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Technisches Gebiet
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Die
vorliegende Erfindung betrifft Verfahren zum hochaufgelösten Bearbeiten
dünner
Schichten mit Elektronenstrahlen, insbesondere von Schichten in
einer Maske für
die Photolithographie oder in einem Halbleiterbauelement.
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Halbleiterbauelemente
wie Prozessoren oder Speicherchips werden photolithographisch hergestellt.
Dabei wird eine Photoresist-Schicht auf einem Wafer aus Halbleitermaterial
durch eine Maske hindurch belichtet, um gleichzeitig eine Vielzahl
mikroskopisch kleiner Strukturen zu erzeugen, aus denen in weiteren
Verfahrensschritten die elektronischen Komponenten des Bauteils
(Transistoren, Kondensatoren etc.) gefertigt werden. Um die immer höheren Integrationsdichten
in einem Halbleiterbauelement zu erzielen, wird inzwischen ultraviolettes Licht
mit kurzen Wellenlängen
für die
Belichtung verwendet. Die Herstellung geeigneter Masken für dieses
Lithographieverfahren ist extrem teuer.
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Stellt
sich nachträglich
heraus, dass eine Maske Fehler aufweist, ist es daher wünschenswert, wenn
die Maske repariert werden kann. In diesen Zusammenhang ist es erforderlich
Metallschichten, beispielsweise Chromschichten, die die lichtundurchlässigen Bereiche
der Maske bilden, mit hoher räumlicher
Auflösung
gezielt zu entfernen oder aufzubringen. Ein ähnliches Problem stellt sich,
wenn ein bereits fertiges Halbleiterbauelement verändert werden soll
(sogenanntes "Circuit
Editing"), indem
hochaufgelöst
die Struktur der Leiterbahnen des Bauteils modifi ziert wird. Die
zu bearbeitenden Metallschichten befinden sich dabei häufig in
einen Verbund Metall/Metalloxid/Isolator.
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Ein
aus dem Stand der Technik bekanntes Verfahren ist die Bearbeitung
mit einem fokussierten Ionenstrahl. Dabei werden jedoch unvermeidlich
Ionen im Substrat, beispielsweise dem Quarzsubstrat einer Maske
zur Photolithographie, implantiert, das dadurch seine Eigenschaften
verändert.
Dieser Nachteil der Ionenstrahl-Technologie wird bei der Verwendung
von Elektronenstrahlen vermieden.
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Grundsätzlich ist
auch die Bearbeitung von Metallen durch Elektronenstrahlen hoher
Energie bekannt, beispielsweise zum Schweißen. Wird jedoch die vom Elektronenstrahl
erfasste Fläche
im Durchmesser kleiner als 2μ ist
die wärmeableitende
Oberfläche
des erwärmten
Materials viel größer als
die wärmeeintragende
Strahlfläche,
so dass bisher im Stand der Technik davon ausgegangen wird, dass zumindest
Metalle wegen ihrer guten Wärmeleitfähigkeit
mit Elektronenstrahlen alleine nicht mit einer Auflösung bearbeitet
werden können,
die für
die oben erläuterten
Aufgaben erforderlich ist.
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Ein
anderes Verfahren ist das sogenannte elektronenstrahlinduzierte Ätzen (engl.
electron beam induced etching, kurz EBIE). Dabei ist seit langem
bekannt, dass XeF2 als spontanes und aktivierbares Ätzmittel
zur elektronenstrahlinduzierten Ätzung
von Metallen und Metalloxiden, hier des Siliziums, eingesetzt werden
kann.Der
Elektronenstrahl zerlegt dabei gezielt die Moleküle des Ätzgases und ermöglicht dadurch
ein räumlich
aufgelöstes Ätzen.
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Beispielsweise
ist es aus dem Artikel "Etching
characteristics of chromium thin films by an electron beam induced
surface reaction" von
P.E. Russel et al. (Semicond. Sci. Technol. 18 (2003) S. 199–205) bekannt,
dünne Chromschichten
einer Maske durch das EBIE-Verfahren in Anwesenheit von XeF2 zu ätzen.
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Die
Veröffentlichung
von Russel et al. lehrt dabei XeF2 und hohe
Elektronenenergien von 5–20 keV
sowie vergleichsweise hohe Elektronenströme von 1,6 nA zu verwenden,
um hohe Abtragsraten zu erzielen. Es wird jedoch berichtet, dass
die hohen Elektronenenergien zu einem Verlust an räumlicher Auflösung beim Ätzen der
Chromschicht führen.
Darüber
hinaus kann mit dem von Russel et al. offenbarten Verfahren nicht
jede Art Cr-Schicht geätzt
werden. Beispielsweise ist es nicht gelungen einen auf eine Silizium-Unterlage
gesputterten Cr-Film zu ätzen.
Statt dessen wurde der Misserfolg damit erklärt, dass metallische Verunreinigungen
in der aufgebrachten Chromschicht den Ätzvorgang verhindern.
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Bei
der Diskussion der Messergebnisse lehren Russel et al., dass der
die Ätzrate
bestimmende oberflächenchemische
Prozess die Desorption von CrO2F2 oder – als
alternativem Reaktionsprodukt – CrOF2 von der Oberfläche der Chromschicht ist (vgl. S.
204, Mitte linke Spalte). Sauerstoff hingegen, der im Restgas der
Vakuumkammer immer in geringem Ausmaß vorhanden ist, wird von Russel
et al. nicht als relevanter Faktor für die erzielte Ätzrate betrachtet.
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Schließlich reicht
es für
die Reparatur von Masken und das erwähnte Circuit Editing nicht
aus nur Metall/Metalloxid/Isolatorschichten gezielt zu entfernen.
Auch die gezielte Deposition einer Metallschicht ist dazu erforderlich.
Erst dann ist eine einfache und zuverlässige Reparatur oder Modifikation von
Photolithographiemasken und anderen Metall/Metalloxid/Isolator-schichtsystemen
möglich.
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Der
vorliegenden Erfindung liegt somit gemäß einem ersten Aspekt das Problem
zugrunde, Verfahren bereitzustellen, mit dem Metall- und/oder Metalloxid schichten,
beispielsweise Cr/CrO-Schichten jeglicher Art, unabhängig von
der Unterlage hochaufgelöst
und mit hoher Rate und Kantenschärfe
geätzt
werden können.
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Gemäß einem
weiteren Aspekt liegt der vorliegenden Erfindung das Problem zugrunde
ein Verfahren bereitzustellen, mit dem Metallschichten hochaufgelöst auf einem
Substrat abgeschieden werden können.
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Zusammenfassung der Erfindung
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Gemäß einem
ersten Aspekt der vorliegenden Erfindung wird ein Verfahren zum Ätzen einer Metallschicht
bereitgestellt, insbesondere einer Chromschicht, in einer Vakuumkammer
mit den Verfahrensschritten des Einleitens einer Halogen-Verbindung in die
Vakuumkammer, des Richtens eines Elektronenstrahls auf den zu ätzenden
Bereich der Chromschicht und des zusätzlichen Einleitens einer sauerstoffhaltigen
Verbindung.
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Insbesondere
die zusätzliche
Bereitstellung einer sauerstoffhaltigen Verbindung ermöglicht bereits
bei niedrigen Elektronenenergien hohe Abtragsraten der Metallschicht
zu erzielen und die im Stand der Technik beschriebene Verschlechterung
der Auflösung
zu verhindern. Darüber
hinaus wurde beobachtet, dass sich mit dem erfindungsgemäßen Verfahren
auch gesputterte und aufgedampfte Cr-Schichten ätzen lassen. Zur Initialisierung
der Ätzreaktion
wird ausschließlich
der fokussierte Elektronenstrahl verwendet. Andere energieübertragende Mechanismen
wie zum Beispiel Probenheizung oder Laserstrahlung kommen nicht
zum Einsatz.
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Die
genauen Dosierungsverhältnisse
der Halogenverbindung und der sauerstoffhaltigen Verbindung hängen maßgeblich
von der Geometrie der Vakuumkammer, der Pumpleistung der verwendeten Vakuumpumpen
sowie der geometrischem Anordnung der Gasdüsen ab. Im allgemeinen sollte
der Gasfluss der Halogenver bindung so eingestellt werden, das der
Partialdruck gemessen in der Kammer im Bereich 10–5 bis
10–3 mbar
liegt. Durch die Anordnung der Gasdüsen nahe am Substrat, entspricht dies
einem lokalen Gasdruck am Ort der Reparatur von etwa 10–4 bis
10–1 mbar.
Das Verhältnis
der so definierten lokalen Partialdrücke von Halogen zu sauerstoffhaltiger
Verbindung sollte im Bereich von 1000:1 bis 1:2, besonders bevorzugt
zwischen 100:1 und 1:1 und am meisten bevorzugt im wesentlichen
bei 10:1 liegen.
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Hierbei
ist zu beachten, dass auch bei geringer Dosierung der sauerstoffhaltigen
Verbindung deren lokaler Partialdruck am Ort der Reparatur noch oberhalb
des entsprechenden typischen Kammerhintergrunddruckes liegt, der
herrschen würde
wenn keine sauerstoffhaltige Verbindung zugegeben würde. Bezüglich der
Abfolge der Dosierung können
die Halogen-Verbindung und die sauerstoffhaltige Verbindung entweder
nacheinander oder im wesentlichen gleichzeitig in die Vakuumkammer
eingeleitet werden.
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Vorzugsweise
werden O2, H2O,
oder H2O2 oder Mischungen
daraus als sauerstoffhaltige Verbindung verwendet. Die Halogen-Verbindung
weist vorzugsweise Fluor auf.
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Wie
bereits erwähnt
ermöglicht
das erfindungsgemäße Verfahren
die Verwendung geringerer Elektronenstrahlenergien und geringerer
Stromstärken.
Bevorzugt weist der Elektronenstrahl eine Stromstärke von < 400 pA und besonders
bevorzugt von < 100
pA auf. Vorzugsweise hat der Elektronenstrahl eine Energie von < 5 keV, am meisten
bevorzugt von im wesentlichen 1 keV. Bevorzugt hat der Elektronenstrahl
eine Stromdichte über
1 A/cm2, am besten > 200 A/cm2, was
sich auch bei 1 kV Elektronenenergie gut mit der LEO Gemini Linse
der Firma LEO Elektronenmikroskopie, GmbH und durch die Verwendung
einer kalten oder thermischen Feldelektronenquelle erzielen lässt.
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Gemäß eines
weiteren Aspekts betrifft die vorliegende Erfindung ein weiteres
Verfahren zum hochaufgelösten
Abtrag einer Schicht aus einem Metall und/oder einem Metalloxid,
die auf einem Isolator oder einem thermisch schlecht leitendem Substrat angebracht
sind, aufweisend die Verfahrensschritte des Anordnens der Schicht
in einer Vakuumkammer, des Beschusses der Schicht mit einem fokussierten Elektronenstrahls
einer Energie von 3–30
keV, wobei der Elektronenstrahl so geführt wird, dass der Energieeintrag
pro Zeit und Fläche
zur einer lokalen Erwärmung
der Schicht über
ihren Schmelz- und/oder Verdampfungspunkt führt und wobei der Abtrag der Schicht
ohne die Zufuhr von Reaktionsgasen in die Vakuumkammer erfolgt.
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Überraschenderweise
hat sich herausgestellt, dass mit fokussierten Elektronen im angegebenen
Energiebereich entgegen der im Stand der Technik vertretenen Auffassung
die genannten Schichten, einschließlich von Metallschichten wie
z.B. Chrom, mit guter Wärmeleitfähigkeit
abgetragen, d.h. verdampft werden können. Da auf die bisher üblichen zusätzlichen
Reaktionsgase verzichtet werden kann, lässt sich das erfindungsgemäße Verfahren
einfacher und mit geringerem Kostenaufwand durchführen.
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Der
Elektronenstrahl wird bevorzugt zeitlich gepulst, wobei die Dosis
des gepulsten Elektronenstrahls vorzugsweise lokal variiert wird,
um das Ausmaß des
Abtrags lokal zu verändern.
Damit lässt
sich der Materialabtrag einer beliebigen Form eines Defektes, beispielsweise
einer Photolithographiemaske anpassen.
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Bevorzugt
weist der Elektronenstrahl bei diesem Verfahren eine Stromstärke von
0,1 nA bis 1 μA auf
und vorzugsweise eine Energie zwischen 5 keV und 25 keV, besonders
bevorzugt von im wesentlichen 10 keV.
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Der
Elektronenstrahl hat vorzugsweise einen Durchmesser von 0,1 μm bis 0,5 μm und ermöglicht damit
die Bearbeitung üblicher
Strukturen einer Photolithographiemaske oder eines Halbleiterbauelements.
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Des
weiteren betrifft die vorliegende Erfindung ein Verfahren zur hochaufgelösten Herstellung einer
Metallschicht und/oder einer Metalloxidschicht und/oder eines Isolators,
mit den Schritten des Anordnens eines Substrats in einer Vakuumkammer, des
Einlassens zumindest eines anorganischen, organischen oder metallorganischen
Precursors in die Vakuumkammer, des Abscheiden des Precursors auf dem
Substrat und des selektiven Bestrahlens des Substrats mit einem
Elektronenstrahl zur Herstellung einer leitenden Metallschicht aus
dem abgeschiedenen Precursor und/oder dem selektiven Bestrahlen des
Substrats mit einem Elektronenstrahl zur Herstellung einer nichtleitenden
Isolatorschicht aus dem abgeschiedenen anorganischen oder organischen Precursor.
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In
einem ersten Ausführungsbeispiel
enthält der
metallorganische Precursor vorzugsweise Atome eines niederohmigen
Metalls, um mit dem erfindungsgemäßen Verfahren hochqualitative
Leitungsverbindungen herstellen zu können.
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In
einem weiteren Ausführungsbeispiel
enthält
der anorganische oder organische Precursor Molekülbaugruppen von Isolatoren,
um mit dem erfindungsgemäßen Verfahren
hochqualitative Isolatoren herstellen zu können.
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Das
selektive Bestrahlen des Substrats führt bevorzugt zu einer lokalen
Erwärmung
zwischen 50°C
und 100°C,
besonderes bevorzugt zwischen 70°C
und 80°C,
die die organischen Bestandteile der Zerfallsprodukte des Precursors
und ungewünschten Reaktionsprodukte
vom Substrat desorbieren lässt.
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Dass
durch globale Temperaturerhöhung des
Substrates der Effekt der Verbesserung des Widerstandes erreicht
werden kann, ist Stand der Technik (H.W.P. Koops, C. Schössler, A.
Kaya, M. Weber, "Conductive
dots, wires and supertips for field electron emitters produced by
electron-beam induced deposition on samples having increased temperature" J. Vac. Sci. Technol.
B14(6) (1996) 4105).
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Das
hier angegebene Verfahren erspart den teueren Heiztisch und, viel
wichtiger, die damit verbundenen Driften und Instabilitäten des
Prozesses und des Gerätes.
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Dieses
Verfahren kann auch mit Vorteil eingesetzt werden, um die chemische
Reaktion des Metall-Ätzens
oder der Deposition von Isolatoren hoher Güte durch lokale Temperaturerhöhung zu
kontrollieren und zu beschleunigen (Temperaturbereich Raumtemperatur
bis 150°C),
oder auch zu verzögern,
indem die Kondensation des Precursors durch Temperaturen nahe oder über 350°C stark verringert wird.
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Schließlich betrifft
die vorliegende Erfindung gemäß eines
weiteren Aspekts ein Verfahren zum Bearbeiten einer photolithographischen
Maske oder der Leiterbahnen eines Halbleiterbauelements, aufweisend
den Schritt des hochaufgelösten
Entfernens einer Metall- und/oder Metalloxid- und/oder einer Isolatorschicht
mit einem der oben angegebenen Verfahren, den Schritt des Aufbringens
einer neuen Metallschicht mit dem gerade erläuterten Verfahren und dem optionalen
oder alternativen Schritt des zusätzlichen Aufbringens einer
neuen Isolatorschicht mit dem gerade erläuterten Verfahren.
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Die
Verbindung der erfindungsgemäßen Verfahren
zum hochaufgelösten
Entfernen von unerwünschten
Schichten mit dem erfindungsgemäßen hochaufgelösten Deponieren
einer leitenden Metallschicht und/oder einer Isolatorschicht ermöglicht,
die unterschiedlichsten Defekte einer Photolithographiemaske zu
beseitigen. Bei einem Halbleiterbauelement wird damit das Circuit
Editing möglich,
d.h. die gezielte Veränderung
der mikroskopisch kleinen elektrischen Strukturen, indem Leiterbahnen
des Bauteils nachträglich
gezielt durchtrennt oder miteinander verbunden werden.
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Weitere
Unteransprüche
sind auf weitere vorteilhafte Ergänzungen der vorliegenden Erfindung gerichtet.
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Kurze Beschreibung der
Zeichnung
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In
der folgenden detaillierten Beschreibung werden derzeit bevorzugte
Ausführungsbeispiele
der Erfindung unter Bezugnahme auf die Zeichnung beschrieben, wobei
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1 eine schematische Darstellung
zur Durchführung
des Verfahrens gemäß eines
ersten Aspekts der Erfindung zeigt, wobei ein in einer Vakuumkammer
befindliches Werkstück
mit einem fokussierten Elektronenstrahl bearbeitet werden kann und durch
mindestens zwei Gaszufuhrdüsen
verschiedene Reagenzien zur Reaktion mit dem auf der Probe vorgelegten
Material zugeführt
werden;
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2 eine schematische Darstellung
zur Durchführung
des Verfahrens gemäß eines
zweiten Aspekts der Erfindung zeigt, wobei ein in einer Vakuumkammer
befindliches Werkstück
ausschließlich durch
Beschuss mit einem fokussierten Elektronenstrahl bearbeitet wird;
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3 eine schematische Darstellung
zur Durchführung
des Verfahrens zur hochaufgelösten Deposition
einer Metallschicht und/oder einer Isolatorschicht gemäß eines
weiteren Aspekts der Erfindung zeigt; und
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4a–c schematisch die
Abfolge von Schritten bei der Reparatur in einer Metallschicht, beispielsweise
einer photolithographischen Maske, zeigt, wobei zunächst Schichtmaterial
entfernt wird und nachfolgend neues Metall und/oder Isolatormaterial
gezielt im Defektbereich deponiert wird Dies wird insbesondere bei
EUV Masken sowie
bei Nano-Imprint Masken bzw. Stempeln des Prozesses „Step and
Flash Imprint Lithography (S-FIL)", als auch bei anderen
Imprint-Masken verwendet.
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Detaillierte Beschreibung
von bevorzugten Ausführungsbeispielen
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Im
folgenden werden bevorzugte Ausführungsformen
der erfindungsgemäßen Verfahren
erläutert.
Es versteht sich jedoch, dass es sich bei den im folgenden angegebenen
Parametern nur um bevorzugte Werte handelt, so dass auch Abweichungen davon
zum erfindungsgemäßen Erfolg
führen
können.
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Zunächst wird
das Verfahren gemäß des ersten
Aspekts der vorliegenden Erfindung anhand des Ätzens einer Chromschicht beschrieben.
Das Verfahren kann aber auch genauso vorteilhaft auf alle anderen
Metalle angewandt werden, die beispielsweise als Leiterbahnen in
Halbleiterbauelementen zum Einsatz kommen, wie Kupfer oder Aluminium,
sofern deren chemisches Verhalten die Bildung von Metall-Sauerstoff-Halogen-Verbindungen
erlaubt.
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Wie
in 1 schematisch dargestellt,
wird in einer Vakuumkammer 1, beispielsweise eines für die Durchführung des
Verfahrens angepassten Elektronenstrahlgerätes, z.B. eines Elektronenmikroskops, eine
zu ätzende
Chromschicht 2 angeordnet. Das Vakuum sollte dabei zumindest
so gut sein, dass die freie Weglänge
der Elektronen bis zur Probe reicht. Hochvakuumbedingungen (< 10–6 mbar)
sind jedoch nicht erforderlich. Bei der Chromschicht 2 kann
es sich um eine Maske für
die Photolithographie handeln, aber auch um sonstige Chromschichten,
beispielsweise eines Halbleiterbauelements.
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Die
Chromschicht 2 ist üblicherweise
mit einem natürlich
gebildeten Oxid, oder im Fall der Photomaske mit einer ca. 40 nm
dicken CrO-Schicht 3 bedeckt, die neben Sauerstoff auch
Stickstoff enthalten kann. Masken für die Photolithographie weisen üblicherweise
eine Schicht Chromoxynitrid als reflexionsvermindernde Schicht (Antireflection
coating) auf. Die Chromschicht 2 selbst enthält üblicherweise geringe
Verunreinigungen von Kohlenstoff und ggf. Metalle in geringen Konzentrationen.
Die genaue Zusammensetzung kann mit bekannten Verfahren zu Oberflächenanalyse
wie Auger-Elektronenspektroskopie (AES) oder Photoelektronenspektroskopie (XPS)
bestimmt werden.
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Mit
dem aus dem Stand der Technik bekannten EBIE-Verfahren lässt sich
in Anwesenheit von XeF2 mit dem niederenergetischen
Elektronenstrahl von hier 1 keV Energie die obere CrO bzw. CrOxNx-Schicht 3 ätzen. Allerdings
konnte die darunter liegende Cr-Schicht 2 bisher nur mit
höheren
Elektronenenergien geätzt
werden. Dabei ist jedoch zu vermuten, dass der wesentliche Abtragsprozess
für das Chrom
im Stand der Technik ein thermisches Verdampfen ist aufgrund der
starken lokalen Aufheizung durch den hochenergetischen Elektronenstrahl 6. Dies
wird aber nicht im Stand der Technik von Russel et al. gelehrt.
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In
dem in 1 schematisch
dargestellten bevorzugten Ausführungsbeispiel
der vorliegenden Erfindung wird daher zusätzlich zum Ätzgas XeF2 eine
sauerstoffhaltige Verbindung in die Kammer 1 gelassen.
Neben XeF2 kommen auch andere Halogen-Verbindungen
in Betracht, beispielsweise Cl2, Br2 und I2. Die sauerstoffhaltige
Verbindung ist bevorzugt molekularer Sauerstoff (O2),
Wasser (H2O) oder Wasserstoffperoxid (H2O2). Andere Sauerstoff
abgebende Verbindungen sind ebenfalls denkbar.
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Sowohl
das XeF2 als auch die sauerstoffhaltige
Verbindung werden über
geeignete Dosierventile und entsprechende Düsen 4 bzw. 5 auf
den zu ätzenden
Bereich der Chromschicht aufgebracht. Besonders vorteilhaft gestaltet
sich der Ätzvorgang,
wenn die sauerstoffhaltige Verbindung so dosiert wird, dass der
Sauerstoff und das Halogen im Verhältnis 1:100 bis 1:10 vorliegen.
Dies lässt
sich über
die Dosierventile und die Druckeinstellung vor den den Durchfluss bestimmenden
Düsen und
deren Geometrie, gegebenenfalls unter Hinzuziehung eines massenspektrographischen
Restgasanalysators, problemlos einstellen. Noch geringere Dosierungen
der sauerstoffhaltigen Verbindungen im Bereich < 1:100 können zu einer weiteren Steigerung
der Ätzraten
führen.
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Dabei
kann die Dosierung der sauerstoffhaltigen Verbindung entweder gleichzeitig
zum eigentlichen Ätzvorgang
stattfinden oder es wird zunächst die
CrOxNx-Schicht geätzt, die
darunter liegende Cr-Schicht an ihrer Oberfläche durch die sauerstoffhaltige
Verbindung in der Vakuumkammer 1 oxidiert, woraufhin sich
ein erneutes Ätzen
anschließt,
etc. In jedem Fall wird durch die Zugabe der sauerstoffhaltigen
Verbindung sichergestellt, dass für die Bildung der von der Oberfläche desorbierenden
Reaktionsprodukte CrO2F2 und
CrOF2 hinreichend Sauerstoff angeboten wird.
Damit lässt
sich beispielsweise die Chromschicht einer photolithographischen
Maske bis zum Substrat durchätzen.
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Um
die Ätzung
zu erreichen ist es erforderlich, beide Ätzgase mit Partialdrücken gemessen
in der Kammer welche mindestens 10 fach oder bis über 150
fach über
dem Kammerhintergrundsdruck von typischerweise 10–6 mb
liegen, zuzuführen.
Besonders ist darauf zu achten, dass durch die Gaszufuhren am Ort
der Maskenbearbeitung ein lokaler Halogengasdruck im Bereich von
10–5 mbar
bis 10–1 mbar und
ein lokaler Sauerstoff Gasdruck im Bereich von 10–7 mbar
bis 10–1 mbar
vorliegt, was durch besondere Kammer-Gasdrosselung oder geringen
Abstand der Düsen
vom Objekt erreicht werden kann.
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Zusätzlich zu
der Balancierung der an der Reaktion beteiligten chemischen Stoffe
wird der Bereitstellung der Medien aus der gasversorgenden Düse dadurch
Rechnung getragen, dass die zu ätzende
Schicht in mehreren wiederholten Schritten mit Elektronen beschossen
wird, jedoch Zeitspannen ("Refreshtime") eingehalten werden,
bis der Strahl wieder an vorher bearbeitete Stellen zurückkehrt,
um die Vervollständigung
der Bedeckung der Oberfläche mit
neuen, zur Reaktion benötigten
Molekülen
aus der Gasversorgung zu gewährleisten.
Der Strahl wird dabei entweder ausgeschaltet oder es werden zwischenzeitlich
andere Stellen bearbeitet, bis die Rückkehr an die zunächst bearbeitete
Stelle erforderlich ist. Die Verweilzeit des Strahls an einem Punkt
(sog. „pixel
dwell time") sollte
dabei unterhalb von 10–3 Sekunden und bevorzugt
unterhalb von 10–5 Sekunden liegen.
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Anders
als mit dem bisher bekannten Verfahren lassen sich durch die Zugabe
des Sauerstoffs Chromschichten bereits bei niedrigen Elektronenenergien ätzen. Bevorzugte
Werte liegen unterhalb von 5 keV, vorzugsweise bei etwa 1 keV. Auch
die Stromstärken
können
reduziert werden, so dass typische Werte unterhalb von 400 pA liegen
und besonders bevorzugte Werte unterhalb von 100 pA. Lokale Aufheizungen
der Chromschicht 2 und der damit verbundene Verlust an
räumlicher
Auflösung
beim Ätzprozess
sind bei diesen Werten nicht zu befürchten. Auch bleibt die Kondensation
der Reaktions-Moleküle
auf der Oberfläche
hoch, was bei einer erhöhten Temperatur
nicht der Fall ist.
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Der
zu ätzende
Bereich wird durch den Elektronenstrahl bestimmt, der mit bekannten
Verfahren (beispielsweise der Strahl-Steuerung eines Raster-Elektronenmikroskops) über die
Chromschicht gerastert werden kann. Thermische Effekte spielen, wenn überhaupt,
nur noch eine untergeordnete Rolle. Im Ergebnis können daher
mit dem erfindungsgemäßen Verfahren
Chromschichten mit hohen Raten und hoher Auflösung geätzt werden, um die Struktur einer
photolithographischen Maske zu verändern.
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Das
Verfahren kann auch mit sehr niederenergetischen Elektronen z.B.
aus einem Raster-Tunnel-Mikroskop oder einer anderen Niederenergie-Elektronenquelle
angewandt werden, da zur Einleitung der chemischen Reaktion der
Oxidation oder Fluorierung des Oxides nur Energien > 2 eV erforderlich
sind.
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2 zeigt schematisch die
Durchführung eines
weiteren Verfahrens zum gezielten Entfernen von Material. Dabei
wird die zu bearbeitende Oberfläche
ohne Zugabe eines Reaktionsgases mit einem fokussierten Elektronenstrahl
mit einer Energie von vorzugsweise etwa 10 keV beschossen. Die Stromstärken des
Elektronenstrahls liegen bevorzugt zwischen 0,1 nA und 1 μA. Es lassen
sich dadurch gezielt Löcher
in einer Chromoxid-Chromoxynitrid-Schicht und der darunter liegenden
Chromschicht einer Photolithographiemaske erzeugen, wobei dies dadurch
erklärt
wird, dass das Material durch den hochenergetischen Elektronenstrahl
thermisch verdampft wird. Der Strahldurchmesser liegt dabei bevorzugt
zwischen 0,1 μm
und 0,5 μm.
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Der
erzielte Materialabtrag wird durch die Stromstärke, die Energie des Elektronenstrahls,
seine Pulslänge,
sowie durch die Wärmeleitung
der zu bearbeitenden Schicht bestimmt. Durch eine geeignete Verteilung
der vom Elektronenstrahl aufgebrachten Dosisleistung kann darüber hinaus
der Abtrag an die Geometrie eines zu bearbeitenden Defekts einer
Maske oder eines Halbleiterbauelements angepasst werden.
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Das
Verfahren ist auch mit Vorteil beim Abändern von Schaltkreisen (Circuit
Editing) einzusetzen, wo in der Tiefe eines Bauteils Metall-Leiterbahnen
abgetrennt oder wieder verbunden werden sollen. Der Elektronenstrahl
gelangt dabei vorteilhaft durch dieselbe Öffnung in die Tiefe, die vorher
durch Verdampfen oder chemische Ätzung
mit Elektronenstrahlunterstützung
geöffnet
worden ist. Schließlich kann
dieses Verfahren auch bei der Reparatur beliebiger Metallschichten
auf thermisch schlechtleitenden Substraten wie z.B. in einer Next
Generation Lithography NGL Maske für Deep UV, Extreme UV (EUV),
etc. angewandt werden, die höchste
Anforderungen an die räumliche
Auflösung
stellen.
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3 erläutert einen weiteren Aspekt
der vorliegenden Erfindung. Mit diesem Verfahren ist es möglich Metallschichten
mit hoher räumlicher
Auflösung
zu deponieren. Dazu wird zunächst
in einer Vakuumkammer über
eine Düse 10 zumindest
ein Precusorgas 12 eingelassen. Dazu eignen sich insbesondere
metallorganische Verbindungen wie z.B. Cyclopentadienylplatindimethyl,
die sich aus der Gasphase auf dem Substrat abscheiden. Wird dieses Kondensat
nachfolgend selektiv einem Elektronenstrahl ausgesetzt, desorbieren die organischen
Bestandteile und die verbleibenden Metallatome bilden eine leitfähige Metallschicht,
die zur Reparatur von Defekten einer Maske oder eines Halbleiterbauelements
eingesetzt werden können.
Der Elektronenstrahl, der bei diesem Verfahren bevorzugt eine Energie
von 1 keV–0
keV und eine Stromstärke
im Bereich von 1 pA bis 100 nA aufweist, erwärmt dabei die Probe nicht.
Dies gilt bis zu Strömen
unter 1 nA. Die Verbesserung zum Stand der Technik wird nun dadurch
erreicht, dass durch geeignete Wahl der Stromstärke und der Elektronenergie,
sowie der Fokussierung lokal aufgelöst das Substrat auf Temperaturen
zwischen 50°C
und 100°C,
vorzugsweise etwa 80°C
erwärmt
wird, wodurch die lokale Desorption der organischen Bestandteile
des Precursors erreicht wird. Damit lassen sich reinere Substanzen
mit geringerer Verunreinigung herstellen, was für die Herstellung gut leitfähiger Materialien,
als auch hochisolierender Materialien von Bedeutung ist. Diese können z.B.
aus TEOS (Tetra Ethyl Ortho Siloxan) oder anderen Silanen mittels
der EBID (electron beam induced deposition) abgeschieden werden.
Die lokale Substratheizung und thermische Reaktionsführung lässt dabei
reinere Oxi de entstehen. Beide werden beim Circuit Editing benötigt. Die
genaue Temperatur, die auch außerhalb des
angegebenen Bereichs liegen kann, hängt von den jeweils zu desorbierenden
organischen Bestandteilen der Precursorsubstanzen 12 ab
und der Stärke ihrer
Bindung an das Substrat. Dieses Verfahren verfolgt nicht den Gedanken,
die in der aktivierten Reaktion erzeugten Reaktionsprodukte aus
Unterlagenmaterial und adsorbiertem Precursor mit Hilfe der Wärmezufuhr
aus einem breit verteilten Elektronenstrahl mit hohem Strom von
der Oberfläche
abzutreiben und ihre Verdampfung zu erreichen, da sie sonst auf
der Oberfläche
verbleiben würden,
siehe Chromylchlorid-Verdampfung oberhalb 250 °C.
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Das
Verfahren erspart eine aufwendige und mechanisch instabile Heiztischanordnung
für die
Erwärmung
des ganzen Substrats, und erlaubt, ggf. mit Hilfe rechnerischer
Vorhersage der Erwärmung,
eine genaue Reaktionstemperaturführung
(Programm "Temptation" der Fa. Soft Services,
Castro Valley, CA, USA).
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Verbindet
man die oben erläuterten
Verfahren, lassen sich Defekte 21 einer Maske oder einer Leiterbahn 20 eines
Halbleiterbauelements, wie schematisch in 4a dargestellt, mit Hilfe eines fokussierten
Elektronenstrahls ohne weiteres reparieren.
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Dazu
wird zunächst
durch gezieltes Ätzen mit
dem oben beschriebenen Verfahren unter Verwendung einer Halogen-Verbindung
und einer sauerstoffhaltigen Verbindung bei niedrigen Elektronenströmen oder
durch den Beschuss mit hochenergetischen Elektronen großer Stromstärke (Hochstromprozess)
Material von der Leiterbahn 20 entfernt, um den Defekt 21 in
eine definierte Form 22 zu bringen. In einem weiteren Schritt
(vgl. 4c.) wird daraufhin mit
dem oben erläuterten
Verfahren bei einem vergleichsweise niedrigen Elektronenstrom (bevorzugte Werte
sind 1 pA bis 500 pA) gezielt optisch undurchlässiges, oder optisch durchlässiges bzw.
elektrisch leitendes Material 23 im Bereich der überätzten Reparaturstelle 22 deponiert
und dadurch die gewünschte
Form der Leiterbahn 20 wieder hergestellt.
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Auch
die umgekehrte Reihenfolge bei der Bearbeitung eines Defektes ist
denkbar, indem zunächst
Material mit der erläuterten
hochaufgelösten Depositionstechnik
im Bereich des Defektes aufgebracht wird und nachfolgend Überstände des
Materials in der erläuterten
Weise weggeätzt
oder durch hochenergetischen Elektronenbeschuss verdampft werden.
In jedem Fall kann der gesamte Prozess in situ in einer einzigen
Vakuumkammer durchgeführt werden,
in die lediglich die genannten Prozessgase eingeführt und
die Parameter des Elektronenstrahls in der angegebenen Weise eingestellt
werden müssen.