DE10360155A1 - Antriebsstrang mit Abgasnutzung und Steuerungsverfahren - Google Patents
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Abstract
Die Erfindung betrifft einen Antriebsstrang, umfassend DOLLAR A - einen Verbrennungsmotor; DOLLAR A - eine Abgasnutzturbine, welche im Abgasstrom des Verbrennungsmotors angeordnet ist; DOLLAR A - eine Kurbelwelle, die von Verbrennungsmotor angetrieben wird; DOLLAR A - die Kurbelwelle ist über eine hydrodynamische Kupplung mit der Abgasnutzturbine in eine Triebverbindung schaltbar, so dass die Kurbelwelle von der Abgasnutzturbine angetrieben wird; DOLLAR A - die hydrodynamische Kupplung weist ein Primärrad und ein Sekundärrad auf, welche miteinander einen Arbeitsraum ausbilden, der mit einem Arbeitsmedium zur Drehmomentübertragung befüllbar ist; DOLLAR A - das Primärrad steht in Triebverbindung mit der Abgasnutzturbine; DOLLAR A - das Sekundärrad steht in Triebverbindung mit der Kurbelwelle; DOLLAR A - das Primärrad ist gegenüber einer Drehbewegung mechanisch abbremsbar und verriegelbar, so dass die hydrodynamische Kupplung die Funktion eines hydrodynamischen Retarders aufnimmt. DOLLAR A Der erfindungsgemäße Antriebsstrang ist dadurch gekennzeichnet, dass eine Steuerung vorgesehen ist, welche den Arbeitsraum der hydrodynamischen Kupplung vor und/oder bei der Abbremsung des Primärrades gezielt auf einen vorgegebenen Füllungsgrad entleert.
Description
- Die Erfindung betrifft einen Antriebsstrang, insbesondere Kraftfahrzeugantriebsstrang, bei welchem die Abgasenergie der Abgase eines Verbrennungsmotors mittels einer Abgasnutzturbine zum Antrieb genutzt wird. Ferner betrifft die Erfindung ein Verfahren zur Steuerung eines solchen Antriebsstrangs.
- Die Verwendung von Abgasnutzturbinen in Antriebssträngen, insbesondere in Kraftfahrzeugantriebssträngen, ist bekannt. Gemäß eines bekannten Typs wird im Abgasenergienutzbetrieb die Kurbelwelle des Verbrennungsmotors zusätzlich durch die Abgasnutzturbine angetrieben, welche in eine geeignete Triebverbindung mit der Kurbelwelle geschaltet ist. Die Triebverbindung umfasst eine hydrodynamische Kupplung, welche das Antriebsmoment der Abgasnutzturbine auf die Kurbelwelle überträgt. Geeignete Übersetzungen oder Getriebe können ebenso zwischengeschaltet sein.
- Gemäß einer Weiterentwicklung dieses Typs dient die hydrodynamische Kupplung nicht nur zur Drehmomentübertragung im Abgasenergienutzbetrieb, sondern sie wird auch als hydrodynamische Bremse, d. h. als sogenannter Retarder verwendet. Dazu wird ein Rad der hydrodynamischen Kupplung mechanisch festgesetzt, und zwar das mit der Abgasnutzturbine in Verbindung stehende Rad. Alternativ kann auch mit zwei unterschiedlichen hydraulischen Kreisläufen gearbeitet werden, welche einen Kupplungsraum und einen Retarderraum gezielt füllen und entleeren.
- Als Mittel zum Abbremsen bzw. Festsetzen des einen Rades der hydrodynamischen Kupplung kann beispielsweise eine Lamellenkupplung verwendet werden. Bei solchen Lamellenkupplungen sind immer wieder technische Probleme aufgetreten, welche zumeist auf Überlastung zurückgeführt wurden. Entsprechend hat man die Lamellenkupplungen leistungsstark ausgelegt, d. h. mit erheblichen konstruktiven Ausmaßen und einem erheblichen Gewicht. Einerseits führt diese Auslegung zu hohen Kosten. Andererseits ist das zusätzliche Gewicht insbesondere bei Kraftfahrzeugen als nachteilig anzusehen, da man bekanntlich heutzutage danach strebt, den Kraftstoffverbrauch zu minimieren.
- Der Erfindung liegt die Aufgabe zugrunde, einen Antriebsstrang mit einem Verbrennungsmotor, einer Abgasnutzturbine und einer hydrodynamische Kupplung in der Triebverbindung zwischen einer Kurbelwelle und der Abgasnutzturbine, wobei die hydrodynamische Kupplung auch zum hydrodynamischen Bremsen eingesetzt wird, derart weiterzuentwickeln, dass die Nachteile des Standes der Technik ausgeräumt werden. Insbesondere soll ein baulich kleineres Mittel, insbesondere eine Lamellenkupplung, zum Abbremsen bzw. Verriegeln des einen Kupplungsrades verwendet werden können. Ferner soll ein Steuerungsverfahren zum Steuern des erfindungsgemäßen Abtriebsstrangs dargelegt werden.
- Die erfindungsgemäße Aufgabe wird durch einen Antriebsstrang und ein Steuerverfahren für einen Antriebsstrang gemäß der unabhängigen Ansprüche gelöst. Die Unteransprüche beschreiben besonders vorteilhafte Weiterbildungen der Erfindung.
- Der Erfinder hat eine Möglichkeit zur Gestaltung eines gattungsgemäßen Antriebsstrangs erkannt, bei welchem die hydrodynamische Kupplung für große Übertragungsleistungen ausgeführt werden kann und zugleich nur eine vergleichsweise schwache Abbrems- bzw. Verriegelungseinrichtung zum Abbremsen und Verriegeln von einem Schaufelrad der hydrodynamischen Kupplung verwendet werden kann, ohne dass die Gefahr einer Überlastung derselben besteht. Bei dem erfindungsgemäßen Antriebsstrang werden sozusagen die Bereiche größter Lastspitzen aus dem Betriebsverhalten ausgeblendet. Dadurch wird zum einen die Kupplung geschont und andererseits bei Verwendung in einem Kraftfahrzeug der Fahrkomfort durch einen sanfteren Übergang vom Kupplungsbetrieb in den Retarderbetrieb erhöht. Dies geschieht erfindungsgemäß dadurch, dass eine Steuerung vorgesehen ist, welche den Arbeitsraum der hydrodynamischen Kupplung vor der Abbremsung des Primärrades, d. h. des Schaufelrades, welches der Abgasnutzturbine zugeordnet ist und als Stator im Retarderbetrieb verwendet wird, auf einen vorgegebenen Füllungsgrad entleert. Alternativ oder zusätzlich kann die Entleerung zusammen mit der Abbremsung des Primärrades der hydrodynamischen Kupplung erfolgen. Wichtig ist nur, dass die Entleerung so rechtzeitig erfolgt, dass keine lang anhaltenden bzw. überhaupt keine Belastungszustände auftreten, welche die Leistungsfähigkeit der Bremseinrichtung überschreiten.
- Gemäß einer vorteilhaften Ausführung ist die Bremseinrichtung zum Abbremsen und mechanischen Verriegeln des Primärrades der hydrodynamischen Kupplung eine Lamellenkupplung. Zudem ist es vorteilhaft, wenn die hydrodynamische Kupplung im Kühlkreislauf eines Fahrzeugs angeordnet ist und das Arbeitsmedium das Fahrzeugkühlmedium, insbesondere Wasser oder ein Wassergemisch, ist.
- Zur gezielten Entleerung des Arbeitsraumes der hydrodynamischen Kupplung vor oder beim Abbremsen des Primärrades können verschiedene Konzepte zum Einsatz kommen. Gemäß einer Ausführungsform ist in Strömungsrichtung vor der hydrodynamischen Kupplung ein 3/2-Wegeventil im Kühlkreislauf angeordnet, welches bei ungebremstem Primärrad, d. h. im „normalen" Fahrbetrieb, den zufließenden Arbeitsmediumstrom in Richtung der hydrodynamischen Kupplung und zugleich in Richtung des Verbrennungsmotors, welcher durch das Arbeitsmedium bzw. Kühlmedium gekühlt wird, aufteilt. Unmittelbar vor der Abbremsung und/oder bei der Abbremsung des Primärrades schaltet das 3/2-Wegenventil und sperrt den Arbeitsmediumstrom in Richtung der hydrodynamischen Kupplung ab, so dass mangels Zufluss der Arbeitsraum der hydrodynamischen Kupplung durch anhaltenden Abfluss auf den gewünschten Füllungsgrad entleert wird.
- Alternativ oder zusätzlich kann in Strömungsrichtung vor der hydrodynamischen Kupplung eine Drosselstelle vorgesehen sein, welche den Arbeitsmediumstrom vor der Abbremsung bzw. bei der Abbremsung des Primärrades drosselt. Diese Drosselstelle kann in Form einer geregelten Drossel oder durch eine zuschaltbare Drossel, beispielsweise in einem Bypass, ausgeführt sein.
- Alternativ oder zusätzlich, um die Entleerungsgeschwindigkeit zu vergrößern, kann in Strömungsrichtung hinter der hydrodynamischen Kupplung eine vergrößerbare Ablauföffnung bzw. zusätzliche Ablauföffnungen vorgesehen sein, mit welcher/welchen der zur Verfügung stehende Strömungsquerschnitt vor dem Bremsen oder beim Bremsen des Primärrades der hydrodynamischen Kupplung erweitert wird.
- Das erfindungsgemäße Verfahren zeichnet sich durch mindestens drei Schritte aus:
Im Abgasenergienutzungsbetrieb, d. h. in einem Betriebszustand, in welchem mittels der Abgasnutzturbine Abgasenergie in Rotationsenergie umgewandelt wird und zum (zusätzlichen) Antreiben der Kurbelwelle verwendet wird, wird der Arbeitsraum der hydrodynamischen Kupplung im wesentlichen gefüllt oder vollständig gefüllt gehalten und entsprechend der gewünschten Kupplungsfunktion, d. h. der Übertragung des gewünschten Drehmoments von der Abgasnutzturbine auf die Kurbelwelle, keines der Kupplungsschaufelräder, d. h. weder Primärrad noch Sekundärrad, mechanisch gebremst. Im Retarderbremsbetrieb, d. h. in dem Betriebszustand, in welchem das Primärrad der hydrodynamischen Kupplung mechanisch gegen eine Drehung verriegelt ist und die hydrodynamische Kupplung als Retarder arbeitet, wird der Arbeitsraum der hydrodynamischen Kupplung auf einem vorgegebenen Füllungsgrad gehalten, welcher in der Regel kleiner ist als der Füllungsgrad im Kupplungsbetrieb, d. h. im Abgasenergienutzbetrieb. Wie bei herkömmlichen hydrodynamischen Kupplungen ist natürlich in bestimmten Betriebszuständen auch eine Teilfüllung im Kupplungsbetrieb möglich, und wie bei herkömmlichen Retardern eine Vollfüllung im Retarderbetrieb. - Beim Umschalten vom Abgasenergienutzbetrieb zum Retarderbetrieb wird der Arbeitsraum der hydrodynamischen Kupplung auf einen vorgegebenen Füllungsgrad entleert. Das Umschalten beginnt mit dem Abbremsen des Primärrades der hydrodynamischen Kupplung oder schon vorher in dem Falle einer Entleerung unmittelbar vor Beginn der Bremsung des Primärrades.
- Um die Brems- bzw. Verriegelungseinrichtung besonders klein ausführen zu können, wird beim Umschalten der Arbeitsraum der hydrodynamischen Kupplung vollständig entleert. Häufig ist es jedoch ausreichend, wenn nur eine Teilentleerung stattfindet.
- Sofern im Retarderbetrieb die hydrodynamische Kupplung mit einer Teilfüllung betrieben wird, beispielsweise um die optimale Bremsleistung einzustellen, gibt es zwei Möglichkeiten des „Anfahrens" dieses Teilfüllungszustandes. Gemäß der ersten Möglichkeit wird vor bzw. beim Abbremsen des Primärrades der hydrodynamischen Kupplung direkt dieser Füllungszustand des Retarderbetriebes angefahren. Gemäß der zweiten Möglichkeit wird ein Füllungszustand angefahren, welcher einen Füllungsgrad kleiner als der des Retarderbetriebs aufweist. Entsprechend wird anschließend die Kupplung wieder bis zum Füllungsgrad des Retarderbetriebs aufgefüllt.
- Die Erfindung soll nachfolgend anhand eines Ausführungsbeispiels näher erläutert werden.
- Es zeigen:
-
1 einen prinzipiellen Aufbau der Triebverbindung zwischen der Abgasnutzturbine und der Kurbelwelle; -
2 ein Steuerschema für die Steuerung eines erfindungsgemäßen Antriebsstrangs; -
3 die Zustände des in der2 gezeigten 3/2-Wegeventils im Detail. - In der
1 erkennt man die Triebverbindung zwischen einer Abgasnutzturbine2 und einer Kurbelwelle3 eines nicht dargestellten Verbrennungsmotors, welche gemäß einer Ausführung der vorliegenden Erfindung ausgeführt ist. Die angetriebene Welle der Abgasnutzturbine ist über ein erstes Getriebe8 mit dem Primärrad4.1 der hydrodynamischen Kupplung4 verbunden. Die Kurbelwelle3 ist über ein zweites Getriebe9 mit dem Sekundärrad4.2 der hydrodynamischen Kupplung4 verbunden. Dementsprechend wird bei einer Befüllung des Arbeitsraumes der hydrodynamischen Kupplung4 , vorzugsweise bei einer Vollbefüllung, Drehmoment bzw. Drehleistung von der Abgasnutzturbine2 auf die Kurbelwelle3 übertragen. - Um ein Bremsmoment zu erzeugen, ist das Primärrad
4.1 der hydrodynamischen Kupplung4 mittels der Lamellenkupplung5 abbremsbar und mechanisch verriegelbar. Diese Verriegelung hat bei der vorliegenden Ausführung zwei Wirkungen: Zunächst wirkt die hydrodynamische Kupplung4 als Retarder, d. h. die Kurbelwelle3 treibt weiterhin über das Getriebe9 das Sekundärrad4.2 der hydrodynamischen Kupplung4 an, über den gefüllten Arbeitsraum der hydrodynamischen Kupplung4 , vorteilhaft mit einer vorgegebenen Teilfüllung befüllt, wird Drehmoment vom Sekundärrad4.2 auf das Primärrad4.1 übertragen und über die Lamellenkupplung5 abgeleitet. Dadurch entsteht eine Bremswirkung, welche die Kurbelwelle3 abbremst. - Die zweite Wirkung ist darin zu sehen, dass die Lamellenkupplung
5 über das Primärrad4.1 und das Getriebe8 auch den Läufer der Abgasnutzturbine2 festsetzt. Dementsprechend wird der Abgasstrom, welcher durch die Abgasnutzturbine strömt, gedrosselt, was zu einem erhöhten Abgasdruck führt, welcher wiederum den nicht dargestellten Verbrennungsmotor abbremst. Man könnte diese Wirkung mit der einer Auspuffklappenbremse vergleichen. - In der
2 ist ein Steuerschema für eine mögliche Steuerung des erfindungsgemäßen Antriebsstrangs bzw. ein mögliches Steuerverfahren gemäß der Erfindung gezeigt. Für die bereits in der1 gezeigten Bauteile werden dieselben Bezugszeichen verwendet, so dass diese Beschreibung nicht wiederholt werden braucht. - Die hydrodynamische Kupplung
4 ist im Kühlkreislauf6 eines Fahrzeugs angeordnet. Zum Kühlen des Kühlmediums, welches zugleich Arbeitsmedium der hydrodynamischen Kupplung ist, vorzugsweise Wasser oder ein Wassergemisch, ist ein Kühler10 in den Kühlkreislauf6 geschaltet. Dieser kann, wenn eine Kühlung nicht erforderlich ist, über den gezeigten Bypass umgangen werden. Die Ausgabewerte eines Thermostats11 werden zur Aufteilung des entsprechenden Kühlmediumstroms, entweder durch den Kühler10 oder durch den Bypass, herangezogen. - Das Kühlmedium bzw. das Arbeitsmedium wird durch die Kühlwasserpumpe
12 im Kühlkreislauf umgewälzt. Wie man sieht, ist nur eine einzige Kühlwasserpumpe12 im gesamten Kühlkreislauf vorgesehen. - Ferner sind weitere bekannte Komponenten eines herkömmlichen Kühlkreislaufes dargestellt, beispielsweise die Temperatursensoren
13 vor und hinter dem durch das Kühlmedium gekühlten Motor1 , ein Ausgleichsbehälter14 , in welchen die Motorentlüftung15 und die Kühlerentlüftung16 mündet, ein 2/2-Wegeventil17 , welches bei Bedarf Kühlmedium aus dem Ausgleichsbehälter in den Kühlkreislauf leitet sowie verschiedene Rückschlagventile18 . - In Strömungsrichtung hinter der Kühlwasserpumpe
12 ist ein 3/2-Wegeventil7 vorgesehen, welches den Kühlmediumstrom bzw. Arbeitsmediumstrom in zwei Richtungen aufteilt, nämlich in Richtung der hydrodynamischen Kupplung4 und in Richtung des Motors1 . Soll nun der Arbeitsraum der hydrodynamischen Kupplung4 gezielt entleert werden, wobei unter Entleerung auch eine Entleerung auf eine Teilfüllung sowie eine vollständige Entleerung zu verstehen ist, wird das Umschaltventil7 aus der gezeigten Stellung geschaltet (in der Zeichnung in Richtung nach links), so dass die Strömung von Arbeitsmedium in Richtung der hydrodynamischen Kupplung4 unterbrochen wird. Entsprechend wird der Arbeitsraum der hydrodynamischen Kupplung4 entleert und zwar über den Leitungszweig6.1 des Kühlkreislaufes6 , in welchen das Auslassregelventil19 geschaltet ist. - Mittels des Auslassregelventils
19 kann der wirksame Strömungsquerschnitt der Leitung, welche das Arbeitsmedium aus der hydrodynamischen Kupplung4 abführt, eingestellt werden. Das Auslassregelventil19 kann dabei vorteilhaft unmittelbar an der hydrodynamischen Kupplung4 bzw. in der hydrodynamischen Kupplung4 angeordnet sein, es ist jedoch auch möglich, das Auslassregelventil19 in einer arbeitsmediumführenden Leitung hinter der hydrodynamischen Kupplung4 anzuordnen. Durch Vergrößern des wirksamen Strömungsquerschnitts mittels des Auslassregelventils19 kann die Abströmgeschwindigkeit bzw. das Abströmvolumen des Arbeitsmediums aus der hydrodynamischen Kupplung4 vergrößert werden, was zu einer schnelleren Entleerung des Arbeitsraumes der hydrodynamischen Kupplung4 führt. - Wie bereits oben dargelegt wurde, ist das Auslassregelventil
19 nicht unbedingt für die erfindungsgemäße Steuerung erforderlich, sondern stellt lediglich eine Option für eine schnellere Entleerung dar. Anstelle der Verwendung eines Umschaltventils bzw. 3/2-Wegeventils 7 könnte für eine Entleerung des Arbeitsraumes der hydrodynamischen Kupplung4 auch eine Drossel (nicht gezeigt) zum Einsatz kommen. In diesem Fall wäre stets eine Strömung in den Arbeitsraum der hydrodynamischen Kupplung4 gegeben, welche entsprechend beim Umschalten vom Kupplungsbetrieb in den Retarderbetrieb gezielt gedrosselt würde. - In der
3 ist das 3/2-Wegeventil 7 nochmals im einzelnen dargestellt. Wie man sieht, weist es zwei Schaltstellungen auf, nämlich die Schaltstellung1 , in welcher der über den Anschluss7.1 zugeführte Arbeitsmediumstrom auf die beiden Auslässe7.2 und7.3 aufgeteilt wird, wobei der Auslass7.2 zur hydrodynamischen Kupplung4 und der Auslass7.3 zum Verbrennungsmotor1 führt, wie in der2 gezeigt ist. In der Schaltstellung II wird das über den Anschluss7.1 zugeführte Arbeitsmedium ausschließlich zum Auslass7.3 , d. h. in Richtung des Verbrennungsmotors1 , geleitet, während der Auslass7.2 abgesperrt ist. - Beim Fahren im Kupplungsbetrieb werden insbesondere zwölf Liter pro Minute in Richtung der hydrodynamischen Kupplung
4 , d. h. über den Anschluss7.2 geleitet. Beim Bremsen im Retarderbetrieb der hydrodynamischen Kupplung werden vorteilhaft 400 Liter pro Minute zur hydrodynamischen Kupplung geleitet. - Beim Umschalten vom Abgasenergienutzbetrieb zum Retarderbetrieb wird, wie beschrieben, der Arbeitsraum der hydrodynamischen Kupplung vor dem mechanischen Abbremsen und/oder beim mechanischen Abbremsen des Primärrades der hydrodynamischen Kupplung vorteilhaft auf einen vorgegebenen Füllungsgrad entleert. Dieser Füllungsgrad kann gemäß einer besonderen Ausführungsform beispielsweise durch eine vorgegebene Zeitspanne bestimmt werden, über welcher eine Entleerung des Arbeitsraums stattfindet. Beispielsweise kann das Ventil
7 für ein bestimmtes Zeitintervall in die Stellung II geschaltet werden, sowie alternativ oder zusätzlich der Querschnitt des Auslassregelventils19 für eine bestimmte Zeitspanne vergrößert werden. -
- 1
- Verbrennungsmotor
- 2
- Abgasnutzturbine
- 3
- Kurbelwelle
- 4
- hydrodynamische Kupplung
- 4.1
- Primärrad
- 4.2
- Sekundärrad
- 5
- Lamellenkupplung
- 6
- Kühlkreislauf
- 6.1
- Kühlkreislaufzweig
- 7
- 3/2-Wegeventil
- 7.1, 7.2, 7.3
- Anschluss
- 8
- Getriebe
- 9
- Getriebe
- 10
- Kühler
- 11
- Thermostat
- 12
- Wasserpumpe
- 13
- Temperatursensor
- 14
- Ausgleichsbehälter
- 15
- Motorentlüftung
- 16
- Kühlerentlüftung
- 17
- 2/2-Wegeventil
- 18
- Rückschlagventil
- 19
- Auslassregelventil
- I
- Schaltstellung im Kupplungs- und Retarderbetrieb
- II
- Schaltstellung beim Umschalten vom Kupplungs- zum Retarderbetrieb
Claims (14)
- Antriebsstrang, umfassend 1.1 einen Verbrennungsmotor (
1 ); 1.2 eine Abgasnutzturbine (2 ), welche im Abgasstrom des Verbrennungsmotors (1 ) angeordnet ist; 1.3 eine Kurbelwelle (3 ), die vom Verbrennungsmotor (1 ) angetrieben wird; 1.4 die Kurbelwelle (3 ) ist über eine hydrodynamische Kupplung (4 ) mit der Abgasnutzturbine (2 ) in eine Triebverbindung schaltbar, so dass die Kurbelwelle (3 ) von der Abgasnutzturbine (2 ) angetrieben wird; 1.5 die hydrodynamische Kupplung (4 ) weist ein Primärrad (4.1 ) und ein Sekundärrad (4.2 ) auf, welche miteinander einen Arbeitsraum ausbilden, der mit einem Arbeitsmedium zur Drehmomentübertragung befüllbar ist; 1.6 das Primärrad (4.1 ) steht in Triebverbindung mit der Abgasnutzturbine (2 ); 1.7 das Sekundärrad (4.2 ) steht in Triebverbindung mit der Kurbelwelle (3 ); 1.8 das Primärrad (4.1 ) ist gegenüber einer Drehbewegung mechanisch abbremsbar und verriegelbar, so dass die hydrodynamische Kupplung (4 ) die Funktion eines hydrodynamischen Retarders aufnimmt; dadurch gekennzeichnet, dass 1.9 eine Steuerung vorgesehen ist, welche den Arbeitsraum der hydrodynamischen Kupplung (4 ) vor und/oder bei der Abbremsung des Primärrades (4.1 ) gezielt auf einen vorgegebenen Füllungsgrad entleert. - Antriebsstrang gemäß Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, dass dem Primärrad (
4.1 ) eine Lamellenkupplung (5 ) zugeordnet ist, welche zum mechanischen Abbremsen und Verriegeln des Primärrades (4.1 ) ausgebildet ist. - Antriebsstrang gemäß einem der Ansprüche 1 oder 2, dadurch gekennzeichnet, dass die hydrodynamische Kupplung (
4 ) im Kühlkreislauf (6 ) eines Fahrzeugs angeordnet ist und das Arbeitsmedium das Fahrzeugkühlmedium ist. - Antriebsstrang gemäß Anspruch 3, dadurch gekennzeichnet, dass in Strömungsrichtung vor der hydrodynamischen Kupplung (
4 ) ein 3/2-Wegeventil (7 ) im Kühlkreislauf (6 ) angeordnet ist, welches bei ungebremstem Primärrad (4.1 ) den zuströmenden Arbeitsmediumstrom in Richtung der hydrodynamischen Kupplung (4 ) und in Richtung des Verbrennungsmotors (1 ) aufteilt und unmittelbar vor der Abbremsung und/oder bei der Abbremsung des Primärrades (4.1 ) die Arbeitsmediumströmung in Richtung der hydrodynamischen Kupplung (4 ) unterbricht. - Antriebsstrang gemäß Anspruch 3, dadurch gekennzeichnet, dass in Strömungsrichtung vor der hydrodynamischen Kupplung (
4 ) eine zuschalt- oder regelbare Drosselstelle vorgesehen ist, welche unmittelbar vor der Abbremsung und/oder bei der Abbremsung des Primärrades (4.1 ) die Strömung von Arbeitsmedium in den Arbeitsraum der hydrodynamischen Kupplung (4 ) drosselt. - Antriebsstrang gemäß einem der Ansprüche 3 bis 5, dadurch gekennzeichnet, dass in Strömungsrichtung hinter der hydrodynamischen Kupplung (
4 ) eine zuschalt- oder regelbare Ablauföffnung vorgesehen ist, insbesondere ein Auslassregelventil (19 ), welche/welches die Strömung von Arbeitsmedium aus dem Arbeitsraum der hydrodynamischen Kupplung (4 ) bei der Entleerung des Arbeitsraums vergrößert. - Verfahren zur Steuerung eines Antriebsstranges gemäß einem der Ansprüche 1 bis 6, mit den folgenden Schritten: 7.1 im Abgasenergienutzbetrieb mit angetriebener Abgasnutzturbine (
2 ) wird der Arbeitsraum der hydrodynamischen Kupplung (4 ) im wesentlichen oder vollständig mit Arbeitsmedium gefüllt gehalten und keines der Schaufelräder der hydrodynamischen Kupplung (4 ), Primärrad (4.1 ) und Sekundärrad (4.2 ) mechanisch gebremst; 7.2 im Retarderbetrieb bei mechanisch verriegeltem Primärrad (4.1 ) wird der Arbeitsraum der hydrodynamischen Kupplung (4 ) mit einem vorgegebenen Füllungsgrad gefüllt gehalten; 1.3 beim Umschalten vom Abgasenergienutzbetrieb zum Retarderbetrieb wird der Arbeitsraum der hydrodynamischen Kupplung (4 ) vor dem mechanischen Abbremsen und/oder beim mechanischen Abbremsen des Primärrades (4.1 ) der hydrodynamischen Kupplung (4 ) auf einen vorgegebenen Füllungsgrad oder vollständig entleert. - Verfahren gemäß Anspruch 7, dadurch gekennzeichnet, dass der vorgegebene Füllungsgrad des Arbeitsraumes der hydrodynamischen Kupplung (
4 ) während des Retarderbetriebs kleiner ist als der Füllungsgrad während des Abgasenergienutzbetriebs. - Verfahren gemäß Anspruch 8, dadurch gekennzeichnet, dass beim Schritt
7.3 der Arbeitsraum der hydrodynamischen Kupplung (4 ) direkt auf den für den Retarderbremsbetrieb vorgegebenen Füllungsgrad entleert wird. - Verfahren gemäß Anspruch 8, dadurch gekennzeichnet, dass beim Schritt
7.3 der Arbeitsraum der hydrodynamischen Kupplung (4 ) zunächst auf einen Füllungsgrad entleert wird, welcher kleiner ist als der für den Retarderbremsbetrieb vorgegebene Füllungsgrad. - Verfahren gemäß Anspruch 10, dadurch gekennzeichnet, dass beim Schritt
7.3 der Arbeitsraum der hydrodynamischen Kupplung (4 ) im wesentlichen oder vollständig entleert wird. - Verfahren gemäß einem der Ansprüche 7 bis 11, dadurch gekennzeichnet, dass die Entleerung des Arbeitsraums der hydrodynamischen Kupplung (
4 ) durch Drosseln des in den Arbeitsraum zugeführten Arbeitsmediumstroms erfolgt. - Verfahren gemäß einem der Ansprüche 7 bis 12, dadurch gekennzeichnet, dass die Entleerung des Arbeitsraumes der hydrodynamischen Kupplung (
4 ) durch Vergrößern des aus dem Arbeitsraum abgeführten Arbeitsmediumstroms erfolgt. - Verfahren gemäß einem der Ansprüche 7 bis 11 oder 13, dadurch gekennzeichnet, dass die Entleerung durch Unterbrechen des in den Arbeitsraum zugeführten Arbeitsmediumstroms erfolgt.
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