezielle Flüssigkeit war bei Verdünnung auf 1:4 imstande, eine Einheit von Meerschweincbenkomplement in Gegenwart von zwei Einheiten an die Hepatitisantikörper, enthalten in Affenserum, zu fixieren, (Das Verfahren zur Ausführung dieses Kompleinentfixierungsversuches ist angegeben in dem Buch von Thomas M. Riffers, M. D. »Viral and Rickettsial Infections of Man«, Verlag J. B. Lippincott Company, 1948, S. 72 bis 75.) 11,5 1 der rohen Flüssigkeit mit dem Antigen werden durch die Behandlung mit einer Schüttelmaschine oder einem Verteiler zum Aufbrechen etwaiger Klumpen homogenisiert. Die Suspension wird dann durch Passieren durch eine Reihe von 3-Fritten-Glaskerzen mit abgestufter Porosität geklärt, wobei die letzte jeder Kerzen einen mittleren Porendurchmesser von etwa 0,9 Mikron aufwies. Das anfallende Filtrat ist frei von Zellklumpen und Aggregaten, enthält aber noch den lebenden, infektiösen Hepatitisvirus. Die Versuche mit dieser filtrierten Flüssigkeit zeigten keinen nachweisbaren Verlust an Infektionswirkung oder an Aktivität hinsichtlich der Komplementfixierung im Vergleich zur rohen Flüssigkeit. Man erhielt etwa 11,2 1 klares Filtrat. Es wurde hoch gereinigtes ß-Propiolacton langsam zu 10,5 1 filtrierter Flüssigkeit bei etwa 40 C gegeben, bis die Endkonzentration an ß-Propiolacton 0,001 g je cm3 betrug. Der Kolben mit der Flüssigkeit wurde in ein Wasserbad von 600 C eingebracht und die Flüssigkeit gerührt, bis die Temperatur auf etwa 600 C anstieg. Während dieser Erwärmung wurde tropfenweise 1/lo n-Natronlauge zugegeben, um den p-Wert im Bereich von 6,9 bis 7,1 zu halten, was angezeigt wurde durch die Farbe des Phenolrot-Indikators in dem Medium Nr. 199. Die Flüssigkeit wurde weitere 20 Minuten auf 600 C erwärmt und dann abgekühlt. In dieser Stufe wurde keine Restaktivität des Antigens durch den üblichen Versuch in dem Röhrchen nachgewiesen, aber wenn große Volumina (40cm3) in je 10 Kulturflaschen untersucht wurden, verblieben Spuren einer restlichen Infektionswirkung.
  • Um diese letzte Spur einer Infektionswirkung zu zerstören, wurde die behandelte Flüssigkeit durch einen Zentrifugalverteiler (vgl. USA.-Patentschrift 2 725 482) mit einer vollen Geschwindigkeit von 500 cm3 je Stunde geleitet bei einer Ultraviolettleistung von 20 Watt. Es wurden etwa 9,11 Impflösung erhalten.
  • Nach dieser Behandlung konnte bei wiederholten Versuchen an 400-cm3-Proben (40 cm3 von jeder der zehn Kulturflaschen) keine restliche Infektionswirkung auf Detroit-6-Zellen nachgewiesen werden.
  • Nach diesen Behandlungen kann die Flüssigkeit sicher gehandhabt werden ohne Gefahr eines Auftretens von Hepatitis, aber die inaktivierte Flüssigkeit ist noch im Stande, das Komplement zu fixieren, wie in der oben beschriebenen Methode angegeben ist, bei einer Verdünnung von 1 :2. Somit ist eine große Teilmenge der Antigenwirkung erhalten geblieben, obgleich seine Infektionswirkung vollkommen zerstört wurde. Um zu zeigen, daß die Immunisierungswirkung erhalten geblieben ist, wurden fünf Affen mit der Impflösung behandelt, wobei jeder Affe 1 cm3 Flüssigkeit in den Wadenmuskeln erhielt. Nach drei solchen Impfungen mit 2 Wochen Zwischenraum wurden Serumproben erhalten. die 10 Infektionseinheiten des MR1-Stammes von Hepatitisvirus bei einer Verdünnung von 1 :10 bis 1:320 zu neutralisieren vermochten. Ein ähnlicher Versuch an Kaninchen unter Verwendung der gleichen Probe Antigen, durch Ultrazentrifugieren zehnfach konzentriert, ergab Antikörperspiegel von 1 :320 bis 1:1000.
  • Beispiel 3 Herstellung von Gewebekulturflüssigkeiten mit lebendem infektiösem Hepatitisvirus Es wurden fünf Röhrchen einer Gewebekultur von PD 39T-Zellen hergestellt und mit 0,5 cm3 einer 1:5-Verdünnung eines Serums eines Patienten mit infektiöser Hepatitis beimpft.
  • Es wurden 1,5 cm3 Stabilisierlösung (Medium 1955 +5°/o Pferdeserum) in jedes Röhrchen gegeben, und die Kulturen wurden 10 Tage bei 37,50 C entwickelt.
  • Die Kulturflüssigkeiten wurden durch ein Bakteriumfilter mit einer mittleren Porosität von 0,3 Mikron geleitet, wobei man ein Filtrat mit lebendem infektiösem Hepatiti svirus erhielt.
  • Beispiel 4 Herstellung einer Impflösung Es wurde hinreichend Formaldehyd zu 1,5 1 Gewebekulturflüssigkeit mit lebendem infektiösem Hepatitisvirus nach Beispiel 2 gegeben, um eine Endkonzentration von 1:4000 zu erhalten. Das Gemisch wurde 1 Stunde auf 750 C erwärmt. Die anfallende Lösung wird durch einen Zentrifugalfilmapparat, wie er in Bei spiel 4 angegeben ist, mit einer Geschwindigkeit von 300 cm3 je Minute geleitet. wobei man eine Ultraviolettleistung von 20 Watt anwandte. Die anfallende Impflösung enthält keinen lebenden infektiösen Hepatiti svirus, besitzt aber eine Antigenwirkung.
  • Beispiel 5 Herstellung einer Impflösung Man gibt hinreichend Phenol zu 500 cm3 Gewebekulturflüssigkeit mit lebendem infektiösem Hepatitisvirus, hergestellt nach Beispiel 2, um eine Endkonzentration von 0,50/o zu erzielen. Das Gemisch wird auf 700 C erwärmt und dann durch einen Zentrifugalfilmapparat geleitet, wie er im Beispiel 4 angegeben ist, mit einer Geschwindigkeit von 200 cm3 je Minute unter Verwendung einer Ultraviolettleistung von 20 Watt. Die anfallende Impflösung enthält keinen lebenden infektiösen Hepatitisvirus, besitzt aber eine Antigenwi rkung.

Claims (3)

  1. PATENTANSPRUCHE: 1. Verfahren zur Herstellung von Impflösungen mit abgetötetem infektiösem Hepatitisvirus unter Verwendung von Kulturen aus Detroit-6-Stämmen, dadurch gekennzeichnet, daß man eine Gewebskulturflüssigkeit von Detroit-6-Stämmen von epithelähnlichen Zellen oder Embryonalzellen von nichtinfizierten Menschen mit lebendem infektiösem Hepatitisvirus beimpft und die beimpfte Kultur bei etwa 30 bis 420 C entwickelt, bis die einschichtige Zellage zerreißt und Aggregate von kleinen. dunklen Granulatzellen mit Chromatin in Randstellung auftreten, dann die Kulturflüssigkeit von den Feststoffen abtrennt und mit Formaldehyd, Phenol, fl-Propiolacton, Chlor oder Ultraviolettstrahlung oder einer Kombination von mehreren dieser Maßnahmen behandelt, so daß die Infektionswirkung des Virus völlig zerstört wird, aber die Antigenwirkung des Virus keine wesentliche Beeinträchtigung erfährt.
  2. 2. Verfahren nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß man die Impflösung mit abgetötetem infektiösem Hepatitisvirus Affen. oder Kaninchen injiziert und aus dem Blut dieser Tiere ein injizierbares Serum als Impflösung gewinnt.
  3. 3. Verfahren nach Anspruch 1 und 2, dadurch gekennzeichnet, daß für die Behandlung mit ß-Propiolacton dieses in einer Konzentration von 0,001 bis 0,0025 g je cm5 Kulturflüssigkeit angewendet wird und die Kulturfiüssigkeit anschließend in Form eines dünnen Films der Einwirkung von ultraviolettem Licht mit einer Wellenlänge zwischen 2000 und 6000 Ängström-Einheiten ausgesetzt wird.
DEP18449A 1956-04-30 1957-04-30 Verfahren zur Herstellung von Impfloesungen mit abgetoetetem infektioesem Hepatitisvirus Pending DE1037655B (de)

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Cited By (2)

* Cited by examiner, † Cited by third party
Publication number Priority date Publication date Assignee Title
DE1187193B (de) 1958-10-31 1965-02-11 Siemens Ag Anordnung zur Steuerung von Foerderkaesten in umlaufenden Kastenfoerderanlagen
EP0074119A1 (de) * 1981-09-09 1983-03-16 Bertram Dr. Flehmig An menschliche Fibroblastenzellen adaptierte Hepatitis-A-Viren

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