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0. Gebiet
der Erfindung
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Die
Erfindung betrifft ein Verfahren und eine Vorrichtung Verfahren
zur Steuerung einer Kommunikation, insbesondere eines Telefonanrufes,
einer Nachrichtenübermittlung
und/oder einer Datenübermittlung,
zwischen mindestens einem Kommunikationsauslöser und einer Mehrzahl von
Zielressourcen, sowie ein Computerprogramm zur Durchführung eines
solchen Verfahrens.
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1. Ziel der
Lösung
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Die
Einführung
der Lösung
soll schrittweise und unter wirtschaftlichen Gesichtspunkten erfolgen.
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Die
Lösung
soll die Grundlage schaffen, um eine standortunabhängige Anrufverteilung über eine Servicerufnummer
sicherzustellen und die individuellen Rufnummern einzelner Standorte
durch eine priorisierte Aufgabenverteilung mittels der Lösung langfristig
abzuschaffen.
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Die
Lösung
soll die Kontaktwünsche
mittels einer zentralen Intelligenz zur Steuerung der Kommunikationsanforderungen
intelligent auf alle Arbeitsplätze
mit Kundenkontakt verteilen.
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Im
Rahmen der Lösung
werden abgestimmte Prozesse zur Beseitigung von Engpässen implementiert.
Voraussetzung dafür
ist die Bearbeitung von Geschäftsvorfällen, unabhängig von
einer möglichen
regionalen Zuordnung von Kunden (alle können alles bearbeiten; die
Fähigkeit
(Skill) des Mitarbeiters entscheidet).
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Die
einzelnen Kommunikationssysteme und Fachanwendungen werden über Schnittstellen
zu „einem
System" integriert,
um die einzelnen Geschäftsvorfälle besser
bearbeiten zu können.
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1.1. Ziele aus Organisationssicht
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- – Effizienzsteigerung
durch das Nutzen von Einsparpotenzial in den Bereichen:
– Technik
– Organisation
– Mitarbeiterentwicklung
– Kundenkommunikation
- – Integration
in Unternehmensanwendungen (automatisierte Prozessanalyse als Basis
der fähigkeitsgesteuerten
Bearbeitung einzelner Geschäftsprozesse).
- – Die
Entwicklung einer Kommunikationssteuerung, die ein einheitliches
Konzept für
1 bis > 2.000 Standorte
mit jeweils 1 bis > 1.000
Mitarbeiter erlaubt.
- – Flexible
Mischarbeitsplätze.
- – Die
Lösung
soll die Grundlage schaffen, die individuellen Rufnummern einzelner
Standorte langfristig abschaffen zu können. Erreicht wird die standortunabhängige Anrufverteilung
sowie die Optimierung der Prozesse durch eine priorisierte Aufgabenverteilung.
- – Das
Schaffen der Möglichkeit
für eine
abgestimmte Eskalation bei regionalen Engpässen. Voraussetzung ist die
bundesweite Bearbeitung aller Geschäftsvorfälle, unabhängig von regionalen Zuordnungen/Ursprüngen (Aufhebung
der regionalen Zuordnung der Kunden auf einzelne Standorte).
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Flexibilität
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- – Steuerung
der Kommunikation auf Basis der Fähigkeiten des Mitarbeiters
(Skill)
- – Steuerung
der Kommunikation auf Basis der Stärken des Mitarbeiters (Gewichtung)
- – Steuerung
der Kommunikation anhand der Auslastung eines Mitarbeiters (Kontingent/Arbeitsmenge).
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1.2. Ziele aus Kommunikationssicht
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- – Ausweitung
von Multimedia Service Center Funktionen auf das gesamte Unternehmen
(Ausdehnung von 'ACD-Funktionen' auf alle Arbeitsplätze).
- – Intelligente
Anrufverteilung auf alle Arbeitsplätze mit Kundenkontakt Bearbeitung
der medienübergreifenden
Kommunikationsvorgänge
an allen Arbeitsplätzen
(Telefon, Fax, Email, Memo und weitere Kommunikationswege wie z.B.
Chat).
- – Wartungsarme
Technik an den einzelnen Standorten. Kommunikationssteuerung auf
Basis von Fähigkeiten,
Stärken
und Auslastung der Mitarbeiter (Skill).
- – Integration
der Kommunikationssysteme und Fachanwendungen zur Unterstützung der
Kundenberatung (CTI).
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1.3. Ziele aus Datensicht
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- – Langfristige
Nutzung der Lösung.
- – Flexibilität (Anpassung
an neue Gegebenheiten, Rahmenbedingungen und Entwicklungen).
- – Weitestgehende
Unabhängigkeit
der Lösung von
einzelnen Herstellern durch offene Steuerungsschnittstellen der
Systeme.
- – Eine
wartungsarme Technik in den einzelnen Standorten.
- – Integration
der Telekommunikationsfunktionen in die DV-Anwendungen.
- – Übertragung
der Status-, Verwaltungs- und Nutzerinformationen der Telekommunikation
im Datennetz.
- – Minimierung
der Mehrbelastung der Netzverbindungen durch Status- und Verwaltungsinformationen
aus der Telekommunikation.
- – Sicherung
der im Netz vorhandenen Dienstgüte (Antwortzeiten).
- – Integration
der Administration in vorhandene Managementwerkzeuge.
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2. Lösungsvorschlag
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Zur
Erzielung der zuvor aufgeführten
Ziele werden ein Verfahren gemäß Anspruch
1, ein Computerprogramm gemäß Anspruch
14 sowie eine Vorrichtung gemäß Anspruch
15 vorgeschlagen.
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Bevorzugte
Ausführungen
der Erfindung sind in den abhängigen
Ansprüchen
angegeben.
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Damit
die gesteckten Ziele erreicht werden können, muss eine zentrale Kommunikationssteuerung
implementiert werden. Dieses Herzstück der Gesamtkonzeption ist
eine zentrale Regelmaschine.
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Diese
Regelmaschine besteht aus den Komponenten:
- – Analyse
- – Regelerstellung
- – Status
- – Steuerung
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Es
werden alle Kommunikationsmedien betrachtet (Telefon, Fax, Email,
Memos). Mögliche
weitere elektronische Kommunikationsmedien/-wege können integriert
werden.
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Durch
den Einsatz der Regelmaschine in der Steuerung von Kommunikationsanforderungen
soll eine Effizienzsteigerung bei der Bearbeitung der Geschäftsvorfälle erreicht
werden.
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Der
Steuerbereich hat die Aufgabe, zu jeder Kommunikationsanforderung
(z.B. einem Anruf) das aktuell beste Ziel mit einer Alternative
und einer 'Überlaufgruppe' zu bestimmen. Die
Funktionen der Steuerung müssen
in kürzester
Zeit erfolgen, um keine Verzögerung
zu verursachen. Grundidee der Analyse ist das zentrale Sammeln aller
Informationen aus den Kommunikationsprozessen sowie der Daten aus den
bearbeiteten Geschäftsprozessen/-vorfällen. Die zueinander
gehörenden
Werte werden dann zu einem Rohdatensatz konsolidiert. Die Analyse
der Tätigkeiten
und Prozesse ergibt die Beziehungen, auf denen die Skills und Regeln
aufsetzen. Auf Basis der Regeln werden Tabellen erstellt, mit denen
die Steuerung arbeitet. Das Erstellen der Steuerungstabellen ist
nicht zeitkritisch. Die Intervalle zum Erstellen/Updaten dieser
Steuertabellen sind frei wählbar.
Die Übermittlung
der Statusinformationen ist zeitkritisch. Statusänderungen sollen innerhalb
einer Sekunde in die Anrufsteuerung einfließen.
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Das
vorliegende Konzept ist mehr als 'skill based routing', denn skill based routing berücksichtigt
nur den direkt mit einem Telefonat zusammenhängenden Teil eines Geschäftsprozesses.
Durch die Betrachtung des Gesamtprozesses und die Nutzung dynamischer
Skills mit automatischer Analyse, ist dieses System ein selbstlernendes
Kommunikationssteuerungssystem.
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Das
Konzept führt
die einzelnen Standardapplikationen logisch vernetzt zusammen und
ist somit mehr als die bloße
Summe verbundener Standardapplikationen. Durch das Konzept entsteht
ein neues Ganzes.
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2.1. Auswirkungen auf
die existierende Umgebung
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Der
Einsatz dieser technischen Lösung
zur Kommunikationssteuerung bietet erhebliche Möglichkeiten zur Restrukturierung
eines Unternehmens, insbesondere hinsichtlich der Verbesserung der
Kundenbeziehungen. Beispielhafte Organisationspotenziale können sein:
- – das
Anpassen der vorhandenen Netzstruktur
- – das
Anpassen der Bandbreiten (CIR)
- – die
Bereitstellung der Schnittstellen zum Netzwerkmanagement
- – die
Entwicklung der zentralen Kommunikationssteuerung
- – das
Erweitern des Communication Center Managements
- – die
Durchführung
der Administration
- – das
zentrale Bereitstellen von Schnittstellen zu:
– Kundenanwendungen
– relevanten
Produktionssystemen
– Mailsystemen
– Faxsystemen
– IN-Betreibern
- – Möglichkeiten
zur Restrukturierung eines Unternehmens gerade hinsichtlich der
Verbesserung von Kundenbeziehungen können sein:
– die einheitliche
Außendarstellung
(eine Telefonnummer für
alle Kunden, keine Telefonzentrale)
– die individuelle Gestaltung
der Kommunikationstätigkeiten
– eine variable
Standort Be- und Entlastung
– die Bildung virtueller Kompetenzzentren
– die Entzerrung
regionaler Problemzonen
– das
Senken von Verwaltungskosten
– das Controlling von Service
Standards
– die
Wirtschaftlichkeit (weniger Wartungskosten auf Technikseite)
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3. Grundkonzeption (siehe 1)
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- – Ein
ankommender Anruf wird im Telefonnetz (IN) gehalten und der Kunde
wird anhand seiner übermittelten
Telefonnummer erkannt.
- – Der
Anruf wird signalisiert und durch die Regelmaschine wird das Terminierungsziel
zentral bestimmt.
- – Anruferinformationen,
Standort und Auslastung der Arbeitsplätze wie auch die zu erwartende
Anforderung an den Mitarbeiter bestimmen die Routingentscheidung.
Statistische Informationen aus den Arbeitsplatz-Applikationen oder der CTI informieren
die Regelmaschine über
den Status eines jeden Arbeitsplatzes inklusive des aktuellen Skills.
- – Das
Terminierungsziel wird dem Telefonnetz (IN) übermittelt. Zeitgleich werden
die CTI-Informationen (Kundendaten: Stammdaten, Historie) über das
Datennetz an den Arbeitsplatz übermittelt.
- – Nach
dem Gespräch
werden die Gesprächsdaten über das
Datennetz zurück
an die zentrale Datenbank gesandt.
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3.1. Steuerung, Regelmaschine
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Das
Herzstück
der neuen Gesamtkonzeption ist die beschriebene Regelmaschine. Die
Erfindung besteht aus der Regelerstellung einerseits und dem Steuerteil
andererseits. Neben dem Einsatz der Regelmaschine für die hier beschriebene
Telefonkomponente, ist auch der Einsatz bei der Bearbeitung von E-Mails,
Faxen und anderer elektronischer Kommunikation möglich. Da die Telefonkomponente
die zeitkritische Anwendung ist, wird sie hier exemplarisch beschrieben.
Für die
anderen Einsatzgebiete/Kommunikationskomponenten ist die Funktionsweise prinzipiell
gleich, allerdings ohne die hohen Anforderungen an den Zeitfaktor.
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3.1.1. Anrufsteuerung
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Der
Steuerbereich hat die Aufgabe, zu jedem signalisierten Anruf das
aktuell beste Ziel mit einer Alternative und einer 'Überlauf-Gruppe' zu bestimmen und
an das Telefonnetz (IN) zu übermitteln,
sodass der Anruf dorthin vermittelt wird.
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Erster
Schritt der Routingentscheidung ist die Prognose der zu erwartenden
Anforderung des Kundenanrufes. Da die Telefonnummer des Anrufers erkannt
wird, steht mit dem Anruf auch die jeweilige Kundenhistorie zur
Verfügung. Über diese
wird der erwartete Anrufgrund und auch der zuletzt mit diesem Kunden
befasste Mitarbeiter ermittelt.
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Zweiter
Schritt der Routingentscheidung ist die Adressierung der erwarteten
Skillanforderung an ein konkretes Ziel. Diese Steuerfunktion ist
sehr zeitkritisch. Sie greift einerseits auf zugriffsoptimierte
Tabellen zurück,
die vom Regelmodul generiert werden und andererseits auf CTI-Daten,
die Stati melden wie frei oder belegt.
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Aus
technischer Sicht werden alle Arbeitsplätze gleichwertig behandelt.
Es ist egal wo sich der Arbeitsplatz befindet (Zentrale, Niederlassung,
mobiler Arbeitsplatz, Heimarbeitsplatz usw.). Ziel ist es, den Anruf
an einen Arbeitsplatz zu leiten, der
- – frei ist,
- – die
geforderte Skillanforderung (Expected Skill) am besten erfüllt,
- – sein
Telefonkontingent nicht erschöpft
hat und
- – regional
möglichst
nahe am Anrufursprung angesiedelt ist.
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3.2. Regelerstellung
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Die
Regeldefinition ist im Gegensatz zur Steuerfunktion nicht zeitkritisch.
Die geführten
Gespräche
werden zusammen mit den abgewickelten Geschäftsprozessen analysiert und
in einer zugriffsoptimierten Tabelle zusammengefasst. Auf Basis
der bekannten Historie des Anrufers (bisherige Anrufgründe, letzter
zuständiger
Sachbearbeiter etc.) und evtl. offener Geschäftsprozesse wird die erwartete Skillanforderung
ermittelt.
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Die
Anrufe werden durch das Zusammenführen der einem Anruf zugeordneten
Skillanforderung und dem Skillprofil der Mitarbeiter gesteuert.
Dabei werden beide Informationen dynamisch erzeugt.
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Die
zu erwartende Skillanforderung wird auf Basis der bekannten Kundenhistorie
und eventuell offener Geschäftsprozesse
generiert, wobei zusätzlich
für eine
frei wählbare
Zeitspanne auch der zuletzt mit diesem Kunden befasste Mitarbeiter
berücksichtigt
werden kann.
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Das
Skillprofil der Mitarbeiter wird nicht, wie bei anderen Lösungen,
manuell vorgegeben, sondern ebenfalls dynamisch und automatisch
generiert. Mit einer automatischen Analyse und Beurteilung der durchgeführten Geschäftsvorfälle auf
Basis von Datenbankinhalten, werden den Mitarbeitern ein oder mehrere
Skills zugeordnet. Innerhalb dieser Skills wird mit einer Rangfolge
(Ranking) festgelegt, wie gut der jeweilige Skill vom Mitarbeiter
erfüllt
wird.
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Der
Blick wird also auf den gesamten Geschäftsprozess gerichtet. Durch
die Verkettung von einzelnen Tätigkeiten
zu Geschäftsvorfällen werden diese
insgesamt beurteilt und fließen
damit gemeinsam in die Anrufsteuerung ein. Das Modul zur Regelerstellung
greift dabei auf vorhandene Informationen der CTI, auf Statistiken
der Prozessanalyse und ggf. auf ACD-Anmeldungen an den Standorten
zurück.
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4. Das Regelmaschinenkonzept
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Die
zentrale Komponente des Lösungskonzeptes
ist die so genannte Regelmaschine. Diese soll die geschäftsprozessabhängige Kommunikationssteuerung
unter Einbeziehung der Informationstechnologie ermöglichen.
Die Regelmaschine bildet dabei die vom Management definierten Vorgaben
ab. Diese Vorgaben repräsentieren
die Steuerfunktion der Regelmaschine.
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4.1. Die Regelmaschine
in Bezug auf andere Organisationseinheiten
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Die
Regelmaschine wird auf unterschiedliche Weise mit den Systemen und
Einheiten des Unternehmens verbunden, z.B. durch Schnittstellen
zu technischen Systemen oder über
Benutzeroberflächen
zur Eingabe der entsprechenden Informationen aus der Kommunikation
mit dem Kunden. Grundsätzlich
lassen sich die Unternehmenseinheiten in vier Bereiche unterteilen:
- – Kunden
- – Organisation
- – Mitarbeiter/Personal
- – Technik
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4.1.1. Kunden
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Die
Kundenanforderungen werden durch die entsprechenden Abteilungen
mit Kontakt in der Kundenbetreuung und durch Marketing/Vertrieb
abgebildet. Auf Basis aller im Unternehmen vorhandenen Informationen über einen
Kunden (Historie, Vertragslage, Vereinbarungen, Lieferzeiten, offene
Geschäftsvorfälle) wird
ein so genannter 'Expected
Skill' generiert.
Dieser Expected Skill beschreibt in unterschiedlicher Ausprägung, mit
welcher Wahrscheinlichkeit ein Kunde zu welchem Thema als nächstes mit
dem Unternehmen Kontakt aufnehmen wird. Ein Expected Skill ist nicht
eindimensional, sondern in seiner Skill Bezeichnung können sich
die Wahrscheinlichkeit und Zusammensetzung mehrerer Themen und Wahrscheinlichkeiten
der Kontaktaufnahme widerspiegeln.
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4.1.2. Organisation
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Die
organisatorischen Aspekte beinhalten alle Punkte der Aufbau- und
Ablauforganisation.
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4.1.3. Technik
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In
den technischen Aspekten werden sowohl alle Systeme der Kommunikationstechnologie,
als auch der Informationstechnologie inklusive ihrer Anwendungen,
Datenbanken und Systeme berücksichtigt.
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4.1.4. Mitarbeiter/Personal
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In
diesem Bereich werden alle Informationen abgebildet, die das Personal
betreffen (Mitarbeiterverträge,
Arbeitszeitmodelle, Anwesenheitszeiten, Besetzungs- und Arbeitseinsatzpläne, Ausbildungsstati
und Fähigkeiten).
Insbesondere die Fähigkeiten der
Mitarbeiter werden auf Basis von Auswertungen in so genannten Skills
beschrieben. Da sich diese Skills mit jeder Aktion oder Tätigkeit
des Mitarbeiters ändern,
spricht man von so genannten dynamischen Mitarbeiter Skills.
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5. Integration der Regelmaschine
in ein Unternehmen) (siehe 2)
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Die
Integrationsabbildung lässt
sich in mehrere Ebenen einteilen:
- – Ebene
1 stellt die Kundenanforderungen dar.
- – Ebene
2 zeigt die unterschiedlichen Kommunikationskanäle.
- – Ebene
3 steht für
die 'Delokation' und die entsprechenden
(Stand)Orte, an denen ein Unternehmen präsent ist. Der Begriff 'Ort' ist hier abstrakt
zu verstehen. Eine Filiale oder Niederlassung ist ebenso ein Ort
wie ein Internetauftritt oder eine Produktionsstätte oder ein Vertriebsbüro.
- – Ebene
4 sind die einzelnen Organisationseinheiten eines Unternehmens.
- – Ebene
5 stellt die Geschäftsprozesse
dar.
- – Ebene
6 präsentiert
die Mitarbeiter.
- – Ebene
7 stellt die unternehmensrelevanten Themen im IT-Bereich dar.
- – Ebene
8 spiegelt die entsprechenden technischen Systeme der IT.
- – Ebene
9 fasst die Datenbanken der IT-Systeme zusammen.
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5.1. Kommunikationskanäle
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Um
zu verstehen, was alles in die Regelmaschine einfließt, werden
unter den Kundenanforderungen die möglichen unterschiedlichen Kommunikationskanäle eines
Kunden aufgeführt.
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5.1.1. Persönliches
Gespräch
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Die
technische Abbildung eines persönlichen Gespräches kann über eine
Besuchersteuerung oder über
die Terminierung des Tools erfolgen.
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5.1.2. Dokumentenmanagement
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Für entsprechende
schriftliche Kommunikation wie Briefe oder Formulare (Auftragsformulare,
Bestellformulare usw.) kann stellvertretend ein Dokumentenmanagement
genannt werden.
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5.1.3. Telekommunikationssysteme
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Unter
dem Begriff 'Telefon' oder 'Telekommunikationssysteme' sind alle Systeme
zu verstehen, über
die oder mit deren Hilfe telefoniert werden kann. Das sind sowohl
Telefonanlagen, als auch Voice Mail Systeme, Sprachsteuerungssysteme
(IBA) und CTI Systeme.
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5.1.4. Fax
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Sämtliche
Faxsysteme, ob serverbasiert oder als Einzelgerät, können über die Lösung angesteuert werden, bzw.
sind mögliche
Ziele einer Kontaktanforderung.
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5.1.5. E-Mail als elektronische
Kommunikationsanforderung
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Das
Erkennen eines E-Mail Inhalts erfolgt auf die gleiche Weise wie
im klassischen Dokumentenmanagement, durch das eingescannte Schriftstücke verwaltet
werden. Dem Inhalt einer E-Mail werden Schlüsselwörter zugeordnet, über die
eine solche Kontaktanforderung gesteuert werden kann.
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5.1.6. Web-Applikationen
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Als
Web-Applikation wird sowohl die Chat-Kommunikation, als auch das
so genannte 'geführte Surfen' (Escorted Browsing)
verstanden.
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Auch
die Mobile Kommunikation in Form von Datenkommunikation (SMS) oder
andere elektronische Nachrichten können in einem eigenen Kommunikationskanal
dargestellt werden.
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5.2. Orte der Kommunikationsanforderung
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Orte
einer Kommunikationsanforderung sind sowohl physikalische, als auch
organisatorische 'Orte' wie z.B.:
- – Filiale
- – Vertriebsbüro
- – Unternehmenszentrale
- – Customer
Care Center (Telefonservice Center)
- – Web
Auftritte
- – Produktionsstätten
- – Vertriebspartner
- – Dienstleister
- – Lieferanten
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Die
Orte sind heute maßgeblich
für den
technischen Aufbau der Telekommunikationssysteme und bilden einen
zentralen Bestandteil der Aufbauorganisation eines Unternehmens.
Die einzelnen Organisationseinheiten eines Unternehmens, an die
Kommunikationsanforderungen gestellt werden, können z.B. wie folgt unterschieden
werden:
- – Internationaler
Verkauf
- – Nationaler
Verkauf
- – Management
- – Marketing/Vertrieb
- – Forschung & Entwicklung
- – Produktion
- – Qualitätssicherung
- – Versand & Logistik
- – Zulieferer
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Die
Ablauforganisation wird durch entsprechende Geschäftsprozesse
abgebildet. Hierfür
gibt es eigene Systeme, welche die technische Abbildung von Geschäftsprozessen
ermöglichen.
Hat ein Unternehmen ein solches System in Betrieb, kann dieses samt
aller enthaltenen Informationen an die Regelmaschine angebunden
werden. Ebenso gehen Informationen über die Mitarbeiter in die
Funktionen und Steuerung der Regelmaschine ein. Relevant sind hier
z.B. Zeitmodelle, Aufgabengebiete, Fähigkeiten und einzelne Tätigkeiten.
Dieser Themenbereich wird auf Basis der einzelnen Tätigkeiten
in Referenz zum entsprechenden Gesamtprozess analysiert, um zu ermitteln
und zu bewerten, ob die Tätigkeit,
die der Mitarbeiter durchgeführt
hat, für
den jeweiligen Gesamtprozess hilfreich war oder nicht. Diese, durch eine
statistische Bewertung des Mitarbeiterverhaltens, gewonnene Transparenz
bietet Möglichkeiten zur
gezielten Steuerung von Kontaktanforderungen. In Hochlastzeiten
z.B. kann ein Mitarbeiter vermehrt mit Kontaktanforderungen und
den daraus resultierenden Aufgaben konfrontiert werden, die er aufgrund
seines Skills schneller abschließend bearbeiten kann, als andere.
Umgekehrt kann der Mitarbeiter in ruhigeren Zeiten durch Kontaktanforderungen
und den daraus resultierenden Aufgaben gezielt entwickelt werden,
indem ihm vorwiegend erwartete Inhalte zugewiesen werden, durch
die er seinen Skill entwickeln kann. Mit dem Lösungskonzept ist also sowohl
die quantitative, als auch die qualitative Steuerung der Arbeitsbelastung
der Mitarbeiter möglich.
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5.3. IT Systeme
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Alle
im Unternehmen vorhandenen Systeme, die nicht, wie vorher beschrieben
der ursächlichen Kommunikation
dienen, werden im IT Bereich zusammengefasst. Dazu gehören sämtliche
Softwareanwendungen, die EDV, sämtliche
Hardware sowie andere Systeme, Datenbanken usw.. Logisch werden
diese in der Anbindung an die Regelmaschine in folgende Themen unterschieden:
- – Customer
Relationship Management (CRM)
- – Business
Intelligence
- – Datawarehouse
- – Controlling
- – Billing
- – Reporting
- – Netzwerkmanagement
- – Anwendungsmanagement
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Jedes
einzelne Thema beinhaltet wiederum ein eigenes technisches System,
das von einem Systemintegrator über
Schnittstellen an die Regelmaschine angebunden wird. Hinter all
diesen Systemen stehen Datenbanken, die samt aller enthaltenen Informationen
mittels eines Mediationsprozesses ebenfalls an die Regelmaschine
angebunden werden.
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5.3.1. Mediationsprozess
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In
einem Mediationsprozess werden die Daten einzelner, voneinander
unabhängiger
Datenbanken konsolidiert. Durch Informationsabfragen oder durch
logische Zusammenfassungen werden die relevanten Daten in einer
relationalen Datenbank zusammengefasst, sodass die Regelmaschine über einen
einzigen Weg (mit einem Zugriff) auf die Daten unterschiedlicher
Systeme zugreifen kann.
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6. Logische
Ebenen der Kommunikationslösung
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Die
am Arbeitsplatz verwendeten Geräte (Hardware)
lassen sich in verschiedene Typen unterscheiden:
- – Personal
Computer (PC)
- – Telefone
- – Handys
- – PDA's
- – Faxgeräte
- – ...
- – ...
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Im
Bereich der PC's
werden so genannte 'Fat-
und Thin Clients' unterschieden.
Fat Clients sind PC's,
auf denen lokal Software installiert ist. Thin Clients ermöglichen
lediglich die Anzeige und die Nutzung von Softwareoberflächen, die
Software selbst ist auf einem zentralen Server installiert und steht
damit mehreren Mitarbeitern zur Verfügung.
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6.1. Lokale Systeme
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Die
lokalen Systeme, also die Systeme, die von den Mitarbeitern an ihren
Arbeitsplätzen
genutzt werden, lassen sich auch in Kommunikations- und IT Systeme
unterteilen. Sie fassen die vorgenannten Geräte entsprechend zusammen und
binden diese Ebene ebenfalls an die zentrale Regelmaschine an.
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6.2. Netze
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6.2.1. Öffentliche
Netze
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Unter öffentlichen
Netzen sind folgende Netze zu verstehen:
- – Festnetz
- – Mobilfunknetz
- – GPS-/GPRS-/UMTS
Netz
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6.2.2. Datennetze
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- – Datennetze
sind z.B.:
- – Weitverkehrsnetze
(WAN)
- – Örtliche
Netze (MAN/Metropolitan Area Netzwerk)
- – Lokale
Netze (LAN)
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6.2.3. Intelligente Netze
(IN)
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Als
Intelligentes Netz (IN) werden die Serviceleitungen und Dienste
der Netzbetreiber bezeichnet. In der Regel setzen die Netzbetreiber
so genannte intelligente Maschinen auf ihren Netzen auf, die dann
z.B. die angebotenen Servicerufnummern steuern. Es lassen sich aber
auch Datendienste oder Mobilfunkdienste über eine IN Plattform steuern.
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6.3. Zentrale Systeme
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Auch
zentrale Systeme lassen sich in Kommunikations- und IT Systeme unterteilen.
Im Bereich der zentralen Systeme sind z.B. so genannte Host-Applikationen oder
Host-Systeme bzw. in einer zentralen Serverarchitektur die zentralen
Server zu nennen, über
welche die zentralen Systeme an die Netze angebunden werden.
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Im
Kommunikationsbereich kann z.B. der so genannte 'Call Master' eines Voice over IP Systems als zentrale
Intelligenz/System bezeichnet werden.
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Diese
zentralen Systeme können
entsprechend dem heutigen Stand der Technik zusammengefasst werden.
Es gibt diverse Projekte, in denen einzelne Systeme zusammengefasst
werden. So kann hier das Thema 'Customer
Relationship Management' oder
die 'CTI Middleware' als Beispiele dienen,
welche dann IT- und Kommunikationstechnik miteinander verbinden.
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6.4. Zentrale Intelligenz
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Die
Regelmaschine ist das neue zentrale Bindeglied für die einzelnen Zentralsysteme.
Das Lösungskonzept
sieht vor, in einem Projekt oder einem Lösungskonzept alle Systeme zusammenzufassen, so
dass einzelne Tätigkeiten
mittels vordefinierter Regeln mit Bezug aufeinander zu einem Geschäftsprozess
zusammengeführt
und auf die Mitarbeiter herunter gebrochen werden können. Dies
allerdings nicht im Sinne einer Leistungs- und Verhaltenskontrolle der Mitarbeiter,
sondern im Sinne einer optimierten Steuerung der Geschäftsprozesse.
Das Unternehmen hat so die Möglichkeit,
die vom Management gewollten Arbeitsabläufe umzusetzen und zu steuern.
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7. Die Regelmaschine (siehe 3)
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7.1. Einführung
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Um
die Funktionen der Regelmaschine zu verstehen, ist es nötig, die
entsprechenden Definitionen festzulegen, da die Idee der Regelmaschine
nur im Zusammenspiel mit den im Unternehmen vorhandenen Systemen
funktioniert. Die Regelmaschine ist das zentrale Steuerungstool
und kann auch als zentrales Reportingtool im Unternehmen genutzt
werden.
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Es
gibt im Markt viele Systeme, die einzelne Komponenten und Funktionen
der Regelmaschine aufweisen. Neu ist es, in einem System all diese Funktionen
und Steuerelemente so zu vereinen, dass die bisherigen Systeme weiter
bestehen und genutzt werden können.
Dies garantiert dem Unternehmen eine Investitionssicherheit hinsichtlich
der bestehenden Systeme.
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Das
Interessante an der Regelmaschine ist, dass nicht zwingend alle
Systeme integriert werden müssen,
um die Funktionalität
der Regelmaschine zu sichern. Auch die Teilintegration von Zentralsystemen
ermöglicht
schon Steuerungsfunktionalitäten und
damit eine höhere
Effektivität
der Gesamtprozesse.
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Der
wohl schwierigste, weil zeitkritischste Bereich, ist der Bereich
der Telekommunikationssteuerung. Wir sind es gewohnt, dass sich
Sprachverbindungen sehr schnell aufbauen. Daher muss die Regelmaschine
einen Aufbau zeigen, der es ihr erlaubt, telefonische Kontaktanforderungen
entsprechend schnell einer Zielressource zuzuweisen. Das vorliegende
Lösungskonzept
ist zur Lösung
dieser Anforderung geeignet. Deshalb stellen zeitunkritischere Kommunikationsanforderungen,
wie z.B. Briefe oder Faxe in einem Dokumentenmanagement oder Unified
Messaging System (UMS) auch kein Problem dar.
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7.2. Datenstruktur der
Regelmaschine
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Grundvoraussetzung
für die
Regelmaschine ist eine so genannte 'Middleware'. Die Funktion der Regelmaschine besteht
darin, dass die einzelnen Zentralsysteme über Schnittstellen angebunden
werden. Die in diesen Systemen enthaltenen Informationen und Daten
werden mittels eines Mediations- bzw. Konsolidierungsprozesses in
eine für
die Regelmaschine lesbare Sprache übersetzt und in eine zentrale
Datenbank geschrieben, auf welche die Regelmaschine zugreift. Damit
ist die Middleware das Bindeglied zwischen Regelmaschine und Zentralsystem. Neben
der Sprachübersetzung
dient sie auch zur Vermittlung der Steuerfunktionen der Systeme
an die Regelmaschine. Der Aufbau und die Einrichtung dieser Middleware
entspricht der klassischen Aufgabe eines Systemintegrators. Heute
werden für
eine solche Middleware meist objektorientierte Ebenen der Kommunikation
genutzt. Auch wenn diese Middleware Basis für die Funktion der Regelmaschine
ist, ist sie bereits heute Stand der Technik und somit nicht Teil
der zu schützenden
Idee.
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7.2.1. Prozessdaten
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Die
einzelnen Informationen aus den Systemen werden über die Middleware in eine
Prozessdatenbank geschrieben. Deren Inhalte lassen sich wie folgt
aufteilen:
- – Prozessdaten
- – Statusdaten
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Die
Prozessdaten spiegeln die entsprechenden Informationen über die
einzelnen Prozessschritte wider und sind bereits zu kompletten Geschäftsprozessen
verknüpft.
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In
der Statusdatenbank werden alle Statusinformationen gesammelt sowie
eventuelle Alarmmeldungen oder -zustände. Dazu werden die Systemzustände über die
Middleware in 'Echtzeit' in den Tabellen
der Statusdatenbank abgelegt.
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Mögliche Statusinformationen
sind Meldungen über
die Belegung von Daten- oder
Sprachkanälen,
wie z.B. 'frei oder
belegt'; 'angemeldet oder nicht angemeldet'; 'in Wartestellung' bzw. alle Zustände eines
Telefons oder einer Telefonanlage. Darüber hinaus ist auch die Anzahl
der zu vermittelnden Kontaktanforderungen bezogen auf die erwarteten
Themengebiete in der Statusdatenbank enthalten. Ebenso liefern auch
die einzelnen Systeme Statusdaten wie z.B. 'in Betrieb'; 'nicht
in Betrieb'; 'ausgefallen' oder 'mit Verzögerung arbeitend'. So kann z.B. die
Performance eines Netzes oder die Netzlaufzeit ebenso ein Status
sein, wie das Frei- oder Besetztzeichen eines Telefons. Auch Alarmmeldungen
der Systeme können
in den entsprechenden Tabellen abgelegt werden.
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7.2.2. Fehlerdatenbank
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In
der Fehlerdatenbank werden aufsummierte Werte verwaltet wie z.B. 'wie viele Gespräche sind an
einem Telefon bzw. von einem Mitarbeiter geführt worden'; 'wie
lange hat das Gespräch
jeweils gedauert'; 'wie viele Vorgänge sind
bearbeitet worden oder noch offen'. Diese Informationen über die
Anzahl gewisser Zustände
werden in der Fehlerdatenbank verwaltet (dabei handelt es sich nicht
um 'Online-Zustände', diese werden im
Bereich der Statusdatenbank der Regelmaschine abgelegt). Die sich
ergebenden Summeninformationen werden dann in dem so genannten Zähler- oder
Wertebereich der Datenbank verwaltet.
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7.2.3. Kundeninformationen
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In
der Datenbank werden ebenfalls alle Informationen zu einem Kunden
verwaltet. Dies können sowohl
historische Informationen zu einzelnen Themen oder Anfragen sein,
als auch Informationen über des
aktuellen Stand/Status eines angestoßenen Geschäftsprozesses. Darüber hinaus
wird auch der so genannte 'Expected
Skill' des Kunden
in dieser Datenbank gespeichert. Der Expected Skill ergibt sich durch
die aufwendige Auswertung der Kundendaten durch die Regelmaschine.
Er wird nach der Berechnung in diese Datenbank zurück geschrieben
und dynamisch bei jedem Kontakt angepasst (siehe hierzu auch Funktionen
der Regelmaschine).
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7.2.4. Mitarbeiterinformationen
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Wie
schon erwähnt,
werden auch alle Informationen über
die Mitarbeiter in der Datenbank gespeichert. Das Erheben und Speichern
solcher Daten ist seitens der Personalvertretungen mitbestimmungspflichtig.
Wichtiger Aspekt ist hierbei, dass die gespeicherten Daten nicht
zur Leistungs- und Verhaltenskontrolle verwendet werden, sondern
ausschließlich
zur Steuerzwecken eingesetzt werden und nur von Systemprogrammierern
bzw. Systemintegratoren zu Einstellungszwecken eingesehen bzw. benutzt
werden können.
Der Datenbankbereich, in dem Mitarbeiterdaten gespeichert und verwaltet
werden muss also besonders geschützt
sein.
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Gespeichert
werden z.B. Arbeitszeiten, Besetzungszeiten, Fähigkeiten, Tätigkeiten
der Mitarbeiter. Aus diesen wird ein so genannter Mitarbeiter Skill
errechnet. Parallel dazu bewertet die Regelmaschine die einzelnen
Tätigkeiten
der Mitarbeiter hinsichtlich ihrer Effektivität aus und nutzt diese Bewertung,
um den Mitarbeiter Skill dynamisch entsprechend vordefinierter Regeln
anzupassen. Das bedeutet, während
der Mitarbeiter eine Tätigkeit
ausführt,
kann das Ergebnis dieser Tätigkeit
zu einer automatischen Skill Änderung
des Mitarbeiters im System führen.
Der dynamische Skilf eines Mitarbeiters ergibt sich aus der Auswertung
der Prozessdaten sowie der Stati- und
Zählerdaten
in Verbindung mit den Mitarbeiterdaten, die zueinander in Bezug
gebracht werden und in ihrer Bewertung nach festgelegten Regeln
zu Skills zusammengefasst werden.
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7.3. Aufbau der Regelmaschine
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Die
Regelmaschine selbst lässt
sich in zwei Bereiche unterteilen. Erstens in den Steuerteil, der als 'Online- oder Echtzeitbereich' beschrieben werden
kann und zweitens in den 'Offline
Bereich', in dem
alle Berechnungen und Bewertungen vorgenommen werden, die zur Veränderung
der Expected Skills (erwartete Anforderungen) von Kunden oder der
dynamischen Mitarbeiter Skills führen.
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7.3.1. Der Steuerteil
(Online Teil) der Regelmaschine
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Der
Steuerteil der Regelmaschine kann segmentiert sein. So kann z.B.
der Bereich zur Steuerung von Anrufen lokal in der Nähe einer
IN Plattform angesiedelt sein, während
der Steuerbereich für schriftliche
oder andere elektronischen Dokumente eher im, 'offline Bereich' der Regelmaschine angesiedelt ist.
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Wo
auch immer sich die Steuerkomponente der Regegelmaschine befindet,
es müssen
folgende Informationen zeitnah (in Echtzeit) im Steuermodul der
Regelmaschine vorliegen:
- – Statusinformationen
- – Kundeninformationen
- – Historie
- – Expected
Skill
- – Zusatzinformationen
(z.B. Last Agent, präferierter
Mitarbeiter usw.)
- – Mitarbeiter
Skills
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Die
Regeln selbst können
nach Unternehmensvorgaben eingestellt werden. Es handelt sich hierbei
um Programmierungen in Skript Form, zu der üblicherweise die Mechanismen
der bohlschen Algebra genutzt werden wie z.B. und/oder; ja/nein,
nicht, + (plus), – (minus), × (mal),
./. (geteilt) usw.. Ein Update der Regeln ist jederzeit möglich, wird
aber nur vorgenommen, wenn sich die Bedingungen für die Regeln ändern. Normalerweise
greifen die Regeln auf die vorhandenen und konsolidierten 'Online-Informationen' zu und erhalten
so ihren Bezug zur aktuellen Situation und müssen daher nicht regelmäßig upgedatet
werden. Es kann aber sein, dass die Korrektur bestimmter Regeln
aufgrund der im Analyseteil der Maschine ermittelten Informationen
notwendig wird. Um diese 'Meldung' zu erhalten, muss
eine entsprechende Schnittstelle zwischen beiden Bereichen der Regelmaschine
vorhanden sein, über
die Gesamtszenarien, Regeln oder Unterregeln ein- und ausgeschaltet
werden können.
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Der 'Offline Teil' der Regelmaschine
erzeugt als Ergebnis die Steuerregeln, die dann in den 'Online Teil' der Regelmaschine
geladen werden. Diese Steuerregeln sind eine komplex erzeugte Software, die
auf die entsprechenden Informationen und Funktionen zugreift. Das
bedeutet, im Bereich der Regelerstellung werden durch (später erläuterte)
Einzelschritte durch die Regelmaschine Arbeitsschritte erzeugt,
die sich zu einem Gesamtprogramm zusammensetzen. Die Regelmaschine
erstellt im Ergebnis also ein Programm, das in der Steuerlogik der
Regelmaschine gestartet und entsprechend aktiviert werden kann.
Kann eine solch komplexe Regelerstellung aufgrund des Datenmaterials
nicht umgesetzt werden, müssen
einzelne Steuerregeln definiert werden und dann aufgrund der Analyseergebnisse
aus dem 'Offline
Bereich' aktiviert
oder deaktiviert werden. Die genaue Entwicklung einer Regel kann
im Rahmen eines Entwicklungsprojektes noch genauer definiert werden.
Grundsätzlich
ist eine Regel aber als logisches Modul zu verstehen.
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Beispiel:
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Wenn
mindestens 50 Mitarbeitern eines Unternehmens der Skill 35174 zugewiesen
ist, wird dieser Skill entsprechend des Expected Skills eines Kunden
aktiviert und wie folgt verteilt:
„Schaue, ob am zuständigen Standort
der bisher mit diesem Kunden befasste Mitarbeiter mit dem Skill 35174
verfügbar
ist und leite diese Kontaktanforderung genau an diesen Mitarbeiter.
Wenn dieser Mitarbeiter nicht zur Verfügung steht, prüfe, welche
anderen Mitarbeiter an diesem Standort den erforderlichen Skill
35174 aufweisen und den nicht verfügbaren Mitarbeiter vertreten
können
und leite die Kontaktanforderung an den 'best geeigneten' dieser Mitarbeiter. Sollten an diesem
Standort keine anderen Mitarbeiter mit dem geforderten Skill 35174
verfügbar sein,
leite den Anruf an einen entsprechenden Mitarbeiter an einem anderen
Standort."
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Die
Hierarchie der verfügbaren
Mitarbeiter wird auf Basis der räumlichen
Entfernung zum Kunden gebildet, sofern alle Mitarbeiter den gleichen
Skill haben. Die jeweilige Skillausprägung der Mitarbeiter kann über den
Status (vorhanden, nicht vorhanden) und über die individuellen Fähigkeiten
der Mitarbeiter (er kann eine bestimmte Tätigkeit 'gut'; 'sehr gut' oder 'notfalls') verfeinert werden.
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Das
Problem dieser für
sich allein schon komplexen Regel liegt darin, die Summe aller Regeln so
zu vereinfachen und im Programm mit einem schnellen Zugriff auf
Datenbanken und Datenbankindexe zu versehen, dass das Gesamttool
in der Lage ist, viele Regeln gleichzeitig zu prüfen, zu berechnen und der entsprechenden
Kundenanforderung einer Zielressource zuzuweisen. Hierfür muss die
Rechenleistung im Steuerteil der Regelmaschine besonders hoch sein.
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7.3.2. Der Analyseteil
(Offline Teil) der Regelmaschine
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Der
Analyseteil der Regelmaschine besteht aus folgenden logischen Komponenten:
- – Nutzer
zur Steuerung
- – Nutzeroberflächen
- – Nutzer
für die
Ein- und Ausgabe von Informationen
- – Administratoren
für die
Verwaltung des Gesamtsystems und der Rechte der Nutzer
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Der
Analyseteil der Regelmaschine basiert auf der Struktur der Aufbau-
und Ablauforganisation eines Unternehmens. Hier wird auf Basis der
Prozessdaten die entsprechende Relevanz und Bewertung einzelner
Tätigkeiten
in Bezug auf den Gesamtprozess ermittelt. Die Ergebnisse werden
an den Interpretationsteil der Regelmaschine weiter gegeben.
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Interpretation
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7.3.2.1. Interpretation
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Für die Interpretation
der Analyseergebnisse gibt es verschiedene Methoden:
- – die
manuelle Interpretation durch Menschen
- – die
logische Interpretation auf Basis einzeln programmierter Logikbausteine
wie z.B. einer 'Futzylogik'
- – die
Interpretation durch eine neuronale Intelligenz
- – Abhängig von
den Unternehmensvorstellungen oder -wünschen werden Interpretationsauswertungen
zur Verfügung
gestellt.
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7.3.2.2. Anzeige und Aufbereitung
der Daten
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Die
Aufbereitung und Anzeige der Daten erfolgt mittels der so genannten
Reportingmodule der Regelmaschine, welche die analysierten und interpretierten
Daten darstellen. Hier können
grafische Anzeigetools eingesetzt werden. So kann z.B. die Aufbau-
und Ablauforganisation entsprechend der Geschäftsprozesse auf einer grafischen
Benutzeroberfläche
durch entsprechende Färbungen
oder Datenanzeigen dargestellt werden. Es ist auch möglich, eine
geografisch unterstützte
Darstellung auf Kartenbasis vorzunehmen.
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7.3.2.3. Bewertung/Aktivierung/Einstellung
der Regeln
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Nach
der Analyse, Interpretation und Anzeige der Informationen werden
die daraus resultierenden Regeln erstellt, programmiert und aktiviert.
Diese Regeln werden in vier logische Bereiche unterteilt:
- – Regeln
zur Erstellung des Expected Skills
- – Regeln
zur Erstellung des dynamischen Mitarbeiter Skill
- – Regeln
zur Erstellung gewisser Schnellwerte, Zähler oder Bewertungspunkte
- – Regeln,
die auf den Ergebnissen der statistischen Analyse aufsetzen (wobei
hier auch die Ergebnisse von Alarmingtools einfließen)
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7.3.2.4. Simulationstool
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Nach
Erstellung der entsprechenden Regeln werden diese in ein so genanntes
Simulationstool geladen. Die Simulation ist in der Lage, den zeitlichen Ablauf
der Informationen nachzubilden, da die bis hier gesammelten Daten
auch die zeitliche Reihenfolge von Informationen (des Datenflusses)
widerspiegeln. Der Ablauf der Informationen wird von der Simulation
mittels eines eigenständigen
Auswerte- und Ergebnistools darauf geprüft, ob die entsprechenden Regeln
den vom Management gewünschten
Effekt erzielen. Die Simulation bildet also in sich geschlossen
sowohl den Offline Teil, als auch den Online Teil der Regelmaschine
ab.
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Wenn
die Ergebnisse der Simulation den gewünschten Anforderungen des Unternehmens
entsprechen, werden die entsprechenden Regeln durch einen berechtigten
Mitarbeiter vom Offline Teil in den Online Teil der Regelmaschine
geladen und aktiviert. In diesem Stadium stellt dieser Mitarbeiter
auch ein, wann eine (Unter)Regel aktiviert wird und wann nicht.
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7.3.3. Aufteilung der
Regeln
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Die
Komplexität
der einzelnen Bereiche erfordert die thematische Aufteilung der
Regeln in folgende Untergruppen:
- – Steuerregeln
- – Expected
Skill Regeln
- – Mitarbeiter
Skill Regeln
- – Aufbauorganisationsbedingte
Regeln
- – Ablauforganisationsbedingte
Regeln
- – Sonstige
Regeln
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7.3.3.1. Steuerregeln
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Die
Steuerung der Kommunikationsanforderungen von Kunden erfolgt aufgrund
von Zählerinformationen,
Statusinformationen und der Zuordnung zu Bedingungen und Vorgaben.
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7.3.3.2. Expected Skill
Regeln
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Kundeninformationen
werden genutzt, um den Expected Skill des Kunden zu ermitteln. Solche Informationen
sind z.B.: Vertrags-, Konditions- und andere Informationen aus CRM
Systemen wie z.B. die Kundensegmentierung, offene Geschäftsvorfälle, welcher
Mitarbeiter hat diesen Kunden zuletzt betreut, bisherige Beschwerden
des Kunden (zu welchen Themen) usw.. All diese Faktoren werden herangezogen,
um zu bewerten, mit welcher Wahrscheinlichkeit ein Kunde zu welchem
Thema Kontakt zum Unternehmen aufnimmt. Die jeweilige Kombination
der unterschiedlichen Möglichkeiten
und Wahrscheinlichkeiten wird zu einem logischen Zähler umgerechnet.
Dieser Zahlenwert entspricht dann dem so genannten Expected Skill
des Kunden.
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Das
bedeutet, ein Zahlenwert bildet ab, mit welcher Wahrscheinlichkeit
ein Kunde zu welchem Thema Kontakt mit dem Unternehmen aufnimmt. Dieser Zahlenwert
wird in der Datenbank der Regelmaschine gespeichert. Daher scheint
es erforderlich, dass ein so genannter 'Long-integer' im Datenbankbereich genutzt werden
muss, sodass die multiple Möglichkeit
des Expected Skills eines Kunden abgebildet werden kann. Es ist
außerdem
wichtig, dass der Zähler
für den
Expected Skill eindeutig ist, damit Falschanweisungen ausgeschlossen
sind.
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7.3.3.3. Mitarbeiter Skill
Regeln
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Analog
zu den Expected Skills werden auch die Mitarbeiter Skills berechnet.
Das bedeutet, die Kombination von Fähigkeiten eines Mitarbeiters
sowie seine persönlichen
Präferenzen
führen
zusammen mit den Informationen aus Besetzungsplänen usw. zur ebenso komplexen
Berechnung des Mitarbeiter Skills.
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Die
Ermittlung des Mitarbeiter Skills erfolgt aufgrund von Daten über Arbeitsverträge, Tätigkeiten,
Zeiten, Ausbildungsstati, Besetzungsplänen, Ausprägungen von Fähigkeiten
und Wünschen
der Mitarbeiter. Da sich einige dieser Daten ständig ändern und diese Änderungen
in den Systemen erfasst werden, entsteht hier ein dynamischer Mitarbeiter Skill.
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7.3.3.4. Aufbauorganisationsbedingte
Regeln
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Als
bestes Beispiel ist hier das Georouting zu nennen, wie es heute
auf intelligenten Netzplattformen üblich ist. Das heißt, ein
Kunde der aus Norddeutschland anruft, wird bevorzugt an den nächsten Standort
in Norddeutschland vermittelt, sofern dort ein Mitarbeiter mit dem
geforderten Skill zur Verfügung
steht. Im Gegensatz dazu sollte die Anfrage eines Kunden aus Bayern
mit erster Priorität
in Bayern/München
bearbeitet werden. Bei dieser Regel handelt es sich um eine Standort
bezogene Regel.
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Im
Rahmen eines Georoutings können
aber auch Abteilungen oder Organisationseinheiten eines Unternehmens
als Standorte definiert werden.
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Das
bedeutet in der Übersetzung
der Regel: „Versuche
dieses Gespräch
mit erster Priorität
an einen Mitarbeiter im Vertrieb zu leiten und mit zweiter Priorität (wenn
der Vertrieb nicht besetzt ist) an einen Mitarbeiter im Marketing
und falls auch hier niemand erreichbar ist, leite das Gespräch an einen
Sachbearbeiter in der Unternehmenszentrale."
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7.3.3.5. Ablauforganisationsbedingte
Regeln
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Durch
die technische Abbildung von Geschäftsprozessen und den sich daraus
ergebenden gewünschten
Abläufen,
ergeben sich auch Abhängigkeiten.
So kann z.B. gefordert sein, dass ein Anruf eines bestimmten Kunden
immer zum selben Mitarbeiter geleitet wird, weil nur dieser mit
dem Kunden umgehen kann. Oder der Anruf eines Kunden soll immer
zu dem Mitarbeiter geleitet werden, der den jeweiligen Vorfall innerhalb
des jeweiligen Geschäftsprozesses
gerade aktuell bearbeitet. Damit wird ein Durchschalten nach dem
klassischen 1st-2nd-3rd Level-Konzept möglich, ohne dass der Kunde
selbst herausfinden muss, welcher Mitarbeiter seinen Vorgang gerade
aktuell auf dem Tisch liegen hat.
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7.3.3.6. Sonstige Regeln
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Bestimmte
Statusinformationen führen
dazu, dass Alternativszenarien gestartet werden. Dies können Alarme
sein oder die Information, das ein Hauptsystem ausgefallen ist und
ein Backup System arbeitet und dadurch eine andere Steuerung der
Kommunikationsanforderung nötig
wird, als normalerweise.