DE1034721B - Abgewinkelter, rechteckiger Hohlleiter - Google Patents
Abgewinkelter, rechteckiger HohlleiterInfo
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Description
Die Erfindung betrifft über die Breitseite abgewinkelte Hohlleiter, sogenannte E-Ecken.
Bekanntlich wird zur Vermeidung einer größeren Unstetigkeitsstelle bei einem abgewinkelten Hohlleiter
seine äußere Ecke abgeschrägt. Zur Kompensation der noch verbleibenden Unstetigkeit ist es
bisher üblich gewesen, den die Unstetigkeit darstellenden Blindwiderstand durch Einfügung eines
Blindwiderstandes mit umgekehrten Vorzeichen in Form eines Abstimmstumpfes oder einer Membran zu
kompensieren.
Weiterhin ist es bekannt, runde Hohlleiter, die der Fortpflanzung von E01-Wellen dienen, durch stetig
gekrümmte Kniestücke umzulenken. Dabei ist in der äußeren Wandung des Kniestückes eine Abstimmschraube
angeordnet, deren Aufgabe es ist, das Entstehen anderer Wellenformen im Kniestück zu verhindern.
Ein Nachteil der bekannten Winkelstücke ist es jedoch, daß die Art der Kompensation sehr stark
frequenzabhängig ist. Die optimalen Werte für die Stoßstellenfreiheit eines mit einem solchen Winkelstück
versehenen Hohlleiters lassen sich jeweils nur für ein relativ schmales Frequenzband erzielen.
Mit der Erfindung wird dieser Nachteil beseitigt und eine breitbandige Kompensation von Hohlleiterecken
erreicht. Es liegen dabei folgende Überlegungen zugrunde: Eine kleine Unstetigkeit in einem Hohlleiter
kommt in ihrer Wirkung der Einfügung einer kleinen Blindkomponente an einem bestimmten Punkte
im Hohlleiter gleich; Weiterhin entspricht eine kleine Induktivität in Serie zum Hohlleiter geschaltet
praktisch einer parallel zum Hohlleiter geschalteten Kapazität und umgekehrt. So kann jede Unstetigkeit
als eine in einem bestimmten Punkt wirkende negative Blindkomponente (Blindleitwert bzw. Blindwiderstand)
aufgefaßt werden, und zu ihrer Kompensation kann an derselben Stelle eine dem Betrag nach gleich
große, aber positive Blindkomponente angebracht werden. Eine derartige Kompensation ist breitbandig.
Umgekehrt kann eine zwangläufig auftretende Unstetigkeit im Hohlleiter, die einer Serien- oder
Parallelindüktivität oder Kapazität entspricht, durch geeignete Einfügung einer negativen Blindkomponente
an der Stelle kompensiert werden.
Mit herkömmlichen Meßmethoden zur Feststellung der Welligkeit kann im gewünschten Frequenzband
der Ort der einer Unstetigkeit entsprechenden Blindkomponente im Hohlleiter ermittelt werden.
Zum Verständnis dieser Methode ist es wichtig, klar zu unterscheiden zwischen einem negativen
Blindwiderstand bzw. Blindleitwert und einem negativen Blindwiderstands- bzw. Blindleitwertsschaltelement.
Wie bekannt, läßt sich ein negativer Blind-
Abgewinkelter, rechteckiger Hohlleiter
Anmelder:
International Standard Electric
Corporation, New York, N. Y. (V. St. A.)
Corporation, New York, N. Y. (V. St. A.)
Vertreter: Dipl.-Ing. H. Ciaessen, Patentanwalt,
Stuttgart-Zuffenhausen, Hellmuth-Hirth-Str. 42
Stuttgart-Zuffenhausen, Hellmuth-Hirth-Str. 42
Beanspruchte Priorität:
Großbritannien vom 12. Januar 1951
Großbritannien vom 12. Januar 1951
Leonard Lewin, Albert Edwin Pethick
und John Bernard Setchfield,
Aldwych, London (Großbritannien),
sind als Erfinder genannt worden
leitwert durch eine positive Kapazität darstellen, also durch einen Kondensator. Ein negatiyer Blindwider-,
stand kann auch durch eine negative Induktivität dargestellt werden, diese jedoch kann nicht durch ein
gegenständliches Schaltelement verwirklicht werden^"
obgleich, wie schon beschrieben, die Wirkung einer kleinen negativen Induktivität durch ein entsprechend
gelegenes tatsächliches Schaltelement erzielt werden kann. Ein negativer Blindleitwert läßt sich entweder,
durch eine positive Induktivität oder durch eine nicht gegenständliche negative Kapazität darstellen.
Demgemäß wird mit der Erfindung ein abgewinkelter rechteckiger Hohlleiter geschaffen, bei dem die
durch die Abwinklung der äußeren Ecke auftretende Erhöhung des Wellenwiderstandes in der Weise kompensiert
ist, daß die äußere Ecke weggeschnitten und durch eine dem Querschnitt an dieser Stelle verringerte
schräge Seitenwand ersetzt ist, und der dadurch gekennzeichnet ist, daß der Abstand der
schrägen Seitenwand von der inneren Ecke des Hohlleiters größer als zur Erzielung eines maximalen
Spannungsverhältnisses bei der Mittenfrequenz erforderlich gewählt ist und daß eine einstellbare
Schraube in der Mitte der schrägen Seitenwand dieses Abschnittes zwischen den beiden angrenzenden
Wellenleiterschenkeln so weit eingefügt ist, daß hierdurch eine positive Parallelkapazität zum Abgleich
und zur vollständigen Kompensation des in der Trennebene vorhandenen Wellenwiderstandes auf den
809 578/325
Wert, den die beiden angrenzenden Wellenleiterschenkel aufweisen, erreicht ist.
An Hand der Zeichnung, Fig. 1 und 2, welche ein Ausführungsbeispiel darstellen, wird die Erfindung
näher erläutert.
Fig. 1 und 2 zeigen einen über die Breitseite abgewinkelten Hohlleiter;
Fig. 2 ist eine Ansicht gegen ein offenes Ende der Ecke, und Fig. 1 zeigt einen Schnitt längs der
Linie 4-4.
Die Grundlage der Erfindung wird wie folgt erläutert: Nehmen wir an, daß eine kleine Unstetigkeit
an irgendeinem Punkt in einem Wellenleiter vorhanden ist, so hat diese Unstetigkeit die gleiche Wirkung
wie eine kleine Blindkomponente an einer bestimmten Stelle im Hohlleiter. Wenn nun diese Blindkomponente
einer kleinen Serieninduktivität L entspricht, dann ist die Impedanz Z, die an der
Unstetigkeit vorhanden ist, Z0 +j ω L, wobei Z0 der
Wellenwiderstand des Wellenleiters und ω die Kreisfrequenz
ist.
Der entsprechende Scheinleitwert wird angenähert dargestellt durch
Z Z0
wobei F0 = -=- ist, wenn ω L klein verglichen mit
Z0 ist.
Der Blindleitwertausdruck kann so betrachtet werden, als wenn er eine kleine negative Kapazität
LY0 2 ist, welche parallel zum Wellenleiter eingeschaltet
ist. Diese kann vollständig neutralisiert werden, indem eine positive Kapazität gleich LF0 2
zum Wellenleiter parallel geschaltet wird. Dabei ist die Neutralisation frequenzunabhängig. In gleicher
Weise ist in ihrer Wirkung eine Unstetigkeit, die einer kleinen Parallelkapazität entspricht, gleich einer
negativen Serieinduktanz, und könnte durch eine gleiche positive Induktivität, welche in Serie zum
Wellenleiter geschaltet ist, kompensiert werden.
Die Fig. 1 und 2 zeigen einen über seine Breitseite abgewinkelten rechteckigen Hohdleiter, eine sogenannte
Ε-Ecke. Wenn der äußere Winkel gemäß bekannter Praxis abgeschrägt wird, ist die Unstetigkeitsstelle
für die Übertragung von schmalen Frequenzbändern meist schon ausreichend klein. Für die
Übertragung breiter Frequenzbänder bei kleiner Welligkeit bedarf es jedoch einer zusätzlichen Kompensation.
An sich können die genauen Dimensionen der Abschrägung theoretisch leicht bestimmt werden.
Jedoch sind die Toleranzen dieser Dimensionen sehr eng, so daß es in der Praxis schwierig ist, allen hergestellten
Ecken gleiche elektrische Eigenschaften zu geben.
Gemäß der Erfindung wird die Tiefe des Eckenabschnittes so gewählt, daß parallel zum Wellenleiter
eine kleine negative Kapazität auftritt, und diese wird dann durch eine einstellbare positive Kapazität, die
durch eine Schraube gebildet wird, neutralisiert.
Die in den Fig. 1 und 2 gezeigte Ε-Ecke besteht aus zwei kurzen Wellenleiterteilen 10 und 11, die Flansche
12 und 13 mit Befestigungslöchern 14 aufweisen. Der äußere Winkel ist abgeschnitten und durch eine Platte
15 geschlossen, durch welche eine Schraube 16 vorspringt, welche längs der zentralen Winkelhalbierungslinie
zentriert ist.
Die senkrechte Entfernung d zwischen der Platte 15 und dem inneren Winkel 17 ist etwas größer, als sie
im Falle des Fehlens der Schraube 16 gewählt werden würde, um maximale Verhältnisse in der Mitte des
Frequenzbandes, für welche die Ecke entworfen ist, zu erhalten. Eine kleine Vergrößerung der Dimension
d ist praktisch äquivalent der Einschaltung einer kleinen negativen Kapazität parallel mit dem Wellenleiter
an der Ecke, welche dann durch geeignete Einstellung der Schraube 16 neutralisiert werden kann,
die eine positive Kapazität an der Ecke darstellt.
Infolge von Herstellungsvariationen wird sich die
Infolge von Herstellungsvariationen wird sich die
ίο effektive parallele negative Kapazität über einen
kleinen Bereich verändern, und unter der Voraussetzung, daß die Verzögerung in d genügend ist, um
die Variationen zu decken, kann die Schraube 16 immer so eingestellt werden, daß sie das gewünschte
Ergebnis erreichen läßt.
Wenn in der Praxis die Ε-Ecke genau hergestellt ist, besteht eine sehr gute Anpassung an den Wellenleiter,
aber geringe Veränderungen von d erzeugen eine im wesentlichen einheitliche Fehlanpassung über das
ao ganze Frequenzband. Indem man d etwas zu groß
macht, kann die Schraube 16 immer so eingestellt werden, daß die genaue Anpassung über das ganze
Band wieder hergestellt wird.
Bei einem Hohlleiter mit den Dimensionen
as 50 · 16 mm und einem zu übertragenden Frequenzband
von 7 bis 8,4 cm Wellenlänge betrug die Dimension d beim Fehlen der Schraube 13,67 mm,
während die genauen Abmessungen für die elektrischen Erfordernisse um 0,025 bis 0,05 mm von
diesem Wert abweichen konnten. Diesen genauen Wert d während der Herstellung aufrechtzuerhalten,
war sehr schwierig, so daß d auf 14,25 mm vergrößert wurde und außerdem eine Schraube 16 vorgesehen
wurde. In diesem Fall konnten die Grenzen für d erweitert werden auf ± 0,25 mm, und alle Ecken konnten
dann mittels der Schraube eingestellt werden, um die elektrischen Erfordernisse zu erfüllen.
Es wird verständlich sein, daß es notwendig ist, die Ecken in genau der gleichen Weise auszubauen,
wie in den Fig. 1 und 2 gezeigt ist. Diese Figuren enthalten keine Konstruktionseinzelheiten. Es ist z. B.
nicht notwendig, den äußeren Winkel abzuschneiden und die öffnung mit einer Platte zu bedecken. Die
ganze Ecke könnte auch so gegossen werden, daß sie die notwendige innere Form hat. Wenn bisher ausgeführt
wurde, daß der äußere Winkel weggeschnitten ist, so bedeutet das nur, daß die Ecke die innere Ausbildung
hat, wie in den Fig. 1 und 2 gezeigt ist.
Die Schraube 16 sollte Gegenmuttern aufweisen (nicht gezeigt), damit sie sich nach der endgültigen Einstellung nicht mehr verändern kann.
Die Schraube 16 sollte Gegenmuttern aufweisen (nicht gezeigt), damit sie sich nach der endgültigen Einstellung nicht mehr verändern kann.
Claims (3)
1. Abgewinkelter rechteckiger Hohlleiter, bei dem die durch die Abwinkelung der äußeren Ecke
auftretende Erhöhung des Wellenwiderstandes in der Weise kompensiert ist, daß die äußere Ecke
weggeschnitten und durch eine den Querschnitt an dieser Stelle verringernde schräge Seitenwand ersetzt
ist, dadurch gekennzeichnet, daß der Abstand der schrägen Seitenwand von der inneren Ecke des
Hohlleiters größer als zur Erzielung eines maximalen Spannungsverhältnisses bei der Mittenfrequenz
erforderlich gewählt ist und daß eine einstellbare Schraube in der Mitte der schrägen
Seitenwand dieses Abschnittes zwischen den beiden angrenzenden Wellenleiterschenkeln so
weit eingefügt ist, daß hierdurch eine positive Parallelkapazität zum Abgleich und zur vollständigen
Kompensation des in der Trennebene
vorhandenen Wellenwiderstandes auf den Wert, den die beiden angrenzenden Wellenleiterschenkel
aufweisen, erreicht ist.
2. Wellenleiter nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet,
daß die Schraube längs der zentralen WinkeUialbierungslinie zentriert ist.
3. Wellenleiter nach Anspruch 1 oder 2, dadurch gekennzeichnet, daß die Schraube mit Gegenmuttern
versehen ist.
In Betracht gezogene Druckschriften: Französische Patentschriften Nr. 950 269, 950 844,
781, 961 087, 962 827, 982 404, 982 997, 984 968; USA.-Patentschrift Nr. 2 411 338;
britische Patentschrift Nr. 637 109; »Elektrotechnik«, Januar 1948, S. 6.
In Betracht gezogene ältere Patente: Deutsches Patent Nr. 871 324.
Hierzu 1 Blatt Zeichnungen
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