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Die
vorliegende Erfindung betrifft allgemein ein Verfahren zum Ausbringen
von Saatgut auf ein Feld, bei dem mittels einer Sämaschine
beim Überfahren
des Feldes eine vorbestimmte Saatgutmenge auf das Feld ausgebracht
wird. Die Erfindung betrifft weiterhin eine solche Sämaschine
mit Austragssteuermitteln zum Ausbringen einer vorbestimmten Saatgutmenge
beim Überfahren
des Feldes sowie einer Steuervorrichtung zur Ansteuerung der Austragssteuermittel.
Die vorliegende Erfindung betrifft insbesondere ein Verfahren zum
Einbringen von Fahrgassenmarkierungen in ein Feld, bei dem mittels
einer Sämaschine,
die eine Vielzahl von Säelementen
zum Ausbringen von Saatgut in nebeneinanderliegenden Reihen aufweist,
das Saatgut auf das Feld ausgebracht und die Saatgutausbringung
an bestimmten Säelementen
im Vergleich zu den restlichen Säelementen
unterdrückt
wird, so dass an den von den bestimmten Säelementen überfahrenen Spuren im Feld Fahrgassenmarkierungen
entstehen. Die Erfindung betrifft weiterhin eine Sämaschine
zum Einbringen solcher Fahrgassenmarkierungen mit einer Vielzahl von
Säelementen
zum Ausbringen von Saatgut in mehreren nebeneinander liegenden Reihen,
Austragssteuermitteln, mit Hilfe derer die Saatgutausbringung an
bestimmten Säelementen
gegenüber der
Saatgutausbringung an den restlichen Säelementen unterdrückbar ist,
so dass an den von diesen bestimmten Säele menten überfahrenen Spuren Fahrgassenmarkierungen
entstehen, sowie mit einer Steuervorrichtung zur Ansteuerung der
Austragssteuermittel.
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Eine
Sämaschine
wird regelmäßig für eine gewünschte Aussaatmenge
voreingestellt. Diese Einstellung erfolgt bei horizontaler Ausrichtung
der Sämaschine.
Wird die Sämaschine
geneigt, verändert
sich in gewissem Rahmen die Aussaatmenge. Dies ist durch die Anordnung
der Dosierorgane bedingt. Um ungewünschte Schwankungen der ausgebrachten
Saatgutmenge durch Neigungen der Sämaschine zu vermeiden, wurde
in jüngerer
Zeit vorgeschlagen, eine Körnerzählung und
eine Messung der Körnerdurchflussmenge
vorzunehmen. Um hier eine vernünftige
Steuerung der Saatgutmenge zu erreichen, muß jedoch die Anzahl der ausgebrachten
Körner
zu jedem beliebigen Zeitpunkt gemessen werden, was sehr aufwendig
und verlässlich
nur schwer durchführbar
ist. Es wäre
daher wünschenswert,
in einfacherer Weise ungewünschte
Saatgutschwankungen durch Neigen der Sämaschine beseitigen zu können.
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Ein
weiteres Problem ergibt sich bei der Einbringung von Fahrgassenmarkierungen
in ein Feld. Hierzu kann bei den entsprechenden Sämaschinen regelmäßig die
Saatgutzufuhr aus dem Saatgutspeicher zu einigen der Säelemente
unterbrochen werden, so dass beim Überfahren des Feldes an diesen Säelementen
kein Saatgut ausgebracht wird und eine saatgutfreie Spur entsteht.
Diese saatgutfreien Spuren dienen als Fahrgassen bzw. als Fahrgassenmarkierungen,
die nach dem Angehen des Saatguts gut sichtbar sind und bei nachfolgenden
Feldbearbeitungsmaßnahmen,
wie beispielsweise Pflanzenschutz- oder Düngemaßnahmen, von den Rädern des
entsprechenden Feldbearbeitungsfahrzeugs befahren werden können. Neben
dem Vorteil, dass in den Fahrgassen bei nachfolgenden Feldbearbeitungen
kein aufgegangenes Saatgut niedergefahren und quasi umsonst ausgesät wird,
geben diese Fahrgassen für
nachfolgende Feldbearbeitungsmaßnahmen
vor, in welchen Abständen über das
Feld gefahren werden muss. Ist beispielsweise bekannt, dass eine
Pflanzenschutzspritze die dreifache Arbeitsbreite der Sämaschine
hat, wird beim Aussäen
bei jeder dritten Fahrschleife über
das Feld eine Fahrgasse einge bracht, die sodann für das Befahren
mit der Düngerspritze
die entsprechende Orientierungshilfe gibt.
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Um
die durch gänzlich
unbesäte
Fahrgassen entstehenden Probleme wie Erosion, Auswaschen bei starken
Niederschlägen
und dergleichen zu beseitigen bzw. zu mildern, wurde bereits vorgeschlagen,
die Fahrgassen nicht gänzlich
saatgutfrei zu markieren, sondern die Saatgutausbringung an den entsprechenden
Säelementen
intervallweise an- und auszuschalten, so dass eine unterbrochene
Fahrgassenmarkierung nach Art einer strichlierten Linie eingebracht
wird (vgl. z. B.
DE
40 20 232 A1 ,
DE
42 16 018 A1 ). Unangenehm ist bei solchermaßen angelegten
Fahrgassenmarkierungen jedoch, dass das Nachfahren entlang den Markierungen
bei späteren Feldbearbeitungsvorgängen schwieriger
wird, da in den Bereichen, in denen die Saatgutausbringung nicht
unterdrückt
wurde, letztlich gar keine Markierung vorhanden ist und insofern
bis zum nächsten saatgutfreien
Markierungsstreifen frei Auge gefahren werden muss. Um die Erosionsprobleme
einerseits zu beseitigen, andererseits jedoch die Probleme beim
Nachfahren zu vermeiden, wurde gemäß
EP 0 193 804 bereits vorgeschlagen,
die Fahrgassenmarkierungen durch Ausbringen von einem anderen Saatgut,
das nicht Nutzpflanzensaatgut ist, zu erzeugen. Dies bringt jedoch
den Nachteil mit sich, dass verschiedene Saatgutmengen mitgeführt und
ausgebracht werden müssen.
Die Vorrichtung kompliziert sich.
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Der
vorliegenden Erfindung liegt daher die Aufgabe zugrunde, ein verbessertes
Verfahren sowie eine verbesserte Sämaschine der eingangs genannten
Art zu schaffen, die Nachteile des Standes der Technik vermeiden
und letzteren in vorteilhafter Weise weiterbilden. Vorzugsweise
soll eine verbesserte Steuerung der Saatgutmenge erreicht werden.
Insbesondere soll weiterhin die Fahrgassenmarkierung dahingehend
verbessert werden, dass bei der Markierung von geneigten Hangfeldern
dem Problem der Erosion, Ausschwemmung und Ausspülung begegnet wird.
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Diese
Aufgabe wird erfindungsgemäß durch ein
Verfahren gemäß Patentanspruch
1 gelöst.
In vorrichtungstechnischer Hinsicht wird die genannte Aufgabe durch
eine Sämaschine
gemäß Patentanspruch
10 gelöst.
Bevorzugte Ausgestaltungen der Erfindung sind Gegenstand der Unteransprüche.
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Erfindungsgemäß ist also
vorgesehen, dass für
den jeweils von der Sämaschine überfahrenen Feldabschnitt
die Hangneigung bestimmt und die Saatgutmenge in Abhängigkeit
der Hangneigung eingestellt wird. Hierdurch können einerseits ungewünschte Schwankungen
bei der ausgebrachten Saatgutmenge in Folge von Neigungen vermieden werden.
Kennt man die Änderung
der Aussaatmenge in Abhängigkeit
von der Hangneigung, kann man insbesondere über eine Saatmengenfernverstellung Einfluss
auf die Aussaatmenge nehmen. Entsprechend der Hangneigung wird dann
die voreingestellte Saatmenge erhöht bzw. verringert, um einen
gleichmäßigen Saatgutmengenaustrag
zu erreichen. Die Aussaatmenge kann durch die Steuervorrichtung,
die die Abhängigkeit
zwischen Hangneigung und Änderung
der Aussaatmenge kennt, auf einen gewünschten Wert geregelt werden.
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Andererseits
erlaubt die Erfassung der Hangneigung, die ausgebrachte Saatgutmenge
gezielt in Abhängigkeit
der erfaßten
Hangneigung zu verändern.
Insbesondere beim Einbringen von Fahrgassenmarkierungen ist dies
besonders vorteilhaft. Hier kann vorgesehen sein, dass für den jeweils
von der Sämaschine überfahrenen
Feldabschnitt die Hangneigung bestimmt und die Unterdrückung der Saatgutausbringung
für die
Fahrgassenmarkierung in Abhängigkeit
der jeweils bestimmten Hangneigung gesteuert wird. Die Hangneigung
wird vorzugsweise durch einen Neigungssensor bestimmt, der mit der Sämaschine
mitgeführt
wird und stets aktuell die Hangneigung erfasst bzw. bestimmt. Die
die Austragssteuermittel ansteuernde Steuervorrichtung kann die
Saatgutausbringung in Abhängigkeit
des vom Neigungssensor her anliegenden Signals automatisch steuern.
Insbesondere kann in Abhängigkeit der
jeweils bestimmten Hangneigung die Unterdrückung der Saatgutausbringung
an den bestimmten Säelementen
quantitativ und/oder qualitativ in Abhängigkeit der jeweiligen Hangneigung
verändert werden.
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Insbesondere
kann vorgesehen sein, dass mit zunehmender Hangneigung die Unterdrückung der
Saatgutausbringung zurückgefahren
wird. Dies kann kontinuier lich oder stufenweise erfolgen. Nach einer
bevorzugten Ausbildung der Erfindung kann vorgesehen sein, dass
bei Überschreiten
einer vorgegebenen Hangneigung die Unterdrückung der Saatgutausbringungen
komplett aufgehoben wird, d. h. keine Fahrgassenmarkierungen mehr
eingebracht werden. Gegebenenfalls kann jedoch auch vorgesehen sein,
dass bei Überschreiten
einer ersten vorgegebenen Hangneigung die Unterdrückung der
Saatgutausbringung nur um eine Stufe zurückgefahren wird, so dass kleinere,
kürzere,
schmälere
oder – im Vergleich
zu Markierungen auf flachem Gelände – ein wenig
stärker
besäte
Markierungen eingebracht werden.
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In
Weiterbildung der Erfindung kann zur Erzeugung der Fahrgassenmarkierungen
die Saatgutausbringung an den entsprechenden Säelementen intervallweise an- und ausgeschalten
bzw. hoch- und heruntergefahren werden, so dass Fahrgassenmarkierungen
nach Art einer strichlierten Linie in das Feld eingebracht werden.
Dies besitzt den Vorteil, dass durch die Unterbrechungen der unbesäten Abschnitte
der Fahrgasse die entsprechend besäten Abschnitte die Fahrgasse
befestigen, Erosion und Ausschwemmung beträchtlich vermindern und dennoch
eine ausreichende Markierung bilden. Besonders vorteilhaft ist es
hier, die Länge
der Intervalle, während
denen die Saatgutausbringung unterdrückt wird, in Abhängigkeit
der bestimmten Hangneigung zu steuern, vorzugsweise mit zunehmender
Hangneigung zu verkürzen.
Die Verkürzung
kann dabei kontinuierlich oder stufenweise mit zunehmender Hangneigung
gegen Null gehen. Nach einer vorteilhaften Ausführung der Erfindung kann bei Überschreiten
einer vorbestimmten Hangneigung die Länge der Intervalle, während denen
die Saatgutausbringung unterdrückt
wird, auf Null gesetzt werden, d. h. die Fahrgassenmarkierung wird
ganz eingestellt. In vielen Fällen
wird es jedoch reichen, bei einer vorbestimmten Hangneigung die
Länge der
unbesäten
Intervalle zurückzufahren.
Dies kann einerseits mit einer entsprechenden Verkürzung der
besäten
Intervalle einhergehen. Hierdurch wird sichergestellt, dass auf
einer Hangstufe nicht nur ein unbesätes Intervall in das Feld eingebracht
wird, sondern auch besäte
Intervalle vorgesehen werden. Andererseits kann die Verkürzung der
unbesäten
Intervalle ohne Verkürzung
der besäten
Intervalle ausgeführt
werden, wenn die Hangneigung zunimmt. Hierdurch nimmt das Verhältnis von
unbesäten
zu besäten
Intervallen zu, was sich besonders günstig auf die zu vermeidende
Bodenerosion und -ausschwemmung im Bereich der Fahrgassen auswirkt.
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Die
Bestimmung der Hangneigung kann auch dazu verwendet werden, die
Ausbringung der Saatgutmenge zu steuern bzw. nachzuregeln. Bei Hangfahrten
kommt es bei Drillmaschinen zu Mehr- oder Mindermengen je nach Neigung
der Maschine. Über
den Neigungssensor kann die Saatgut-Dosiervorrichtung der Sämaschine
entsprechend eingestellt und/oder deren Voreinstellung in Abhängigkeit der
erfassten Hangneigung verändert
werden, um die genannten Mehr- oder Mindermengen auszugleichen.
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In
vorteilhafter Weiterbildung der Erfindung ist der Neigungssensor
unmittelbar an der Sämaschine
und/oder an einem Schlepper, an dem die Sämaschine angebaut ist, angeordnet.
Hierdurch wird die Hangneigung stets aktuell bestimmt.
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Werden
die Fahrgassenmarkierungen durch intervallweises An- und Abschalten
der Austragssteuermittel eingebracht, kann in Weiterbildung der Erfindung
vorgesehen sein, dass die intervallartige Unterdrückung der
Saatgutausbringung an verschiedenen Säelementen zeitversetzt gesteuert
wird. Die Intervallschaltvorrichtung ist derart ausgebildet, dass an
einem ersten Säelement
die Saatgutausbringung zu einem anderen Zeitpunkt unterdrückt wird
als an einem zweiten Säelement.
Hierdurch kann je nach Ausbildung des Zeitversatzes zumindest eine
halbwegs kontinuierliche Fahrgassenmarkierung erreicht werden. Wenn
von dem ersten Säelement
gerade keine Markierung erzeugt wird, wird von dem anderen eine
entsprechende Markierung erzeugt.
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Die
Schaltintervalle der entsprechenden Austragssteuermittel können grundsätzlich einander überlappen,
so dass entsprechend sich auch die von den verschiedenen Säelementen
erzeugten Markierungen einander überlappen.
In Weiterbildung der Erfindung werden jedoch die intervallartigen
Unterdrückungen
am ersten und zweiten Säelement
wechselweise geschaltet derart, dass während der Unterdrü ckung der
Saatgutausbringung an dem ersten Säelement das Saatgut an dem
zweiten Säelement
unterdrückungsfrei
ausgebracht wird und umgekehrt. Hierdurch ist sichergestellt, dass
entlang des Fahrweges auf den Fahrgassen immer eine Markierung vorhanden
ist, an der sich der Fahrer orientieren kann. Es ist ein Anschlussfahren
dahingehend möglich,
dass immer ein Rad des entsprechenden Fahrzeugs auf einer Markierung
bzw. entlang einer Markierung fährt.
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Die
wechselweise Schaltung der intervallartigen Unterdrückungen
kann zwischen dem eine rechte Fahrgasse markierenden Säelement
und dem eine linke Fahrgasse markierenden Säelement vorgesehen sein. Dementsprechend
sind die rechten und linken Markierungsstreifen zueinander versetzt.
Werden die Fahrgassenmarkierungen für jede Fahrspur durch mehrere
Säelemente
bewirkt, können
alle Säelemente
für die
Markierung der rechten Fahrgasse zeitgleich intervallweise an- und abgeschaltet
werden und ebenso alle Säelemente
für die
Markierung der linken Fahrgasse zueinander zeitgleich intervallweise
an- und abgeschaltet werden. Hierdurch bleibt die rechte Fahrgasse
an den Stellen unbesät,
an denen die linke Fahrgasse besät
wird.
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Bei
einer Markierung der Fahrgassen mit jeweils mehreren Säelementen
ist es auch möglich,
die zeitversetzte Intervallschaltung zu verschiedenen Zeitpunkten
für die
Säelemente,
die eine gemeinsame Fahrgasse markieren, vorzusehen. Die Säelemente
für die
linke Fahrgasse können
zeitversetzt zueinander an- und abgeschaltet werden, ebenso wie die
Säelemente
für die
rechte Fahrgasse, zeitversetzt zueinander an- und abgeschaltet werden
können.
Hierdurch entsteht für
jede Fahrgasse ein versetztes Muster in den Säreihen, so dass für jede Fahrgasse
eine durchgängige
Markierung entsteht. Jede Fahrgasse wird hier durch mehrere Säreihen definiert,
deren Aussparungen sich abwechseln.
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Die
intervallweise Steuerung der Austragssteuermittel, die die Saatgutausbringung
an den bestimmten Säelementen
unterdrücken,
kann grundsätzlich
verschieden ausgebildet sein. Gemäß einer bevorzugten Ausführung der
Erfindung ist die Intervallschaltvorrichtung mit einer Zeitschaltvorrichtung versehen,
mit Hilfe derer die Austragssteuermittel in einem vorgegebenen Zeittakt
ein- und ausgeschaltet werden. Hierdurch kann eine sehr einfache
Ausbildung der Intervallschaltung erreicht werden.
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Nach
einer alternativen Ausbildung der Erfindung kann die Intervallschaltung
auch weggesteuert sein, so dass eine Umschaltung zwischen Unterdrückung der
Saatgutausbringung und Nichtunterdrückung der Saatgutausbringung
jeweils nach einer vorgegebenen zurückgelegten Wegstrecke erfolgt, die
mittels einer geeigneten Wegerfassungsvorrichtung erfasst wird.
Eine solche Wegstreckenschaltvorrichtung besitzt den Vorteil, dass
fahrgeschwindigkeitsunabhängig
immer gleich lange Markierungsstreifen erzeugt werden können.
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Um
die Fahrgassenmarkierungen an die Feldgegebenheiten wie z. B. Hangneigung
oder an verschiedene nachfolgende Bearbeitungsmaßnahmen anpassen zu können, ist
in Weiterbildung der Erfindung eine Intervalllängen-Einstellvorrichtung vorgesehen,
mit Hilfe derer die Länge
der Schaltintervalle und damit die Länge der erzeugten Markierungsstreifen
eingestellt werden kann. So können
beispielsweise in hügeligem
Gelände
kürzere
Intervalle vorgesehen werden, um zu vermeiden, dass an einer Hangstufe
beispielsweise ein die ganze Hanglänge einnehmender ausgesparter
Streifen entsteht. Weiterhin können
Fahrgassen mit verschiedenen Markierungen eingebracht werden, so
dass beispielsweise eine nachfolgende Bearbeitung mit einem Düngerstreuer
entlang einer ersten Fahrgasse und eine nachfolgende Bearbeitung
mit einem Pflanzenschutzgerät
entlang einer zweiten Fahrgasse erfolgen kann.
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Weiterhin
ist es in vorteilhafter Weise möglich,
die Breite der markierten Fahrgassen einzustellen. Eine erste Gruppe
von Säelementen
zur Markierung einer ersten Fahrgasse mit einer ersten Fahrgassenbreite
sowie eine zweite Gruppe von Säelementen
zur Markierung einer zweiten Fahrgasse mit einer zweiten Fahrgassenbreite
können
hierzu jeweils mit Austragssteuermitteln versehen sein, die von
einer Fahrgassenbreiten-Wahlvorrichtung ausgewählt und von der Intervallschaltvorrichtung
dann entsprechend angesteuert werden können.
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In
Weiterbildung der Erfindung umfasst die Intervallschaltvorrichtung
einen Bordcomputer. Die Austragssteuermittel sind vorteilhafterweise
elektronisch ansteuerbar. Sie können
aus Kupplungen, Zugmagneten oder Elektrozylindern bestehen. Sie
sind mit dem Bordcomputer derart verbunden, dass sie einzeln über dessen
Software ein- und abschaltbar sind.
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Die
vorliegende Erfindung wird nachfolgend anhand eines bevorzugten
Ausführungsbeispiels
und zugehöriger
Zeichnungen näher
erläutert.
In den Zeichnungen zeigen:
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1 eine
schematische Darstellung einer Sämaschine
mit einer Vielzahl von Säelementen,
die mit einer Fahrgassenmarkierungsvorrichtung nach einer bevorzugten
Ausführung
der Erfindung versehen ist,
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2 eine
Draufsicht auf die mit der Sämaschine
aus 1 ausgebrachten Saatgutreihen mit den darin eingebrachten
Fahrgassenmarkierungen nach einer ersten Ausführungsform,
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3 eine
Draufsicht auf mit der Sämaschine
aus 1 ausgebrachte Saatgutreihen mit darin eingebrachten
Fahrgassenmarkierungen nach einer alternativen Ausführung der
Erfindung, und
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4 eine
schematische Draufsicht auf ein Feld, in das mit der Sämaschine
aus 1 verschiedene Fahrgassenmarkierungen eingebracht
wurden, und
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5 eine
Draufsicht auf ein eine Hangstufe aufweisendes Feld, in das Fahrgassenmarkierungen eingebracht
werden, wobei die Ausbildung der Fahrgassenmarkierungen im Bereich
der Hangstufe gegenüber
den Fahrgassenmarkierungen im Bereich des ebenen Feldabschnitts
verändert
wird.
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Die
in 1 gezeigte Sämaschine 1 kann selbstfahrend
ausgebildet oder an einen Schlepper anbaubar sein. Sie umfasst einen
Saatgutspeicher 2, von dem aus über eine nicht eigens dargestellte
Zufuhr- und Verteilvorrichtung Saatgut zu einer Vielzahl von Säelementen 3 geführt wird,
die in Fahrtrichtung gesehen nebeneinander angeordnet sind und das Saatgut
in Reihen in den Boden des zu bearbeitenden Feldes einbringen. Die
Säelemente 3 können verschieden
ausgebildet sein. Die Sämaschine 1 besitzt
gemäß 1 ein
Fahrwerk mit Rädern 5.
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Den
Säelementen 3 sind
Austragssteuermittel 6 zugeordnet, mit Hilfe derer die
Austragsmenge an dem jeweiligen Säelement individuell eingestellt werden
kann. Die Austragssteuermittel 6 können grundsätzlich allen Säelementen 3 zugeordnet
sein. Es ist jedoch ausreichend, wenn sie lediglich einigen Säelementen 3 zugeordnet
sind, nämlich
denen, mit Hilfe derer Fahrgassenmarkierungen erzeugt werden sollen.
In der Zeichnung gemäß 1 sind
Austragssteuermittel 6 für ein erstes Säelement 3a,
ein zweites Säelement 3b,
ein drittes Säelement 3c sowie
ein viertes Säelement 3d vorgesehen,
wobei die Austragssteuermittel 6 die Zufuhr des Saatguts
aus dem Saatgutspeicher 2 zu dem jeweiligen Säelement steuert.
Es versteht sich jedoch, dass ggf. auch als Austragssteuermittel 6 andere
Dosiereinrichtungen Verwendung finden können.
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Die
Austragssteuermittel 6 sind für jedes Säelement 3 individuell
ansteuerbar durch einen Bordcomputer 7, der an der Sämaschine 1 selbst
oder an dem diese ziehenden Schlepper angeordnet sein kann.
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Um
Fahrgassenmarkierungen zu erzeugen, steuert der Bordcomputer 7 die
Austragssteuermittel 6 derart an, dass an den entsprechenden
Säelementen 3a, 3b, 3c und/oder 3d zumindest
zeitweise kein Saatgut ausgebracht wird. Gegebenenfalls kann die Saatgutausbringung
nicht vollständig
unterbunden, sondern nur ausreichend stark reduziert werden, so dass
gegenüber
der nicht unterdrückten
Saatgutausbringung an den anderen Säelementen ein nicht bewachsener
bzw. schwächer
bewachsener Streifen entsteht.
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Wie 2 zeigt,
werden beim Überfahren des
Feldes von den Säelementen 3 so
viele Saatgutreihen 4 abgelegt, wie die Sämaschine 1 nebeneinander
angeordnete Säelemente 3 besitzt.
Gemäß 2 wird
dabei eine linke Fahrgasse 8 sowie eine rechte Fahrgasse 9 markiert,
die voneinander in einer gewünschten
Spurbreite beabstandet sind und gemäß 2 durch
jeweils zwei Saatgutreihen 4a und 4b bzw. 4c und 4d definiert
werden. Hierzu werden von dem Bordcomputer 7 die Austragssteuermittel 6 für die Säelemente 3a und 3b bzw. 3c und 3d jeweils intervallweise
angesteuert, so dass die Saatgutausbringung an den genannten Säelementen
intervallweise unterdrückt
und wieder freigegeben wird. Hierdurch entstehen in den Saatgutreihen 4a, 4b, 4c und 4d abwechselnd
besäte
und unbesäte
Abschnitte, wobei letztere in 2 mit einer
durchgezogenen Linie symbolisiert sind, während die feineren gestrichelten
Linien besäte
Saatgutreihenabschnitte symbolisieren.
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Wie 2 zeigt,
sind dabei die unbesäten Abschnitte
der linken Fahrgasse 8 gegenüber den unbesäten Abschnitten
der rechten Fahrgasse 9 versetzt, und zwar derart, dass
in Fahrtrichtung gesehen die Wegstrecke der rechten Fahrgasse besät ist, die bei
der linken Fahrgasse unbesät
bleibt und umgekehrt. Hierdurch kann bei nachfolgendem Überfahren der
Fahrgassenmarkierungen immer auf Anschluss gefahren werden. Wenn
der linke Reifen des entsprechenden Fahrzeugs am Ende eines Markierungsstreifens
in der linken Fahrgasse 8 angekommen ist, erreicht der
rechte Reifen den Anfang des entsprechenden Markierungsstreifens
der rechten Fahrgasse 9. Hierdurch ist das Nachfahren der
Markierungen wesentlich vereinfacht.
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Bei
den Fahrgassenmarkierungen gemäß 2 schalten
die Austragssteuermittel 6 für die Säelemente 3a und 3b der
linken Fahrgasse immer zeitgleich; ebenso schalten die Austragssteuermittel 6 der
Säelemente 3c und 3d für die rechte
Fahrgasse zueinander immer zeitgleich.
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Sofern
eine Fahrgasse mit mehreren Säelementen 3 markiert
wird, können
auch die eine Fahrgasse markierenden Säelemente entsprechend wechselweise
an- und abgeschaltet werden. Dies zeigt 3. Die Saatgutreihen 4a und 4b definieren hier
die linke Fahrgasse, während
die Saatgutreihen 4c und 4d die rechte Fahrgasse
markieren. Dabei weisen die Saatgutreihen 4a und 4b wechselweise unbesäte Abschnitte
auf, so dass die linke Fahrgasse durch die Aussparungen der Saatgutreihen 4a und 4b eine
durchgehende Markierung erhält.
Selbiges gilt für
die rechte Fahrgasse.
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Wie 4 zeigt,
können
mit der Sämaschine verschiedene
Fahrgassenmarkierungen in ein Feld eingebracht werden. Die Sämaschine 1 fährt das Feld 10 in
einem mäanderförmigen Weg
ab, wobei eine Fahrgassenmarkierung nur bei jedem dritten Durchfahren
ausgeführt
wird. Dabei wird jedoch nicht jede markierte Fahrgasse in derselben
Weise markiert. Die gemäß 4 zweite
Fahrgasse von links wird mit zwei durchgängig unbesäten Fahrgassenmarkierungen
versehen, während
die gemäß 4 fünfte Fahrgasse
von links mit einer in der zuvor beschriebenen Weise intervallartig
abwechselnden Fahrgassenmarkierung versehen wird.
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Wie 5 verdeutlicht,
steuert der Bordcomputer 7 die Austragssteuermittel 6 auch
in Abhängigkeit
der Hangneigung des jeweiligen Feldabschnitts, den die Sämaschine 1 überfährt. Das
in 5 gezeigte Feld 10 enthält zwei
sich gemäß der Darstellung
von 5 von links nach rechts erstreckende Hangstufen 12,
zwischen denen eine stärkere
Hangneigung gegeben ist, während
in den oberen und unteren Abschnitten des Feldes 10 gemäß 5 keine oder
eine nur sehr geringfügige
Hangneigung vorliegt. Um die Hangneigung entsprechend erfassen zu können, ist
an der Sämaschine 1 ein
Neigungssensor 13 angebracht, der mit dem Bordcomputer 7 verbunden
ist und diesem ein Signal zuspeist, dass die Hangneigung wiedergibt.
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In
der in 5 gezeichneten Ausführungsform werden in den flachen
Feldabschnitten durchgängige
Fahrgassenmarkierungen eingebracht. Überfährt die Sämaschine jedoch von den flachen Feldabschnitten
her kommend eine der Hang stufen 12, so dass der Neigungssensor 13 eine
entsprechende Hangneigung anzeigt, schaltet der Bordcomputer 7 die
Austragssteuermittel 6 auf intervallweisen Betrieb, d.
h. die Saatgutausbringung an den vorbestimmten Säelementen 3a, 3b bzw. 3c und 3d wird nur
noch intervallweise unterdrückt,
so dass sich besäte
Reihenabschnitte mit unbesäten
Reihenabschnitten abwechseln. Wie 5 zeigt,
werden hierbei in der zuvor beschriebenen Weise die Intervallschaltung
für die
linke Fahrgasse 8 und die Intervallschaltung für die rechte
Fahrgasse 9 zueinander versetzt durchgeführt, so
dass in der zuvor beschriebenen Weise auf Anschluss gefahren werden
kann.
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Selbstverständlich kann
in den flachen Feldabschnitten in der zuvor beschriebenen Weise
eine intervallweise Unterdrückung
der Saatgutausbringung erfolgen, so dass Fahrgassenmarkierungen
in Form von strichlierten Linien eingebracht werden. Bei Überfahren
der Hanglage zwischen den beiden Hangstufen 12 können die
Intervalle, in denen kein Saatgut ausgebracht wird, verkürzt oder
gänzlich aufgehoben
werden, um in den Hanglagen einen verstärkten Schutz gegen Bodenerosion
und -ausschwemmung zu erhalten.
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Der
Neigungssensor 13 kann grundsätzlich verschieden ausgebildet
sein. Nach einer Ausführung
der Erfindung erfasst der Neigungssensor 13 die Neigung
der Sämaschine
gegenüber
der Horizontalen absolut, d. h. in allen Richtungen, egal, ob die
Sämaschine
parallel zum geneigten Hang oder senkrecht hierzu fährt. Hierdurch
werden die Fahrgassenmarkierungen 11 bei entsprechender
Hangneigung verringert bzw. gänzlich
ausgesetzt unabhängig
davon, ob sich die Fahrgasse parallel zu dem geneigten Hang oder
senkrecht hierzu verläuft.
Gemäß einer
alternativen Ausführung
der Erfindung kann der Neigungssensor 13 auch derart ausgebildet sein,
dass er nur die Neigung in Fahrtrichtung der Sämaschine erfasst und dementsprechend
wird bei einer Fahrt senkrecht zum geneigten Hang der volle Neigungswinkel
an den Bordcomputer 7 gegeben und die Fahrgassenmarkierung
entsprechend verändert
werden. Wird hingegen parallel am geneigten Hang entlanggefahren,
d. h. dieser nur gequert, würde
der Neigungssensor 13 keinen Neigungswinkel ausgeben und
dementsprechend der Bordcomputer 7 die Austragssteuermittel 6 unverändert ansteuern.
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Vorteilhafterweise
lässt sich
die Steuerung in Abhängigkeit
der Hangneigung über
den Bordcomputer 7 aktivieren und deaktivieren.