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Die
Erfindung betrifft eine Bogendruckmaschinen-Wascheinrichtung und
eine Steuereinrichtung dafür.
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Eine
Bogendruckmaschinen-Wascheinrichtung dieser Art und eine Steuereinrichtung
dafür zum Reinigen
eines Druckzylinders, dessen Zylinderumfang durch zwei Greifergruben
in zwei Zylinderumfangsabschnitte unterteilt ist, ist aus der
EP 1 050 408 B1 bekannt.
Die Steuereinrichtung und die Waschvorrichtung der Wascheinrichtung
sind derart ausgebildet, dass bei jeder Zylinderumdrehung nur der
eine, jedoch nicht der andere, Zylinderumfangsabschnitt von der
Waschvorrichtung gereinigt wird. Danach kann umgeschaltet werden,
so dass dann bei jeder Zylinderumdrehung nur der betreffende andere,
jedoch nicht der eine Zylinderumfangsabschnitt von der Waschvorrichtung
gereinigt wird. Ein Waschtuch der Waschvorrichtung wird jeweils
um einen Tuchabschnitt weiter transportiert, wenn die Waschvorrichtung
von dem Druckzylinder distanziert ist und sich gegenüber, dem
Zylinderumfangsabschnitt befindet, welcher nicht gereinigt wird.
Damit sind höhere Drehgeschwindigkeiten
des Druckzylinders während des
Reinigungsbetriebes möglich,
und damit kürzere Reinigungszeiten,
als mit einer Wascheinrichtung, bei welcher die Waschvorrichtung,
nachdem sie vom Ende eines Zylinderumfangsabschnittes abgestellt wird,
gleich wieder an den Anfang des unmittelbar danach folgenden Zylinderumfangsabschnittes
angestellt wird, wobei während
des Überbrückens der schmalen
Greifergrube, welche zwischen dem genannten Ende und dem genannten
Anfang liegt, die Waschvorrichtung einen Tuchvorschub durchführt. Der
Vorschub des Waschtuches um jeweils einen Tuchabschnitt benötigt relativ
viel Zeit, die Breite der Greifergruben ist jedoch sehr klein. Bei
hohen Drehzahlen des Druckzylinders ist es nicht möglich, die Waschvorrichtung
an einer Greifergrube nach dem Abheben vom Ende eines Zylinderumfangsabschnittes
an den Anfang des direkt nachfolgenden Zylinderumfangsabschnittes
anzustellen, weil die Reaktionszeiten der Waschvorrichtung zu lang
sind.
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Die
Funktion der Wascheinrichtung der
EP
1 050 408 B1 wird im Folgenden mit Bezug auf
1 der hier beigefügten Zeichnungen
beschrieben.
1 zeigt
in Stirnansicht schematisch einen Druckzylinder
10 mit
zwei Greifergruben
1 und
2, welche zur deutlichen
Darstellung der Waschfunktionen unmaßstäblich vergrößert dargestellt sind. Eine
(nicht gezeigte) Druckmaschinen-Steuereinrichtung erzeugt Winkelpositionssignale,
in Abhängigkeit
von welchen eine Steuereinrichtung
12, welche die Winkelpositionssignale
empfängt,
erkennen kann, in welcher Drehwinkelposition der Druckzylinder
10,
welcher in Drehrichtung
14 rotiert, sich jeweils befindet relativ
zu einer ortsfesten Anstellwinkelposition C einer Waschvorrichtung
16,
welche in
1 schematisch
und auch durch einen Pfeil dargestellt ist, welcher gleichzeitig
die Anstellbewegungsrichtung der Waschvorrichtung
16 zeigt.
Die Waschvorrichtung
16 ist ausgebildet, um ein Waschtuch
18 von
einer Versorgungsrolle
20 über ein Andruckelement
22,
mit welchem ein Waschtuchabschnitt an die Zylinderumfangsabschnitte
A und B zwischen den Greifergruben
1 und
2 alternativ
anstellbar ist, tuchabschnittsweise auf eine Aufwickelrolle
24 zu
transportieren, wenn die Waschvorrichtung
16 von dem Druckzylinder
10 distanziert
ist. Die eine Greifergrube
1 hat ein Grubenende am Anfang
A1 des einen Zylinderumfangsabschnittes A, und einen Grubenanfang
am Ende B2 des anderen Zylinderumfangsabschnittes B. Die andere
Greifergrube
2 hat einen Grubenanfang am Ende A2 des einen
Zylinderumfangsabschnittes A, und ein Grubenende am Anfang B1 des
anderen Zylinderumfangsabschnittes B.
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Die
Waschvorrichtung 16 ist von einer Grundstellung 26 im
Abstand 28 von dem Druckzylinder A distanziert und durch
einen Anstellbefehl AN von der Grundstellung 26 ausgehend
an einer vorbestimmten Anstellstelle am Anfang A1 (oder B1) des einen
Zylinderumfangsabschnittes A (oder des anderen Zylinderumfangsabschnittes
B) entsprechend einem Pfeil 30 anstellbar. Der Anstellbefehl
AN muss bei einer Vorlauf-Winkelstelle W1 um einen Anstell-Vorlaufwinkel α erzeugt
werden, bevor die vorbestimmte Anstellstelle am Anfang A1 (oder
B1) des zu reinigenden Zylinderumfangsabschnittes A (oder B) die
Anstellwinkelposition C der Waschvorrichtung erreicht, damit die
Waschvorrichtung 16 unter Berücksichtigung der Rotationsgeschwindigkeit
des Druckzylinders 10, der Größe des Abstandes 28 der Waschvorrichtung 16 in
der Grundstellung 26 vom Zylinderumfang, und der Bewegungsgeschwindigkeit der
Waschvorrichtung 16 in Richtung von der Grundstellung 26 zum
Zylinderumfangsabschnitt A (oder B) genau an der vorbestimmten Auftreffstelle
am Anfang A1 (oder B1) des Zylinderumfangsabschnittes A (oder B)
auftrifft. Je höher
die Drehgeschwindigkeit des Druckzylinders 10 ist, desto
wichtiger ist es, eine konstruktionsbedingt auftretende Ansprechverzögerung der
Waschvorrichtung 16 zu berücksichtigen, welche in 1 durch einen Ansprechverzögerungswinkel β berücksichtigt
ist als Teil des Anstell-Vorlaufwinkels α.
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In 1 wird angenommen, dass
die Waschvorrichtung 16 jeweils an den Anfang A1 des einen
Zylinderumfanges A angestellt und an dessen Ende A2 wiederabgestellt
wird, dann nach Überspringen
der beiden Greifergruben 1 und 2 und des dazwischen
liegenden anderen Zylinderumfangsabschnittes B, ohne diesen zu kontaktieren,
wieder am Anfang A1 des gleichen Zylinderumfangsabschnittes A angestellt
wird. Das Waschtuch 18 wird um einen Tuchabschnitt weiter
transportiert, während
der andere Zylinderumfangsabschnitt B, ohne von dem Waschtuch kontaktiert
zu werden, an der Waschvorrichtung 16 vorbei rotiert. Das
Abstellen der Waschvorrichtung 16 entsprechend einem Pfeil 32 vom Ende
A2 des einen Zylinderumfangsabschnittes bis zurück in die Grundstellung 26 erfolgt
durch einen Abstellbefehl AB der Steuereinrichtung 12,
welcher an einer Winkelstelle W2 bei einem Vorlauf-Abstellwinkel γ erzeugt
wird. Nach einmaligem oder mehrmaligem Waschen des einen Zylinderumfangsabschnittes
A erfolgt nach einer vollen Umdrehung des Druckzylinders 10,
während
welcher die Waschvorrichtung 16 von beiden Zylinderumfangsabschnitten A
und B distanziert ist, ein Wechsel zum anderen Zylinderumfangsabschnitt
B, um die Waschvorrichtung 16 an diesen anzustellen und
damit diesen zu reinigen, anstatt den einen Zylinderumfangsabschnitt
A. Die Winkelstellen W1 des Anstellbefehls der beiden Zylinderumfangsabschnitte
A und B sind 180 ° zueinander
versetzt, und die Winkelstellen W2 des Anstellbefehls der beiden
Zylinderumfangsabschnitte A und B sind 180 ° zueinander versetzt. 1 zeigt die Winkel für den einen
A in ausgezogenen Linien, und für
den anderen B in gestrichelten Linien.
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Bei
den bekannten Wascheinrichtungen stehen nur ein einziges Anstell-Signal
zum Anstellen der Waschvorrichtung 16 ausgehend von einer
Grundstellung 26 an einen betreffenden Zylinderumfangsabschnitt
bei einer bestimmten einen Winkelstelle W1 und nur ein Anstell-Signal
zum Abheben der Waschvorrichtung 16 von einem betreffenden
Zylinderumfangsabschnitt bei einer bestimmten anderen Winkelstelle
W2 zur Verfügung.
Wenn das Anstell-Signal erzeugt würde, bevor die Waschvorrichtung 16 nach
dem Abheben von einem Zylinderumfangsabschnitt ihre Grundposition 26 erreicht
hat, würde
die Waschvorrichtung 16 in die Greifergrube eintauchen und
dann an deren Grubenende hängen
bleiben, wie dies in 2 durch
einen Pfeil 34 beispielsweise für die andere Grube 2 zwischen
dem Ende A2 des einen Zylinderumfangsabschnittes A und dem Anfang B1
des anderen Zylinderumfangsabschnittes B schematisch dargestellt
ist.
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Deshalb
wurde in der Praxis bereits eine Wascheinrichtung verwendet, bei
welcher der Punkt der Erzeugung des Anstellbefehls AN um einen Winkel δ auf eine
Winkelstelle W3 entgegen der Zylinder-Drehrichtung 14 zurück versetzt
wurde, damit die Waschvorrichtung 16 entsprechend dem Pfeil 34 von 3 an der gleichen Grube,
z. B. der anderen Grube 2, nach dem Abheben vom Ende z.
B. A1 des einen Zylinderumfangsabschnittes A auf den Anfang z. B.
B1 des direkt nachfolgenden Zylinderumfangsabschnittes B anstellbar
ist. Dies hat aber entsprechend den 3 und 4 den Nachteil, dass die
Waschvorrichtung 16, wenn sie von der Grundstellung 26 aus auf
einen Anfang A1 oder B1 eines Zylinderumfangsabschnittes A oder
B angestellt werden soll, nicht mehr rechtzeitig auf den Anfang
A1 oder B1 anstellbar ist, sondern auf dem betreffenden Zylinderumfangsabschnitt
A oder B erst um den Verstellwinkel δ verspätet auftrifft, wie dies in 4 durch die relative zum
Anfang B1 versetzte Auftreffstelle D für den anderen Zylinderumfangsabschnitt
B schematisch dargestellt ist. Dadurch bleibt aber ein Zylinderumfangsbereich
E der Zylinderumfangsabschnitte A und B zwischen dem Anfang A1 bzw.
B1 und dem Auftreffpunkt D immer ungereinigt.
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Die
EP 0 715 955 B1 zeigt
eine Vorrichtung mit einem Winkelgeber zum Reinigen eines rotierenden
Druckmaschinenzylinders in Abhängigkeit
von seinen Winkelstellungen. Die
DE 42 16 243 A1 zeigt ebenfalls eine Reinigungsvorrichtung,
welche an einen rotierenden Druckmaschinenzylinder anstellbar ist.
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Es
gibt verschiedene Ausführungsformen von
Waschvorrichtungen
16. Eine Ausführungsform ist beispielsweise
aus der
US 4,344,361 bekannt.
Sie hat Düsen
zum Befeuchten eines Waschtuches mit Wasser. Ferner gibt es Waschtücher, die
bereits auf einer Versorgungsrolle vorgefeuchtet sind.
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Zusätzlich wird
in der vorliegenden neuen Patentanmeldung jetzt darauf hingewiesen,
dass ein Zylinderumfangsabschnitt A und/oder B nach anfänglichem
feuchten Waschen anschließend
auch durch einen trockenen Waschtuchabschnitt getrocknet werden
kann, falls dies erwünscht
oder zweckmäßig ist.
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Ferner
wird darauf hingewiesen, dass bei der vorliegenden neuen Erfindung
lediglich zur Vereinfachung jeweils beschrieben wird, dass die Waschvorrichtung
am Anfang eines Zylinderabschnittes angestellt und am Ende des betreffenden Zylinderabschnittes
wieder abgestellt wird. Damit sind aber bestimmte Stellen gemeint,
die jeweils exakt an den Anfangspunkten und Endpunkten liegen können, oder kurz
davor oder kurz danach. Beispielsweise kann es erwünscht sein,
mit der Waschvorrichtung auch die Greifer zu reinigen.
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Durch
die Erfindung soll die Aufgabe gelöst werden, eine Möglichkeit
zu schaffen, durch welche die zum Waschen des Druckzylinders erforderliche Zeitdauer
reduzierbar ist. Gleichzeitig soll mit einer solchen Möglichkeit
auch die Möglichkeit
gegeben werden, Zylinderumfangsabschnitte von und bis zu einer Greifergrube
vollständig
zu reinigen. Außerdem soll
durch die Erfindung die Aufgabe gelöst werden, die zum Reinigen
eines Druckzylinders erforderliche Menge an Waschtuch zu reduzieren.
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Diese
Aufgaben werden gemäß der Erfindung
durch die Merkmale von Anspruch 1 gelöst.
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Weitere
Merkmale der Erfindung sind in den Unteransprüchen enthalten.
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Vorteile der Erfindung:
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Die
Waschvorrichtung kann bei hoher Drehzahl des Druckzylinders an jeder
Greifergrube wahlweise entweder von einer vom Druckzylinder distanzierten
Grundstellung ausgehend oder von Ende eines Zylinderumfangsabschnittes
am Grubenanfang ausgehend an den Anfang eines oder des Zylinderumfangsabschnittes
am Grubenende der gleichen Greifergrube angestellt werden, ohne
einen Zylinderumfangsabschnitt zu überspringen. Der Zylinderumfangsabschnitt
am Grubenende kann jeweils der gleiche oder ein anderer sein, als
der, von welchem die Waschvorrichtung am Anfang der Greifergrube
abgestellt wurde, abhängig
davon, ob der Druckzylinder nur eine Greifergrube oder mehrere Greifergruben hat,
beispielsweise zwei Greifergruben. Ein Waschtuchvorschub findet
nicht statt, wenn die Waschvorrichtung nach dem Abstellen von einem
Zylinderumfangsabschnitt am Anfang einer Greifergrube danach dann
am Ende der gleichen Greifergrube an den Anfang eines Zylinderumfangsabschnittes
wieder angestellt wird. Ein Waschtuchvorschub findet jeweils nur in
einem Zeitraum statt, in welchem die Waschvorrichtung vom Druckzylinder
bis in die Grundstellung abgehoben und erst dann wieder an einen
Zylinderumfangsabschnitt des Druckzylinders angestellt wird. Dadurch
können
Zylinderumfangsabschnitte beliebig häufig nacheinander von der Waschvorrichtung
gereinigt werden, ohne dass die Waschvorrichtung einen Zylinderumfangsabschnitt
ohne Kontaktierung überspringen
muss. Dadurch kann die zum Reinigen eines Druckzylinders erforderliche
Zeitdauer reduziert werden. Ferner kann diese Zeitdauer zusätzlich dadurch
reduziert werden, dass der Druckzylinder während des Waschvorganges mit
höherer
Drehzahl rotierbar ist als beim Stand der Technik. Ferner kann durch
die Erfindung die für
einen Waschbetrieb erforderliche Waschtuchmenge reduziert werden,
weil bei Druckzylindern mit zwei oder mehr Greifergruben zum Reinigen
eines auf einen ersten Zylinderumfangsabschnitt folgenden zweiten
Zylinderabschnitts es nicht mehr erforderlich ist, zumindest nicht
mehr in jedem Falle wie beim Stand der Technik, dass ein Zylinderumfangsabschnitt
ohne Kontaktierung der Waschvorrichtung an der Waschvorrichtung
vorbei rotieren muss, sondern gemäß der Erfindung kann die Waschvorrichtung
nach dem Abstellen von einem Zylinderumfangsabschnitt an einer Greifergrube gleich
wieder an den auf die gleiche Greifergrube folgenden Zylinderumfangsabschnitt
angestellt werden. Ein weiterer Vorteil besteht gemäß der Erfindung
darin, dass in allen diesen genannten Fällen die Zylinderumfangsabschnitte
jeweils vollständig
von und bis zu einer Greifergrube gereinigt werden können, ohne dass
ungereinigte Zylinderumfangsbereiche verbleiben. Ein weiterer Vorteil
der Erfindung ist, dass durch die Verwendung von zwei Anstell-Vorlaufwinkeln α und ε diese beiden
Vorlaufwinkel α und ε variabel
einstellbar sein können,
um dadurch mit der gleichen Steuereinrichtung und der gleichen Waschvorrichtung
verschiedene Druckzylinder zu reinigen, welche unterschiedlichen
Durchmesser und/oder unterschiedliche Grubenbreiten haben, oder
um gleiche Druckzylinder mit unterschiedlichen Drehzahlen zu reinigen,
oder um die Drehzahl während
des Reinigungsbetriebes zu ändern,
z. B. zu erhöhen.
Ferner besteht durch Variieren des einen und/oder anderen Anstell-Vorlaufwinkels β und/oder ε während des
Reinigungsbetriebes die Möglichkeit,
nach anfänglichem Reinigen
der gesamten Zylinderumfangsabschnitte A und/oder B die Waschvorrichtung
um einen definierten Winkelbereich versetzt erst mit Abstand von
dem Anfang (A1, B1) an den/die betreffenden Zylinderumfangsabschnitte
anzustellen, z. B. um eine Überbefeuchtung
an deren Anfang (im Bereich der Greifer) zu vermeiden.
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Gemäß einer
besonderen Ausführungsform der
Erfindung ist der Ablauf des Reinigungsbetriebes der Reinigungsvorrichtung
in einem oder in mehreren Computerprogrammen der Steuereinrichtung,
beispielsweise als Software oder als Hardware, gespeichert. In diesem
mindestens einen Computerprogramm ist in Abhängigkeit von der Rotationsgeschwindigkeit
(Drehzahl) des Druckzylinders während
des Waschbetriebes und in Abhängigkeit
von der Distanz der Waschvorrichtung in der Grundstellung von dem
Druckzylinder, in Abhängigkeit
von der Reaktionsgeschwindigkeit der Steuereinrichtung und der Waschvorrichtung
und in Abhängigkeit
von der Bewegungsgeschwindigkeit der Waschvorrichtung gespeichert,
wann, welcher und wie häufig
ein bestimmter Zylinderumfangsabschnitt von der Waschvorrichtung
durch Kontaktierung der Waschvorrichtung gereinigt wird, und wann
ein Tuchvorschub stattfindet und in welcher Reihenfolge diese Schritte
stattfinden. Außerdem
kann in dem Computerprogramm eine Steuerung der Rotationsgeschwindigkeit
des Druckzylinders, z. B. Änderung
der Rotationsgeschwindigkeit während
des Reinigungsbetriebes gespeichert sein.
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Gemäß einer
besonderen Ausführungsform der
Erfindung ist zur Vermeidung von Funktionsdefekten vorgesehen, dass
Maßnahmen
getroffen sind, durch welche nach einem Abstellbefehl, durch welchen
die Waschvorrichtung vom Ende eines Zylinderumfangsabschnittes abgestellt
wird, erst dann wieder ein Anstellbefehl erzeugt wird oder ein Anstellbefehl der
Steuereinrichtung so lange von der Steuereinrichtung selbst oder
von der Waschvorrichtung ignoriert wird (je nach Ausführungsform
der Steuereinrichtung und/oder der Waschvorrichtung), bis die Waschvorrichtung
ein Waschtuchvorschubende-Signal erzeugt hat. Dadurch wird vermieden,
dass die Waschvorrichtung ein Waschtuch an einen Zylinderumfangsabschnitt
anlegt, während
ein Waschtuchvorschub noch nicht beendet ist. Wenn zum Zeitpunkt,
in dem der Druckzylinder eine Winkelposition erreicht hat, bei welcher
ein Anstellbefehl erzeugt wird oder zu erzeugen ist, das Waschtuchvorschubende-Signal
noch nicht vorliegt, dann wird hier die Waschvorrichtung nicht an
einen Zylinderumfangsabschnitt angestellt, sondern erst bei der
nächsten Zylinderumdrehung,
wenn bis dahin das Waschtuchvorschubende-Signal erzeugt wurde. Ferner besteht die
Möglichkeit,
wenn der Druckzylinder zwei Greifergruben hat, die Waschvorrichtung
nicht erst nach 360 ° Drehung
des Druckzylinders, sondern bereits nach 180 ° Drehung an den bereits nach
180 ° Drehung
folgenden Anfang des betreffenden anderen Zylinderumfangsabschnittes
anzustellen.
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Durch
eine solche programmgesteuerte Ausführungsform der Erfindung können programmmäßig alle
eventuell auftretenden Betriebssituationen oder Störfaktoren
berücksichtigt
werden, beispielsweise Rotationsgeschwindigkeit des Druckzylinders,
Anzahl der Greifergruben des Druckzylinder, Zylinderdurchmesser,
Grubenbreite in Zylinderumfangsrichtung, Bewegungsgeschwindigkeiten
der Waschvorrichtung beim Anstellen und Abstellen an bzw. von dem
Druckzylinder, Ansprechverzögerungszeiten nach
Erzeugung eines Signals, usw.
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Die
Erfindung wird im Folgenden mit Bezug auf die Zeichnungen anhand
von bevorzugten Ausführungsformen
als Beispiele beschrieben. In den Zeichnungen zeigen
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1 schematisch eine Bogendruckmaschinen-Wascheinrichtung
nach dem Stand der Technik, wobei ein Druckzylinder mit zwei Greifergruben
in Stirnansicht gezeigt ist,
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2 eine abgewandelte Ausführungsform von 1 in einer Crash-Situation,
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3 schematisch eine andere
bekannte Ausführungsform
einer Bogendruckmaschinen-Wascheinrichtung zur Vermeidung der Crash-Situation von 2,
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4 eine besondere Betriebssituation
der bekannten Bogendruckmaschinen-Wascheinrichtung von 3,
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5 schematisch eine Steuereinrichtung nach
der Erfindung und eine damit ausgerüstete Waschvorrichtung einer
Bogendruckmaschinen-Wascheinrichtung
nach der Erfindung in Kombination mit einem Druckzylinder, wobei
zur Funktionserklärung
verschiedene Betriebssituationen dargestellt sind,
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6 schematisch eine besondere
Betriebssituation der Wascheinrichtung nach der Erfindung von 5,
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7 eine andere Betriebssituation
der Wascheinrichtung nach der Erfindung von 5,
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8 eine nochmals weitere
Betriebssituation der Wascheinrichtung nach der Erfindung von 5,
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9 eine nochmals weitere
Betriebssituation der Wascheinrichtung nach der der Erfindung von 5,
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10 eine andere Ausführungsform
einer Steuereinrichtung nach der Erfindung und einer damit ausgerüsteten Waschvorrichtung
einer Bogendruckmaschinen-Wascheinrichtung nach der Erfindung in
Anwendung auf einen Druckzylinder, welcher nur eine Greifergrube
hat und schematisch in Stirnansicht dargestellt ist,
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11 schematisch in Stirnansicht
die Bogendruckmaschine während
des Druckbetriebes, während
welchem die Waschvorrichtung von dem Druckzylinder distanziert ist.
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Die
Erfindung wird im Folgenden mit Bezug auf 5 anhand eines Druckzylinders 10 beschrieben,
dessen Zylinderumfang durch beispielsweise zwei diametral zueinander
angeordnete Greifergruben 1 und 2 in zwei gleich
große
Zylinderumfangsabschnitte A und B unterteilt ist. Bei der durch
einen Pfeil 14 angegebenen Drehrichtung des Druckzylinders 10 hat
der eine Zylinderumfangsabschnitt A einen Anfang A1 am Ende der
einen Greifergrube 1 und ein Ende A2 am Anfang der anderen
Greifergrube 2. Der andere Zylinderumfangsabschnitt B hat
einen Anfang B1 am Ende der anderen Greifergrube 2 und
ein Ende B2 am Anfang der einen Greifergrube 1.
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Eine
Steuereinrichtung 112 der Erfindung steuert das Anstellen
und Abstellen einer Waschvorrichtung 16 an bzw. von den
Zylinderumfangsabschnitten A und B in der nachfolgend beschriebenen Weise.
Die Waschvorrichtung 16 ist ausgebildet, um ein Waschtuch 18 von
einer Versorgungsrolle 20 über ein Andruckelement 22 auf
eine Aufwickelrolle 24 tuchabschnittsweise zu transportieren.
Für das Antreiben
der Aufwickelrolle 24 gibt es verschiedene Möglichkeiten.
Gemäß einer
Möglichkeit
kann ein Elektromotor 25 (oder Pneumatik- oder Hydraulikzylinder)
zum Antrieb der Aufwickelrolle 24 vorgesehen sein. Gemäß einer
anderen Ausführungsform
wird die Bewegung der Waschvorrichtung 16 in Richtung zum
Druckzylinder 10 oder in Richtung von diesem weg zum Antrieb
der Aufwickelrolle 24 verwendet, wie dies Stand der Technik
ist, wobei die Waschvorrichtung 16 zum Anstellen an und
Abstellen von dem Druckzylinder 10 von einem Antrieb, beispielsweise einem
Elektromotor, Pneumatik- oder Hydraulikzylinder antreibbar sein
kann. 5 zeigt außerdem die Waschvorrichtung 16 in
Form eines Pfeiles 16 als Hinweis auf die Bewegungsrichtung
der Waschvorrichtung 16 und als Hinweis auf die örtliche
Anstellwinkelposition "C" der Waschvorrichtung 16,
welche diese beim Anliegen an dem betreffenden Zylinderumfangsabschnitt
A oder B hat.
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Die
Steuereinrichtung 112 arbeitet in Abhängigkeit von Winkelpositionssignalen,
anhand von welchen die Steuereinrichtung 112 zu jedem Zeitpunkt
erkennen kann, in welcher Winkelposition sich der Druckzylinder 10 relativ
zur örtlichen
Anstellwinkelposition C der Waschvorrichtung 16 befindet.
Die Winkelpositionssignale können
von einem Encoder 114 erzeugt werden, welcher entweder
an einen Signaleingang 116 der Steuereinrichtung 112 angeschlossen
ist oder in die Steuereinrichtung 112 integriert ist, wie
dies durch gestrichelte Linien mit der gleichen Zahl 114 angegeben
ist. Gemäß einer
anderen Ausführungsform
kann an den Signaleingang 116, anstelle der Verwendung
eines Encoders 114, ein Signalgeber einer Druckmaschine
angeschlossen sein, welcher der Steuereinrichtung 112 die
Winkelpositionssignale sendet, so dass die jeweiligen Drehwinkelpositionen
des Druckzylinders 10 vorbestimmten Drehwinkelpositionen
von anderen Rotationselementen der Druckmaschine entsprechen.
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Die
Waschvorrichtung 16 wird von der Steuereinrichtung 112 ausgehend
von der Grundstellung 26 im Abstand 28 vom Zylinderumfang
an eine Anstellstelle am Anfang A1 (oder B1) des einen Zylinderumfangsabschnittes
A (oder des anderen Zylinderumfangsabschnittes B) entsprechend einem
Pfeil 30 angestellt, wenn die Steuereinrichtung 112 einen ersten
Anstellbefehl AN1 zu dem Zeitpunkt erzeugt, zu welchem eine erste
Winkelstelle W1 um einen ersten Anstell-Vorlaufwinkel α vor dem
Anfang A1 (oder B1) des einen Zylinderumfangsabschnittes A (oder des
anderen Zylinderumfangsabschnittes B) die örtliche Anstellwinkelposition
C der Waschvorrichtung 16 in Druckzylinder-Drehrichtung 14 passiert.
Der erste Anstell-Vorlaufwinkel α entspricht
der Zeit, welche die Waschvorrichtung 16 benötigt, um
nach Erzeugung des ersten Anstellbefehls AN1 von der Grundstellung 26 genau
an der vorbestimmten Anstellstelle am Anfang A1 (oder B1) des einen
Zylinderumfangsabschnitts A (oder des anderen Zylinderumfangsabschnittes
B) aufzutreffen. Der erste Anstell-Vorlaufwinkel α kann auch
einen Ansprechverzögerungswinkel β enthalten,
falls die Ansprechverzögerungszeit
der Waschvorrichtung 16 eine relevante Größe hat.
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Die
Waschvorrichtung 16 befindet sich jeweils dann in der Grundstellung 26,
entweder wenn ein Waschbetrieb am Ende eines Druckbetriebes beginnt
oder wenn die Waschvorrichtung während
eines Waschbetriebes von einem der Zylinderumfangsabschnitts A oder
B abgehoben und bis in die Grundstellung zurück bewegt wurde, um das Waschtuch 18 um
einen Tuchabschnitt weiter zu transportieren, während es und damit auch die
Waschvorrichtung 16 von dem Druckzylinder 10 distanziert
ist.
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Das
Abheben der Waschvorrichtung 16 von einem Zylinderumfangsabschnitt
A oder B erfolgt jeweils am Ende A2 oder B2 des betreffenden Zylinderumfangsabschnittes
A oder B durch einen Abstellbefehl AB der Steuereinrichtung 112 an
einer zweiten Winkelstelle W2, wenn diese um einen Abstell-Vorlaufwinkel γ in Druckzylinder-Drehrichtung 14 vor dem
betreffenden Ende A2 oder B2 die örtliche Anstellwinkelposition
C der Waschvorrichtung 16 passiert. Der Abstell-Vorlaufwinkel γ berücksichtigt
die Ansprechverzögerungszeit,
welche die Waschvorrichtung 16 benötigt, um nach Erhalt des Abstellbefehls
AB von dem betreffenden Zylinderumfangsabschnitt A oder B abzuheben,
wie dies als Beispiel in 5 für das Ende
B2 des anderen Zylinderumfangsabschnittes B dargestellt ist. Die
Waschvorrichtung 16 bewegt sich dann entsprechend einem
Pfeil 32 von 1 vom
Ende B2 (oder A2) des betreffenden Zylinderumfangsabschnittes in
die Grundstellung 26 zurück.
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Die
Waschvorrichtung 16 kann angeordnet sein, um sich radial
oder tangential oder in einer Zwischenwinkelstellung relativ zum
Druckzylinder 10 zu bewegen. Die Richtungen der Bewegungs-Pfeile 30 und 32 entsprechen
nicht dieser Bewegungsrichtung der Waschvorrichtung 16,
sondern ergeben sich dadurch, dass sich der Druckzylinder 10 relativ
zur Waschvorrichtung 16 um den Rotationsmittelpunkt M dreht.
Alle Winkelangaben in dieser Beschreibung haben ihr Winkelzentrum
in diesem Rotationsmittelpunkt M.
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Ein
Tuchvorschub, bei welchem das Waschtuch 18 um einen definierten
Tuchabschnitt weiter transportiert wird, findet jeweils dann statt,
wenn sich die Waschvorrichtung auf dem Weg von einem Zylinderumfangsabschnitt
A oder B zurück
zur Grundstellung 26 und/oder sich in der Grundstellung 26 befindet,
bevor sie dann wieder von der Grundstellung 26 ausgehend
an einem Zylinderumfangsabschnitt angestellt wird. Die Wascheinrichtung,
insbesondere deren Steuereinrichtung 12, kann derart ausgebildet sein,
dass jedesmal ein Waschtuchabschnitt weiter transportiert wird,
wenn ein Zylinderumfangsabschnitt A oder B an der Waschvorrichtung 16 vorbei rotiert,
ohne diese zu kontaktieren. Die Steuereinrichtung 112 kann
jedoch auch zusätzlich
derart ausgebildet sein, dass bei vorbestimmten Programmschritten
der Steuereinrichtung 112 kein Tuchvorschub stattfindet,
wenn ein oder mehrere Zylinderumfangsabschnitte A oder B an der
Waschvorrichtung 16 vorbei rotieren, ohne diese zu kontaktieren.
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Die
Steuereinrichtung 112 oder ein in ihr gespeichertes Computerprogramm
ist derart ausgebildet, dass bei bestimmten Waschbetriebssituationen anstatt
des ersten Anstellbefehls AN1 ein zweiter Anstellbefehl AN2 bei
einer dritten Winkelstelle W4 erzeugbar ist, wenn diese dritte Winkelstelle
W4 um einen zweiten Anstell-Vorlaufwinkel ε die ortsfeste
Anstellwinkelposition C früher
als der Anfang A1 (oder B1) des zu reinigenden Zylinderumfangsabschnittes A
(oder des anderen Zylinderumfangsabschnittes B) erreicht.
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Der
zweite Anstell-Vorlaufwinkel ε ist
derart kleiner als der erste Anstell-Vorlaufwinkel α, dass sowohl beim ersten Anstellbefehl
AN1 als auch beim zweiten Anstellbefehl AN2 die Waschvorrichtung 16 an
der gleichen Anstellstelle (oder gewünschtenfalls an verschiedenen
Anstellstellen) am Anfang A1 (oder B1) des einen Zylinderumfangsabschnittes
A (oder des anderen Zylinderumfangsabschnittes B) anstellbar ist.
Dabei bewegt sich die Waschvorrichtung 16 nach dem Erzeugen
des Abstellbefehls AB an der zweiten Winkelstelle W2 zunächst vom
Ende B2 (oder A2) des anderen Zylinderumfangsabschnittes B (oder
des einen Zylinderumfangsabschnittes A) in Richtung auf die Grundstellung 26 entsprechend dem
bereits genannten Pfeil 32, jedoch kehrt sich dann diese
Bewegung der Waschvorrichtung 16 in einem Umkehrpunkt 124,
nach Erzeugung des zweiten Anstellbefehls AN2 und nach einem Ansprechverzögerungswinkel β, wieder
um, so dass dann die Waschvorrichtung 16 über der
betreffenden Greifergrube 1 (oder 2) in einem
Zylinder-Abstand 120 beginnt, sich entsprechend einem Pfeil 122 von 5 wieder in Richtung zum
Druckzylinder 10 hin zu bewegen, ohne vorher die Grundposition 26 erreicht
zu haben, um dann zielgenau an der vorbestimmten Auftreffstelle
am Anfang A1 (oder B1) des einen Zylinderumfangsabschnittes A (oder des
anderen Zylinderumfangsabschnittes B) aufzutreffen. Der Bewegungsumkehrpunkt 124,
bei welchem die nach außen
gerichtete Bewegung der Waschvorrichtung 16 in eine nach
innen gerichtete Bewegung umkehrt, definiert eine Zwischenposition 126 der
Waschvorrichtung 16 zwischen dem Zylinderumfang des Druckzylinders 10 und
der Grundstellung 26. Der Abstand 120 der Zwischenposition 126 ist
kleiner als der Abstand 28 der Grundposition 26 je
vom Außenumfang des
Druckzylinders 10, und von der Drehzahl des Druckzylinders 10 und
von der Bewegungsgeschwindigkeit der Waschvorrichtung 16 abhängig.
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Die
Waschvorrichtung 16 führt
keinen abschnittsweisen Tuchvorschub des Waschtuches 18 aus,
wenn sie an der gleichen Greifergrube 1 (oder 2) nur
vom Ende A2 (oder B2) eines Zylinderumfangsabschnittes am Anfang
der Greifergrube 1 (oder 2) auf den Anfang A1
(oder B1) des betreffenden anderen Zylinderumfangsabschnittes am
Ende dieser Greifergrube springt, ohne einen Zylinderumfangsabschnitt
A oder B zu überspringen,
entsprechend dem Umkehrpunkt 124 und dem Pfeil 122,
welcher zwischen diesem Umkehrpunkt 124 und dem Anfang
A1 in 5 gezeigt ist.
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Damit
ist es gemäß der Erfindung
möglich, an
jeder Greifergrube 1 und 2 die Waschvorrichtung 18 am
Grubenanfang vom Zylinderumfangsabschnitt abzustellen und am Ende
der, gleichen Greifergrube an den Anfang eines Zylinderumfangsabschnittes wieder
anzustellen, ohne einen Zylinderumfangsabschnitt A oder B zu überspringen
und ohne einen Tuchvorschub vorzunehmen. An jeder der beiden Greifergruben 1 und 2 ist
es statt dessen gemäß der Erfindung
auch möglich,
die Waschvorrichtung 16 von der Grundposition 26 aus
an den Anfang eines Zylinderumfangsabschnittes anzustellen. Welche dieser
beiden Anstellmöglichkeiten
zur Wirkung kommt, an welcher Greifergrube 1 oder 2 sie
zur Wirkung kommt, und in welcher Reihenfolge die eine oder die
andere Möglichkeit
der Anstellung der Waschvorrichtung 16 an den Druckzylinder 10 zur Anwendung
kommt, ist in der Steuereinrichtung 112 in einem Computerprogramm
gespeichert, ebenso die Häufigkeit
der Zylinderumdrehungen des Druckzylinders 10 während eines
Waschbetriebes, und auch die Häufigkeit
und Reihenfolgen, wie oft nur der eine Zylinderumfangsabschnitt
A oder B nicht jedoch der andere Zylinderumfangsabschnitt A oder
B während
einer Zylinderumdrehung gereinigt wird, oder umgekehrt, und wie
viele Zylinderumfangsabschnitte A und B nacheinander gereinigt werden,
ohne die Waschvorrichtung von einem dieser Zylinderumfangsabschnitte
A oder B zu distanzieren, und wann und wie oft und über welchem
Zylinderumfangsabschnitt ein Tuchvorschub stattfindet, wenn das Waschtuch
mit der Waschvorrichtung von dem Druckzylinder distanziert ist.
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Das
Waschprogramm kann in der Steuereinrichtung 112 in Hardware
oder Software fest gespeichert sein, beispielsweise kann die Steuereinrichtung bzw.
deren Programm, z. B. Software, derart ausgebildet sein, dass der
erste Anstell-Vorlaufwinkel α und damit
auch die erste Winkelstelle W1 und/oder der zweite Anstell-Vorlaufwinkel ε und damit
die dritte Winkelstelle W4 variabel eingestellt werden können zur
Anpassung an verschiedene Konfigurationen von verschiedenen Druckzylindern 10 und
oder zur Anpassung an verschiedene Konfigurationen von Waschvorrichtungen 16.
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Gemäß 6 ermöglicht es die Erfindung, die
Wascheinrichtung 16/112 auch gemäß dem Stand
der Technik zu betreiben, z. B. am Anfang eines Waschbetriebes,
wenn der Druckzylinder 10 noch verhältnismäßig sehr schmutzig ist. So
zeigt 6 das Anstellen
der Waschvorrichtung 16 von der Grundstellung 26 ausgehend
an den Anfang A1 des einen Zylinderumfangsabschnittes A und das Abstellen
der Waschvorrichtung 16 vom Ende A2 des gleichen Zylinderumfangsabschnittes
A bis hinaus in die Grundstellung 26. Während dann der andere Zylinderumfangsabschnitt
B an der Waschvorrichtung 16 vorbei rotiert, ohne diese
zu kontaktieren, wird das Waschtuch 18 um einen definierten
Tuchabschnitt weiter transportiert, bevor es dann an dem Anfang
A1 des gleichen Zylinderumfangsabschnittes A erneut angestellt wird.
Nach mehreren solchen Umdrehungen des Druckzylinders 10 kann
dann eine Umdrehung um 360 ° erfolgen,
bei welcher die Waschvorrichtung 16 an keinem der beiden
Zylinderumfangsabschnitte A und B angestellt ist, um danach dann am
Anfang B1 des anderen Zylinderumfangsabschnittes B angestellt und
an dessen Ende B2 wieder abgestellt zu werden, worauf dann der eine Zylinderumfangsabschnitt
A an der Waschvorrichtung 16 vorbei rotiert, ohne diese
zu kontaktieren, während
das Waschtuch 18 um einen Tuchabschnitt weiter transportiert
wird, usw.
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In 7 ist ein Beispiel dargestellt,
bei welchem an der ersten Winkelstelle W1 unter Einhaltung eines
ersten Anstell-Vorlaufwinkels α die
Waschvorrichtung 16 über
der einen Greifergrube 1 von der Grundstellung 26 ausgehend
an den Anfang A1 des einen Zylinderumfangsabschnittes A angestellt
wird durch einen an der ersten Winkelstelle W1 von der Steuereinrichtung 112 erzeugten
Anstellbefehl AN1. Wenn dann in 7 die
dritte Winkelstelle W4 die ortsfeste Anstellwinkelposition C der
Waschvorrichtung 16 erreicht, wird der zweite Anstellbefehl
AN2 mit einem Anstell-Vorlaufwinkel ε erzeugt,
so dass die Waschvorrichtung 16 an der gleichen Greifergrube 2,
wo sie vom Ende A2 des einen Zylinderumfangsabschnittes A abgestellt
wurde, an den Anfang B1 des anderen Zylinderumfangsabschnittes B
angestellt wird. Das Reinigen von mindestens zwei oder mehr aufeinander
folgenden Zylinderumfangsabschnitten A und B, durch Kontaktieren
der Waschvorrichtung 16, ohne dazwischen einen Zylinderumfangsabschnitt
A oder B ohne Kontaktierung der Waschvorrichtung 16 an
dieser Waschvorrichtung 16 vorbei rotieren zu lassen und
damit auch ohne einen Tuchvorschub vorzunehmen, kann bereits am
Anfang eines Waschbetriebes durchgeführt werden, ist jedoch besonders
dann nützlich,
wenn die Zylinderumfangsabschnitte A und B nur wenig verschmutzt sind,
beispielsweise nachdem sie anfänglich
gemäß 6 gereinigt wurden oder
aus anderen Gründen.
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Alle
Funktionen, welche in 5 im
Bereich der einen Greifergrube 1 dargestellt und beschrieben sind,
sind auch bezüglich
der anderen Greifergrube 2 vorhanden, jedoch um den Umfang
des Druckzylinders 10 herum um den gleichen Umfangswinkel
verteilt angeordnet, beispielsweise 180 °, wie die andere Greifergrube 2 zur
einen Greifergrube 1 versetzt angeordnet ist. 8 zeigt das Abstellen der
Waschvorrichtung 16 vom Ende B2 des anderen Zylinderumfangsabschnittes
B, z. B. anschließend
an die Waschbetriebssituation von 7.
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9 zeigt das Abstellen der
Waschvorrichtung 16 vom Ende B2 der einen Greifergrube 1 und das
Anstellen der Waschvorrichtung 16 an dem an der gleichen
Greifergrube 1 sofort folgenden Anfang A1 des einen Zylinderumfangsabschnittes
A, z. B. anschließend
an die Waschbetriebssituation von 7.
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Die
Erfindung ist auch auf einen Druckzylinder 10 anwendbar,
dessen Zylinderumfang durch nur eine Greifergrube 1 in
einen einzigen Zylinderumfangsabschnitt X unterteilt ist, dessen
Anfang X1 am Ende der Greifergrube 1 und dessen Ende X2
am Anfang der Greifergrube 1 liegen, wie dies 10 zeigt. Die weiteren Merkmale
von 10 sind mit den Merkmalen
von 5 analog identisch.
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11 zeigt die Druckmaschinenreinigungsvorrichtung 16 in
der Grundstellung 26 distanziert vom Druckzylinder 10 während des
Druckbetriebes. Während
des Druckbetriebes halten Greifer 201 und 202,
welche in den Greifergruben 1 bzw. 2 drehbar gelagert
sind, jeweils den Anfang eines Bedruckstoffes 204 bzw. 206 an
dem Zylinderumfangsabschnitt A bzw. B. Druckbilder werden von einem
Plattenzylinder 208 über
einen Gummituchzylinder 210 in bekannter Weise auf den
Bedruckstoff 204 und 206 übertragen. Nach der Bildübertragung
wird der Bedruckstoff 204 und 206 von dem Druckzylinder 10 auf eine
Bogentransfervorrichtung, z. B. einen Transferzylinder, abgegeben.
Der Bedruckstoff 204 und 206 sind normalerweise
Papierbögen,
können
jedoch auch Bögen
aus einem anderen Material sein, z. B. aus Kunststoff.