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Die
vorliegende Erfindung betrifft ein hydraulisches Ventil insbesondere
zur Anwendung in eigensicherer Umgebung, beispielsweise zum Schalten von
Strebausbaugestellen im Untertagebau.
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Derartige
hydraulische Ventile zur Steuerung von Bergbauhydraulik umfassen üblicherweise
ein Gehäuse,
eine Betätigungseinrichtung
mit einem Elektromagneten und einem manuellen Betätigungselement,
wobei das Betätigungselement
eine Vorderseite des Ventils definiert, sowie ein Vorsteuerventil und
ein Hauptsteuerventil. Das Hauptsteuerventil weist dabei eine Ventilpatrone
auf, die in das Gehäuse
eingesetzt ist. Derartige hydraulische Ventile sind dabei so an
einem Strebausbaugestell befestigt, dass der Bergmann von der Vorderseite
des Ventils aus im Bedarfsfall eine manuelle Betätigung vornehmen kann. Nachteilig
ist bei derartigen Ventilen, dass die Ventilpatronen oft nur von
der Unterseite des Gehäuses
oder sogar von der Rückseite
des Gehäuses aus
zugänglich
sind, was einen Austausch der Ventilpatronen im Störungsfall
erschwert wenn nicht unmöglich
macht.
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Es
ist die Aufgabe der Erfindung, ein hydraulisches Ventil der eingangs
genannten Art im Hinblick auf einen vereinfachten Service zu verbessern.
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Die
Lösung
dieser Aufgabe erfolgt durch die Merkmale des Anspruchs 1 und insbesondere
dadurch, dass bei einem hydraulischen Ventil der eingangs genannten
Art die Ventilpatrone von der Vorderseite aus in das Gehäuse eingesetzt
ist. Auf diese Weise ergibt sich nicht nur der Vorteil, dass der
Bergmann auf einfache Weise einen Austausch der Ventilpatrone vornehmen
kann. Zusätzlich
kann der verbraucherseitige Ausgang des Hauptsteuerventils in Axialrichtung
der Ventilpatrone nach hinten erfolgen, so dass der Fluss der Hydraulikflüssigkeit
nicht abgewinkelt werden muss, was ansonsten den realisierbaren
Durchfluss reduzieren und die Herstellungskosten erhöhen würde.
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Vorteilhafte
Ausführungsformen
der Erfindung sind in der Beschreibung, der Zeichnung sowie den
Unteransprüchen
beschrieben.
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Nach
einer ersten vorteilhaften Ausführungsform
kann das Gehäuse
zweiteilig ausgebildet sein und ein erstes Gehäuse für die Betätigungseinrichtung und ein
zweites Gehäuse
für die
Ventilpatrone aufweisen, die miteinander lösbar verbunden sind. Bei dieser
Ausführungsform
ist es auch mit einfachen Mitteln möglich, im Falle eines Defektes
der Betätigungseinrichtung
das erste Gehäuse
von dem zweiten Gehäuse
zu lösen
und einen Austausch vorzunehmen. Insbesondere wenn in dem ersten
Gehäuse das
Vorsteuerventil angeordnet ist, kann auch im Falle eines defekten
Vorsteuerventils auf einfache Weise eine Reparatur erfolgen.
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Nach
einer weiteren vorteilhaften Ausführungsform ist das Vorsteuerventil
oberhalb von und parallel zu der Ventilpatrone angeordnet. Bei dieser Ausführungsform
ergibt sich eine äußerst kompakte Bauweise
des gesamten Ventils, was im Untertagebau aufgrund der beengten
Platzverhältnisse
von Vorteil ist. Beispielsweise lässt sich mit der erfindungsgemäßen An ordnung
eine Bautiefe in der Größenordnung
von etwa 135 mm erzielen, wobei auch die benötigte Bauhöhe lediglich etwa 150 mm beträgt.
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Nach
einer weiteren vorteilhaften Ausführungsform lässt sich
die Kompaktheit der Anordnung weiter dadurch erhöhen, dass zwischen dem Elektromagneten
und dem Vorsteuerventil elektronische Bauteile der Betätigungseinrichtung
angeordnet sind.
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Nach
einer weiteren Ausbildung der Erfindung kann das Vorsteuerventil
von einer Rückseite des
Gehäuses
aus in dieses eingesetzt sein. Bei dieser Ausführungsform ergibt sich der
Vorteil, dass der Frontbereich des zu dem Vorsteuerventil gehörenden Gehäuses oder
Gehäuseteils
für andere
Bauteile, beispielsweise Steckelemente, Übertragungseinrichtungen oder
dergleichen verwendet werden kann.
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Nach
einer weiteren vorteilhaften Ausführungsform der Erfindung weist
die Betätigungseinrichtung
einen von dem Elektromagneten bewegbaren Schwenkhebel auf, der einen
Ventilstößel des Vorsteuerventils
betätigt.
Bei dieser Ausführungsform
ergibt sich der große
Vorteil, dass aufgrund der Hebelübersetzung
bei gleichem Ventilweg eine höhere
Kraftübersetzung
erzielt werden kann, wodurch sich ein kleines Bauvolumen und eine
kleine Ansteuerleistung ergibt. Hierbei kann es vorteilhaft sein, wenn
der Schwenkhebel ein Anker des Elektromagneten ist, der insbesondere
sowohl einen Kern des Elektromagneten wie auch einen Teil eines
Mantels des Elektromagneten überdeckt.
Auf diese Weise kann die magnetisch wirksame Länge des Ankers vergrößert werden,
was die Anzugskraft weiter erhöht.
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Eine
besonders vorteilhafte Ventilpatrone für das oben beschriebene Ventil
kann so ausgebildet sein, dass – abgesehen
von Dichtmitteln wie beispielsweise O-Ringen oder Dichtsitzen – ausschließlich zwei
Patronengehäusehälften vorgesehen
sind, die miteinander verschraubbar sind, wobei in dem Patronengehäuse lediglich
ein Ventilkolben und ein Steuerkolben sowie eine Kolbenfeder angeordnet sind.
Eine derartige Ventilpatrone ist nicht nur besonders einfach herzustellen
und zu montieren. Zusätzlich
bildet die fertig montierte Ventilpatrone eine eigenständig handhabbare
Einheit, die als solche in das Ventil eingesetzt oder aus dem Ventil
entnommen werden kann. Mit anderen Worten muss der Bergmann beim
Austausch der Ventilpatrone lediglich ein einziges Bauteil aus dem
Ventilgehäuse
entfernen und wieder in das Ventilgehäuse einsetzen.
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Eine
weitere Vereinfachung der Bauweise ergibt sich, wenn in dem Patronengehäuse ein
einziger Dichtsitzring, insbesondere aus einem Elastomermaterial,
vorgesehen ist, der als Dichtsitz sowohl für den Ventilkolben wie auch
für den
Steuerkolben dient. Auf diese Weise ist die Anzahl der verwendeten
Bauteile weiter reduziert und die Herstellung wie auch die Montage
vereinfacht.
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Eine
vorteilhafte Betätigungseinrichtung
für ein
Ventil der oben beschriebenen Art kann einen Elektromagneten aufweisen,
der eine Spule und einen Kern umfasst, sowie einen von dem Elektromagneten
bewegbaren Anker. Im Bereich von zueinander weisenden Stirnflächen können dabei
sowohl an dem Kern wie auch an dem Anker jeweils mehrere zueinander
im Wesentlichen komplementär
ausgebildete Hervorhebungen und Vertiefungen ausgebildet sein. Beispielsweise
können
durch voneinander beabstandete Nuten entsprechende Hervorhebungen
und Vertiefungen gebildet werden, die im Querschnitt gesehen annähernd zinnenförmig ausgebildet
sind. Dieser Ausführungsform
liegt die Erkenntnis zugrunde, dass üblicherweise Magnetspaltantriebe
ein außerordentlich
nichtlineares Kraft-Weg-Kennfeld besitzen. Durch das Vorsehen der
zueinander kom plementär ausgebildeten
Hervorhebungen und Vertiefungen, die beispielsweise eine streifenförmige Strukturierung
ergeben, können
der Magnetkern und der Anker im Bereich der Hervorhebungen und Vertiefungen
ineinander eintauchen, so dass über
einen vergleichsweise großen
Magnetweg der Luftspalt zwischen diesen Teilen sehr gering und konstant
bleibt, wodurch eine hohe und weitgehend wegunabhängige Magnetkraft
generiert werden kann.
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Nach
einer weiteren Ausführungsform
kann die Spule in einem Mantel aus magnetisierbarem Material angeordnet
sein, wobei im Bereich von zueinander weisenden Stirnflächen an
dem Mantel und dem Anker jeweils mehrere zueinander im Wesentlichen
komplementär
ausgebildete Hervorhebungen und Vertiefungen ausgebildet sind. Auf
diese Weise kann die magnetisch wirksame Länge des Ankers vergrößert werden,
was die Anzugskraft weiter erhöht.
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Besonders
vorteilhaft ist es, wenn in einer Ruhestellung des Ankers bzw. des
Hebels die Hervorhebungen an die Vertiefungen unmittelbar angrenzen.
Auf diese Weise ergibt sich im Bereich der aneinandergrenzenden
Bauteile ein gegenseitiger Abstand von nahezu Null und bereits bei
einer geringen Auslenkung des Ankers ergibt sich eine Überdeckung
zwischen diesen dann miteinander kämmenden Bauteilen.
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Das
erfindungsgemäße Ventil
eignet sich besonders zur Verwendung in eigensicheren Bereichen,
in denen eine niedrige Stromaufnahme von besonderer Bedeutung ist.
In diesen sogenannten ex-Bereichen erlauben die zugelassenen Stromversorgungen
auch während
nur sehr kurzer Zeiten keine Überlast,
was beim Schalten eines Ventils zu Problemen führen kann, da beim Öffnen des
Ventils bauartbedingt ein erhöhter
Stromverbrauch auftritt. Grundsätzlich
ist es bekannt, nach dem Öffnen eines Ventils
den Strom entweder durch elektronische Schaltungen oder durch bestimmte
Wicklungen des Elektromagneten abzusenken. Dies löst jedoch
nicht das Problem, dass bei gleichzeitigem Öffnen mehrerer Ventile ein
zu hoher Stromverbrauch auftritt.
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Bei
einem erfindungsgemäßen Verfahren zum
Schalten eines Ventils wird zunächst
ein elektrischer Energiespeicher mit einem zugeführten Ladestrom unterhalb eines
vorbestimmten Schwellwertes aufgeladen. Anschließend wird das Ventil geschaltet, wobei
einerseits der zugeführte
Strom unterhalb des Schwellwertes und andererseits der durch Entladen des
Energiespeichers erhältliche
Strom kombiniert werden, so dass sich ein Schaltstrom oberhalb des Schwellwertes
ergibt.
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Nach
einer vorteilhaften Ausbildung kann dabei, beispielsweise durch
einen Microcontroller, überwacht
werden, wann ein externes Schaltsignal an das Ventil weitergeleitet
wird. Sobald die Ankunft des Schaltsignals detektiert worden ist,
kann der elektrische Energiespeicher innerhalb einer vorbestimmten Zeit
aufgeladen werden und nach Ablauf dieser Zeit kann das Ventil nach
dem oben beschriebenen Verfahren geschaltet werden. Auf diese Weise
ist zwar eine gewisse Zeitverzögerung
zwischen der Ankunft des Schaltsignals und dem tatsächlichen
Schalten des Ventils vorhanden. Eine solche Zeitverzögerung kann
sich jedoch im Bereich unterhalb von 100 ms bewegen, was bei vielen
Anwendungen keine Probleme mit sich bringt.
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Nach
weiteren vorteilhaften Ausführungsformen
des erfindungsgemäßen Verfahrens
kann eine Schaltverzögerung
auch völlig
vermieden werden, beispielsweise wenn das Aufladen des elektrischen Energiespeichers
innerhalb einer Vorwarnphase erfolgt, die an dem zu schaltenden
Gerät vorgesehen ist,
bevor ein Schaltvorgang erfolgen darf. So ist beispielsweise bei
Strebausbaugestellen stets bei Aktivieren eines bestimmten Gestells
eine zeitlich begrenzte Vorwarnphase vorgesehen, damit sich Bergleute
aus dem Bereich dieses Gestells entfernen können. Eine solche Vorwarnphase
kann auf vorteilhafte Weise dazu verwendet werden, den elektrischen
Energiespeicher aufzuladen, bevor Schaltvorgänge erfolgen.
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Auch
ist es möglich,
den elektrischen Energiespeicher durch einen Strom aufzuladen, der
von einer Spannungsversorgung des Ventils abgeleitet wird. Auch
in diesem Fall tritt keine Schaltverzögerung auf, da der elektrische
Energiespeicher kontinuierlich aufgeladen werden kann.
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Nach
einer weiteren Ausbildung des erfindungsgemäßen Verfahrens kann das Aufladen
des elektrischen Energiespeichers auch durch Schaltimpulse erfolgen,
die eine derart kurze Zeitdauer besitzen, dass das Ventil nicht
schaltet, jedoch der elektrische Energiespeicher aufgeladen wird.
Beispielsweise können
kurze Schaltimpulse mit einer Dauer von beispielsweise etwa 10 ms
und mit einem Abstand von etwa 100 ms gesendet werden, so dass diese kurzen
Schaltimpulse zum Aufladen des elektrischen Energiespeichers verwendet
werden können.
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Nachfolgend
wird die vorliegende Erfindung rein beispielhaft anhand einer vorteilhaften
Ausführungsform
und unter Bezugnahme auf die beigefügten Zeichnungen beschrieben.
Es zeigen:
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1 einen
Schnitt durch ein hydraulisches Ventil;
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2 eine
Auschnittsvergrößerung von 1,
welche die Betätigungseinrichtung
veranschaulicht;
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3 eine
Draufsicht auf die Betätigungsvorrichtung
von 2 bei abgenommenem Gehäusedeckel;
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4A eine
Ventilpatrone in der Ruhestellung; und
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4B die
Ventilpatrone von 4A in Schaltstellung.
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Das
in 1 im Schnitt dargestellte hydraulische Ventil
umfasst ein Gehäuse 10,
in dem eine Betätigungseinrichtung
mit einem Elektromagneten (Spule) 12 und einem manuellen
Betätigungselement 14 vorgesehen
ist. Hierbei definiert das manuelle Betätigungselement 14 eine
Vorderseite 16 des Gehäuses 10.
In dem Gehäuse 10 ist
ferner ein Vorsteuerventil 18 und ein Hauptsteuerventil 20 vorgesehen.
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Das
Gehäuse 10 des
Ventils ist zweiteilig ausgebildet und umfasst ein erstes Gehäuse 22 für die Betätigungseinrichtung
und das Vorsteuerventil 18 und ein zweites Gehäuse 24 für eine Ventilpatrone 70 (4)
des Hauptsteuerventils 20. Hierbei ist das erste Gehäuse 22 mit
dem zweiten Gehäuse 24 über Schrauben 26 und 28 lösbar miteinander
verbunden.
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Wie
insbesondere 3 in Verbindung mit 1 erkennen
lässt,
sind in dem ersten Gehäuse 22 zwei
Betätigungseinrichtungen
und zwei Vorsteuerventile nebeneinander vorgesehen, wohingegen in dem
Gehäuse 24 zwei
Hauptsteuerventile vorgesehen sind. Hierbei erfolgt die Ansteuerung
des in 1 oben dargestellten Hauptsteuerventils 20 durch
das in 1 dargestellte Vorsteuerventil 18, wohingegen
die Ansteuerung des in 1 unten dargestellten Hauptsteuerventils über das
in 1 nicht erkennbare weitere Vorsteuerventil erfolgt.
Zur Vereinfachung der Beschreibung wird nachfolgend lediglich die
Funktionsweise einer Einheit beschrieben, die aus Betätigungseinrichtung,
Vorsteuerventil und Hauptsteuerventil besteht.
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Das
in 1 dargestellte erste Gehäuse 22 beherbergt
die Spule 12 des Elektromagneten, die parallel zu und oberhalb
von dem Vorsteuerventil 18 in einer Horizontalbohrung des
ersten Gehäuses 22 angeordnet
ist. Das erste Gehäuse 22 ist
an seiner Vorderseite 16 von einem Gehäusedeckel 30 verschlossen.
Das Vorsteuerventil 18 ist von einer zur Rückseite
des ersten Gehäuses 22 mündenden
Bohrung 32 aus in das erste Gehäuse 22 eingesteckt
und dort verschraubt.
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Wie 1 zeigt,
ist die Spule 12 des Elektromagneten vollständig mit
einem Magnetkern 34 ausgefüllt, der von der Vorderseite
des ersten Gehäuses 22 aus
in das Innere der Spule 12 eingesteckt ist und der sich
an seinem hinteren Ende über
das Ende der Spule 12 hinaus in eine Bohrung des ersten
Gehäuses 22 hineinerstreckt.
Am hinteren Ende der Spule 12 ist dabei ein Sprengring 36 vorgesehen,
der den Magnetkern 34 in seiner Position hält.
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Am
vorderen Ende des Magnetkerns 34 erweitert sich dieser
konusförmig,
wobei an der zur Vorderseite 16 weisenden Stirnfläche des
Magnetkerns 34 durch Einfräsen von parallelen Nuten mehrere Hervorhebungen 38 bzw.
Vertiefungen 40 gebildet sind, was in 2 besonders
gut erkennbar ist. Eine Zentrierung des Magnetkerns 34 ist
durch einen Messingring 39 mit konischer Anlagefläche gewährleistet.
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2 zeigt
auch in vergrößerter Darstellung die
Betätigungseinrichtung
zur Betätigung
des Vorsteuerventils 18, die bei dem dargestellten Ausführungsbeispiel
einen einseitig angelenkten Schwenkhebel 42 aufweist, der
als Anker dient. Wie 2 zeigt, ist der Schwenkhebel 42 an
seinem unteren Ende um eine horizontale Welle 44 schwenkbar
gelagert, wobei an dem Hebel 42 neben der Welle 44 ein Ventilstößel 46 des
Vorsteuerventils 18 befestigt ist. Wird somit durch Bestromen
der Spule 12 der Schwenkhebel 42 an seinem oberen
Ende nach links verschwenkt, erfolgt gleichzeitig eine Betätigung des Ventilstößels 46 mit
einer der Hebellänge
entsprechenden Kraftübersetzung.
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2 verdeutlicht
ferner, dass der Schwenkhebel 42 im Bereich seiner dem
Magnetkern 34 gegenüberliegenden
Stirnfläche
ebenfalls mit Hervorhebungen 48 und Vertiefungen 50 versehen
ist, die komplementär
und versetzt zu den Hervorhebungen 38 und 40 des
Magnetkerns 34 ausgebildet und angeordnet sind, so dass
der Schwenkhebel 42 mit dem Magnetkern 34 kämmen kann.
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Ferner
erstreckt sich der Schwenkhebel 42 an seiner Oberseite über den
Bereich des Magnetkerns 34 hinaus und überdeckt dabei einen Teil des ersten
Gehäuses 22,
das aus magnetisierbarem Material hergestellt ist und als Mantel
des Elektromagneten dient. Auch in dem Bereich der zueinander weisenden
Stirnflächen
von erstem Gehäuse 22 und Schwenkhebel 42 sind
an dem Schwenkhebel 42 Hervorhebungen 48 ausgebildet,
die zwischen sich Vertiefungen 40 ergeben. An der gegenüberliegenden
Stirnfläche
des ersten Gehäuses 22 sind
entsprechend komplementär
und versetzt ausgebildete und angeordnete Hervorhebungen 58 ausgebildet, die
zwischen sich Vertiefungen 60 ergeben. Hierbei sind sämtliche
Hervorhebungen im Querschnitt etwa quadratisch ausgebildet, wobei
die zwischen den Hervorhebungen entstehenden Vertiefungen ebenfalls
etwa quadratischen Querschnitt besitzen.
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In
den 1 und 2 ist der Schwenkhebel 42 in
seiner Ruheposition dargestellt, in der die Ecken der Hervorhebungen 48 des
Schwenkhebels 42 gerade die Ecken der Hervorhebungen 38 des Magnetkerns 34 und
die Ecken der Hervorhebungen 58 des ersten Gehäuses 22 berühren bzw.
nahezu berühren.
Von dieser Ruhestellung aus kann der Schwenkhebel 42 durch
Bestromen der Spule 12 aber auch durch das mit einer Feder 35 vorgespannte
manuelle Betätigungselement 14,
das durch eine Kunststoffmanschette 15 abgedeckt ist, (entgegen dem
Uhrzeigersinn) verschwenkt werden. Hierbei macht das obere Ende
des Schwenkhebels einen Hub von etwa 0,5 mm. Durch Verschwenken
des Schwenkhebels 42 entgegen dem Uhrzeigersinn tauchen
die Vorsprünge 48 des
Schwenkhebels 42 in die Vertiefungen 40 und 60 des
Magnetkerns 34 bzw. des ersten Gehäuses 22 ein. Gleichzeitig
wird der Ventilstößel 46 des
Vorsteuerventils 18 nach links bewegt, wodurch das Vorsteuerventil 18 öffnet.
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In 1 ist
erkennbar, dass das Vorsteuerventil 18 zwei von dem Ventilstößel 46 verschiebbare Ventilkugeln
aufweist, die von einer Feder 52 vorgespannt sind. In der
Ruhestellung drückt
die Feder 52 die in 1 links
erkennbare Ventilkugel gegen einen Dichtsitz, so dass die Verbindung
von Hochdruck P zu der Steuerleitung A verschlossen ist. Gleichzeitig
ist die Steuerleitung A mit dem Rücklauf R verbunden. Durch Verschwenken
des Schwenkhebels 42, sei es durch manuelle Betätigung des
Betätigungselementes 14 oder
durch Bestromen der Spule 12 wird der Ventilstößel 46 nach
links bewegt, so dass die Strömungsverbindung
zwischen Hochdruck P und der Steuerleitung A geöffnet wird. Gleichzeitig wird die
Verbindung zwischen der Steuerleitung A und dem Rücklauf R
geschlossen. Auf diese Weise wird das Hauptsteuerventil an seinem
Steuereingang A mit Hochdruck beaufschlagt, so dass dieses schaltet.
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Wie 2 vergrößert zeigt,
ist an der Vorderseite des Gehäusedeckels 30 ein
Schraubelement 33 vorgesehen, mit dem über eine schwache Feder 35 die
Ruhestellung des Schwenkhebels 42 eingestellt werden kann.
Ferner befindet sich an der Vorderseite des Gehäusedeckels 30 ein
elektrisches Anschlusselement 37, mit dem elektrische Leitungen
in das Ventil geführt
werden.
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1 zeigt
ferner, dass unterhalb der Spule 12 und oberhalb des Vorsteuerventils 18 ein
Einbauraum 65 vorgesehen ist, indem elektronische Bauteile
(nicht dargestellt) zur Ansteuerung des Ventils vorgesehen sind.
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3 zeigt
eine Draufsicht auf das erste Gehäuse 22 bei abgenommenem
Gehäusedeckel 30. Wie
zu erkennen ist, verbreitert sich der Schwenkhebel 42 im
Bereich des Magnetkerns 34 und des als Mantel wirkenden
ersten Gehäuses 22.
Ferner ist zu erkennen, dass die Erhöhungen bzw. Vertiefungen sowohl
im Bereich des ersten Gehäuses 22 wie
auch im Bereich des Magnetkerns 34 durch parallele Nuten
gebildet sind. Der in 3 rechts erkennbare, nicht mit
einem Bezugszeichen versehene Schwenkhebel betrifft die zweite Betätigungseinrichtung,
die zur vereinfachten Darstellung hierin nicht beschrieben wird,
da der Aufbau sich nicht von der zuvor beschriebenen Betätigungseinrichtung
unterscheidet.
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4A zeigt
die Ventilpatrone 70 des Hauptsteuerventils 20,
die ein zweiteiliges Patronengehäuse
aufweist, das aus zwei miteinander verschraubbaren Gehäusehälften 72 und 74 besteht.
Im Inneren des Patronengehäuses 70 ist
verschiebbar ein Steuerkolben 76 angeordnet, der das vordere
Ende eines Ventilkolbens 78 umfasst. Das vordere Ende des Ventilkolbens 78 ist
dichtend im Innern des hohlen Steuerkolbens 76 aufgenommen.
Im hinteren Bereich des Ventilkolbens 78 ist eine Sackbohrung 80 vorgesehen,
die über
Durchflussöffnungen 82 eine Verbindung
zum Außenumfang
des Ventilkolbens 78 herstellt.
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Der
Ventilkolben 78 ist durch eine Feder 84 in seiner
Ruhestellung gehalten, in der ein Dichtabschnitt 86 des
Ventilkolbens 78 an einem Dichtsitzring 88 anliegt.
Der Dichtsitzring 88 besteht aus einem Elastomermaterial
und ist in einer ringförmigen Aussparung
zwischen der ersten Gehäusehälfte 72 und
der zweiten Gehäusehälfte 74 des
Patronengehäuses
gehalten.
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4A zeigt
die Ruhestellung des Hauptventils, in der sich der Ventilkolben 78 und
der Steuerkolben 76 in der dargestellten Position befinden. Der
Steuerkolben 76 schlägt
hierbei am Boden der ersten Gehäusehälfte 72 an.
Hierbei ist die mit dem Bezugszeichen A versehene Bohrung mit der
Steuerleitung A des Vorsteuerventils 18 in Verbindung,
wohingegen die mit dem Bezugszeichen R versehenen Öffnungen
mit dem Rücklauf
in Verbindung stehen. Die mit dem Bezugszeichen P versehenen Öffnungen
sind mit Hochdruck in Verbindung.
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Wenn
die Spule 12 des beschriebenen Ventils bestromt wird, bewegt
sich der Schwenkhebel 42 in 2 entgegen
dem Uhrzeigersinn nach links, woraufhin der Ventilstößel 46 des
Vorsteuerventils 18 nach links verschoben wird, so dass
das Vorsteuerventil 18 öffnet
und Hochdruck P in die Steuerleitung A weitergibt. Hierdurch wird
die in 4A mit dem Bezugszeichen A versehene
Bohrung unter Hochdruck gesetzt, so dass sich zunächst der
Steuerkolben 76 nach links bewegt, bis dieser an dem Dichtsitzring 88 anliegt
und dadurch den Rückfluss
R versperrt. Anschließend
wird durch den Hochdruck der Ventilkolben 78 nach links
in die in 4B dargestellte Stellung bewegt,
in der der Hochdruckanschluss P mit dem Ausgang 90 des
Ventils verbunden wird, so dass der Hochdruck zum Verbraucher gelangen kann.
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Wird
der Spulenstrom jedoch abgeschaltet, so wird der Schwenkhebel 42 von
der Feder 52 des Vorsteuerventils 18 mittels des
Ventilstößels 46 im Uhrzeigersinn
in die in den 1 und 2 dargestellte
Stellung zurückgedrückt, so
dass das Vorsteuerventil schließt
und den Rücklauf
mit der Steuerleitung A verbindet. Hieraufhin wird im Hauptsteuerventil
der Ventilkolben 90 in seine in 4A dargestellte Stellung
zurückgedrückt und
auch der Steuerkolben 76 bewegt sich in die in 4A dargestellte
Ausgangsstellung zurück.
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Aus
der vorstehenden Beschreibung des erfindungsgemäßen Ventils ist erkennbar,
dass durch eine Vielzahl von technischen Maßnahmen eine außerordentlich
kompakte Ventileinheit geschaffen ist, die mit nur geringen Strömen das
Schalten hoher Lasten ermöglicht.
So kann mit einem Spulenstrom von etwa 100 mA eine Hebelkraft in
der Größenordnung
von 100 N erzielt werden, wobei aufgrund der Anordnung von Vorsteuerventil
und Hauptsteuerventil große
Durchflüsse
in der Größenordnung
von 1000 1/min geschaltet werden können. Die beschriebene Ventileinheit
ist äußerst servicefreundlich
und baut außerordentlich
kompakt. So weist das Gehäuse 22 nur
eine Baubreite von 40 mm auf.
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Ferner
ist erkennbar, dass sowohl die im Bereich der Betätigungseinrichtung
getroffenen Maßnahmen
wie auch die gesamte konstruktive Anordnung dazu beitragen, dass
die gesamte Einheit kompakt, jedoch gleichzeitig kostengünstig hergestellt werden
kann. Selbstverständlich
eignen sich die Betätigungseinrichtung
sowie die beschriebenen Ventilpatronen auch für ein hydraulisches Ventil,
bei dem die Ventilpatronen nicht von der Vorderseite aus in das
Gehäuse
eingesetzt ist.
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Schließlich ist
im Bereich des Einbauraums 65 eine Steuerelektronik vorgesehen,
mit deren Hilfe das erfindungsgemäße Ventil geschaltet wer den kann,
ohne dass ein erhöhter
Schaltstrom aufgenommen werden muss. Hierbei wird ein Verfahren
verwirklicht, bei dem ein ungenutztes Energiepotential vor dem eigentlichen
Schalten des Ventils ausgenutzt wird, das darauf zurückzuführen ist,
dass in der Praxis wegen der hohen Induktivität der verwendeten Spulen der
Strom langsamer ansteigt als die Stromversorgungen liefern können. Durch
geeignete Zwischenspeicherungen kann dieses Energiepotential ausgenutzt
werden, indem ein elektrischer Energiespeicher mit einem zugeführten Ladestrom
unterhalb eines vorbestimmten Schwellwertes aufgeladen wird und
bei Schalten des Ventils neben dem zugeführten Strom unterhalb des Schwellwertes
auch der Energiespeicher entladen wird, so dass sich ein Schaltstrom
oberhalb des Schwellwertes ergibt. Hierbei kann beispielsweise mit
Hilfe eines Mikrocontrollers überwacht
werden, ob ein Schaltsignal anliegt und wenn ein solches Schaltsignal
anliegt, kann der elektrische Energiespeicher innerhalb einer vorbestimmten
Zeit aufgeladen werden, ohne dass ein Schaltvorgang ausgelöst wird.
Nach Ablauf dieser Zeitdauer, d.h. nach Aufladen des elektrischen
Energiespeichers kann dann der Schaltvorgang ausgelöst werden,
so dass zusätzlich
der im Energiespeicher vorhandene Ladungsinhalt ausgenutzt werden
kann. Derartige Vorgänge
können
in der Größenordnung von
etwa 10 bis 100 ms ablaufen, so dass sich in der Praxis das eigentliche
Schalten des Ventils nur unmerklich verzögert.
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- 10
- Gehäuse
- 12
- Spule
- 14
- Betätigungselement
- 15
- Kunststoffmanschette
- 16
- Vorderseite
- 18
- Vorsteuerventil
- 20
- Hauptsteuerventil
- 22
- erstes
Gehäuse
- 24
- zweites
Gehäuse
- 26,
28
- Schrauben
- 30
- Gehäusedeckel
- 32
- Bohrung
- 33
- Schraubelement
- 34
- Magnetkern
- 35
- Feder
- 36
- Sprengring
- 37
- elektrisches
Anschlusselement
- 38
- Hervorhebungen
- 39
- Messingring
- 40
- Vertiefungen
- 42
- Schwenkhebel
- 44
- Welle
- 46
- Ventilstößel
- 48
- Hervorhebungen
- 50
- Vertiefungen
- 52
- Feder
- 58
- Hervorhebungen
- 60
- Vertiefungen
- 65
- Einbauraum
- 70
- Ventilpatrone
- 72
- erste
Gehäusehälfte
- 74
- zweite
Gehäusehälfte
- 76
- Steuerkolben
- 78
- Ventilkolben
- 80
- Sackbohrung
- 82
- Durchflussöffnungen
- 84
- Feder
- 86
- Dichtabschnitt
- 88
- Dichtsitzring
- 90
- Ausgang
- A
- Steuerleitung
- P
- Hochdruck
- R
- Rücklauf