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Die
Erfindung betrifft ein Geschoss zum Abschießen aus Gasdruckwaffen, das
aus einem in etwa kugelförmigen
oder länglichen
Körper
besteht, in dem zumindest ein Füllstoff
und/oder Markierungsfarbstoff aufgenommen ist.
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Es
ist bereits allgemein ein kugelförmiges
als paintball bezeichnetes Geschoss zum Abschießen aus Gasdruckwaffen bekannt,
das aus einem in etwa kugelförmigen
Körper
besteht, in dem Markierungsfarbstoff aufgenommen ist (
US 4 634 606 ) und der eine glatte
Oberfläche
aufweist (
US 5 881 707 ).
Der Füllstoff
kann eine Lebensmittelfarbe sein, sodass das kugelförmige Geschoss
bzw. der paintball beim Auftreffen auf einen Gegenstand oder eine
Person aufplatzt und der Farbstoff an der Person eine Markierung
vornimmt. Der Aufpralldruck ist so gewählt, dass keine Verletzungen
eintreten können.
Da die Kugeln bzw. der paintball eine glatte Oberfläche aufweisen,
ist ihre Zielgenauigkeit und Geschossweite gering.
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Umströmt die Luft
den abgeschossen paintball bzw. den Körper, nachstehend als Kugel
bezeichnet, so bildet sich aufgrund des Haftens der Luft an der
Oberfläche
des Körpers
eine Grenzschicht von der Dicke δx,
in der ein starkes Geschwindigkeitsgefälle und somit große Schubspannungen
vorhanden sind. Der aus den Schubspannungen längs der Grenzschicht erstehende
Widerstand oder Reibungswiderstand sollte verbessert werden.
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Durch
die Strömungsablösung und
Wirbelbildung hinter dem Körper
entsteht ein Unterdruck und somit ein Widerstand, der nachstehend
als Druckwiderstand bezeichnet wird.
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Der
Reibungswiderstand lässt
sich zwar mit Hilfe der Grenzschicht weitgehend berechnen, jedoch
ist der Druckwiderstand nur sehr schwer zu bestimmen. Die bisher
völlig
glatt ausge bildeten Körper müssen so
geformt und der Inhalt so beschaffen sein, dass sie beim Auftreffen
auf eine Person, keine Verletzungen verursachen können. Die
Schussweite und Treffgenauigkeit der bekannten ein sehr geringes spezifisches
Gewicht aufweisenden Geschosse ist sehr unbefriedigend. Nach der
US 5 228 427 hat man hierzu
die Innenoberfläche
des Laufs mit spiralförmig angeordneten Öffnungen
versehen. Damit soll überschüssige Luft
nach außen
abgegeben und eine bessere Expansion der Luft erreicht werden, um
dadurch das Geschoss bzw. Projektil besser zu stabilisieren. Dies
reicht jedoch nicht aus, die Treffsicherheit und die Geschossweite
zufriedenstellend zu beeinflussen.
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Der
Erfindung liegt die Aufgabe zugrunde, ein Geschoss derart auszubilden,
dass eine größere Treffsicherheit
und größere Geschossweite
erreicht wird.
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Gelöst wird
die Aufgabe erfindungsgemäß dadurch,
dass der Körper
auf seiner Oberfläche
zahlreiche konvex und/oder konkav ausgebildete, einen Geschossweg
beeinflussende Elemente aufweist. Hierdurch wird erreicht, dass
die Strömungsablösung und
Wirbelbildung hinter dem Körper
verbessert wird, was zur Stabilität des abgeschossenen Körpers beiträgt, so dass
die Treffsicherheit wesentlich verbessert und die Geschossweite
beträchtlich
erhöht
werden kann.
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Hierzu
ist es vorteilhaft, dass die in oder an der Oberfläche des
Körpers
vorgesehenen Elemente als Ausbuchtungen oder als längliche
und/oder in etwa runde Vertiefungen und/oder als Rillen ausgebildet
sind.
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Eine
zusätzliche
Möglichkeit
ist gemäß einer Weiterbildung,
dass die in oder auf der Oberfläche des
Körpers
vorgesehenen Elemente als längliche
in etwa geradlinig bzw. linear verlaufende und/oder geschwungene
oder gebogene Vertiefungen ausgebildet sind.
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Ferner
ist es vorteilhaft, dass die in oder auf der Oberfläche des
Körpers
vorgesehenen Elemente oder Vertiefungen und/oder Ausbuchtungen ballig, kalottenförmig, ellipsenförmig, nierenförmig, rillenförmig oder
sternförmig
ausgebildet sind.
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Vorteilhaft
ist es hierzu auch, dass der Randbereich der Elemente oder der Vertiefungen
oder Ausbuchtungen im Bereich der Oberfläche einen glatten oder zumindest
teilweise unregelmäßigen Verlauf
aufweisen.
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Gemäß einer
bevorzugten Ausführungsform der
erfindungsgemäßen Lösung ist
schließlich
vorgesehen, dass der Körper
aus zumindest zwei schalenförmigen,
miteinander verbindbaren Teilen gebildet ist und die Elemente in
den schalenförmigen
Teilen eingelassen oder eingeformt oder mit diesen fest verbunden
sind.
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Von
besonderer Bedeutung ist für
die vorliegende Erfindung, dass die Elemente eine Eindringtiefe
oder Ausbuchthöhe
t zwischen 0,01 und 4 mm oder zwischen 0,5 und 1,5 mm aufweisen.
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Im
Zusammenhang mit der erfindungsgemäßen Ausbildung und Anordnung
ist es von Vorteil, dass die in oder auf der Oberfläche des
Körpers
konvex und/oder konkav angeordneten, den Geschossweg beeinflussenden
Elemente auf der gesamten Oberfläche
des Körpers
angeordnet sind und einen unregelmäßigen und/oder einen gleichen
Abstand untereinander aufweisen.
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Vorteilhaft
ist es ferner, dass der Füllstoff
aus einer homogenen und/oder elastischen Masse besteht.
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Außerdem ist
es vorteilhaft, dass der Füllstoff (9)
als gallertartige Masse ausgebildet ist.
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Ferner
ist es vorteilhaft, dass die gallertartige bzw. gelatineartige Masse
aus pflanzlichen und/oder tierischen Stoffen gebildet ist.
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Ferner
ist es vorteilhaft, dass die gallertartige bzw. gelatineartige Masse
mit einem Markierungsfarbstoff angereichert ist.
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Ferner
ist es vorteilhaft, dass der Markierungsfarbstoff auch nur auf der
Innen- und/oder Außenoberfläche des
Körpers
angebracht sein kann.
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Ferner
ist es vorteilhaft, dass der Füllstoff
ein Gewicht zwischen 1.2 und 2.0 gr. insbesondere zwischen 1.4 und
1.8 gr. aufweist. Durch die Auswahl eines bestimmten Gewichts in
Verbindung mit einer vorteilhaft ausgestalteten Oberfläche des
Körpers oder
des paintballs werden die Flugeigenschaften und die Geschossweite
wesentlich verbessert.
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Weitere
Vorteile und Einzelheiten der Erfindung sind in den Patentansprüchen und
in der Beschreibung erläutert
und in den Figuren dargestellt.
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Dabei
zeigen:
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1 eine
schematische Darstellung einer Gasdruckwaffe zur Aufnahme von Kugeln,
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2 eine
Schnittdarstellung einer Kugel bzw. Geschosskugel, die mit einem
Farbstoff gefüllt ist
und die auf der Oberfläche
verschiedene unterschiedlich große Einbuchtungen aufweist,
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3 eine
Einbuchtung in der Oberfläche
einer Kugel.
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In
der Zeichnung ist in 1 mit 1 ein Geschoss
zum Abschießen
aus einer Gasdruckwaffen 2 bezeichnet. Im Ausführungsbeispiel
ist jedoch nur eine pneumatische Schusswaffe dargestellt, die zahlreiche
kugelförmige
Geschosse 1 aufnehmen kann.
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Die
Gasdruckwaffe 2 ist in der Zeichnung nur schematisch wiedergegeben
und besteht unter anderem aus einem Lauf 10, einem Magazin 11 zur
Aufnahme des paintball bzw. Farbballs, nachstehend als Geschoss 1 bezeichnet,
einem Handgriff 12 sowie einer Geschossabschusseinrichtung 3,
die gemäß Ausführungsbeispiel
mit Gasdruck wie CO2 betrieben werden kann.
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Der
Lauf 10 hat eine innere, glattgezogene Lauffläche 14,
auf der die eine strukturierte Oberfläche 7 aufweisenden
Geschosse 1 geführt
bzw. abgeschossen werden.
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Die
Geschosse 1 können
aus mindestens zwei miteinander festverbindbaren, in der Zeichnung nicht
dargestellten Schalen bzw. Halbschalen oder gemäß 2 aus einem
einzigen, geschlossenen kugelförmigen
Körper 4 bestehen.
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Der
Körper 4 kann
eine in der Zeichnung nicht dargestellte Füllöffnung aufweisen, die zur Aufnahme
eines Füllstoffs 9 dient,
der beispielsweise aus einer gallertartigen bzw. gelatineartigen
Masse ist, die aus pflanzlichen und/oder tierischen Stoffen gebildet
sein kann. Der Füllstoff 9 kann
auch aus einer gallertartigen bzw. gelatineartigen Masse mit bestehen,
die mit einem Markierungsfarbstoff angereichert ist. Beim Auftreffen
auf ein Objekt, platzt der Körper 4 auf
und der Füllstoff 9 markiert
das Objekt oder die getroffene Person an der Aufschlagstelle.
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Wie
aus 2 hervorgeht, sind in und auf der Oberfläche des
Körpers 4 den
Geschossweg und/oder die Treffgenauigkeit beeinflussende Elemente 6.
Im Ausführungsbeispiel
gemäß 2 sind unterschiedlich
gestaltete Elemente 6 bzw. Vertiefungen oder Ausbuchtungen
vorgesehen. Das Element 6 ist als ballige Vertiefung 6.1 oder
als kalottenartige Vertiefung 6.4 oder kalottenartige Ausbuchtung 6.5 ausgebildet.
Ferner ist es möglich,
das Element 6 ellipsenförmig,
nierenförmig,
rillenförmig
oder sternförmig
auszubilden. Durch die besondere Formgebung soll die Aerodynamik
des Geschosses positiv beeinflusst werden, so dass mit diesem eine
höhere
Treffgenauigkeit und Geschossweite erreicht werden kann.
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Wie
aus 3 hervorgeht, kann der Randbereich 13 der
Ein- oder Ausbuchtung
unterschiedlich ausgestaltet, im Ausführungsbeispiel gemäß 4 weist der Randbereich einen unregelmäßigen Verlauf
auf, dieser kann zickzackförmig
oder wellenförmig
ausgebildet sein, so dass dadurch der Strömungswiderstand positiv beeinflusst
und die Geschossweite und Treffsicherheit erhöht werden kann.
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Im
Ausführungsbeispiel
sind in dem Körper 4 unterschiedlich
geformte Elemente 6 wie Vertiefungen oder Ausbuchtungen
vorgesehen. Die Verteilung der einzelnen Elemente 6 wie
Vertiefungen oder Ausbuchtungen soll jedoch so sein, dass sich der
Massenmittelpunkt des Körpers 4 nicht
aus dem Zentrum verlagert, und dadurch die im Wesentlichen geradläufig verlaufende
Flugbahn, abgesehen von der leichten Krümmung aufgrund der Erdanziehung, nicht
nachteilig beeinflusst wird. Durch die Elemente 6 wie Vertiefungen
oder Ausbuchtungen soll die verstärkte Verwirbelung an der Oberfläche des
Körpers 4 zur
Stabilisierung des Geschosses 1 beitragen.
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Das
Gewicht des Körpers 4 beträgt 2 bis
4 gr. vorzugsweise ca. 3 gr. und der Durchmesser ca. 17 mm.
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Wie
aus 4 ferner hervorgeht, hat die Außenhaut
des Körpers 4 eine
sehr geringe Dicke beispielsweise von 0.5 mm plus/minus 0.4 mm.
Die Eindrucktiefe auf der Oberfläche 7 beträgt zwischen
1 und 4 mm insbesondere 2 bis 3 mm.
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Der
Füllstoff 9 kann
ein Gewicht zwischen 1.2 und 2.0 gr. insbesondere zwischen 1.4 und
1.8 gr. aufweisen.
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- 1
- Geschoss,
Projektil oder paintball bzw.
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- Farbball
- 2
- Gasdruckwaffe
- 3
- Geschossabschusseinrichtung
- 4
- Körper
- 5
- Geschossweg
- 6
- Element
wie Vertiefung oder Ausbuchtung
- 6.1
- ballige
Vertiefung
- 6.2
- trichterförmige Vertiefung
- 6.3
- rillenförmige Vertiefung
- 6.4
- kalottenartige
Vertiefung
- 6.5
- kalottenartige
Ausbuchtung
- 7
- Oberfläche des
Körpers
- 8
- schalenförmiges Teil
- 9
- Füllstoff
- 10
- Lauf
- 11
- Magazin
- 12
- Handgriff
- 13
- Randbereich
- 14
- Lauffläche