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Die
Erfindung betrifft eine Vorrichtung zur Herstellung eines Erdlochs
der dem Oberbegriff des Anspruchs 1 entsprechenden Art.
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Eine
derartige Vorrichtung ist aus der WO 97/34070 bekannt. Die schlagend
arbeitenden Werkzeuge sind hierbei zu mehreren direkt mit dem Werkzeugkopf
verbunden, so daß die
Schlagenergie über das
Antriebsmedium auf die in das Bohrloch abgetauchten Werkzeuge und
von diesen direkt auf die Bohrlochsohle übertragen wird, so daß das Verbindungsgestänge davon
weitgehend unbeeinflußt bleibt.
Der Werkzeugkopf ist über
das Verbindungsgestänge
mit einer meist außerhalb
des Bohrlochs angeordneten Antriebsvorrichtung mit einem Drehantrieb
verbunden, so daß die
an dem Werkzeugkopf angeordneten Werkzeuge an immer neuen Stellen der
Bohrlochsohle arbeiten. In erster Linie wird mit den in Rede stehenden
Vorrichtungen in massivem Gestein gearbeitet.
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Für die Praxis
ist diese Art des Bohrens von zunehmender Bedeutung, da einerseits
die Qualität der
Bohrlöcher
besser ist und die Richtung der Bohrlöcher nahezu exakt eingehalten
werden kann, andererseits auf Grund der schallschluckenden Einsatzweise
im Bohrloch ohne wesentliche Außenwirkung Umweltkriterien
wie Lärmbelästigung
deutlich besser erfüllt
werden.
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Der
Abtransport des an der Ortsbrust bzw. an der Bohrlochsohle gelösten bzw.
abgeschürften
Gesteinsmaterials aus dem Bohrloch heraus kann bei derartigen Anlagen
innerhalb des hohlen Verbindungsgestänges nach dem sogenannten Lufthebeverfahren
(Reverse Circulation) erfolgen, bei dem Luft als Spülflüssigkeit
in das Bohrgestänge
oberhalb des Werkzeugkopfes eingeblasen wird, so daß durch die
im Verbindungsgestänge
hochsteigende Luft eine Druckdifferenz im Verbindungsgestänge zwischen Bohrloch
und Oberfläche
entsteht, die eine Strömungsgeschwindigkeit
im Verbindungsgestänge
induziert, mit der das Gesteinsmaterial durch das Verbindungsgestänge hindurch
ausgetrieben wird.
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Bei
der bekannten Vorrichtung finden als Werkzeuge schlagend arbeitende
Hämmer
Verwendung. Zwar wird mit dieser Vorrichtung insbesondere in Hartgestein
ein befriedigender Bohrfortschritt erzielt, nachteilig ist jedoch,
daß die
Bohreffizienz insbesondere in weicheren Schichtungen nachläßt.
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Der
Erfindung liegt daher die Aufgabe zugrunde, eine Vorrichtung zu
schaffen, die in unterschiedlichsten Gesteinsformationen einen befriedigenden
Bohrfortschritt sicherstellt.
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Diese
Aufgabe wird durch die in Anspruch 1 wiedergegebene Erfindung gelöst. Dadurch,
daß jedes
der Werkzeuge eine Schürfscheibe
und Mittel umfaßt,
die im Betrieb die Schürfscheibe
in eine Taumelbewegung versetzen, übt jedes Werkzeug auf die Ortsbrust
bzw. Bohrlochsohle zugleich einen schlagenden, Hartgestein lösenden,
als auch einen schürfenden,
gelöstes
Hartgestein sowie weichere Erdformationen abtragenden Angriff aus.
Unterschiedliche Gesteinsformationen können mit der erfindungsgemäßen Vorrichtung
somit effizient gelöst
und abgetragen werden.
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Als
Abtragsmittel können
insbesondere Stifte oder Diskenrollen zum Einsatz kommen.
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Besonders
bevorzugt ist eine Ausführungsform
der erfindungsgemäßen Vorrichtung,
bei der mindestens eine Antriebseinrichtung vorgesehen ist, mittels
welcher der Werkzeugkopf in eine Rotation um die Bohrungslängsachse
versetzbar ist. Die Antriebseinrichtung kann sowohl außerhalb
des Bohrlochs angeordnet sein und die Drehmomente können über das
Verbindungsgestänge übertragen
werden. Es ist jedoch ebenfalls möglich, das Verbindungsgestänge umdrehbar
zu lagern und die Antriebsvorrichtung in oder an dem Werkzeugkopf
vorzusehen. Durch die Rotationsbewegung des Werkzeugkopfes wird
gewährleistet,
daß die
Schürfscheiben
an unterschiedlichen Stellen der Ortsbrust bzw. der Bohrlochsohle
arbeiten.
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Die
Antriebseinrichtung für
den Werkzeugkopf kann derart ausgestattet sein, daß die Rotation in
einem festen Drehsinne erfolgt, d.h. entweder im oder gegen den
Uhrzeigersinn.
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Es
ist jedoch ebenfalls möglich,
die Antriebseinrichtung derart auszugestalten, daß die Rotation drehrichtungsalternierend
erfolgt, beispielsweise um Drehwinkel zwischen 90° und 270°. Diese Ausführungsform
hat den Vorteil, daß auf
aufwendige Drehdurchführungsdichtungen,
wie sie zur Zufuhr fluider Medien zum Werkzeugkopf oder Schleifkontaktanordnungen,
wie sie zur Einleitung elektrischer Ströme – beispielsweise zum Antrieb
der Werkzeuge – notwendig
wären,
verzichtet werden kann. Die Dichtungs- bzw. Schleifkontaktanordnungen
können durch
einfache, störunempfindliche
flexible Leitungen ersetzt werden.
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Bei
einer besonders bevorzugten Ausführungsform
der erfindungsgemäßen Vorrichtung
sind Mittel vorgesehen, die die Schürfscheibe eines jeden Werkzeugs
im Betrieb der Vorrichtung in eine Rotation versetzen. Durch diese
Maßnahme
wird der schürfende
Angriff an das zu lösende
Gestein verstärkt,
die Bohreffizienz erhöht.
Bei den Mitteln handelt es sich beispielsweise um hydraulische,
pneumatische oder elektrische Drehantriebe.
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Versuche
haben gezeigt, daß die
Bohreffizienz besonders hoch ist, wenn die Rotationsfrequenz der
Schürfscheibe
eines jeden Werkzeuges kleiner als ihre Taumelfrequenz ist. Das
Verhältnis
zwischen Rotationsfrequenz und Taumelfrequenz beträgt bevorzugt
1:30 bis 1:60.
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Bei
einer besonders bevorzugten Ausgestaltung der erfindungsgemäßen Vorrichtung
umfaßt
jedes Werkzeug eine drehangetriebene Hauptwelle, die einen Wellenzapfen
aufweist, dessen Achse zur Achse der Hauptwelle einen spitzen Winkel
bildet, und einen die Schürfscheibe
tragenden Kopf, der um die Achse des Wellenzapfens drehbar gelagert
ist und einen Umfangsbereich aufweist, der an einem Gegenumfangsbereich
abläuft.
Durch diese Maßnahme
wird die Schürfscheibe
durch die Hauptwelle in die Trommelbewegung mit einer Frequenz versetzt,
die der Rotationsfrequenz der Hauptwelle entspricht. Durch das Ablaufen
des Umfangsbereiches des Kopfes an dem Gegenumfangsbereich wird gleichzeitig
durch die Rotation der Hauptwelle die Schürfscheibe in eine Rotation
versetzt, deren Rotationsfrequenz von den Gestaltungen des Umfangsbereichs
und des Gegenumfangsbereichs abhängt. Ein
festes Verhältnis
von Taumel- zu Rotationsfrequenz der Schürfscheibe läßt sich daher konstruktiv vorgeben.
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Um
die erfindungsgemäße Vorrichtung
jedoch optimal an unterschiedliche Gesteinsformationen anpassen
zu können,
ist es besonders wünschenswert,
daß Taumel-
zu Rotationsverhältnis
variieren zu können.
Dies wird bei der besonders bevorzugten Ausführungsform der Vorrichtung
dadurch ermöglicht,
daß der
Gegenumfangsbereich selbst in Rotation versetzbar ist. Je nach Drehsinn
des Gegenumfangsbereichs wird bei konstanter Drehzahl der Hauptwelle
somit eine Erhöhung
oder Reduzierung der resultierenden Drehzahl der Schürfscheibe bewirkt.
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Der
Gegenumfangsbereich und der an ihm ablaufende Umfangsbereich können in
jeder Weise, die während
des Betriebs ein Ablaufen sicherstellt, ausgestaltet werden. Wegen
der Einfachheit der Herstellung und der Betriebssicherheit ist es
jedoch bevorzugt, wenn der Umfangsbereich eine Außenverzahnung
und der Gegenumfangsbereich eine Innenverzahnung aufweist.
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Der
Gegenumfangsbereich ist vorzugsweise von einem konzentrisch zur
Hauptwellenachse angeordneten Hohlrad ausgebildet, das gemäß der besonders
bevorzugten Ausführungsform
der Erfindung in Rotation versetzbar ist.
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Es
hat sich gezeigt, daß das
Verhältnis
der Taumelfrequenz und der Rotationsfrequenz, das mit einem umdrehbaren
Gegenumfangsbereich erzielbar ist, für eine Vielzahl von Anwendungen
nicht optimal ist. Meist wäre
eine im Verhältnis
niedrigere Geschwindigkeit des Bohrkopfes für den Bohrfortschritt vorteilhafter.
Eine bevorzugte Ausführungsform
der erfindungsgemäßen Vorrichtung
sieht daher vor, daß der
Gegenumfangsbereich mittels eines mit der Hauptwelle im Eingriff
befindlichen Planetengetriebes in Rotation versetzbar ist. Diese
Ausführungsform
hat den Vorteil, daß es
keiner weiteren Antriebsmotoren bedarf.
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Es
ist jedoch ebenfalls möglich,
den Gegenumfangsbereich mittels eines separaten Antriebs unabhängig von
der Hauptwelle in Rotation zu versetzen, d.h. Gegenumfangsbereich
und Hauptwelle nicht zu koppeln. Besonders bevorzugt ist der separate
Antrieb steuer- oder regelbar ausgestaltet, wodurch während des
Betriebes eine Anpassung des Verhältnisses zwischen Bohrkopfdrehzahl
und Taumelfrequenz an die Art des jeweils anstehenden Gesteins möglich ist.
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In
der Zeichnung sind Ausführungsbeispiele der
erfindungsgemäßen Vorrichtung
dargestellt. Es zeigen:
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1 perspektivisch eine erste
Ausführungsform
eines Antriebsaufbaus einer erfindungsgemäßen Vorrichtung;
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1a einen Drehantrieb, der
bei der Ausführungsform
der Antriebseinheit gemäß 1 alternativ zu dem hierin
dargestellten Drehantrieb Verwendung finden kann;
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2 – schematisch – die Wirkungsweise des
Lufthebesystems bei einer erfindungsgemäßen Vorrichtung;
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3 – schematisch – eine Seitenansicht
eines Werkzeugkopfes mit mehreren Werkzeugen;
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4 eine Ansicht gemäß 3 von unten;
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5 den Aufbau eines der Werkzeuge
im Längsschnitt;
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6 – perspektivisch – eine 1 entsprechende Ansicht
einer zweiten Ausführungsform
des Antriebsaufbaus einer erfindungsgemäßen Vorrichtung;
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7 und 8 zwei weitere Ausführungsformen des Antriebsaufbaus
in einer 6 entsprechenden
Ansicht;
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9 einen Oszillationsantrieb,
wie er in der Ausführung
gemäß 8 Verwendung finden kann sowie
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10 den Aufbau einer weiteren
Ausführungsform
eines Werkzeuges in einer 5 entsprechenden
Darstellung.
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1 zeigt eine erste Ausführungsform
eines außerhalb
eines herzustellenden Erdlochs angeordneten Teil einer erfindungsgemäßen Vorrichtung. Der
insgesamt mit 3 bezeichnete Antriebsaufbau der Vorrichtung
ist an einer Stützvorrichtung 2 befestigt, die
auf einer insgesamt mit 1 bezeichneten Arbeitsplattform
abgestützt
ist. An einem miteinander verbindbare Segmente aufweisenden Verbindungsgestänge 5,
von dem nur der obere Teil gezeigt ist und das sich (nur gestrichelt
angedeutet) durch die Arbeitsplattform 1 hindurch in das
herzustellende Erdloch hinein und bis zum Werkzeugkopf erstreckt, greift
ein schematisch gezeigter Drehantriebskopf 4 an. Der Antrieb
des Verbindungsgestänges 5 mit
dem Drehantriebskopf 6 kann auf herkömmliche, aus dem Stand der
Technik bekannte Weise erfolgen, beispielsweise über einen Hydraulikmotor.
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Alternativ
ist es jedoch ebenfalls möglich,
anstatt des am oberen Ende des Verbindungsgestänges 5 angeordneten
Drehantriebskopfes 4 einen in 1a dargestellten Drehantrieb 4' zu verwenden, wie
er konstruktiv an sich von Verrohrungsvorrichtungen bekannt ist.
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Dieser
Drehantrieb 4' umfaßt einen
feststehenden, äußeren Teil 4'', gegenüber dem ein ringförmiger Innenteil 4''',
dessen Innendurchmesser an den Außendurchmesser des Verbindungsgestänges 5 angepaßt und mit
diesem wahlweise zumindest in Antriebsrichtung in Wirkverbindung, d.h.
kraftschlüssig
oder formschlüssig
verbindbar ist, rotationsantreibbar ist. Der Antrieb kann beispielsweise
durch einen Hydraulikmotor erfolgen. Mit seinem feststehenden Teil 4'' kann sich der Drehantrieb 4' mit an der Stützvorrichtung 2 vorgesehenen
längenvariablen Krafterzeugern 2', wie beispielsweise
Spindeln oder Kolben/Zylindereinheiten, in Wirkverbindung befinden.
Sind das Verbindungsgestänge 5 und
der Innenteil 4''' des Drehantriebs 4' so ausgestaltet,
daß auch in
Längsrichtung
des Verbindungsgestänges 5 eine kraftschlüssige Verbindung
zwischen diesem und dem Innenteil 4''' erzielbar ist,
so kann über
den Drehantrieb 4' gleichsam
eine Vortriebskraft in das Verbindungsgestänge eingeleitet werden. Es
ist jedoch ebenfalls möglich,
den Drehantrieb 4' fest
an der Stützvorrichtung
zu lagern und Innenteil 4''' und Verbindungsgestänge 5 so
auszugestalten, daß das Verbindungsgestänge 5 in
seiner Längsrichtung
in den Innenteil 4''' verlagerbar ist. In diesem Fall
sind die Vortriebskräfte
beispielsweise durch Angriff an dem noch zu beschreibenden ersten
Drehanschlußkopf 10 in
das Verbindungsgestänge
einzuleiten.
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Am
oberen Ende des Verbindungsgestänges 5 ist
ein mit 10 bezeichneter erster Drehanschlußkopf angeordnet, über den
das am Grund des Erdlochs gelöste
Material über
ein Auslaufrohr 21 nach außen abgeführt und Druckluft mittels einer
ersten Zuleitung 13 in das Verbindungsgestänge eingeleitet
wird. Unterhalb des ersten Drehanschlußkopfes 10 ist ein zweiter,
insgesamt mit 20 bezeichneter Drehanschlußkopf angeordnet.
Die Stützvorrichtung 2 ist
um eine horizontale Achse A schwenkbar und mit Schwenkantrieben 6 verbunden,
so daß sie
geneigt werden kann und auch abweichend von der Vertikalen Erdlöcher gebohrt
werden können.
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2 erläutert schematisch das Verfahren, mit
dem mit Werkzeugen 41 eines Werkzeugkopfes 40 gelöstes Bohrgut
von der Sohle 16 des teilweise mit Wasser beispielsweise
bis zu einem Spiegel 9' gefüllten Erdlochs 9 nach
außen
befördert
werden. Der Innenraum des Verbindungsgestänges 5 bildet ein
Spülrohr 8,
das normalerweise mit Wasser gefüllt ist,
in das oberhalb des Werkzeugkopfes 40 durch eine Einlaßklappe 43 Luft
eingeblasen wird; die außerhalb
der Bohrvorrichtung mit einem nichtgezeigten Kompressor verdichtet
wurde und über
eine Erstzuleitung 13 an den ersten Drehanschlußkopf 10 mittels
einer ersten Zuführung 12 entlang
des Verbindungsgestänges 5 nach
unten geführt
wird. Die eingeblasene Luft bewirkt durch den Dichteunterschied zwischen
der mit Luftblasen durchsetzten Flüssigkeit in dem Spülrohr 8 und
der äußeren Flüssigkeit
in dem Erdloch 9 eine Aufwärtsströmung innerhalb des Spülrohres 8,
mit der das Bohrgut 7 nach oben transportiert und über das
Auslaufrohr 11 aus der Vorrichtung herausgespült wird. Über eine
zweite Zuleitung 23 wird im einteilig mit dem ersten Anschlußkopf gezeigten
zweiten Anschlußkopf 20 der
zweiten Zuführung 22 das
Arbeitsmedium zugeführt
und über
diese entlang des Verbindungsgestänges 5 zum Antrieb
der Werkzeuge 41 des Werkzeugkopfes 40 nach unten geführt. Als
Arbeitsmedium kann unter Druck stehende Hydraulikflüssigkeit
dienen. Es ist jedoch ebenfalls möglich, den Antrieb der Werkzeuge
elektrisch auszugestalten. Anstatt des zweiten Anschlußkopfes kann
dann eine Schleifkontaktanordnung zum Einspeisen der elektrischen
Energie Verwendung finden.
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In
den 3 und 4 ist – schematisch – ein Werkzeugkopf 40 gezeigt,
der beispielsweise für
einen hydraulischen Antrieb vorgesehen ist. Die durch das Hydraulikmedium
angetriebenen Werkzeuge 41 sind über Stützen 44 mit einer
Montageplatte 42 verbunden, die am unteren Ende des Verbindungsgestänges 5 angebracht
ist. Die an den Werkzeugen 41 angeordneten Schürfscheiben 45 wirken
nach unten auf die Sohle 10 des Erdlochs 9 und
zertrümmern dort
das Gestein. Die jeweilige Angriffsstelle bewegt sich durch die
Drehung des Werkzeugkopfes in Umfangsrichtung fort. Durch die Anbringung
der Werkzeuge 41 auf unterschiedlichen Radien kann der
gesamte Bohrlochquerschnitt überstrichen
werden. Zahl und Anordnung der Werkzeuge 41 können an den
Durchmesser des Erdlochs 9 und das abzutragende Material
angepaßt
werden. Die Werkzeuge 41 sind an ihren unteren Enden an
einer kreisscheibenförmigen
Führungsplatte 46 von
einem dem Erdlochdurchmesser entsprechenden Durchmesser gehalten
und geführt.
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5 zeigt ein Werkzeug 41 in
einer Detaildarstellung. Es umfaßt einen Kopf 46,
der die Schürfscheibe 45 trägt. Die
Schürfscheibe 45 ist
an dem Kopf 46 mit einer Mehrzahl von Zylinderschrauben 47,
von denen in der Zeichnung nur eine dargestellt ist, befestigt.
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Die
Schürfscheibe 45 ist
mit einer Zentralschneide 48 versehen. Die Schürfscheibe 45 weist
in dem dargestellten Ausführungsbeispiel
drei sich radial nach außen
streckende Arme 50 auf, die – wie bei dem in der Zeichnung
links dargestellten Arm erkennbar – mit einer Mehrzahl von Meißeln 51 besetzt
sind.
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Der
Kopf 46 ist mittels Kegelrollenlagern 52, 53 auf
einem Wellenzapfen 54 einer Hauptwelle 55 drehbar
gelagert. Der im wesentlichen zylindrische Außenumfangsfläche aufweisende
Wellenzapfen 54 ist derart an die Hauptwelle 55 angeformt,
daß seine Achse
B mit der Rotationsachse AA einen spitzen Winkel w von etwa 3° einschließt.
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Die
Hauptwelle 55 ist ihrerseits durch Kegelrollenlager 56, 57 in
einem Maschinengehäuse 58 um
die Rotationsachse AA drehbar gelagert und wird von einem stirnseitig
angeflanschten Hydraulikmotor 59 drehangetrieben.
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Der
der Schürfscheibe 45 abgewandte
Teil des Kopfes 46 ist als konzentrisch zur Achse B des Wellenzapfens 54 angeordnetes
Zahnrad, im folgenden Taumelrad 60 genannt, und damit als
Umfangsbereich 61 ausgebildet, der bei Rotation der Hauptwelle 55 in
einer als Gegenumfangsbereich 62 wirkenden Innenverzahnung 63 abläuft.
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Die
Innenverzahnung 63 ist an einem konzentrisch zur Hauptwellenachse
angeordneten und gegenüber
dieser drehbar gelagerten Hohlrad 64 ausgebildet.
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An
dem der Innenverzahnung 63 gegenüberliegenden Ende weist das
Hohlrad eine weitere Innenverzahnung 65 auf, die Teil eines
als ganzes mit 71 bezeichneten Planetengetriebes ist. In
die Innenverzahnung 65 greifen die Verzahnungen der Teile kleineren
Durchmessers 67 von den Planetenzahnrädern 66 ein. Die Teile 68 größeren Durchmessers der
Planetenzahnräder 66 greifen
mit ihrer Verzahnung in eine auf der Hauptwelle 55 vorgesehene
Außenverzahnung 69 sowie
in eine in dem Maschinengehäuse 58 vorgesehene
Innenverzahnung 70 ein, so daß die Planetenzahnräder während des
Drehantriebs der Hauptwelle 55 in demselben Drehsinne die Rotationsachse
AA umkreisen. Hierbei wird das Hohlrad 64 in gegensinnige
Rotation zu der Schürfscheibe 45 versetzt,
dessen Rotation durch Ablaufen des Taumelrades 60 an der
Innenverzahnung 63 bewegt wird. Es versteht sich, daß durch
Wahl der Verhältnisse
im Planetengetriebe 71 die Rotationsgeschwindigkeit des
Hohlrades 64 relativ zur Hauptwelle 55 und somit
im Ergebnis das Verhältnis
von Taumelfrequenz zu Rotationsfrequenz der Schürfscheibe 45 vorgegeben
werden kann.
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6 zeigt eine zweite Ausführungsform
einer Antriebsvorrichtung. Einander funktionell entsprechende Teile
sind mit um 100 erhöhten
Bezugszeichen versehen. Der Grundaufbau entspricht weitgehend dem der 1. Die dortige Beschreibung
gilt insoweit auch für
die vorliegende Ausführungsform.
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Der
insgesamt mit 103 bezeichnete Antriebsaufbau der Vorrichtung
ist an einer Stützvorrichtung 102 befestigt,
die auf einer insgesamt mit 101 bezeichneten Arbeitsplattform
abgestützt
ist. An einem Verbindungsgestänge 105,
das sich durch die Arbeitsplattform 101 hindurch in das
herzustellende Erdloch hinein und bis zum Werkzeug erstreckt, greift ein
schematisch gezeigter Drehantriebskopf 104 ein. Der Antrieb
des Verbindungsgestänges 105 mittels des
Drehantriebskopfes 104 kann auf herkömmliche, aus dem Stand der
Technik bekannte Art und Weise erfolgen.
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Am
oberen Ende des Verbindungsgestänges 105 ist
ein mit 110 bezeichneter erster Anschlußkopf angeordnet, über den
das am Grund des Erdlochs gelöste
Material über
das Auslaufrohr 121 nach außen abgeführt und eine Spülflüssigkeit,
meist Luft, mittels einer ersten Zuleitung 113 in das Verbindungsgestänge 105 eingeleitet
wird. Unterhalb des ersten Anschlußkopfes 110 ist ein
zweiter, insgesamt mit 120 bezeichneter Anschlußkopf angeordnet.
Die Stützvorrichtung 102 ist
mittels Schwenkantrieb 106 um eine horizontale Achse A
neigbar, so daß auch abweichend
von der Vertikalen Erdlöcher
gebohrt werden können.
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Bei
der zweiten Ausführungsform
der Antriebsvorrichtung kann sich der zweite Anschlußkopf 120 als
ganzes mit dem Verbindungsgestänge 105 mitdrehen,
und nur der erste Drehanschlußkopf 110 ist
feststehend montiert. Der Drehantriebskopf 104 ist so ausgeführt, daß er das
Verbindungsgestänge 105 mit
dem zweiten Anschlußkopf 120 für das Antriebsmedium
der Hämmer
im Werkzeug um einen vorbestimmten Winkel um die Rotationsachse
des Gestänges 105 oszillierend
hin und her dreht. Dieser überstrichene
Winkel liegt in der Regel unterhalb 360° und ist abhängig von der Anzahl und der
Lage der auf gleichem Radius liegenden Werkzeuge 41 gewählt. Bei
nur einem Werkzeug 41 pro Radius werden 360° benötigt, bei
zwei um 180° zueinander
versetzten Werkzeugen pro Radius reicht eine Hin- und Herdrehung
von 180°.
Es liegt aber ebenfalls im Rahmen der Erfindung, den Werkzeugkopf
um einen begrenzten, jedoch größeren Winkel
als 360° hin-
und herzudrehen.
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Durch
den begrenzten Drehwinkel ist es möglich, einer fest installierten,
den Drehwinkel mitmachenden Zuleitung für das Antriebsmedium zu arbeiten,
ohne daß es
einer Drehdichtung oder Schleifkontaktanordnung bedarf. In dem gezeigten
Ausführungsbeispiel
wird das Antriebsmedium mittels eines flexiblen Schlauches 115 in
die zweite Zuführung 122 des
Verbindungsgestänges 105 eingeleitet.
Der Schlauch 115 ist zwischen der zweiten Zuleitung 123 und
der zweiten Zuführung 122 montiert.
Die Länge des
Schlauches 115 wird so gewählt, daß der Schlauch 115 der
Drehung des Verbindungsgestänges 105 folgen
kann, ohne diese zu behindern.
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Bei
einer weiteren, in 7 dargestellten Ausführungsform,
bei der einander funktionell entsprechende Teile um gegenüber 1 mit 200 erhöhte Bezugszeichen
versehen sind, sind die Zuleitung 223 für das Arbeitsmedium, die Zuleitung 213 für die Druckluft
sowie das Auslaufrohr 221 als flexible Schläuche ausgebildet.
Die beiden Zuleitungsrohre 213 und 223 sind unterhalb
des Drehantriebs 204 an den Stellen 213', 223' über nicht
im einzelnen dargestellte Flanschanordnungen mit den am Verbindungsgestänge 205 verlaufende
Leitung 212, 222 verbunden, durch die die Druckluft
der Einlaßöffnung (43 in 2) bzw. das Arbeitsmedium
mit dem Werkzeugkopf (40 in 2)
zugeführt
wird. Der Vorteil dieser Ausführungsform
besteht darin, daß der
Drehantriebskopf 204, der allerdings in diesem Fall nur
eine Oszillationsbewegung bewirkt, lediglich eine Drehlagerung für das Verbindungsgestänge 205 umfassen muß, auf Drehdurchführungen
und Drehdichtungen jedoch gänzlich
verzichtet werden kann.
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Es
sei in diesem Zusammenhang darauf hingewiesen, daß es nicht
zwingend notwendig ist, die flexiblen Schläuche 213, 223 an
den Stellen 213' und 223' mit den Leitungen 212, 222 zu
verbinden. Vielmehr ist es ebenfalls möglich, gänzlich auf die starren Leitungen 212, 222 zu
verzichten und die Schläuche 213, 223 bis
zu den entsprechenden, in der Bohrung liegenden Anschlußstellen
an dem Verbindungsgestänge
bzw. an dem Werkzeugkopf zu führen.
Ferner versteht sich, daß – je nach
Betriebsweise der Werkzeuge 41 – anstatt der flexiblen Leitungen
auch flexible Elektrokabel Verwendung finden können.
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Anstatt
des stets am oberen Ende des oberen Segments des Verbindungsgestänges 205 eingreifenden
Drehantriebskopfes 204 ist es auch bei dieser Ausführungsform
möglich,
einen Drehantrieb 4' vorzusehen,
der außen
an dem Verbindungsgestänge 205 angreift
und dessen Wirkungsweise und Funktion auch ansonsten derjenigen
des Drehantriebes 4' entspricht,
jedoch lediglich eine hin- und hergehende Bewegung des Verbindungsgestänges bewirkt.
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Eine
weitere Ausführungsform
der erfindungsgemäßen Vorrichtung
ist in 8 dargestellt. Einander
funktionell entsprechende Teile sind im Hinblick auf die Ausführungsformen
in 1 mit um 300 erhöhte Bezugszeichen
versehen. Bei dieser wurde auf eine obere Lagerung im Rahmen des
Drehantriebs 204 in 7 oder
eines Drehanschlußkopfes vollständig verzichtet.
Dem Oszillationsantrieb dient eine Antriebseinheit 304,
die in ihrer Funktion derjenigen in 9 dargestellten
und weiter unten noch zu beschreibenden entspricht.
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Die
Verbindung der Schlauchleitungen 313, 323 mit
den Zuführungen 312, 322 bzw.
der Schlauchleitung 321 mit dem Inneren des Verbindungsgestänges 305 erfolgt
mit Hilfe eines am oberen Ende des oberen Segments des Verbindungsträgers angeordneten
Flanschkopfes 360, der derart ausgebildet ist, daß an diesem
vorgesehene Anschlüsse
für die
Schlauchleitungen 313, 323, 321 mit den
Leitungen 312, 322 bzw. dem Inneren des Verbindungsgestänges kommunizieren.
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Die
Antriebseinheit 304 ist an der Stützeinheit 302 über längenverstellbare
Krafterzeuger 302' gelagert,
so daß über die
Antriebseinheit 304 auch die Vortriebskraft durch ein Absenken
der Antriebseinheit 304 in das Verbindungsgestänge einleitbar ist.
Hat die Antriebseinheit 304 ihre untere Position erreicht,
so kann ein weiterer Vortrieb durch „Nachfassen" bewirkt werden,
in dem sie gelöst
und wieder festgelegt wird, nachdem sie in eine höhere Position mit
Hilfe der Krafterzeuger verlagert wurde und der Vorgang erneut beginnt.
Da bei dieser Vorrichtung keine Stützeinheit erforderlich ist,
deren Länge
zumindest derjenigen eines Segments des Verbindungsgestänges 5 entspricht,
zeichnet sich diese Ausführungsform
durch eine besonders geringe Bauhöhe aus.
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Der
in 9 dargestellte Drehantrieb 304', der an sich
von Verrohrungsmaschinen bekannt ist und daher nicht mehr im einzelnen
beschrieben werden soll, umfaßt
einen mit Hilfe von zwei Kolben/Zylindereinheiten in eine Oszillationsbewegung
versetzbaren Teil 304''', der über seinen Umfang mehrteilig
aufklappbar ausgestaltet ist. Zur Ankopplung an das Verbindungsgestänge 305 wird
der auf dieses aufgeschobene Teil 304''' geschlossen,
so daß er sich
mit der Mantelfläche
des Verbindungsgestänges 205 in
Wirkrichtung befindet.
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In 10 ist eine weitere Ausführungsform eines
der Werkzeuge dargestellt. Bei diesem Werkzeug führt die als Doppelarm 72 Trageinrichtung
für die
Abtragsmittel nur eine Taumelbewegung, jedoch keine Rotationsbewegung
durch. Der mechanische Aufbau dieses Werkzeugs ist daher gegenüber demjenigen
gemäß 5 wesentlich vereinfacht,
da auf eine Gegenumfangsfläche,
auf der die Umfangsfläche
zur Erzeugung der Rotation abläuft,
verzichtet werden kann.
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Die
Werkzeuge gemäß 10 sind in dem Werkzeugkopf
derart angeordnet, daß sich
ihre Doppelarme senkrecht zur Tangente der Kreise bzw. Kreisabschnitte,
die sie aufgrund der Rotation des Werkzeugkopfes Überstreichen,
erstrecken.
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Im
obigen wurden lediglich Ausführungsbeispiele
erfindungsgemäßer Vorrichtungen
gezeigt, die zum Vortreiben von im wesentlichen vertikal verlaufender
Bohrungen geeignet sind. Es versteht sich, daß die Erfindung nicht auf solche
Bohrungen beschränkt
ist, sondern auch zum Vortrieb von Tunnelbohrungen, die im wesentlichen
in horizontaler Richtung verlaufen, geeignet ist.