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Verfahren und Vorrichtung zur Ermittlung der Länge laufender Werkstoffbahnen
Die Erfindung betrifft ein Verfahren zur Ermittlung der zwischen Erzeugung und Versand,
vorzugsweise bei Papier- und Folienherstellung, entstehenden I)ifferenz durch Ausschuß
od. dgl. auf Flächen- bzw.
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Meterbasis und eine Vorrichtung zur Ausübung dieses Verfahrens.
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Es sind bereits Längenmeßvorrichtungen bekannt, bei denen über Kontaktwalzen
oder Kontaktplatten Fühlhebel angeordnet sind, die an der Berührung dieser Kontaktelemente
durch die laufende Werkstoffbahn gehindert werden und einen Kontakt schließen und
dadurch die nachgeordneten Zählgeräte aussdal ten, wenn sich keine Werkstoffbahn
zwischen Kontaktelement und Fühlhebel befindet. Es wurden auch Schwinghebel vorgeschlagen,
die von der laufenden Werkstoffbahn heruntergedrückt werden und einen Kontakt öffnen
oder schließen, wenn keine Werkstoffbahn läuft. Zum Stand der Technik gehört ferner
eine Vorrichtung, bei welcher über Zahnradkupplungen und Zugmagnet, der von einer
Lichtschranke beeinflußt wird, wenn keine Werkstoffbahn läuft, die Längenzählgeräte
ausgeschaltet werden. Es ist außerdem bekannt, die Länge der endlosen Werkstoffbahn
automatisch mit mehreren Zählern festzustellen, wobei einige Zähler Einzelergebnisse
anzeigen und ein anderes den Gesamtsummenwert.
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Alle diese bekannten Vorschläge beziehen sich vornehmlich auf die
Textilindustrie oder auf Bandwalzwerke, wo unter ganz anderen Voraussetzungen gemessen
wird. So muß, insbesondere in der Textilindustrie, während des Meßvorganges, die
an sich sowieso nicht hohe Bahngeschwindigkeit noch besonders geregelt werden, damit
spannungsfrei gemessen werden kann, während an den Bandwalzwerken die Dicke der
Werkstoffbahn und gleichzeitig die von der vorgeschriebenen Dicke abweichende Länge
der Werkstoffbahn gemessen werden muß, wobei zu Kontrollzwecken ein zusätzlicher
Zähler die gesamt gemessene Länge angibt.
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Bei der Papier- oder Folienherstellung wird die endlose Werkstoffbahn
dagegen in der Regel mit hoher Geschwindigkeit herausgearbeitet und die Bahn bei
voller Geschwindigkeit getrennt und auf eine neue Rolle überführt, wenn eine Wickelrolle
genügend groß geworden ist. Das Bedienungspersonal der Maschine findet infolge der
großen Beanspruchung bei dieser Arbeit keine Zeit, sofort nach Durchtrennung der
Bahn den Zähler abzulösen und wieder auf Null zu stellen, so daß man sich notgedrungenerweise
meistens so hilft, daß jede Wickelrolle im zusätzlichen Arbeitsgang gewogen wird,
oder man ermittelt mit Hilfe umständlicher Rechenformeln die Länge der Werkstoffbahn
vom Durchmesser der Wickelrolle ausgehend.
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Dies gilt sowohl für die von der Erzeugungsmaschine
als auch für die
von der Umrollmaschine kommenden Wickelrolle.
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Beim Umrollen der Wickelrolle nach zwischenliegender Weiterverarbeitung
oder auch direkt nach der Erzeugung des Papiers usw. besteht das Problem darin,
daß es wohl möglich ist, die Länge der Werkstoffbahn mit gebräuchlichen Meterzählern
zu messen, indem das Zählgerät in geeigneter und gebräuchlicher Weise von der gleichen
Welle angetrieben wird, die auch die Umdrehung der Wickelrolle durchführt, doch
es besteht keine Möglichkeit, die während des Meßvorganges von der Wickelrolle als
Ausschuß entfernten Lagen Papier im Meßergebnis zu berücksichtigen, weil die Zähler
nicht zurückgedreht werden können, nachdem der Ausschuß von der Wickelrolle entfernt
worden ist. Außerdem laufen die Zählgeräte auch bei Leerlauf der Maschine mit, so
daß das Meßergebnis niemals zuverlässig ist.
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Die Erfindung hat sich zur Aufgabe gestellt, die bestehenden Lücken
zu schließen.
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Das erfindungsgemäße Verfahren ist dadurch gekennzeichnet, daß in
der Erzeugungsmaschine, z. B. einer Papiermaschine, die Länge der in jede Wickelrolle
einlaufenden Werkstoffbahn bei voller Bahngeschwindigkeit unter absichtlichem Einbezug
aller etwaigen in der Werkstoffbahn enthaltenen Fehler usw. für sich festgestellt
und die endgültige Länge der Werkstoffbahn nach der Weiterverarbeitung oder auch
sofort nach der Erzeugung in der Umroll- bzw. Rollenschneidmaschine unter automatischer
Berücksichtigung der während des Umrollvorganges als Ausschuß usw. von der Wickelrolle
entfernten Werkstoffmenge gemessen wird, so daß der zwischen Erzeugung und Versand
entstandene Ausschuß als Differenz ohne zusätzlichen Arbeitsgang durch Wiegen feststellbar
ist
und außerdem dem Käufer die ihm gelieferte Länge bzw. Fläche des Papiers durch einfaches
Ablesen des Zählers genau angegeben werden kann. Andere Vorteile des Verfahrens
ergeben sich aus der Beschreibung.
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Entsprechend der Aufgabenstellung zerfällt die Vorrichtung zur Ausübung
des Verfahrens zur Ermittlung der Länge laufender Werkstoffbahnen in zwei Teile,
nämlich in eine Vorrichtung zum Messen in der Erzeugungsmaschine, z. B. einer Papiermaschine,
und eine Vorrichtung zum Messen in der Umrollmaschine.
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Die Vorrichtung für die Erzeugungsmaschine ist im wesentlichen dadurch
gekennzeichnet, daß in an sich bekannter Weise das in jede Wickelrolle einlaufende
Papier gemessen wird, wobei in ebenfalls bekannter Weise die Ergebnisse der Einzelzähler
durch einen zusätzlichen Summenzähler angezeigt werden können, und daß erfindungsgemäß
das Aus- und Einkuppeln der Zähler von der Aufwickelvorrichtung der Arbeitsmaschine
aus von Hand vorgenommen werden kann oder vollautomatisch erfolgt.
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Die gestellte Aufgabe wird erfindungsgemäß im wesentlichen dadurch
gelöst, daß mittels Zughebel, Seil od. dgl. von der Aufwickelvorrichtung der Arbeitsmaschine
aus von Hand der jeweilige Längenzähler mechanisch in Arbeitsstellung gerückt wird
oder elektrisch mittels Druckknopf und Zugmagnet.
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Diese Lösung kann allerdings nur für Maschinen mit nicht zu - hoher
Arbeitsgeschwindigkeit Verwendung finden. Es wird deshalb ein weiteres Ausführungsbeispiel
vorgeschlagen, dessen erfindungsgemäß es Merkmal darin besteht, daß mit Hilfe an
sich bekannter, doch besonders angeordneter und ausgebildeter Schwinghebel oder
Lichtschranken die Steuerung vollautomatisch erfolgt.
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Das Meßergebnis je Wickelrolle kann abgelesen oder aus Zweckmäßigkeitsgründen
auch auf einen Zettel gestempelt oder geprägt werden. Zu diesem Zweck werden Zählgeräte
verwendet, die in bekannter Weise Nummernrädchen mit erhabenen Zahlen besitzen,
mittels deren unter Zuhilfenahme eines erfindungsgemäß besonders ausgebildeten und
angeordneten Druckhebels das Meßergebnis auf einen Zettel gedruckt oder geprägt
werden kann, so dlaß es möglich ist, jeder der zur Weiterverarbeitung oder zum Versand
gehenden Papierrolle einen Zettel beizugeben. Es lassen sich jedoch auch Zählgeräte
mit Druckwerken bekannter Bauart verwenden. Diese sind nicht Gegenstand der Erfindung.
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Der Antrieb der Zähler erfolgt aus Zweckmäßigkeitsgründen von einer
Pa-pieHeitwalze aus oder von einer Walze des Glättwerkes oder von einem Trockenzylinder.
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Die Vorrichtung für die Umroll- bzw. Rollmaschine ist dadurch gekennzeichnet,
daß an ihr in an sich bekannter Weise ein von der Tragwalzenwelle mittels Riemen-
oder anderer Übertragungselemente angetriebenes Zählgerät angebaut ist, dessen Zählvorgang
durch Stromlosmachen vorgeordneter Elektromagnetkupplungen mittels an der Werkstoffbahn
leicht anliegender Kontaktelemente, wie Fühlhebel, Schleiffedern, Kettchen usw.
oder auch durch Lichtschranken, unterbrochen wird, wenn die Werkstoffbahn abreißt,
zu Ende geht oder.größere Löcher aufweist.
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Hierbei kann gleichzeitig auch der Rollvorgang der Maschine unterbrochen
und auch die aufwickelnde Rolle abgebremst werden.
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Das erfindungsgemäße Merkmal der Vorrichtung für die Umrollmaschine
besteht nun darin, daß unter Ausnutzung des kleiner werdenden Durchmessers,
wenn
von der Wickelrolle aus irgendwelchen Gründen Werkstoff, z. B. Papier, entfernt
werden muß, der Zählvorgang so lange unterbrochen wird, bis die Wickelrolle ihre
ursprüngliche Größe wieder erreicht hat.
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Dies wird im wesentlichen dadurch erreicht, daß an der Wickelrolle
oder an der Andruckwalze oder an der Wickelstange ein Fühler anliegt, der mit Anwachsen
der Wickelrolle von derselben verschoben wird und dabei einen elektrischen Kontakt
beeinflußt, welcher an einem verschiebbaren und in jeder Lage von selbst stehenbleibenden
Kontakthebel oder Kontaktkopf angebracht ist, so daß die Elektromagnetkupplung der
zweckmäßigkeitsweise auf einer Welle hintereinander angeordneten Zählgeräte Strom
erhält.
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Wird von der Wickelrolle nun eine mehr oder weniger dicke Schwarte
heruntergerissen, so geht der Fühler mit der im Durchmesser kleiner gewordenen Wickelrolle
zurück und übt keinen Druck mehr auf den Kontakthebel aus, der Kontakt wird dadurch
geöffnet, und zwar so lange, bis die Wickelrolle wieder ihre ursprüngliche Größe
erreicht hat und den Kontakt schließt. Erst dann zählen die Zähler weiter und zeigen
somit den wirklichen Flächen- bzw. Längeninhalt der aufgewickelten und zum Versand
kommenden Werkstoffbahn an, weil für die heruntergerissene Schwarte das ersetzende
Material nicht gemessen und gezählt wird.
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Die Vorrichtung gemäß Erfindung ist für die Papiermaschine in der
Zeichnung in sechs Ausfügh rungsbeispielen und für die Rollmaschine in drei Ausführungsbeispielen
dargestellt. Fig. 1 zeigt die Situation an gebräuchlichen älteren Papiermaschinen
im Prinzip. Die durch das Glättwerk 1 hindurchgeführte bzw. direkt von der Trockenpartie
kommende Papierbahn 2 wird über die Leitwalze 3 und über oder unter eine weitere
Leitwalze4 geleitet und auf die obere oder untere Rolle 5 oder 5 5a gewickelt. In
der Zeichnung wird beispielsweise auf die obere Rolle 5 gewickelt.
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Die oft geübte Führung der endlosen Papierbahn2, wenn auf die untere
Rolle 5 a gewickelt wird, zeigt die gestrichelte Linie. Es bildet sich dadurch vor
der letzten Leit- bzw. Streichwalze 4 vor der Aufwickelvorrichtung 15 der Winkel
a, in dem die mechanisch wirkenden Fühlhebel gemäß Erfindung bevorzugt ein gebaut
werden. Die Führung der endlosen Papierbahn 2 erfolgt jedoch auch oft wie die Strich-Punkt-Linie
zeigt, so daß sich hinter der letzten Walze 4 vor der Aufwickelvorrichtung 15 der
Winkel fl ergibt, in welchem erfindungsgemäß ebenfalls die Steuerelemente angeordnet
werden können, vorzugsweise die elektrischen Lichtschranken.
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In Fig. 2 und 2 a ist die einfachste Form der erfindungsgemäßen Vorrichtung
dargestellt. Fig. 2 zeigt die Ansicht von oben. Die Leitwalze3 hat auf der Führerseite
der Papiermaschine einen verlängerten Wellenstumpf 6, der in der Zeichnung beispielsweise
ein einfaches Reibrad 7 besitzt. Die zwei Zähler 8 und 9, in der Zeichnung als einfache,
gebräuchliche Meterzähler dargestellt, sind auf einem Schlitten 10 gelagert. Sie
besitzen an der Antriebsseite je ein Reibrad 11 und 12. Der Schlitten wird durch
eine Zugfeder 13 in Eingriff des Reibrades 11 mit dem Reibrad 7 gezogen. Auf der
anderen Seite des Schlittens ist eine Stange oder ein Seil 14 angebracht, mit welchem
der Schlitten von der Aufwickelvorrichtung 15 aus nach links gezogen werden kann
und dadurch das Reibrad 11 außer Eingriff mit dem Reibrad 7 bringt, dafür aber das
Reibrad 12 in Eingriff kommt.
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Der an der Aufwickelvorrichtung 15 befindliche Handgriff
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wird in Rasten eingeklinkt. Wird an Stelle des Seiles 14 eine Zugstange verwendet,
so kann auf die Zugfeder 13 verzichtet werden. An Stelle der Reibräder sind selbstverständlich
auch andere Kupplungen verwendbar. Sie sind nicht Gegenstand der Erfindung.
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Das eigentliche Aus- und Einrücken der Zähler erfolgt mit Hilfe der
den Zählern vorgeordneten Elektromagnetkupplungen. Sie werden durch geeignete Kontaktgebung,
beispielsweise von an der Werkstoffbahn anliegenden Fühlern bekannter Bauart oder
durch Lichtschranken ebenfalls bekannter Bauart und Anordnungsweise oder von in
Fig. 5 und 6 dargestellten Fühlern oder Lichtschranken gemäß Erfindung, stromlos
gemacht, wenn die Papierbahn abreißt und die die Zähler antreibende Leitwalze 3
infolge ihrer Schwungkraft noch eine Weile mitläuft. Der Schlitten 10 kann aber
auch ohne Kontaktfühler und Lichtschranken von der Aufwickelvorrichtung 15 aus manuell
außer Eingriff der Reibräder 11 und 12 gebracht werden, indem ein Mittenraster angeordnet
wird, in welchem der Handgriff 16 des Seiles 14 einklinkt.
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Fig. 3 zeigt die gleiche Vorrichtung, wie in Fig. 2 und 2 a dargestellt.
Es sind lediglich statt der Zugfedern 13 und des Seiles 14 zwei Elektromagnete 18
und 19 beiderseits des Schlittens 10 angeordnet. Diese werden von der Aufwickelvorrichtung
15 aus durch Druckknöpfe gesteuert und bringen die Zähler in die gewünschte Arbeitsstellung.
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Bei beiden Ausführungsbeispielen können selbstverständlich statt
der einfachen Zählapparate 8 und 9 auch Zähler ähnlich der Autotaxizähler verwendet
werden, so daß gleichzeitig iiber einen längeren Zeitraum gezählt werden kann. Solche
Zähler 20 und 21 sind in Fig. 3 gezeigt. Sie können durch biegsame Wellen angeschlossen
werden.
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Fig. 4 zeigt die Zähleranordnung auf rein automatischem Prinzip,
also völlig selbsttätig arbeitend. An der Papierleitwalze 3 ist ein Getriebe 18'
üblicher Art angebracht. Mit ihm werden die Zähler 19', 20' und 21' angetrieben.
Sie sind mit dem Getriebe durch je eine Elektromagnetkupplung 22, 23 und 24 verbunden.
Das Getriebe läuft immer mit, wenn die Leitwalze 3 od. dgl. sich dreht. Die Zähler
stehen jedoch still. Sie kommen erst in Eingriff, wenn die Elektromagnetkupplung22,
23 und 24 Strom erhält. Diese Stromgebung erfolgt erfindungsgemäß durch den Kontaktgeber
25, der bevorzugt im Winkel a vor der letzten Leit- bzw. Streichwalze vor der Aufwickelvorrichtung
15 untergebracht und in Fig. 5, 5b und 5c dargestellt ist. Er besitzt zwei Fühler
27 und 27a, die an der Papierbahn 2 nach der Mitte zu des Kontaktgebers 25 gedrückt
werden und so auf die oder jene Elektromagnetkupplung der Zähler Strom geben.
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Sinngemäß gibt der untere Fühler auf die Magnetkupplung 22 des oberen
Zählers 19' Strom, weil auf die obere Rolle 5 gearbeitet wird, und der obere Fühler
27 auf den mittleren Zähler 20'. Der Zähler 21' hingegen erhält stets Strom, wenn
einer der Fühler 27 und 27a Strom gibt. Er zählt also das Ergebnis der Zähler 19'
und 20' zusammen.
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Die Kontaktgebung kann durch Hebel 27 b und 27 c und durch Kontaktplatten
oder Federn 28 erfolgen.
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Drei Ausführungsbeispiele sind prinzipgemäß in den Fig. 5, 5b und
5 c dargestellt. Fig. 5 a zeigt das Schaltungsschema. Die isoliert an dem unteren
Hebelarm 27b sitzende Kontaktplatte 29 ist gefedert, damit sich ein inniges Berühren
mit den Kontakten ergibt und Vibrieren des Kontaktes nicht eintritt. Außerdem
wird
ein eventuelles Üb erdrücken der Fühlerarme durch die Papierbahn aufgefangen. Die
Fühlerarme 27-und 27a werden durch eine Feder 30 leicht nach außen gedrückt. Damit
die Schleifwirkung durch die laufende Papierbahn nicht nachteilig ist, besitzen
zweckmäßigerweise die Fühlerarme 27 und 27a eine auf der Papierbahn aufsitzende
Rolle 26 und 26e. Um zu verhindern, daß Papierstaub in das Innere des Kontaktgebers
gelangt, ist die ffnung, aus welcher die Fühlerarme herausragen, in geeigneter Weise
abgedichtet.
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Statt der Fühlerarme können aber auch Blattfedern verwendet werden.
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An Stelle des Kontaktgebers 23 auf mechanischem Prinzip kann selbstverständlich
auch eine Kontaktgebung auf rein elektrischem Prinzip stattfinden, wie sie in Fig.
6 mit zugehörigem Schaltschema gemäß Fig. 6 a dargestellt ist. Vor der letzten Walze
4 vor der Aufwickelvorrichtung 15 befindet sich im Winkel a erfindungsgemäß die
Lichtquelle 33 und senkrecht oder schräg über derselben je eine Fotozelle 31 und
32. Läuft die Papierbahn 2 über oder unter der Walze 4, so ist immer eine Fotozelle
unter Lichtstrahl.
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Wie aus Fig. 6 a ersichtlich ist, öffnet die unter Strom stehende
Fotozelle über die notwendigen Verstärker und Relais den Stromkreis zu einem der
Zähler und gleichzeitig zu dem Gesamtergehniszähler, so daß dieser Zähler stillsteht
und auch der Gesamtergebniszähler keinen Strom von dieser Zelle erhält. Der Gesamtergebniszähler
erhält aber Strom von der anderen Fotozelle wie auch der dritte Zähler von dieser
Zelle Strom erhält.
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Reißt die Papierbahn ganz ab, so sind beide Fotozellen unter Strom
und betätigen beide Relais, so daß keiner der drei Zähler Strom erhält.
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Selbstredend kann die Anordnung der Lichtschranke 33, 31/32 auch
hinter der Walze 4 vor der Aufwickelvorrichtung 15 im Winkel fl erfolgen.
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Die Vorrichtung zum Bedrucken von Zetteln zeigt prinzipmäßig Fig.
7. Zwischen den beiden Einzelzählern 19' und 20' ist erfindungsgemäß ein um einen
Drehpunkt schwenkbar gelagerter Hebel 34 angebracht, welcher zwei Prägekissen 35
aus geeignetem Material, z. B. Gummi, besitzt. Die Nummernrädchen haben in gebräuchlicher
Weise erhabene Zahlen. Über sie wird ein Blatt Papier gedrückt und so die Prägung
oder Stempelung - sofern Farbkissen verwendet werden - vorgenommen.
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Für die Rollmaschine ist die erfindungsgemäße Vorrichtung in der
Zeichnung in drei Ausführungsbeispielen dargestellt. Fig. 8 zeigt prinzipmäßig eine
Rollmaschine in der Seitenansicht. Die Wickelrolle 36 wird durch die Tragwalzen
37 in Umdrehung versetzt und mit der Andruckwalze 38 belastet, damit sich die Werkstoffbahn
faltenlos aufwickelt. An der Wickelrolle 36 liegt der Fühlhebel 39 an, der durch
geeignete Mittel selbsthemmend in seiner einmal eingenommenen Stellung stehenbleibt.
Im Ausführungsbeispiel besitzt derselbe beispielsweise an seinem Drehpunktende eine
gebräuchliche Reibscheibenkupplung 40 und an seinem anderen Ende einen gefedert
angebrachten Kontakthebel 41 mit Laufrolle 42. Die wachsende Wickelrolle 36 drückt
gegen die Laufrolle 42 des I(ontakthebels 41, so daß der Kontakt 43 des Kontakthebels
41 geschlossen ist und gleichzeitig der Fühlhebel 39 von seinem Ausgangspunkt weggedrückt
wird. Wird der Aufwickelvorgang unterbrochen, indem bei stillgesetzter Maschine
von der Wickelrolle 36 eine Anzahl Lagen entfernt werden, so bleibt der Fühlhebel
39 stehen, und es öffnet sich zufolge Wirkung der Feder
44 der Kontakt
43 und unterbricht den Stromkreis zur Elektromagnetkupplung 45 der Zählgeräte 46
und 47. Läuft die Maschine wieder, so zählen die Zähler nun so lange nicht mit,
bis die Wickelrolle wieder zu ihrer ursprünglichen Größe angewachsen ist und der
Kontakthebel 41 den Kontakt 43 und damit den Stromkreis zur Magnetkupplung 45 der
Zähler 46 und 47 schließt. Nun wird auch der Fühlhebel39 weiter aus seiner Lage
verschoben. Wenn eine neue Rolle gewickelt werden soll, so wird mittels einfachen
Seilzuges 48 der Fühlhebel 39 zurückgezogen und auf die im Durchmesser ganz kleine
neue Wickelrolle aufgesetzt.
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Wie die Praxis lehrt, laufen öfter die Rollen 36 nicht sofort ganz
gleichmäßig rund; sie schlagen.
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Der feinfühlige Kontakthebel 41 reagiert natürlich auf diese Schläge
und öffnet und schließt nun dauernd den Kontakt 43, so daß der Lauf der Zähler unregelmäßig
ist. Es wurde deshalb in den Stromkreis zum Zähler ein gebräuchliches Verzögerungsrelais
49 zwischengeschaltet, so daß die Zähler erst dann zum Stillstand kommen, wenn die
Kontaktunterbrechung länger dauert, als die gewählte Verzögerung ist.
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Bei feinen empfindlichen Papieren besteht allerdings die Gefahr,
daß bei der Ausführung der Vorrichtung nach Fig. 8 die Laufrolle 42 auf der Wickelrolle
36 Markierungen hinterläßt. Dies vermeidet Ausführung der Vorrichtung gemäß Fig.
9, indem die wachsende Rolle 36 einen auf ihr oder auf der Wickelstange 50 oder
auf der Andruckwalze 38 usw. aufliegenden Fühlhebel 51 hebt und dieser einen durch
geeignete und bekannte Maßnahmen selbsthemmend gemachten Schlepphebel 52 verschiebt,
wobei ein Kontakt geschlossen wird. Wird die Wickelrolle 36 durch Entfernen von
Werkstoff verkleinert, so geht der Fühlhebel durch sein eigenes Gewicht mit derWickelstange
50 zurück, während der Schlepphebel 52 infolge seiner Selbsthemmung in seiner einmal
eingenommenen Lage verharren bleibt und dadurch der Kontakt 43, mithin der Stromkreis
zur Elektromagnetkupplung 45 der Zähler 46 und 47, so lange unterbrochen ist, bis
der Fühlhebel 51 den Schlepphebel wieder berührt und den Kontakt 43 schließt.
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In ähnlicher Weise kann die gleiche Wirkung erzielt werden, indem
ein in der Stuhlung der Maschine gleitendes Lager, beispielsweise das der Wickelstange,
einen zusätzlich und selbsthemmend über oder neben dem Lager angeordneten Kontaktkopf
verschiebt, wobei der Stromkreis zur Elektromagnetkupplung der Zähler geschlossen
wird.
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Um zu vermeiden, daß das Bedienungspersonal der Maschine das Auf-
oder Anlegen des Fühlhebel 52 verspätet vornimmt oder ganz vergißt, kann das Verschieben
der Kontaktelemente in die Arbeitsanfangsstellung auch zwangläufig und selbsttätig
erfolgen.
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Bekanntlich hebt sich die Wickelstange 50 der aufwickelnden Rolle
durch diese nur halb so hoch als die auf der Wickelrolle 36 aufliegende Andruckwalze
38, weil die Wickelstange 50 nur von den die Tragwalzen 37 berührenden unteren Papierlagen
der Wickelrolle gehoben wird, während die Andruckwalze 38 von den unteren und von
den oberen Lagen eine Verschiebung nach oben erfährt. Legt man den einen Schlepphebel
52 verschiebenden Fühlhebel 51 auf die Wickelstange 50 und ordnet beispielsweise
am Lager der Andruckwalze einen Hebel 53 an, der auf den Schlepphebel 52 drückt,
wenn die Andruckwalze 38 auf die neu zu bewickelnde Hülse 54 aufgesetzt wird, so
entsteht bereits bei den ersten aufgewickelten Lagen ein Abstand zwischen Schlepphebel
52 und Druckhebel 53 der
Andruckwalze 38, der immer größer wird, je mehr die Wickelrolle
wächst.
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Die Andruckwalze 38 kann deshalb während des Wickelvorganges beliebig
gehoben und gesenkt werden, ohne daß Gefahr besteht, daß der Druckhebel 53 den Schlepphebel
52 berührt und ungewollt verschiebt.
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Wird aber eine neue Wickelrolle begonnen und die Andruckwalze 38 notwendigerweise
auf die Wickelhülse 54 aufgesetzt, so drückt der Druckhebel 53 der Andruckwalze
38 den Schlepphebel 52 aus seiner bei der vorhergehenden Wicklung erreichten Stellung
herunter auf die Wickelstange 50, also in die Arbeitsanfangsstellung.
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Selbstredend kann auch bei dieser Anordnung auf die zusätzliche Verwendung
eines auf der Wickelstange aufliegenden Fühlhebels 51 verzichtet und das in der
Stuhlung der Maschine gleitende Lager der Wickelstange 50 (in der Zeichnung nicht
dargestellt) zum Verschieben eines selbsthemmend gemachten Kontaktkopfes 55 verwendet
werden. Die Feinfühligkeit des Kontaktes kann dabei zweckmäßigerweise durch Übersetzungshebel,
beispielsweise Winkelhebel 56, erfolgen, der durch eine Feder vom Kontakt abt gedrückt
wird, wenn das Wickelstangenlager nicht mehr auf den unteren Schenkel des Winkelhebels
56 wirkt.
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Fig.9 zeigt wieder die Situation in der Rollmaschine im Prinzip von
der Seite gesehen, wenn die Wickelrolle ganz klein und die Andruckwalze 38 eben
aufgesetzt worden ist. Die Wickelstange 50 mit der aufgesteckten Wickelhülse 54
liegt auf den Tragwalzen 37 auf. Die Andruckwalze 38 ist auf die Wickelhülse 54
heruntergelassen. Der Fühlhebel 51 mit der Laufrolle 42 hat sich durch sein eigenes
Gewicht auf das aus der Wickelhülse 54 hervorstehende Ende der Wickelstange 50 aufgelegt.
Der Schlepphebel 52 ist von dem am Lager der Andruckwalze 38 angebrachten Druckhebel
53 heruntergedrückt worden, so daß der Kontakt 43 und damit der Stromkreis zur Elektromagnetkupplung
45 der Zähler 46 und 47 geschlossen ist.
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Fig. 10 zeigt das dritte Ausführungsbeispiel der Vorrichtung für
die Rollmaschine ebenfalls im Prinzip von der Seite gesehen, wenn die Wickelrolle
36 gewachsen ist. Der auf der Wickelstange 5O, besser aber auf dem in der Zeichnung
nicht dargestellten Wickelstangenlager aufliegende Fühlhebel 51 hat sich gehoben
und drückt dabei auf den Winkelhebel 56 des Kontaktkopfes 55, wodurch der Kontakt
und damit der Stromkreis zu der Elektromagnetkupplung 45 der Zähler 46 und 47 geschlossen
ist und demzufolge die Zähler arbeiten. Die Andruckwalze 38 mit dem Druckhebel 53
hat sich aber um das Doppelte als die Wickelstange 50 von ihrer Arbeitsanfangsstellung
entfernt. Der Druckhebel 52 berührt also den Kontaktkopf 55 nicht mehr, so daß die
Andruckwalze 38 mithin beliebig angehoben und wieder auf die Wickelrolle 36 aufgesetzt
werden kann, ohne daß Gefahr besteht, den Kontaktkopf 55 aus seiner einmal eingenommenen
Stellung ungewollt zu verschieben.