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Die
vorliegende Erfindung betrifft eine nasal applizierbare, filmförmige, bioadhäsive, pharmazeutische
Darreichungsform enthaltend wenigstens eine wirkstoffhaltige Schicht
basierend auf vernetzten hydrophilen Polymeren mit bis zu 60 Gew.-%,
bezogen auf die Gesamtmenge vernetzter hydrophiler Polymere, Lidocain
sowie die Verwendung der wirkstoffhaltigen Schicht zur Herstellung
einer pharmazeutischen, nasal applizierbaren, ein- oder mehrschichtigen
Darreichungsform zur Bekämpfung
von primären Kopfschmerzen,
insbesondere Migräne.
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Bei
Kopfschmerzen unterscheidet man zwischen primären und sekundären Kopfschmerzen. Während bei
sekundären
Kopfschmerzen die Schmerzen nur die Folge eines anderen Leidens sind,
sind primäre
Kopfschmerzen an sich eine Erkrankung. Dementsprechend ist in diesem
Fall die Bekämpfung
der Kopfschmerzen das eigentliche Behandlungsziel.
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Primäre Kopfschmerzen
können
unterschiedliche Ursachen wie z. B. Veränderungen im Gefäßsystem
haben. Die entsprechenden Kopfschmerzen werden dann als neuro-vaskuläre Schmerzen
bezeichnet.
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Wiederholt
auftretende, vorzugsweise einseitige neuro-vaskuläre Kopfschmerzen
werden auch als Migräne
bezeichnet.
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Da
bei der Behandlung von primären
Kopfschmerzen eine sofortige Wirkung zur Linderung der Schmerzen
ganz besonders angestrebt wird, eigenen sich dafür insbesondere Darreichungsformen, die
eine schnelle Wirkstoffabgabe in den Kreislauf garantieren. Orale
Darreichungsformen wie Tabletten oder Kapseln sind dafür aber nicht
die erste Wahl, sondern u. a. eine nasale Applikation, durch die
eine schnelle Linderung von primären
Kopfschmerzen, insbesondere Migräne,
erreicht werden kann.
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Sofern
in WO 01/43733 eine transmukosale Verabreichung von Wirkstoffen
durch die Nasenschleimhaut zur Bekämpfung von Kopfschmerzen beschrieben
ist, werden Darreichungsformen mit nur Lidocain als einzigen Wirkstoff
als ungeeignet beurteilt.
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Aus
dem Stande der Technik ist weiterhin bekannt, dass Lidocain nach
nasaler Verabreichung, z. B. in Form von Sprays zwar zu einer schnellen
Linderung von Migräne-Schmerzen
führt,
diese Schmerzen aber nach kurzer Zeit wieder aufflammen. In der Veröffentlichung
von Maizels et al., Journal of the American Medical Association
(1996, July) 276(4), Seiten 319-321 wird bestätigt, dass nasal verabreichtes
Lidocain zu einem raschen Nachlaß der Migräne- Schmerzen führt. Anderseits
wurde ein Rezidiv, das heißt
ein erneutes Auftreten des Schmerzes, kurz nach der Applikation
von Lidocain festgestellt.
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Um
dieses erneute Auftreten von Schmerzen, insbesondere von Migräne-Schmerzen
zu bekämpfen,
ist eine fortgesetzte Verabreichung von Lidocain, insbesondere eine
fortgesetzte, nasale Applikation von Lidocain wünschenswert.
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Aufgabe
der vorliegenden Erfindung war es daher, eine Darrreichungsform
zur Verfügung
zu stellen, die eine kontinuierliche Abgabe von Lidocain über mehrere
Stunden über
die nasale Schleimhaut zur Bekämpfung
von Kopfschmerzen, insbesondere Migräne-Schmerzen bei Menschen gewährleistet, wobei
durch ein- und dieselbe Darreichungsform sowohl die sofortige Schmerzbekämpfung als
auch die Bekämpfung
gegen wieder aufflammende, d. h. wiederholt auftretende bzw. kontinuierliche
Schmerzen, und eine einfache Applikation der Darreichungsform möglich sein
soll.
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Diese
Aufgabe wird durch Bereitstellung einer nasal applizierbaren, filmförmigen,
bioadhäsiven, pharmazeutischen,
ein- oder mehrschichtigen Darreichungsform mit wenigstens einer
wirkstoffhaltigen Schicht basierend auf vernetzten hydrophilen Polymeren
mit bis zu 60 Gew.-% Lidocain, bezogen auf die Gesamtmenge vernetzter
hydrophiler Polymere, gelöst.
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Die
hohe Beladung mit bis zu 60 Gew.-% Lidocain in wenigstens einer
der wirkstoffhaltigen Schichten der erfindungsgemäßen Darreichungsform
war nicht zu erwarten, da andere filmbildenden Polymere, wie z.
B. Ethylcellulose, nur eine Beladung bis zu ungefähr 25 Gew.-%
Wirkstoff zulassen. Eine darüber
hinausgehende Konzentration des Wirkstoffes führt meist zu dessen Auskristallisieren.
Ein Auskristallisieren verursacht brüchige Filme, die keine ausreichend
sichere Handhabung u. a. bei der Applikation gewährleisten. Weiterhin sind die
Filme trüb, was
die Akzeptanz bei den Patienten beeinträchtigt.
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Durch
die erfindungsgemäße Auswahl
von vernetzten hydrophilen Polymeren als filmbildende Stoffe für die wirkstoffhaltige
Schicht, die vorzugsweise während
oder nach der Beladung mit Lidocain vernetzt werden, gelingt es,
lidocainhaltige Schichten mit einem Anteil an Lidocain von bis zu
60 Gew.-%, bezogen auf die Gesamtmenge vernetzter hydrophiler Polymere,
vorzugsweise von 20 bis 55 Gew.-% und besonders bevorzugt von 30
bis 50 Gew.-% zur Verfügung
zustellen.
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Die
Vernetzung der filmbildenden, wirkstoffhaltigen, hydrophilen Polymeren
erfolgt vorzugsweise während
der Schichtbildung, d. h. in-situ, mit Hilfe von bekannten Vernetzern,
vorzugsweise phenolischen Vernetzern und/oder Polyacrylsäurederivaten, besonders
bevorzugt mit Tannin und/oder Polycarbophil (Homopolymere von Acrylsäuren quervernetzt mit
Divinylglycol, gegebenenfalls mit Calcium neutralisiert). Vorzugsweise
beträgt
das Gewichtsverhältnis von
hydrophilen Polymeren zu Vernetzer 2:1 bis 5:1, besonders bevorzugt
4:1.
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Durch
die Vernetzung der filmbildenden Polymere ist es trotz der hohen
Lidocain-Beladung
möglich,
eine ausreichend sichere Handhabung der Darreichungsform, z. B.
beim Herausnehmen aus der Verpackung und Einbringen in die Nase,
ohne Beschädigung
der Darreichungsform durch Zerreißen zu gewährleisten. Durch die Vernetzung
gelingt es erfindungsgemäß, Darreichungsformen
mit einer mindestens Reißfestigkeit
von 40 N, vorzugsweise von mindestens 50 N, besonders bevorzugt
von mindestens 60 N trotz einer hohen Lidocain Konzentration zur
Verfügung
zu stellen.
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Als
hydrophile Polymere für
die erfindungsgemäße Darreichungsform
werden bevorzugt wasserlösliche
Celluloseether, besonders bevorzugt Hydroxyethylcellulose, Methylcellulose,
Hydroxypropylcellulose und/oder Hydroxypropylmethylcellulose, ganz
besonders bevorzugt Hydroxypropylmethylcellulose eingesetzt.
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Die
erfindungsgemäßen Darreichungsformen
können
ein- oder mehrschichtig sein. Sofern die Darreichungsformen mehrschichtig
sind, können
sie mehr als eine wirkstoffhaltige Schicht und/oder eine Deckschicht
und/oder eine Haftschicht aufweisen.
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Aus
der wirkstoffhaltigen Schicht bzw. den weiteren vorhandenen wirkstoffhaltigen
Schichten kann die Lidocain-Freisetzung nicht nur über das
unterschiedliche Ausmaß der
Lidocain-Konzentration, sondern auch über den Grad der Vernetzung
der hydrophilen Polymere gesteuert werden. Innerhalb einer lidocainhaltigen
Schicht kann beispielsweise über
einen Konzentration-Gradienten des Lidocains die Freisetzung gesteuert
werden. Eine weitere Möglichkeit,
die Lidocain-Freisetzung zu beeinflussen, besteht darin, mehrere
lidocainhaltige Schichten mit unterschiedlichen Lidocain-Konzentrationen
in den erfindungsgemäßen Darreichungsformen
vorzusehen. Weiterhin können
auch wirkstofffreie Schichten, ggf. aus vernetzten hydrophilen Polymeren,
zwischen den wirkstoffhaltigen Schichten vorliegen. So kann damit
aus einer wirkstoffhaltigen Schicht der Wirkstoff schnell und in
einer ausreichenden Menge zur unmittelbaren Schmerzbekämpfung freigesetzt werden,
während
aus weiteren wirkstoffhaltigen Schichten eine länger andauernde Lidocain-Freisetzung erzielt
wird, um eine anhaltende Schmerzbekämpfung zu ermöglichen.
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Die
wirkstoffhaltige Schicht weist vorzugsweise eine Dicke von 30-500 μm auf.
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Um
eine ausreichende Haftung der erfindungsgemäßen Darreichungsform bei nasaler
Applikation zu gewährleisten,
kann entweder ein bioadhäsives
Polymer in die lidocainhaltige Schicht eingearbeitet werden oder
eine zusätzliche
Schicht als Haftschicht in der erfindungsgemäßen Darreichungsform vorgesehen
werden. Eine Haftschicht kann aus einem oder mehreren der bekannten
bioadhäsiven
Polymeren wie z.B. Polyacrylsäurederivaten
bestehen. Beispielsweise kann die Haftschicht aus einer Mischung
aus gegebenenfalls vernetzten hydrophilen Polymeren und einem Polyacrylsäurederivat
oder nur aus Polyacrylsäurederivaten
bestehen. Als bioadhäsive
Polyacrylsäurederivate
eignen sich Polyacrylsäuren,
die ggf. zum Teil als Calcium Salz vorliegen und ggf. vernetzt sind.
Besonders bevorzugt sind zum Teil als Calcium Salz vorliegende Polyacrylsäuren vernetzt
mit Divinylglycol. Solche Produkte sind als Polycarbophile® marktgeführt.
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Die
Haftschicht kann auch aus einer Mischung aus einem oder mehreren
der genannten bioadhäsiven
Polymeren und aus einem oder mehreren nicht bioadhäsiven Polymeren,
wie z. B. Ethylcellulose, bestehen, insbesondere wenn eine zusätzliche
Steuerung der Wirkstoff-Freisetzung mit Hilfe der Haftschicht erwünscht ist.
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Die
Haftschicht weist vorzugsweise eine Dicke von 10 bis 100 μm auf.
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Die
erfindungsgemäße Darreichungsform weist
vorzugsweise auch eine Deckschicht auf. Die Deckschicht besteht
vorzugsweise aus einem wasserunlöslichen
Polymeren und ist für
den Wirkstoff, Lidocain, undurchlässig. Damit wird eine unidirektionale
Wirkstofffreisetzung gewährleistet.
Bei dieser unidirektionalen Freisetzung wird der Wirkstoff nur an die
Nasenschleimhaut abgegeben.
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Die
Deckschicht kann aus vernetzten hydrophilen Polymeren, beispielsweise
aus mit Tannin vernetzten Hydroxypropylmethylcellulose, aufgebaut sein.
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Weiterhin
ist es möglich,
die Deckschicht aus wenigstens einem wasserunlöslichen Celluloseether, vorzugsweise
aus Alkylcellulose, besonders bevorzugt aus Ethylcellulose, oder
einem wasserunlöslichen
Celluloseester, vorzugsweise Celluloseacetat, und/oder einem wasserunlöslichen
Poly(meth)acrylat, vorzugsweise einem Poly(C1-4)-alkyl(meth)acrylat,
Poly(C1-4)-dialkylamino-(C1-4)alkyl(meth)acrylat
und/oder deren Copolymere, ganz besonders bevorzugt einem Copolymeren
aus Ethylacrylat/Methylmethacrylat und/oder einem Copolymeren aus
Ethylacrylat/Methylmethacrylat/Trimethylammoniumethylmethacrylat-Chlorid
aufzubauen. Gegebenenfalls können
die Celluloseether, die Celluloseester und die Poly(meth)acrylate
Weichmacher enthalten.
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Die
Deckschicht weist vorzugsweise eine Dicke von 10 bis 100 μm auf.
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In
einer bevorzugten Ausführungsform
der beanspruchten Erfindung ist die Deckschicht aus Ethylcellulose
oder aus einem Copolymer aus Ethylacrylat/Methylmethacrylat/Trimethylammoniumethylmethacrylat-Chlorid
mit einem molaren Verhältnis
der jeweiligen Monomeren von 1 : 2 : 0,1, in beiden Fällen mit
einer prozentualen Menge am Weichmacher, bevorzugt Triethylcitrate,
von 20 bis 40 Gew.-%, bezogen auf die Menge des Polymers. Ganz besonders bevorzugt
ist eine Deckschicht bestehend aus einem Copolymer aus Ethylacrylat/Methylmethacrylat
mit einem molaren Verhältnis
der jeweiligen Monomeren von 2 : 1, wobei den Zusatz von Weichmacher
nicht unbedingt erforderlich ist.
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Zum
Schutz kann die erfindungsgemäße Darreichungsform
auch vor der Applikation mit einer Schutzschicht z. B. einer Plastikfolie
oder Aluminiumfolie bedeckt sein.
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Die
erfindungsgemäße Darreichungsform eignet
sich insbesondere wegen der hohen Beladung mit Lidocain zur Bekämpfung von
primären
Kopfschmerzen bei Menschen.
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Ein
weiterer Gegenstand der vorliegenden Erfindung ist dann die Verwendung
wenigstens einer lidocainhaltigen, filmförmigen Schicht basierend auf vernetzten
hydrophilen Polymeren mit bis zu 60 Gew.-% Lidocain, bezogen auf
die Gesamtmenge vernetzter hydrophiler Polymere, zur Herstellung
einer pharmazeutischen, nasal applizierbaren Darreichungsform zur
Bekämpfung
von primären
Kopfschmerzen, bevorzugt neuro-vaskulärer Kopfschmerzen, besonders
bevorzugt zur Behandlung von Migräne bei Menschen.
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Die
erfindungsgemäße Darreichungsform wird
vorzugsweise hergestellt, indem die wirkstoffhaltige Schicht bzw.
die wirkstoffhaltigen Schichten, vorzugsweise aus einer wässrigen
Lösung
der hydrophilen Polymere und des Lidocains durch Auftragen unter
gleichzeitiger oder nachträglicher
Einwirkung des Vernetzers, vorzugsweise durch in-situ Vernetzung und
vorzugsweise als wässrige
Lösung,
und Entfernung des Wassers durch Trocknen gebildet wird.
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Auf
die getrocknete wirkstoffhaltige Schicht kann durch Aufbringen einer
wässrigen
Dispersion wie einer Latex bzw. Pseudolatex-Dispersion eines wasserunlöslichen
Polymeren oder eine Lösung
eines solchen Polymeren in einem geeigneten, organischen Lösungsmittel
unter anschließender
Entfernung des Wassers oder organischer Lösungsmittel durch Trocknen
und/oder Vakuumbehandlung die Deckschicht hergestellt werden.
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Sofern
bei der erfindungsgemäßen Darreichungsform
eine Haftschicht vorhanden ist, wird diese vorzugsweise wie die
wirkstoffhaltigen Schichten hergestellt.
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Vorzugsweise
wird die erfindungsgemäße Darreichungsform
hergestellt, indem die einzelnen Schichten übereinander auf einer glatten
Oberfläche aufgebaut
werden, wobei das jeweils filmbildende Polymer zusammen mit dem
ggf. vorhandenen Vernetzer und dem ggf. vorhandenen Wirkstoff pro Schicht
jeweils durch Versprühen
und Trocknen als Teilschichten aufgebracht wird. Die Trocknung erfolgt dabei
vorzugsweise simultan mit dem Versprühen. Die Teilschichten weisen
vorzugsweise jeweils eine Dicke von 0,1 bis 10 μm auf.
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Das
Versprühen
der wäßrigen Lösung der hydrophilen
Polymere und der wäßrigen Lösung des Vernetzers
erfolgt vorzugsweise gleichzeitig, wobei sich die hydrophilen Polymere
und der Vernetzer nach dem Versprühen vermischen und danach in
situ das Polymere vernetzt wird.
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Sofern
in einer Schicht der Wirkstoff Lidocain vorhanden ist, erfolgt die
Beladung vorzugsweise dadurch, dass das Lidocain in der wässrigen
Lösung der
hydrophilen Polymere bereits gelöst
ist, bevor diese Lösung
mit der Lösung
des Vernetzers zusammengebracht wird.
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Die
große
Variabilität
dieser Verfahrensweise erlaubt es, den Schichtaufbau in beliebiger
Reihenfolge durchzuführen.
So kann zuerst die Haftschicht oder zuerst die Deckschicht als Grundlage
für die
darauffolgenden Schichten gebildet werden.
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Vorzugsweise
wird zur Durchführung
des Herstellungsverfahrens eine Apparatur wie in
DE 101 46 251 beschrieben eingesetzt.
Die entsprechende Offenbarung gilt als Teil der vorliegenden Offenbarung.
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Diese
Vorrichtung umfaßt
mindestens eine Sprühvorrichtung,
einen Trockner und mindestens eine Platte, die zyklisch unter der
Sprühvorrichtung hindurch
bewegt wird. Vorzugsweise weist die Vorrichtung mehrere Düsen auf,
deren Sprühkegel
sich überlappen
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Methode zur
Bestimmung der Reißfestigkeit
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Zur
Bestimmung der Reißfestigkeit
wird einen Texture Analyser TA.XT2i der Firma Winopal (Deutschland)
eingesetzt. Filmstücke
der erfindungsgemäßen Darreichungsform
mit einer Länge
von 9,5 cm und einer Breite von 1 cm werden mit Einspannbacken an
beiden Enden eingeklemmt und leicht eingespannt, so dass die freie
Spannlänge
7 cm beträgt. Die
Einspannbacken sind mit Beschichtungen auf der Oberfläche, die
mit den Stücken
in Kontakt kommen, versehen, um ein vorzeitiges Zerreißen der
Stücke
an den Klammern zu vermeiden. Falls ein Stück trotz Beschichtungen an
den Klammern zerreißen sollte,
werden diese Werte nicht berücksichtigt.
Mit einer konstanten Geschwindigkeit von 0,5 mm/s zieht die obere
Klammer aufwärts.
Die dabei zu jeder Zeitpunkt eingesetzte Kraft sowie die resultierende
Dehnung wird von dem Texture Analyser aufgenommen. Die Kraft, die
Dehnung und die Zeit werden dann mit der Hilfe einer Software dargestellt
und analysiert.
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Die
Reißfestigkeit
eines untersuchten Filmstückes
ist diejenige Kraft, die in dem Moment, in dem das jeweilige Stück zerreißt, auf
das Filmstück einwirkt.
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Beispiel 1:
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- a) Zur Herstellung der Deckschicht wurde eine
Lösung
von 10 g Hydroxypropylmethylcellulose und 490 g Wasser sowie eine
Lösung
aus 2,5 g Tannin in 497,5 g Wasser hergestellt. Mit Hilfe der in DE 101 46 251 beschriebenen
Apparatur wurden diese beiden Lösungen
jeweils mit Düsen
gleichzeitig auf eine Glasplatte aufgesprüht, bei 80 °C getrocknet und der Sprühvorgang
nach Bildung der jeweiligen Teilschicht mehrmals wiederholt bis eine
Schichtdicke von 100 μm
erreicht worden war.
- b) In der selben Art und Weise wie in a) beschrieben, wurde
eine Lösung
von 10 g Hydroxypropylmethylcellulose, 6,25 g Lidocain und 490 g
Wasser, sowie eine Lösung
von 2,5 g Tannin in 497,5 g Wasser mit Hilfe derselben Apparatur
durch mehrmaligen Sprühvorgang
auf der Deckschicht in Teilschichten aufgetragen bis eine Schichtdicke von
300 μm erreicht
worden war. Lidocain-Beladung
in der wirkstoffhaltigen Schicht betrug 50 Gew.-%.
- c) Es wurde eine Dispersion aus 6 g Polyacrylsäure vernetzt
mit Divinylglycol (Polycarbophil®) in 494
g Wasser hergestellt. Auch diese Dispersion wurde mit Hilfe der
vorstehend angegebenen Apparatur in einem mehrmaligen Sprühvorgang,
bei dem jeweils die Teilschichten erzeugt wurden, bis eine Schichtdicke
der Haftschicht von 50 μm
erreicht worden war.
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Die
auf diese Weise hergestellte Darreichungsform war flexibel und leicht
zu handhaben.
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Beispiel 2:
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Eine
erfindungsgemäße Darreichungsform wurde
wie im Beispiel 1 beschrieben hergestellt, mit dem Unterschied,
dass gemäß a) zur
Herstellung der Deckschicht eine Lösung von 333,33 g eines 30%-igen
wässrigen
Latex aus einem Copolymeren Ethylacrylat/Methylmethacrylat mit einem
molaren Verhältnis
der Monomeren von 1:1 in 666,67 g Wasser verwendet wurde. Die Schichtdicke
der Deckschicht wurde abweichend zu der Deckschicht im Beispiel
1 a) nur bis zu einer Dicke von 50 μm aufgetragen. Die hier auf
diese Weise hergestellte Darreichungsform war flexibel und leicht
zu handhaben.
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Beispiel 3:
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Eine
erfindungsgemäße Darreichungsform wurde
wie im Beispiel 1 beschrieben hergestellt, mit dem Unterschied,
dass gemäß b) zur
Herstellung der wirkstoffhaltigen Schicht 7,5 g Lidocain verwendet wurde.
Lidocain-Beladung in der wirkstoffhaltigen Schicht betrug 60%.
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Die
auf diese Weise hergestellte Darreichungsform war flexibel und leicht
zu handhaben.
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Beispiel 4:
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- a) Zur Herstellung der wirkstoffhaltigen Schicht mit
einem Konzentrationsgradient von 8 Gew.-% bis 50 Gew.-% und mit
einer Lidocainbeladung von 35% wurden drei Lösungen hergestellt: Eine erste
Lösung
von 0,6 g Lidocain, 6 g Hydroxypropylmethylcellulose und 294 g Wasser,
eine zweite Lösungen
von 7,5 g Lidocain, 10 g Hydroxypropylmethylcellulose und 490 g
Wasser, und eine dritte Lösung
von 2,5 g Tannin und 497,5 g Wasser. Mit Hilfe der in DE 101 46 251 beschriebenen Apparatur
wurden die erste und die dritte Lösung gleichzeitig auf eine
Glasplatte aufgesprüht,
wobei die zweite Lösung
kontinuierlich zu der ersten Lösung
zugesetzt wurde, so dass das Volumen der ersten Lösung während des
Sprühvorgangs konstant
blieb und die Konzentration kontinuierlich stieg. Getrocknet wurde
bei 80 °C.
Der Sprühvorgang
endete als die zweite und die dritte Lösungen vollständig verbraucht
waren. Übrig
blieb die erste Lösung,
die am Ende des Sprühvorgangs
noch 3,77 g Lidocain und 6 g Hydroxypropylmethylcellulose enthielt.
Die wirkstoffhaltige Schicht wies eine Schichtdicke von 250 μm auf.
- b) Zur Herstellung der Deckschicht wurde eine Lösung von
333,33 g eines 30%-igen
wässrigen
Latex aus einem Copolymeren Ethylacrylat/Methylmethacrylat mit einem
molaren Verhältnis
der Monomeren von 1:1 in 666,67 g Wasser verwendet. Die Deckschicht
wurde der bis zu einer Dicke von 50 μm aufgetragen.
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Die
hier auf diese Weise hergestellte Darreichungsform war flexibel
und leicht zu handhaben. Die Lidocain-Freisetzung aus dieser Darreichungsform ist
in 1 dargestellt (Die Freisetzung wurde mit Hilfe
der in der deutschen Patentanmeldung 102 24 518.5 beschriebenen
Apparatur durchgeführt,
wobei der Fluß in
der Messzelle 1 ml/min betrug).