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Die
Erfindung betrifft ein Verfahren zur Ermittlung der Migrationswege
im Gebirge und zur Nutzung derselben für die Gewinnung von Erdgas
und Erdöl
und zur Durchführung
von Bohrungen zur optimalen Gewinnung von Erdgas und Erdöl auf der
Basis der ermittelten Migrationswege, wobei die Bohrungen im Bereich
von Erdgas- und Erdöllagerstätten angesetzt
oder Lagerstätten
neu geortet werden ohne und mit Berücksichtigung von Topographie
und Infrastrukturen.
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Im
Zuge der Gewinnung von Erdgas und Erdöl ist es ein vorrangiges Ziel,
die dazu erforderlichen Bohrungen im Gebirge so zu orientieren und
zu führen,
dass geringe Gewinnungs- und Transportkosten anfallen. Insofern
gilt es, die günstigsten
Ansatzpunkte für
die Bohrungen sowie die günstigsten Ablenkungen
der Bohrungen festzulegen und dazu die Migrationswege im Gebirge,
die insbesondere durch die Umwandlung tektonischer Energie in Bewegungsvorgänge des
Gebirges entstanden sind, zu nutzen, indem die räumliche Lage der Migrationswege
und ihre Nachhaltigkeit für
die Erdgas- wie Erdölgewinnung
ermittelt werden.
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Die
Migrationswege, deren räumliche
Lage und Nachhaltigkeit für
die Erdgas- sowie Erdölgewinnung,
sind insbesondere ein Ergebnis der Umwandlung tektonischer Energie
in Massenbewegungen, die das Gebirge aufgenommen hat. Diese Umwandlung
in Bewegungen hat die Strukturen, die die Migrationswege bestimmen,
in örtlichen
und überörtlichen
Gesamtzusammenhängen
geschaffen.
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So
sind zusammen mit den Migrationswegen für Erdgas und Erdöl die tektonischen
Strukturen wie Verschiebungen bzw. Blätter, Abschiebungen bzw. Sprünge, Überschiebungen
bzw. Wechsel und Sättel,
Mulden und Umbiegungsachsen der Falten entstanden.
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Maßgebend
sind dabei die Wechselbeziehungen der Bewegungsabläufe sowie
die Bewegungsabläufe
im Gebirge im Einzelnen gewesen, durch die die Migrationswege entstanden
und zu unterschiedlich großen
räumlich
angeordneten Systemen zusammengefasst sind. Die Geometrie der Gebirgsstrukturen
dient dafür
als zusammenfassender Begriff.
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Der
Erfindung liegt die Aufgabe zugrunde, ein Verfahren der eingangs
genannten Art anzugeben, bei welchem die Aussagekraft der Planungsgrundlagen
verbessert und dadurch eine größere Sicherheit
bei der optimalen Festlegung der Ansatzpunkte für dem Auffinden neuer Lagerstätten und/oder
der Erdgas- und Erdölförderung
dienende Bohrungen erreicht ist.
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Die
Lösung
dieser Aufgabe ergibt sich einschließlich vorteilhafter Ausgestaltungen
und Weiterbildungen der Erfindung aus dem Inhalt der Patentansprüche, welche
dieser Beschreibung nachgestellt sind.
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Die
Erfindung sieht in ihrem Grundgedanken vor, dass aus der vorhandenen
Geometrie der Gebirgsstrukturen Migrationswege und deren Verhalten ermittelt
und danach unter Berücksichtigung
der Tektonik in als Vorteilhaft ermittelten Zonen ausreichender
Erdgas- und/oder
Erdölzirkulation
die Bohrungen angeordnet werden, wobei neben dem Einfallen, dem
Streichen und dem Verwurfsmaß der
Störungen die
durch die Umwandlung der tektonischen Energie in Bewegungsvorgänge bewirkten
Auflockerungen, Quetschungen und Pressungen sowie die dadurch beeinflussten
tektonischen Massentransporte herangezogen werden.
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Für das Ansetzen
der Bohrungen erfolgt die Ermittlung der Migrationswege erfindungsgemäß durch
das Berücksichtigen
der realen Bewegungsabläufe,
die die Geometrie der Gebirgsstrukturen geschaffen haben. Zugleich
mit den Bewegungsabläufen
und den tektonischen Störungen
und bei der Ausbildung der Falten entstanden im Gebirge Auflockerungen,
Quetschungen und Pressungen. Es sind Materialbilanzen, die das Entstehen
von Migrationswegen grundlegend bestimmen. Erfindungsgemäß wirken
Auflockerungen für
das Entstehen von Migrationswegen konstruktiv, während Pressungen und Quetschungen örtlich Tendenzen
zur Errichtung von Migrationssperren unterstützen, was die optimale Lage
von Bohrungen für
die Erdgas- und/oder Erdölgewinnung
entscheidend mitbestimmen. Die Bewegungsabläufe, die das Gebirge durchgeführt hat,
benötigte
Energie, die als tektonische Energie bezeichnet und in Bewegung
umgesetzt wird, woraus die Geometrie der Gebirgsstrukturen entstanden
ist.
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Unterschiede
in den Materialbilanzen sind dabei Folgen von unterschiedlich großen Bewegungsabläufen im
Gebirge, die mit entsprechenden Umwandlungen der tektonischen Energie
in Bewegungen von Gesteinsmassen verbunden sind. Somit gibt es unterschiedliche
Voraussetzungen für
die Umsetzung der Energie mit Folgen für die Zuführung und Weiterleitung der
tektonischen Energie. Auch dadurch befinden sich unterschiedlich
zugeführte,
weitergeleitete und auch abgelenkte tektonische Energien nebeneinander.
So entstanden nebeneinander befindliche Differenzen beim Massentransport
und bei Aufscherungen im Gebirge über Kilometer hinweg, die sich
als Migrationswege für
Erdgas und Erdöl
anbieten. Auflockerungen im Gebirge fördern das migrieren. Pressungen
und insbesondere Quetschungen wirken behindernd. Das erlaubt bei
der optimalen Festlegung von Bohrungen zur Erdgas- und/oder Erdölgewinnung
im Gebirge eine Berücksichtigung
der Migrationsgegebenheiten durch Zurückführung der bestehenden Geometrie
der Gebirgsstrukturen auf ihre Entstehung durch die Umwandlung von
tektonischer Energie in Massenbewegungen im Gebirge.
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Das
Verfahren zur Festlegung von Bohrungen zur Erdgas- und Erdölgewinnung
und zur Ablenkungen der Bohrungen im Gebirge auf der Grundlage von
Migrationsermittlungen, die das Entstehen der Geometrie der Gebirgsstrukturen
beachtet, geht vom Autoritätsprinzip
aus, nach dem größere Gebirgsbewegungen
und größere Unterschiede
an Ort und Stelle nach Umfang und Richtung größere Auswirkung auf das Migrationsverhalten
haben. Das setzt eine Ermittlung der bestehenden Geometrie der Gebirgsstrukturen
voraus, um auf dieser Grundlage die Bewegungsabläufe nachzuvollziehen und Rückschlüsse auf
Migrationswege zu ziehen.
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Die
Ermittlung der vorhandenen Geometrie der Gebirgsstrukturen, um Rückschlüsse auf
das Migrationsverhalten und dessen Wirksamkeit für die Erdgas- und/oder Erdölgewinnung
zu ziehen, erfolgt nach bekannten Methoden.
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Erfindungsgemäß ist vorgesehen,
dass die Bohrungen zur Erdgas- und Erdölgewinnung und die Ablenkungen
im Gebirge unter Berücksichtigung ausreichender
Gas- und/oder Erdölzirkulatiotnen
angeordnet werden, indem die tektonischen Massentransporte, die
durch die tektonische Energie ausgelöst werden, zur Grundlage der
Ermittlung der örtlichen
Migrationsgegebenheiten herangezogen werden. Dabei wird der Massentransport
hinsichtlich Größe und Richtung
vom Einfallen, dem Streichen und den Verwurfs-, Überschiebungs- und Verschiebungsmaßen sowie
Abständen
und Kreuzungen der tektonischen Störungen sowie von Intensität und Abstände der
Faltungselemente bestimmt, woraus sich dann unter Beachtung entstehender
Auflockerungen, Quetschungen und Pressungen zusammen mit den Aufscherungen
Angaben über
das Migrationsverhalten des Gebirges abgeleitet werden. Zwangsläufig werden
dadurch die tektonische Energie, die Umsetzung der tektonischen
Energie in Massenbewegungen (Übergang
der tektonischen Energie in eine andere) und die Energieflussrichtung
herangezogen. Mit der Erfindung ist demzufolge der Vorteil verbunden,
dass das Entstehen der Geometrie der Gebirgsstrukturen zur Grundlage
der Migrationsermittlungen und über
diesen Weg zur Grundlage zur Festlegung von Bohrungen und deren
Ablenkungen zur Erdgas- und/oder Erdölgewinnung gemacht wird. So
werden innerhalb der Geometrie eines erdgas- oder erdölhöffigen Gebirgskörpers die
Großtektonik,
die Groß-
und Kleintektonik und die Zusammenhänge zwischen Initialstörungen und
deren Folgen für
das Ermitteln des Migrationsverhaltens und damit für optimale
Bohrungen zur Erdgas- und Erdölgewinnung
in einem Gebirgskörper
nutzbar gemacht.
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Nach
einem Ausführungsbeispiel
der Erfindung werden nun in einem erdgas- und/oder erdölhöffigen Gebirgsbereich
das Umsetzen von tektonischer Energie in Massenbewegungen des Gebirges und
darauf aufbauend die Migrationsgegebenheiten ermittelt und daran
die Bohrungen orientiert.
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Allgemein
steht in einem Gebirgskörper
der tektonischen Energie ein Gegendruck gegenüber, der von der Masse des
Gebirges bereitgestellt wird; die tektonische Energie überwindet
diesen Gegendruck und leistet dabei Arbeit durch das Entstehen und
Ausgestalten der Elemente der Gebirgsgeometrie, wobei aus dem erkannten
Verlauf der tektonischen Energie die dadurch erfolgte Ausgestaltung der
Geometrie erkennbar ist. So hängt
die Migrationskapazität
im Einzelfall ganz wesentlich davon ab, ob die tektonische Energie
durch das Gebirge geleitet worden ist, ohne das neue Strukturen
der Gebirgsgeometrie entstanden oder schon bestehende Strukturen
noch verändert
worden sind, also eine Umwandlung der tektonischen Energie erfolgt
ist.
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So
werden nach einem Ausführungsbeispiel der
Erfindung der Verlauf der tektonischen Energie an Bewegungssperren
und Bewegungsfreizonen bestimmt und das Migrationsverhalten und
die Erdgas- und Erdölausbeute
in den betreffenden Bereichen ermittelt. Dies beruht auf der Erkenntnis,
dass die tektonische Energie örtlich
nämlich
nur dann in Bewegungen und Aufscherungen umgesetzt wird, solange ein
Freiraum, wie zum Beispiel die Tagesoberfläche, für das Entstehen von Strukturen
der Gebirgsgeometrie vorhanden ist; so hängt die Erdgas- und Erdölgewinnungsmöglichkeit
von dem Vorhandensein von Bewegungsfreizonen ab, denen Bewegungssperrzonen
gegenüberstehen.
Dabei ist in Bewegungsfreizonen die Erdgas- und/oder Erdölgewinnungsmöglichkeit
generell günstiger
zu beurteilen, wenn das Erdgas zur Tagesoberfläche hin nicht entweichen konnte,
als in Bewegungssperrzonen. In Bewegungsfreizonen sind die Migrationsverhältnisse
generell günstiger,
was für
die Erdgas- und/oder
Erdölgewinnung in
jedem Falle vorteilhafter ist.
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Die
Bewegungsvorgänge
im Gebirge als Folge der Zuführung
von tektonischer Energie haben Pressungszonen, Quetschungszonen
und Auflockerungszonen zur Folge. Da Pressungszonen entstehen, wenn
tektonische Energie und Gebirgsmaterial verstärkt aufeinander zugeführt werden,
sind in solchen Zonen die Bewegungsmöglichkeiten im Gebirge eingeschränkt, so
dass hier die Migrationsverhältnisse
zur Erdgas- und/oder Erdölgewinnung
ungünstiger
sind, da Migrationswege meist nur im beschränkten Umfange vorhanden sind.
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Quetschungszonen
sind dadurch geprägt, dass
tektonische Energie und Gebirgsmaterial ineinander streben, so dass
nur wenige oder kaum Migrationswege vorhanden sind, so dass die
Anzahl der Bohrungen vergrößert werden
muss, um in diesen Bereichen brauchbare Erdgas- und/oder Erdölgewinnungsmöglichkeiten
einzustellen.
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Dagegen
ergeben sich Auflockerungszonen bei dem Auseinanderstreben von tektonischer
Energie und Gebirgsmaterial. Die damit verbundene Auflockerung bietet
Freiräume
für Migrationswege,
die das Migrieren von Erdgas und Erdöl begünstigen. Diese Bereiche sind
für eine
Erdgas- und/oder Erdölgewinnung
generell vorteilhaft. Liegen demgegenüber Auflockerungen in einer
größeren Entfernung von
bis nach über
Tage durchgehenden Migrationswegen oder tektonischen Störungen,
wird man nach einem Ausführungsbeispiel
der Erfindung an diesen Stellen bevorzugt Bohrungen zur Gasgewinnung
ansetzen.
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Die
Existenz von Pressungs-, Quetschungs- und Auflockerungszonen bedingt
dazwischen liegende Bereiche, in denen ein dadurch bedingter tektomechanischer
Massentransport vorliegt. Der Massentransport hat erhebliche Auswirkungen
im Hinblick auf die zu erwartende Kleintektonik und damit auf mögliche Migrationen
für Erdgas
und Erdöl.
Daher schlägt
die Erfindung in einem Ausführungsbeispiel
vor, insbesondere Bereiche eines Massentransportes in Nähe oder
Nachbarschaft einer Quetschung oder Pressung für die bevorzugte Festlegung von
Ansatzpunkten von Bohrungen auszuwählen; dort sind mehr Migrationswege
zu den Bohrungen vorhanden.
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Bei
Verwurfsänderungen
an Sprüngen
entstehen Auflockerungen in Bereichen mit geringeren Verwürfen und
Pressungen in Bereichen mit größeren Verwürfen. Der
Ausgleich zwischen Auflockerungen und Pressungen erfolgt durch Massentransporte einschließlich Entstehen
von Migrationswegen, auf denen zwar das Erdgas zu den Sprüngen im
Bereich der Auflockerungen abfließen konnte, was bei Öl nicht
so gravierend sein muss.
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Das
bedeutet auch, dass im Auslaufbereich von vorrangig schollenbegrenzenden
oder größeren Sprüngen Auflockerungen
entstehen. Dort konnte allerdings das Erdgas und Erdöl zu den
Sprüngen
hin migrieren und abwandern, so dass für diesen Fall erst in größerer Entfernung
von einem Sprung die Voraussetzungen für eine Erdgas- und Erdölgewinnung besser
werden.
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Setzen
im Gebirge zur Teufe hin Überschiebungen
an, entsteht im Auslaufbereich der Überschiebungen eine schichtparallele
Gleitung, welche die Migrationswege für Erdgas und Erdöl verschmiert und
die Migrationen unterbricht. Das gilt insbesondere für die Migration
nach oben, so dass dort Erdgas und Erdöl gestaut sind. In diesem Fall
eignen sich derartige Bereiche nach einem Ausführungsbeispiel der Erfindung
für das
Ansetzen von Bohrungen insbesondere dann, wenn im Bereich der Schichtgleitung
Auflockerungen vorhanden sind. Dann sind Migrationswege für Erdgas
und Erdöl
vorhanden, wie im Auslaufbereich von Sprüngen und dort, wo an Sprüngen infolge
von Streichrichtungsänderungen Auflockerungen
vorhanden sind; auch diese Bereiche werden zum Ansetzen von Bohrungen
bevorzugt, wobei ein Abstand zur Schichtgleitung vorteilhaft ist.
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Streichrichtungsänderungen
von Überschiebungen
haben Schneepflug- und Trichtereffekte zur Folge, wobei Schneepflugeffekte
mit Auflockerungen und Trichtereffekte mit Quetschungen verbunden sind.
Sind nun Schneepflugeffekte und Schichtgleitung im gleichen Bereich
vorhanden, dann sind die Erdgas- und Erdölinhalte besonders groß und Migrationswege
vorhanden, so dass in derartigen Bereichen die Bohrungen für die Erdgas-
und Erdölgewinnung
im Gebirge bevorzugt angesetzt werden. Dieser Bereich wird dann
vergrößert, wenn
in einem Abstand von weniger als 900 m wie an einem schollenbegrenzenden
Sprung eine Quetschung oder Pressung vorhanden ist; in diesem Fall
werden die Bohrungen zur Erdgas- und Erdölgewinnung parallel zur Überschiebung angeordnet,
weil Scherflächen
als Migrationswege vorhanden sind, die zu den Überschiebungen mit einem Winkel
von 30 gon streichen, wenn Schneepflug- und Trichtereffekt Abstände von weniger
als 900 m aufweisen.
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Schichtgleitungen
entstehen auch bei Änderungen
des Überschiebungsmaßes an Überschiebungen
sowie in Auslaufbereichen von Überschiebungen
nach unten, und dort sind Auflockerungsbereiche vorhanden, welche
eine bevorzugte Orientierung für
Bohrungen zur Erdgas- und Erdölgewinnung begünstigen,
wobei auch hier ein Abstand zur Schichtgleitung vorteilhaft ist.
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Nicht
nur Überschiebungen
setzen zur Teufe hin an. Gleiches gilt auch für die Sattelstrukturen und konvexen
Umbiegungsachsen. Während
in den oberen Sattelbereichen und konvexen Umbiegungsachsen in der
Regel ungestörte
Verhältnisse
vorherrschen, folgen darunter im Sattelbereich und konvexen Umbiegungsachsen Überschiebungen,
darunter Verschiebungen; Überschiebungen
sind mit Schichtgleitung und Verschmieren der Störungsflächen verbunden, und daher ist
im Bereich der Überschiebungen,
insbesondere aber darunter der Erdgas- und Erdölgehalt groß, weil die Migration nach
oben hin unterbrochen ist. Verschiebungen weisen in Sattelbereichen
und konvexen Umbiegungsachsen auf Auflockerungen in einem Sattel
hin, und dort können Erdgas
und Erdöl
migrieren. Aus diesen Gründen werden
Bohrungen zur Erdgas- und
Erdölgewinnung auf
Sattelbereiche und konvexen Umbiegungsachsen zwischen Überschiebungszonen
und Verschiebungszonen und im Bereich der Verschiebungszonen nach
einem Ausführungsbeispiel
der Erfindung konzentriert.
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Das
Gebirge ist in der Regel oder zumindest oft in bestimmten Abständen durch
größere, etwa
parallele Verschiebungszonen oder Verschiebungen in nebeneinander
liegende Bahnen aufgeteilt. Dabei hat an den Verschiebungen ein
mehr oder weniger horizontaler Massentransport stattgefunden. Der Massentransport
stößt gegen
die jeweiligen Nachbarschollen, wodurch dort Pressungen entstehen.
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Zugleich
entsteht durch den Massentransport an den Verschiebungen rückwärtig ein
Sog, der an schollenbegrenzenden oder größeren Sprüngen zu Auflockerungen führt. Es
entstehen Migrationswege für
Gas und Öl.
Ergänzend
kommt hinzu, dass im Bereich der Verschiebungen der Verwurf an den Sprüngen oft
Minimalwerte hat. Die beim Abrutschen des Gebirges auf den Sprungflächen entstehenden Auflockerungen
haben Aufscherungen im Gefolge, die als Migrationswege für die Erdgas-
und Erdölgewinnung
dienen. Daher werden nach einem Ausführungsbeispiel der Erfindung
die Bohrungen für
die Erdgas- und Erdölgewinnung
vorrangig in Bereichen orientiert, in denen auch hier Auflockerungen
vorhanden sind.
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Ist
es an Verschiebungen oder Verschiebungszonen zu gegenläufigen Bewegungen
gekommen, ist das Gebirge mylonitisiert und verschmiert, und in
diesen Fällen
sind Migrationssperren entstanden, die mit Ablenkungen durchbohrt
werden. D.h. in einem solchen Falle werden die Bohrungen für die Erdgas-
und Erdölgewinnung
in Richtung der Verschiebungszone orientiert und so auch im Bereich von
Winkel-halbierenden zwischen den Streichrichtungen von Sprüngen und Überschiebungen,
Sprüngen
und Verschiebungen, Überschiebungen
und Verschiebungen und Schollenhalbierenden. Hierzu zählen dann
auch zu ermittelnde Bereiche der großen Verschiebungen.
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Liegen
zwei Auflockerungszonen in einem geringeren Abstand als 600 m voneinander
entfernt und sind die Auflockerungen durch das Verhalten der Sprünge ausgelöst, kommt
es zu gegenläufigen
Bewegungen an Scherflächen
mit Migrationssperren, was ein Durchbohren dieser Sperren erforderlich macht.
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Treffen
dagegen Verschiebungen auf Überschiebungen,
so sind insbesondere unterhalb der Überschiebungen in der Regel
Migrationswege für das
Erdgas und Erdöl
nicht oder kaum vorhanden. Aus diesem Grunde werden nach einem Ausführungsbeispiel
der Erfindung die Bohrungen zur Erdgas- und Erdölgewinnung in der Nähe dieser
Bereiche durchgeführt.
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In
Auslaufbereichen von Überschiebungen und
Verschiebungen kreuzen sich die Scherflächen als potentielle Migrationswege,
hervorgerufen durch Massentransporte im Gebirge. Scherflächen kreuzen sich
auch, wenn Winkelhalbierende sich mit Scherflächen kreuzen, die durch das
Auslaufen von Überschiebungen
und Verschiebungen ausgelöst
sind. Ferner kreuzen sich Aufscherungen, wenn sich größere Verschiebungen
kreuzen. Mit dem Kreuzen der Aufscherungen kreuzen sich auch Migrationswege, so
dass im Bereich von Kreuzungsstellen nach einem Anwendungsbeispiel
der Erfindung Bohrungen zur Erdgas- und Erdölgewinnung orientiert werden.
Liegen Auflockerungen an Sprüngen
in einem Abstand bis 200 m bei auslaufenden Überschiebungen und in einem
Abstand bis 1000 m bei auslaufenden Verschiebungen, sind in die
Kreuzungsbereiche ebenfalls bevorzugt Bohrungen zur Erdgas- und Erdölgewinnung
zu orientieren. Sind allerdings an den Kreuzungsstellen schichtparallele
Gleitungen vorhanden, sind Migrationssperren entstanden, die nach
einem weiteren Beispiel der Erfindung durchbohrt werden.
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Sind
Schichtgleitungen in zwei Richtungen vorhanden, wie beispielsweise
im Hangenden von Sprüngen,
welche zur Teufe ihr Einfallen verändern und an gleicher Stelle Überschiebungen,
an denen sich das Überschiebungsmaß ändert, sind
Migrationssperren mit großer
Wirkung vorhanden. Somit sieht ein Ausführungsbeispiel der Erfindung
vor, außerhalb
dieser Bereiche die Bohrungen zur Erdgas- und Erdölgewinnung
zu orientieren.
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Schichtgleitungen
in zwei Richtungen entstehen auch bei Einfallen von Mulden- und
Sattellinien sowie Änderungen
des Überschiebungsmaßes an Überschiebungen
in einem bankrechten Abstand von den Überschiebungen von weniger
als 400 m.
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Die
Aufteilung des Gebirges in bestimmten Abständen durch größere, etwa
parallele Verschiebungszonen oder Verschiebungen in nebeneinander liegende
Bahnen gibt Hinweise auf Migrationsbereiche und damit auf die Festlegung
von günstig
gelegenen Bohrungen zur Erdgas- und Erdölgewinnung in großräumigen und
ausgedehnten Gebirgsräumen.
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Verschiebungszonen
oder Verschiebungen sind in Streichrichtung über größere Entfernungen nachzuweisen.
Dabei sind in vielen Fällen
die Verschiebungen über
bestimmte Distanzen als solche nicht vorhanden, beziehungsweise
als Klein- und Kleinsttektonik (Aufscherungen) ausgebildet. Stets ist
damit zu rechnen, dass auch dort Migrationen vorhanden sind, wie
bei größeren Verschiebungen.
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Die
Aufteilung des Gebirges in bestimmten Abständen durch größere, etwa
parallele Verschiebungszonen oder Verschiebungen nimmt Einfluss auf
die tektonische Energie und den Gegendruck. Die tektonische Energie
und der Gegendruck werden von den Verschiebungen abgelenkt. Da die
tektonische Energie auf breiter Front dem Gebirge zugeführt wird, ist
mit den nebeneinander liegenden Ablenkungen der Energie eine Addition
der Energie und auch des Gegendruckes zu immer größer werdenden
Werten verbunden. Dadurch wird die Ausgestaltung von anderen tektonischen
Störungen
gesetzmäßig in Abhängigkeit
von den Kausalzusammenhängen
beeinflusst. Dadurch haben Sprünge
im Bereich der größeren Verschiebungszonen
und Verschiebungen oft einen geringeren Verwurf oder laufen von
beiden Seiten kommend im Nachbarbereich der Verschiebungen aus,
bzw. setzen wieder an; auch ändert
sich die Streichrichtung der Sprünge.
Das gleiche gilt für Überschiebungen.
Auf der Grundlage dieser Zusammenhänge bei der Umwandlung der
tektonischen Energie in Bewegungsabläufe ist zwischen den Verschiebungszonen
mit größeren Verwürfen an
den Sprüngen
zu rechnen. Dort wird Gebirgsmaterial verstärkt aufeinander zugeführt, so
dass in solchen Zonen die Bewegungsmöglichkeiten im Gebirge eingeschränkt sind.
Da die Migration ausgedünnt
ist, sind gegebenenfalls Bohrungen und Ablenkungen erforderlich
bzw. die Anzahl der Bohrungen zu erhöhen.
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Im
Bereich größerer Verschiebungszonen, die
als solche über
bestimmte Distanzen nicht vorhanden sind, befinden sich dort, wo
die Sprünge
auslaufen Auflockerungen, die Freiräume bieten für Migrationswege;
solche Bereiche, die in gerader Linie oder in großräumigen Bögen hintereinander
liegen, sind für
eine Erdgas- und/oder Erdölgewinnung
zugänglich.
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Sind
die Geometrie und dabei Sprünge punktförmig zwischen
zwei benachbarten Verschiebungszonen bekannt, lässt sich aus den Streichrichtungen
der Verschiebungszonen und der Sprünge die Lage von voraussichtlichen
Auflockerungen und damit günstige Migrationsvoraussetzungen über größere Entfernungen
hinweg bestimmen. Nach einem Ausführungsbeispiel der Erfindung
werden Bohrungen zur Erdgas- und/oder Erdölgewinnung bevorzugt in der
Mitte zwischen Auslaufstelle und/oder in einem größeren Abstand
als 400 m von den Auslaufstellen der Sprünge oder Schnittstelle der
Sprünge
mit den Verschiebungszonen angesetzt und senkrecht zu den Verschiebungszonen
abgelenkt. Ergibt sich, dass die Streichrichtung von Sprüngen an
Verschiebungen auf Grund der Umwandlung der tektonischen Energie
in Gebirgsbewegungen abgelenkt ist, dann entstehen bis 600 m Abstand
von den großräumigen Verschiebungen
Quetschungen als Folge der Gebirgsbewegungen an den Sprüngen und
Auflockerungszonen. Sind auch hier Sprünge zwischen zwei benachbarten
Verschiebungszonen bekannt, lässt sich
aus den Streichrichtungen der Verschiebungszonen und der Sprünge die
Lage der Zonen mit gutem Migrationsverhalten über größere Entfernungen hinweg bestimmen.
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Nach
einem Ausführungsbeispiel
der Erfindung wird zweckmäßigerweise
bestimmt, ob eine dieser Zonen zusätzlich durch den Massentransport an
den Verschiebungen zusammengepresst ist und die Erdgas- und/oder
Erdölgewinnungsmöglichkeit
in allen betreffenden Bereichen ermittelt.
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Nach
einem Ausführungsbeispiel
der Erfindung werden in Auflockerungszonen, die durch den Massentransport
an den Verschiebungen zusammengepresst sind, Ansatzpunkte von Bohrungen ausgewählt. Trotz
der Pressung sind Zirkulationswege für das Erdgas und Erdöl vorhanden,
so dass demzufolge nach einem Ausführungsbeispiel der Erfindung
Gewinnungsmöglichkeiten
für Erdgas
und Erdöl
verbessert sind.
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Im
Bereich von Überschiebungen
ist die Ausgestaltung von großräumigen Verschiebungen
durch die tektonische Energie in Bewegungen behindert, trotzdem
sind Aufscherungen mit Migrationswegen in Streichrichtung der großräumigen Verschiebungen zu
erwarten. Auch haben Sprünge
im Bereich der größeren Verschiebungszonen
und Verschiebungen einen geringeren Verwurf oder laufen von beiden
Seiten kommend aus beziehungsweise setzen wieder an. Zugleich nehmen
die Verschiebungszonen Einfluss auf die Streichrichtungen von Überschiebungen,
auch laufen Überschiebungen
oft an Verschiebungszonen aus. Dadurch entstehen mit der Umwandlung
tektonischer Energie in Bewegungsvorgänge Schneepflug- und Trichtereffekte
mit Aufscherungen, Auflockerungen und Quetschungen, deren Folgen
für die
Erdgas- und/oder Erdölgewinnung
vorstehend bereits erläutert
sind.
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Erfindungsgemäß lassen
sich die Schnittpunkte von Verschiebungszonen und Überschiebungen über größere Entfernungen
hinweg bestimmen, wenn punktförmige
Aufschlüsse über die
Geometrie der Gebirgsstrukturen vorliegen. Dadurch lassen sich präzisere Angaben über günstige Ansatzpunkte
und günstige
Ablenkungen für
die Bohrungen festlegen.
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Die
vorstehenden Kausalzusammenhänge sind
für die
Erdgas- und/oder Erdölgewinnung
im Gebirge insofern von Interesse, als auch in Bereichen, die durch
Bohrungen und/oder Seismik weniger bekannt sind, Rückschlüsse auf
die Migrationen zu ziehen sind, so dass daraus auch dort die bestmögliche Anordnung
der Ansatzpunkte von der Erdgas- und/oder Erdölgewinnung dienenden Bohrungen folgt.
Die Grundlagen für
die Einrichtung der Erdgas- und/oder
Erdölgewinnung
sind deutlich verbessert.
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Aus
der Aufteilung des Gebirges in bestimmten Abständen durch größere, etwa
parallele Verschiebungszonen oder Verschiebungen, die über größere Entfernungen
streichen, in nebeneinander liegende Bahnen erfolgt die Möglichkeit
einer Festlegung dieser Zonen als Bestandteil der Geometrie der Gebirgsstrukturen.
Der Kausalzusammenhang zwischen tektonischer Energie und ihrer Umsetzung
in Bewegungsvorgänge
oder Umwandlung in andere Energien in Verbindung mit der Geometrie
der Gebirgsstrukturen ergibt Hinweise auf Auflockerungen, Zerrungen,
Pressungen, Materialtransporte im Gebirge, sowie über Aufscherungen
und sich kreuzende Aufscherungen, deren örtliche Folgen für die Migration
und für
die technische Anordnung hinsichtlich Bohrungen vorstehend erläutert wurden.
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Erdgas
und Erdöl
sammeln sich oft unterhalb von undurchlässigem Gebirge an. Aber auch
in diesem Zusammenhang steht die Migration in Abhängigkeit
von der Umwandlung der tektonischen Energie in Aufscherungen und
Bewegungsvorgängen. Dadurch
sind Auflockerungen, Pressungen, Quetschungen und Aufscherungen
im Gebirge auch für den
Bereich unterhalb undurchlässigen
Gebirges für die
optimale Erdgas- und/oder Erdölgewinnung ebenso
Grundlage wie in tieferen Bereichen.
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Nach
einem Ausführungsbeispiel
der Erfindung werden Kenntnisse über
die Geometrie der Gebirgsstrukturen durch die Berücksichtigung
gewonnener Erdgas- und/oder Erdölmengen
verbessert. Im Einzelnen lassen nämlich festgestellte Erdgas- und/oder
Erdölzuflüsse und
deren Unterschiede Angaben über
die Geometrie des Gebirges zu, so dass auch daraus die bestmögliche Anordnung
der Ansatzpunkte von der Erdgas- und/oder Erdölgewinnung dienenden Bohrungen
folgt.
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Die
in der vorstehenden Beschreibung und den Patentansprüchen offenbarten
Merkmale des Gegenstandes dieser Unterlagen können einzeln als auch in beliebigen
Kombinationen untereinander für die
Verwirklichung der Erfindung in ihren verschiedenen Ausführungsformen
wesentlich sein.