DE10354272A1 - Fahrzeugsitz, insbesondere Kraftfahrzeugsitz - Google Patents
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Abstract
Description
- Die Erfindung betrifft einen Fahrzeugsitz, insbesondere einen Kraftfahrzeugsitz, mit den Merkmalen des Oberbegriffs des Anspruches 1.
- Bei einem aus der
DE 198 41 363 C1 bekannten Fahrzeugsitz dieser Art ist die vordere Schwinge schwenkbar an der Basis gelagert und drehfest mit einem Ritzel versehen, das in Eingriff mit einem Zahnstangenabschnitt einer als Steuerelement dienenden Koppel steht, welche entlang der Basis verschieblich ist. Am hinteren Ende der Koppel ist ein schräg nach oben abstehendes Element angeformt, welches mittels einer Schlitz-Zapfen-Führung an die Lehne gekoppelt ist. Das Sitzkissen ist vorne an der vorderen Schwinge angelenkt und hinten mittels einer weiteren Schlitz-Zapfen-Führung an die Basis gekoppelt. Beim Übergang von der Gebrauchsstellung in die Bodenstellung zieht die Lehne über die Koppel den Zahnstangenabschnitt zurück, wodurch die vordere Schwinge nach vorne geschwenkt wird und dabei das Sitzkissen nach vorne drückt. Nachteilig ist, daß mit der hohen Zahl an Schlitz-Zapfen-Führungen und der teilweise ungünstigen Hebelverhältnisse die Gefahr eines Verklemmens besteht. Zudem ist die Herstellung einiger Bauteile, insbesondere der Verzahnungen, aufwendig und damit kostenintensiv. - Der Erfindung liegt die Aufgabe zu Grunde, einen Fahrzeugsitz der eingangs genannten Art zu verbessern. Diese Aufgabe wird erfindungsgemäß durch einen Fahrzeugsitz mit den Merkmalen des Anspruches 1 gelöst. Vorteilhafte Ausgestaltungen sind Gegenstand der Unteransprüche.
- Dadurch, daß das Steuerelement an der Sitzstruktur angelenkt ist, wobei einerseits das Sitzkissen mit seinem hinteren Ende und andererseits die Lehne wenigstens indirekt am Steuerelement angelenkt sind, kann über die Schwenkbewegung der Lehne das hintere Ende des Sitzkissens abgesenkt werden, während mittels des als Koppel dienenden Sitzkissens die vordere Schwinge bewegt wird, um den vorderen Bereich des Sitzkissens abzusenken. Diese Bewegungskoordination des Steuerelementes spart die Schlitz-Zapfen-Führungen und einige aufwendige Bauteile ein.
- Vorzugsweise führt das Steuerelement beim Übergang von der Gebrauchsstellung in die Bodenstellung eine einfache Schwenkbewegung aus und bewegt dabei das Sitzkissen nach hinten und dessen hinteres Ende nach unten, da dies mit einer einzigen Schwenkrichtung zu erreichen ist. Entsprechend ist die vordere Schwinge in der Gebrauchsstellung vorzugsweise im wesentlichen aufrecht angeordnet und schwenkt während des Übergangs in die Bodenstellung nach hinten, wobei sie den vorderen Bereich des Sitzkissen absenkt. Die Bewegung des Sitzkissens kann aber auch nach vorne erfolgen.
- Für eine indirekte Anlenkung der Lehne an das Steuerelement kann dieses an eine Lehnenkoppel angelenkt werden, welche auf ihrer anderen Seite an der Lehne angelenkt ist und so an die Schwenkbewegung der Lehne gekoppelt ist. Die Ausbildung eines Viergelenks ist dabei für eine definierte Bewegung vorteilhaft. Durch Vermeidung einer Schlitz-Zapfen-Führung bei der Kopplung zwischen Lehne und Steuerelement wird auch ein Leerweg verhindert, welcher bei der Rückkehr in die Gebrauchsstellung zu einem verzögerten Anheben des Sitzkissens führt, was eine Mißbrauchsgefahr in sich birgt.
- Ein der Sitzstruktur zugeordneter Adapter im weitesten Sinne, der im hinteren Bereich des Basis angebracht ist, kann nicht nur mittels eines dem Schwenken der Lehne dienenden Lehnenbeschlags die Lehne tragen, sondern vorzugsweise auch der platzsparenden Anlenkung des Steuerelementes dienen, indem er einen Lagerbolzen trägt. Bei dem Adapter kann es sich auch um das Beschlagunterteil des Lehnenbeschlags handeln.
- Wenn vorzugsweise wenigstens eine untere Schwinge einerseits an der Basis und andererseits am Adapter angelenkt ist, kann der Fahrzeugsitz in eine Einstiegsstellung überführt werden. Nach Lösen des beispielsweise mittels eines Schlosses verriegelten Adapters von der Basis kann die untere Schwinge mittels einer Schwenkbewegung nach oben den Adapter samt Lehne anheben, wobei sich zwangsläufig auch eine Vorwärtsbewegung ergibt. Vorzugsweise ist eine obere Schwinge jeweils benachbart zur unteren Schwinge an der Basis und am Adapter angelenkt, welche die Bewegung unterstüzt und einen Teil der Last aufnimmt. Die Bildung eines Viergelenks wirkt stabilisierend auf die Bewegung der Lehne.
- Im folgenden ist die Erfindung anhand eines in der Zeichnung dargestellten Ausführungsbeispiels näher erläutert. Es zeigen
-
1 eine schematisierte Seitenansicht des Ausführungsbeispiels in der Gebrauchsstellung, -
2 eine1 entsprechende Ansicht in der Bodensteilung, und -
3 eine1 entsprechende Ansicht in der Einstiegsstellung. - Ein Fahrzeugsitz
1 für eine hintere Sitzreihe eines Kraftfahrzeuges weist auf beiden Fahrzeugsitzseiten als Basis5 ein Sitzschienenpaar auf, wobei jeweils eine Führungsschiene an der Fahrzeugstruktur F befestigt ist, während an der beweglichen Gleitschiene die nachfolgend beschriebenen Aufbauten angebracht sind. Die verwendeten Richtungsangaben beziehen sich auf die Anordnung des Fahrzeugsitzes1 im Kraftfahrzeug und dessen gewöhnliche Fahrtrichtung. - Am hinteren Ende jeder Basis
5 ist mittels eines Schlosses6 ein Adapter7 lösbar befestigt, welcher an seinem oberen Ende einen Lehnenbeschlag9 trägt. Ausgehend vom Adapter7 definiert sich die Sitzstruktur. Der Adapter7 kann zugleich das Beschlagunterteil des Lehnenbeschlags9 bilden. Eine Lehne11 ist mit ihrer Lehnenstruktur am Beschlagoberteil des Lehnenbeschlags9 angebracht. Eine untere Schwinge13 und eine obere Schwinge15 , welche beide jeweils abgewinkelt ausgebildet sind, sind mit ihrem vorderen Ende in der Mitte der Basis5 benachbart angelenkt, während sie mit ihrem hinteren Ende am Adapter7 benachbart angelenkt sind. Dabei ist die obere Schwinge15 oberhalb und im Bereich des Adapters7 vor der unteren Schwinge angeordnet. Die untere Schwinge13 und die obere Schwinge15 bilden zusammen mit den Bereichen der Basis5 und des Adapters7 zwischen den Anlenkstellen ein erstes Viergelenk16 . Am vorderen Ende der Basis5 ist eine vordere Schwinge17 mit ihrem unteren Ende angelenkt, deren oberes Ende im vorderen Bereich einer als Sitzkissen21 bezeichneten Baugruppe angelenkt ist, genauer gesagt an einem Sitzrahmen, welcher ein Polster trägt. - Am Adapter
7 ist ein dreieckiges Steuerelement25 in einer Ecke mittels eines am Adapter7 angebrachten Lagerbolzens26 angelenkt. An einer weiteren Ecke ist das Sitzkissen21 mit seinem hinteren Ende angelenkt. An der dritten Ecke ist eine Lehnenkoppel29 mit einem Ende angelenkt, deren anderes Ende an der Lehne11 angelenkt ist. Durch das Steuerelement25 , den Bereich des Adapters7 vom Lagerbolzen26 bis zur. Drehachse des Lehnenbeschlags9 , das Beschlagoberteil des Lehnenbeschlags9 einschließlich der Lehne11 bis zur Anlenkstelle der Lehnenkoppel29 und die Lehnenkoppel29 selber wird ein zweites Viergelenk30 definiert. - In der einsitzbaren Gebrauchsstellung ist die Lehne
11 gegenüber der Vertikalen leicht nach hinten geneigt und die vordere Schwinge17 im wesentlichen aufrecht. Zur Vergrößerung des Laderaums kann der Fahrzeugsitz1 in eine flache Bodenstellung überführt werden. Hierzu wird auf jeder Fahrzeugsitzseite der Lehnenbeschlag9 entriegelt, während der sitzstrukturfeste Adapter7 weiterhin indirekt mit der Fahrzeugstruktur F verriegelt bleibt. Dann wird die Lehne11 nach vorne geklappt, um mittels des zweiten Viergelenks30 das Sitzkissen21 abzusenken. Die Lehnenkoppel29 bewegt sich aufgrund der Schwenkbewegung der Lehne11 nach unten und schwenkt das auf dem Lagerbolzen26 gelagerte Steuerelement25 , und zwar in die gleiche Drehrichtung wie die Lehne11 . Das Steuerelement25 zieht dadurch das Sitzkissen21 nach hinten, wodurch die vordere Schwinge17 ebenfalls nach hinten geschwenkt wird und das Sitzkissen21 damit absenkt. Die Bodenstellung ist erreicht, wenn die Lehne11 eine im wesentlichen horizontale Ausrichtung eingenommen hat. Die Rückkehr in die Gebrauchsstellung erfolgt in umgekehrter Reihenfolge der beschriebenen Schritte, d.h. durch Zurückschwenken der Lehne11 wird über die Bewegung der vorderen Schwinge17 das Sitzkissen21 wieder angehoben. - Für eine Verwendung in der zweiten Sitzreihe kann der Fahrzeugsitz
1 in eine vordere Einstiegsstellung überführt werden, um den Zugang zu einer dritten Sitzreihe zu erleichtern. Hierzu wird auf jeder Fahrzeugsitzseite das Schloß6 entriegelt. Durch eine aufwärts gerichtete Vorwärtsbewegung der Lehne11 schwenken die untere Schwinge13 und die obere Schwinge15 nach oben, wobei die Zugehörigkeit zum ersten Viergelenk16 auf die Bewegung stabilisierend wirkt. Durch die Bewegung der unteren Schwinge13 und der oberen Schwinge15 wird die Lehne11 angehoben und zugleich vorwärts bewegt. Das hintere Ende des Sitzkissens21 nimmt an dieser Bewegung teil. Zugleich schwenkt die vordere Schwinge17 nach vorne und senkt das vordere Ende des Sitzkissens21 ab. Die Rückkehr in die Gebrauchsstellung erfolgt in umgekehrter Reihenfolge der beschriebenen Schritte. -
- 1
- Fahrzeugsitz
- 5
- Basis
- 6
- Schloß
- 7
- Adapter
- 9
- Lehnenbeschlag
- 11
- Lehne
- 13
- untere Schwinge
- 15
- obere Schwinge
- 16
- erstes Viergelenk
- 17
- vordere Schwinge
- 21
- Sitzkissen
- 25
- Steuerelement
- 26
- Lagerbolzen
- 29
- Lehnenkoppel
- 30
- zweites Viergelenk
- F
- Fahrzeugstruktur
Claims (10)
- Fahrzeugsitz, insbesondere Kraftfahrzeugsitz, der aus einer einsitzbaren Gebrauchsstellung in eine Bodenstellung überführbar ist, mit einer Basis (
5 ), einer relativ zur Basis (5 ) beweglichen vorderen Schwinge (17 ), einem auf der vorderen Schwinge (17 ) in seinem vorderen Bereich gelagerten Sitzkissen (21 ), einer relativ zu einer Sitzstruktur schwenkbaren Lehne (11 ) und einem Steuerelement (25 ), welches beim Übergang von der Gebrauchsstellung in die Bodenstellung aufgrund der Schwenkbewegung der Lehne (11 ) mittels Bewegen der vorderen Schwinge (17 ) das Sitzkissen (21 ) zur Basis (5 ) hin absenkt, dadurch gekennzeichnet, daß das Steuerelement (25 ) an der Sitzstruktur angelenkt ist, wobei einerseits das Sitzkissen (21 ) mit seinem hinteren Ende und andererseits die Lehne (11 ) wenigstens indirekt am Steuerelement (25 ) angelenkt sind. - Fahrzeugsitz nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß das Steuerelement (
25 ) beim Übergang von der Gebrauchsstellung in die Bodenstellung eine Schwenkbewegung ausführt und dabei das Sitzkissen (21 ) nach hinten bewegt. - Fahrzeugsitz nach Anspruch 2, dadurch gekennzeichnet, daß die vordere Schwinge (
17 ) in der Gebrauchsstellung im wesentlichen aufrecht angeordnet ist und während des Übergangs in die Bodenstellung nach hinten schwenkt und dabei den vorderen Bereich des Sitzkissen (21 ) absenkt. - Fahrzeugsitz nach einem der Ansprüche 1 bis 3, dadurch gekennzeichnet, daß eine Lehnenkoppel (
29 ) vorgesehen ist, welche einerseits am Steuerelement (25 ) und andererseits an der Lehne (11 ) angelenkt ist. - Fahrzeugsitz nach einem der Ansprüche 1 bis 4, dadurch gekennzeichnet, daß im hinteren Bereich der Basis (
5 ) ein der Sitzstruktur zugeordneter Adapter (7 ) lösbar angebracht ist, welcher mittels eines dem Schwenken der Lehne (11 ) dienenden Lehnenbeschlags (9 ) die Lehne (11 ) trägt. - Fahrzeugsitz nach Anspruch 5, dadurch gekennzeichnet, daß am Adapter (
7 ) ein Lagerbolzen (26 ) zur Anlenkung des Steuerelementes (25 ) angebracht ist. - Fahrzeugsitz nach Anspruch 5 oder 6, dadurch gekennzeichnet, daß wenigstens eine untere Schwinge (
13 ) einerseits an der Basis (5 ) und andererseits am Adapter (7 ) angelenkt ist. - Fahrzeugsitz nach Anspruch 7, dadurch gekennzeichnet, daß nach Lösen des Adapters (
7 ) von der Basis (5 ) die untere Schwinge (13 ) mittels einer Schwenkbewegung nach oben den Adapter (7 ) samt Lehne (11 ) anhebt. - Fahrzeugsitz nach Anspruch 7 oder 8, dadurch gekennzeichnet, daß eine obere Schwinge (
15 ) jeweils benachbart zur unteren Schwinge (13 ) an der Basis (5 ) und am Adapter (7 ) angelenkt ist. - Fahrzeugsitz nach Anspruch 9, dadurch gekennzeichnet, daß die untere Schwinge (
13 ), die obere Schwinge (15 ) und die Bereiche der Basis (5 ) und des Adapters (7 ) zwischen den Anlenkstellen ein Viergelenk (16 ) definieren.
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