DE10340155B3 - Bremse für ein Fahrzeug - Google Patents
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Abstract
Description
- Die Erfindung bezieht sich auf eine Bremse für ein Fahrzeug, insbesondere ein Kraftfahrzeug, mit wellenfesten Reibflächen, denen in einem Bremssattel gehaltene Bremsbeläge zugeordnet sind.
- Aus der Praxis und bespielsweise der Offenlegungsschrift
DE 197 04 353 A1 sind Scheibenbremsen für Kraftfahrzeuge bekannt, bei denen ein feststehender als Festsattel oder Schwimmsattel ausgeführter Bremssattel beim Bremsen Bremsbeläge von beiden Seiten axial gegen eine Bremsscheibe presst, die fest mit einem zugeordneten Fahrzeugrad verbunden ist und sich in radialer Richtung koaxial zu einem Achszapfen erstreckt. Der dem wirksamen Bremsmoment zugrunde liegende mittlere Reibflächendurch-messer der Scheibenbremse bemisst sich ausgehend von dem Zentrum der Bremsscheibe bis zur halben Höhe der Bremsbeläge. Als problematisch erweist es sich, dass zunehmend größere Bremskräfte zum Abbremsen eines Kraftfahrzeuges benötigt werden, womit eine Vergrößerung des Durchmessers der Bremsscheibe einhergeht. Der maximale Durchmesser der Bremsscheibe ist jedoch durch den augrund der Reifengröße bzw. der Felgengröße zur Verfügung stehenden Einbauraum begrenzt. - Die Patentschrift
DE 25 04 239 C3 beschreibt eine Bremse für Räder, wobei vorteilhaft für die Bauform der Bremse die Bremsfläche der Bremsscheiben konisch ausgebildet ist und die Achse der Bremsscheibe in der Radachse liegt, und wobei die Bremsscheibe nur eine Reibfläche aufweist und die Betätigung der Bremsbeläge in achsialer Richtung erfolgt. - Es ist Aufgabe der Erfindung, eine Bremse der eingangs genannten Art zu schaffen, die bei einer kompakten Bauform ein relativ großes Bremsmoment erzeugt.
- Erfindungsgemäß wird die Aufgabe dadurch gelöst, dass die Reibflächen als äußere und innere Umfangsfläche eines koaxial zur Welle angeordneten Ringes ausgebildet sind und die Bremsbeläge die Reibflächen in radialer Richtung beaufschlagen.
- Durch die ringförmige Ausgestaltung der Reibflächen ist ein gegenüber der Scheibenbremse vergrößerter wirksamer Reibflächenradius erzielt, da dieser sich ausgehend vom Zentrum des Ringes bis zu dessen Mitte, also bis zwischen die Reibflächen, und nicht bis zur halben Höhe der Bremsbeläge erstreckt, wobei dem Vergleich der Bremsmomente dem Ring und der Bremsscheibe ein gleicher Außendurchmesser zugrunde zu legen ist. Darüber hinaus lassen sich relativ große Bremsflächen zwischen den Bremsbelägen und den Reibflächen des Ringes realisieren, wozu nicht der Außendurchmesser des Ringes, sondern dessen Breite und die der Bremsbeläge zu vergrößern sind. Damit gewährleistet die erfindungsgemäße Bremse bei einer radial kompakten Bauform ein relativ hohes Bremsmoment. aufgrund des gegenüber der Scheibenbremse vergrößerten wirksamen Reibflächenradius. Daraus ergibt sich in der Anwendung der Bremse nach der Erfindung bei einem Fahrzeug, dass bei einem durch den Reifen- oder Felgendurchmesser vorgegebenen maximalen Einbauraum eine gegenüber der Scheibenbremse verbesserte Bremswirkung vorhanden ist.
- Zweckmäßigerweise ist die eine Stirnseite des Ringes mit einer Scheibe zu dessen drehfester Anordnung an einer Radnabe verbunden und die andere Stirnseite verläuft innerhalb des C-förmig ausgebildeten Bremssattels.
- Der Bremssattel kann als Festsattel oder Schwimmsattel ausgebildet werden und steht mit einem hydraulischen Bremskreislauf des Fahrzeuges in Verbindung. Hierbei ist es möglich, den Bremsflächenring bzw. Ring und die Befestigungsscheibe bzw. Scheibe aus unterschiedlichen Materialien zu fertigen.
- Um den Ring mit seinen Reibflächen vor Verschmutzung zu schützen, ist bevorzugt der Ring konisch ausgebildet.
- Nach einer vorteilhaften Weiterbildung der Erfindung ist der große Durchmesser des konischen Ringes dem Bremssattel zugeordnet. Damit wird gegenüber einer herkömmlichen Scheibenbremse ein vergrößerter wirksamer Reibflächenradius zur Verfügung gestellt, mit dem eine Erhöhung des Bremsmomentes einhergeht. Darüber hinaus hat ein derart konischer Verlauf des Ringes den Vorteil des Abtransports von Nässe und Schmutz bei seiner Rotation, da bei einer Drehung des Ringes, also im Fahrbetrieb des Fahrzeuges, Nässe und Schmutz aufgrund der herrschenden Fliehkräfte von den Reibflächen entfernt werden.
- In einer alternativen Ausgestaltung des Erfindungsgedankens ist der große Durchmesser des konischen Ringes der Scheibe zugeordnet. Der Konus des Ringes verjüngt sich demnach also in dem Bereich, in dem die Bremsbeläge angreifen. Bei diesem Verlauf des Ringes ist bei einem gegenüber der Ausführung, bei der der große Durchmesser des konischen Ringes dem Bremssattel zugeordnet ist, verkleinerten Einbauraum ein gegenüber einer Scheibenbremse mit gleichem Außendurchmesser vergrößerter wirksamer Reibflächenradius und damit ein erhöhtes Bremsmoment gewährleistet.
- Zur Reduzierung der Anzahl der Einzelteile der Bremse sind vorzugsweise der Ring und die Scheibe einstückig gefertigt. Mit dieser Maßnahme geht auch eine relativ hohe Stabilität einher.
- Bevorzugt weist jeder der Bremsbeläge die Form eines Kreisringausschnittes auf. Demnach ist die der äußeren Umfangsfläche des Ringes zugeordnete Bremsfläche des einen Bremsbelages konkav und die der inneren Umfangsfläche zugeordnete Bremsfläche des anderen Bremsbelages konvex ausgeführt. Damit wird eine relativ große wirksame Bremsfläche erzielt, die einem gleichmäßigen Verschleiß unterliegt, wobei die Bremsbeläge ein konstantes Dickenmaß aufweisen.
- Zweckmäßigerweise ist der Bremssattel derart festgelegt, dass die Wirkrichtung der Bremsbeläge senkrecht zu den Reibflächen des Ringes verläuft. Der Bremssattel ist bei einer konischen Ausgestaltung des Ringes demnach schräg und bei einer zylindrischen Form des Ringes parallel zur Welle ausgerichtet, so dass die Bremsbeläge parallel zum Umfang des Ringes verlaufen.
- Um die erforderliche Kraft zum Abbremsen des Fahrzeuges zu erzeugen, steht zweckmäßigerweise jeder Bremsbelag mit einer hydraulischen oder elektrischen Bremsanlage in Verbindung. Selbstverständlich kann die Bremsanlage übliche Bremskraftverstärker umfassen.
- Es versteht sich, dass die vorstehend genannten und nachstehend noch zu erläuternden Merkmale nicht nur in der jeweils angegebenen Kombination, sondern auch in anderen Kombinationen verwendbar sind. Der Rahmen der vorliegenden Erfindung ist nur durch die Ansprüche definiert.
- Die Erfindung wird im Folgenden anhand mehrerer Ausführungsbeispiele unter Bezugnahme auf die zugehörigen Zeichnungen näher erläutert. Es zeigen:
-
1 eine schematische Schnittdarstellung einer Radaufhängung eines Kraftfahrzeuges mit einer erfindungsgemäßen Bremse, -
2 eine schematische Darstellung der Vorderansicht der Bremse nach1 , -
3 eine schematische Schnittdarstellung der Radaufhängung mit einer Bremse nach1 in einer ersten alternativen Ausgestaltung und -
4 eine schematische Schnittdarstellung der Radaufhängung mit einer Bremse nach1 in einer zweiten alternativen Ausgestaltung. - Die Bremse nach den
1 und2 umfasst einen karosseriefesten, im Wesentlichen C-förmig ausgestalteten Bremssattel1 , der über einen Schlauch2 mit einer hydraulischen Bremsanlage eines Kraftfahrzeuges gekoppelt ist. In dem Bremssattel1 sind über nicht dargestellte Kolben in radialer Richtung zu beaufschlagende Bremsbeläge3 gegenläufig verschiebbar gehalten. Zwischen den Bremsbelägen3 erstreckt sich ein konisch gestalteter Ring4 , dessen äußere Umfangsfläche5 und innere Umfangsfläche6 jeweils als Reibfläche ausgebildet ist. Der Ring4 ist über eine einstückig angeformte Scheibe7 derart koaxial an einer Radnabe8 des Kraftfahrzeuges befestigt, dass sein kleiner Durchmesser der Scheibe7 zugeordnet. ist und sein großer Durchmesser sich in den Bremssattel1 erstreckt, wobei der Bremssattel1 unterhalb einer Felgenschulter9 einer Felge10 angeordnet ist. Für die Befestigung der Scheibe7 weist dieselbe mehrere Durchgangsbohrungen11 für Schraubverbindungen12 mit der Radnabe8 auf. Im Zentrum der Scheibe7 ist eine Bohrung13 für einen Achszapfen14 vorgesehen. Zur Erzielung einer relativ großen wirksamen Bremsfläche ist die der äußeren Umfangsfläche5 des Ringes4 zugeordnete Anlagefläche des einen Bremsbelages3 konkav ausgebildet und die der inneren Umfangsfläche6 zugeordnete Anlagefläche des anderen Bremsbelages3 konvex gestaltet. Die beiden Bremsbeläge3 weisen über ihren dem Umfang des Ringes4 folgenden Verlauf eine konstante Dicke auf und der Bremssattel1 ist korrespondierend zur Neigung des Ringes4 gestellfest angeordnet. - Gemäß
3 sind die Scheibe7 und der Ring4 zweiteilig ausgebildet und fest miteinander verbunden. Für die Scheibe7 wird ein relativ leichter Werkstoff mit einer hohen Festigkeit und für die Fertigung des zylindrischen Ringes4 ein Werkstoff mit einem hohen Reibungswert gewählt. Der Ring4 ist zylindrisch geformt und unter Einschluss eines rechten Winkels mit der Scheibe7 verbunden. - Bei der Bremse nach
4 weist der Ring4 einen konischen Verlauf auf, wobei der große Durchmesser des Ringes4 an der Scheibe7 befestigt und der kleine Durchmesser dem Bremssattel1 zugeordnet ist. Diese Ausgestaltung der Bremse benötigt bei einem relativ großen wirksamen Reibflächenradius einen verhältnismäßig kleinen Einbauraum, da der Bremssattel1 nur geringfügig den Außendurchmesser der Scheibe7 überragt. -
- 1.
- Bremssattel
- 2.
- Schlauch
- 3.
- Bremsbelag
- 4.
- Ring
- 5.
- äußere Umfangfläche
- 6.
- innere Umfangfläche
- 7.
- Scheibe
- 8.
- Radnabe
- 9.
- Felgenschulter
- 10.
- Felge
- 11.
- Durchgangsbohrung
- 12.
- Schraubverbindung
- 13.
- Bohrung
- 14.
- Achszapfen
Claims (9)
- Bremse für ein Fahrzeug, insbesondere ein Kraftfahrzeug mit wellenfesten Reibflächen, denen in einem Bremssattel (
1 ) gehaltene Bremsbeläge (3 ) zugeordnet sind, dadurch gekennzeichnet, dass die Reibflächen als äußere (5 ) und innere Umfangsfläche (6 ) eines koaxial zur Welle angeordneten Ringes (4 ) ausgebildet sind und die Bremsbeläge (3 ) die Reibflächen in radialer Richtung beaufschlagen. - Bremse nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, dass die eine Stirnseite des Ringes (
4 ) mit einer Scheibe (7 ) zu dessen drehfester Anordnung an einer Radnabe (8 ) verbunden ist und die andere Stirnseite innerhalb des C-förmig ausgebildeten Bremssattels (1 ) verläuft. - Bremse nach Anspruch 1 oder 2, dadurch gekennzeichnet, dass der Ring (
4 ) konisch ausgebildet ist. - Bremse nach Anspruch 3, dadurch gekennzeichnet, dass der große Durchmesser des konischen Ringes (
4 ) dem Bremssattel (1 ) zugeordnet ist. - Bremse nach Anspruch 3, dadurch gekennzeichnet, dass der große Durchmesser des konischen Ringes (
4 ) der Scheibe (7 ) zugeordnet ist. - Bremse nach einem der Ansprüche 1 bis 5, dadurch gekennzeichnet, dass der Ring (
4 ) und die Scheibe (7 ) einstückig gefertigt sind. - Bremse nach einem der Ansprüche 1 bis 6, dadurch gekennzeichnet, dass jeder der Bremsbeläge (
3 ) die Form eines Kreisringausschnittes aufweist. - Bremse nach einem der Ansprüche 1 bis 7, dadurch gekennzeichnet, dass der Bremssattel (
1 ) derart festgelegt ist, dass die Wirkrichtung der Bremsbeläge (3 ) senkrecht zu den Reibflächen des Ringes (4 ) verläuft. - Bremse nach einem der Ansprüche 1 bis 8, dadurch gekennzeichnet, dass jeder Bremsbelag (
3 ) mit einer hydraulischen oder elektrischen Bremsanlage in Verbindung steht.
Priority Applications (1)
| Application Number | Priority Date | Filing Date | Title |
|---|---|---|---|
| DE2003140155 DE10340155B3 (de) | 2003-09-01 | 2003-09-01 | Bremse für ein Fahrzeug |
Applications Claiming Priority (1)
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| DE2003140155 DE10340155B3 (de) | 2003-09-01 | 2003-09-01 | Bremse für ein Fahrzeug |
Publications (1)
| Publication Number | Publication Date |
|---|---|
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Family
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|---|---|---|---|
| DE2003140155 Expired - Fee Related DE10340155B3 (de) | 2003-09-01 | 2003-09-01 | Bremse für ein Fahrzeug |
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| Country | Link |
|---|---|
| DE (1) | DE10340155B3 (de) |
Cited By (2)
| Publication number | Priority date | Publication date | Assignee | Title |
|---|---|---|---|---|
| DE102013216027A1 (de) * | 2013-08-13 | 2015-02-19 | Bayerische Motoren Werke Aktiengesellschaft | Reibbelagbremse für ein Kraftfahrzeug, Bremskörper für eine solche Reibbelagbremse und Kraftfahrzeug mit einer solchen Reibbelagbremse |
| CN109630572A (zh) * | 2018-12-30 | 2019-04-16 | 河北百龙汽车配件制造有限公司 | 一种环嵌式柔性汽车制动鼓 |
Citations (2)
| Publication number | Priority date | Publication date | Assignee | Title |
|---|---|---|---|---|
| DE2504239C3 (de) * | 1974-02-05 | 1980-04-17 | Tullio Vicenza Campagnolo (Italien) | Hydraulische Betätigungsvorrichtung für eine Vollbelagscheibenbremse mit konischen Bremsflächen, insbesondere für Motorräder |
| DE19704353A1 (de) * | 1996-02-06 | 1997-09-11 | Fischer Georg Verkehrstechnik | Fahrzeugfelgen- und Bremsscheibenanordnung an einer Radnabe |
-
2003
- 2003-09-01 DE DE2003140155 patent/DE10340155B3/de not_active Expired - Fee Related
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| DE2504239C3 (de) * | 1974-02-05 | 1980-04-17 | Tullio Vicenza Campagnolo (Italien) | Hydraulische Betätigungsvorrichtung für eine Vollbelagscheibenbremse mit konischen Bremsflächen, insbesondere für Motorräder |
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