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Die
Erfindung betrifft ein Verfahren zur Gewinnung elektrischer Energie
aus der Vergasung von kohlenstoffhaltigem Material, bei dem gasförmige Vergasungsprodukte
einem Hochtemperatur-Brennstoffzellenmodul anodenseitig zugeführt werden
und Oxidatorgas dem Hochtemperatur-Brennstoffzellenmodul kathodenseitig
zugeführt
wird.
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Ferner
betrifft die Erfindung eine Anlage zur Gewinnung elektrischer Energie
aus der Vergasung von kohlenstoffhaltigem Material, umfassend mindestens
eine Vergasungsstrecke und ein Hochtemperatur-Brennstoffzellenmodul,
welchem gasförmige Vergasungsprodukte
als Brennstoff anodenseitig zuführbar
sind und Oxidatorgas kathodenseitig zuführbar ist.
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Über die
Vergasung von kohlenstoffhaltigem Material wie Biomasse, Kohle,
biogenen Abfallstoffen oder kohlenstoffhaltigen Reststoffen läßt sich
Brennstoff für
Hochtemperatur-Brennstoffzellen aus regenerativen Primärenergieträgern herstellen.
Da bei Hochtemperatur-Brennstoffzellen das Problem der Kohlenmonoxid-Vergiftung
des Elektrolyten nicht auftritt, muß keine CO-Feinreinigung des
gasförmigen Brennstoffs
durchgeführt
werden; es läßt sich
dann elektrischer Strom aus kohlenstoffhaltigen Materialien mit
hohem Wirkungsgrad herstellen, wobei die Stromerzeugung insbesondere
dezentral durchführbar
ist.
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Aus
der WO 02/065564 A2 ist es im Zusammenhang mit allothermer Vergasung
bekannt, Anodenrestgas in einen Vergasungsreaktor einzukoppeln.
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Die
nicht vorveröffentlichte
deutsche Anmeldung Nr. 103 03 486.2 vom 24. Januar 2003 offenbart ein
Verfahren zur Gewinnung elektrischer Energie aus der autothermen
Vergasung von kohlenstoffhaltigem Material, bei dem als Vergasungsmittel
für die autotherme
Vergasung Kathodengas des Hochtemperatur-Brennstoffzellenmoduls
und/oder mittels Kathodengas hergestelltes Prozeßgas eingesetzt wird.
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Der
Erfindung liegt die Aufgabe zugrunde, das eingangs genannte Verfahren
und die eingangs genannte Anlage so zu verbessern, daß diese
einen möglichst
hohen Wirkungsgrad aufweist.
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Diese
Aufgabe wird bei dem eingangs genannten Verfahren erfindungsgemäß dadurch
gelöst, daß die Vergasung
des kohlenstoffhaltigen Materials mehrstufig durchgeführt wird
mit einer Oxidationsstufe, in welcher unter Sauerstoffzufuhr Zwischenprodukte
der Vergasung oxidiert werden, und daß der Oxidationsstufe Kathodengas
des Hochtemperatur-Brennstoffzellenmoduls zugeführt wird.
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Die
Vergasung von kohlenstoffhaltigem Material ist ein komplexer Prozeß, der mehrere
Phasen umfaßt.
Diese Phasen unterscheiden sich in der Menge des beteiligten Sauerstoffs,
den jeweils stattfindenden physikalischen und chemischen Reaktionen
und dem Temperaturniveau. Insbesondere können die Phasen Trocknung,
Pyrolyse, Reduktion und Oxidation unterschieden werden. Bei der
Reduktion (dem eigentlichen Vergasungsprozeß) werden Brenngase erzeugt.
Während
einer Pyrolysephase entstandene gasförmige, flüssige oder feste Produkte reagieren
unter Wärmeeinwirkung
mit Sauerstoff, welcher in Form von Luft, Kohlendioxid oder Wasserdampf
zugeführt
werden kann. Es wird dabei während
der Pyrolyse zurückgebliebener
Pyrolysekoks in brennbare Gase und dabei hauptsächlich in Kohlenmonoxid aufoxidiert,
wozu Sauerstoffzufuhr notwendig ist. Die resultierenden Brenngase
haben die Hauptbestandteile Kohlenmonoxid, Kohlendioxid, Wasserstoff,
Methan, Wasserdampf, wenn Luft als Vergasungsmittel zugeführt wird,
Stickstoff. Die oben genannten Phasen können zeitlich nebeneinander oder
nacheinander stattfinden. Insbesondere kann Reduktion und Oxidation
zeitgleich oder zeitlich versetzt stattfinden.
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In
einer Oxidationsphase werden im Anschluß an Pyrolyse und Vergasung
die entstandenen Produkte unter Wärmefreisetzung und Sauerstoffzufuhr
im wesentlichen vollständig
oxidiert. Es bleiben dann nur noch Kohlendioxid und Wasser übrig. Diese Umsetzung
ist für
die Vergasung des kohlenstoffhaltigen Materials unerwünscht, da
sie den Heizwert des entstehenden Produktgases stark herabsetzt,
wobei sie jedoch nicht vollständig
verhindert werden kann.
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Für die Vergasung
von kohlenstoffhaltigem Material ist es vorteilhaft, wenn sie mehrstufig
durchgeführt
wird und mindestens die Reduktionsstufe und die Oxidationsstufe
räumlich
getrennt werden. Dadurch lassen sich die einzelnen Stufen unabhängig voneinander
optimieren. Es existieren unterschiedliche Konzepte für die mehrstufige
Vergasung, wie beispielsweise Vergasungskonzepte gemäß dem FICFB-Verfahren
(FICFB – Fast
Internally Circulating Fluidized-Bed; siehe dazu den Artikel von
G. Schuster et al. in Bioresource Technology 77 (2001), Seiten 71
bis 79). Es ist auch ein kombinierter Gegenstrom-Gleichstrom-Vergaser
mit mehrstufiger Vergasung oder ein Vergaser mit mehrstufiger Vergasungsmittelzuführung bekannt.
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Erfindungsgemäß ist es
vorgesehen, daß der
Oxidationsstufe Kathoden(rest)-gas
des Hochtemperatur-Brennstoffzellenmoduls zugeführt wird. Da die Hochtemperatur-Brennstoffzelle
bei hohem Temperaturen arbeitet, hat das Kathodenrest-)gas beim
Verlassen des Hochtemperatur-Brennstoffzellenmoduls eine entsprechend
hohe Temperatur, die bis zu 1000 °C
betragen kann oder sogar höher
liegen kann. Weiterhin weist das Kathodengas einen hohen Sauerstoffgehalt
auf, da es sich bei ihm im wesentlichen um nicht verbrauchtes Oxidatorgas
handelt. Wird beispielsweise als Oxidatorgas Luft eingesetzt, dann
hat das Kathodengas einen Sauerstoffgehalt in der Größenordnung
zwischen 10 % und 18 %. Dieses heiße sauerstoffreiche Kathodengas
kann dann als Oxidationsmittel für
die Oxidationsstufe eingesetzt werden, das heißt als Oxidator in einer Verbrennungszone
der Oxidatorstufe.
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Es
muß dann
weniger Oxidationsmittel für die
Oxidationsstufe vorgewärmt
werden; beispielsweise ist die Luftmenge, die vorgewärmt werden muß, geringer.
Je nach gewähltem
Betriebspunkt ist es sogar mit der erfindungsgemäßen Lösung möglich, auf eine separate Einkopplung
von Oxidationsmittel in die Oxidationsstufe zu verzichten. Der Aufwand
für die
Vorwärmung
ist folglich geringer. Beispielsweise lassen sich Wärmetaucher
kostengünstiger
und kompakter ausbilden, da weniger Wärmeübertragungsflächen notwendig
sind.
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Es
ist sogar möglich,
die Vorwärmung
von Oxidatorgas für
das Hochtemperatur-Brennstoffzellenmodul vollständig von der Sauerstoffzufuhr
zu der Oxidationsstufe zu entkoppeln. Dadurch ist der regelungstechnische
und prozeßtechnische
Aufwand für das
Verfahren reduziert. Die Menge an Oxidatorgas, welche zugeführt werden
muß, ist
dann allein abhängig
vom Betriebsverhalten der Brennstoffzellen des Hochtemperatur-Brennstoffzellenmoduls
und es kann eine Optimierung ohne Berücksichtigung der Vergasungsstrecke
durchgeführt
werden.
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Es
lassen sich mittels des erfindungsgemäßen Verfahrens höhere Systemwirkungsgrade
erzielen, wobei eine Steigerung bis auf ca. 60 % Systemwirkungsgrad
nachgewiesen wurde. Es läßt sich dann
bei gleicher elektrischer Leistung des Hochtemperatur-Brennstoffzellenmoduls
kohlenstoffhaltiges Material einsparen bzw. eine größere Strommenge bei
der gleichen Menge an kohlenstoffhaltigem Material erzielen.
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Es
lassen sich auch höhere
Umsatzraten bei der Oxidation erzielen, da Kathodengas auf einem hohen
Temperaturniveau der Oxidationsstufe zugeführt wird. Ein entsprechender
Reaktor, in dem die Oxidationsstufe stattfindet, läßt sich
dadurch kompakter ausbilden.
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Auch
sind die Verluste bei der Wärmeübertragung
verringert bzw. eliminiert, da insbesondere der Anteil der indirekten
Wärmeeinkopplung
für die Sauerstoffzufuhr
zu der Oxidationsstufe verringert ist oder sogar eliminiert ist.
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Das
Kathodengas des Hochtemperatur-Brennstoffzellenmoduls ist vorzugsweise
eine Sauerstoffquelle für
die Oxidationsstufe der Vergasung. Dieses Kathoden(rest-)gas weist
einen hohen Sauerstoffgehalt auf und befindet sich auf einem hohen
Temperaturniveau.
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Es
kann vorgesehen sein, daß das
Kathodengas die einzige Sauerstoffquelle für die Oxidationsstufe ist.
Dadurch muß beispielsweise
keine Luftvorwärmung
für die
Oxidationsstufe vorgesehen werden, wenn Luftsauerstoff die Sauerstoffquelle
für die Oxidationsstufe
ist. Dadurch ist der konstruktive Aufwand für eine entsprechende Anlage
erniedrigt. Weiterhin läßt sich
die Luftaufheizung und Luftzuführung mit
Luft als Oxidatorgas bezüglich
des Hochtemperatur-Brennstoffzellenmoduls
optimieren.
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Es
ist auch möglich,
daß der
Oxidationsstufe zusätzlich
zum Kathodengas Sauerstoff zugeführt wird,
wobei der Sauerstoff insbesondere in der Form von aufgeheiztem Oxidatorgas,
welches für
das Hochtemperatur-Brennstoffzellenmodul vorgesehen ist, zugeführt wird.
Beispielsweise wird ein Teilstrom an aufgeheiztem Oxidatorgas abgezweigt
und der Oxidationsstufe zugeführt.
Es läßt sich über die
Menge des zusätzlich
zugeführten
Oxidatorgases ein Betriebspunkt einstellen.
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Es
kann vorgesehen sein, daß der
Sauerstoff in Form von vorgewärmter
Luft zugeführt
wird, wobei die vorgewärmte
Luft auch als Oxidatorgas für
das Hochtemperatur-Brennstoffzellenmodul dient.
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Günstig ist
es, wenn ein Kathodengas-Teilstrom von einer Kathodengasabführung des
Hochtemperatur-Brennstoffzellenmoduls abgezweigt wird und der Oxidationsstufe
zugeführt
wird. Ein Teil des Kathodengases läßt sich dann mit Anodengas
in einem Nachbrenner verbrennen, um einen Wärmetauscher zu heizen, über welchen
wiederum Oxidatorgas wie Luft aufheizbar ist. Der abgezweigte Kathodengas-Teilstrom
wird als Oxidationsmittel für
die Oxidationsstufe genutzt.
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Insbesondere
wird dann der Kathodengas-Teilstrom einem Nachbrenner vorgeschaltet
abgezweigt.
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Ganz
besonders vorteilhaft ist es, wenn dem Hochtemperatur-Brennstoffzellenmodul
Oxidatorgas im Überschuß zugeführt wird.
Dadurch ist das Kathodengas sauerstoffreich, so daß es vorteilhaft
als Oxidationsmittel für
die Oxidationsstufe eingesetzt werden kann.
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Es
ist günstig,
wenn zusätzlich
oder alternativ Anoden(rest)gas des Hochtemperatur-Brennstoffzellenmoduls
einer Reduktionsstufe der Vergasung zugeführt wird. In der Regel wird
nicht der gesamte dem Hochtemperatur-Brennstoffzellenmodul zugeführte Brennstoff
umgesetzt. In dem Anoden(rest-)gas ist Brennstoff enthalten, der
genutzt werden kann. Das Anodengas fällt auf hohem Temperaturniveau
an und setzt sich in der Regel größtenteils aus Wasserdampf und
Kohlendioxid zusammen. Dieses heiße Anodengas kann als Vergasungsmittel für eine Vergasungszone
der Reduktionsstufe eingesetzt werden. Es muß dann weniger externes Vergasungsmittel
in die Reduktionsstufe geführt
werden, so daß der
entsprechende Aufwand für
die Vorheizung des externen Vergasungsmittels verringert ist. Dadurch
lassen sich Wärmetauscher
kompakter und kostengünstiger
bauen bzw. es läßt sich
sogar ganz auf Wärmetauscher
zur Vorheizung von Vergasungsmittel verzichten. Dadurch wiederum
ergibt sich ein höherer
Systemwirkungsgrad. Weiterhin verringert sich der regelungstechnische
Aufwand. Darüber
hinaus wird in dem Hochtemperatur-Brennstoffzellenmodul nicht umgesetztes
Vergasungsprodukt mit Wasserstoff, Kohlendioxid oder Methan über einen Ausgang
der Reduktionsstufe wiederum in das Hochtemperatur-Brennstoffzellenmodul
eingekoppelt, so daß eine
optimale Energienutzung gewährleistet
ist. In der Reduktionsstufe lassen sich aufgrund der hohen Temperatur
des eingekoppelten Anodengases auch höhere Umsatzraten erzielen,
so daß wiederum ein
Reaktor, in welchem die Reduktion stattfindet, kompakter ausbildbar
ist. Darüber
hinaus entsteht der Vorteil, daß in
der Reduktionsstufe mehr Teer gecrackt wird und sich dadurch weniger
störender
Teer im Vergasungsprodukt, welches dem Hochtemperatur-Brennstoffzellenmodul
zugeführt
wird, befindet.
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Insbesondere
wird ein Anodengas-Teilstrom von einer Anodengasabführung des
Hochtemperatur-Brennstoffzellenmoduls abgezweigt und der Reduktionsstufe
zugeführt.
Dadurch läßt sich
ein Anodengas-Teilstrom gemeinsam mit einem Kathodengas-Teilstrom
in einem Nachbrenner verbrennen, um beispielsweise einen oder mehrere
Wärmetauscher zu
heizen, über
die wiederum Oxidatorgas und/oder Vergasungsmittel aufheizbar sind.
Weiterhin läßt sich Anodengas
direkt als Vergasungsmittel nutzen.
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Vorzugsweise
ist der Anodengas-Teilstrom einem Nachbrenner vorgeschaltet abgezweigt.
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Es
ist also günstig,
wenn Anodengas als Vergasungsmittel für die Reduktionsstufe verwendet wird,
da dieses insbesondere auf einer hohen Temperatur anfällt und
Sauerstoff in gebundener Form beispielsweise in der Form von Kohlendioxid
oder Wasser enthält.
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Es
kann vorgesehen sein, daß weiteres
Vergasungsmittel in die Reduktionsstufe eingekoppelt wird und insbesondere
extern eingekoppelt wird.
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Alternativ
ist es möglich,
daß das
Anodengas das einzige Vergasungsmittel ist, welches in die Reduktionsstufe
eingekoppelt wird. Je nach Betriebspunkt des Systems liegt eine
externe Einkopplung vor oder es wird auf eine solche externe Einkopplung verzichtet.
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Ganz
besonders vorteilhaft ist es, wenn der Oxidationsstufe eine räumlich getrennte
Reduktionsstufe vorgeschaltet ist. Dadurch läßt sich der Vergasungsvorgang
bezüglich
der Energieausnutzung des kohlenstoffhaltigen Ausgangsmaterials
optimiert nutzen, da die einzelnen Stufen getrennt optimierbar sind.
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Es
kann vorgesehen sein, daß Oxidatorgas der
Reduktionsstufe zugeführt
wird und insbesondere aufgeheiztes Oxidatorgas der Reduktionsstufe
zugeführt
wird, um die Vergasung zu unterstützen.
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Gasförmige Vergasungsprodukte
der Reduktionsstufe werden dem Hochtemperatur-Brennstoffzellenmodul
anodenseitig zugeführt.
Diese Vergasungsprodukte, welche hauptsächlich durch die Vergasung
von bei einem vorhergehenden Pyrolyseschritt zurückgebliebenem Pyrolysekoks
entstehen, enthalten als Hauptbestandteil Kohlenmonoxid, Kohlendioxid,
Wasserstoff, Methan und Wasserdampf (und Stickstoff, wenn Luft als
Vergasungsmittel eingesetzt wird). In der Reduktionsstufe wird der
Pyrolysekoks in brennbare Gase mit Hilfe von Vergasungsmittel aufoxidiert.
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Es
ist günstig,
wenn gasförmige
Produkte der Oxidationsstufe einem Wärmetauscher zugeführt werden,
wobei der Wärmetauscher
zur Erwärmung von
Oxidatorgas dient, welches dem Hochtemperatur-Brennstoffzellenmodul
kathodenseitig zugeführt wird.
Auf diese Weise läßt sich
die Abwärme
dieser Produkte der Oxidationsstufe zur Aufheizung des Oxidatorgases
nutzen. Insbesondere kann es vorgesehen sein, daß die Produkte der Oxidationsstufe
in einen Abgasstrom eines Nachbrenners für Anodengas und Kathodengas
eingekoppelt werden. Dadurch läßt sich
eine optimale Abwärmenutzung
erreichen.
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Die
oben genannte Aufgabe wird bei der eingangs genannten Anlage erfindungsgemäß dadurch gelöst, daß die Vergasungsstrecke
mehrstufig ausgebildet ist mit einer Oxidationsstufe, der Sauerstoff zuführbar ist,
und daß eine
Abzweigungsvorrichtung vorgesehen ist, mittels welcher Kathodengas
des Hochtemperatur-Brennstoffzellenmoduls der Oxidationsstufe zuführbar ist.
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Diese
Anlage weist die bereits im Zusammenhang mit der erfindungsgemäßen Vorrichtung beschrieben
Vorteile auf.
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Alternativ
oder zusätzlich
kann eine Abzweigungsvorrichtung für Anodengas vorgesehen sein, über welche
Anodengas einer Reduktionsstufe zuführbar ist.
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Weitere
vorteilhafte Ausgestaltungen wurden ebenfalls bereits im Zusammenhang
mit dem erfindungsgemäßen Verfahren
erläutert.
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Eine
räumliche
Trennung bezüglich
verschiedener Stufen der Vergasungsstrecke läßt sich auf einfache Weise
erreichen, wenn ein Reaktor für die
Oxidationsstufe vorgesehen ist.
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Insbesondere
ist dann ein Eingang des Reaktors für die Oxidationsstufe mit der
Abzweigungsvorrichtung verbunden, über die ein Kathodengasstrom
oder Kathodengas-Teilstrom der Oxidationsstufe zuführbar ist.
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Aus
dem gleichen Grund ist es günstig,
wenn ein Reaktor für
die Reduktionsstufe vorgesehen ist. Dieser Reaktor für die Reduktionsstufe
ist vorzugsweise ein Reaktor, welcher räumlich getrennt ist von dem
Reaktor für
die Oxidationsstufe. Es ist aber auch grundsätzlich möglich, daß die Reduktionsstufe und die
Oxidationsstufe in einem gleichen Reaktor stattfinden, wobei diese
beiden Stufen in dem Reaktor dann räumlich getrennt sind.
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Wenn
die Abzweigungsvorrichtung für
Anodengas mit dem Reaktor für
die Reduktionsstufe verbunden ist, dann läßt sich Anodengas als Vergasungsmittel
in die Reduktionsstufe einkoppeln.
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Es
kann auch vorgesehen sein, daß die
Reduktionsstufe einen Eingang für
Oxidatorgas aufweist. Es läßt sich
dann insbesondere aufgeheiztes Oxidatorgas in die Reduktionsstufe
einkoppeln, um zusätzliches
Vergasungsmittel bereitzustellen.
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Die
nachfolgende Beschreibung bevorzugter Ausführungsformen dient im Zusammenhang
mit der Zeichnung der näheren
Erläuterung
der Erfindung. Es zeigen:
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1 eine
schematische Blockbilddarstellung eines ersten Ausführungsbeispiels
einer erfindungsgemäßen Anlage
und
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2 schematisch
ein zweites Ausführungsbeispiel
einer erfindungsgemäßen Anlage.
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Ein
erstes Ausführungsbeispiel
einer erfindungsgemäßen Anlage
zur Gewinnung elektrischer Energie aus der Vergasung von kohlenstoffhaltigem Material,
welches in 1 schematisch gezeigt und dort
als Ganzes mit 10 bezeichnet ist, umfaßt eine Vergasungsstrecke 12 und
ein Hochtemperatur-Brennstoffzellenmodul 14.
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Das
Hochtemperatur-Brennstoffzellenmodul 14 umfaßt eine
oder mehrere Hochtemperatur-Brennstoffzellen 16. Hochtemperatur-Brennstoffzellen
arbeiten auf einem Temperaturniveau, welches in der Größenordnung
zwischen ca. 600 °C
und 1000 °C
oder höher
liegt. Zwischen einer Kathode 18 und einer Anode 20 einer
solchen Hochtemperatur-Brennstoffzelle 16 ist beispielsweise
ein keramischer Festkörperelektrolyt 22 angeordnet
oder es sind schmelzflüssige
Alkalicarbonate als Elektrolyt vorgesehen. Beispielsweise handelt
es sich bei der Hochtemperatur-Brennstoffzelle 16 um eine
Brennstoffzelle vom Typ SOFC (Solid Oxide Fuel Cell) oder MCFC (Molten
Carbonate Fuel Cell).
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Gasförmige Vergasungsprodukte
der Vergasungsstrecke 12 werden über eine Leitung 24 anodenseitig
dem Hochtemperatur-Brennstoffzellenmodul 14 als Brennstoff
zugeführt,
das heißt
die Leitung 24 ist an einen Anodeneingang 26 des
Hochtemperatur-Brennstoffzellenmoduls 14 gekoppelt.
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Der
Kathode 18 einer Hochtemperatur-Brennstoffzelle 16 wird
ein Oxidatorgas wie beispielsweise Luft mit dem darin enthaltenen
Luftsauerstoff zugeführt.
Dazu ist eine Zuführungsleitung 28 vorgesehen,
welche kathodenseitig an die Hochtemperatur-Brennstoffzelle 16 oder
die Hochtemperatur-Brennstoffzellen 16 gekoppelt ist. Ein
Kathodeneingang 30 des Hochtemperatur-Brennstoffzellenmoduls 14 ist
an die Leitung 28 gekoppelt.
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Ein
Anodenausgang 32 einer Anodengasabführung 33 des Hochtemperatur-Brennstoffzellenmoduls 14 ist über eine
Leitung 34 mit einem entsprechenden Eingang 36 eines
Nachbrenners 38 verbunden. Ferner ist ein Kathodenausgang 40 einer
Kathodengasabführung 41 des
Hochtemperatur-Brennstoffzellenmoduls 14 über eine
Leitung 42 mit einem weiteren Eingang 44 des Nachbrenners 38 verbunden.
In den Brennstoffzellen des Hochtemperatur-Brennstoffzellenmoduls 14 erfolgt
keine vollständige
Umsetzung von Oxidatorgas und Brennstoff. Üblicherweise werden die Hochtemperatur-Brennstoffzellen 16 auch
im Oxidatorgasüberschuß betrieben,
wobei beispielsweise das Kathodengas, welches über den Kathodenausgang 40 das
Hochtemperatur-Brennstoffzellenmodul 14 verläßt und im
wesentlichen nicht verbrauchtes Oxidatorgas ist, einen Sauerstoffgehalt
zwischen ca. 10 % und 18 % aufweist. Das Anodengas, welches an dem
Anodenausgang 32 aus dem Hochtemperatur-Brennstoffzellenmodul ausgekoppelt wird
und dem Nachbrenner 38 zugeführt wird, enthält im wesentlichen
unverbrauchten Brennstoff, Wasser und Kohlendioxid. Kathodengas
und Anodengas werden in dem Nachbrenner 38 verbrannt, um
den Energieinhalt dieser Restgase auszunutzen.
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Die
Verbrennungsgase werden an einem Ausgang 46 des Nachbrenners 38 ausgekoppelt
und über
eine Leitung 48 einer Vorwärmstufe 49 für Oxidatorgas
einem Wärmetauscher 50 mit
Wärmetauscherflächen 52 zugeführt.
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Oxidatorgas
und insbesondere Luft wird über eine
Leitung 54 in den Wärmetauscher 50 eingekoppelt
und durchströmt
diesen. Das Oxidatorgas wird dadurch erwärmt, wobei ein entsprechender
Ausgang 56 des Wärmetauschers 50 an
die Leitung 28 gekoppelt ist. Dadurch läßt sich aufgeheiztes Oxidatorgas
dem Hochtemperatur-Brennstoffzellenmodul 14 zuführen.
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Ein
Ausgang 58 für
Verbrennungsgase des Wärmetauschers 50 ist
an eine Leitung 60 gekoppelt, die zu einem weiterem Wärmetauscher 62 führt. Dieser
weist Wärmetauscherflächen 64 auf.
In den Wärmetauscher 62 wird
ein Vergasungsmittel wie beispielsweise Wasser für den Vergasungsprozeß eingekoppelt.
Das Vergasungsmittel heizt sich in dem Wärmetauscher 62 auf
und über
eine Leitung 66 wird das aufgeheizte Vergasungsmittel der
Vergasungsstrecke 12 zugeführt.
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In
den Wärmetauschern 50 und 62 abgekühltes Verbrennungsgas
(welches von dem Nachbrenner 38 stammt) wird über eine
Leitung 68 abgeführt.
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Über eine
Zuführung 70 läßt sich
der Vergasungsstrecke Ausgangsmaterial, nämlich kohlenstoffhaltiges Material
als Brennstoff zuführen.
Bei diesem kohlenstoffhaltigen Material handelt es sich beispielsweise
um Biomasse, um Kohle, um biogene Abfallstoffe, um kohlenstoffhaltige
Reststoffe oder um Mischungen der genannten Ausgangsmaterialien.
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Das
kohlenstoffhaltige Material wird in der Vergasungsstrecke 12 vergast
unter Zuhilfenahme eines Vergasungsmittels wie beispielsweise Wasserdampf
(welcher durch Erhitzung von flüssigem
Wasser in dem Wärmetauscher 62 erzeugt
wurde). Der Wasserdampf wird über
die Leitung 66 in die Vergasungsstrecke 12 eingekoppelt.
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Erfindungsgemäß ist es
vorgesehen, daß die Vergasungsstrecke 12 mehrstufig
ist:
Die Vergasung von beispielsweise Biomasse kann prinzipiell
in vier Teilschritte aufgeteilt werden, wobei die Teilschritte nicht
unbedingt räumlich
und zeitlich getrennt sein müssen.
Die Teilschritte sind Trocknung, Pyrolyse, Reduktion und Oxidation.
Die einzelnen Schritte lassen sich durch die Menge des beteiligten
Sauerstoffs, die in den Schritten stattfindenden physikalischen
und chemischen Reaktionen und die entsprechenden Temperaturniveaus
charakterisieren.
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Bei
der Trocknungsstufe verdampft bei Temperaturen bis zu ca. 200 °C das in
der meist porösen Biomasse
enthaltene Wasser. Bei dem Wasser kann es sich um freies Wasser
und um in der organischen Biomasse gebundenes Wasser handeln.
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Bei
der Pyrolyse werden nach Erhitzen auf ca. 200 °C bis 300 °C die Moleküle, die das biogene Material
bilden, irreversibel aufgespalten bzw. zerstört. Gleichzeitig findet dabei
eine (primäre)
Teerbildung statt. Es entstehen flüchtige Gase wie beispielsweise
Wasserdampf, Kohlendioxid, Wasserstoff, Methan und organische Dämpfe sowie
fester Kohlenstoff (Pyrolysekoks).
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In
der Reduktionsstufe (der eigentlichen Vergasungsstufe) werden Brenngase
erzeugt, die noch weiter aufoxidiert werden können. Die während der Pyrolyse entstandenen
gasförmigen,
flüssigen
oder festen Produkte reagieren unter weiterer Wärmeeinwirkung mit zugeführtem Sauerstoff,
wobei der Sauerstoff in Form von Luft, Kohlendioxid oder Wasserdampf
oder Kombination davon zugeführt
werden kann. Der während
der Pyrolyse entstandene Pyrolysekoks wird nahezu vollständig in
brennbare Gase und hauptsächlich
Kohlenmonoxid aufoxidiert. Dazu ist die erwähnte Sauerstoffzufuhr notwendig.
Es entstehen Brenngase mit den Hauptbestandteilen Kohlenmonoxid,
Kohlendioxid, Wasserstoff, Methan, Wasserdampf und es entsteht,
sofern Luft als Vergasungsmittel eingesetzt wird, Stickstoff.
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In
der Oxidationsstufe werden die bei der Reduktion entstandenen Produkte
unter Wärmefreisetzung
und Sauerstoffzufuhr vollständig
oxidiert. Nach der vollständigen
Oxidation bleiben nur noch Kohlendioxid und Wasser übrig. Grundsätzlich ist
diese Umsetzung für
die Vergasung von kohlenstoffhaltigem Material unerwünscht, da
sie den Heizwert des Produktgases herabsetzt, wobei die Umsetzung
nicht vollständig
verhindert werden kann.
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Erfindungsgemäß ist es
vorgesehen, daß die Vergasungsstrecke 12 mehrstufig
ausgebildet ist und mindestens die Reduktionsstufe und die Oxidationsstufe
räumlich
getrennt voneinander sind, so daß die entsprechenden, für diese Stufen
charakteristischen Prozesse räumlich
getrennt voneinander ablaufen können.
Dadurch wiederum lassen sich diese Prozesse unabhängig voneinander
optimieren.
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Die
räumliche
Trennung kann beispielsweise, wie in 1 schematisch
gezeigt, dadurch erfolgen, daß ein
Reaktor 72 für
die Reduktionsstufe vorgesehen ist (in dem aber auch die Trocknungsstufe und
die Pyrolysestufe stattfinden kann) und ein Reaktor 74 für die Oxidationsstufe
vorgesehen ist. Grundsätzlich
ist es auch möglich,
anstatt getrennter Reaktoren 72, 74 einen einzigen
Reaktor vorzusehen, wobei in diesem Reaktor jedoch die Reduktionsstufe und
die Oxidationsstufe räumlich
getrennt sind. Es ist auch möglich,
für die
Trocknung und/oder Pyrolyse jeweils eigene Reaktoren vorzusehen.
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Der
Reaktor 72, in dem die eigentlichen Brenngase für das Hochtemperatur-Brennstoffzellenmodul 14 entstehen,
weist einen Ausgang 76 für gasförmige Vergasungsprodukte auf.
Dieser Ausgang 76 ist über
die Leitung 24 anodenseitig mit dem Hochtemperatur-Brennstoffzellenmodul 14 verbunden.
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Der
Reaktor 74 für
die Oxidationsstufe weist einen Ausgang 78 auf. Über diesen
Ausgang lassen sich Endprodukte der Oxidationsstufe, das heißt vor allem
Kohlendioxid und Wasser abführen.
Dazu ist der Ausgang 78 an eine Leitung 80 gekoppelt,
welche in einen Eingang einer Sammelvorrichtung 82 mündet. Die
Sammelvorrichtung 82 wiederum sitzt in der Leitung 48, über die
Verbrennungsabgase des Nachbrenners 38 dem Wärmetauscher 50 zugeführt werden.
Der aus dem Reaktor 74 für die Oxidationsstufe ausgekoppelte
Gasstrom läßt sich
dadurch in die Leitung 48 einkoppeln, um so gemeinsam mit dem
Abgasstrom des Nachbrenners 38 in der Vorwärmstufe 49 für eine Aufheizung
des Oxidatorgases zu sorgen.
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In
der Leitung 28 für
das Oxidatorgas, mit welchem dieses aufgeheizt dem Hochtemperatur-Brennstoffzellenmodul 14 kathodenseitig
zugeführt
wird, sitzt wiederum eine Abzweigungsvorrichtung 84, über die
sich ein Teilstrom an aufgeheiztem Oxidatorgas abzweigen und in
eine Leitung 86 einkoppeln läßt. Diese Leitung 86 führt zu einem
Eingang des Reaktors 74 für die Oxidationsstufe. Der
für die
Oxidationsstufe notwendige Sauerstoff läßt sich dadurch einkoppeln.
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Mehrstufige
Vergasungsstrecken 12 mit räumlich getrennter Reduktionsstufe
und Oxidationsstufe lassen sich auf verschiedene Weise realisieren. Bekannt
ist beispielsweise ein Zweibett-Wirbelschicht-Vergaser mit umlaufendem
Bettmaterial, bei welchem bei der Reduktion entstehender fester
Kohlenstoff mit umlaufendem Bettmaterial über Leitungen 88a, 88b zwischen
dem Reaktor 72 und dem Reaktor 74 transportiert
wird. Der Kohlenstoff wird mit dem umlaufenden Bettmaterial in einer
Verbrennungszone des Reaktors 74 für die Oxidationsstufe unter
Sauerstoffzuführung über die
Leitung 86 verbrannt. Das erwärmte Bettmaterial (mit verringertem Kohlenstoffanteil)
wird über
die Leitung 88b in den Reaktor 72 zurückgeführt, das
heißt
in die (eigentliche) Vergasungszone geführt und stellt dort die für die endothermen
Vergasungsreaktionen benötigte Wärme zur
Verfügung.
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Ein
entsprechender Vergaser, welcher eine solche Vergasungsstrecke 12 realisiert,
wird auch als FICFB-Vergaser bezeichnet (FICFB – Fast Internally Circulating
Fluidized-Bed). Dieses Konzept ist in dem Artikel "Biomass Steam Gasification – An Extensive Parametric
Modelling Study" von
G. Schuster et al., Bioresource Technology 77 (2001), Seiten 71
bis 79 beschrieben.
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Mehrstufige
Vergasungsstrecken 12 lassen sich beispielsweise auch über kombinierte
Gegenstrom-Gleichstrom-Vergaser realisieren. Ein solcher Vergaser
ist in dem Artikel "Biomasseverwertung" von T. Steinrötter et
al. vom Institut für
Energie- und Umwelttechnik e.V. beschrieben (www.iuta.de).
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Ein
weiteres bekanntes Konzept für
eine mehrstufige Vergasungsstrecke 12 ist ein Vergaser mit
mehrstufiger Vergasungsmittelzuführung
(W. Althaus et al. "Konzeption
einer typisierten Demonstrationsanlage zur Vergasung und Verstromung
von Holz/Biomasse-Standard-Biomassenkraftwerk", www.umsicht.fhg.de). Dieses Konzept
ist auch in dem Artikel "Vergasung
fester Biomasse – Bereits Stand
der Technik?" von
M. Ising in Fraunhofer UM-SICHT/Isi,
Gülzower
Fachgespräche
16.–17. Mai
2000 beschrieben.
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Weitere
mehrstufige Vergasungskonzepte sind in den Artikeln "Modelling of combined
cycle power plants using biomass" von
F. Jurado et al. in Renewable Energy 28 (2003), Seiten 743 bis 753,
dem Artikel "Two-Stage
Gasification of Biomass for the Production of Syngas" von R. Berends und
G. Brem in 12th European Conference on Biomass
for Energy, Industry and Climate Protection, 17–21 June 2002, Amsterdam, Seiten
622 bis 624, in "High
Performance Gasification with the Two-Stage Gasifier" von B. Gobel et
al., Seiten 389 bis 395 in dem oben zitierten Konferenzband oder
in dem Artikel "Renewable fuels
and chemicals by thermal processing of biomass" von A. V. Bridgwater in Chemical Engineering Journal
91 (2003) 87 bis 102 beschrieben.
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Erfindungsgemäß ist es
nun vorgesehen, daß Kathodengas,
das heißt
Gas, welches an dem Kathodenausgang 40 entnehmbar ist,
dem Reaktor 74 für
die Oxidationsstufe geführt
wird. Dazu ist in der Leitung 42 eine Abzweigungsvorrichtung 90 angeordnet,
deren Eingang mit dem Kathodenausgang 40 verbunden ist,
deren erster Ausgang über
eine Leitung 92 mit einem Eingang 94 des Reaktors 74 verbunden
ist, und deren zweiter Ausgang mit dem Eingang 44 des Nachbrenners 38 verbunden
ist. Insbesondere ist der Volumenstrom des abgezweigten Teilstroms
steuerbar.
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Über die
Leitung 92 läßt sich
dann heißes und
sauerstoffreiches Kathodengas (mit einem Sauerstoffgehalt von beispielsweise
10 % bis 18 %) dem Reaktor 74 zuführen. Das Temperaturniveau
des zugeführten
Kathodengases kann dabei bis zu 1000 °C oder mehr betragen. Dieses
heiße
Kathodengas läßt sich
dadurch in eine Verbrennungszone des Reaktors 74 für die Oxidationsstufe
führen.
Dadurch wiederum braucht weniger Oxidatorgas (über die Leitung 86)
dem Reaktor 74 zugeführt
werden. Der Wärmetauscher 50 läßt sich
dadurch mit kleineren Wärmetauscherflächen 52 ausbilden
und damit kostengünstiger
und kompakter ausgestalten.
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Es
kann auch vorgesehen sein, daß in
der Leitung 34 eine weitere und insbesondere steuerbare Abzweigungsvorrichtung 96 sitzt,
deren Eingang mit dem Anodenausgang 32 verbunden ist. Ein
erster Ausgang der Abzweigungsvorrichtung 96 ist über eine
Leitung 98 mit einem Eingang 100 des Reaktors 72 verbunden.
Ein zweiter Ausgang der Abzweigungsvorrichtung 96 ist mit
dem Eingang 36 des Nachbrenners 38 verbunden. Über die
Abzweigungsvorrichtung 96 läßt sich heißes, von dem Hochtemperatur-Brennstoffzellenmodul 14 stammendes
Anodengas, welches in großem
Umfange Wasserdampf und Kohlendioxid enthält, dem Reaktor 72 für die Reduktionsstufe
zuführen.
In dessen Vergasungszone kann dieser Anodengas-Teilstrom als Vergasungsmittel
für das
kohlenstoffhaltige Material eingesetzt werden. Es muß dann weniger "externes" Vergasungsmittel
wie Wasserdampf vorgewärmt
werden, um gasförmige
Vergasungsprodukte zu erzeugen. Dadurch wiederum läßt sich
der Wärmetauscher 62 kompakter
und kostengünstiger
ausbilden.
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In
dem gezeigten Ausführungsbeispiel
ist die Luftvorwärmung
(Wärmetauscher 52)
und die Wasservorwärmung
(Wärmetauscher 62)
in Reihe nacheinander geschaltet. Diese Reihenfolge kann auch umgekehrt
sein oder die einzelnen Vorwärmstufen können parallel
angeordnet sein.
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Das
erfindungsgemäße Verfahren
funktioniert wie folgt:
Das kohlenstoffhaltige Material, welches über die
Zuführung 70 der
Vergasungsstrecke 12 zugeführt wird, erfährt dort
Vergasungsprozesse und insbesondere erfolgt eine Vergasung in einer
Vergasungszone des Reaktors 72 und eine Verbrennung in
einer Verbrennungszone des Reaktors 74. In der Vergasungszone des
Reaktors 72 wird mit Hilfe von beispielsweise Wasserdampf
als Vergasungsmittel ein Produktgas erzeugt, welches überwiegend
aus Kohlenmonoxid, Kohlendioxid, Wasserstoff, Methan und Wasserdampf
besteht. Dieses Produktgas wird über
die Leitung 24 dem Hochtemperatur-Brennstoffzellenmodul 14 anodenseitig
als Brenngas zugeführt.
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Übrigbleibender
fester Kohlenstoff wird dem Reaktor 74 zugeführt und
dort unter Zugabe von Sauerstoff über die Leitung 86 (in
der Form von Oxidatorgas) und über
die Leitung 92 in der Form von Kathodengas verbrannt. In
dem beschriebenen FICFB-Verfahren wird der feste Kohlenstoff über die
Leitung 88a von dem Reaktor 72 in den Reaktor 74 zusammen mit
Bettmaterial transportiert, wobei sich das Bettmaterial in dem Reaktor 74 aufheizt
und das aufgeheizte Bettmaterial über die Leitung 88b wieder
dem Reaktor 72 zugeführt
wird, um dort Wärme
für endotherme Vergasungsreaktionen
zur Verfügung
zu stellen.
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Grundsätzlich ist
es auch möglich,
daß ein Teil
des Produktgases in dem Reaktor 74 verbrannt wird, um genügend Wärme bereitstellen
zu können. Die
Menge des zu verbrennenden Produktgases ist abhängig von dem gewählten Betriebspunkt
der Anlage 10.
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Das
Produktgas, welches dem Hochtemperatur-Brennstoffzellenmodul 14 zugeführt wird,
ist um den Anteil reduziert, welcher dem Reaktor 74 zugeführt wird.
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Anodengas
wird über
die Leitung 98 dem Reaktor 72 zugeführt, um
eine zusätzliche
Quelle für Vergasungsmittel
bereitzustellen.
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Kathodengas
und Anodengas des Hochtemperatur-Brennstoffzellenmoduls 14 werden
in einem Nachbrenner 38 verbrannt, wobei über die
Wärmetauscher 50 und 62 die
Abwärme
dieses Verbrennungsvorgangs genutzt wird. In dem Wärmetauscher 50 wird
Oxidatorgas aufgeheizt, welches kathodenseitig dem Hochtemperatur-Brennstoffzellenmodul 14 zugeführt wird. Über den
Wärmetauscher 62 wird Vergasungsmittel
wie beispielsweise Wasserdampf aufgeheizt, welches dem Reaktor 72 zugeführt wird.
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Verbrennungsgase
des Reaktors 74, bei denen es sich insbesondere um Kohlendioxid
und Wasser handelt, werden vorzugsweise in die Leitung 48 eingekoppelt,
um so über
eine Vorwärmungsstufe
zur Aufheizung des Oxidatorgases beizutragen.
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Durch
die erfindungsgemäße Einkopplung von
Kathodengas in den Reaktor 74 für die Oxidationsstufe und durch
die fakultative Möglichkeit
der zusätzlichen
Einkopplung von Anodengas in den Reaktor 72 für die Reduktionsstufe
läßt sich
ein höherer Systemwirkungsgrad
erreichen. Es lassen sich Wärmetauscherflächen der
Wärmetauscher 50 und 62 verringern.
Es ist sogar möglich,
den Wärmetauscher 50 und/oder
den Wärmetauscher 62 wegzulassen. Dadurch,
daß die
Wärmetauscher 50, 62 einen
geringeren Einfluß auf
das Gesamtsystem haben, oder unter Umständen sogar ganz weggelassen
sind, ist der regelungstechnische Aufwand verringert. Insbesondere
wenn keine Oxidatorgasauskopplung für den Reaktor 74 mehr
vorgesehen werden muß (wie unten
noch beschrieben wird), dann läßt sich
die Oxidatorgasvorwärmer
bezüglich
den Brennstoffzellen 16 optimieren.
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Da
weniger Wasserdampf benötigt
wird oder sogar keine externe Wasserdampferzeugung mehr notwendig
ist, kann der Wärmetauscher 62 kompakter
gebaut werden und der regelungstechnische Aufwand verringert sich.
Weiterhin wird dafür
gesorgt, daß Produktgase
mit entsprechendem hohen Energieinhalt und insbesondere nicht in
dem Hochtemperatur-Brennstoffzellenmodul umgesetzter Wasserstoff,
nicht umgesetztes Kohlendioxid und nicht umgesetztes Methan wieder
in die Vergasungsstrecke 12 zurückgeführt werden.
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Weiterhin
können
durch die höheren
Temperaturen, mit welchen Sauerstoff dem Reaktor 74 zugeführt wird,
und mit welchem Anodengas dem Reaktor 72 zugeführt wird,
höhere
Umsatzraten in den jeweiligen Reaktoren 72, 74,
das heißt
für Vergasung und
Verbrennung erzielt werden. Dadurch wiederum können die Reaktoren 72, 74 kompakter
gebaut werden. Je höher
die Temperatur in der Vergasungszone des Reaktors 72 ist,
desto mehr Teer wird auch gecrackt und desto weniger Teer ist in
dem gasförmigen Vergasungsprodukt
enthalten, welches dem Hochtemperatur-Brennstoffzellenmodul 14 zugeführt wird.
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Die
bei der Wärmeübertragung
in den Wärmetauschern 50, 62 grundsätzlich auftretenden
Verluste sind verringert oder sogar eliminiert. Es ist auch möglich, für eine direkte
Wärmeeinkopplung
in die Reaktoren 72, 74 zu sorgen, so daß die bei
der indirekten Wärmeeinkopplung über Wärmetauscher
entstehenden Verluste verringert sind.
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Es
zeigt sich, daß sich
durch das erfindungsgemäße Konzept
Systemwirkungsgrade von ca. 52 % auf 58,5 % steigern lassen. Der
Systemwirkungsgrad ist das Verhältnis
der entnehmbaren elektrischen Leitung an dem Hochtemperatur-Brennstoffzellenmodul 14 bezogen
auf den Energieeintrag (chemische Energie) des kohlenstoffhaltigen
Materials.
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Der
Anteil des Kathodengases, welches in der Abzweigungsvorrichtung 90 abgezweigt
und der Oxidationsstufe zugeführt
wird, kann zwischen ca. 5 % und ca. 80 % liegen. Als vorteilhaft
erweist sich ein Teilstrom von ca. 10 % bis 20 % des Ausgangsstroms des
Hochtemperatur-Brennstoffzellenmoduls.
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Die
gesamten Prozentsätze
sind auch für den
Anodengas-Teilstrom anwendbar.
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Es
kann noch vorgesehen sein, daß aufgeheiztes
Oxidatorgas auch dem Reaktor 72 für die Reduktionsstufe zugeführt wird.
Dazu ist eine Leitung 102 vorgesehen, welche an einen Eingang 104 des Reaktors 72 angeschlossen
ist. Beispielsweise ist diese Leitung 102 an einen Ausgang
einer Abzweigungsvorrichtung 106 gekoppelt, wobei ein Eingang dieser
Abzweigungsvorrichtung an die Leitung 86 angeschlossen
ist und ein weiterer Ausgang dann an den Reaktor 74 für die Oxidationsstufe
gekoppelt ist.
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Es
ist auch möglich,
daß die
Leitung 102 über
eine Abzweigungsvorrichtung an die Leitung 28 angeschlossen
ist.
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Bei
einem zweiten Ausführungsbeispiel
einer erfindungsgemäßen Anlage,
welche in 2 und als Ganzes mit 108 bezeichnet
ist, ist ein Reaktor 110 für die Reduktionsstufe und ein
Reaktor 112 für
die Oxidationsstufe vorgesehen. Der Reaktor 110 stellt
gasförmige
Vergasungsprodukte einem Hochtemperatur-Brennstoffzellenmodul bereit,
welches grundsätzlich
gleich ausgebildet ist wie oben beschrieben. Für dieses Hochtemperatur-Brennstoffzellenmodul
wird deshalb auch das gleiche Bezugszeichen wie in dem ersten Ausführungsbeispiel
verwendet. Dem Hochtemperatur-Brennstoffzellenmodul 14 wiederum
ist ein Nachbrenner 38 nachgeschaltet.
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Kathodengas
wird über
eine Abzweigungsvorrichtung 114 und eine Leitung 116 dem
Reaktor 112 für
die Oxidationsstufe zugeführt.
Der über
die Abzweigungsvorrichtung 114 ausgekoppelte Kathodengas-Teilstrom
stellt die einzige Sauerstoffquelle für den Reaktor 112 dar.
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Verbrennungsgase
des Nachbrenners 38 erhitzen in einem Wärmetauscher Oxidatorgas und
insbesondere Luft, welches über
eine Leitung 120 der Kathode 18 des Hochtemperatur-Brennstoffzellenmoduls 14 zugeführt wird.
Von der Leitung 120 wird kein Oxidatorgas zur Zuführung zum
Reaktor 112 abgezweigt. Dadurch läßt sich die Oxidatorgasführung und
Regelung der Zuführung
zum Hochtemperatur-Brennstoffzellenmodul 14 optimiert angepaßt auf die
Bedürfnisse
der Brennstoffzellen des Hochtemperatur-Brennstoffzellenmoduls 14 regeln.
Eine Oxidatorgasauskopplung für
den Reaktor 112 muß für die Oxidatorgaszuführung nicht
berücksichtigt
werden.
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Zusätzlich ist
eine Abzweigungsvorrichtung 122 vorgesehen, welche einem
Anodenausgang der Anode 20 oder der Anoden 20 des
Hochtemperatur-Brennstoffzellenmoduls 14 nachgeschaltet
ist. Über
die Abzweigungsvorrichtung 22 läßt sich ein Teilstrom an Anodengas
auskoppeln und über
eine Leitung 124 dem Reaktor 110 zuführen. Bei
dem gezeigten Ausführungsbeispiel
ist das Anodengas das einzige Vergasungsmittel, welches dem Reaktor 110 zugeführt wird.
Dadurch ist kein Wärmetauscher
(wie beispielsweise der Wärmetauscher 62 in
der Anlage 10) notwendig, um Vergasungsmittel wie Wasser
aufzuheizen; das Anodengas, welches von dem Hochtemperatur-Brennstoffzellenmodul 14 stammt,
ist bereits aufgeheizt.
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Ansonsten
funktioniert die Anlage 108 wie oben beschrieben.
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Erfindungsgemäß ist es
vorgesehen, daß Kathoden(rest-)gas
der Oxidationsstufe der Vergasungsstrecke 12 zugeführt wird,
wobei in der Vergasungsstrecke 12 die Oxidationsstufe und
die Reduktionsstufe für
die Vergasung räumlich
getrennt sind. Die räumliche
Trennung kann, wie oben beschrieben, durch räumlich getrennte Reaktoren
vorgenommen werden oder beispielsweise auch durch die räumliche
Trennung der Stufen in einem einzigen Reaktor.
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Zusätzlich kann
es vorgesehen sein, daß Anoden(rest-)gas
als Vergasungsmittel der Reduktionsstufe der Vergasungsstrecke 12 zugeführt wird.
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Es
ist grundsätzlich
möglich,
daß das
Kathodengas die einzige Sauerstoffquelle für die Oxidationsstufe ist.
Unabhängig
davon ist es auch möglich, daß das Anodengas
die einzige Quelle für
Vergasungsmittel für
die Reduktionsstufe ist.