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Die
Erfindung betrifft ein Mikroventil mit elektrostatischem Antriebsprinzip,
mit mindestens einer in einer ersten Schichtebene angeordneten,
eine stationäre
Elektrode bildenden oder aufweisenden Auflagestruktur, und mit mindestens
einem einenends fixierten, eine bewegliche Elektrode bildenden oder aufweisenden
Biegeaktor, der in einer zu der ersten Schichtebene senkrechten
Höhenrichtung
des Ventils gegenüberliegend
einer Auflagefläche
der Auflagestruktur angeordnet und antriebsmäßig mit mindestens einer einer
Ventilöffnung
zugeordneten Verschlusspartie gekoppelt ist, wobei die beiden Elektroden
einen elektrostatischen Antrieb bilden, in dessen spannungslosem
Zustand ein keilähnlicher
Zwischenraum zwischen dem Biegeaktor und der Auflagefläche der
Auflagestruktur vorliegt und durch den der Biegeaktor relativ zu
der Auflagestruktur verschwenkbar ist, so dass er sich an die Auflagefläche anlegt.
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Die
DE 196 37 878 C2 beschreibt
ein Mikroventil dieser Art, bei dem der Biegeaktor eine Ventilklappe
bildet und unmittel bar eine einer zu steuernden Ventilöffnung gegenüberliegende
Verschlusspartie aufweist. Im spannungslosen Zustand des elektrostatischen
Antriebes nimmt der Biegeaktor eine von der Auflagefläche der
benachbarten Auflagestruktur weggebogene Ausgangsstellung ein und
definiert mit einer zur Höhenrichtung
des Ventils rechtwinkeligen Auflagefläche einer Auflagestruktur einen
keilähnlichen
Zwischenraum. Wird an den elektrostatischen Antrieb eine Spannung
angelegt, rollt der Biegeaktor auf der Auflagefläche ab, wobei der Effekt eines
sogenannten elektrostatischen Wanderkeils auftritt, indem der zwischen
dem Biegeaktor und der Auflagestruktur angeschlossene keilförmige Zwischenraum, entsprechend
der Biegerichtung des Biegeaktors, zum freien Ende des Biegeaktors
hin oder in entgegengesetzter Richtung wandert. Auf diese Weise
lassen sich verhältnismäßig große Schalthübe des Biegeaktors
und mithin relativ große,
steuerbare Strömungsraten
erzielen. Damit verbunden ist jedoch eine relative große Bauhöhe des Mikroventils.
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Es
ist die Aufgabe der vorliegenden Erfindung, ein Mikroventil der
eingangs genannten Art zu schaffen, das sich trotz großer Schalthübe mit vergleichsweise
geringer Bauhöhe
realisieren lässt.
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Zur
Lösung
dieser Aufgabe ist vorgesehen, dass zur Bildung des keilähnlichen
Zwischenraumes die Auflagefläche
der Aufla gestruktur zumindest bereichsweise einen mit Bezug zur
ersten Schichtebene geneigten Verlauf hat.
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Auf
diese Weise ist nicht die Krümmung
des Biegeaktors für
die Definition der Höhe
des keilähnlichen
Zwischenraumes verantwortlich, sondern zumindest teilweise und vorzugsweise
insgesamt die Auflagefläche
der Auflagestruktur, die im Vergleich zum Stand der Technik nicht
mehr parallel zur ersten Schichtebene der Auflagestruktur verläuft, sondern geneigt
dazu. Das Verhältnis
an Bauhöhe
und relalisierbarem Schalthub ist dabei besonders gut, wenn der
Biegeaktor im spannungslosen Zustand des elektrostatischen Antriebes
in einer zu der ersten Schichtebene parallelen zweiten Schichtebene
verläuft,
so dass die gesamte Höhe
des für
den Schalthub zur Verfügung
stehenden keilförmigen
Zwischenraumes durch die entsprechend gestaltete und verlaufende Auflagefläche definiert
wird. Geht man beispielsweise davon aus, dass die Auflagestruktur
ein Schichtkörper
ist, der im Bereich der Befestigungsstelle des Biegeaktors seine
maximale Höhe
besitzt, so kann der keilähnliche
Zwischenraum durch eine sich zum freien Ende des Biegeaktors hin
verringernde Schichtdicke der Auflagestruktur erzielt werden, so dass
der Biegeaktor bei der Aktivierung quasi in die Schicht der Auflagestruktur
eintaucht und folglich für den
Schalthub nicht mehr Platz beansprucht wird als für die maximale
Schichtdicke der Auflagestruktur sowieso erforderlich ist.
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Vorteilhafte
Weiterbildungen der Erfindung gehen aus den Unteransprüchen hervor.
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Vor
allem dann, wenn die Auflagestruktur aus Kunststoffmaterial besteht,
ergeben sich sehr vielfältige
Möglichkeiten,
um eine optimale Formgebung für
die Auflagefläche
zu erreichen. Zur Herstellung können
Abformtechniken eingesetzt werden, wobei sich insbesondere die Kunststoff-Mikrospritzgußtechnik
oder Heißprägetechnik
anbietet. Zur Verwirklichung der stationären Elektrode kann die Oberfläche der
Auflagestruktur metallisiert sein, beispielsweise durch galvanische
Metallisierung oder durch besputtern der Kunststoffoberfläche mit
einem Metall.
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Der
Biegeaktor kann beispielsweise ebenfalls aus Kunststoffmaterial
bestehen, das zur Realisierung der mit ihm bewegungsgekoppelten
beweglichen Elektrode wiederum metallisch beschichtet ist. Möglich ist
aber beispielsweise auch die Realisierung aus Metall, beispielsweise
Nickel, insbesondere durch Herstellung nach dem sogenannten Liga-Verfahren.
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Bevorzugt
hat die Auflagefläche,
ausgehend von der Befestigungsstelle des Biegeaktors bis zu dessen
entgegengesetztem freien Ende hin, einen durchgehend geneigten,
sich zunehmend vom Biegeaktor entfernenden Verlauf. Möglich wäre hier
beispielsweise ein einfacher Schrägverlauf nach Art einer schiefen
Ebene. Vorteilhaft ist es jedoch, wenn die Auflagefläche über ihre
gesamte Länge
hinweg, zumindest jedoch bereichsweise, einen gekrümmten Verlauf
hat. So besteht beispielsweise die Möglichkeit, die Auflagefläche mit
einem sich an die Befestigungsstelle des Biegeaktors anschließenden,
konvex gekrümmten
Längenabschnitt
zu versehen, dessen Krümmung
zunächst
konstant verläuft,
um mit zunehmender Entfernung von der Befestigungsstelle allmählich größer zu werden,
bis sich schließlich
ein geradliniger Längsverlauf
einstellt. Erreicht der Biegeaktor bei seiner Aktivierung den geradlinigen
Längenabschnitt,
wird er durch die auftretenden elektrostatischen Kräfte stark
gegen die Auflagestruktur gedrückt,
so dass sich hohe Schließkräfte realisieren lassen,
mit denen beispielsweise die Verschlusspartie gegen den eine Ventilöffnung umschließenden Ventilsitz
andrückbar
ist.
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Es
besteht ferner die vorteilhafte Möglichkeit, den keilähnlichen
Zwischenraum durch entsprechende Formgebung der Auflagefläche als
Doppelkeil-Zwischenraum auszubilden, so dass sich im spannungslosen
Zustand des Biegeaktors zwei als Keilzonen bezeichnete, keilartig
konturierte Bereiche einstellen, die ausgehend von den beiden Endbereichen
des Biegeaktors zum jeweils anderen Endbereich hin eine zunehmende
Keilhöhe
aufweisen. Auf diese Weise lässt
sich erreichen, dass das Prinzip des elektrostatischen Wanderkeils
wenigstens zweifach auftritt und folglich besonders hohe Schaltkräfte hervorgerufen
werden können.
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Das
Mikroventil kann beispielsweise so aufgebaut sein, dass es über lediglich
eine Antriebseinheit verfügt,
die jeweils eine Auflagestruktur mit zugeordnetem Biegeaktor sowie
die zugeordneten, einen elektrostatischen Antrieb bildenden Elektroden
enthält.
Nach diesem Prinzip können
extrem kompakte Mikroventile aufgebaut werden.
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Es
besteht jedoch die vorteilhafte Möglichkeit, das Mikroventil
mit mehreren derartigen Antriebseinheiten auszustatten und deren
Biegeaktoren wirkungsmäßig parallel
zu schalten. Auf diese Weise lassen sich besonders hohe Schaltkräfte hervorrufen.
Zweckmäßig ist
es hierbei, die Anordnung so zu treffen, dass sämtliche Biegeaktoren an einem
beweglichen Ventilglied angreifen, das eine oder mehrere Verschlusspartien
aufweist, mit denen sich eine oder mehrere Ventilöffnungen
steuern lassen.
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Mehrere
Antriebseinheiten können
zu einer Baueinheit zusammengefasst werden, was die Herstellung
beträchtlich
vereinfacht. Die Antriebseinheiten selbst können zu mehreren jeweils in
der gleichen Schichtebene und/oder in in der Höhenrichtung aufeinanderfolgenden,
zueinander parallelen Schichtebenen platziert werden.
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Zur
Verdeutlichung der Erfindung schließt sich nun eine Beschreibung
mehrerer Ausführungsbeispiele
an, wobei auf die beiliegende Zeichnung Bezug genommen wird. In
dieser zeigen:
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1 eine stark vergrößerte, schematische Längsschnittdarstellung
einer möglichen
ersten Ausführungsform
des erfindungsgemäßen Mikroventils, wobei
der Biegeaktor seine Ausgangsstellung im spannungslosen Zustand
des elektrostatischen Antriebes einnimmt,
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2 das Mikroventil aus 1 in der durch Aktivierung
des elektrostatischen Antriebes erhaltenen Endstellung des Biegeaktors,
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3 eine weitere Ausführungsform
des erfindungsgemäßen Mikroventils,
wiederum in einer stark schematisierten Längsschnittdarstellung, wobei der
Biegeaktor die Ausgangsstellung einnimmt,
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4 das Mikroventil aus 3 in einer Zwischenstellung
des Biegeaktors,
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5 das Mikroventil aus 3 in der Endstellung des
Biegeaktors,
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6 eine perspektivische Einzeldarstellung einer
alternativen Ausführungsform
der Auflagestruktur mit Blick auf die Auflagefläche, die hier über ihre Breite
hinweg unterschiedlich stark geneigt ist,
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7 bis 9 ein weiteres Ausführungsbeispiel des erfindungsgemäßen Mikroventils
in einer schematischen Längsschnittdarstellung,
wobei wiederum eine Ausgangsstellung, eine Zwischenstellung und eine
Endstellung gezeigt sind,
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10 eine Einzeldarstellung
des bei dem Mikroventil gemäß 7 bis 9 zum Einsatz kommenden Biegeaktors in
einer Draufsicht auf die mit einer Verschlusspartie ausgestattete
Längsseite,
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11 ein weiteres Ausführungsbeispiel
des erfindungsgemäßen Mikroventils,
das mit mehreren, gemeinsam auf ein Ventilglied einwirkenden elektrostatischen
Antriebseinheiten ausgestattet ist, wobei die Biegeaktoren bei Einnahme
der Ausgangsstellung gezeigt sind, und
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12 das Mikroventil aus 11 in der Endstellung der
Biegeaktoren und bei dementsprechend umgeschaltetem Ventilglied.
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Die
in der Zeichnung dargestellten Mikroventile dienen zur Steuerung
von Fluidströmen,
wobei sowohl pneumatische als auch hydraulische Anwendungen möglich sind.
Die bei diesen Mikroventilen realisierte Erfindung ermöglicht es,
trotz verhältnismäßig geringen
Elektrodenflächen
relative große Schalthübe und somit
hohe Durchflussraten zu realisieren.
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Die
abgebildeten Mikroventile verfügen
jeweils über
ein Ventilgehäuse 1,
das einen mehrschichtigen Aufbau haben kann und das beim Ausführungsbeispiel
aus Kunststoffmaterial besteht. Das Ventilgehäuse 1 definiert im
Innern eine Ventilkammer 2, in die mehrere Ventilkanäle 3 einmünden. Obgleich
prinzipiell auch andere Funktionalitäten möglich sind, befassen sich die
Ausführungsbeispiele
mit Ausgestaltungen als 2/2-Wegeventilen,
wobei einer der Ventilkanäle
als Speisekanal 3a und mindestens ein weiterer Ventilkanal
als Arbeitskanal 3b ausgeführt sind. Über den Speisekanal 3a kann
Druckmedium eingespeist werden. An der Arbeitskanal 3b kann
ein mit dem Druckmedium gesteuert zu versorgender Verbraucher angeschlossen
werden.
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Im
folgenden sei zunächst
näher auf
die Ausführungsbeispiele
der 1 bis 10 eingegangen. Diesen Bauformen
ist gemeinsam, dass sie lediglich eine Antriebseinheit 4 besitzen,
deren Aufbau nun im Detail erläutert
wird.
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Die
Mikroventile besitzen eine strichpunktiert angedeutete Höhenrichtung 5 und
enthalten eine eine Begrenzungswand der Ventilkammer 2 definierende
Auflagestruktur 6, die in einer ebenfalls strichpunktiert
angedeuteten ersten Schichtebene 7 verläuft, welche senkrecht zu der
Höhenrichtung 5 ausgerichtet
ist. Die Auflagestruktur 6 besitzt an der der Ventilkammer 2 zugewandten
Seite eine Auflagefläche 8.
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In
der Ventilkammer 2 ist ein der Auflagefläche 8 gegenüberliegender
länglicher
Biegeaktor 12 angeordnet. An einer einenends vorgesehenen
Befestigungsstelle 13 ist er gehäusefest fixiert, beispielsweise
durch eine Einspannung und/oder durch Verkleben mit dem Ventilgehäuse 1 und/oder
der Auflagestruktur 6.
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Ausgehend
von der Befestigungsstelle 13 erstreckt sich der Biegeaktor 12 in
einer Längsrichtung bis
hin zu seinem entgegengesetzten freien Ende 14.
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Die
Auflagestruktur 6 besteht beim Ausführungsbeispiel aus Kunststoffmaterial,
das an der dem Biegeaktor 12 zugewandten Seite eine z.B.
galvanisch oder durch Sputtern aufgebrachte Metallschicht trägt, die
als stationäre
Elektrode 15 fungiert.
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Eine
weitere Elektrode befindet sich am Biegeaktor 12 und macht
dessen Bewegungen mit, aus welchem Grund sie, der besseren Unterscheidung wegen,
als bewegliche Elektrode 16 bezeichnet sei. Bei den Ausführungsbeispielen
besteht der Biegeaktor 12 aus Metall, beispielsweise aus
Nickel, so dass er die bewegliche Elektrode 16 unmittelbar
selbst bilden kann. Alternativ wäre
aber auch hier möglich,
einen Biegeaktor 12 aus Kunststoffmaterial zu verwenden,
der zum Erhalt der beweglichen Elektrode 16 an der der
Auflagestruktur 6 zugewandten Längsseite metallisiert ist.
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An
die beiden Elektroden 15, 16 ist über in 1 schematisch angedeutete,
aus dem Ventilgehäuse 1 herausgeführte elektrische
Leiter 17 eine Betätigungsspannung
anlegbar. Sie bewirkt die Erzeugung eines elektrostatischen Feldes
zwischen den Elektroden 15, 16 der Auflagestruktur 6 und
des Biegeaktors 12. Somit stellen die beiden Elektroden 15, 16 einen
elektrostatischen Antrieb dar, der es ermöglicht, eine Auslenkung des
Biegeaktors 12 quer zu seiner Längsrichtung hervorzurufen.
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Zwischen
den beiden Elektroden 15, 16 befindet sich eine
nicht näher
gezeigte Isolationsschicht, die einen Kurzschluss verhindert, wenn
der Biegeaktor 12 an der Auflagestruktur 6 anliegt.
Die Isolationsschicht kann wahlweise auf dem Biegeaktor 12 oder
auf der Auflagestruktur 6 oder auf beiden Komponenten aufgebracht
sein. Zur Realisierung der Isolationsschicht bieten sich insbesondere
Fluor-Polymere an, die zudem eine hohe Abriebfestigkeit sowie eine
wasser- und ölabweisende
Eigenschaft aufweisen.
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Der
Biegeaktor 12 ist zweckmäßigerweise so ausgebildet,
dass er im spannungslosen Zustand des elektrostatischen Antriebes 15, 16 eine
plane Gestalt aufweist. Er ist dabei zweckmäßigerweise so ausgerichtet,
dass er sich linear in einer zweiten Schichtebene 18 erstreckt,
die zu der ersten Schichtebene 7 parallel verläuft.
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Der
Biegeaktor 12 ist antriebsmäßig mit einer Verschlusspartie 22 gekoppelt,
die der Ventilöffnung 23 eines
der in die Ventilkammer 2 einmündenden Ventilkanäle 3 gegenüberliegt.
Bei den Ausführungsbeispielen
der 1 bis 10 gehört die Ventilöffnung 23 zum
Arbeitskanal 3b.
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Die
Verschlusspartie 22 befindet sich an der der Auflagestruktur 6 entgegengesetzten
Längsseite des
Biegeaktors 12. Es kann sich bei ihr um einen Dichtpad
handeln.
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Im
spannungslosen Zustand des elektrostatischen Antriebes 15, 16 liegt
die Verschlusspartie 22 an einem die Ventilöffnung 23 umgrenzenden
Ventilsitz an. Liegt am Speisekanal 3a Druck an, wird die Verschlusspartie 22 verstärkt gegen
den Ventilsitz vorgespannt. Der Fluiddurchgang durch das Mikroventil
ist dadurch unterbrochen.
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Für die Funktion
des Mikroventils ist es günstig,
wenn die Steifigkeit des in der Praxis mebranartig dünn ausgebildeten
Biegeaktors 12 nicht zu hoch wird, da ansonsten die elektrostatische
Antriebskraft unter Umständen
nicht mehr ausreicht, um die gewünschte
Verformung des Biegeaktors 12 hervorzurufen. Beim Ausführungsbeispiel
der 7 bis 10 kommt daher ein Biegeaktor 12 mit
relativ geringer Steifigkeit zum Einsatz. Die erhöhte Flexibilität könnte jedoch
zur Folge haben, dass der in der Ventilkammer 2 herrschende
Druck den Biegeaktor 12 großflächig gegen die der Auflagestruktur 6 ge genüberliegende
Innenfläche 24 des
Ventilgehäuses 1 andrückt, was
die Funktionsfähigkeit
beeinträchtigen könnte. Um
diese Problematik zu umgehen, können daher
an der erwähnten
Innenfläche 24 vorsprungartige
Abstandshalter 25 vorgesehen werden, die den Biegeaktor 12 abfangen.
Diese Abstandshalter 25 sind zweckmäßigerweise über die gesamte Länge des
Biegeaktors 12 verteilt, ausgenommen der Bereich der Einmündungen
der Ventilkanäle 3.
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Da
der Biegeaktor 12 nun trotz der relativ weichen Charakteristik
eine geradlinige Gestalt einnehmen kann, in der er vom Druckmedium
umspült wird,
ergibt sich ein Zustand, bei dem die an ihm vorgesehene Verschlusspartie 22 mit
großer
Schließkraft
gegen die zu verschließende
Ventilöffnung 23 angepresst
wird.
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Während sich
der Biegeaktor 12 im spannungslosen Zustand des elektrostatischen
Antriebes 15, 16 rechtwinkelig zur Höhenrichtung 5 erstreckt, ist
die Auflagefläche 8 der
Auflagestruktur 6 derart ausgerichtet, dass sie zumindest
bereichsweise einen Winkel von ungleich 90° mit der Höhenrichtung 5 einschließt. Mit
anderen Worten hat die Auflagefläche 8 zumindest
bereichsweise einen mit Bezug zur ersten Schichtebene 7 geneigten
Verlauf. Auf diese Weise ergibt sich zwischen dem Biegeaktor 12 und der
Auflagefläche 8 der
Auflagestruktur 6 ein keilähnlicher Zwischenraum 26.
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Beim
Ausführungsbeispiel
der 1 und 2 bildet der keilähnliche
Zwischenraum 26 eine einzige Keilzone 27, deren
Keilspitze der Befestigungsstelle 13 zugeordnet ist. In
unmittelbarer Nähe
der Befestigungsstelle 13 ist der Abstand zwischen den
beiden Elektroden 15, 16 am geringsten, um sich
ausgehend von dort bis hin zum freien Ende 14 ständig zu
vergrößern.
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Durch
diese Konfiguration tritt bei der Aktivierung des elektrostatischen
Antriebes 15, 16 der Effekt eines sogenannten
elektrostatischen Wanderkeils auf. Bedingt durch den geringen Elektrodenabstand
legt sich der Biegeaktor 12 zunächst in der Nachbarschaft der
Befestigungsstelle 13 an die Auflagefläche 8 an, wobei der
Kontaktbereich anschließend
hin zum freien Ende 14 wandert, wobei gleichzeitig auch
der keilähnliche
Zwischenraum 26 zu diesem freien Ende 14 hin verlagert
wird, bis letztlich der Biegeaktor 12 über seine gesamte Länge hinweg
an der geneigten Auflagefläche 8 anliegt
(2).
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Beim
Ausführungsbeispiel
der 1 und 2 besitzt die Auflagefläche 8 über die
gesamte nicht eingespannte Länge
des Biegeaktors 12 einen geneigten, sich zunehmend in der
Höhenrichtung 5 vom Biegeaktor 12 entfernenden
Verlauf. Bevorzugt ist die Auflagefläche 8 dabei so gestaltet,
dass sie im Anschluss an die Befestigungsstelle 13 einen
konvex gekrümmten
Längenabschnitt
aufweist, dessen Krümmung
zunächst
ein Stück
weit konstant ist, um anschließend
einen zunehmend größeren Krümmungsradius
zu erhalten und letztlich in einen schrägverlaufenden ebenen Längenabschnitt 8b im Bereich
des freien Endes 14 des Biegeaktors 12 überzugehen.
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Bei
den Ausführungsbeispielen
der 3 bis 5 und 7 bis 10 ist
der keilähnliche
Zwischenraum 26 durch entsprechende Formgebung der Auflagefläche 8 so
geformt, dass im spannungslosen Zustand des elektrostatischen Antriebes 15, 16 der
Eindruck entsteht, der Zwischenraum 26 habe die Form zweier gegenläufiger Keile,
die sich von den äußeren Endbereichen
des Biegeaktors 12 in dessen Längsrichtung 11 mit
zunehmender Höhe
nach innen erstrecken. Der Zwischenraum sei daher als Doppelkeil-Zwischenraum 28 bezeichnet.
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Eine
erste Keilzone 32 des Doppelkeil-Zwischenraum 28 hat
ihre Spitze im Bereich der Befestigungsstelle 13 und erstreckt
sich von dort, mit zunehmender Keilhöhe, in Richtung zum entgegengesetzten,
freien Ende 14 des Biegeaktors 12. Eine zweite Keilzone 33 hat
den Bereich der Keilspitze beim freien Ende 14 des Biegeaktors 12 und
erstreckt sich ausgehend von dort, mit zunehmender Keilhöhe, in Richtung
zur Befestigungsstelle 13. An einer Vereinigungsstelle 34 gehen
die beiden Keilzonen 32, 33 ineinander über.
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Die
Keilsteigung kann in den beiden Keilzonen 32, 33 unterschiedlich
sein. Auch besteht die Möglichkeit,
die Auflagefläche 8 in
den beiden Keilzonen 32, 33 auf unterschiedliche Art
zu wölben und/oder
mit geradlinigen Flächenabschnitten
zu versehen.
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Beim
Ausführungsbeispiel
der 3 bis 5 ist die zweite Keilzone 33 im
Bereich des freien Endes 14 nicht von vorne herein geschlossen.
Das freie Ende 14 hat hier in der Ausgangsstellung einen
gewissen Abstand "a" von der Auflagefläche 8,
der kleiner ist als die Höhe
h des Doppelkeil-Zwischenraum 28 im
Bereich der Vereinigungsstelle 34.
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Wird
der elektrostatische Antrieb 15, 16 aktiviert,
so wandert zunächst
die Keilspitze der ersten Keilzone 32 in Richtung zum freien
Ende 14, wobei sich der Biegeaktor 12 ausgehend
von der Befestigungsstelle 13 mit zunehmender Länge an die
Auflagefläche 8 anschmiegt.
Das Verformungsverhalten des Biegeaktors 12 ist dabei zunächst noch
vergleichbar mit demjenigen des Ausführungsbeispiels gemäß 1 und 2 (Zwischenstellung gemäß 4).
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Nachdem
der Biegeaktor 12 jedoch soweit ausgelenkt wurde, dass
sein freies Ende 14 den Abstand "a" überbrückt hat,
stützt
sich dieses freie Ende 14 an der Auflageschicht 13 ab
und es ergibt sich ein von dieser Abstützstelle 35 ausgehender
zweiter Wanderkeil, der gegenläufig
zum ersten Wanderkeil in Längsrichtung
des Biegeaktors 12 wandert. Auf diese Weise ergibt sich
eine Erhöhung
der elektrostatischen Stellkraft von entgegengesetzten Stirnseiten des
Biegeaktors 12 her, so dass sich besonders große Schalthübe realisieren
lassen.
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Das
Ausführungsbeispiel
der 7 bis 10 unterscheidet sich von
demjenigen der 3 bis 5 dadurch, dass der Biegeaktor 12 bereits
im Ausgangszustand, bei nicht betätigtem elektrostatischem Antrieb 15, 16,
an einer in der Schwenkrichtung gegenüberliegenden Abstützstelle 35 der
Auflagestruktur 6 anliegt. Somit ergibt sich gleich von
Anfang an bei der Betätigung
des elektrostatischen Antriebes 15, 16 der Effekt
eines Doppelwanderkeils, ausgehend von zum einen der Befestigungsstelle 13 und zum
anderen dem abgestützten
freien Ende 14.
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Bei
angelegter Spannung wird der Biegeaktor 12 beginnend im
Bereich seiner Befestigungsstelle 13 in Richtung zur Auflagestruktur 6 ausgelenkt. Würde die
Krümmung
der Auflagefläche 8 konstant sein,
so ergäbe
sich eine abnehmende Stellkraft mit zunehmender Annäherung des
Wanderkeils an die zu steuernde Öffnung 23.
Da jedoch die beiden Keilzonen 32, 33 über aufeinander
abgestimmte Neigungen und/oder Krümmungen verfügen, wird
das komplette Anziehen des Biegeaktors 12 gegen die Auflagefläche 8 begünstigt.
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Nach
dem Abschalten des Antriebes kehrt der Biegeaktor 12 in
die geradlinige Geometrie zurück,
wobei der über
den Speisekanal 3a in der Ventilkammer 2 aufgebaute
Druck eine fluidi sche Schließkraft
liefert, mit der die Verschlusspartie 22 gegen den Sitz
der Ventilöffnung 23 fest
angepresst wird.
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Damit
das eingespeiste Druckmedium problemlos in die Ventilkammer 2 gelangen
kann, verfügt der
Biegeaktor 12 beim Ausführungsbeispiel
im Bereich des freien Endes 14 über eine stirnseitige Aussparung 36,
die der Mündung
des Speisekanals 3a gegenüberliegt.
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Durch
entsprechende Gestaltung der Auflagefläche 8 kann man das
Bewegungsverhalten des Biegeaktors 12 nicht nur über dessen
Länge hinweg, sondern
auch in der Breitenrichtung – rechtwinkelig zur
Zeichnungsebene – beeinflussen.
In diesem Zusammenhang zeigt die 6 eine
Einzeldarstellung einer möglichen
Ausgestaltung der Auflagestruktur 6, bei der die Auflagefläche 8 über ihre
Breite hinweg zumindest bereichsweise unterschiedlich stark geneigt
ist. Im Bereich der in der Zeichnung links liegenden Längsseite
liegt eine wesentlich stärkere
Neigung vor als an der rechten Längsseite.
Wenn sich der Biegeaktor 12 an diese Auflagefläche 8 anschmiegt,
wird er mit Bezug zu seiner Längsachse ein
Stück weit
verdrillt oder verkippt. Dadurch kann man beispielsweise zwei nebeneinander
angeordnete, zu steuernde Ventilöffnungen
unterschiedlich schnell öffnen
und schließen.
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Allen
Ausführungsbeispielen
ist gemeinsam, dass die Auflagestruktur 6 im Bereich der
Befestigungsstelle 13 eine maximale Höhe Hmax aufweist, gemessen
in der Höhenrichtung 5.
An den anderen Stellen ist die Höhe
der Auflagestruktur 6 aufgrund des geneigten Verlaufes
der Auflagefläche 8 geringer.
Wird nun der Biegeaktor 12 ausgehend von seiner Ausgangsstellung
seitwärts
in Richtung zur Auflagefläche 8 ausgelenkt,
taucht er in den durch den geneigten Flächenverlauf ausgesparten Bereich
der Auflagestruktur 6 ein, wobei ihm ein relativ großer Hub
zur Verfügung
steht, ohne die Höhenabmessungen
des Ventils zu vergrößern. Das
Mikroventil kann daher mit sehr kompakter Bauhöhe realisiert werden.
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Dieser
Umstand prädestiniert
die Erfindung auch dazu, zur weiteren Vergrößerung der erzielbaren Schaltkräfte mehrere
Antriebseinheiten 4 in einem Mikroventil so zu vereinigen,
dass ihre Biegeaktoren 12 wirkungsmäßig parallel geschaltet sind.
Ein mögliches
Ausführungsbeispiel
für ein
solches Mikroventil zeigen die 11 und 12. Dort sind im übrigen die
den bisherigen Ausführungen
entsprechenden Komponenten mit übereinstimmenden
Bezugszeichen versehen.
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Das
Mikroventil der 11 und 12 ist mit insgesamt sechs
Antriebseinheiten 4 ausgestattet. Jede Antriebseinheit 4 enthält, in der
oben geschilderten Weise, eine eine stationäre Elektrode 15 aufweisende
oder bildende Auflagestruktur 6 und einen dieser zugeordneten,
eine bewegliche Elektrode aufweisenden oder bildenden Biegeaktor 12.
Zu erkennen sind in der Zeichnung die an den einzelnen Auflagestrukturen 6 ausgebil deten
Auflageflächen 8,
die hier exemplarisch mit über
ihre gesamte Länge
hinweg konvex geformter Krümmung
ausgestattet sind.
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Die
einzelnen Antriebseinheiten 4 sind so ausgelegt, dass ihre
elektrostatischen Antriebe gleichzeitig gleichgerichtet aktivierbar
sind. Auf diese Weise wirken die erzeugten Stellkräfte gleichzeitig und
gleichgerichtet auf ein relativ zur Ventilöffnung 23 eines Ventilkanals 3 bewegbares
Ventilglied 37 ein.
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Das
Ventilglied 37 kann beispielsweise über eine Membran 38 am
Ventilgehäuse 1 beweglich
aufgehängt
sein, wobei allerdings auch andere Lagerungsmittel denkbar wären. An
dem Ventilglied 37 befindet sich eine der Ventilöffnung 23 zugeordnet
Verschlusspartie 22, die im deaktivierten Zustand der Antriebseinheiten 4 an
dem die Ventilöffnung
umschließenden
Ventilsitz anliegt (11),
während
sie im aktivierten Zustand der Antriebseinheiten 4 durch die
dann in ihre Endstellung ausgelenkten Biegeaktoren 12 von
der Ventilöffnung
abgehoben ist.
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Beim
Ausführungsbeispiel
sind die Antriebseinheiten 4 paarweise in ein und der selben
ersten Schichtebene 7 angeordnet. Dabei sind insgesamt drei
erste Schichtebenen 7 vorgesehen, die in der Höhenrichtung 5 aufeinanderfolgend
angeordnet sind, so dass sich in der Höhenrichtung 5 eine
Hintereinan derschaltung von drei Paaren von Antriebseinheiten 4 ergibt,
deren Biegeaktoren 12 wirkungsmäßig parallelgeschaltet an dem
Ventilglied 37 angreifen.
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Die
Mehrzahl von Antriebseinheiten 4 ist zweckmäßigerweise
zu einer Baueinheit 42 zusammengefasst, die sich einheitlich
handhaben lässt.
Dadurch wird der Zusammenbau des Mikroventils erheblich vereinfacht.
Es kann insbesondere vorgesehen werden, dass die einzelnen Auflagestrukturen 6 einstückiger Bestandteil
eines gemeinsamen Auflagestrukturkörpers 43 sind.
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Abschließend noch
einige weitere Anmerkungen zu zweckmäßigen Realisierungsformen der Erfindung.
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Bevorzugt
wird Auflagestruktur 6 aus Kunststoffmaterial realisiert,
was sehr variable Gestaltungsmöglichkeiten
eröffnet.
Das Wanderkeilprinzip sieht eine Integration der Auflagefläche 8 in
gehäusefeste
Bestandteile vor, was es ermöglicht,
den Biegeaktor 12 in der Ausgangsstellung rechtwinkelig
zur Höhenrichtung 5 des
Ventils zu orientieren und auf ein ausschwenken über diese Lage hinaus auf die der
Auflagestruktur entgegengesetzte Seite zu verzichten.
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Sofern
als Träger
für die
Verschlusspartie 22 ein gesondertes Ventilglied zum Einsatz
kommt, sind praktisch beliebige Gestaltungen möglich, einschließlich solcher,
bei denen das Ventilglied wippenartig ausgeführt ist. Eine solche Wippe
kann mit zwei Verschlusspartien 22 ausgestattet sein, die
im Wech sel mit zwei Ventilöffnungen
zusammenarbeiten, um in Verbindung mit einem weiteren Ventilkanal
ein 3/2-Wegeventil zu realisieren.
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Die
Rückstellkraft
des Biegeaktors 12 in die Ausgangsstellung kann allein
aus der Eigensteifigkeit des verwendeten Materials abgeleitet werden
oder aber auch unter zur Hilfenahme einer zusätzlichen Federeinrichtung.
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Die
von einem Biegeaktor 12 gesteuerte Ventilöffnung 23 kann
je nach Bauform des Ventils zu einem Speisekanal oder zu einem Arbeitskanal
gehören.
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Da
beim Ausführungsbeispiel
der 11 und 12 durch die Membran 38 eine
Unterteilung der Ventilkammer 2 in einen mit den Ventilkanälen 3 kommunizierenden
ersten Teilraum 44 und einen die Antriebseinheiten 4 enthaltenden
zweiten Teilraum 45 vorgenommen ist, liegt eine wirksame
Abschirmung vor, die eine Verunreinigung der Antriebseinheiten 4 durch
vom Fluid mitgeführt
Partikel verhindert. Ferner besteht die Möglichkeit, den zweiten Teilraum 45 vollständig mit
einem Fluid zu füllen,
das eine hohe Dielektrizitätszahl
aufweist, wodurch die elektrostatische Kraft erhöht wird.