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DE10343963A1 - Bereitstellung von Diagnoseinformationen - Google Patents

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Publication number
DE10343963A1
DE10343963A1 DE10343963A DE10343963A DE10343963A1 DE 10343963 A1 DE10343963 A1 DE 10343963A1 DE 10343963 A DE10343963 A DE 10343963A DE 10343963 A DE10343963 A DE 10343963A DE 10343963 A1 DE10343963 A1 DE 10343963A1
Authority
DE
Germany
Prior art keywords
components
diagnostic
diagnostic information
group
information
Prior art date
Legal status (The legal status is an assumption and is not a legal conclusion. Google has not performed a legal analysis and makes no representation as to the accuracy of the status listed.)
Withdrawn
Application number
DE10343963A
Other languages
English (en)
Inventor
Markus Prof. Bregulla
Ralph BÜSGEN
Clemens Dinges
Joachim Feld
Daniel Grossmann
Michael Schlereth
Current Assignee (The listed assignees may be inaccurate. Google has not performed a legal analysis and makes no representation or warranty as to the accuracy of the list.)
Siemens Corp
Original Assignee
Siemens Corp
Priority date (The priority date is an assumption and is not a legal conclusion. Google has not performed a legal analysis and makes no representation as to the accuracy of the date listed.)
Filing date
Publication date
Application filed by Siemens Corp filed Critical Siemens Corp
Priority to DE10343963A priority Critical patent/DE10343963A1/de
Priority to PCT/EP2004/009445 priority patent/WO2005036290A1/de
Priority to EP04764423A priority patent/EP1664954A1/de
Priority to US10/570,003 priority patent/US7774167B2/en
Publication of DE10343963A1 publication Critical patent/DE10343963A1/de
Withdrawn legal-status Critical Current

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    • GPHYSICS
    • G05CONTROLLING; REGULATING
    • G05BCONTROL OR REGULATING SYSTEMS IN GENERAL; FUNCTIONAL ELEMENTS OF SUCH SYSTEMS; MONITORING OR TESTING ARRANGEMENTS FOR SUCH SYSTEMS OR ELEMENTS
    • G05B23/00Testing or monitoring of control systems or parts thereof
    • G05B23/02Electric testing or monitoring
    • G05B23/0205Electric testing or monitoring by means of a monitoring system capable of detecting and responding to faults
    • G05B23/0218Electric testing or monitoring by means of a monitoring system capable of detecting and responding to faults characterised by the fault detection method dealing with either existing or incipient faults
    • G05B23/0243Electric testing or monitoring by means of a monitoring system capable of detecting and responding to faults characterised by the fault detection method dealing with either existing or incipient faults model based detection method, e.g. first-principles knowledge model
    • G05B23/0245Electric testing or monitoring by means of a monitoring system capable of detecting and responding to faults characterised by the fault detection method dealing with either existing or incipient faults model based detection method, e.g. first-principles knowledge model based on a qualitative model, e.g. rule based; if-then decisions
    • G05B23/0251Abstraction hierarchy, e.g. "complex systems", i.e. system is divided in subsystems, subsystems are monitored and results are combined to decide on status of whole system
    • GPHYSICS
    • G07CHECKING-DEVICES
    • G07CTIME OR ATTENDANCE REGISTERS; REGISTERING OR INDICATING THE WORKING OF MACHINES; GENERATING RANDOM NUMBERS; VOTING OR LOTTERY APPARATUS; ARRANGEMENTS, SYSTEMS OR APPARATUS FOR CHECKING NOT PROVIDED FOR ELSEWHERE
    • G07C3/00Registering or indicating the condition or the working of machines or other apparatus, other than vehicles

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Abstract

Die Erfindung betrifft ein Verfahren zur Generierung eines Systems zur Bereitstellung von Diagnoseinformationen (1, 2, 3) sowie ein entsprechendes System. Um die Bereitstellung von Informationen zur Diagnose von technischen Anlagen oder technischen Prozessen zu vereinfachen, wird vorgeschlagen, dass Komponenten (4) eines Automatisierungssystems (5), welche Diagnoseschnittstellen zur Bereitstellung von Diagnoseinformationen (1) zur Diagnose der jeweiligen Komponente (4) aufweisen, in mindestens einer Gruppe (6) zusammengefasst werden und dass die Bereitstellung von Diagnoseinformationen (2) der jeweiligen Gruppe (6) durch Verknüpfung der Diagnoseinformationen (1) der in der jeweiligen Gruppe (6) zusammengefassten Komponenten (4) vorgesehen wird.

Description

  • Die Erfindung betrifft ein Verfahren zur Generierung eines Systems zur Bereitstellung von Diagnoseinformationen sowie ein solches System.
  • Die DE 100 08 020 A1 beschreibt eine Diagnosevorrichtung in einem Prozesssteuersystem, das Mehrgrößen-Regeltechniken verwendet, wobei ein Diagnosetool automatisch Daten, die einen Steuerungsparameter, einen Modusparameter, einen Statusparameter und einen Grenzwertparameter angeben, die jeder der unterschiedlichen Einrichtungen, Kreise oder Funktionsblöcke innerhalb eines Prozesssteuersystems zugehörig sind, erfasst und speichert, die erfassten Daten verarbeitet, um zu bestimmen, welche Einrichtungen, Kreise oder Funktionsblöcke Probleme haben, die zu einer verringerten Leistung des Prozesssteuersystems führen, eine Liste von erfassten Problemen einer Bedienungsperson anzeigt und anschließend die Verwendung von weiteren, spezifischeren Diagnosetools vorschlägt, um die Probleme weiter einzugrenzen oder zu korrigieren.
  • Der Erfindung liegt die Aufgabe zugrunde, die Bereitstellung von Informationen zur Diagnose von technischen Anlagen oder technischen Prozessen zu vereinfachen.
  • Diese Aufgabe wird durch ein Verfahren zur Generierung eines Systems zur Bereitstellung von Diagnoseinformationen gelöst, bei welchem Verfahren Komponenten eines Automatisierungssystems, welche Diagnoseschnittstellen zur Bereitstellung von Diagnoseinformationen zur Diagnose der jeweiligen Komponente aufweisen, in mindestens einer Gruppe zusammengefasst werden und die Bereitstellung von Diagnoseinformationen der jeweiligen Gruppe durch Verknüpfung der Diagnoseinformationen der in der jeweiligen Gruppe zusammengefassten Komponenten vorgesehen wird.
  • Diese Aufgabe wird durch ein System zur Bereitstellung von Diagnoseinformationen gelöst, mit in mindestens einer Gruppe zusammengefassten Komponenten eines Automatisierungssystems, welche Diagnoseschnittstellen zur Bereitstellung von Diagnoseinformationen zur Diagnose der jeweiligen Komponente aufweisen, wobei Mittel zur Bereitstellung von Diagnoseinformationen der jeweiligen Gruppe durch Verknüpfung der Diagnoseinformationen der in der jeweiligen Gruppe zusammengefassten Komponenten vorgesehen sind.
  • Der Erfindung liegt die Erkenntnis zugrunde, dass der Anteil verteilter, komponentenbasierter Automatisierungssysteme zunimmt und damit die Notwendigkeit besteht, diese Systeme bei Störungen diagnostizieren zu können. Diese Diagnose darf sich dabei nicht nur auf einzelne Automatisierungskomponenten beschränken, sondern muss es ermöglichen, das ganze Automatisierungssystem bzw. seine Subsysteme untersuchen zu können und dies möglichst mit einem einheitlichen, durchgängigen Bedienparadigma. Der Engineering-Aufwand für die Erstellung einer anlagenweiten Diagnose für ein verteiltes Automatisierungssystem ist üblicherweise sehr hoch, auch dadurch bedingt, dass das Diagnosesystem bisher speziell für eine bestimmte Anlage erstellt werden musste. Die Diagnose verteilter Automatisierungslösungen zielt bisher in der Regel auf die Diagnose einzelner Komponenten ab (z. B. wird die Diagnose-Software mit der jeweiligen Hardware-Komponente mitgeliefert) oder ist nur durch aufwändige Projektierung für die jeweilige Anlage herstellbar. Diese Projektierung wird üblicherweise anhand des Anlagenlayouts (Papierausdruck) und der Funktionsbeschreibung der Anlage manuell von Automatisierungsspezialisten erstellt. Daher unterscheidet sich bisher die Diagnose einer Komponente (Diagnosetool wird vom Komponentenhersteller geliefert) von der Diagnose der Anlage (wird vom Anlagenhersteller geliefert). Die Erfindung ermöglicht sowohl eine komponentenbasierte Diagnose als auch gleichzeitig eine Diagnose von Komponenten umfassenden Gruppen. Eine Gruppe wird im Folgenden auch als Subsystem oder Diagnose-Subsystem bezeichnet. Die Bereitstellung der Diagnoseinformationen der Gruppen kann dabei durch Verknüpfung der Diagnoseinformationen der in der jeweiligen Gruppe zusammengefassten Komponenten erfolgen. Diese bietet insbesondere die Möglichkeit, das System zur Bereitstellung von Diagnoseinformationen bzw. die Bereitstellung von Diagnoseinformationen automatisch zu generieren. Der Engineering-Aufwand zur Erstellung eines Diagnosesystems wird so erheblich reduziert.
  • Wie beschrieben stellt die Erfindung einen Zugriffsweg auf die Komponentendiagnose bereit. Andererseits bietet die Erfindung auch die Möglichkeit der Anlagendiagnose, wobei die Anlagendiagnose einerseits auf einem höheren Abstraktionslevel als die Komponentendiagnose aufsetzt, andererseits aber auf die Komponentendiagnose aufbaut. Gemäß einer vorteilhaften Ausgestaltung der Erfindung werden in mindestens einer übergeordneten Gruppe untergeordnete Gruppen bzw. untergeordnete Gruppen und Komponenten zusammengefasst, wobei die Generierung von Diagnoseinformationen der jeweiligen übergeordneten Gruppe durch Verknüpfung der Diagnoseinformationen der in der jeweiligen übergeordneten Gruppe zusammengefassten Gruppen bzw. Komponenten vorgesehen ist. Auf der obersten Ebene der so entstehenden Diagnosehierarchie steht das Diagnosesystem der Anlage bzw. des Prozesses, die somit aus Gruppen bzw. Diagnose-Subsystemen zusammengesetzt ist, wobei diese Diagnose-Subsysteme weitere Diagnose-Subsysteme beinhalten können. Es entsteht ein selbstähnliches, ein fraktales System. Insbesondere umfasst die Fraktalität, dass die Anlagenbeschreibung wie die Komponentenbeschreibung auf denselben Schnittstellen basiert und somit durch vorhandene, für die Komponentendiagnose entwickelte Diagnose-Tools bzw. durch deren Weiterentwicklungen unmittelbar verarbeitet werden kann. Das ermöglicht eine einheitliche, durchgängige Bedienung, eine Reduzierung der Kosten für Anlagen-Diagnosetool-Entwicklung und Weiterentwicklung.
  • Vorteilhaft ist, wenn die Schnittstellen der Automatisierungskomponenten, z. B. durch eine Spezifikation der PROFInet Webintegration, standardisiert beschrieben sind. Durch die standardisierten Schnittstellen der Komponenten, die auch Diagnosefunktionalität beinhalten, kann ein Regelsystem jeweils für eine Gruppe von Komponenten durch die Verknüpfung mit den Layoutinformationen ein vollständiges Diagnosesystem erzeugen. Dabei stützt sich die Diagnosefunktion eines Subsystems auf die standardisierten Diagnosefunktionen der enthaltenen Automatisierungskomponenten.
  • Gemäß einer weiteren vorteilhaften Ausgestaltung der Erfindung sind die Komponenten Bestandteile eines Anlagenlayouts und erfolgt die Verknüpfung der Diagnoseinformationen in Abhängigkeit von im Anlagenlayout enthaltenen Informationen. Eine Aufgabe der Anlagendiagnose ist die Erkennung von Fehlern, die aus dem Zusammenspiel der Komponenten der Anlage entstehen. Der Anlagenhersteller definiert das Zusammenspiel der Komponenten durch die Layoutplanung der Anlage. Die vorgeschlagene Ausgestaltung der Erfindung ermöglicht es, eine Anlagendiagnose aus dem während der Anlagen-Planungsphase erstellten digitalen Anlagenlayout per automatischer Generierung abzuleiten. Dies führt neben einer Verkürzung der Engineering-Zeiten auch zu einer Reduzierung der Fehlerwahrscheinlichkeit bei der Erstellung des Diagnosesystems. Es wird somit ein neuartiges Verfahren vorgeschlagen, das es ermöglicht, aus Layout-Informationen ein Diagnosesystem für ein insbesondere verteiltes Automatisierungssystem inklusive seiner Komponenten automatisch abzuleiten, wobei dieses System das Merkmal der Fraktalität hinsichtlich seiner Diagnose-Funktionen aufweist.
  • Die Anlagenkomponenten werden im Anlagenlayout in logisch zusammengehörige Gruppen, sogenannte „Diagnose-Subsysteme", zusammengefasst. Dieser Vorgang kann z. B. der Festlegung der in der Planungsphase oft zu definierenden technologischen Hierarchie entsprechen. In diesem Fall entfällt eine spezifi sche Definition einer Hierarchie von Diagnose-Subsystemen auf der Basis des Layouts. Ex ante müssen aber die Diagnose-Subsysteme nicht mit den für die Betriebsführung erforderlichen Elementen der technologischen Hierarchie (Teilanlagen, Units,...) deckungsgleich sein, insbesondere können völlig andere Aspekte, z. B. Lokalität, die Strukturierung der Diagnose-Hierarchie bestimmen. Diese Diagnose-Subsysteme kapseln die darin enthaltenen Automatisierungskomponenten und verringern somit die Komplexität der Diagnose des Gesamtsystems. Gemäß einer weiteren vorteilhaften Ausgestaltung der Erfindung werden auch Aufgaben und Vernetzung der Komponenten durch das Anlagenlayout vorgegeben.
  • Vorteilhafterweise ist die Zusammengehörigkeit der Gruppen zur übergeordneten Gruppe, d. h. von Diagnose-Subsystemen zur nächsthöheren Hierarchieebene, ebenfalls im Anlagenlayout definierbar. Das entspricht dem Zusammenfassen zusammengehöriger Diagnose-Subsysteme zu einem kapselndem Diagnose-Subsystem auf höherer Ebene.
  • Gemäß einer weiteren vorteilhaften Ausgestaltung der Erfindung sind die Diagnoseinformationen semantisch gleichartig aufgebaut. Auf der Grundlage der in dem Anlagen-Layout definierten Diagnose-Hierarchie kann für alle Elemente der Hierarchie automatisch eine semantisch gleichartige Diagnose-Funktion generiert werden. Diese basiert auf folgendem Prinzip: Die generierte Diagnosefunktion einer Komponente überprüft beim Aufruf den eigenen Status. Je nach Ergebnis meldet die Diagnosefunktion einen Fehler inkl. Beschreibung. Auf der Ebene der nächsthöheren Ebene überprüft die generierte Diagnosefunktion z. B. eines Subsystens den eigenen Status und ruft die Diagnosefunktion der zugehörigen Komponente auf. Abhängig von den erhaltenen Werten meldet die Diagnosefunktion gegebenenfalls einen Fehler mit Beschreibung. Damit besitzen auch die rein logischen Diagnose-Subsysteme eine Diagnosefunktion. Dieses Prinzip wird rekursiv bis zur obersten Ebene angewendet, d. h. die Diagnosefunktion eines Diagnose- Subsystems wird so ausgeprägt, dass sie die Diagnosefunktionen der jeweils direkt unterlagerten Subsysteme aufruft. Neben dieser Propagierung von Diagnose-Funktionsaufrufen von einer höheren Ebene zur jeweils untergeordneten Ebene der Diagnose-Hierarchie kann im Sinne der Induktion unter Einbeziehung der Anlagenlogik höherwertige Diagnosefunktionalität automatisch generiert werden.
  • Vorteilhafterweise enthalten die Diagnoseinformationen Funktionen, welche Eingangsgrößen verknüpfen – insbesondere logisch verknüpfen – und mindestens eine Ausgangsgröße als Ergebnis der Verknüpfung der Eingangsgrößen bereitstellen. Die anwendbare Anlagen- oder Systemlogik lässt sich dabei in zwei Kategorien einteilen. „Single Level Logic" bildet die Logik eines Elements der Diagnose-Hierarchie ab. Dabei werden interne Informationen des jeweiligen Elements verknüpft. „Multi Level Logic" bildet die Logik eines Subsystems aufbauend auf den unterlagerten, „darin enthaltenen" Elementen ab. Beim rekursiven Generieren der Diagnosefunktionen (diese sind z. B. als Script ausgeprägt) fließen dann die Regeln in die Ausprägung der Diagnosefunktionen ein. Im Falle der Single Level Logic werden die definierten Regeln direkt in die Diagnosefunktion aufgenommen. Im Falle der Multi Level Logic wird anhand des Anlagenlayouts ermittelt, welche Regel im gegebenen Fall einzusetzen ist, da die Multi Level Logic aus dem Zusammenspiel verschiedener Komponenten entsteht. Es werden somit Diagnoseinformationen durch rekursive Anwendung eines Regelsystem generiert, das standardisierte Diagnoseschnittstellen mit Layoutinformationen verknüpft.
  • Für beide Kategorien können Konsistenz-Regeln („constraints") definiert werden bzw. als Typeigenschaft der verwendeten Komponenten- oder auch Subsystemklassen bereits vorhanden sein. Diese Regeln werden bei Anwendung der Erfindung in der Regel als Teil einer Komponente (z. B. als sogenannte Facette) oder Diagnose-Subsystems (z. B. bei Wiederverwendung der Planungsinformation von Teilen älterer Anlagen) bereits vorhanden sein. Gemäß einer weiteren vorteilhaften Ausgestaltung der Erfindung werden den Komponenten und den Gruppen Klassen zugeordnet, welche Funktionen und Eigenschaften der jeweiligen Komponente bzw. Gruppe festlegen. Die Definition von Geräteklassen (bezogen auf Komponenten und Subsysteme) mit festgelegten Funktionen und Eigenschaften kann Grundlage für das Erstellen von Single und Multi Level Logic sein. Durch Anwendung der inhärenten bzw. darauf aufbauenden Regeln und unter Einbeziehung des Anlagenlayouts kann wie oben skizziert automatisch Diagnosefunktionalität abgeleitet und generiert werden. Die Regeln können aufgrund der Fraktalität rekursiv angewendet werden und damit, von kleineren Komponentengruppen ausgehend, ein Diagnosesystem für die ganze Anlage aufgebaut werden.
  • Die Erfindung kann vorteilhafterweise eingesetzt werden zur Bereitstellung von Diagnoseinformationen in einem verteilten, komponentenbasierten Automatisierungssystem. Es wird somit insbesondere ein Verfahren für die automatische Generierung eines funktionsfraktalen Anlagen-Diagnosesystems für ein verteiltes, komponentenbasiertes Automatisierungssystem aus Layout-Informationen vorgeschlagen.
  • Wenn gemäß einer weiteren vorteilhaften Ausgestaltung der Erfindung die Komponenten PROFInet-Komponenten sind, wird die Automatisierungsfunktionalität von sogenannten RTAutos erbracht, so dass Diagnose-Subsysteme auf unterster Ebene die zugehörigen RTAutos kapseln.
  • Vorteilhafterweise sind Mittel zur Visualisierung der Diagnoseinformationen auf Basis des Anlagenlayouts vorgesehen. Es wird vorgeschlagen das erfindungsgemäße System zur Diagnose einer technischen Anlage oder eines technischen Prozesses zu verwenden.
  • Nachfolgend wird die Erfindung anhand der in den Figuren dargestellten Ausführungsbeispiele näher beschrieben und erläutert.
  • Es zeigen:
  • 1 ein System zur Bereitstellung von Diagnoseinformationen,
  • 2 eine aus dem Anlagenlayout abgeleitete logische Diagnosehierarchie,
  • 3 den Ablauf der Generierung von Diagnoseinformationen,
  • 4 eine Diagnose-Script-Funktion,
  • 5 im Anlagenlayout enthaltene Informationen,
  • 6 die Fraktalität der Diagnosefunktionalität,
  • 7 die Planung eines Anlagenlayouts mit einem CAD-System,
  • 8 ein Diagnose-Netz aus dem Anlagenlayout,
  • 9 den Engineering Workflow und
  • 10 die Visualisierung von Diagnoseinformationen.
  • 1 zeigt ein System zur Bereitstellung von Diagnoseinformationen. Ein Automatisierungssystem 5 weist Komponenten 4 auf, welche Diagnoseschnittstellen zur Bereitstellung von Diagnoseinformationen 1 zur Diagnose der jeweiligen Diagnose 4 aufweisen. Die Komponenten 4 sind im Beispielsfall in zwei Gruppen 6 zusammengefasst. Das System weist Mittel zur Bereitstellung von Diagnoseinformationen 2 der jeweiligen Grup pe 6 durch Verknüpfung der Diagnoseinformationen 1 der in der jeweiligen Gruppe 6 zusammengefassten Komponenten 4 auf. Die beiden Gruppen 6 und eine weitere Komponente 4 sind in einer übergeordneten Gruppe 7 zusammengefasst. Diagnoseinformationen 3 der übergeordneten Gruppe 7 werden durch Verknüpfung der Diagnoseinformationen 1, 2 der in der übergeordneten Gruppe 7 zusammengefassten Gruppen 6 bzw. Komponente 4 generiert. Das System wird im Beispielsfall verwendet zur Diagnose eines technischen Prozesses 8. Das Automatisierungssystem 5 dient zur Automatisierung des technischen Prozesses 8.
  • 2 zeigt eine aus einem Anlagenlayout abgeleitete logische Diagnosehierarchie am Beispiel PROFInet (genauere Erläuterung der PROFInet-Technologie weiter unten). Eine Anlage 10 ist in so genannte Physical Device-Objekte P aufgeteilt (auch PDev genannt). PROFInet definiert ein Runtime-Objektmodell, das jedes PROFInet-Gerät implementieren muss. Dabei wird jedes der Objekte des Objektmodells üblicherweise durch ein COM-Objekt realisiert. Die Objekte im Einzelnen sind: das Physical Device-Objekt P, welches das Gerät als Ganzes repräsentiert. Es dient als Einstiegspunkt für andere Geräte, d. h. der erstmalige Kontakt mit einem PROFInet-Gerät geht über dieses Objekt. Das Physical Device-Objekt P stellt die physikalischen Eigenschaften der jeweiligen Komponente dar. Auf jeder Hardware-Komponente (z. B. SPS, Antrieb, PC) existiert genau eine Instanz des Physical Device-Objekts P. Das Logical Device-Objekt L (auch LDev genannt) repräsentiert die Ablaufumgebung, in welcher das Anwenderprogramm abgearbeitet wird. Die Unterscheidung zwischen Physical und Logical Device-Objekt P bzw. L ist bei embedded Geräten im Allgemeinen unnötig, bei Runtime-Systemen ist diese Unterscheidung jedoch wichtig, da z. B. zwei Soft SPS auf einem PC ablaufen können. Der PC ist in diesem Fall das Physical Device, die Soft SPS jeweils ein Logical Device. Das Logical Device-Objekt L besitzt Interfaces zur Abfrage des Betriebszustandes, Uhrzeit, Sammel- und Detaildiagnose. So genannte Runtime-Automatisierungsobjekte A (auch RT-Auto genannt) repräsentieren die eigentliche technologische Funktionalität des Geräts. Die Interfaces der Objekte sind somit abhängig von der Aufgabe, die das Objekt erfüllt. Ein Interface kann sowohl Daten (lesend und schreibend) als auch Methoden und Events enthalten. Die konkreten Eigenschaften eines PROFInet-Geräts werden durch eine XML-Datei beschrieben. Diese Gerätebeschreibung enthält für die unterschiedlichen Objekte eines PROFInet-Gerätes deren Interfaces, die darin enthaltenen Methoden und Daten. Damit kann insbesondere die durch das Runtime-Automatisierungsobjekt A repräsentierte technische Funktionalität eines Geräts auf einfachste Art und Weise beschrieben werden. Auf der Grundlage der in einem Anlagenlayout definierten Diagnosehierarchie wird für alle Elemente der Hierarchie automatisch eine semantisch gleichartige Diagnose-Funktion generiert. Am Beispiel PROFInet wird im Folgenden das Prinzip dargestellt. Eine generierte Diagnosefunktion eines Logical Device-Objekts L überprüft beim Aufruf den eigenen Status. Je nach Ergebnis meldet die Diagnosefunktion einen Fehler inklusive Beschreibung. Auf der Ebene der Runtime-Automatisierungsobjekte A überprüft die generierte Diagnosefunktion den Status des jeweiligen Objekts und ruft die Diagnosefunktion des zugehörigen Logical Device-Objekts L auf. Abhängig von den erhaltenen Werten bildet die Diagnosefunktion ggf. eine Fehlermeldung mit Beschreibung. Auf der untersten Ebene der Diagnose-Subsysteme S ruft die generierte Diagnosefunktion eines Subsystems S die Diagnosefunktionen der unterlagerten Runtime-Automatisierungsobjekte A auf. Damit besitzen auch die rein logischen Subsysteme S eine Diagnosefunktion. Dieses System wird rekursiv bis zur obersten Ebene 11 angewendet, d. h. die Diagnosefunktion eines Diagnose-Subsystems S wird so ausgeprägt, dass sie die Diagnosefunktionen der jeweils direkt unterlagerten Subsysteme S aufruft. Neben dieser Propagierung von Diagnose-Funktionsaufrufen von einer höheren Ebene zur jeweils untergeordneten Ebene der Diagnosehierarchie kann im Sinne der Induktion unter Einbeziehung der Anlagenlogik höherwertige Diagnosefunktionalität automatisch generiert werden.
  • Das Layout der Anlage, d. h. die topologische Anordnung der Komponenten des verteilten Automatisierungssystems wird üblicherweise in der Planungsphase einer Anlage erzeugt. Dabei wird auch eine technologisch bedingte, hierarchische Gliederung der Gesamtanlage in Teilanlagen, Maschinen usw. vorgenommen (auch als Gliederung in „Subsysteme" bezeichnet). Im Folgenden wird unterstellt, dass diese technologisch begründeten Subsysteme mit den Diagnose-Subsystemen deckungsgleich sind. 2 verdeutlicht anhand eines Anlagenlayouts die Aufteilung der Gesamtanlage in Subsysteme.
  • 3 zeigt den Ablauf der Generierung von Diagnoseinformationen 17, 26. Die anwendbare Anlagen- oder Systemlogik lässt sich in zwei Kategorien einteilen. Single Level Logic bildet die Logik genau eines Elements 12 der Diagnosehierarchie ab. Dabei werden interne Informationen 14 des Elements 12 verknüpft. So besagt z. B. die Logik eines Subsystems der Klasse 13 „Tor", dass ein Systemfehler vorliegt, wenn das Tor (z. B. aufgrund eines defekten Sensors) "AUF=1" und "ZU=1" meldet. Diese logische Regel 15 wird in einem automatischen Generierungsschritt 16 in einer Diagnoseinformation 17, z. B. ein Diagnose-Script, umgesetzt.
  • So genannte Multi Level Logic bildet die Logik eines Subsystems aufbauend auf den unterlagerten, darin enthaltenen Elementen 18 bzw. 21 ab. Enthält ein Subsystem z. B. ein Element 21 der Klasse 22 „Durchflussmesser" und ein zweites Element 18 der Klasse 19 „Ventil", so liegt ein Systemfehler vor, wenn das Element 21 einen „Durchfluss > 0" meldet, während das zweite Element 18 die Stellung „geschlossen" meldet. Die Eigenschaften der Elemente 18, 21 sind mit den Bezugszeichen 20 bzw. 23 gekennzeichnet. Wie in den Beispielen können für beide Kategorien Konsistenzregeln (Constraints) definiert werden bzw. als Typeigenschaft der verwendeten Komponenten- oder auch Subsystemklassen bereits vorhanden sein. Diese Regeln werden bei Anwendung der Erfindung in der Regel als Teil einer Komponente (z. B. als Facette) oder Diagnose-Subsystems (z. B. bei Wiederverwendung der Planungsinformation von Teilen älterer Anlagen) bereits vorhanden sein. Beim rekursiven Generieren der Diagnosefunktionen (diese z. B. als Script ausgeprägt) fließen dann die Regeln in die Ausprägung der Diagnosefunktionen ein. Im Falle der Single Level Logic werden die definierten Regeln direkt in die Diagnosefunktion aufgenommen, in 3 die Diagnosefunktion 17. Im Falle der Multi Level Logic wird anhand des Anlagenlayouts ermittelt, welche Regel im gegebenen Fall einzusetzen ist, da die Multi Level Logic aus dem Zusammenspiel verschiedener Komponenten entsteht.
  • 4 zeigt ein Beispiel einer Diagnoseinformation, welche als Diagnose-Scriptfunktion ausgeführt ist.
  • 5 zeigt die im Anlagenlayout enthaltenen Informationen. Im Ausführungsbeispiel gemäß 5 sind im Anlagenlayout Informationen über PROFInet-Komponenten 30, über die hierarchische Struktur 31 aus Diagnosesicht und über generische Diagnosefunktionen 32 enthalten.
  • Grundlage für das Erstellen von Single und Multi Level Logic ist die Definition von Geräteklassen (Komponenten und Subsystemen) mit festgelegten Funktionen und Eigenschaften. Durch Anwendung der inhärenten bzw. darauf aufbauenden Regeln und unter Einbeziehung des Anlagenlayout kann wie oben skizziert automatisch Diagnosefunktionalität generiert und abgeleitet werden.
  • 6 zeigt die Fraktalität der Diagnosefunktionalität. Die schließlich entstandene Diagnosehierarchie weist somit aus Anlagensicht das Merkmal der Selbstähnlichkeit (Fraktalität) auf. Das heisst, dass alle Elemente der Hierarchie über semantisch gleiche, selbstähnliche Diagnosefunktionalität 38, 40 verfügen. Dies schließt auch Subsysteme 35 ein, obwohl diese rein logischen Elemente durch keine reale Automatisie rungskomponente 36 repräsentiert werden. Dabei können alle für die automatische Generierung nötigen Informationen aus dem Anlagenlayout 37, 42 abgeleitet werden. Im Einzelnen sind dies die eingesetzten (z. B. PROFInet-)Komponenten 36, die Zusammenfassung dieser Komponenten 36 zu Subsystemen 35 und die weitere Diagnosehierarchie bis zur Anlagenebene. Im Anlagenlayout 37, 42 enthaltene Informationen dienen dabei zur Generierung von Regeln 39 bzw. 41 zur Diagnose von Komponenten 36 bzw. Subsystemen 35, mit Hilfe von Diagnosefunktionen 38 bzw. 40.
  • 7 zeigt die Planung eines Anlagenlayouts mit einem CAD-System. Hier wird ein Subsystem entweder durch die Definition der baumartigen Anlagenstruktur (Knoten ist ein Subsystem, Blätter sind Anlagenkomponenten oder wieder Subsystem-Knoten) oder durch Aggregation definiert. Bei einem üblicherweise zur Planung eines Anlagenlayouts verwendeten CAD-System kann die Definition von Subsystemen zur Diagnose z. B. durch Markieren der zu einem Subsystem gehörenden Komponenten erfolgen. In 6 werden die zu einem Subsystem gehörenden Komponenten z. B. durch das Zeichnen eines die Komponenten einschließenden Polygons („Lasso") definiert. Dabei kann ein Polygon weitere Polygone vollständig umschließen. Diese eingebetteten Polygone entsprechen dann der visuellen Definition unterlagerter Diagnose-Subsysteme.
  • 8 zeigt ein aus dem Anlagenlayout erzeugtes Diagnosenetz. Das Anlagenlayout beinhaltet bereits alle für die weiteren Schritte der Generierung eines Systems zur Bereitstellung von Diagnoseinformationen nötigen Informationen, wie z. B. die Zuordnung von Runtime-Automatisierungsobjekten 47 zu Komponenten 45 und damit zu Subsystemen 48. Die in der Planungsphase hantierten Komponenten besitzen neben einer topologischen Sicht (Anordnung in der Anlage, Abmaße, Form, etc.) auch eine Diagnosesicht. Die Verbindung der Diagnosesicht der Komponenten mit der Hierarchie ermöglicht wie oben beschrieben die automatische Generierung von Diagnosefunktio nalität. Aufbauend auf der Diagnosesicht der Komponenten lassen sich in einem ersten Schritt Diagnosefunktionen für die umschließenden Subsysteme generieren. Daraus werden im zweiten Schritt rekursiv Diagnosefunktionen für weitere Subsysteme bis hin zur Anlagenebene generiert. In die generierten Diagnosefunktionen fließen die für die jeweilige Hierarchieebene bereits vorhandenen (z. B. als Klasseneigenschaft einer Komponente) oder explizit benannten Konsistenzregeln für die Single bzw. Multi Level Logic ein.
  • 9 zeigt den Engineering Workflow zur Generierung eines Systems zur Bereitstellung von Diagnoseinformationen. Ausgehend von einem Anlagenlayout 50 wird automatisch in einem mit dem Bezugszeichen 51 bezeichneten Schritt ein XML Config File 52 erzeugt. Dieses XML-Dokument enthält die im Anlagenlayout 50 enthaltenen Informationen über eingesetzte PROFInet-Komponenten, die hierarchische Struktur (Subsysteme) sowie die automatisch generierten Diagnosefunktionen in Form von Scriptfunktionen. Das XML Config File 52 wird z. B. von einem Anlagen-Diagnose-Server 53 geladen und verarbeitet. Der Anlagen-Diagnose-Server 53 ist danach in der Lage, alle Diagnose-Scriptfunktionen auszuführen und somit die Anlage, Subsysteme und Komponenten zu diagnostizieren.
  • 10 zeigt eine prototpyische Visualisierung aufbauend auf einem Anlagen-Diagnose-Server. Die gezeigte Visualisierung basiert auf einem Konzept, das Grafikkomponenten mit den Diagnose-Subsystemen verbindet und es damit ermöglicht, Störungen eines Subsystems in der Anlagengrafik anzuzeigen. Die Implementierung besteht aus dem Anlagen-Diagnose-Server und einer Client-Anwendung für Visualisierungszwecke. Die Kommunikation zwischen Client und Server erfolgt mittels Webservices und basiert auf dem HTTP-Protokoll. Sowohl Server als auch Client können in einer Vielzahl unterschiedlicher Anlagen eingesetzt werden, ohne dass Anpassungen erforderlich werden, da der Server mittels des die nötigen Informationen enthaltenen XML-Dokuments initialisiert wird.
  • Der hier beschriebene Ansatz bietet nicht nur die Möglichkeit der automatischen Generierung der Diagnosefunktionalität und damit eine erhebliche Verkürzung des erforderlichen Engineeringaufwands, sondern zudem den Vorteil eines durchgängigen Diagnosekonzepts. Dieses durchgängige Diagnosekonzept beschränkt sich dabei nicht auf die Komponentendiagnose, sondern verringert durch die Bildung von Subsystemen mit Diagnosefunktionalität die Komplexität der Gesamtanlage vor allem für den Anlagenbediener.
  • Die Verknüpfung der Anlagentopologie mit der daraus regelbasiert abgeleiteten Diagnosehierarchie der Subsysteme kann auch dafür genutzt werden, eine Diagnoseoberfläche gemäß 10 direkt abzuleiten. Die gestörten Komponenten und die sie umschließenden Subsysteme im Layout können z. B. durch farbliche Markierungen hervorgehoben werden. Dies kann auch entsprechend in der Baumdarstellung erfolgen, z. B. rekursiv von der gestörten Komponente beginnend aufwärts bis zum Anlagenknoten. Durch die direkte Anwahl der im Layout als gestört markierten Komponente per Mausklick können ausführlichere, komponentenbezogene Diagnoseinformationen abgerufen werden.
  • Eine mögliche Ausführungsmöglichkeit der automatisch generierten Diagnosefunktionen ist das Generieren von Scriptfunktionen. Diese Scriptfunktionen können z. B. in einem sogenannten Anlagen-Diagnoseserver ausgeführt werden und arbeiten die Diagnosefunktionen ab. Prinzipiell ist dieses Konzept auch dezentral realisierbar, beispielsweise in einem Subsystem-Diagnoseserver, der in einem PDev residiert. Dieses Konzept gewährleistet zudem, dass der Ansatz der automatischen Generierung eines Anlagen-Diagnosesystems auch in bereits bestehende Anlagen rückwirkungsfrei integriert werden kann.
  • Zusammengefasst betrifft die Erfindung somit ein Verfahren zur Generierung eines Systems zur Bereitstellung von Diagnoseinformationen 1, 2, 3 sowie ein entsprechendes System. Um die Bereitstellung von Informationen zur Diagnose von technischen Anlagen oder technischen Prozessen zu vereinfachen, wird vorgeschlagen, dass Komponenten 4 eines Automatisierungssystems 5, welche Diagnoseschnittstellen zur Bereitstellung von Diagnoseinformationen 1 zur Diagnose der jeweiligen Komponente 4 aufweisen, in mindestens einer Gruppe 6 zusammengefasst werden und dass die Bereitstellung von Diagnoseinformationen 2 der jeweiligen Gruppe 6 durch Verknüpfung der Diagnoseinformationen 1 der in der jeweiligen Gruppe 6 zusammengefassten Komponenten 4 vorgesehen wird.
  • Im Folgenden werden Informationen zum technischen Hintergrund der Erfindung gegeben. Diese basieren auf den im Internet (http://www.elektroniknet.de/topics/automatisieren/fachthemen /artikel/2001/01018.htm bzw..../01027.htm) veröffentlichten Fachartikeln Georg H. Biehler, Wolfram Gierling, "Das Engineering-Modell" und Joachim Feld, Ronald Lange, Norbert Bechstein, "Das Laufzeit-Modell".
  • Die Profibus Nutzerorganisation stellte im August 2000 das Kommunikations-, Automatisierungs- und Engineering-Modell PROFInet vor. Das Zusammenwachsen der industriellen Automatisierung mit der IT der höher angesiedelten Unternehmensebenen und die globale Vernetzung von Unternehmen auf allen Ebenen über das Internet ist ausschlaggebend dafür, dass die bekannte Profibus-Technologie vertikal erweitert wurde. Unter dem Begriff PROFInet entstand ein durchgängiges Konzept für die vertikale Daten-Integration. Dabei kommt aus Konsistenzgründen zu den höheren Ebenen eines Automatisierungssystems das Kommunikationsmittel Ethernet zum Zuge, wobei die Durchgängigkeit zur konventionellen Profibus-Technologie erhalten bleibt. Das PROFInet-Konzept umfasst drei Aspekte: Für die Projektierung von PROFInet-Systemen wurde ein herstellerübergreifendes Engineering-Konzept definiert. Es baut auf einem Engineering-Objektmodell auf, mit dem sich nicht nur Projektierungswerkzeuge entwickeln lassen, welche die Komponenten unterschiedlicher Hersteller verwenden können, sondern bei dem auch hersteller- bzw. anwenderspezifische Funktionserweiterungen mittels sogenannter Facetten festgelegt werden können. So lassen sich durch die klare Trennung zwischen der herstellerspezifischen Programmierung der einzelnen Geräte und dem anlagenweiten Verschalten mit einem übergeordneten Engineering-Werkzeug, dem sogenannten Verschaltungseditor, Produkte unterschiedlicher Hersteller in einer Anlage integrieren. Weiter spezifiziert PROFInet ein offenes objektorientiertes Run-Time-Konzept. Das Run-Time-Konzept legt für die Kommunikation die im Ethernet-Sektor gängigen Mechanismen wie TCP(UDP)/IP zugrunde. Über dem Basismechanismus sind DCOM-Mechanismen angesiedelt. Alternativ steht für Anwendungsbereiche mit harter Echtzeit ein dafür optimierter Kommunikationsmechanismus zur Verfügung. Die PROFInet-Komponenten sind in Form von Objekten abgebildet, deren Kommunikation durch die Mechanismen des Objektprotokolls gewährleistet ist. Die projektierte Verschaltungen stellt die Einrichtung der Kommunikationsbeziehungen und den Austausch der Daten zwischen PROFInet-Teilnehmern sicher. Zudem verbirgt sich hinter dem Begriff PROFInet ein einheitliches objektbasiertes Architekturkonzept für verteilte Automatisierungssysteme von der E/A-Ebene bis zur Leitebene, welches Systeme, die der konventionellen Profibus-Technologie folgen, nahtlos in das Gesamtsystem integriert. Die Integration von Profibus und anderer Feldbus-Systeme in ein PROFInet-System erfolgt mittels Proxies. Ein Proxy ist ein Software-Modul, das sowohl für die Teilnehmer am Profibus als auch gegenüber den übrigen PROFInet-Teilnehmern am Ethernet stellvertretend die Funktionalität von Automatisierungsobjekten realisiert.
  • Durch die Spezifikation der genannten drei Aspekte deckt PRO-FInet alle Life-cycle-Phasen eines verteilten Automatisierungssystems ab. Das Thema Engineering ist derjenige Aspekt von PROFInet, der die größten Berührungspunkte zu den Anwendern der Technologie hat. Dies gilt gleichermaßen für die Systemdesigner wie auch Anlagenbetreiber. Es ist auch derjenige Aspekt von PROFInet, der das größte Kosteneinsparungspo tenzial bei der Errichtung und dem Betrieb von Anlagen in sich birgt, da die Kosten auf Produktebene bereits seit Jahren rückläufig sind und das Potenzial wohl weitgehend erschöpft sein dürfte. Bei der Spezifikation von PROFInet spielte die Vereinfachung des Handlings mit dem System eine wesentliche Rolle. In diesem Zusammenhang kommt den Engineering-Werkzeugen ein wichtiger Part zu. Nur mit ihrer Hilfe lassen sich noch die Kosten der Anlagenbauer und -betreiber signifikant reduzieren. Und tatsächlich gestaltet sich das Engineering einer Automatisierungslösung mit PROFInet aus Sicht des Anwenders einfach. Doch je benutzerfreundlicher ein System für den Anwender ist, desto komplexer ist es unter der Oberfläche. Das Engineering-Werkzeug ist dynamisch erweiterbar, so dass Komponenten beliebiger Hersteller in einem Engineering-Werkzeug reibungslos zusammen arbeiten können. Die unterschiedlichsten Engineering-Aspekte wie Verschaltung, Parametrierung, Test, Inbetriebnahme und Diagnose sind zur Verfügung zu stellen. Existierende (proprietäre) Programmier- und Engineering-Werkzeuge müssen sich weiterhin verwenden lassen. Bestehende Konzepte wie OLE for Process Control (OPC) und Fieldbus Device Tool (FDT) sind zu integrieren. PROFInet soll mit anderen DV-Verfahren im gesamten Unternehmen zusammenspielen. Hierzu gehören beispielsweise Management-Informationssysteme (MIS) und Enterprise-Resource-Planning-Systeme (ERP). Auch ohne spezielle Werkzeuge muss es möglich sein, Daten in das PROFInet-Engineering-Modell einzuspielen oder aus dem System in andere Applikationen wie nach Excel zu übernehmen. Existierende Feldbusse, insbesondere Profibus-DP, müssen sich einbinden lassen.
  • Bevor die Eigenschaften des Engineering-Konzepts zur Sprache kommen, ist es wichtig, die zugrundeliegenden Modelle vorzustellen. Die in vielfältiger Hinsicht geforderte Offenheit des Systems verlangt nach einem durchgängigen Konzept, das diesen Anforderungen Rechnung trägt. Daher liegt PROFInet ein objektorientierter Ansatz zu Grunde – das Component Object Model (COM) von Microsoft. Dabei werden in sich geschlossene Module erzeugt, deren Funktionalität nach außen über eindeutige Schnittstellen, die Interfaces des Objektes, erreichbar ist. Ein Interface ist die Zusammenfassung einer bestimmten Menge von Funktionen, durch die festgelegt ist, welche Leistung von einem Server (Dienstleister) für einen Client (Auftraggeber) erbracht werden soll. In diesem Fall spricht man davon, dass eine Komponente das Interface implementiert. Die Art der Implementierung selbst wird dem Ersteller einer Komponente aber nicht vorgeschrieben. Script-Sprachen wie Visual Basic for Applications (VBA) können über die ebenfalls von COM standardisierten OLE-Automation Interfaces auf PROFInet-Objekte zugreifen. Damit hat der Anwender eine besonders einfache Möglichkeit, den Funktionsumfang des PROFInet-Engineering-Werkzeuges durch eigene Erweiterungen an seine spezifischen Anforderungen anzupassen.
  • Eine PROFInet-Automatisierungslösung besteht zur Laufzeit aus miteinander kommunizierenden Automatisierungsobjekten, den Runtime Automation Objects, kurz RT-Autos. Dabei handelt es sich um Software-Komponenten, die auf den physikalischen PRO-FInet-Geräten ablaufen. Das Zusammenspiel der RT-Autos muss mit Hilfe eines Projektierwerkzeuges spezifiziert werden. Zu diesem Zweck haben die RT-Autos Entsprechungen im Projektierwerkzeug, die alle notwendigen Informationen für die vollständige Projektierung beinhalten: Die Engineering System Automation Objects (ES-Autos). Beim Übersetzen und Laden einer Anwendung wird aus jedem ES-Auto ein entsprechendes RT-Auto. Damit das Projektierwerkzeug weiß, auf welchem Gerät ein Automatisierungsobjekt liegt, verfügt es über eine Entsprechung des Objekts in Gestalt des sogenannten Engineering System Device (ES-Device). Genau genommen entspricht das ES-Device einem "logischen Gerät" (logical device). Darüber hinaus gibt es eine Zuordnung zwischen "logischen" und "physikalischen" Geräten. Meistens findet sich hier eine "1:1"-Zuordnung, das heisst: Zu einer Hardware (physical device) existiert genau eine Firmware. Es ist jedoch auch möglich, dass auf einer Hardware mehrere voneinander unabhängige Software-Pakete ab laufen. Beispiele hierfür sind insbesondere Geräte mit freier Rechenleistung: ein PC mit Slot-SPS oder ein Windows-CE-Gerät mit Bedienoberfläche und SPS-Komponente. Als Sammelbezeichnung für alle Objekte im Kontext des Projektierwerkzeuges wird der Begriff Engineering System Object (ES-Object) verwendet. Es umfasst alles, was der Anwender während der Projektierung wahrnimmt und alles, womit er hantiert. Es ist also die "Basisklasse" für die Engineering-Objekte. Durch das Instanzieren, Verschalten und Parametrieren der ES-Objects entsteht das Modell der Automatisierungslösung einer konkreten Anlage. Angestoßen durch einen Download wird unter Auswertung des Engineering-Modells die Runtime-Software erzeugt. Die PROFInet-Spezifikation beschreibt ein Objektmodell, das die technischen Rahmenbedingungen für die Verwendung von ES-Objects festlegt. Auf dieser Basis lassen sich dann PROFInetkonforme Engineering-Systeme realisieren. Andererseits ist nicht jeder Hersteller von PROFInet-Geräten gezwungen, ein eigenes Projektierwerkzeug zu entwickeln und somit das Rad immer wieder neu zu erfinden.
  • Ein wichtiges Konzept zur Erweiterung des PROFInet-Objektmodells stellen die Facetten dar. Eine Facette realisiert einen ganz bestimmten (Teil-)Funktionsumfang des ES-Object und stellt sich dem Anwender als eine spezielle Sicht auf das Objekt dar. So betrachtet die Verschaltungsfacette lediglich die Kommunikationsbeziehungen des Objektes zu anderen Objekten. Für die Parametrierung des Objektes wechselt der Benutzer in die Parametrierfacette. Die Zuordnung eines Automatisierungsobjektes zu einem physikalischen Gerät realisiert er mit Hilfe der Gerätezuordnungsfacette. Schließlich werden die Verschaltungsinformationen über die Download-Facette auf die Geräte geladen. Einige Facetten definiert der PROFInet-Standard. Andere Facetten sind anwendungsspezifisch. Jeder Komponentenhersteller, der Automatisierungsobjekte implementiert, kann eigene Arten von Facetten definieren. Der PROFInet-Standard stellt sicher, dass sich diese dem ES-Object hinzufügen lassen. Als Beispiel für derartige Facetten seien Diagnosefacetten genannt, welche die spezifischen Diagnoseinformationen des Gerätes in optimaler Weise darbieten. In der Gerätezuordnungsfacette ist die Methode implementiert, welche die zu einem bestimmten Automatisierungsobjekt kompatiblen Geräte ermittelt. Dies bringt den Vorteil mit sich, dass das Projektierwerkzeug nur diejenigen Geräte anzeigen kann, auf denen das gewählte Automatisierungsobjekt auch lauffähig ist. Bei Geräten mit fester Funktionalität hingegen kann der Anwender zunächst das Gerät auswählen, woraufhin das Projektierwerkzeug lediglich diejenigen RT-Autos anzeigt, die auf diesem Gerät zur Verfügung stehen.
  • Die PROFInet-Spezifikation legt die Schnittstellenbeschreibungen eines Projektierungswerkzeugs offen, wodurch jedem Hersteller ermöglicht wird, sein eigenes PROFInet-konformes Projektierwerkzeug zu erstellen. Da dieses Werkzeug jedoch keine herstellerspezifischen Implementierungen enthält, ist es jederzeit möglich, das Werkzeug eines anderen Herstellers zu benutzen. Herstellerspezifische Teile bindet das Engineering-Werkzeug über definierte Schnittstellen ein. Dem Grundgedanken der COM-Programmierung entsprechend, sind keine Implementierungen vorgeschrieben, sondern lediglich eindeutige Schnittstellen definiert. Die PROFInet-Strategie sorgt dann dafür, dass die Kommunikation über den Bus reibungslos funktioniert, lässt aber andererseits den Herstellern alle Freiheiten, sich durch eigene Implementierungen vom Wettbewerb zu differenzieren. Die Vorteile von PROFInet zeigen sich insbesondere im Engineering. Indem Kommunikation nicht mehr programmiert werden muss, sondern projektiert werden kann, vereinfacht sich die Erstellung einer Automatisierungslösung beträchtlich. Die Wiederverwendung ausgetesteter Lösungen verkürzt Entwicklungs- und Inbetriebnahmezeiten und kann dadurch zu einer deutlichen Kostenreduktion beitragen.
  • PROFInet ist ein durchgängiges Konzept für die vertikale Daten-Integration, wobei bewusst auf Profibus-spezifische Kommunikationsmechanismen verzichtet und stattdessen auf offene Standards gesetzt wurde, um eine Feldbus-unabhängige Kommunikation zu ermöglichen. Das PROFInet-Konzept definiert ein Objektmodell für das Engineering-System, das mit der COM-Komponenten-Technologie von Microsoft realisiert wird. Der konkrete Zusammenhang verschiedener Komponenten ist durch XML (eXtensible Markup Language) beschrieben. Für das Laufzeitsystem müssen die sieben Schichten des ISO/OSI-Referenzmodells festgelegt werden. Für die gleichberechtigte Kommunikation autarker Funktionseinheiten bietet sich hierzu Ethernet mit der TCP/IP-Protokollsuite bis Layer 4 an. Darunter sind Protokolle wie TCP, UDP oder ICMP zu verstehen, die in der IT-Landschaft unbestrittene De-facto-Standards darstellen. Doch wie ist der Layer 7 beschaffen? Im PROFInet-Konzept werden Komponenten ("Objekte") gebildet, die von außen nur über ihre Schnittstellen ("Interfaces") erreichbar sind. Ein Interface ist die Zusammenfassung einer bestimmten Menge von Funktionen und damit eine Art Vertrag. Er legt fest, welche Leistung von einem Server (Dienstleister) für einen Client (Auftraggeber) erbracht werden soll. In diesem Fall spricht man davon, dass eine Komponente das Interface implementiert. Die Art der Implementierung selbst ist dem Ersteller einer Komponente aber nicht vorgeschrieben. Es ist daher naheliegend, auch für die Kommunikation zur Laufzeit zwischen den Komponenten ein Objektprotokoll einzusetzen. PROFInet nutzt in diesem Punkte Microsoft DCOM (Distributed COM). DCOM ist die Erweiterung der COM-Technologie für verteilte Anwendungen. Es basiert auf dem Standard DCE RPC (Distributed Computing Environment Remote Procedure Call). Einer der wichtigsten Vorteile von DCOM liegt darin, dass für das Engineering und die Runtime die gleiche Komponenten-Technologie verwendet wird. DCOM ist bisher primär auf PC-Architekturen implementiert worden. Im Embedded-Bereich ist es nicht notwendig, das gesamte DCOM, wie etwa innerhalb von Microsoft Windows, zu implementieren. Es genügt, denjenigen Teil zu implementieren, der im Netzwerk über das sogenannte DCOM Wire Protocol sichtbar wird und als Internet Draft veröffentlicht wurde. Innerhalb von Embedded-Geräten kann die Programmierung unverändert bleiben. Insbesondere muss keine strenge COM-Architektur implementiert sein. Alle Implementierungswege der Automatisierungsobjekte als COM-Objekte mit entsprechenden Interfaces werden zugelassen, solange nach außen hin der PROFInet-Objekteindruck gewahrt bleibt. Beispielsweise werden bei einer Steuerung die Objekte in der für diese Steuerung notwendigen Sprache erstellt und als Bausteine zum Ablauf gebracht.
  • Wie im Engineering ist auch im Runtime-Modus zwar die Syntax durch die (D)COM-Technologie definiert, die spezifischen Ergänzungen für die Automatisierungstechnik müssen jedoch noch festgelegt werden (Semantik). Dazu lassen sich in PROFInet die Interfaces der Automatisierungsobjekte abhängig von der Funktionalität, die sie abdecken, in vier Kategorien aufteilen:
    Pflicht-Interfaces: Diese Interfaces definieren einen Standard, den alle Ressourcen (Geräte) einer PROFInet-basierten Automatisierungslösung implementieren müssen. Neben den durch COM definierten Interfaces – wie die der Identifikation – gehört die Unterstützung der Daten- und Event-Verschaltung zur Pflichtfunktionalität.
  • Optionale Interfaces: Diese sind Optionen, die nicht jedes Gerät erbringen muss. Wenn diese Funktion allerdings erbracht werden soll, ist die Interface-Implementierung nach Vorlage Pflicht.
  • Gerätespezifische Interfaces: Sind die Interfaces, welche den Zugriff auf gerätespezifische Leistungen ermöglichen. Diese Interfaces können nicht standardisiert werden und sind in der Regel in Firmware implementiert. Die Objekte, die die gerätespezifischen Interfaces implementieren, bilden das Geräte-Objektmodell.
  • Anwendungsspezifische Interfaces: Hier werden die benötigten anwendungsspezifischen Automatisierungsobjekte mit Programmierwerkzeugen entwickelt, die unter Umständen zielsystemspezifisch sind.
  • PROFInet definiert ein Laufzeit-Objektmodell, das jedes PRO-FInet-Gerät, das an Ethernet betrieben wird, implementieren muss. Jedes der verfügbaren Objekte wird durch ein DCOM-Objekt realisiert. Dies sind im einzelnen:
    Das Physical Device Objekt (PDev): Es repräsentiert das Gerät als Ganzes. Es dient als Einstiegspunkt für andere Geräte, das heisst, der erstmalige Kontakt mit einem PROFInet-Gerät geht über dieses Objekt. Das PDev exponiert die physikalischen Eigenschaften der Komponente. Auf jeder Hardware-Komponente (SPS, Antrieb, PC) existiert genau eine Instanz des PDev.
  • Das Logical Device Objekt (LDev): Es repräsentiert den eigentlichen Programmträger, das heisst die Teile des Gerätes, die die eigentlichen PROFInet-Knoten darstellen. Die Unterscheidung zwischen Physical und Logical Device ist bei Embedded-Geräten im allgemeinen zwar unnötig, bei Runtime-Systemen auf einem PC ist diese Unterscheidung jedoch wichtig, da zum Beispiel zwei SoftSPS auf einem PC ablaufen können. Der PC ist in diesem Fall das Physical Device, die SoftSPS jeweils ein Logical Device. Das Logical Device besitzt Interfaces zur Abfrage des Betriebszustandes, Uhrzeit, Sammel- und Detaildiagnose.
  • Runtime-Automatisierungsobjekte (RT-Auto): Sie repräsentieren die eigentliche technologische Funktionalität des Gerätes. Die Interfaces der Objekte sind somit abhängig von der Aufgabe, die das Objekt erfüllt. So hat etwa ein Hubtisch ein Interface zum Verfahren des Tisches. Ein Interface kann dabei sowohl Daten (lesend, schreibend) als auch Methoden und Events enthalten.
  • Die Stellvertreter von LDev beziehungsweise RT-Auto im Engineering sind das oben beschriebene ES-Device beziehungsweise das ES-Auto. Das wichtigste Objekt für das Zusammenspiel mit anderen PROFInet-Geräten ist das ACCO (Active Control Connec tion Object). Dieses Objekt dient der projektierten Einrichtung von Kommunikationsbeziehungen zwischen Objekten. Das ACCO implementiert ein Consumer-Provider-Modell. Die Elemente der Interfaces der RT-Autos werden über das ACCO anderen Ge-räten zur Verfügung gestellt (Provider). Das ACCO meldet sich aber auch bei ACCOs anderer Geräte an und versorgt die RT-Autos seines Gerätes mit Daten beziehungsweise Events (Consumer). Kommunikationsbeziehungen werden immer von der Consumer-Seite aus aufgebaut. Eine Daten- oder Event-Verschaltung 0 zwischen zwei Objekten (beispielsweise zweier aufeinander folgender Förderelemente) kann einfach durch die Projektierung der Verbindung auf Consumer-Seite vorgegeben werden. Das ACCO sorgt dann selbstständig für die Einrichtung der Kommunikationsbeziehung und den Austausch der Daten. Ein wichtiger 5 Aspekt des ACCO ist die Fehlerbehandlung. Diese umfasst die Übertragung von Quality Code und Timestamp mit den Werten sowie der automatischen Aufschaltung eines projektierten Ersatzwertes im Fehlerfall. Weiter die Überwachung des Kommunikationspartners, den Reconnect nach Verbindungsverlust sowie 0 die Diagnose und Testmöglichkeiten für Verschaltungen. Die Übertragung mit DCOM ist ereignisgesteuert, das heisst, der Provider überwacht seine Daten auf Änderung. Die unterlagerten Schichten sorgen für eine Sicherung der Verbindung.

Claims (22)

  1. Verfahren zur Generierung eines Systems zur Bereitstellung von Diagnoseinformationen (1, 2, 3), bei welchem Verfahren Komponenten (4) eines Automatisierungssystems (5), welche Diagnoseschnittstellen zur Bereitstellung von Diagnoseinformationen (1) zur Diagnose der jeweiligen Komponente (4) aufweisen, in mindestens einer Gruppe (6) zusammengefasst werden und die Bereitstellung von Diagnoseinformationen (2) der jeweiligen Gruppe (6) durch Verknüpfung der Diagnoseinformationen (1) der in der jeweiligen Gruppe (6) zusammengefassten Komponenten (4) vorgesehen wird.
  2. Verfahren nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, dass in mindestens einer übergeordneten Gruppe (7) Gruppen (6) und/oder Komponenten (4) zusammengefasst werden, wobei die Generierung von Diagnoseinformationen (3) der jeweiligen übergeordneten Gruppe (7) durch Verknüpfung der Diagnoseinformationen (1, 2) der in der jeweiligen übergeordneten Gruppe (7) zusammengefassten Gruppen (6) bzw. Komponenten (4) vorgesehen ist.
  3. Verfahren nach Anspruch 1 oder 2, dadurch gekennzeichnet, dass die Komponenten (4) Bestandteile eines Anlagenlayouts sind und dass die Verknüpfung der Diagnoseinformationen (1, 2, 3) in Abhängigkeit von im Anlagenlayout enthaltenen Informationen erfolgt.
  4. Verfahren nach Anspruch 3, dadurch gekennzeichnet, dass Aufgaben und Vernetzung der Komponenten (4) durch das Anlagenlayout vorgegeben werden.
  5. Verfahren nach Anspruch 3 oder 4, dadurch gekennzeichnet, dass die Zusammengehörigkeit der Gruppen (6) zur übergeordneten Gruppe (7) im Anlagenlayout definiert ist.
  6. Verfahren nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass die Diagnoseinformationen (1, 2, 3) semantisch gleichartig aufgebaut sind.
  7. Verfahren nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass die Diagnoseinformationen (1, 2, 3) Funktionen enthalten, welche Eingangsgrößen verknüpfen und mindestens eine Ausgangsgröße als Ergebnis der Verknüpfung der Eingangsgrößen bereitstellen.
  8. Verfahren nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass den Komponenten (4) und den Gruppen (6, 7) Klassen zugeordnet werden, welche Funktionen und Eigenschaften der jeweiligen Komponente (4) bzw. Gruppe (6, 7) festlegen.
  9. Verfahren nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass das Automatisierungssystem (5) ein verteiltes, komponentenbasiertes Automatisierungssystem ist.
  10. Verfahren nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass die Komponenten (4) PROFInet-Komponenten sind.
  11. System zur Bereitstellung von Diagnoseinformationen (1, 2, 3), mit in mindestens einer Gruppe (6) zusammengefassten Komponenten (4) eines Automatisierungssystems (5), welche Diagnoseschnittstellen zur Bereitstellung von Diagnoseinformationen (1) zur Diagnose der jeweiligen Komponente (4) aufweisen, wobei Mittel zur Bereitstellung von Diagnoseinformationen (2) der jeweiligen Gruppe (6) durch Verknüpfung der Diag noseinformationen (1) der in der jeweiligen Gruppe (6) zusammengefassten Komponenten (4) vorgesehen sind.
  12. System nach Anspruch 11, dadurch gekennzeichnet, dass in mindestens einer übergeordneten Gruppe (7) Gruppen (6) und/oder Komponenten (4) zusammengefasst sind, wobei Mittel zur Generierung von Diagnoseinformationen (3) der jeweiligen übergeordneten Gruppe (7) durch Verknüpfung der Diagnoseinformationen (1, 2) der in der jeweiligen übergeordneten Gruppe (7) zusammengefassten Gruppen (6) bzw. Komponenten (4) vorgesehen sind.
  13. System nach Anspruch 11 oder 12, dadurch gekennzeichnet, dass die Komponenten (4) Bestandteile eines Anlagenlayouts sind und dass das Anlagenlayout Informationen zur Verknüpfung der Diagnoseinformationen (1, 2, 3) enthält.
  14. System nach Anspruch 13, dadurch gekennzeichnet, dass das Anlagenlayout Vorgaben über Aufgaben und Vernetzung der Komponenten (4) enthält.
  15. System nach Anspruch 13 oder 14, dadurch gekennzeichnet, dass die Zusammengehörigkeit der Gruppen (6) zur übergeordneten Gruppe (7) im Anlagenlayout definiert ist.
  16. System nach einem der Ansprüche 11 bis 15, dadurch gekennzeichnet, dass die Diagnoseinformationen (1, 2, 3) semantisch gleichartig aufgebaut sind.
  17. System nach einem der Ansprüche 11 bis 16, dadurch gekennzeichnet, dass die Diagnoseinformationen (1, 2, 3) Funktionen enthal ten, welche Eingangsgrößen verknüpfen und mindestens eine Ausgangsgröße als Ergebnis der Verknüpfung der Eingangsgrößen bereitstellen.
  18. System nach einem der Ansprüche 11 bis 17, dadurch gekennzeichnet, dass den Komponenten (4) und den Gruppen (6, 7) Klassen zugeordnet sind, welche Funktionen und Eigenschaften der jeweiligen Komponente (4) bzw. Gruppe (6, 7) festlegen.
  19. System nach einem der Ansprüche 11 bis 18, dadurch gekennzeichnet, dass das Automatisierungssystem (5) ein verteiltes, komponentenbasiertes Automatisierungssystem ist.
  20. System nach einem der Ansprüche 11 bis 19, dadurch gekennzeichnet, dass die Komponenten (4) PROFInet-Komponenten sind.
  21. System nach einem der Ansprüche 11 bis 20, dadurch gekennzeichnet, dass Mittel zur Visualisierung der Diagnoseinformationen (1, 2, 3) auf Basis des Anlagenlayouts vorgesehen sind.
  22. Verwendung des Systems nach einem der Ansprüche 11 bis 21 zur Diagnose einer technischen Anlage oder eines technischen Prozesses (8).
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