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Die
vorliegende Erfindung betrifft eine Backplane zum signaltechnischen
Verbinden einer Mehrzahl von signalverarbeitenden Schaltungen, im
folgenden als Steckkarten bezeichnet, in einem signalverarbeitenden,
insbesondere einem datenverarbeitenden und/oder kommunikationstechnischen
System.
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Derartige
Systeme sind häufig
modular aus einer Mehrzahl von Steckkarten aufgebaut, die benachbart
zueinander in einem Einschubfach montiert sind, wobei die signaltechnische
Verbindung zwischen den Steckkarten durch eine am Boden des Fachs
angeordnete Backplane hergestellt ist, die eine Mehrzahl von Steckplätzen zum
Anschließen
jeweils einer Karte und einen Bus aufweist, über den jeweils sich positionsmäßig entsprechende
Kontakte an den einzelnen Steckplätzen untereinander verbunden
sind.
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Für die Signalübertragung
auf dem Bus ist jeder Steckkarte eine Adresse zugeordnet. Signale werden
auf dem Bus in Form von Nachrichten übertragen, von denen jede neben
den eigentlichen Nutzsignalen eine Adresse umfasst, die die Steckkarte (oder
-karten) spezifiziert, für
die die Nachricht bestimmt ist, und die einzelnen Steckkarten berücksichtigen
nur diejenigen Nachrichten, die die ihnen zugeordneten Adressen
enthalten. Auf diese Weise ist es möglich, die Steckkarten an beliebigen
Steckplätzen der
Backplane zu montieren, ohne dass die Platzierung der einzelnen
Steckkarten einen Einfluss auf die Arbeitsweise des Systems hat.
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Voraussetzung
für eine
korrekte Auswertung einer solchen Nachricht durch eine Steckkarte
ist, dass diese in der Lage ist, eine Nachricht und die darin enthaltene
Adresse zu identifizieren. Dies kann nicht in allen Fällen vorausgesetzt
werden. Bei einer Funktionsstörung
einer Steckkarte, beispielsweise in Folge eines Absturzes eines
Prozessors der Karte, kann nicht davon ausgegangen werden, dass
die Steckkarte auf eine empfangene Nachricht korrekt reagiert. Auch
während
der Entwicklung eines Systems, das solche Steckkarten verwendet,
kann nicht davon ausgegangen werden, dass jede Steckkarte sich gegenüber allen
denkbaren Nachrichten, die an sie gesendet werden können, in
einer gewünschten, vorhersagbaren
Weise verhält.
Es kann daher wünschenswert
sein, bestimmte Funktionen einer Steckkarte auslösen zu können, ohne dass hierfür eine Nachricht
in einem mit dem verwendeten Bus konformen Format auf der Backplane übertragen
werden muss. Insbesondere bei sicherheitsrelevanten Funktionen einer
Steckkarte, d.h. Funktionen, die dazu dienen, Schäden an der
Steckkarte oder an anderen Teilen des Systems oder Verletzungen
von Bedienungspersonen zu vermeiden, besteht ein erhebliches Bedürfnis, diese
unter allen Umständen
auslö sen
zu können,
auch wenn andere Funktionen der Steckkarte, sei es aufgrund einer
technischen Störung
oder weil sie noch nicht vollständig
entwickelt worden sind, nicht zuverlässig arbeiten.
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Aufgabe
der vorliegenden Erfindung ist, eine Backplane und eine Anordnung
mit einer Backplane und wenigstens zwei an Steckplätzen der
Backplane angeschlossenen Steckkarten anzugeben, die diesem Bedürfnis Rechnung
tragen.
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Die
Aufgabe wird gelöst
durch eine Backplane mit den Merkmalen des Anspruchs 1 beziehungsweise
eine Anordnung mit den Merkmalen des Anspruchs 6.
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Die
erfindungsgemäße Backplane
umfasst einen Träger
für Signalleitungen
und eine Mehrzahl von in einer definierten Reihenfolge auf dem Träger angeordneten
Steckplätzen
zum Anschließen
jeweils einer Steckkarte, wobei die Steckplätze jeweils eine Mehrzahl von
signalübertragenden
Kontakten aufweisen, die an jedem Steckplatz nach einem gleichen Muster
positioniert sind. Sie zeichnet sich dadurch aus, dass an den Steckplätzen wenigstens
zwei Positionen von Kontakten in der Weise festgelegt sind, dass
ein Kontakt an einer dieser zwei Positionen, als nullte Position
bezeichnet, jedes in der Reihenfolge einen Nachfolger habenden Steckplatzes
mit einem Kontakt an der anderen Position dieses nachfolgenden Steckplatzes,
als erste Position bezeichnet, über die
Backplane signaltechnisch verbunden ist. Diese Verbindung schafft
die Möglichkeit
einer Signalübertragung
zwischen einer an einem Steckplatz der Backplane montierten Steckkarte
und einer zweiten, am Nachfolger oder Vorgänger dieses ersten Steckplatzes
montierten Steckkarte, die es einer der zwei Steckkarten – als steuernde
Steckkarte bezeichnet – ermöglicht,
ein Signal zum Auslösen
einer Funktion der jeweils anderen Steckkarte an diese sogenannte gesteuerte
Steckkarte zu senden, wobei dieses Signal von der gesteuerten Steckkarte
auswertbar ist, ohne dass hierfür
eine Erkennung von Adressen oder dergleichen notwendig ist. Die
einzige Bedingung, die die steuernde und die gesteuerte Karte erfüllen müssen, ist,
dass sie sich an in der definierten Reihenfolge aufeinander folgenden
Steckplätzen
befinden.
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Vorzugsweise
ist der Kontakt an der nullten Position eines Steckplatzes nicht
nur mit dem Kontakt an der ersten Position eines ersten Nachfolgers verbunden,
sondern außerdem
mit einem Kontakt an einer i-ten Position jedes i-ten Nachfolgers
des ursprünglichen
Steckplatzes, wobei i alle ganzzahligen Werte zwischen 1 und einer
Obergrenze n annimmt. Diese Maßnahme
ermöglicht
unter anderem die Verwendung von Steckkarten von mehr als Einheitsbreite,
die neben dem Steckplatz, an dem sie kontaktiert sind, auch einen
oder mehrere Vorgänger- oder Nachfolger-Steckplätze überdecken.
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Ferner
ist vorzugsweise der Kontakt an der nullten Position jedes Steckplatzes
mit einer geraden Zahl von Kontakten anderer Steckplätze verbunden, und
zwar vorzugsweise mit einer jeweils gleichen Zahl von Nachfolger-
und von Vorgänger-Steckplätzen in
der definierten Reihenfolge.
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Zweckmäßigerweise
sind die Steckplätze
in einer oder mehreren Gruppen, insbesondere jeweils in Form eines
in einem Gestell montierbaren Steckrahmens, zusammengefasst, wobei
innerhalb jeder Gruppe die definierte Reihenfolge der Steckplätze ihrer
räumlichen
Aufeinanderfolge entspricht.
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Vorzugsweise
ist die definierte Reihenfolge eine zyklische Reihenfolge, bei der
ein in der räumlichen
Aufeinanderfolge erster Steckplatz einer ersten dieser Gruppen in
der definierten Reihenfolge Nachfolger des letzten Steckplatzes
der letzten der Gruppen ist. So hat jeder Steckplatz die gleiche
Zahl von Nachfolgern beziehungsweise Vorgängern, und kein Steckplatz
ist hinsichtlich der Möglichkeiten,
von einem anderen Steckplatz aus gesteuert zu werden oder eine Karte
an einem anderen Steckplatz zu steuern, benachteiligt.
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Die
Aufgabe der Erfindung wird gemäß Anspruch
6 auch durch eine Anordnung mit einer Backplane wie oben definiert
und wenigstens einer ersten und einer zweiten an Steckplätzen der
Backplane angeschlossenen Steckkarte gelöst, bei der die zwei Steckkarten über eine
Signalleitung der Backplane verbunden sind, die über einen Kontakt an der nullten Position
des Steckplatzes der ersten Steckkarte geführt ist, wobei die erste Steckkarte über die
Signalleitung eine Funktion, insbesondere eine Sicherheitsfunktion,
der zweiten Steckkarte steuert.
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Eine
besonders wichtige Anwendung ist die auf die automatische Abschaltung
einer Laserquelle als Sicherheitsfunktion in dem Fall, dass eine
der Steck karten ein optischer Sender eines optischen Kommunikationssystems
ist.
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Um
zu verhindern, dass eine Steckkarte durch eine Mehrzahl von benachbarten
Karten in evtl. unerwünschter
Weise gesteuert wird, ist die zweite Karte zweckmäßigerweise
eingerichtet, zu erfassen, wenn eine Signalverbindung zu der ersten
Karte über einen
j-ten Kontakt ihres Steckplatzes besteht und Steuersignale, die
an einem i-ten Kontakt mit i > j
anliegen, zu ignorieren. Alternativ ist es auch möglich, eine
signaltechnische Verbindung zwischen einem i-ten Kontakt eines Steckplatzes
und einem (i + 2)-ten Kontakt eines in der definierten Reihenfolge übernächsten Steckplatzes
durch Montieren einer Steckkarte an dem zwischen beiden liegenden
Steckplatz unterbrechbar zu gestalten. Dadurch ist sichergestellt,
dass jede steuerbare Karte nur durch eine jeweils benachbarte Karte
gesteuert werden kann.
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Vorzugsweise
ist eine Übertragung
von Signalen von einer steuernden ersten Karte aus an benachbarte
Karten in zwei Richtungen möglich,
d.h. sowohl zu in der definierten Reihenfolge nachfolgenden Steckplätzen als
auch zu vorhergehenden Steckplätzen.
Selbstverständlich
kann dabei für
das Verhältnis
zwischen einem Steckplatz und seinen vorhergehenden Steckplätzen all
das gelten, was oben zum Verhältnis
zwischen diesem Steckplatz und seinen Nachfolgern gesagt wurde,
wie sich ohne weiteres daraus ergibt, dass die definierte Reihenfolge,
von der oben die Rede ist, durch die jeweils entgegengesetzte Reihenfolge
ersetzt werden kann.
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Weitere
Merkmale und Vorteile der Erfindung ergeben sich aus der nachfolgenden
Beschreibung von Ausführungsbeispielen
unter Bezugnahme auf die beigefügten
Figuren. Es zeigen:
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1 eine schematische Draufsicht
auf eine er findungsgemäße Backplane
mit einer Mehrzahl von Steckplätzen;
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2 mehrere zu Steuerungszwecken
hintereinander geschaltete Backplanes des in 1 gezeigten Typs;
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3 zwei hintereinander geschaltete
Backplanes gemäß einer
zweiten Ausgestaltung der Erfindung;
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4 eine perspektivische Ansicht
eines mit einer Backplane gemäß 1 ausgestatteten Einbaurahmens
für Steckkarten;
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5 ein Beispiel für eine Sende-
und eine Empfangsstufe von zwei über
die Backplane verbundenen Steckkarten;
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6 ein schematischer Schnitt
durch einen Steckverbinder der Backplane.
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1 zeigt eine schematische
Draufsicht auf eine Leiterplatte, die als Träger für eine erfindungsgemäße Backplane
fungiert. Die Backplane ist von links nach rechts in eine Mehrzahl
von Steckplätzen
unterteilt, von denen einer als gestrichelt umran detes Rechteck
hervorgehoben ist. Jeder Steckplatz 2 umfasst einen Steckverbinder 3,
in den ein komplementärer
Verbinder einer (in der Figur nicht dargestellten) Steckkarte einführbar ist.
Auf der Leiterplatte ist ein Bussystem für die Kommunikation der Steckkarten
untereinander durch eine Mehrzahl von Leiterbahnen 4 gebildet,
von denen jede Kontakte an jeweils gleichen Stellen der Steckverbinder 3 leitend verbindet.
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Es
gibt eine zweite Gruppe von Leiterbahnen 5, die jeweils
verschiedene Kontakte 6_3 , 6_2 ,..., 60 , ..., 63 von sieben untereinander benachbarten
Steckverbindern 3 verbindet. Die Kontakte 6_3 bis 63 sind an
einem einzelnen Steckverbinder 3 jeweils unmittelbar übereinander
angeordnet, so dass sich für
diese Kontakte an untereinander benachbarten Steckverbindern 3 verbindenden
Leiterbahnen 5 die in der Figur dargestellte schräge Orientierung
ergibt. Einer der Kontakte, als nullter Kontakt 60 bezeichnet,
ist vorgesehen, um einen Ausgang einer Steckkarte daran anzuschließen, der
ein Steuersignal zum Steuern einer Funktion von benachbarten Steckkarten
liefert. Ein von einer Steckkarte am Steckverbinder 30 gesendetes Steuersignal erreicht somit
die in der Reihenfolge der Steckverbinder 3 von links nach
rechts nachfolgenden drei Steckverbinder 31 , 32 , 33 sowie die
drei vorhergehenden Steckverbinder 3_1 , 3_2 , 3_3 und
ist so in der Lage, eine Funktion von an diesen Steckplätzen montierten
Steckkarten zu steuern. Umgekehrt ist zum Beispiel eine am Steckverbinder 3_1 montierte Steckkarte in der Lage,
Steckkarten an den Verbindern 30 bis 32 sowie 3_2 bis 3_4 zu steuern.
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Leiterbahnen 5,
die den Steckverbinder 31 am linken
Rand der Leiterplatte 1 kreuzen, sind, wie aus Gründen der Übersichtlichkeit
nur für
eine dieser Leiterbahnen gezeigt, durch eine gestrichelt dargestellte)
Leiterbahn 7 entlang der Rückseite der Leiterplatte 1 mit
Kontakten des Steckverbinders 3r am rechten
Rand der Leiterplatte 1 verbunden. So fungiert, was die Übertragung
der Steuersignale zwischen den Steckverbindern angeht, der Steckverbinder 3r als Vorgänger des Steckverbinders 31 , das heißt ein am Kontakt 60 des Steckverbinders 31 eingespeistes
Steuersignal erreicht den Kontakt 6_1 des Verbinders 3r , beziehungsweise ein am Kontakt 60 des Verbinders 3r gesendetes
Signal liegt am Kontakt 61 des
Verbinders 31 an. So bilden sämtliche
Steckverbinder eine in sich geschlossene zyklische Folge, in welcher
eine an einem beliebigen Verbinder 3 montierte Steckkarte
bis zu drei benachbarte Karten in beiden Richtungen steuern kann.
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2 zeigt eine Anordnung von
drei Leiterplatten 1 gemäß einer gegenüber 1 weiter entwickelten Ausgestaltung.
In 2 sind diejenigen
der Leiterbahnen 5, die einen der Ränder ihrer Leiterplatte 1 kreuzen,
nicht wie in 1 zu einer
Leiterbahn 7 auf der Rückseite
der Leiterplatte 1 durchkontaktiert, sondern die Leiterbahnen 7 wie
auch die den Rand kreuzenden Leiterbahnen 5 enden jeweils
am Rand der Leiterplatte 1 in Kontaktfeldern, auf die ein
Stecker 8, 9 aufsteckbar ist. Dabei dienen die
zwei in der Fig. mit 8 bezeichneten Stecker lediglich zum
Verbinden von Leiterbahnen 5, 7 auf Vorder- und
Rückseite der
Leiterplatte 1, wäh rend
die paarweise, beispielsweise über
Flachbandkabel, verbundenen Stecker 9 dazu dienen, sich
positionsmäßig entsprechende Leiterbahnen 5 beziehungsweise 7 auf
benachbarten Leiterplatten 1 miteinander zu verbinden.
Dadurch wird zum Beispiel ein Steckverbinder 31 am
linken Rand der mittleren Leiterplatte 1 zum Nachfolger eines Steckverbinders 3r am rechten Rand der linken Leiterplatte 1 beziehungsweise
ein Steckverbinder 3r am rechten
Rand der mittleren Leiterplatte 1 zum Vorgänger des
Steckverbinders 31 am linken Rand der
rechten Leiterplatte 1, und der rechte Steckverbinder 3r der
rechten Leiterplatte 1 wird über den auf den rechten Rand
dieser Leiterplatte aufgesteckten Stecker 8 und die über die
Stecker 9 untereinander verbundenen rückseitigen Leiterbahnen 7 zum
Vorgänger
des linken Steckverbinders 31 der
linken Leiterplatte 1.
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Es
liegt auf der Hand, dass auf diese Weise im Prinzip beliebige Zahlen
von Leiterplatten 1 hintereinander geschaltet beziehungsweise
zu einem Ring verbunden werden können.
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Bei
den meisten praktischen Anwendungen kommen, sofern mehrere Einbaurahmen
für Steckkarten
benötigt
werden, diese nicht nebeneinander, sondern übereinander zum Einsatz. 3 zeigt ein schematisches
Layout einer erfindungsgemäßen Backplane,
bei der die Anordnung der Leiterbahnen besonders an diese Anforderungen
angepasst ist. Dabei sind Leiterbahnen eines Bussystems der Einfachheit
halber fortgelassen. Die Figur zeigt zwei Leiterplatten 11 , 12 von
identischem Aufbau. Jede Leiterplatte 11 , 12 hat insgesamt m + n Leiterbahnen 5', die sich über im wesentlichen
die gesamte Breite der Leiterplatte 1 erstrecken, wobei
m die Zahl der Steckverbinder 3 der Backplane ist und n
die Zahl der Vorgänger
beziehungsweise Nachfolger, hier n = 3, angibt, mit der jeder Steckverbinder 3 über die
Leiterbahnen 5' verbunden
ist. Die Steckverbinder sind bezeichnet mit 30 bis 3m_1 , und der
i-te Kontakt 6i , i = –3,...,
+3 eines Steckverbinders 3j , j
= 0,..., m – 1,
ist verbunden mit der Leiterbahn 5'i+j .
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Von
den Leiterbahnen 5'–3 , 5'–2 ,..., 5'm+2 sind die
Leiterbahnen 5'–3 , 5'–2 , 5'–1 zu
einem Steckverbinder 10a in der linken oberen Ecke der
Leiterplatte 11 geführt; die
Leiterbahnen 5'0 , 5'1 , 5'2 sind
zu einem Steckverbinder 10b an einer rechten oberen Ecke der
Leiterplatte 11 geführt, die
Leiterbahnen 5'm–3 , 5'm–2 , 5'm–1 führen zu
einem Steckverbinder 10c an einer linken unteren Ecke und
die Leiterbahnen 5' m, 5'm+1 , 5'm+2 zu
einem Steckverbinder 10d an einer rechten unteren Ecke
der Leiterplatte 11 . Die Steckverbinder 10c, 10d sind über Kabel 11 mit
Steckverbindern 10a, 10b der darunter liegenden
Leiterplatte 12 verbunden. Dies
ermöglicht
es einer Steckkarte am letzten Steckverbinder 3m–1 der
Leiterplatte 11 , über ihren
Kontakt 60 , der zur Leiterbahn 5'm–1 führt, Steuersignale
nicht nur an die Vorgänger-Steckplätze 3m–2, 3m–3, 3m–4 auf
der Leiterplatte 11 zu senden, sondern,
wie durch Nachverfolgen der Leiterbahnen in der Figur leicht zu
erkennen ist, auch an die Steckverbinder 30 , 31 , 32 der
Leiterplatte 12 . Diese werden also
mit Hilfe der die Leiterplatten verbindenden Kabel 11 zu Nachfolgern
des Steckverbinders 3m– 1 der Leiterplatte 11.
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Nach
dem oben beschriebenen Muster können
im Prinzip beliebig viele Leiterplatten 1 hintereinander
geschaltet werden. Verbindet man die Steckverbinder 10c, 10d der
letzten derartigen Leiterplatte mit den Steckverbindern 10a beziehungsweise 10b der
Leiterplatte 11 , so resultiert
eine zyklische Reihenfolge der Steckverbinder 3, bei der
zum Beispiel der Steckverbinder 30 der
Leiterplatte 11 Vorgänger auf
dieser letzten Leiterplatte hat, die durch eine Steckkarte am Steckverbinder 31 gesteuert werden können beziehungsweise die in
der Lage sind, diese Steckkarte zu steuern.
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4 zeigt eine perspektivische
Ansicht eines Steckrahmens 14, eines im wesentlichen quaderförmigen Gehäuses mit
einer offenen Vorderseite und einer Rückseite, an der eine Backplane,
wie im folgenden genauer beschrieben, angeordnet ist. Im Hohlraum
des Steckrahmens 14, vor der Backplane, ist eine Mehrzahl
von Steckkarten 15, 16, 17 auf Schienen
geführt
platziert. Jede dieser Steckkarten trägt an ihrer Rückseite
einen (nicht dargestellten) zu einem Steckverbinder 3 der
Backplane kompatiblen Steckverbinder. Die Steckkarten können unterschiedliche
Breiten aufweisen, so haben in der 4 die
Steckkarten 15, 17 jeweils eine dem Abstand zwischen
zwei Steckverbindern 3 entsprechende Breite, und die Steckkarte 16 ist
dreimal so breit wie die Steckkarten 15, 17, so
dass sie zwar drei Steckverbinder 3 der Backplane überdeckt,
aber nur mit einem von diesen in Kontakt steht. Die Aufgaben der Steckkarten 15, 16, 17 können im
Rahmen der vorliegenden Erfindung weitgehend beliebig sein. Es ist
lediglich zu unterscheiden zwischen einer ersten Gruppe von Steckkarten,
die vorgesehen sind, eine Funktion einer anderen Karte zu steuern
und zu diesem Zweck ein Steuersignal am Kontakt 60 ihres
Steckplatzes einspeisen zu können,
und einer zweiten Gruppe von Karten, die durch eine Karte der ersten Gruppe
steuerbare Funktionen haben, d.h. die in der Lage sind, an einem
der Kontakte 6_3 , 6_2 , 6–1 , 61 , 62 , 63 ein Steuersignal zu empfangen. Als
ein Beispiel für eine
Karte der zweiten Gruppe kann die Karte 16 dienen, bei
der es sich um ein Laser-Sendemodul
für ein optisches
Nachrichtenübertragungssystem
handelt, und die eine Kupplung 18 zum Anschließen einer
optischen Faser aufweist. Wenn sich an dieser Kupplung 18 keine
optische Faser befindet, kann von dem Sendemodul erzeugte Laserstrahlung
an dieser Kupplung 18 austreten und Personen verletzen.
Um dies zu verhindern, ist der Karte 16 die Karte 17 zugeordnet,
die dazu dient, das ordnungsgemäße Vorhandensein
der optischen Faser an der Kupplung 18 zu überwachen
und die Laseremission der Karte 16 zu unterbinden, wenn
nicht ordnungsgemäß festgestellt
werden kann, dass die optische Faser angeschlossen ist.
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Um
ein höchstmögliches
Maß an
Flexibilität bei
der Platzierung von Steckkarten in dem Rahmen 14 zu erreichen,
ist es an sich wünschenswert,
sicherstellen zu können,
dass eine steuernde Karte wie die Karte 17 jeweils nur
eine benachbarte steuerbare Karte wie die Karte 16 steuern
kann. Sofern die Karten unterschiedliche Breiten haben können, wie im hier
betrachteten Fall, muss die Zahl n der Vorgänger- und Nachfolger-Steckverbinder,
die mit einem Steuersignal erreicht werden kann, an die maximale Breite
der Karte angepasst sein. D.h., um die Karte 16 mit dreifacher
Einheitsbreite von einem rechts oder links benachbarten Steckplatz
aus steuern zu können,
muss n wenigstens gleich 3 sein.
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Dabei
ergibt sich allerdings ein Problem, wenn technische Weiterentwicklungen
es ermöglichen,
beispielsweise die Karte 16 durch eine Karte einfacher
Breite zu ersetzen. Dann werden zwei Steckplätze frei, die allerdings, sofern
keine besondere Maßnahmen
getroffen werden, ebenfalls einer Steuerung durch die Karte 17 unterliegen.
Möglichkeiten,
eine unerwünschte
Steuerung von nachträglich
in diesen frei gewordenen Steckplätzen montierten Karten zu verhindern,
werden anhand der 5 und 6 beschrieben.
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Die 5 zeigt eine elektronische
Lösung des
Problems. Dieser Lösung
zufolge ist bei einer steuernden Karte jeweils eine Ausgangsschaltung 21 an
den Kontakt 60 des Steckverbinders 3 dieser
Karte angeschlossen, und steuerbare Karten haben an allen Kontakten 6i , i = 1, 2,..., n Eingangsschaltungen 22i . Steuerbare Karten sind an ihrem Kontakt 60 hochohmig. Die Ausgangsschaltung 21 der
steuernden Karte liefert je nach Pegel, mit dem ihr Transistor 23 angesteuert
wird, entweder einen Spannungspegel nahe einer Versorgungsspannung
U1 oder nahe Masse auf die Leiterbahn 5. Die Eingangsschaltung 22 erkennt
mit Hilfe eines ersten Komparators 24, welches der von
der Ausgangsschaltung 21 ausgegebene Pegel ist. Eine zweite
Versorgungsspannung U2 der Eingangsschaltung 22, die ein
zu U1 ein entgegengesetztes Vorzeichen hat, ist über einen hohen Vorwiderstand 25 mit
der Leiterbahn 5 verbunden und beeinflusst deren Spannungspegel
nur unwesentlich. Wenn jedoch an der Leiterbahn 5 keine
Ausgangsschaltung 21 angeschlossen ist, nimmt sie den Spannungspegel
U2 an. Dies wird von einem zweiten Komparator 26 der Eingangsschaltung 22 erkannt.
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Betrachten
wir nun den Fall, dass eine steuernde Karte an einem beliebigen
Steckverbinder 3j und eine zu steuernde
Karte an einem übernächsten Nachfolger-Steckverbinder 3j+2 montiert ist. Wenn der dazwischen
liegende Steckverbinder 3j+1 frei
oder mit einer weiteren steuerbaren Karte besetzt ist, so liegt der
Kontakt 61 der zu steuernden Karte
auf U2, und die zu steuernde Karte am Steckverbinder 3j+1 erkennt, dass von diesem Steckplatz
kein Steuersignal kommen kann. In diesem Fall überprüft sie das Potenzial am nachfolgenden
Kontakt 62 . Da dieser mit der steuernden
Karte verbunden ist, liegt er entweder auf Masse oder auf U1. Die
steuerbare Karte führt
die durch den Pegel am Kontakt 62 festgelegte
Aktion aus, ignoriert aber eventuell am Kontakt 63 anliegende
Signale. Der Pegel an diesem Kontakt würde nur dann ausgewertet, wenn
sich an beiden niedriger indizierten Kontakten 61 , 62 herausstellte, dass sie mit keiner
steuernden Karte verbunden sind. Auf diese Weise wird die steuerbare
Karte jeweils nur von einer, und zwar der nächst benachbarten steuernden Karte
gesteuert.
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Ein ähnlicher
Effekt lässt
sich auf mechanischem Wege durch die in 6 dargestellte Lösung ereichen. Sie zeigt einen
schematischen Schnitt durch einen Steckverbinder 3 in Höhe eines
Kontakts 6i , i > 0. Die Leiterbahn 5 ist in Höhe des Steckverbinders 3 durch
eine Kontaktfeder 27 gebildet, die mit dem Kontakt 6i–1 des
Vorgänger-Steckplatzes
verbunden ist, und durch ein Kontaktblech 28, das mit dem
Kontakt 6i+1 eines Nachfolger-Steckplatzes
verbunden ist. Die Kontaktfeder 27 kreuzt eine Bohrung des
Steckverbinders, in die ein Stift 29 einer an diesem Steckverbinder
montierten Steckkarte einführbar
ist. Der Stift 29 drängt
die Kontaktfeder 27 elastisch aus einer gestrichelt dargestellten
Position, in der sie das Kontaktblech 28 berührt, in
eine durchgezogen dargestellte ausgelenkte Stellung, in der dieser
Kontakt aufgehoben ist. So ist jede Steckkarte an einem Nachfolger
des dargestellten Steckverbinders 3 von Steuersignalen
abgeschnitten, die von einem Vorgänger-Steckverbinder kommen,
d.h. jede steuernde Karte kann nur jeweils unmittelbar benachbarte
steuerbare Karten steuern, nicht aber übernächste Nachbarn.